NEW BLOG POST 🇧🇷 (26.08. – 01.09.2022) Sao Sebastiao – Paraty

Wir konnten tatsächlich drei volle Tage und Nächte auf unserem schönen Stellplatz in Boicucanga, dem Vorort von Sao Sebastiao, verbringen und erstmals unser SUP von Paddelbrett ausprobieren. Das Stehen auf dem Board klappte bei mir auf Anhieb, nur das Wenden und Manövrieren will noch gelernt werden. 😎 Wir genossen die Auszeit am Strand sehr, zumal ja alle Annehmlichkeiten fußläufig erreichbar waren. Und in der Shopping Mall war sowohl am Freitag als auch am Samstagabend für kostenlose Unterhaltung in Form von richtig guter live Musik gesorgt. Bei den örtlichen Fischverkäufern investierten wir 15 € in ein Kilo Garnelen, welches uns für drei leckere Mahlzeiten reichte. 🍤

Ein Deutscher aus Hamburg, der vor 20 Jahren nach Brasilien auswanderte, wurde auf unseren Van aufmerksam und sprach uns an. Er erzählte uns ein wenig von seiner Lebensgeschichte, inklusive seiner getrenntlebenden Frau und Tochter in Sao Paulo, und wie schwer es für ihn ist seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Nicht zuletzt auf Grund der hohen Unterhaltszahlungen die er für seine Tochter zu leisten habe. Im Durchschnitt verdient ein Brasilianer, laut seiner Aussage zumindest, ca. 1.000 Reals was in etwa 200 € entspricht. Davon geht die Hälfte, also 500 Reals bzw. 100 €, für die Miete drauf. Bleiben noch 100 € um das alltägliche Leben zu bestreiten. 🤔 Bei Lebensmittelpreisen im Supermarkt, die sich kaum von denen bei uns Zuhause unterscheiden wundert es nicht, dass zum monatlichen Grundgehalt eines Brasilianers eine große Kiste („cesto basico“) mit Grundnahrungsmitteln wie z.B. Reis, Mehl und getrockneten Hülsenfrüchten gehört. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass zumindest etwas bei den Familien ankommt und das Geld nicht anderweitig (z.B. für Alkohol oder Snacks) verschwendet wird. An ein Auto geschweige denn dessen Unterhalt oder ein Essen in einem „richtigen“ Restaurant ist für den Großteil der Bevölkerung somit gar nicht zu denken. 😢

Er gab uns auch noch ein paar gute Tipps für die nähere Umgebung und so verließen wir am Sonntag, den 28.08.22 unseren Stellplatz am Strand und fuhren auf einen nahegelegenen Parkplatz am Waldrand. Der war zwar Wider seiner Aussage nicht kostenfrei, aber der ideale Ausgangspunkt für eine etwa zweistündige Wanderung durch den dicht bewachsenen, grünen atlantischen Regenwald. Der Weg führte zu insgesamt drei schönen Wasserfällen, alle mit Bademöglichkeit. Allerdings war das Wasser extrem frisch und lediglich Simon nahm ein ganz kurzes, reinigendes Bad. 😃🛁 Ich zog die Dusche am Parkplatz vor, wenn gleich diese vermutlich nicht minder kalt war. Aber zumindest konnte ich dort auch gleich noch meine Haare waschen und Simon rasierte mir zuvor noch meinen undercut nach. Was man auf Parkplätzen nicht so alles machen kann! 🤣 Nachmittags zog sich der Himmel zu und es begann leicht zu nieseln. Wir fuhren noch einige wenige Kilometer in Richtung Sao Sebastiao bis zu einem Parkplatz in direkter Strandnähe, an dem sich auch ein kleiner Kiosk (mit WLAN) sowie ein Restaurant (mit Toilette) befand und verbrachten dort die Nacht.

Gestern Abend trafen wir auf dem besagten Parkplatz in dem Örtchen „Toque Toque Pequeno“ noch Oliver, Inhaber der schönen Pousada (= Pension) „Aparas“. Oliver quatschte mich in perfektem Deutsch an weil er vermutete, dass ich zu dem geparkten Van gehöre. Richtig geraten. 😉 Es stellte sich schnell heraus, dass er als Sohn deutscher Auswanderer aus Detmold in NRW in Brasilien geboren wurde, aber immer mal wieder einige Jahre in Deutschland verbracht hatte. Seit zwanzig Jahren führt er nun mit seiner Frau Carla die hübsche Pension mit 19 Zimmern in direkter Strandlage, inklusive schöner Gartenanlage mit Pool und Massage- bzw. Saunahäuschen. Ein Zimmer inkl. Frühstück kostet dort unter der Woche 300 Real was in etwa 60 € entspricht. Nach dem er einige Schwenks aus seinem Leben bzw. von seinen Reisen zum Besten gegeben hatte, lud er uns noch für den nächsten Morgen zum Kaffee oder Frühstück in seine Unterkunft ein. Da es in der Nacht zu regnen begonnen hatte und es mitunter noch kräftig regnete als wir bereits aufgestanden waren, nahmen wir die Einladung gerne an und besuchten ihn und seinen Vater noch auf eine Tasse Kaffee inklusive kleinem Rundgang durch die Pousada. Als wir Oliver verließen hatte der Regen aufgehört und wir fuhren noch einige Kilometer bis Sao Sebastiao. Er hatte uns dazu geraten, weder die Ilha Bela noch Ubatuba oder Paraty zu Gunsten der Durchfahrt nach Rio de Janeiro links liegen zu lassen. Wir folgten seinem Tipp und parkten unseren Van in Sao Sebastiao ganz in der Nähe der Inselfähre bei der Parkanlage, bei welcher praktischer Weise auch die lokale Polizei stationiert war. So stand einer mega ruhigen und noch dazu super sicheren Nacht nichts im Wege. 😌 Gegen später gesellte sich auch noch ein Overlanderpaar aus Paris mit ihren zwei kleinen Kindern (1 und 4 Jahre alt) in ihrem 4×4 Sprinter Hymer Grand Canyon dazu.

Am folgenden Morgen war es zwar trocken, aber zum Teil immer noch stark bewölkt und ab und an nieselte es auch mal ganz kurz. Trotz allem nahmen wir mal die Räder vom Auto und fetteten erst einmal die Ketten, die bereits nach knapp drei Wochen Reise durch die Ausfahrten am Strand und die feuchte Luft schon stark rostig waren. 😮 Wir frühstückten gemütlich und beobachteten derweil das Wetter. Als es über der Ilha Bela etwas heller wurde packten wir dann doch den Rucksack und machten uns auf zur Fähre. Für Fußgänger und Radfahrer war die 15minütige Überfahrt zur Insel sogar kostenfrei. 👍 Dort angekommen folgten wir dem gut ausgebauten Radweg immer an der Küste entlang bis zu dem kleinen Örtchen „Vila“ mit historischem Ortskern. Der Radweg bog hier wohl irgendwo von der Küste ab und so entschieden wir kehrt zu machen und fuhren in Richtung Fähre zurück. Auf dem Rückweg kauften wir bei einem Fischer noch vier schöne, große Langustinen für das Garnelen-Risotto am Abend. 😛 Die Ilha Bela heißt auch Insel der Wasserfälle, weil es dort insgesamt 360 davon gibt. Also kann man in einem Jahr quasi jeden Tag einen anderen besuchen. Da wir jedoch die Räder dabeihatten und diese zum Wandern nicht einfach irgendwo abstellen wollten, traten wir wieder den Rückweg mit der Fähre an. Gerade rechtzeitig wie sich herausstellte! Wieder am Van angekommen schlug das Wetter erneut um und die Insel hing wieder in dichten Wolken. So konnten wir getrost die Weiterfahrt nach Ubatuba antreten (ca. 70 km), wo wir auch relativ schnell einen schönen Stellplatz für die Nacht fanden. Erneut direkt am Wasser mit Blick auf die bunten Fischerboote. 🚤

Am Morgen parkten wir unseren Van um, einige hundert Meter näher ans Zentrum und die Promenade. Von dort aus machten wir uns zu Fuß auf die Suche nach einer Bäckerei, weil es in Ubatuba gute traditionelle Bäcker geben sollte und wir wurden tatsächlich schnell fündig. 😃 Also ging es erst einmal wieder zurück zum Auto, um dort unsere soeben erstandenen Brötchen zu verspeisen. Unsere von Zuhause mitgebrachte Marmelade war leider schon leer und hier kostet ein kleines 250 ml Glas tatsächlich zwischen 4 und 5 €. 😮 Deshalb begnügen wir uns im Moment mit süßer „dulce de leche“ Karamell und Schoko bzw. Käse und Schinken. Frisch gestärkt machten wir uns wieder auf in Richtung Zentrum, diesmal am Strand entlang. Ubatuba liegt wirklich sehr malerisch, wie aus dem Reisekatalog. Breiter Sandstrand, ruhiger Atlantik, im Hintergrund sowie mit Blick übers Meer auf den Horizont überall tropische Berge. Wir fühlten uns hier tatsächlich etwas an Krabi in Thailand erinnert, nicht zuletzt auch wegen der bunten Fischerboote. 🥰 Das Zentrum ist recht überschaubar und sehr schön angelegt. An den vielen Restaurants ist deutlich zu erkennen, dass hier im Sommer wohl Hochbetrieb herrscht. Die Stadt liegt übrigens am Wendekreis des Steinbocks und begrüßt somit als Erste in Südamerika am 21./22. Dezember jeden Jahres den Sommer. Passender Weise ist mein Sternzeichen der Steinbock und ich war nun sowohl schon in Australien als auch in Südamerika am Wendekreis des Steinbocks. 😛 Nach unserem Stadtrundgang fuhren wir in Richtung Trindade, wo es angeblich die schönsten Strände von ganz Brasilien geben soll. An einem davon schlugen wir unser Nachtlager auf und der Atlantik zeigte sich hier mal wieder von seiner raueren Seite: Die Wellen tosten die ganze Nacht über recht laut und hörbar. Vermutlich auch deshalb, weil rund um den Strand große Felsen liegen. Ähnlich wie auf den Seychellen. 🏝 Abends durften wir den Sonnenuntergang und morgens früh gegen 6:30 Uhr auch noch den Sonnenaufgang bestaunen. 🌅

Wir genehmigten uns nach dem schönen Sonnenaufgang noch einen Kaffee und fuhren anschließend 20 km weiter nach Paraty. Glücklicherweise fanden wir direkt einen Parkplatz vor der örtlichen Polizei, unweit vom Zentrum. So brauchten wir erneut keine Fahrräder sondern konnten den historischen Altstadtkern mit seinem unregelmäßigen Kopfsteinpflaster gemütlich zu Fuß erkunden. Paraty liegt unweit von Ubatuba und so war die Kulisse hier ähnlich schön: Sandstrand, Meer, ein breiter Kanal bis in die Stadt hinein und das Ganze umrandet von tropisch grünen Bergen. 🏝🏖☀ Da wir heute so früh aufgestanden waren blieb noch genug Zeit und so entschieden wir uns, noch am selben Tag die verbleibenden 250 km bis Rio de Janeiro durchzufahren. Mehr dazu dann im nächsten Blog Beitrag. 😉

NEW BLOG POST 🇧🇷 (18. – 25.08.2022) Blumenau – Sao Sebastiano

Von unserem Besuch in Blumenau waren wir etwas enttäuscht. Die brasilianische Großstadt im Süden des Landes wurde zwar im Jahr 1850 von deutschen Einwanderern gegründet wovon einer der Namensgeber war. Aber bis auf ein paar Fachwerkhäuser in der Altstadt lässt wenig auf die deutschen Wurzeln schließen. Und natürlich das große Oktoberfestgelände, welches alljährlich von Anfang bis Mitte Oktober Millionen von Besuchern anzieht. Auf dem Partyareal gibt es Biergärten, die typischen Klischee-Souvenirs und auch ein bisschen Ballermann-Musik darf natürlich nicht fehlen. 😂 Ansonsten hatten wir aber den gleichen Eindruck wie von vielen anderen Städten auch: Überall Werbereklametafeln, Auto- und Reifenwerkstätten, Schnellimbisse und Supermärkte. Kann man also getrost sein lassen…

Von dort aus fuhren wir noch ca. 20 km weiter bis nach Pomerode. Laut Reiseführer soll in der Kleinstadt noch relativ häufig Deutsch gesprochen werden. Und tatsächlich! Als wir den ausgewählten Stellplatz für die Nacht auf dem dortigen Festgelände ansteuerten bemerkten wir schnell die Aufbauarbeiten die dort im Gange waren. Es dauerte nicht lange bis uns jemand auf dem Parkplatz ansprach. Allerdings, wie so häufig hier, nur auf Portugiesisch. Was übrigens niemanden daran hindert, uns trotzdem quietsch vergnügt seine halbe Lebensgeschichte zu erzählen obwohl wir deutlich machen, dass wir kein Wort verstehen. 😅 Er schickte aber einen anderen Mann zu uns der zu unserer Verwunderung tatsächlich sehr flüssig und gut verständlich Deutsch sprach! Den zugrunde liegenden Dialekt konnten wir allerdings nicht eindeutig zuordnen. Auf jeden Fall erzählte er uns, dass hier ab dem morgigen Freitag das ganze Wochenende über ein „Schaffest“ stattfinden würde. Wir durften freundlicherweise für die Nacht dort stehen bleiben und sowohl das freie WLAN als auch die Sanitäranlagen nutzen. Er bat uns lediglich darum, am nächsten Morgen zeitig weiter zu fahren, weil bald Camper auf den Platz fahren würden die für die Stellplätze bezahlt hätten.

Gesagt, getan! Nach dem morgendlichen Kaffee fuhren wir vom Platz und parkten unseren Van direkt an dem kleinen Stadtpark hinter dem Stadttor. Wir wollten gerade frühstücken, als zwei brasilianische Reisebusse quasi vor unserer Tür hielten. Es gab neugierige Blicke in unsere Richtung und wie wir später feststellen durften, folgen uns nun auch einige der Damen und Herren auf Instagram. 😉 Zu Fuß begaben wir uns in Richtung der wirklich sehr schönen und beschaulich ruhigen Innenstadt. Hier fühlten wir uns tatsächlich etwas an die Heimat erinnert. Sicherlich nicht zuletzt deshalb, weil wir uns bereits mit einigen Einwohnern in sehr gutem Deutsch unterhalten hatten. Wobei uns die Restaurant- und Ladenzeile auch stark an Dänemark erinnerte. Alles war sehr liebevoll, detailreich und ordentlich gestaltet. Das Fest am Abend wollten wir uns natürlich keinesfalls entgehen lassen weshalb wir den strahlend blauen Himmel und die wärmenden Sonnenstrahlen am Nachmittag im Park genossen. Gegen 18 Uhr wurde es plötzlich unruhig um uns herum und erneut waren wir wohl ungewollt mitten im Zentrum des Geschehens gelandet! Schnell stellten wir fest, dass sich hier anscheinend die Bewohner für eine Prozession zum Festgelände zusammenfanden. Viele in Lederhose bzw. Tracht und auch die verschiedensten Gefährte trafen ein. Nach dem wir uns in Ruhe umgeschaut hatten entschieden wir, schon mal zum Fest vorzugehen um das Eintreffen der Meute von dort aus zu beobachten. Es war wirklich ein tolles Spektakel, den Einlauf der einzelnen Gruppen zu verfolgen und auch die Tierschau dort war für uns sehenswert. Vom bunten Ziervogel über gewöhnliches Federvieh bis hin zu den namensgebenden Schafen des Fests aber auch Kühen und Schweinen war fast alles vertreten. 😃 Mit unserer Spekulation auf „gute“ deutsche Festküche lagen wir allerdings falsch. Es gab zwar reichlich Bier aber die verschiedenen frittierten Köstlichkeiten bzw. Pommes mit Bacon und Cheddar trafen nicht ganz so unseren Geschmack aber was solls! Wir schauten uns noch kurz die brasilianische Live-Band an und machten uns dann auf den Rückweg zum Van weil es zwischenzeitlich leider wieder verdammt kalt und entsprechend ungemütlich wurde. Wir hatten eine sehr ruhige Nacht auf dem Theater-Parkplatz in Pomerode, zusammen mit mehreren inländischen Campern. Viele davon waren übrigens ebenfalls in einem Renault Master unterwegs. 😊

Versammlung des Festzuges
Einlaufen der Gruppen auf dem Fest „Pomerlamm“
Die namensgebenden Tiere waren auch anwesend 😜
Pommes 🍟 mit bacon 🥓 und cheddar 🧀

Am Samstagmorgen brachen wir direkt auf in Richtung Curitiba. Heute hieß es mal wieder Strecke machen und bis dahin lagen rund 250 km vor uns. Da wir nur die mitunter kurvige Landstraße nutzen konnten und diese durch viele Dörfer führte, zog sich die Fahrt entsprechend lange hin. In Curitiba angekommen starte dann mal wieder die nervige Suche nach einem geeigneten und sicheren Parkplatz. 🙄 Nach längerem hin- und hergekurve landeten wir an einem Parkplatz direkt vor der hiesigen Markthalle. Simon war bis dahin allerdings so entnervt von dem rumgeeiere in der Stadt so dass wir ohne Stopp direkt zurück auf die Autobahn fuhren. 🙈🙉🙊 Vielleicht sollten wir Städte, von denen wir sowieso nichts Genaues wissen, künftig einfach sein lassen… Spart Zeit, Geld und Nerven! Wir fuhren noch einige Kilometer bis zum Posto Pelanda auf 750 m Höhe. Hier war es relativ frisch und neblig feucht weshalb wir es uns im Van gemütlich machten. Dank Standheizung hatten wir es beim YouTube schauen und kochen (es gab Pasta mit Tomatensauce & Thunfisch) auch kuschelig warm. Trotz all der LKWs um uns herum und der Nähe zur Autobahn schliefen wir erstaunlich gut und auch relativ lange. 👍

Am folgenden Morgen war der Himmel zwar etwas heller aber draußen war es immer noch recht ungemütlich. So ließen wir es langsam angehen und blieben erst einmal am Posto: Simon hatte Zeit um am neuen YouTube Video zu basteln. Ich machte mich auf die Suche nach einem eBook Reiseführer über Brasilien und konnte sogar den von mir geliebten Lonely Planet herunterladen. 😃 Unser Südamerika Reisführer gibt für dieses riesengroße Land einfach zu wenig her und bei der (sehr vagen) Planung der Reise ging ich noch davon aus, dass wir Brasilien auf Grund der massiven Distanzen wenn überhaupt nur anschneiden werden. Weit gefehlt! Wir sind mittlerweile nur noch knapp 300 km von Sao Paulo entfernt und ich hoffe, dass ich ab sofort künftig besser guiden kann und wir mehr Stopps einlegen können. Nach dem leckeren Omelette mit Gemüsefüllung ging es dann wieder zurück auf die Autobahn uns es lagen erneut gute 250 km bis zu unserem nächsten Ziel, dann endlich wieder an der Küste, vor uns.

Am ca. 60 km langen Strandabschnitt „Litoral“ bei Sao Paulo fanden wir in der Nähe der Ortschaft „Itanhaém“ ein traumhaft ruhiges Fleckchen unter schattigen Bäumen. 😊 Mal wieder direkt am endlos langen und breiten Sandstrand. Also eines muss man den Brasilianern wirklich lassen: Strände können sie! 👍 Alle scheinen dem Postkartenidyll direkt entsprungen zu sein. Blitz blank sauber, selbst Muscheln sieht man kaum. Von Krebsen, Quallen, Steinen und Gott sei Dank auch Müll ganz zu schweigen. Alle sind einfach wie gemalt: Endlos lang, breit und dank der off season schön leer. 🥰 Nach unserem Spaziergang am Morgen gab es leckere Pfannkuchen mit Nutella und Banane zum Frühstück und im Anschluss feierten wir eine Premiere: Mit den Fahrrädern am Strand entlang! Was für ein Spaß, durch das seichte Wasser und die Pfützen zu fahren. 🚲 Wir waren gute 20 km am Strand unterwegs und hätten noch viele Kilometer mehr bis zu dessen Ende fahren können.

Schöner Stellplatz direkt am Strand 🏖 von Litoral
Mango-Joghurt mit frischer Kokosnuss 😛

Die Nacht an unserem wunderschönen Stellplatz war ruhig und am Morgen gab es einen herrlichen Sonnenaufgang zu sehen. 🌅 Nach dem morgendlichen Strandspaziergang, bei welchem wir noch eine eisgekühlte frische Kokosnuss erwerben konnten, machten wir uns auf den Weg in Richtung Santos. Dort hatte ich auf maps.me eine Wäscherei ausfindig gemacht und nach fast drei Wochen Reise wurde es langsam Zeit für den ersten Waschtag. Die auf der Karte ausgemachte konnten wir leider nicht finden, dafür entdeckten wir aber glücklicherweise per Zufall eine andere direkt an einer Tankstelle. Die Maschine Wäsche kostete 15 Real (= 3 €) inkl. Waschmittel und war nach 35 Minuten sogar schon fertig. Für den Trockner mit einer Laufzeit von 45 Minuten wurde der gleiche Preis fällig. Allerdings war die Wäsche nach der ersten Runde noch recht klamm und so investierten wir weitere 15 Real und warteten derweil geduldig nebenan in unserem Van. Ist schon oft wirklich sehr praktisch, sein zu Hause quasi immer dabei zu haben. 🥰 Es war schon später Nachmittag bis wir mit der Wäsche fertig waren und da hier aktuell immer noch Winter ist, wird es schon relativ früh gegen 18:30 Uhr dunkel. Wir entschieden also, an den Anfang der Promenade zu fahren und dort auf dem großen öffentlichen Parkplatz zu parken. Wir liefen noch eine kleine Runde, um uns einen Überblick zu verschaffen. Auf dem Rückweg zum Van wurden wir bereits von französischen Auswanderern erwartetet, deren Sohn glücklicherweise Spanisch sprach so dass wir uns verständigen konnten. Sie hatten unseren Van wohl aus ihrer Wohnung im Hochhaus gegenüber erspäht und wurden neugierig. Vermutlich haben sie uns auf Instagram ausfindig gemacht und uns so erkannt. 😅 Wir fragten nach einem sicheren Stellplatz für die Nacht und sie meinten, wir sollten am besten hier stehen bleiben. Hier patroulliert die Polizei regelmäßig und es hängen Kameras rundum. So gingen wir nach unserem Abendessen mit einem guten Gefühl ins Bett. Wir schliefen, wie so meist, relativ früh ein und wurden nachts gegen 0:30 Uhr aus dem Schlaf gerissen. Es klopfte zweimal an der Tür und durch den Vorhangschlitz konnten wir Blaulicht (was hier tatsächlich Rotlicht ist) erkennen. Wir stellten uns tot da wir auch nicht angesprochen wurden und warteten, bis die Luft wieder rein war. Vermutlich wollte man sich einfach nur vergewissern, ob alles ok ist. Vielleicht lag es auch nur daran, dass der Parkplatz von 8:00 – bis 0:00 Uhr nur mit Parkscheibe besucht werden darf und unsere kurz nach Mitternacht abgelaufen war. Keine Ahnung… Auf jeden Fall entschieden wir Einstimmig, uns lieber vom Acker zu machen bevor wir eventuell noch Strafe zahlen müssten. Wir steuerten diverse Plätze an die uns aber alle nicht sicher erschienen. Gegen 1:45 Uhr fanden wir endlich einen guten Parkplatz, welcher ebenfalls von Flutlicht taghell erleuchtet und rundum mit Kameras versehen war. Noch dazu lag er vor einer Militäreinrichtung und so schliefen wir nach der nächtlichen Aufregung dann doch noch ziemlich gut. Rückblickend wären wir lieber noch einen Tag mehr an dem schönen Stellplatz am Strand geblieben aber hinterher ist man ja bekanntlich immer schlauer! 🙈🙉🙊

Wäscherei an der Tankstelle
Der vermeintlich sichere Stellplatz 🤷🏼‍♀️
Ob die Parkuhr das Problem war?! 🤔

Am Mittwochmorgen lachte die Sonne vom Himmel und zum zweiten Mal konnten wir direkt in die Shorts schlüpfen. 😎 Nach dem wir uns bei Tag umgeschaut hatten, wo wir denn jetzt des Nachts so genau gelandet waren frühstückten wir und fuhren dann zurück in die Stadt zum vorherigen, zentralen Parkplatz. Dort nahmen wir die Räder und fuhren damit die wirklich sehr schön angelegte Promenade entlang. Vor allem gab es endlich einmal richtig toll ausgebaute Radwege und auch die vielen Kanäle, die vom Meer in die Stadt (Santos liegt quasi auf einer Insel) führen erinnerten etwas an Amsterdam. Wir gönnten uns gegen Mittag noch je einen der typischen, brasilianischen Pastels (frittierte Teigtaschen – auch beim zweiten Mal nicht wirklich lecker) und machten uns danach wieder auf den Weg bzw. die Suche nach einem geeigneten Stellplatz am Strand. Leider kamen doch wieder deutlich mehr Kilometer zusammen (ca. 125) also uns lieb waren und auch die drei angesteuerten Plätze erwiesen sich leider als nicht tauglich. Als wir an Platz Nummer drei ankamen war es bereits dunkel und so fragen wir an einem Café nach, ob wir freundlicherweise auf ihrem Parkplatz übernachten dürften. Wir wurden erneut mit offenen Armen empfangen und durften bleiben. Ein fettes Dankeschön noch einmal an den Inhaber vom „Cheiro Verde“. 😍😍😍

Hier standen wir dann doch noch sicher & ruhig 😇
Radtour an der Promenade in Santos
Solarlampen im Park inkl. USB Buchsen 👍🏻
Mega cooles Kunstwerk auf einer Landzunge
Die gesamte Promenade war so schön angelegt 😀

Die Nacht war so lá lá, weil direkt gegenüber des Café Parkplatzes aktuell eine große Baustelle ist (weswegen der eigentlich dort vermutete Stellplatz auch nicht mehr existent war) und noch dazu die Straße neu geteert wurde, war die Nacht entsprechend laut und unruhig. Im Gegensatz zu Deutschland wird hier nämlich auch nachts an Straßenbaustellen gearbeitet! Mit dem hervorragenden Ergebnis, dass die komplette eine Fahrbahnseite der Durchgangsstraße bis zum Mittag topfeben fertig geteert war. Respekt! 👏 Bei Tageslicht konnten wir dann sogar noch einen idealen Stellplatz fast gegenüber ausmachen: Wir quetschten unseren Van zwischen Baustellenwand und Hausmauer und standen so sicher geschützt mit Blick auf Strand und Meer. 🏖🏝☀ Nach all der Aufregung der vergangenen zwei Tage legten wir einen super faulen Strandtag ein. Der Stellplatz scheint uns ideal denn in der Nähe befindet sich zudem ein Shopping-Center mit Supermarkt, Bäckerei, sanitären Anlagen und, ganz wichtig: WLAN. 😅 Somit hoffen wir, dass wir hier 2-3 Tage stehen bleiben können um uns ein bisschen zu erholen. Die ständige Fahrerei und Stellplatzsuche kostet nämlich mitunter nicht wenig Energie.

Übernachtung vorm Café „Cheiro Verde“
Den Stellplatz gegenüber hatten wir in der Dunkelheit gar nicht mehr bemerkt 🙈😅
Hier bleiben wir jetzt erst einmal! 😁

NEW BLOG POST 🇧🇷 (10. – 17.08.2022) Chuí – Florianópolis

Unser erster Grenzübertritt von Uruguay nach Brasilien verlief super schnell, unkompliziert und reibungslos. 😊

Nach dem wir beim Verlassen Uruguays zuerst den Grenzposten verpasst hatten und noch einmal wenden mussten, wurden wir von den Grenzbeamten dort sofort herzlich empfangen. Als wir die Frage nach unserem Herkunftsland mit „Deutschland“ beantworteten fragte der Beamte sofort, ob wir den Film von der Frau kennen würden welche mit dem Motorrad von Deutschland aus bis in den Iran gereist ist. Als Weltenbummler kannten wir die Reportage natürlich und konnten seine Frage somit bejahen. Allerdings mussten wir ihn enttäuschen als er sich aufgeregt erkundigte, ob wir denn ebenfalls einen derartigen Film über unsere Reise drehen würden. 😅 Auf jeden Fall stempelte er danach zügig unsere Pässe aus und schickte uns zum nächsten Beamten, bei welchem wir unser TIP (temporary import permit = Aufenthaltsgenehmigung für unser Fahrzeug) abgeben konnten. In der Grenzstadt Chuí, quasi Niemandsland zwischen Uruguay und Brasilien, suchten wir dann noch einen Supermarkt auf um unsere letzten Pesos loszuwerden. Danach ging es einige Kilometer weiter zum Brasilianischen Grenzposten. Hier war ebenfalls nichts los und glücklicherweise sprachen die Beamten dort sehr gut Englisch. In Null Komma nichts waren auch hier die Pässe eingestempelt und das TIP (kostenfrei) erstellt. Wir fuhren noch einige Kilometer gen Norden bis wir ein geeignetes, ruhiges Posto (= Tank- & Raststätte) an der Landstraße fanden um dort zu übernachten. Die Nacht war überraschend ruhig und wir wachten am nächsten Morgen ausgeruht auf.

Nach dem Kaffee machten wir uns zuerst auf die Suche nach einem Geldautomaten entlang unserer Route, weil für die anstehende Autobahnfahrt Mautgebühr anfallen würde und wir noch nicht im Besitz von Brasilianischen „Real“ waren. Auf den überschwemmten Feldern links und rechts neben der Straße konnten wir während der Fahrt dorthin sowohl einige Wasserschweine als auch Kaimane erspähen. Ich hoffe sehr, die Schweine sind zu groß um als Kaiman-Futter zu enden! 🙈 Wir stoppten bei der erstbesten Bankfiliale und staunten nicht schlecht, als wir zuerst durch einen Metalldetektor gehen mussten. Unsere Bemühungen am Geldautomaten waren leider erfolglos was von einem hinter uns stehenden älteren Herren wohl bemerkt wurde. Scheinbar teilte er einem Mitarbeiter mit, dass wir Probleme hätten welcher uns daraufhin freundlicherweise sofort zu Hilfe eilte. Glücklicherweise sprach er ganz gut Englisch und versuchte erneut mit uns Geld abzuheben – leider wieder ohne Erfolg. Auch dass Rat suchen seinerseits beim Manager half nicht weiter aber er hatte dann doch noch einen glorreichen Einfall: Der 24 Stunden ATM in der Apotheke daneben war unsere Rettung und wir hielten endlich die benötigte Währung in Händen. Dank der super netten und vor allem ungefragten Hilfe der Brasilianer. 😍 Wir stoppten noch kurz an einem Supermarkt und fuhren dann auf die Autobahn, um unsere erste von sicherlich noch vielen größeren Überlandstrecken Richtung Porto Alegre hinter uns zu bringen. Dort wollten wir uns am späten Nachmittag eigentlich noch die Markthalle anschauen. Als wir aber in einem Mob von Fußballfans landeten, wir diverse Böller hörten und in der Großstadt auf Anhieb auch keinen sicheren Parkplatz finden konnten fuhren wir direkt wieder von dannen. Leider ohne die sicherlich sehr schöne und große Markthalle gesehen zu haben… So steuerten wir erneut ein Posto an, diesmal direkt an der Autobahn gelegen. Entsprechend laut war die Nacht und zum Teil haben wir auch entsprechend schlecht geschlafen. Dafür standen wir sehr sicher und hatten an der Tankstelle bzw. dem Restaurant sowohl WLAN als auch sanitäre Anlagen.

Am nächsten Morgen ging es weiter zum ca. 165 km entfernten Nationalpark „APARADOS DA SERRA“ und dem Canyon „ITAIMBEZINHO“ mit bis zu 700 Meter hohen Steilwänden und diversen Wasserfällen. Zum Teil fuhren wir über unbefestigte Erd-Wege, welche unser Van und vor allem Simon als Fahrer mit Bravour gemeistert haben. Dort angekommen mussten wir leider feststellen, dass der von uns vermutete Eintrittspreis von 15 Real p.P. (= 3 EUR) wohl nicht mehr aktuell war. 😣 Stattdessen bezahlten wir stolze 50 Real (= 10 EUR) pro Kopf und auch die Parkgebühr lag nicht bei 5 Real (= 1 EUR) sondern 20 Real (4 EUR). Den Preis waren die beiden kurzen Wanderungen und auch die Ausblicke, wenn gleich sie schön waren, im Nebelwald nicht wert. Somit lernten wir auch heute wieder etwas dazu: Checke Eintrittspreise immer noch einmal vorab auf Aktualität. 🙈 Nach dem Besuch des Nationalparks machten wir uns wieder in Richtung Autobahn auf und übernachteten erneut an einem diesmal zum Glück etwas ruhigeren Posto.

Nach dem wir am darauffolgenden Vormittag erneut ausgiebig das verfügbare WLAN für YouTube, Blog und Instagram genutzt hatten hieß es erneut Strecke machen. Wir fuhren ca. 280 km bis auf die Ilha Santa Catarina bzw. der „Hauptstadt“ Florianópolis, oftmals entlang von überfluteten Reisfeldern. Da wir erst am späten Nachmittag dort ankamen und noch in Ruhe in unserem Van duschen wollten ließen wir die Stadt direkt links liegen und begaben uns umgehend zu einem super schönen, einsamen Stellplatz in den Sanddünen an der Atlantikküste. Vor uns lag ein wahnsinnig langer, breiter Traumstand fast für uns alleine und wir schliefen mit Meeresrauschen ein. 🥰

Am Sonntagmorgen gingen wir bei endlich richtig angenehmen Temperaturen, Sonnenschein und blauem Himmel den Strand entlang, bevor wir einen bewachten Parkplatz an einem zentral gelegenen Badestrand ansteuerten. Dort frühstückten wir erst einmal bevor wir die Fahrräder vom Auto holten. Mit diesen machten wir uns auf den Weg, um den „Lago de dentro“ zu Umrunden. Zumindest auf der einen Seite ging es auch immer am Seeufer entlang und wir konnten uns einen ersten Eindruck von dem entspannten Inselleben verschaffen. Hier reiht sich Geschäft an Geschäft und dazwischen immer wieder Bars, Restaurants und Cafés. Auch hier ist in der high season sicherlich viel Betrieb worauf auch die zahlreichen aktuell leerstehenden Hotels und Bungalows schließen lassen. Am Nachmittag steuerten wir einen neuen Stellplatz ganz im Nordosten der Insel an und nach einigem Suchen konnten wir auch ein schönes Fleckchen in den Dünen finden. Beim Erkundungsrundgang am Strand entdeckten wir einen Wanderweg, welcher den Berg hinaufführte. Da es erst 17 Uhr war entschieden wir uns, diesen direkt noch zu erklimmen und wir wurden mit einer herrlichen Aussicht über die beiden Buchten links und rechts sowie die wahnsinnig weitläufige Sanddünenlandschaft belohnt. Die Wellen des Atlantiks sind tatsächlich stets präsent, die Gischt sprüht bis an den Strand und die Surfer die wir hier beobachten konnten hatten sichtlich ihren Spaß.

Den Montag gingen wir zur Abwechslung mal etwas ruhiger an und wechselten weder den Stellplatz noch machten wir Kilometer. Da es relativ windig und meist bewölkt war, gab es nachmittags selbst gebackenen Pfirsichkuchen aus dem Omnia und abends leckere Ei-Muffins aus unserem tollen Camping-Backofen. Simon nutzte die Zeit um am nächsten YouTube Video zu basteln. Der morgendliche und abendliche Strandspaziergang wird hier an der Brasilianischen Ostküste vermutlich zu unserem festen Ritual werden und wir müssen uns wohl erst daran gewöhnen, den Fuß weiter vom Gas zu nehmen und deutlich mehr solch entspannter Tage einbauen. 😆

In der Nacht hörten wir einige wenige Tropfen auf unsere Dachfenster fallen und morgens war der Himmel immer noch Grau in Grau. Trotzdem entschieden wir uns, vom Norden der Insel bis ganz in den Süden zu fahren in der Hoffnung, dass es gegen Mittag besser wird und wir dort noch wandern gehen können. Auf der zähen Fahrt mit langem Stau konnte ich dank letzterem tatsächlich einen kleinen, grünen Kolibri in der Hibiskus Hecke beobachten. 🤗 Die Südwestseite der Insel erschien uns deutlich weniger touristisch, dafür aber viel ursprünglicher und tropischer. Teilweise war die Straße von bunten, farbenfrohen, kleinen Häusern gesäumt wie wir sie schon aus Mittelamerika kannten. An dieser Küstenseite scheint die Muschelzucht zu florieren, zumindest konnten wir vom Auto aus viele Muschelfarmen sehen. Tatsächlich blieb es ab Mittag trocken und wir konnten vom südlichsten Zipfel der Ilha Santa Catarina durch den noch feuchten atlantischen Regenwald wandern. Von dem kleinen, unspektakulären Leuchtturm aus führte unser Weg über die Bergkuppe mit Blick auf den halbmondförmigen Strand. Diesen überquerten wir, um den Rückweg der Runde erneut durch den üppig grünen Regenwald anzutreten. Zu unserem Erstaunen sahen wir nicht ein einziges Tier. Dafür leuchtete die vermutlich Eisenerzhaltige Erde den ganzen Weg über tiefrot, fast wie in Australien! Nach unserer Rückkehr stärkten wir uns mit Tee und einem Stück Kuchen und berieten, wohin es weiter gehen sollte. Wir entschieden uns für einen 15km Umweg auf die Südostseite der Insel in der Hoffnung, dass das Wetter am kommenden Tag noch einmal gnädig sein würde und wir auch hier noch einmal eine schöne kleine Tour unternehmen würden können. Als Schlafplatz für die Nacht fanden wir diesmal ein Stück Wiese direkt in zweiter Reihe zum Ozean und die Nachbarn störten sich glücklicherweise überhaupt nicht an unserer Anwesenheit.

Auch heute war uns der Wettergott wieder gnädig und wir konnten die geplante Wanderung zum einsamen, kleinen Strand „Lagoinha do Leste“ wie geplant starten. Erneut ging es auf schmalen Pfaden durch noch dichteren, üppig grünen Wald und bereits zu Beginn der Strecke konnten wir ein kleines Äffchen auf einem Baum erspähen. 😃 Wir entschieden nicht direkt zum Strand zu laufen, sondern den Umweg über einen Aussichtspunkt zu nehmen. Leider verfehlten wir wohl irgendwann den Trampelpfad und landeten so ganz spontan in unserem eigenen Canyoning Abenteuer entlang eines zum Glück leeren Bachbetts. Schlussendlich, nach dem wir über Stock und Stein den Berg hinuntergekraxelt waren und den Aussichtspunkt zu allem Übel verpassten, kamen wir aber doch noch an dem einsamen kleinen Strand an. 🏝 Von hier aus ging der Rückweg über den sehr gut angelegten Wanderweg in das kleine Fischerdorf „Pântano do Sul“ zurück. Am frühen Nachmittag machten wir uns auf den Weg und fuhren noch ca. 100 km in Richtung Blumenau. Wir sind gespannt, wie Deutsch die von hauptsächlich deutschen Auswanderern geprägte Stadt tatsächlich sein wird! Davon werden wir euch dann im nächsten Blog-Beitrag berichten – nach einer hoffentlich ruhigen Nacht. Diese werden wir am Straßenrand eines kleinen Dorfes, in zweiter Reihe zum Strand, in einer Parkbucht verbringen.