NEW BLOG POST 🇨🇱 (28.04. – 04.05.2023) Hornitos – San Pedro de Atacama

Während unserer vorletzten Nacht am Meer hörten wir immer wieder die Wellen am Strand anbranden. Am Morgen widmete ich mich nach einer Runde Yoga mit Mady Morrison den ausstehenden Blog Beiträgen sowie der Bolivien Recherche, da wir in ein paar Tagen in Land Numero 6 einreisen werden. Simon warf derweil vom Strand aus seine neue Angel aus und ich unternahm nachmittags noch einen langen Strandspaziergang an dem schönen, einsamen Sandstrand. Entsprechend hungrig verzehrten wir am Abend die Hälfte der frisch gebackenen Käse-Schinken-Lauch Quiche. 😋

Goodbye Küste – schön war’s 😀

Am Freitagmorgen verließen wir den schönen Stellplatz und fuhren rund 160 km die Küste entlang in Richtung „Calama“. Wir sagten dem Pazifik vorerst „Lebewohl“, da wir frühestens in ein paar Wochen oder gar Monaten irgendwo in Peru wieder auf ihn treffen werden. Mitten im Nirgendwo der trockensten Wüste der Welt fanden wir aber neuerdings, dank der „iOverlander“ App, einen wundervollen Übernachtungsplatz inmitten einer kleinen Oase. Ein schmales Flüsschen, gespeist vom Schmelzwasser der umliegenden Andengipfel, staute sich in einem Canyon zu einem natürlichen Badesee auf welchem zahlreiche Haubentaucher schwammen. Um den See herum befanden sich viele Sitzgelegenheiten unter schattenspendenden Lauben sowie etliche Grillstellen. Bei unserer Ankunft läutete dort eine Horde Minenarbeiter bei bester Laune das Wochenende ein. Kurz nach dem ich zu Simon meinte, dass man uns in Argentinien sofort zum BBQ mit eingeladen hätte kamen zwei der Männer mit den übrigen Fleisch- und Wurstresten sowie zwei kalten Softdrink-Dosen zu uns. 😅 Wenngleich sie deutlich weniger gesprächig waren als die Argentinier so war dies doch eine super nette Geste. Kurz darauf luden uns zwei andere chilenische Männer dann noch auf einen Schluck kalte Cola ein und ließen uns sogar noch eine Flasche Wasser da. 👍 Als alle von dannen gezogen waren wagte ich mich für ein schnelles Bad inklusive Haarwäsche in den, sagen wir mal sehr erfrischenden, Tümpel. 🥶 Es kam immer mal wieder ein vereinzeltes Auto an die Oase aber am Abend hatten wir diese dann ganz für uns alleine. Simon konnte ein wenig Brennholz sowie die restliche Grillkohle der Minenarbeiter zusammenklauben und so Verlegten wir unsere Küche kurzerhand nach draußen auf eine der Feuerstellen. Rechtzeitig zum Einbruch der Dunkelheit und somit auch dem Ausschwärmen der Schnaken wurde unsere extrem leckere Thunfisch-Bolognese mit dem restlichen, eingefrorenen Tatar fertig. 😋 Den mit Sicherheit sehr klaren Sternenhimmel konnten wir auf Grund der vielen Straßenlaternen, welche den Platz am Abend und in der Nacht hell erleuchteten, leider nicht wirklich gut sehen aber stattdessen konnten wir seit Ewigkeiten mal wieder zwei Fledermäuse während ihrer Jagd über den Badeteich beobachten. 🦇

Welch herrliche Oase 🏝
Wenn das Wasser noch etwas wärmer gewesen wäre…
Kostenfreie Outdoor Küche 👍🏻
Bolognese aus frischem Thunfisch-Tatar
😋😋😋 YUMMY

Nach unserem morgendlichen Kaffee ging es weiter nach „Calama“. Wir hätten hier gerne an einer Tankstelle unseren Wassertank aufgefüllt aber leider verwehrte man uns den Zugang. Hier in der „Atacama“ Wüste ist Wasser nun mal ein sehr rares Gut welches in der Regel von Tanklastern gebracht wird. Da unser Reservoir schätzungsweise noch halbvoll war brachen wir die Wassersuche direkt ab und fuhren weiter zum großen Parkplatz des „Líder“ Supermarktes. Leider quoll die „iOverlander“ App vor Einbruchsmeldungen geradezu über weswegen Simon beim Auto blieb während ich den Großeinkauf im letzten großen Supermarkt vor „Uyuni“ in Bolivien alleine erledigte. Bevor wir auf dem Weg dorthin eventuell Hunger leiden müssten deckten wir uns lieber noch einmal mit teuren Vorräten ein. 🙈 Nach unserem „Spätstück“ auf dem Supermarktparkplatz ging es weiter in die Wüstenoase „San Pedro de Atacama“. Auf dem Weg dorthin konnten wir auf 3.500 Metern Höhe endlich mal wieder drei „Guanakos“ sowie ein paar Grasbüschel erspähen. Kurz vor dem Ortseingang stoppten wir an einem Aussichtspunkt ins „Valle de la Luna“. Kurioserweise trafen wir dort nicht nur auf drei Geschäftsreisende aus Heidelberg, sondern machten dort auch Bekanntschaft mit Karsten und Theresa aus Backnang bei Stuttgart. 😂 Die beiden sind seit Dezember mit dem Rucksack unterwegs und setzen ihre durch Corona unterbrochene Süd- und Mittelamerika Reise fort. Wir waren uns auf Anhieb sympathisch weswegen wir uns direkt für den kommenden Tag zum Abendessen verabredeten. Ich fühlte mich an diesem Tag ein wenig unwohl, vermutlich auf Grund der Höhe denn „San Pedro de Atacama“ liegt immerhin auf ca. 2.500 Metern üNN. Plötzlich lief mir ständig die Nase, der Kopf schmerzte und ich fühlte mich trotz gutem Schlaf extrem müde weswegen wir direkt unser Nachtquartier aufschlugen. Wir verbrachten die Nacht, in bester Gesellschaft von drei weiteren Campern aus Argentinien bzw. Brasilien, vor dem Friedhof gegenüber der örtlichen Feuerwehr.

Mirador Valle de la Luna 🌔
Sieht bereits von oben spektakulär aus
Stellplatz vorm Friedhof in „San Pedro de Atacama“
Nette Gesellschaft & schöne Aussicht inklusive

Den nächsten Tag ließen wir zwecks Akklimatisierung gemächlich angehen. Während Simon sich mit dem neuen Video beschäftigte schaute ich mich in dem urigen, wenngleich auch sehr touristischen, kleinen Ortskern um. Dieser besteht aus einer Plaza an der sich eine weiß getünchte Kirche befindet, deren Decke vollständig aus dem Holz getrockneter Säulenkakteen besteht. Um diese herum befinden sich staubige, schmale Gassen die nur zu Fuß begehbar sind. Ein wahres Highlight sind die vielen kleinen Häuser sowie Mauern aus Lehm welche den Eindruck einer Wüstenoasen um ein Vielfaches verstärken. 🏜 In den Straßen selbst befinden sich fast ausschließlich Einrichtungen für Touristen. Von (teuren) Restaurants bzw. Cafés über Geldwechselstuben sowie einer schier endlosen Anzahl an Souvenirläden bzw. Tour-Anbietern gibt es hier quasi alles, was das Herz der oftmals Rucksackreisenden begehrt. Am Abend kehrten dann auch wir, gemeinsam mit Theresa und Karsten, in eines der überteuerten Lokale ein. Unsere Empanada war zwar, wie angekündigt, XXL so dass wir uns diese locker teilen konnten aber geschmacklich war sie wahrhaftig kein Highlight. War aber auch nicht so wichtig denn es ging uns dabei ja vielmehr um die nette Gesellschaft sowie den Austausch mit den Beiden und wir hatten wie erwartete einen super schönen, kurzweiligen Abend. 😊

Die kleine Kirche
Plaza mit Vulkan im Hintergrund
Schön hier in „San Pedro“
Der dickste Hund den ich je sah 😳
Gassen und Häuschen aus Lehm

Im Gegensatz zu den Höhenlagen in Argentinien hatte ich diesmal merklich mit der Höhe zu kämpfen. Selbst nach zwei Tagen schlief ich immer noch sehr unruhig und vor allem meine Nasenschleimhäute waren extrem trocken. Nicht umsonst soll man in Höhenlagen wohl viel trinken… Pro 1.000 Meter Höhe sinkt der Luftdruck übrigens um 10% weswegen einem u.a. das Atmen spürbar schwerer fällt. Tagsüber hatten wir mit rund 25 °C sehr angenehmes Wetter wenngleich man auch hier die Höhe deutlich spürte denn in der Sonne entfaltete diese ihre volle Kraft. Sobald diese unterging kühlte es, typisch für Wüstenregionen, rapide und merklich auf etwa 6 °C in der Nacht ab. ☀🌙 Der erste Mai ist in Chile übrigens auch dem Tag der Arbeit gewidmet und somit ebenfalls ein Feiertag. Wir unternahmen eine kurze Fahrradtour entlang des Flüsschens „Río de San Pedro de Atacama“, dem die gleichnamige Oase wohl ihr weniges Grün zu verdanken hat, bis den Ruinen „Pukara de Quitor“ welche wir mangels Attraktivität jedoch nicht näher besichtigten.

Kleine Radtour entlang des Flüsschens 😊
Diesen mussten wir auch 1x queren
Die Ausgrabungen sparten wir uns
Rückweg nach „San Pedro“

Am nächsten Morgen tauschten wir in einer Wechselstube unsere restlichen Euros sowie einige USD in Bolivianos um. Andernfalls würden wir das Eintrittsgeld für den Nationalpark, welcher uns gleich hinter der Grenze auf der Lagunenroute erwarten wird, nicht bezahlen können. Mittags gönnten wir uns sündhaft teure, aber wirklich sehr leckere herzhafte Croissants welche ich in der „Franchuteria“ ganz in der Nähe unseres Stellplatzes für uns gekauft hatte. Sowohl die Variante mit Räucherlachs und Frischkäse als auch die mit Käse und Serrano Schinken ist uneingeschränkt empfehlenswert. 😋 Nach dem mich der Erwerb der zwingend nötigen Online-Tickets für das „Valle de la Luna“ am Vormittag mal wieder den letzten Nerv und eine ganze Stunde meiner Lebenszeit gekostet hatte machten wir uns gegen 15 Uhr auf den Weg dorthin. Bis zum Eingang in den Nationalpark ist die Straße asphaltiert aber auch die staubige Piste, welche sich rund 10 km durch den Park zieht, befindet sich in sehr gutem Zustand. Wir entschieden, das Feld von hinten aufzurollen und stoppten zuerst am letzten Aussichtspunkt auf die „Tress Marias“. Hierbei handelt es sich um drei Steinsäulen in der „Desierto del Sal“ – der Salzwüste. Von dort aus ging es zurück zu einem kurzen Rundweg auf welchem man gut die Salzkristalle auf und in der Erde erkennen konnte. Das nächste Highlight, der „Mirador Achaches“ lag nur einen Katzensprung davon entfernt. Für diese zweite Wanderung, auf der eine tolle Aussicht die nächste jagte, benötigten wir ca. eine Stunde. Den letzten Stopp an der großen Sanddüne, der „Duna Mayor“ ließen wir zu Gunsten des Sonnenuntergangspots jedoch ausfallen. Zumal wir die Sanddüne bereits von unserer vorherigen Runde aus gesehen hatten und die Aussicht von dort aus wohl kaum besser gewesen wäre. Somit fuhren wir gegen 18 Uhr wieder hinaus aus dem Nationalpark bis hin zum „Piedra del Coyote“. Von diesem Hochplateau aus hatten wir eine fantastische Sicht auf das „Valle de la Luna“ welches sich im Licht der untergehenden Sonne fast sekündlich zu verändern schien. Die 12 € pro Kopf waren wirklich jeden Cent wert und wir fanden sowohl die Landschaft als auch die Aussichten spektakulär. 🏜

Die drei Marien
Mit dem Van durch die Salzwüste
Hier erkennt man gut die Salzkristalle
Im Hintergrund der Vulkan „Licancabur“
Das dunkle links ist die große Sanddüne
Mondaufgang über dem gleichnamigen Tal 🌔
Tolles Farbenspiel beim Sonnenuntergang 🌅
Der Ausflug hat sich gelohnt 👍🏻
Der Mond wurde immer heller 🔆

Das höchstgelegene Geysir-Feld der Welt „El Tatio“ sowie die Salzseen und Lagunen rund um „San Pedro“ ließen wir auf Grund der mitunter horrenden Eintrittspreise aus. Außerdem wird uns all dies auch noch auf unserem Weg nach Bolivien erwarten. Aus selbigen Gründen ließen wir auch das „Valle del Muerto“ (Tal des Todes) mit seinen skurrilen Felsformationen sowie das „Valle del Arcoiris“ (Regenbogental) links liegen zumal wir ohne Allradantrieb wohl auch gar nicht dort hingelangt wären. Sehr gerne hätten wir uns hingegen das „Atacama large Millimeter“ Field, kurz „ALMA“, mit seinen 66 gigantisch großen Teleskopen angeschaut. Allerdings wurden sämtliche öffentlichen Führungen mit Ausbruch der Corona-Pandemie eingestellt und seither nicht wieder aufgenommen. 🤷‍♀️

Unsere nun bereits acht Wochen andauernde, zweite Etappe durch Chile beendeten wir mit einem sehr entspannten Tag am Pool im Hotel & Camping „Takha Takha“. Für schlappe 34 € durften wir dort 24h mit unserem Van stehen und konnten alle Annehmlichkeiten nutzen. Wir ließen uns am Morgen auf der kleinen Terrasse mit Blick in den Garten das knusprige, französische Baguette schmecken und genossen nachmittags am Pool zwei unglaublich leckere, gefüllte Croissants aus der „Franchuteria“. Dass alles zusammen 7 € gekostet hatte war beim Genuss der Köstlichkeiten schnell wieder vergessen. 🥖🥐😇 Wir verbrachten den Tag ganz alleine an dem recht frischen, aber sehr schönen Pool und kühlten zumindest unsere Füße immer mal wieder darin ab. 🤣

Frühstück auf der Terrasse des Hotels
Ein Tag nichts tun ☺️
Sooo leckere Croissants 🥐
Unser Stellplatz auf dem Hotel-Parkplatz

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag schliefen wir beide, trotz Campingplatz, extrem schlecht. Möglicherweise war dies der Kombination aus Kaffee am Nachmittag und Vollmond in der Nacht geschuldet?! Man weiß es nicht… Reichlich entschädigt wurden wir dafür am Morgen von der tollen, heißen Dusche welche seit Ewigkeiten mal wieder einen richtig guten Brausestrahl aufwies. 😀 Der Campingplatz bot uns außerdem als Einziger die Gelegenheit, vor den anstehenden Tagen abseits der Zivilisation noch einmal unseren Brauchwassertank aufzufüllen. Nach dem wir gegen Mittag des Gelände verlassen hatten deckten wir uns im Ort noch mit 26 Litern Trinkwasser ein und investierten unsere letzten chilenischen Pesos auf dem Markt in Obst und Gemüse. 🍎🍌🍇 Dass wir dieses, mal wieder, über die Grenze werden schmuggeln müssen behaltet ihr aber bitte schön für euch. 😉 Anschließend tankten wir unseren Van voll und brachten auf den ersten 25 Kilometern in Richtung Grenze direkt 1.100 Höhenmeter hinter uns. 😯 Entsprechend schnell war der Fahrtag vorüber und wir parkten unseren Van bereits kurz nach Abfahrt zwecks besserer Akklimatisierung auch schon wieder am Straßenrand, unterhalb des fast 6.000 Meter hohen Vulkans „Licancabur“.

Von 2.5000 Metern…
… hinauf auf 3.500 Meter innerhalb weniger Minuten
Stellplatz an der Straße mit Blick auf den Vulkan 😀

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NEW BLOG POST 🇨🇱 (21. – 27.04.2023) Caleta Obispo – Antofagasta

Nach dem wir am Morgen unsere selbstgebackenen Vollkornbrötchen verzehrt hatten packten wir unsere sieben Sachen zusammen und fuhren ins nahe Städtchen. An der hiesigen Tankstelle durften wir kostenfrei unseren Wassertank auffüllen und auch die Campingtoilette wollte mal wieder geleert werden. Bevor wir uns zu Lukas und Nathalie gesellten kauften wir im „Unimarc“ noch ein paar Lebensmittel ein da wir versprochen hatten, als Revanche für die Spaghetti Pfannenpizza zuzubereiten. Als wir jedoch, rund 50 km später, bei ihnen ankamen hatte Lukas bereits zwei große „Bonito“ Thunfische an Land gezogen. 😛 So blieben wir auf unseren Pizzazutaten sitzen und freuten uns stattdessen am Abend über fangfrischen Thun aus der Pfanne sowie Nathalies leckeren Kartoffelsalat. Das Leben könnte definitiv schlechter sein. 😉

Auf dem Weg durch die Wüste an die Küste
Wieder ein schönes Plätzchen am Meer 😎
Lukas war schon angeln 🎣
Und zwar erfolgreich! 😃
Die Vierbeiner freuten sich über die Abfälle
Tim & Struppi 😍
Und selbst die Seesterne stürzten sich auf die Reste 😅
Die Sonne geht unter…
… und wir machen uns über die Steaks her 😋

Angefixt von dem guten Fang des Vortages konnten es die beiden Jungs natürlich nicht lassen direkt am nächsten Vormittag wieder mit dem Boot aufs Meer hinauszufahren. Und tatsächlich kehrten sie kurz darauf mit drei weiteren schönen Thunfischen zurück. Somit gab es zum „Spätstück“ dank Familie „Lukimog“ ofenwarme, frischgebackene Brötchen mit frisch gewolftem Thunfischtatar. 😇 Danach pumpten wir, zum ersten Mal seit Brasilien, mal wieder unser „Paddelbrett“ SUP auf. Ich paddelte damit bei Ebbe aufs Meer hinaus und bei diesem zweiten Versuch hatte ich direkt den Dreh mit dem Wenden raus. 👍 Ich bin immer wieder gerne auf, im und am Wasser, weil Wasser auf mich eine sehr beruhigende Wirkung hat. Vor allem, wenn man dabei sowie hier Robben, Pelikane und Kormorane beobachten kann. 🤩 Lukas und Simon ließen währenddessen erneut das Boot zu Wasser, obwohl wir eigentlich schon mehr als genug Fisch zum Essen hatten. 🙈 Da die Kölner Familie jedoch über ein großes Tiefkühlfach verfügt ließen sie sich nicht von dieser Tatsache beirren. Einige Zeit später kamen zwei weitere „Bonitos“ zu unserem Vorrat hinzu welche wir jedoch direkt gemeinsam am Abend unter einem schönen Sternenhimmel frisch vom Grill verspeisten. Dazu ließen wir uns das Zwiebel-Kartoffel-Kürbis Gemüse aus dem „Dutch Oven“ und einen knackigen Salat schmecken. 🧅🥔🎃🥗

Simon präsentiert stolz seinen Fang
Wirklich schön so ein „Bonito“
Stattliche Pelikane gab es auch
Thunfisch Tatar zum Frühstück 😂
Seeehr lecker war’s 🤤
Nach dem Frühstück ging’s raus zum Paddeln
Während ich auf dem Wasser war…
… holten Lukas & Simon noch einmal Fisch 🐟
Ein schöner Tag geht langsam zu Ende 🌅

Dank der sternenklaren Nacht schien die Sonne bereits früh am Morgen von einem strahlend blauen Himmel so dass ich noch vor dem „Spätstück“ mit dem SUP hinauspaddelte. 😎 Diesmal war ich bei Flut unterwegs was mir das ein- und aussteigen an den steinigen, glitschigen Felsen sehr erleichterte. Wenngleich ich mich im Gegenzug beim Paddeln gegen die Wellen und den Wind etwas mehr anstrengen musste. Was für ein herrlicher Start in den neuen Tag! 😊 Während ich mich anschließend den neuen Blog Beiträgen widmete brachen Simon und Lukas zu einem letzten Angeltrip auf. Töchterchen Lizanne begleitete sie dabei jeweils mit Feuereifer. Sie kehrten mit zwei weiteren Thunfischen zurück welche wir am Abend zu ULTRA LECKEREN Fischfrikadellen verarbeiteten. Dazu gab es frisches Pfannenbrot, Guacamole und ein wenig Gemüse – ähnlich eines Fischburgers. Ich habe, ungelogen, dank des fangfrischen und super saftigen „Bonitos“ selten etwas derart Leckeres gegessen. 😋

Frühsport – hat wieder super geklappt 👍🏻
Diesmal hatte ich auch Hilfe beim Aussteigen 😅
Thunfisch-Aufstrich zum Frühstück
Die letzte Angeltour… 🙈🙈🙈
Lizanne war stets mit von der Partie 😊
Thunfisch-Frikadellen – sooo gut! 😋😋😋

Nach dem morgendlichen Kaffee verabschiedeten wir uns dann erneut von Familie „Lukimog“. Wir steuerten als erstes eine nahegelegene „Copec“ Tankstelle an wo wir uns zuerst eine dringend notwendige, ausgiebige Dusche gönnten. Und dank WLAN konnten wir uns von dort aus auch mal wieder telefonisch bei unseren Eltern melden. 😊 Spontan entschieden wir, den Nationalpark „Pan de Azúcar“ links liegen zu lassen. So sparten wir uns die Schleife über die Küstenstraße und fuhren stattdessen am frühen Nachmittag weiter über die „Panamericana“ gen Norden. Nach etwa 200 Kilometern tauchte die erste und einzige Tankstelle auf dem Weg nach „Antofagasta“ auf. Ursprünglich dachten wir, dass wir dort nach dem Tankstopp auch die Nacht verbringen könnten. Allerdings blieb uns bei der Anfahrt auf die Tanke fast das Herz stehen da sie komplett in Bretter eingeschlagen war und eine einzige Baustelle zu sein schien. 😨 Die nächste Tankstelle auf unserer Route lag ca. weitere 200 Kilometer entfernt bis wohin wir es mit unserem Tank keinesfalls mehr geschafft hätten. Wir waren bereits fieberhaft auf der Suche nach einer Alternativroute als plötzlich aus dem Nichts ein Tankwart auftauchte. Versteckt hinter der Baustelle verbargen sich dann glücklicherweise doch noch zwei Zapfsäulen. 😀 Die Übernachtungsmöglichkeit war jedoch komplett hinfällig so dass uns außer weiterfahren nichts anderes übrig blieb. Wir tuckerten weiter über die einspurige Asphaltstraße durch die karge, staubtrockene Atacama-Wüste bis hinauf auf 2.200 Höhenmeter wo sich einige Windparks befanden. Auch zahlreiche Mienen lagen in den Hügeln verborgen zu denen immer wieder staubige Pisten abzweigten. Fern ab jeglicher Zivilisation begegneten uns dann auch fast nur noch LKWs und zahlreiche Überlandbusse auf ihrem Weg nach „Santiago“. Als es langsam zu dämmern begann entdeckten wir am Straßenrand ein, von außen ziemlich schäbig wirkendes, Restaurant für Trucker. Wir stellten uns im hinteren Bereich neben die Mauer und hatten vor hier die Nacht zu verbringen. Als wir gerade die übrigen Fischfrikadellen mit Bratkartoffeln und Salat verspeisten kamen jedoch zwei Frauen an unser Fenster. Sie schienen von der „Posada“ zu sein und rieten uns dringend weiterzufahren da hier kein sicherer Ort sei. Uns kam das zwar nicht so vor aber da sie meinten, just vor drei Tagen wären hier Trucker überfallen worden fuhren wir nach dem Essen dann doch noch weiter in die Nacht hinein. Die „Hand im Sand“ blieb uns in der Dunkelheit somit verwehrt aber wir hatten ja bereits zwei sehr ähnliche Kunstwerke gesehen. Bereits aus 30 bis 40 km Entfernung tauchten dann die Lichter „Antofagastas“ in der Ferne auf und gegen 20:30 Uhr kamen wir schließlich an einer Tankstelle am Stadtrand an. Diese machte, u.a. auf Grund diverser betrunkener Obdachloser, einen deutlich unsichereren Eindruck auf uns als der Ort zuvor aber so spät am Abend würden wir keinen besseren Platz mehr finden. 🤷‍♀️ Zumindest standen wir direkt vor dem hell erleuchteten Eingang zu den Toiletten über welchem sich außerdem zwei Sicherheitskameras befanden. Und ein freundlicher LKW-Fahrer versicherte uns, dass wir hier ohne jegliche Schwierigkeiten die Nacht verbringen könnten…

Danke Familie „Lukimog“ für die schöne Zeit 🥰
Für uns ging’s weiter durch die „Atacama“ Wüste
Diesmal sogar in die Nacht hinein 🌙

Diese war dann, sagen wir mal „semi-cool“. Wir wachten auf Grund der lauten Trucks und sich prügelnder Obdachloser einige Mal auf aber ansonsten gab es keine Zwischenfälle. 👍 So verließen wir am Morgen direkt nach einem Schluck Kaffee diesen unschönen Ort und fuhren die letzten 20 Kilometer in die 300k Einwohner umfassende Industriestadt „Antofagasta“. Dort sahen wir uns zuerst zwei potentielle Stellplätze etwas außerhalb des Zentrums an der Küste an und tatsächlich waren beide für eine Übernachtung gut geeignet. Weiter ging es zu einer Wäscherei, die für anderthalb Körbe Wäsche sowie unsere Bettwäsche stolze 31 € verlangte. Dafür könnten wir sie aber fünf Stunden später schon wieder abholen. Und da es in der „Atacama“ Region leider keine Trinkwasserspender mehr an den Tankstellen gab fuhren wir umgehend weiter zu einer Einkaufsmall, um uns dort mit zwei 6 Literkanistern Trinkwasser einzudecken. Danach gab es, weit nach Mittag, endlich Frühstück bevor wir uns zu Fuß auf ins nahe Zentrum begaben. Hier gab es eine hübsche Plaza in deren Mitte tatsächlich eine originalgetreue Miniaturausgabe des „Big Ben“ in London steht. 😂 Die Plaza war gesäumt von hübschen Häusern im Barockstil sowie einer prachtvoll verzierten Kirche und auch die Palmen bzw. Springbrunnen trugen zu dem schönen Flair bei. Wir liefen entlang der Promenade zurück zum Parkplatz wo wir am Pier noch auf einige stattliche Seelöwenexemplare stießen. Mitunter hatten sich diese sogar auf dem Fahrradweg breit gemacht. 😆 Und da Simon die letzten Tage über, während seiner Angelausflüge mit Lukas, Blut geleckt hatte war unser nächster Stopp ein gut ausgestatteter Angelshop etwas außerhalb. Dort gab es Ersatz für die in Brasilien zerborstene Angel und noch ein paar Köder und Blei obendrein. Mittlerweile war es bereits 16 Uhr weswegen wir eigentlich nur noch unsere Wäsche abholen und dann zum Stellplatz fahren wollten. Da sich jedoch exakt auf dem Weg dorthin eine für Ölwechsel bekannte Werkstatt befand legten wir dort noch einen Zwischenstopp ein. Anfangs sah es so aus als könnten wir sogar sofort noch den Ölwechsel durchführen lassen. Dieser wäre, nach dem man vor Ort das notwendige Öl gekauft hätte, noch dazu kostenfrei gewesen. Zum Glück warf ich aber kurz vor dem Wechsel noch einmal einen genaueren Blick auf das uns angebotene Öl. Die Type war zwar korrekt aber die Klassifizierung stimmte nicht mit der von uns Benötigten überein. Wir brauchen für unseren Van „5W30“ C4 und uns hätte man fast C2 eingefüllt. 🙈 Vorne im Laden stellte sich bei der Suche nach der von uns benötigten Spezifizierung dann heraus, dass es diese zumindest hier nicht gäbe. Wir wurden zwei Quadrate weiter geschickt aber auch an dieser Werkstatt sagte man uns, dass es die Klasse C4 in Chile wohl generell nicht geben würde. Das Höchste sei C3. Wir wurden zu einer weiteren Servicestation geschickt, erhielten aber auch dort sowie bei einer Vierten die gleiche Auskunft. 😮 An der Stelle brachen wir das Projekt „Ölwechsel“ dann auch vorerst etwas ernüchtert ab und begaben uns durch dichten Feierabendverkehr zurück zur Wäscherei wo wir kurz nach 19 Uhr angelangten. Nach dem wir unsere saubere, gut duftende und sogar gebügelte Wäsche (wenn auch zum Luxuspreis) in Empfang genommen hatten steuerten wir dann endlich einen der Stellplätze an. Auf Kochen hatten wir, bis die Betten frisch bezogen und die Wäsche verstaut war, so rein gar keine Lust mehr weswegen es an diesem Tag zum zweiten Mal Sandwichtoast gab. 🥪😅🙈

Schöne Kirchenfassade in „Antofagasta“
Springbrunnen an der Plaza de Armas ⛲️
Was es mit dem „Big Ben” wohl auf sich hat?! 🤔
Am Pier in “Antofagsta”
Hier füllten sich selbst die Seelöwen wohl 😂

Nach einer angenehm ruhigen Nacht, außer Sichtweite der Straße und gut versteckt hinter schicken Wohnhäusern vor dem Golfplatz von „Antofagasta“, machte sich Simon am Morgen eigenhändig an den Wechsel der diversen Filter. Während ich die Yoga-Matte ausrollte tauschte er den Innenraumfilter sowie den Luft- und Kraftstofffilter aus. Nach dem die Blog-Einträge der letzten Tage geschrieben und das Thumbnail fürs neue Video erstellt waren fuhren wir neuerdings zu „Linser Lubricentros“. Dort konnten wir sofort auf die Grube fahren und nach dem wir für umgerechnet 135 € zehn Liter „HELIX HX8 5W-30“ Öl der Marke „Shell“ gekauft hatten machte sich der Angestellte direkt an die Arbeit. Er fluchte zwar ein wenig, weil er um an die Ölablassschraube zu gelangen unseren Unterbodenschutz abmontieren musste, aber keine Stunde später war alles erledigt und unser Bussi war wieder rundum frisch. 👍 Wir gaben ihm noch ein wenig Trinkgeld und fuhren anschließend weiter zum Wahrzeichen der Stadt: „La Portada“. Hierbei handelt es sich um einen freistehenden Felsbogen mitten im Meer. 😀 Dort machten wir allerdings nur kurz ein paar Aufnahmen da wir schon wieder reichlich spät dran waren… Etwa 80 Kilometer später hielten wir an einem wunderbar langen, breiten sowie einsamen Sandstrand außerhalb des derzeit fast gänzlich verlassenen Ferienortes „Hornitos“ an. Da Simon gerne seine neue Angel ausprobieren wollte hatten wir uns für den kleinen Umweg entlang der Küste entschieden. Von hier aus werden wir weiter zu unserem letzten großen Ziel in Chile reisen – nach „San Pedro de Atacama“. Was wir dort alles erleben werden erzähle ich euch dann im nächsten Beitrag. 😉

Doch noch ein erfolgreicher Ölwechsel
👍🏻👍🏻👍🏻
Das Nationalmonument „La Portada“
Adiós “Antofagasta” 👋🏻
“Hola” schöner Stellplatz 🤩
Noch einmal Thunfisch zum Abendessen
Ohne Worte 🥰🥰🥰

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.

P.S.: Wenn euch unser Blog gut gefällt (was ich sehr hoffe) dann freuen wir uns über jedwede noch so kleine oder große Spende in unsere Kaffee- oder Dieselkasse als kleines Dankeschön und Anerkennung unserer Arbeit. ☕⛽🚐 

Entweder über https://www.paypal.me/SiJuCampervan

oder https://www.buymeacoffee.com/SiJu_Campervan.

Kontaktiert uns auch gerne direkt per Mail an mailto:siju_campervan@web.de falls ihr Kritik, Anregungen oder Fragen zu unserer Reise oder uns ganz allgemein haben solltet.

NEW BLOG POST 🇨🇱 (14. – 20.04.2023) Küste bei Vallenar – Bahía Inglesa

In den letzten Tagen blieb uns irgendwie keine Zeit für die Arbeit an den Laptops. Erst waren wir in der Großstadt „Santiago“ unterwegs und dann verbrachten wir, gemeinsam mit unseren neuen Bekannten, einige schöne Tage. So kam uns die einsame und abgeschiedene Küste bei „Vallenar“ sehr gelegen. Nicht nur, weil wir immer wieder sehr dankbar dafür sind, wenn wir mit unserem Van an derart herrlichen Plätzen in freier Natur stehen dürfen. Hier fanden wir auch die nötige Ruhe um die nächsten Videos zusammenzustellen und zu schneiden sowie den angefangenen Blog zu vervollständigen. An unserem ersten Abend freuten wir uns über den fangfrischen Seehecht, den wir zum Abschied von Raul geschenkt bekommen hatten. Erstaunlicherweise gelang dieser, dick in Alufolie eingewickelt, richtig gut im Omnia. Simon schaffte es sogar, beim Filetieren fast alle der zahlreichen Gräten zu entfernen so dass der saftige Fisch in Kombination mit dem cremigen Gemüserisotto gleich nochmal so gut schmeckte. 😋

Schöner Stellplatz am Pazifik
Maritime Tischdeko 🦀🐚🦪
Frühstück mit Meerblick
Sonnenuntergang 🌅
Seehecht mit Gemüserisotto 😋

Bei unserem letzten Einkauf im Supermarkt hatten wir extra ein paar überreife Bananen mitgenommen mit denen ich seit längerem mal wieder ein gesundes, saftiges Bananenbrot buk. 🍌🍞 Während ich nach dem Nachmittagskaffee den Blick aufs Meer genoss werkelte Simon weiter an unserem Hauptstadt Video. Ob ihr beim Schauen wohl die vielen kleinen, arbeitsintensiven Details bemerken werdet?! 🤔 Da wir unser Abendessen gerne im Freien während des Sonnenuntergangs zu uns nehmen wollten machte ich mich ausnahmsweise schon relativ früh ans Kochen. Die Sonne geht hier gegen 18:30 Uhr unter und keine halbe Stunde später ist es dann auch schon richtig dunkel. Die Kartoffeltortilla wurde rechtzeitig fertig und wir ließen uns diese mit Blick aufs Meer schmecken. 🌅 Eigentlich wollten wir mit dem gesammelten Holz gegen später noch ein kleines Lagerfeuer entzünden. Da es an diesem Tag jedoch auf Grund des Windes recht frisch war entschieden wir spontan, unseren Aufenthalt um einen weiteren Tag zu verlängern und verschoben das Feuer auf den kommenden Abend. 🔥

Saftiges Bananenbrot 🍌 aus dem Omnia
Immer wieder lecker 🤤
Küche mit Aussicht 👌🏻
Die Kartoffeltortilla gelang ebenfalls gut 👍🏻

So kam es, dass wir auch den Sonntag noch an dem schönen Stellplatz verbrachten. 😊 Wohl wissend, dass meine Mama derweil vermutlich tausend Tode starb, weil wir seit einigen Tagen mal wieder offline waren und uns nicht melden konnten. 🙈 Simon startete ein neues Videoprojekt und ich recherchierte derweil im Reiseführer die nächsten Etappenziele. Zusätzlich schaute ich in der „iOverlander“ App nach, ob sich auf unserer weiteren Route endlich ein geeigneter Campingplatz für die nach wie vor anstehenden Reparaturarbeiten befinden würde. Tatsächlich scheint es in dem Badeort „Bahia Inglesa“ einen Guten zu geben. Gut vorbereitet und up to date genossen wir den restlichen Tag am Meer in vollen Zügen. 😎 Nur für unsere „LA SIESTA“ Hängematte konnten wir partout keine Befestigungsmöglichkeit finden. 🤷‍♀️ Nach dem Abendessen entzündeten wir dann ein gemütliches Feuerchen und ließen beim Blick in die lodernden Flammen die letzten schönen Tage Revue passieren.

Schlechter Strand für Hängematten 🏖
Bisschen Musik hören 🎶
Simon – der Feuerteufel 😅
Lagerfeuer Romantik 🔥

Am Montagmorgen verabschiedeten wir uns dann von dem netten Plätzchen und machten uns auf den Weg ins ca. 200 km entfernt liegende Städtchen „Caldera“. Erstaunlicherweise war die schmale Küstenstraße bis zur Autobahn fast durchweg gut asphaltiert und wir hatten von dort aus noch einmal schöne Sicht aufs Meer zur einen und die staubtrockene Atacama-Wüste auf der anderen Seite. 🏜 An unserem Ziel angelangt fanden wir schnell Zugang zu einem öffentlichen WLAN, wo wir für die kommenden Tage wieder ein Datenpaket buchen und somit auch mal wieder die Lieben Zuhause anrufen konnten. Nach dem späten Frühstückssnack fuhren wir weiter in den nahegelegenen Badeort „Bahía Inglesa“. Eigentlich wollten wir dort einen der Campingplätze ansteuern um dort in Ruhe unsere Reparaturarbeiten auf dem Dach durchführen zu können. Als wir jedoch auf den langen, dank Nachsaison völlig verwaisten und noch dazu fantastisch angelegten Strand zurollten war schnell klar, dass dies nicht nötig sein würde. Wir parkten unseren Van am Straßenrand vor einer der überdachten Parkbänke die einer großen Bushaltestelle ähnelten. Dieses Konstrukt würde uns nicht nur Schatten, sondern sogar eine perfekte Ablagefläche knapp oberhalb unseres Daches bieten. 👍 An dem tollen Strandabschnitt gab es nicht nur unglaublich viele, super moderne Spielmöglichkeiten für Kinder, sondern auch Strandduschen mit Süßwasser, Trinkwasserspender, jede Menge Sitzgelegenheiten und noch dazu genug Möglichkeiten um endlich mal wieder die tolle Reise-Yoga-Matte von „Yoga Box“ auszurollen. 😀

Immer entlang der „Ruta del Desierto“ 🏜
Bezaubernder Badeort „Bahía Inglesa“
Kunst oder Kitsch?! 🤔
DER perfekte Platz für unsere Reparatur 👍🏻
Ein Spielplatz ganz für uns alleine 😅
Einfach der Hammer 🤩

So Begann der nächste Tag auch direkt mit einer wohltuenden Yoga-Einheit für mich. 🧘‍♀️ Anschließend hieß es Ärmel hochkrempeln und ab an die Arbeit. Während ich die bereits am Vorabend demontierte vordere Dachluke von Schmutz und Kleberesten befreite kratzte Simon diese vom Dach ab. Danach nahmen wir gemeinsam die Markise ab die wir glücklicherweise direkt auf den Dachbalken der überdachten Bank ablegen konnten. Erfreulicherweise sah deren Befestigung sehr gut aus so dass wir uns relativ sicher sind, dass hierdurch kein Wasser eindringen konnte. Ganz im Gegensatz zu den Kunststoffhalterungen der Solar-Paneele welche wir im Anschluss demontierten. 😮 Darunter hatten sich einige Schrauben gelöst und gänzlich verabschiedet. Noch dazu schien der, wohlgemerkt extra dafür konstruierte, Kunststoff unter der UV-Einstrahlung langsam aber sicher spröde zu werden. Mit ziemlicher Sicherheit hatte sich durch diese Befestigungspunkte das Wasser während der letzten Regenfälle seinen Weg in unseren Innenraum gebahnt. 😕

Simon demontiert die alten Solarpaneel Halterungen
Die Dachluke musste einmal komplett raus
um dann neu eingeklebt zu werden

Während wir am nächsten Morgen beim Frühstück saßen bog plötzlich Lukas mit seinem Unimog in die Straße ein und gesellte sich zu uns. 😀 Da unsere in Argentinien gekaufte Silikonspritze kurz darauf den Dienst quittierte kam uns die Gesellschaft sehr gelegen. So konnte ich am Nachmittag mit Lukas in die nahegelegene Stadt fahren und dort bei einer „Ferretería“ eine neue Pistole sowie weitere Nieten besorgen. 👍 Simon hatte sich nämlich noch am Vorabend Gedanken über eine alternative Befestigungsmöglichkeit der Solar-Paneele gemacht. Glücklicherweise hatten wir zahlreiche Kleinteile im Gepäck, darunter auch etliche Metallwinkel mit denen wir die Paneele fest und regensicher verankerten. Wir mussten dafür zwar weitere Löcher ins Dach bohren aber diese konnten wir, nach dem vernieten der Paneele, dick mit Kleber abdichten. Nach der vielen Arbeit freuten wir uns sehr über die Essenseinladung von Lukas und Nathalie zu Spaghetti Bolognese. So blieb uns an diesem Tag zumindest das Kochen erspart und der Abend klang sehr gemütlich im „Lukimog“ aus. 🍝🍷🤗

Vor lauter Arbeit vergessen welche zu machen 🤣

Am Donnerstagmorgen begab sich Simon zügig wieder an die Arbeit während ich noch einmal die Yoga-Matte ausrollte. Zuvor hatten wir uns bereits wieder von den Kölnern verabschiedet, wenn auch nur für kurze Zeit. Die Vier zogen, während wir unsere Arbeiten finalisierten, weiter gen Norden um schon mal ein schönes Plätzchen an der Küste für einen erneuten Angelausflug per Boot zu suchen. Gegen Nachmittag war unsere vordere Dachluke wieder fest montiert und eingeklebt, ebenso die neuen Halter für die Solar-Paneele. Den verbliebenen Kleber schmierten wir sicherheitshalber noch um die hintere Dachluke herum welche wir erst vor einigen Monaten neu eingeklebt hatten. Somit dürfte nun wirklich nirgends mehr Wasser von außen in unseren Van eindringen dürfen. Was war das doch für ein herrliches Gefühl, endlich die lange vor uns hergeschobene Reparatur abgehakt zu wissen! Endlich hatten wir wieder richtig viel Tageslicht im Van, konnten nachts den Rollo schließen und in unserer Duschwanne befand sich kein Baustellengerümpel mehr. 😃

Die Dachluke wurde neu eingeklebt
Und von innen wieder verschraubt sowie verkleidet
Auch die Solarpaneele bekamen neue Halterungen
Leiter wieder fest – dann kann’s ja weitergehen 😃

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.

NEW BLOG POST 🇨🇱 (04. – 13.04.2023) Valparaíso – La Serena

Wir wollten, obwohl es sich dort sehr sicher anfühlte, unser Auto nicht alleine an der Uferpromenade in „Vina del Mar“ stehen lassen. Zumal wir von dort aus mit den Fahrrädern entlang der Schnellstraße nach „Valparaíso“ hineinfahren hätten müssen wo uns die Räder weiter nichts genutzt hätten, bei all den vielen Hügeln und Stufen. So entschieden wir uns letzten Endes für einen 24h bewachten Parkplatz im Zentrum von „Valparaíso“ und erkundeten die Stadt von dort aus zu Fuß. Tatsächlich fällt es mir schwer den besonderen Charme der Stadt zu beschreiben da es eine ziemlich wilde Mischung ist. Da gibt es einerseits schmucke alte Häuser mit prächtigen Barockfassaden welche zum Teil sehr gut erhalten, zum Teil relativ heruntergekommen sind. Dazwischen befinden sich bunte Häuschen mit rostigen Wellblechdächern die dicht an dicht an den Steilhängen der Stadt kleben. Jedem Deutschen Architekten und Statiker würde bei deren Anblick sicherlich das Herz stehen bleiben. 😂 Fast alle Mauern, Stufen und Hausfassaden sind in irgendeiner Form bemalt oder besprüht und auch hier klafft eine große Lücke zwischen wilder Schmiererei und teilweise sehr kunstvoller Malerei. Das Ganze ist durchzogen von einem engen, schmalen Gewirr aus steilen Gassen mit einer gefühlt endlosen Anzahl an Treppenstufen. Wer nicht laufen möchte kann alternativ eine der vielen Standseilbahnen wählen insofern sich diese in Betrieb und nicht gerade in Instandhaltung befindet. Von jedem Hügel aus hat man eine andere schöne Sicht auf die Stadt, die Häuser an den Hügeln oder den Containerhafen. Allerdings warnt nicht nur der Reiseführer und die „iOverlander“ App vor Gefahren. Auch zwei ältere Damen baten uns inständig, alle Wertsachen eng am Körper zu tragen und keinesfalls tiefer in die Gassen der Hügel vorzudringen. 😯 Tagsüber fühlten wir uns an und für sich relativ sicher aber nachts wollte ich keinesfalls alleine in einer der Gassen unterwegs sein. Als wir alle gesteckten Ziele bzw. Sehenswürdigkeiten abgeklappert hatten und uns zwischendurch mit leckeren Empanadas gestärkt hatten machten wir uns auf den Weg zurück zum Bus. Pro halbe Stunde wurden 600 Pesos Parkgebühr fällig aber dafür stand unser Van sehr sicher. 👍 Den Abend sowie die Nacht verbrachten wir erneut an der Promenade in „Vina del Mar“ wo wir noch einmal beobachten durften wie die glühende Sonne im Meer versank. 🌅

Prachtvolles Gebäude an der „Plaza de Armas“
Streetart vom Feinsten 👌🏻
Es gibt mitunter wahre Kunstwerke
Aber auch solche Graffitis befinden sich darunter
Selbst die Treppenstufen sind bemalt 👍🏻
Hier sieht man eine der vielen Standseilbahnen
Die Häuser kriechen förmlich den Hang hinauf 😳
Hübsche Kaffee- & Restaurant-Meile ☕️🍨🍹
Blick auf den Containerhafen & Viña del Mar
Wieder ein schöner Sonnenuntergang 🌅

Die vorbeidonnernden Autos weckten uns dort neuerdings bereits um 07:30 Uhr auf aber ansonsten hatten wir eine sehr angenehme und ruhige Nacht. Nach dem Frühstück verriegelten wir den Van und liefen in das nette Viertel „Castillo“, in dem sich tatsächlich einige alte Burgen sowie große und schicke Villen befinden. Von dort aus zogen wir weiter durch die Stadt die uns, wie auch schon „Valparaíso“, deutlich geschäftiger und wuseliger vorkam als die Hauptstadt „Santiago“. 😅 Wir kauften noch ein wenig Obst und Gemüse bei den Marktständen rundum die Markthalle, bevor wir zum Bus zurückkehrten um uns auf die Weiterfahrt zu begeben. Etwas außerhalb stoppten wir zum Einkauf an einem Supermarkt. Hinter dessen Parkplatz befand sich eine gigantisch hohe und weitläufige Sanddüne die unbedingt von uns erklommen werden wollte. Von oben hatte man eine schöne Sicht auf den Ozean und die Buchten der beiden zuvor von uns besuchten Städte. Wir fuhren noch einige Kilometer die Küstenstraße entlang bis zu einem netten Stellplatz an der „Cueva del Pirata“, zu Deutsch der „Piratenhöhle“. Dort peitschten die Wellen heftig gegen die Felsen und das Wasser drang tief in die steile, schmale Felsspalte ein. An diesem Tag war der Sonnenuntergang nicht ganz so spektakulär aber dafür konnten wir den ziemlich großen Vollmond beim Aufgehen über dem Meer und hinter den Bergen beobachten. 🌕

Viña del Mar
Die große Sanddüne
Der Pirat wacht über seine Höhle
Die „Cueva del Pirata“
Die Sonne geht unter…
Und der Vollmond auf 🌕

Am Morgen strahlte die Sonne bereits gleißend hell über den Ozean und wärmte uns und unseren Van schnell auf. ☀ Nach dem Frühstück lief ich den ca. 3 Kilometer langen Küstenweg entlang an dem es zahlreiche hübsche kleine Badebuchten gab. Auch ein toller Sandstrand befand sich darunter. Auf dem Rückweg besuchte ich noch den schön angelegten Park in dem es allerlei kunstvolle Holzschnitzereien gab. Findet ihr z.B. die Schlange auf dem Foto? 😉 Simon blieb derweil alleine beim Van, weil wir ihn nicht unbeobachtet so weit abseits stehen lassen wollten. Anschließend fuhren wir weiter an der Küste entlang bis in den exklusiven Badeort „Zapallar“. Jeder reiche Chilene besitzt hier eine Villa in bester Hanglage oberhalb der traumhaft schönen Bucht mit langem Sandstrand. An der kleinen Tankstelle konnten wir freundlicherweise auch unseren leeren Wassertank wieder auffüllen, nach dem wir ein bis zwei Tage ohne Wasser auskommen mussten. Witzigerweise begegneten uns auf dem Parkplatz am Strand Max und Merle (alias @anschnallenabfahrt) die gerade ohne ihren Van, dafür aber mit einem guten Freund aus Deutschland und dessen chilenischer Familie unterwegs waren. Als wir gerade im Begriff waren uns einen Stellplatz etwas weiter nördlich zu suchen fiel Simon auf, dass er am Morgen wohl unser Gimbel am Strand hatte liegen lassen. 🙈 In der Hoffnung, dass es vielleicht noch dort auf den Felsen liegen könnte, fuhren wir die 50 Kilometer noch einmal zurück. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit kamen wir wieder an der Piratenhöhle an und Simon machte sich unter den letzten Sonnenstrahlen auf die Suche – leider erfolglos. Ich war derweil im Begriff zu kochen als plötzlich die Gasflamme erlosch. Aus unerklärlichen Gründen geht unsere Gasflasche immer kurz vor irgendwelchen Feiertagen leer. Zuletzt am 23. Dezember und nun am Gründonnerstag. 🙊 Somit blieb die Küche kalt und wir begnügten uns mit den letzten Scheiben Toastbrot. 🥪

Der schöne Küstenwanderweg
Die Bucht in „Zapallar“
Happy Birthday liebe Bine 🥳🥳🥳
Jeder reiche Chilene hat hier seine Sommerresidenz

Der nächste Tag begann ziemlich grau und irgendwie war unsere Stimmung ähnlich trüb. Erst das verlorene Gimbel und dann die leere Gasflasche vor den Osterfeiertagen… Nichts desto trotz hatten wir Hoffnung im Ort oder entlang der Küstenstraße eine Auffüllstation zu finden. Wir stoppten bei zwei Händlern, die am Karfreitag sogar geöffnet hatten, jedoch boten diese nur Flaschen zum Tausch und keine Auffüllmöglichkeit an. So fuhren wir weiter zum nächsten Supermarkt um Nachschub an Toastbrot zu kaufen bevor wir auf die Autobahn abbogen. Währenddessen klarte der Himmel auf und als wir an der ersten Raststätte Halt machten um unsere Wasserflaschen mit Trinkwasser aufzufüllen lachte die Sonne bereits wieder vom Himmel. Da es noch recht früh am Mittag war entschieden wir noch ein paar Kilometer Strecke zu machen. Die Landschaft wich relativ schnell kargem Ödland auf welchem nur noch ein paar Grasbüschel und ziemlich stachelige Säulenkakteen gediehen. Es ging permanent sanft auf und ab über die Hügel der Andenausläufer und das Meer war nur noch ab und an zu sehen. Auf der „Panamericana“ kommt man zwar sehr zügig voran aber dafür muss man auch immer wieder recht tief in die Taschen greifen. Bis wir am Abend die nächste Raststätte erreichten, an der wir dann auch im erstaunlich ruhigen Parkbereich übernachteten, hatten wir fast 370 km abgespult. 😮

Wunderschöne Hibiskus Blüte 🌺

Nach einer ausgiebigen, heißen Dusche am Morgen an der blitzblanken Autobahnraststätte fuhren wir in die nahegelegene Stadt „La Serena“. Dort steuerten wir im Industriegebiet zuerst einen großen Gasgroßhändler an wo wir auf Lukas und Nathalie aus Köln trafen (@lukimog). Die beiden reisen mit Baby und Kleinkind in ihrem Unimog durch Südamerika und waren ebenfalls auf der Suche nach einer frischen Gasfüllung. Nach dem uns dort leider nicht geholfen werden konnte fuhren wir weiter zum nächsten Händler. Jedoch schüttelte man auch dort nur den Kopf als man unsere deutsche Gasflasche und die Adapter sah. 😕 Just in dem Moment fuhr Lukas auf den Hof um an der dazugehörigen Autogastankstelle seinen Tank zu füllen. Als wir ihm erzählten, dass man uns auch hier nicht helfen konnte meinte er kurzerhand: „Was für ein Quatsch! Gib mal her, ich mach das…“. Er schnappte sich unsere Gasflasche, schraubte den Adapter auf und nach dem die leckende Dichtung getauscht war konnte er tatsächlich an der Gaszapfsäule unsere Flasche füllen. 🤩 Somit hatten wir nun wieder Wasser UND Gas an Bord. Wenn der PC-Händler in der Stadt nun auch noch ein neues Gimbel für uns bereithalten würde wäre der Tag perfekt. Allerdings hatte dieser am Karsamstag, wie die meisten anderen Läden in der Stadt, geschlossen. Wir schlenderten noch über die große „Plaza de Armas“ und besuchten den netten, weitläufigen japanischen Garten in dem es auch ein paar Bonsai Bäume zu sehen gab. Auf dem Parkplatz entdeckten wir dann noch zwei große „MAN“ Expeditionsmobile aus Belgien. Diese waren uns zuvor schon einmal in Ushuaia begegnet. Wir unterhielten uns noch kurz mit einem der beiden älteren Ehepaare. Sie empfahlen uns einen Stellplatz in den Weinbergen von „Vicuna“. Das Weingut bietet wohl nicht nur Wohnmobilstellplätze und Ferienwohnungen an, sondern auch nächtliche Sterntouren unter freiem Himmel im eigenen Observatorium. Da Familie „Lukimog“ ebenfalls dort übernachten würde schlossen wir uns ihnen kurzerhand an wenngleich die Übernachtung mit 7.000 Pesos pro Kopf nicht ganz günstig war. Dafür gab es nicht nur Duschen und Toiletten, sondern sogar einen Pool und Sitzgelegenheiten im Außenbereich mit Grillecke. Wir verbrachten gemeinsam mit den Vieren einen sehr gemütlichen Abend und freuten uns über die nette Unterhaltung bei einem Gläschen Wein. 🙂

Der japanische Garten in „La Serena“
Ein paar Bonsai Bäume gab es auch 🥰

Am Ostersonntag verweilten wir gemeinsam auf dem wunderschönen Gelände des Weinguts. Für den Abend hatten wir alle die Astro-Tour vor Ort gebucht weswegen ich direkt nach dem Frühstück schon einmal den Mürbeteig sowie die Gemüsefüllung für die Quiche am Abend zubereitete. Am Nachmittag schlenderten wir zu Fuß ins kleine Ortszentrum um uns auf der „Plaza de Armas“ umzusehen. Wir hatten uns gerade in die Schlange vor der hiesigen Eisdiele eingereiht als plötzlich Florian und Barbara mit ihren Kindern in ihrer ausrangierten „IVECO“ Feuerwehr vorfuhren. Was für ein Zufall! Die Familie (alias @Vier im4x4) kennen wir seit Ushuaia und sie schlossen sich kurzerhand uns an. Auch eine Reisebekanntschaft von Lukas gesellte sich dazu so dass der kleine Campingplatz am Abend fest in Deutscher Hand war. 😂 Sowohl Florian mit Familie als auch Raul und Chantal mit Töchterchen Noeli buchten sich spontan noch in die Astronomie Führung am Abend ein. Nach dem wir unsere sehr leckere Quiche aus dem Omnia Backofen genossen hatten ging es gegen 19:30 Uhr mit einer Audiotour los. Während dieser konnten wir u.a. den Geräuschen vom Jupiter und den Explosionen der Sonne lauschen. Nach einem kurzen 3D Film ging es dann ab nach draußen ins Amphitheater zwischen den Weinbergen, wo sich ein 40cm Teleskop befand. Durch dieses konnten wir diverse Sterne, Sternbilder sowie Galaxien beobachten wenngleich ich sagen muss, dass ich mir dies deutlich spektakulärer vorgestellt hatte. 🤨 Nichts desto trotz war es super interessant und dank der kleinen Gruppe blieb allen genug Zeit für das Observieren der viele tausend Lichtjahre entfernten Sterne. 🌟

Unser Stellplatz auf dem Weingut
Hier gab es nicht nur Weinreben…
Sondern auch Baumwolle…
Und schmackhafte Granatäpfel ☺️
Die Katze wäre ganz gerne bei uns geblieben 😅
Zumindest hat sie es sich gemütlich gemacht 😂
Vorbereitung der Gemüse Quiche 😋
Plötzlich waren es 4 deutsche Familien 😃
Beginn der Astro-Tour mit einem 3D Film 🎥
Danach ging’s ins Amphitheater…
Wo wir die Sterne & Galaxien beobachten konnten 🌟

Am nächsten Tag hieß es dann schon wieder Abschied nehmen. Während zwei der Familien mit Kindern entschieden den Tag noch am Pool des Campingplatzes zu verbringen fuhr Familie „Lukimog“ zurück nach „La Serena“. Simon und ich wollten ursprünglich noch weiter ins „Valle del Elqui“ vordringen. Eine Radtour hielten wir auf Grund der Hitze des Tages sowie der Höhenmeter jedoch für unangebracht. Die Besichtigung inklusive Verkostung der lokalen „Pisco“ Destillerien kam auch nicht wirklich in Frage da keiner von uns Hochprozentiges trinkt. Und nur für einen Kunsthandwerkermarkt 50 km hin- und wieder zurückzufahren kam uns irgendwie auch schwachsinnig vor. So entschieden dann auch wir kurzerhand zurück in die Stadt zu fahren wo wir direkt den PC-Laden ansteuerten. Glücklicherweise hatte der Laden an diesem Tag geöffnet und tatsächlich das gesuchte Gimbel vorrätig. 😊 Der Kauf riss zwar ein spürbares Loch in unsere Reisekasse aber immerhin erhielten wir in kürzester Zeit Ersatz für unser Altes. Mit Lukas und Nathalie hatten wir noch vor deren Abfahrt vereinbart, dass wir später zu ihnen stoßen würden sollten sie ein nettes Plätzchen an der Küste finden. Die beiden besitzen nämlich ein aufblasbares Motorboot und Lukas Einladung zu einem Angeltrip auf offenem Meer konnten wir natürlich nicht ausschlagen. 🤗 Wir kauften im Supermarkt noch etwas Gemüse für den Abend ein und trafen uns dann bereits auf der Autobahn wieder. Gemeinsam steuerten wir einen super schönen, abgelegenen Strandabschnitt etwa 50 km nördlich der Stadt an. Bereits während der Anfahrt konnten wir über die schmale, kurvige Straße die Aussicht aufs Meer genießen und bei Ankunft wurden wir von dem Stellplatz nicht enttäuscht. Lukas hatte vom letzten Angelausflug noch Fisch eingefroren welchen er für das gemeinsame Abendessen auftaute. Simon brachte derweil erstmals während unserer Reise den „Dutch Oven“ zum Einsatz. Wir steuerten die Beilage in Form eines Gemüsetopfes bestehend aus Zwiebeln, Karotten, Zucchini sowie Kartoffeln bei und nutzten als Feuerschutz die tolle „Hexagon“ Grillschale von „Fennek“. 🔥 In dieser hätten wir abends auch gerne noch ein Lagerfeuer entzündet aber bereits mit Untergang der Sonne stand fest, dass es hierfür zu kühl sein würde. Deswegen speisten wir zu sechst im größeren Innenraum des Unimogs und ließen uns den frischen Fisch bei einem Gläschen kühlen Weißweins schmecken. 😋

Wir folgen „Lukimog“ auf dem Weg an die Küste
Schöner Stellplatz mit Blick aufs Meer
Die coole Feuerschale von „FENNEK“
Der „Dutch Oven“ kommt endlich zum Einsatz
Noch die Kartoffeln drauf…
Und ab damit aufs Feuer 🔥
Die Kohlen leisten ganze Arbeit 👌🏻
Lecker war’s 😋

Da es an dem Fleckchen Erde gar so entspannt war und außerdem noch Lukas Boot zum Einsatz gebracht werden wollte verbrachten wir noch zwei weitere Tage an der steinigen Küste. An den Felsen nahe des Ufers gab es zahlreiche „Tausendfüßler-Seesterne“ sowie kleine Schnecken die ähnlich eines Zebras gestreift waren. Super interessant war auch die Jagdtechnik der Vögel welche über dem Meer kreisten. Sobald diese einen Fisch erblickten schossen sie blitzschnell nach unten und klappten währenddessen, ähnlich eines Regenschirms, ihre Flügel ein bevor sie senkrecht ins Meer eintauchten. Während ich den Vögeln zuschaute ließen Lukas und Simon das Motorboot zu Wasser und begaben sich auf Angeltour. Zwei Stunden später kehrten sie tatsächlich mit zwei großen Seehechten zurück. Derweil stießen Benni und Sara (@passionnomad) in ihrem „Toyota 4Runner“ mit Dach-Zelt zu uns welche witzigerweise als Schweizer ebenfalls der deutschen Sprache mächtig waren. Sie waren bereits seit acht Monaten mit ihrem in „Santiago de Chile“ erworbenen Fahrzeug in Südamerika unterwegs und standen nun kurz vor der erneuten Veräußerung des Selbigen. Zuvor hatten die beiden eine spannende Fahrradreise unternommen von der Schweiz über den Balkan und die Türkei bis in den Iran. 😮 So kam es, dass wir uns nach Einbruch der Dunkelheit mit sechs Erwachsenen, einem Kleinkind sowie einem Baby in Lukas Unimog zusammenfanden. Es gab fangfrischen, im Ofen gegarten Fisch zu dem wir die Beilagen in Form von Salat und Kartoffelgratin beisteuerten. Und als alle eigentlich schon längst satt waren tischte Lukas dann noch das frisch zubereitete, sehr leckere Sushi auf. 🍣 Während wir aßen trudelten überraschenderweise auch noch Raul und Chantal mit Töchterchen Noeli ein. 😀

„Tausendfüßler“ Seestern
„Zebra“ Schnecken
Boot aufgeblasen & Angeln vorbereitet
Dann kann’s ja los gehen 😉
Euer Ernst?! 😧
Nee, nur die Köder! 😅 Hier der Fang 👍🏻
Abendstimmung ☺️

So kam es, dass wir den Donnerstag in großer Runde gemeinsam verbrachten. Während die zwei Mädchen miteinander spielten fuhren die Männer erneut mit dem Boot zum Angeln raus. Diesmal kehrten sie jedoch ohne Fang zurück wobei nach zwei Tagen Fisch hintereinander keiner wirklich traurig darüber war. 😅 Ich lief derweil mit unserer Mülltüte die Küste entlang bis in den gegenüberliegenden, kleinen Ort. Dieser schien nicht nur ziemlich heruntergekommen, sondern auch fast ausgestorben zu sein und eine Mülltonne war weit und breit nicht zu entdecken. 😯 Ich war schon fast im Begriff unseren Müll wieder mit zurück zu nehmen als ich plötzlich doch noch einen Mann hinter seinem Gartenzaun ausmachen konnte. Dieser nahm mir freundlicherweise die Tüte ab da der einzige Müllcontainer verrostet und nicht dicht zu sein schien. Kein Wunder lag überall am Strand Unrat herum… 😕 Er erklärte mir dann auch, dass hier außer einer Hand voll Fischer keiner Leben würde und sich lediglich im Sommer ein paar Erholungssuchende hierher verirren würden. Am Nachmittag nahm Lukas dann noch mich und die zwei Mädchen mit auf eine Spritztour hinüber zur Vogelinsel. Wir bretterten über den ruhigen Ozean in Windeseile bis zu dem großen, von Vogelkot überzogenen Felsen auf dem Pelikane und Kormorane, aber auch ein paar Magellan-Pinguine lebten. 🐧 Auf dem Rückweg fuhren wir noch an den bunten Fischerbötchen vorbei bevor wir wieder bei den Vans anlandeten. Da wir mit acht Erwachsenen und zwei Kleinkindern definitiv nicht mehr im Unimog zusammensitzen konnten verlegten wir das Abendessen nach draußen. Wir reihten drei Campingtische aneinander und bildeten so eine lange Tafel vor der schönen Meereskulisse. Simon entzündete derweil ein Feuer auf dem wir später Würstchen und Schweinebauch grillten. 🔥 Jeder steuerte eine Beilage bei so dass wir im Dunkeln ein wahres Festmahl auf unserer langen Tafel stehen hatten. 😋 Nach dem Essen versammelten wir uns mit den Campingstühlen ums wärmende Lagerfeuer, wo wir noch das ein oder andere Gläschen Wein leerten während wir uns über unsere Reiseerlebnisse austauschten. 🍷 In der Nacht wurden wir dann kurz von Muscheltauchern aus dem Schlaf gerissen, die etwa eine Stunde lang im Schein ihrer Taschenlampen unter Wasser nach den Leckerbissen suchten.

Außer dem Lagerfeuer hab ich leider keine Fotos (Schließlich muss auch mal nur genießen 😌)

Am nächsten Morgen war dann mal wieder großes Abschiednehmen angesagt bevor jeder wieder alleine seiner Wege ging. Wir verließen die Küste als letztes und fuhren über die Sandpiste zurück bis auf die Autobahn. Von dort aus waren es etwa 150 km bis zur nächst größeren Stadt wo wir uns im „Tottus“ Supermarkt mit frischen Lebensmitteln eindeckten. Nicht ganz unerwartet trafen wir dort auch noch einmal kurz auf Raul und Chantal. 😆 Während sie jedoch weiter über die „Ruta 5“ fuhren bogen wir auf die Küstenstraße ab an der sich zahlreiche, einsame und wunderschöne Stellplätze aneinanderreihen. Wir suchten uns ein hübsches Fleckchen auf steinigem Untergrund, schauten der Nachmittagssonne langsam beim Untergehen zu und verbrachten eine ruhige Nacht beim Klang der Wellen. 🌊

Wieder ein schönes Plätzchen am Meer 🌊
Felsige Küste und dahinter nur Wüste 🏜
Gute Nacht 🌙 😴 🛌

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NEW BLOG POST 🇨🇱 (27.03. – 03.04.2023) Santiago de Chile

Auf unserem Weg in die 7 Millionen Metropole „Santiago de Chile“ legten wir zwei Arbeitstage an einer „Copec“ Raststätte ein. Diese lag etwa 120 km vor der Hauptstadt, in der immerhin ein Drittel der Gesamtbevölkerung Chiles (ca. 19 Mio. Menschen) lebt. Wie bis dato auch beim Duschen an den Autobahnraststätten hatte am Vortag niemand unseren Bon für den integrierten Waschsalon kontrolliert. So ergriff ich am Folgetag die Gelegenheit beim Schopf und wusch damit, quasi gratis, eine weitere Ladung Wäsche. 😉 Während Simon an den nächsten YouTube Videos bastelte nutzte ich die Zeit um noch einmal einen saftigen Pflaumenkuchen im Omnia zu backen. Auch die nächsten Blog Einträge wollten geschrieben werden und vor allem hieß es, in Ruhe noch einmal unseren empfehlenswerten Reiseführer zu durchforsten. Ich übertrage in der Regel immer vorab alle Sehenswürdigkeiten, Cafés und Restaurants von Interesse in unsere MAPS.ME App womit wir stets sehr gut zurechtkommen. Und bevor wir die kommenden Tage inmitten der Großstadt stehen werden war natürlich auch noch einmal eine ausgiebige Dusche angesagt. Diese war allerdings deutlich erfrischender als uns lieb war… 🚿🧼🧽

Tankstellenromantik 2.0
Pflaumenkuchen aus dem Omnia 😛
So sehen dann meine Pins in MAPS.ME aus 📌

Am Mittwoch stürzten wir uns dann endlich in das Abenteuer Großstadt. Der Weg hinein war erstaunlich einfach da wir die meiste Zeit über auf der dreispurigen Umgehungsstraße fahren konnten. Wir steuerten direkt die Seilbahn zum „Cerro San Cristobal“ an und fanden dort auf Anhieb einen perfekten Stellplatz. Sicherlich dank der Tatsache, dass wir in der Nebensaison und noch dazu unter der Woche unterwegs waren. Wir parkten unseren Van am Straßenrand direkt vor dem großen, von 09:00 bis 21:00 Uhr bewachten Parkplatz der Seilbahn. Keine 500 m davon entfernt befand sich außerdem ein kleines Polizeirevier sowie erstaunlich saubere und rund um die Uhr geöffnete öffentliche Toiletten. 👍 Wir wussten nicht nur aus der iOverlander App sondern auch von anderen Reisenden, mit denen wir uns zuvor persönlich unterhalten hatten, dass man hier sehr ruhig und extrem sicher stehen kann. Nach dem wir die Lage gecheckt hatten fuhren wir für gerade einmal 4 € pro Kopf mit der kaum frequentierten Seilbahn von der Tal- über die Mittel- bis zur Bergstation. Bereits aus dem Fenster heraus hatten wir eine tolle Sicht auf die Metropole. Oben angelangt liefen wir bis zum Gipfel auf dem sich die namensgebende Statue des heiligen „San Cristobal“ befindet. Über der Stadt hing eine richtige Dunstglocke weswegen man die Anden nur schemenhaft erkennen konnte. Tatsächlich liegt Santiago in einer Art Tal und ist rundum von den mächtigen Bergen eingekesselt. Mittlerweile reichen die Häuser auch rundum bis zu den Füßen der Berge. 😮 Auch der Blick auf den 300 Meter hohen, verglasten Turm des „Gran Torre Santiago“ war sensationell. Hierbei handelt es sich nicht nur um das höchste Gebäude in ganz Südamerika. An dieses grenzt außerdem das größte Shoppingcenter des Kontinents an aber davon berichte ich euch in einem Folgebeitrag dann noch ausführlicher. 😉 Wir schlenderten zu Fuß bis zur Mittelstation hinunter wo wir dann in eine Seilbahn nach unten einstiegen. Wieder am Bus angelangt liefen wir zu Fuß bis in das große, moderne Büroviertel rund um das Einkaufszentrum welches fußläufig keine 10 Minuten von unserem Stellplatz entfernt lag. Da wir in den umliegenden Quadraten jedoch kein ansprechendes Restaurant finden konnten begaben wir uns schlussendlich in den Food Court im fünften Stock des EKZ. Die Anzahl an Restaurants war enorm, beschränkte sich aber fast ausschließlich auf Fast Food Ketten. 🙈 Noch dazu waren die Meisten davon gerade im Begriff zu schließen weswegen wir uns am Ende notgedrungen für ein Burgermenü bei „Wendys“ entschieden. Unser erster Burger bei dieser gehypten amerikanischen Kette war auch nicht besser als die der Konkurrenz und die 20 €, die wir dafür hinblättern mussten, waren das Geld definitiv nicht wert. 😕 Aber zumindest wurden wir davon satt. 

Unser Stellplatz an der Seilbahn 😀
Mit der ging’s auf den Cerro San Cristobal
Blick auf die Stadt sowie die Anden
Ganz schön dunstig 😯
Blick aufs moderne Banken- & Büroviertel
Wer findet den Tower?! 🤭
Endlich wieder Palmen! 🌴
Streetart 🎨

Nach einer super ruhigen Nacht schnappten wir uns am frühen Vormittag unsere Fahrräder um damit ins etwa sechs Kilometer entfernt liegende Zentrum zu fahren. Santiago verfügt über ein ausgezeichnetes Radwegenetz und so kamen wir nicht nur schnell, sondern auch sehr sicher und problemlos voran. Zuerst sahen wir uns in dem hübschen und gediegenen Café- und Trendviertel „Bellas Artes“ um. Von dort aus ging es weiter zum nahegelegenen „Cerro Santa Lucía“. Wir ketteten unsere Räder an dem Eingangstor fest und liefen zu Fuß die Stufen bis zum „Castillo Hidalgo“ hinauf von wo aus wir eine gute Rundumsicht auf die Stadt hatten. Als nächstes radelten wir zum „Mercado Central“, dem großen Fischmarkt. Dort kann man nicht nur fangfrischen Fisch sowie diverse Meeresfrüchte erwerben, sondern auch sehr gut und vor allem preiswert zu Mittag essen. Für schlappe 16 € aßen wir je einen sehr lecker würzigen, gebackenen halben Seehecht inklusive Salatbeilage sowie Reis bzw. Kartoffeln. Gratis dazu gab es nicht nur Weißbrot sowie zwei verschiedene Dips, sondern auch ein Glas „Pisco Sour“ und ein kleines Schälchen „Ceviche“. 😋 Bei „Emporio Zunino“ nahmen wir uns für abends noch zwei frische Empanadas mit bevor wir gut gestärkt erneut in die Pedale traten. Weiter gings in die Altstadt zur großen „Plaza de Armas“, an der sich unter anderem auch die Kathedrale sowie das historische Postamt befindet. Während der Kolonialzeit befand sich in der Mitte der Plaza wohl ein Galgen. Heute steht an dessen Stelle ein großer Springbrunnen zu Ehren des Befreiers „Simón Bolívar“. Von dort aus war es nur noch ein Katzensprung zu dem mächtigen, weißen Präsidentenpalast, dem dahinterliegenden Kunstzentrum welches sich in der alten Münzprägeanstalt befindet sowie der „Plaza de la Ciudadanía“ auf der die größte Flagge wehte dich ich bis dato in meinem Leben gesehen habe. 😮 Anschließend schauten wir uns noch in „klein Europa“ um. Zwischen den Kopfsteinpflastergassen „París“ und „Londres“ befindet sich ein hübsches kleines Viertel, welches durch alte Herrschaftshäuser aus den 1920er Jahren im europäischen Stil geprägt ist. Vor der Hausnummer „Londres 38“ erinnert ein Mahnmal sowie Stolpersteine auf dem Boden an das dort während der Pinochet-Diktatur untergebrachte Folterzentrum. Hier beendeten wir dann auch unseren ersten Sightseeing Tag und radelten mit einem Rucksack voll neuer Eindrücke zurück zum Van. Bisher schaffen wir es alles in allem tatsächlich sehr gut uns mit den idealen Reisezeiten zu bewegen so dass wir uns über angenehm warmes, aber nicht zu heißes Wetter tagsüber so wie frische Nächte freuen durften. 👍

„Castillo Hidalgo“ auf dem „Cerro Santa Lucia“
Blick vom Hügel auf die Stadt 🏙
Die Kunstakademie
Mittagsmahl auf dem Fischmarkt 😛
Mein erster Pisco Sour 🥂- schmeckt lecker!
Fisch zu kaufen gab‘s hier natürlich auch
Weiter ging’s zur Kathedrale
Auf der Plaza de Armas
Noch eine Kathedrale?! 🤔
Der Präsidentenpalast
Was für eine gigantische Flagge! 🇨🇱
Unterwegs im Altstadtviertel
Zwischen London und Paris 😅

Freitags nutzten wir erneut die Räder um zum zweiten Mal in die Innenstadt zu fahren. Wir durchquerten das Einwandererviertel „Patronato“ in dem es zahlreiche asiatische, aber auch arabische Shops sowie Restaurants gibt. Im gleichen Viertel liegt auch der unheimlich große Markt „La Vega“. Die Markthalle erstreckt sich über ein ganzes Quadrat und bietet eine riesige Fülle an frischem Obst und Gemüse. Aber auch Fleisch, Wurst und Käse sowie Haushaltswaren sind dort erhältlich. Da wir unsere Fahrräder nirgends unbeobachtet anketten wollten blieb Simon bei ihnen während ich tatsächlich drei Mal eine Runde durch die vielen Gänge drehte: Einmal zum Filmen, dann zum Einkaufen und ein letztes Mal zum Fotografieren. 😂 Nicht nur auf dem Markt, sondern generell in Chile fiel mir bereits mehrfach auf, dass wir mit unserem Aussehen wohl extrem als „Gringos“ aus der Masse herausstechen. Nicht nur, weil der Begriff tatsächlich schon das eine oder andere Mal im Vorbeilaufen gefallen ist sondern hauptsächlich, weil die Blicke an einem haften bleiben. Meist folgt darauf die Frage ob ich aus Brasilien sei was ich jetzt einfach mal aus Kompliment werte, da Brasilianerinnen ja gemeinhin als schön gelten. 😄 Und nach dem ich mir endlich diverse argentinische Floskeln angeeignet habe scheint diese in Chile plötzlich keiner mehr zu verstehen oder verstehen zu wollen. Dem Marktgewusel überdrüssig machten wir uns noch einmal auf den Weg ins hippe Viertel „Bellas Artes“. Dort fanden wir relativ schnell ein nettes Lokal mit einem preiswerten und tatsächlich sehr leckeren Mittagsmenü. Für gerade einmal 6 € teilten wir uns die große Portion bestehend aus Baguette mit Tomaten-Salsa, in der Pfanne geschwenkte, würzig marinierte Hähnchenstreifen mit Gemüse, dazu Pommes und Reis plus Getränk. 👍 Als süßen Abschluss gab es dann noch drei cremige Kugeln Eis bei „Emporio La Rosa“. Auf Grund der Mittagshitze unternahmen wir noch einen kurzen Abstecher in das moderne Kunstmuseum „Gabriela Mistral“. Das Gebäude erinnert von außen an eine rostige Käsereibe und bietet zwei kostenfreie, wechselnde Ausstellungen. In einer davon wurde die Verletzung der Menschenrechte in Chile angeprangert, insbesondere bei Protesten und Demonstrationen und passenderweise sahen wir auf dem Rückweg zum Van einige schwer gepanzerte, schon etwas mitgenommene Polizeifahrzeuge in der Stadt. Wobei wir nach den zwei Tagen sagen können, dass wir uns in Santiago zu keiner Zeit unsicher gefühlt haben und vor allem mutet die Metropole überhaupt nicht als solche an. In der Innenstadt und auf den Straßen, von der mehrspurigen Stadtautobahn einmal abgesehen, war an und für sich auch nicht mehr los als in unserem kleinen Karlsruhe. 😀

Unterwegs in den Markthallen
Obst und Gemüse im Überfluss 🍌🍇🍎
Aber auch Nüsse und Trockenfrüchte gab es
Hülsenfrüchte, Mehl und Gewürze
Braucht wer Eier?! 😳
Konserven und Öle finden sich hier ebenfalls
Ob’s die Katze auch zu kaufen gibt?! 😜
Kein Wunder regte sich danach bei uns der Hunger
Post it Kunstwerke im Museum „Gabriela Mistral“ 👍🏻
Der krönende Abschluss des Tages 🍧

Den Folgetag verbrachten wir fast ausschließlich in Südamerikas größtem Shoppingcenter, dem „Costanera Center“. Zu Fuß waren es von unserem tollen Stellplatz aus keine 10 min. bis zu dem irrsinnig großen Einkaufstempel. Auf fünf Etagen gibt es quasi alles was das Herz begehrt wobei man sagen muss, dass die Aufteilung tatsächlich sehr übersichtlich ist. Eine Etage für Damenbekleidung, eine weitere für Herren. Darauf folgt eine Etage mit allen erdenklichen Sport- und Outdoormarken und die Nächste bietet alles für den Haushalt. Sogar ein Baumarkt sowie ein großer Autohändler und natürlich ein gigantisch großer Supermarkt sind dort vertreten. 😮 Als sich der Hunger regte besuchten wir noch einmal die große Food-Meile im Obergeschoss. Wir teilten uns eine mexikanische Kombo sowie eine kleine Pizza (für welche ich Ewigkeiten anstehen musste) und gönnten uns danach noch je einen Becher frozen yoghurt mit diversen Toppings. 😋 Für mich gab es im Decathlon außerdem noch eine neue Leggings. Und da unser kleiner, in Brasilien gefundener Fußball in Paraguay abhandenkam kauften wir uns außerdem noch einen neuen Mini-Basketball. Ursprünglich hatten wir vor, pünktlich zum Sonnenuntergang mit dem Aufzug in den 61. Stock des „Gran Torre Santiago“ zu fahren welcher vom EKZ aus zugänglich ist. Bis wir jedoch den Supermarkt verließen um das Joghurt noch schnell in den Kühlschrank im Van zu bringen standen die Uhrzeiger bereits auf halb sieben. 🙈 Kurzum entschieden wir also, unseren Aufenthalt in Santiago noch um einen weiteren Tag zu verlängern und verschoben den Tower auf den nächsten Abend. Dank unseres Internetpaketes und dem richtig schnellen 5G Netz konnten wir später im Van noch den neuen „Avatar“ anschauen. Falls ihr den Film noch nicht gesehen haben solltet können wir hiermit eine klare Empfehlung dafür aussprechen. 😉

Der „Gran Torre Santiago“ ist Teil des EKZ
Mit 300 m das höchste Gebäude des Kontinents
Im „Costanera Center“ kann man shoppen was das Zeug hält (oder bis die Kreditkarte glüht…)

Am Sonntag verließen wir am späten Mittag unser Zuhause um uns in der näheren Umgebung nach einem netten Restaurant umzuschauen. Im schicken Büro- und Bankenviertel hatten tatsächlich, trotz Wochenende, diverse Lokale offen und wir ließen uns schlussendlich auf der Terrasse eines neu eröffneten peruanischen Restaurants nieder. Simons Wahl fiel auf Fischfilet mit Pommes und ich entschied mich für eine sehr leckere und riesengroße Portion Meeresfrüchterisotto. 🥘 Nach dem Essen vertraten wir uns noch ein wenig die Beine in dem wir durch die umliegenden Quadrate sowie einen kleinen, von modernen Skulpturen gespickten Park schlenderten. Von dort aus war es nur noch ein Katzensprung ins Einkaufszentrum, wo wir uns notgedrungen noch einmal in ein paar Läden herumdrückten bis der Abend nahte. Gegen 18:30 Uhr holten wir uns dann die Tickets für die Aussichtsplattform „Sky Costanera“, welche am Wochenende leider 5 € mehr und somit 16 € p.P. kosteten. 🙈 Innerhalb weniger Sekunden katapultierte uns der große Aufzug, welcher pro Sekunde 7 Höhenmeter überwindet, in das 61. Stockwerk des rundum verglasten Towers. Oben angekommen erwartete uns ein atemberaubender Anblick welcher uns kurz die Sprache verschlug. Zu unseren Füßen lag die von den Anden eingekesselte Megametropole Santiago de Chile. Wir machten unzählige Foto- und Videoaufnahmen und beobachteten dabei, wie die Sonne langsam unter und die Lichter der Stadt angingen. 🤩 Außerdem konnte ich einer Reiseführerin lauschen die einige sehr interessante Fakten über den „Gran Torre Santiago“ zum Besten gab:

  • Mit 300 Metern ist der Turm das höchste Gebäude Südamerikas
  • Er befindet sich im neuen Banken- und Büroviertel welches um 1990 entstand
  • Das zweithöchste, danebengelegene Gebäude wirkt mit 205 Metern Höhe winzig
  • Der Turm hat 62 Etagen und bietet fast 130.000 qm² Bürofläche 
  • Entworfen wurde das Gebäude vom Architekten der Petronas Towers in Kuala Lumpur
  • Die Bauzeit erstreckte sich über acht Jahre, von 2006 bis 2014
  • Eigentümer ist ein Deutscher welchem auch die „Cencosud“ Märkte in Chile gehören
  • Die Aussichtsplattform „Sky Costanera“ befindet sich in der 61. und 62. Etage
  • Bei Erdbeben, die in der Region völlig normal sind, spürt man diese mit jeder Etage weniger. Allerdings muss das Gebäude bei einer Erschütterung trotzdem evakuiert werden uns zwar über das Treppenhaus. Bei den jährlichen Übungen brauchte der schnellste Feuerwehrmann wohl 15 Minuten. Der schnellste, in Panik geratene Besucher schaffte es hingegen wohl sogar in 8 Minuten
  • Das Dach ist nach oben hin offen so dass sowohl Regen als auch Schnee direkt auf den Fußboden fällt. Da dieser zur Mitte hin abschüssige ist fließt das Wasser in Drainagen und wird ins fünfte Untergeschoss geleitet wo es für die Klimaanlagen aufbereitet wird
  • Der höchste, schneebedeckte Gipfel der umliegenden nahen Anden ist über 5.000 Meter hoch
Unser leckeres Mittagessen 😋
Ab in den Aufzug und hoch auf den Tower!
Was für ein Panorama! 😮
Diesmal sah man die Anden deutlicher
Hier sieht man gut die Autobahn „Costanera Norte“
Langsam geht die Sonne unter …
Der absolute Wahnsinn…
Das letzte Sonnenlicht geht…
Und die Lichter gehen an 💡
Blick auf die gegenüberliegenden Hochhäuser
Million Dollar View 💵
Adiós Santiago de Chile – schön war’s! 😊

Mit Beginn der neuen Woche sagten wir „adiós Santiago“ und verabschiedeten uns von dem sagenhaft ruhigen, sicheren und doch zentralen Stellplatz an der Seilbahn. Wir fuhren über die Stadtautobahn bis zu einer nahegelegenen „Copec“ Tankstelle um dort den Schmutz der letzten Tage unter der heißen Dusche abzuwaschen. 😅 Nach einem kleinen Mittagssnack ging es dann noch knapp 100 Kilometer weiter bis nach „Valparaíso“. Die Stadt an der Pazifikküste ist vor allem für ihre Straßenkunst sowie die vielen steilen Treppen und Standseilbahnen berühmt. Allerdings scheint sie aber auch nicht ganz ungefährlich zu sein. Zumindest wird vor häufigen Taschendiebstählen sowie Einbrüchen in Camper gewarnt. 🙈 Wir hatten vorab online einen bewachten Parkplatz innerhalb der Stadt ausgekundschaftet welcher uns als Übernachtungsplatz jedoch so rein gar nicht gefiel. So fuhren wir postwendend aus der wirklich sehr „abgeranzt“ wirkenden Stadt heraus und ins unweit gelegene, hübschere „Vina del Mar“ hinein. Dort parkten wir unseren Van an der relativ ruhig wirkenden Uferpromenade von wo aus wir einen traumhaften Blick auf einen wirklich unbeschreiblich schönen Sonnenuntergang hatten. Zumindest für die Nacht erschien uns das Plätzchen sicher. Ob und wie wir am nächsten Tag „Valparaíso“ erkundet haben erfahrt ihr dann im nächsten Beitrag. 😉

Kein Filter – ich schwöre es!

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