NEW BLOG POST 🇧🇷 (06.10. – 09.10.2022) Itaipu & Foz do Iguazu (Iguazu-Wasserfälle)

Am Mittwoch regnete es fast den ganzen Tag über mal mehr oder weniger heftig. Der ideale Tag also, um wieder Strecke in Richtung „Foz do Iguazu“ zu machen. 😉 Gegen Mittag unterbrachen wir die Fahrt an einer Raststätte um von dort aus noch etwas an den Laptops zu arbeiten. Am späten Nachmittag, als der Regen aufhörte, entschieden wir dann doch noch ein paar Kilometer in Richtung unseres nächsten großen Ziels zu fahren. Wir überquerten den viele Kilometer breiten „Rio Paraná“ welcher als Seitenarm letztlich die „Iguazu Wasserfälle“ bildet. Mit überqueren der langen Brücke wechselten wir auch erneut den Bundesstaat. Es ging von „Mato Grosso do Sul“ nach „Paraná“ und urplötzlich sprangen die Uhren wieder eine Stunde weiter nach vorne. 🙈 Als es zu dämmern begann steuerten wir einen größeren Autobahn-Rasthof an und was sprang uns dort sofort ins Auge?! Der helle Jeep von Lydia & Ju, unseren Container-Buddys. Wir trafen die beiden bei einem Bierchen im Restaurant an und gesellten uns noch für ein kurzes Schwätzchen dazu, bevor wir uns in unseren Bus trollten um uns unserer leckeren Pfannen-Pizza zu widmen. 🍕 In dieser Nacht schliefen wir auf Grund des Sturms und der mitunter heftigen Regenfälle sowie dem Lärm der LKWs eher schlecht.

Der Rio Paraná

Kurz nach dem wir am nächsten Morgen aufgestanden waren ging erneut die Welt unter und es schüttete aus vollen Kannen. So tranken wir unseren Kaffee aus und machten uns im Regen direkt auf, um die letzten Kilometer bis „Foz do Iguazu“ zu bestreiten. Wir hielten nach der Hälfte kurz an einem Supermarkt an um ein paar Kleinigkeiten zu besorgen und dort zu frühstücken. Während der Weiterfahrt hörte der Regen dann endlich auf und kurz vor der Stadt hielten wir noch einmal an einem Posto, um das dortige WLAN zu nutzen. Dort versuchte ich online die Tickets für die „Iguazu-Wasserfälle“ auf der brasilianischen Seite für den Folgetag zu erwerben. Aus unerklärlichen Gründen war dies leider nicht möglich und ich konnte den Kauf nicht abschließen. 😕 Hoffen wir, dass wir die Tickets auch direkt vor Ort bekommen werden. Wie wir am Samstag dann zur argentinischen Seite der Fälle kommen ist auch noch offen. Wenn wir mit unserem Van die Grenze übertreten müssen wir in beiden Ländern das Grenzprozedere durchführen. Und das Ganze dann gleich zweimal, weil wir nach dem Besuch der Wasserfälle wieder zurück nach Brasilien müssen um von dort aus nach Paraguay weiterzureisen. Auf argentinischer Seite gibt es an der Stelle nämlich leider keinen Grenzübergang nach Paraguay. Vielleicht finden wir einen sicheren Ort, an dem wir in Brasilien unseren Van parken und von dort aus mit einem Taxi oder Bus nach Argentinien fahren können?! Und dann wäre da auch noch die andere Währung die wir für den Ticketkauf dort benötigen… Alles nicht so einfach. 🙈🙊🙉😅 Da es noch recht früh am Nachmittag war und der Himmel sich deutlich aufgehellt hatte entschieden wir, noch zum „Itaipu Staudamm“ zu fahren. Wir konnten dort noch für denselben Tag Tickets für die Panorama-Fahrt in einem Doppeldecker-Bus ergattern. Die Tickets kosteten 46 Real (ca. 9 €) pro Person und wir konnten auch alsbald in den Bus einstiegen. Dieser stoppte auf der Runde durch das Gelände an zwei Aussichtsplattformen, an welchen man jeweils aussteigen und den Ausblick auf den wirklich gewaltigen Staudamm genießen konnte. Beim „Itaipu Staudamm“ handelt es sich um den zweitgrößten weltweit und mit den dort generierten 14 Millionen Kilowatt Strom wird 75% vom Bedarf Paraguays sowie 17% vom Bedarf Brasiliens gedeckt. 😲 Die Staumauer ist rund 200 m hoch sowie stolze 8 km lang und von 20 Turbinen durchzogen. Der Überlauf war leider nicht in Betrieb als wir den Damm passierten. Wenn dieser geöffnet ist schießt dort 40x mehr Wasser durch als durchschnittlich bei den nahegelegenen „Iguazu-Wasserfällen“. Es war auf jeden Fall ein sehr beeindruckender Besuch und ein schöner Start in unseren mehrtägigen Aufenthalt hier. 👍

Der Itaipu Staudamm
Weltweit der zweitgrößte

Die Nacht verbrachten wir am Straßenrand in der Nähe vom Staudamm. Von dort aus waren es am nächsten Morgen noch ca. 25 km einmal quer durch die Stadt bis zum „Visitor Center“ des „Iguazu-Wasserfalls“ auf der brasilianischen Seite. Hierbei handelt es sich nicht nur um den größten Wasserfall der Welt, sondern auch um den zweitältesten 1939 gegründeten Nationalpark Brasiliens. Wir stellten unseren Van für 37 Real Parkgebühr (= 8,50 €) auf dem dortigen Besucherparkplatz ab und konnten uns die Tickets für den Nationalpark mit unserer Kreditkarte problemlos selbst an einem der zahlreichen Terminals holen. Die Eintrittskarte kostete pro Person knapp über 20 € und ich kann bereits an der Stelle hier sagen, dass es das Geld allemal wert ist. 👍 An dem Freitag war ziemlich viel los und wir reihten uns in die lange Warteschlange für den Doppeldecker-Bus ein, welcher die Besucher vom „Visitor Center“ bis zum Startpunkt des Wanderweges entlang der Fälle bringt. Wir mussten nicht lange warten bis wir durch die Schleuse hindurch und in den Bus durften. Die Fahrt dauerte nicht lange und bereits beim Aussteigen konnten wir die Wasserfälle donnern und tosen hören. 😲 Sobald man auf den Fußweg einbiegt kann man auch schon den ersten Blick auf die „Iguazu-Fälle“ erhaschen und es war wirklich ein mehr als beeindruckendes Schauspiel, die Wassermassen in die Tiefe stürzen zu sehen. So eine beeindruckende und faszinierende Naturgewalt ist uns bisher noch auf keiner unserer vielen Reisen begegnet. Der Wanderweg zieht sich rund 1.200 Meter vom Start- bis zum Endpunkt immer am Wasser entlang. Die Sicht auf den gleichnamigen Fluss sowie die zahlreichen Wasserfälle und Inseln darin ist wirklich einmalig. Wie toll es wohl erst sein muss, dieses herrliche Naturschauspiel aus der Luft und einem der vielen Helikopter zu bestaunen?! Es gibt ausreichend gute Gelegenheiten um alle paar Meter zum Staunen, Fotografieren und Filmen anzuhalten. Und trotz der Vielzahl an Besuchern kam man sich nicht wirklich in die Quere. Lediglich an einem Aussichts- bzw. Foto-Spot mussten wir mal ein Weilchen warten, bis wir an der Reihe für den perfekten Schuss waren. 😅 Die Sicht geht stets hinüber auf die argentinische Seite der Wasserfälle, wo man noch näher am Wasser dran ist und die Besucher sich dank der angelegten Stege quasi direkt über dem Wasser befinden. Wir haben nun schon von mehreren Leuten gehört, dass die argentinische Seite die noch Schönere sei und wir sind wirklich gespannt, ob der heutige Tag morgen wirklich noch einmal getoppt wird… Am Ende unsers Weges gelangten wir zur „Garganta do Diabo“ (= Teufelsschlund) wo ebenfalls ein Steg zu einer Aussichtsplattform direkt über einem der donnernden Wasserfälle führt. Die Gischt spritzte enorm und ich war, im Gegensatz zu Simon, so schlau mir vorher meinen Regenponcho überzuwerfen. Simon wurde somit ganz schön nass wohingegen es bei mir nur meine Füße traf. 😉 Zum Glück haben sowohl Handy als auch Gimbal die fette Dusche unbeschadet überstanden. 🙈 Von der Plattform aus waren es dann nur wenige Stufen bis nach oben zu Restaurants, Getränkeständen und letztlich dem Bus welcher einen wieder zurück zum Eingang brachte. Wir nutzten noch das dortige WLAN, um online Eintrittskarten für die argentinische Seite der Wasserfälle zu kaufen und das nächste YouTube Video hochzuladen. Übernachtet haben wir diesmal auf einem Hotelparkplatz ganz in der Nähe des Parkeingangs. Wir sind einfach ganz frech durch das offene Steintor gefahren nach dem wir gesehen hatten, dass dort noch zahlreiche Parkplätze frei waren. Wir parkten etwas abseits, verhielten uns so ruhig wie möglich und zu unserem eigenen Erstaunen beschwerte sich niemand und wir konnten bis morgens in Ruhe dort stehen. 😅

An den Iguazúwasserfällen angekommen
Was für eine Naturgewalt!
Am „Garganta do Diablo“
Ohne Worte…

Morgens entfernten wir uns zeitig von dem Hotelgelände, bevor doch noch jemand auf die Idee gekommen wäre Geld von uns zu verlangen. 🙈 Wir fuhren wieder zurück bis zum Nationalparkeingang auf brasilianischer Seite und frühstückten dort erst einmal. Danach stellten wir unseren Van erneut auf dem bewachten, wenn auch nicht ganz günstigen Parkplatz ab. Wir liefen bis zum Einfahrtstor von wo aus auch die Busse zur argentinischen Seite der „Iguazu-Wasserfälle“ abfahren. Da wir nicht wirklich abschätzen konnten, wie lange die Fahrt dauern und wie voll es auf der anderen Seite sein wird nahmen wir direkt den ersten Bus um 09:00 Uhr. Die Entscheidung war auch goldrichtig. Der Bus musste nämlich zwecks kurzen Zollformalitäten (wir mussten lediglich an der argentinischen Seite unsere Pässe vorzeigen mit dem Hinweis, dass wir bereits am Nachmittag wieder ausreisen werden) jeweils auf der brasilianischen als auch auf der argentinischen Seite anhalten. Nach dem dies erledigt war ging die erste Fahrt bis zum Busterminal in „Puerto Iguazu“, dem Pendant in Argentinien zu „Foz do Iguazu“ in Brasilien. Dort mussten wir in einen weiteren Bus umsteigen der uns dann bis zum Eingang des Nationalparks brachte. Alles in allem waren wir fast 1,5 Stunden für immerhin rund 12 € pro Person hin und zurück unterwegs. Und da die gestern online erworbenen Eintrittskarten auf 11:00 Uhr lauteten hätten wir nicht viel später losgehen dürfen. Am Eingang angekommen wurden wir von einer ziemlich großen Menschenmenge in Empfang genommen. Wir hatten uns für unseren Besuch aber auch den denkbar schlechtesten Tag ausgesucht: Am 12. Oktober (kommenden Mittwoch) ist ein Feiertag und die meisten Menschen haben daher wohl ein verlängertes Wochenende. Bei dem herrlichen Wetter am gestrigen und heutigen Tag natürlich DIE Gelegenheit für derartige Ausflüge. 😕 Nur lies die Wettervorhersage für uns auch keine wirkliche Ausweichmöglichkeit. Die kommenden Tage soll es nämlich durchweg wieder gewittrig und regnerisch werden. So schoben wir uns also im Schneckentempo mit all den vielen anderen Besuchern über die schmalen Metallstege, welche auf der argentinischen Seite direkt über den Flusslauf und die Kanten der Wasserfälle führen. Wir bewältigten die beiden Hauptwege (ca. 1.200 und 1.700 Meter lang) entlang der oberen und unteren Fälle. Tatsächlich fanden wir die Draufsicht auf die Wasserfälle gestern von der brasilianischen Seite aus deutlich schöner und vor allem viel imposanter und beeindruckender. Auf der argentinischen Seite blickt man lediglich in die Tiefe und sieht dafür deutlicher den Sog der Strömung bis sich der Fluss zwischen 60 und 80 Meter donnernd in die Tiefe stürzt. Das Wasser war auch ziemlich braun gefärbt. Scheinbar hat dies viel mit der Waldrodung in Brasilien zu tun wodurch der Fluss viel mehr Sedimente mit sich führt als früher, als es noch ein Klarwasserfall war. Möglicherweise lag es aber auch einfach an dem Regen der vergangenen Tage. Viel Wasser gab es auf jeden Fall! Zum „Gargante del Diablo“ schafften wir es leider nicht mehr. Der Rundweg wäre mit 120 Minuten zeitlich für uns nicht mehr machbar gewesen, da wir ja noch rechtzeitig den Bus zurück auf die brasilianische Seite erwischen mussten. Und bei derart vielen Besuchern hätten wir vermutlich auch deutlich länger als angegeben gebraucht. Man hätte wohl auch mit einem Zug fahren können welcher die Besucher zu den einzelnen Stationen im Park bringt. Allerdings war auch dieser derart überfüllt und mit einer Abfahrt im 30 Minuten Rhythmus auch nicht wirklich ideal. Wir gehen jetzt einfach mal davon aus, dass es dort gestern unter statt auf dem Teufelsschlund sowieso viel spektakulärer war und wir somit nichts verpasst haben. 😉 Die Rückfahrt mit dem Bus verlief analog zur Hinfahrt und gleichfalls unkompliziert, so dass wir rechtzeitig am Nachmittag wieder bei unserem Van ankamen. Auch hier war der Parkplatz deutlich voller als am Tag zuvor und sogar die Grünstreifen entlang der Straße waren dicht an dicht zugeparkt. 😮 Wir fuhren wenige Kilometer weiter in Richtung Zentrum und parkten an einem ziemlich großen Laden, in welchem Edelsteine, Souvenirs und handgemachte Schokolade verkauft wurde. Dort sahen wir uns kurz im Laden um wobei wir es eher auf den Parkplatz abgesehen hatten. Dieser war schön groß, beleuchtet und nicht direkt an der Straße weshalb wir ihn ideal für diese Nacht fanden. Da unser Frühstück heute außergewöhnlich früh und das Mittagessen mit drei kleinen Empanadas, welche wir noch dazu teilten, eher klein ausfiel hatten wir entsprechend Kohldampf. Wir kochten noch eine schnelle Pasta mit Kürbis und Sahnesauce bevor wir erschöpft von all den Eindrücken ins Bett fielen.

Auf der argentinischen Seite…
… war leider die Hölle los 😳
Auf dieser Seite ist man ganz nah am Wasser 💦
Wirklich gewaltig 😮
Äffchen gab‘s übrigens auch 🥰
Vermutlich eine Giftschlange 🐍

Der Sonntag war ein würdiger und schöner Abschluss unserer Brasilien-Reise. Im Reiseführer hatten wir von einem sehr guten und noch dazu günstigen Restaurant in der Stadt gelesen. Deswegen ließen wir das Frühstück heute sausen und fuhren stattdessen gegen 11:30 Uhr in die Innenstadt. Im Restaurant „Tropicana“ wurden wir freundlich empfangen und für sage und schreibe 40 Real pro Bauch (umgerechnet etwa 8 €) erwartete uns dort ein riesengroßes und wirklich sehr leckeres Büffet. 😋 Von verschiedenen Salaten über die diversesten Beilagen bis hin zu Varianten von Fleischsorten aber auch extrem leckeren Pizza-Stückchen gab es wirklich alles. Und der süße, krönende Abschluss war ebenfalls gesichert und auch hier mangelte es nicht an Auswahl. Für 20 Real mehr pro Kopf hätte es sogar noch wirklich sehr gut aussehendes „Churasco“ dazu gegeben. Die Angestellten gingen in regelmäßigen Abständen von Tisch zu Tisch und säbelten dort auf Wunsch die saftigen Fleischscheiben vom Spieß. Wir entschieden uns auf Grund des üppigen Büffets allerdings dagegen. Mehr als Essen kann man dann ja auch nicht… Wir verbrachten dort glaube ich in Summe fast 2,5 Stunden wenn gleich wir nicht durchgehend gegessen sondern auch noch das freie WLAN genutzt haben. 😆 Danach fuhren wir noch zu einem ziemlich großen Supermarkt um unsere Vorräte wieder aufzufüllen. Weiter ging es zur Tankstelle, bei welcher ich auf der Toilette noch eine Dusche entdeckte. Wir hatten gerade im Van unseren Boiler zum Duschen angeschaltet, weil dies der nächste Tagesordnungspunkt gewesen wäre. 😅 Ich fragte bei der Kassiererin nach ob ich die Dusche benutzten dürfte und sie bejahte dies. Also Boiler wieder aus und schnell dort frisch gemacht – perfekt! Als Simon dann allerdings nach mir unter die Dusche springen wollte war die Tür verschlossen. Ich ging also noch einmal zu der netten Dame um den Schlüssel zu holen. Sie verwies mich dann an ihren Kollegen und dieser war auf einmal gar nicht so nett und meinte, man dürfte hier nicht duschen. Oh je, da lag wohl ein Missverständnis vor! Das tat mir dann auch wirklich leid aber so etwas passiert leider, wenn man nicht die gleiche Sprache spricht. Dabei hatte ich sogar mit Handzeichen verdeutlicht was ich wollte. 🙈 Na ja, zum Glück haben wir ja noch unsere Dusche im Van und so konnte sich Simon abends dort auch noch frisch machen. Morgen steht für uns die nächste Grenzüberquerung an: Wir haben entschieden nach 61 Tagen in Brasilien nicht direkt nach Argentinien weiterzureisen, sondern doch das eher weniger beachtete Paraguay zumindest ein Stück weit zu durchreisen. Zumal dies eventuell sogar der kürzeste Weg in Richtung Nordwest-Argentinien sein dürfte. 😉 Wir sind auf jeden Fall gespannt, was uns dort alles erwarten wird und ob es tatsächlich hauptsächlich das Land der Rinder und Gauchos ist oder ob wir doch einige nennenswerte Sehenswürdigkeiten entdecken werden. Was wir allerdings liebend gerne hinter uns lassen würden sind die stechfreudigen Insekten, welche uns seit dem „Pantanal“ regelmäßig quälen und traktieren. 😣 Ihr dürft euch also ebenso wie wir überraschen lassen und euch schon jetzt auf die Berichte aus Paraguay freuen. 😘😘😘

Liebe Grüße an alle! 🥰

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NEW BLOG POST 🇧🇷 (27.09. – 04.10.2022) Bonito und Umgebung

Wir hatten auf dem Parkplatz eine sehr ruhige und angenehme Nacht. Nach dem wir in aller Ruhe gefrühstückt hatten, machten wir uns zu Fuß auf in Richtung Zentrum. Der Ort ist nicht wirklich schön und eigentlich konzentriert sich alles Wesentliche auf die 3 km lange Hauptstraße. Hier befinden sich diverse Einkaufsläden, einige wenige Restaurants sowie Eisdielen und am oberen Ende die beiden Supermärkte. Wir schlenderten die Straße auf der einen Seite hoch und auf der anderen wieder zurück zum Van. Dort angekommen schnappten wir unsere Badesachen und nahmen die Fahrräder, um mit diesen bis zum „Balneário Municipal“ (dem städtischen Naturfreibad) zu fahren. Von unserem Guide Max hatten wir den Tipp bekommen, dass sich direkt nebenan ein schöner Campingplatz mit Zugang zum Wasser des „Rio Formoso“ befindet. An diesem angekommen erkundigten wir uns zuerst nach den Preisen. 60 Real (12 €) müssten wir pro Tag und Person berappen um hier zu stehen 😮. Ab drei Tagen bekämen wir einen Rabatt in Höhe von 10 Real. Das wären aber umgerechnet immer noch rund 10 € pro Kopf und Tag. Wir schauten uns auf dem weitläufigen Gelände um und der Badebereich war wirklich sehr idyllisch. Von zwei Plattformen aus könnte man in den Fluss einsteigen und dort in den natürlichen Becken und sogar unter einem kleinen Wasserfall baden. Aber so viel Geld bezahlen, nur um letztendlich auf einem Rasenplatz zu stehen?! Klar hätten wir dort auch einen Wasseranschluss und sogar eine kleine Außenküche mit Grill und auch die Sanitäranlagen wären natürlich im Preis inbegriffen. Aber an und für sich brauchen wir nichts davon, weil wir mit unserem Van komplett autark stehen können. Die Tankstelle gegenüber von unserem aktuellen Stellplatz bietet ebenfalls Toiletten und sogar Duschen. Beides noch dazu kostenlos. Der zweite Campingplatz nebenan war sogar noch schöner und hatte noch mehr Zugänge zum Fluss um dort zu baden. Dafür war der Preis auch noch einmal um 5 Real höher. So entschieden wir vorerst bei unserem kostenfreien Stellplatz zu bleiben. Eventuell würden wir einen der Campingplätze an einem schönen Tag zum Baden nutzen, weil der Eintritt in die Schwimmbäder fast genauso teuer ist wie dort zu übernachten. Oder wir gehen nur in eines der Bäder. Mal sehen… Wir schafften es gerade noch vor dem Gewitterschauer wieder zurück ans Auto. Abends gab es noch einmal selbst geangelten Fisch, einen „Piau“. Dieser war geschmacklich etwas fad aber mit der leckeren Pasta dazu dennoch ein Genuss. Der Regen hielt dann auch die ganze Nacht über an, mal mehr und mal weniger stark. Wobei wir bisher bis auf ein oder zwei kurze Schauer noch keinen nennenswerten Regen während unserer gesamten Reise hatten. Und im „Pantanal“ war es in den vergangenen Jahren in der Regenzeit auch stets eher zu trocken und die Bewohner hoffen daher dieses Jahr sehnlichst auf größere Wassermengen. Die Gewitter, die für die kommenden Tage gemeldet sind, künden langsam aber sicher das Ende der Trockenzeit an.

Unser Stellplatz in Bonito
Brunnen im Stadtpark in Bonito
Kleiner Wasserfall mit Badepool auf einem der Campingplätze 🏕

Am kommenden Morgen regnete es immer noch, was uns zu Gute kam denn in der zurückliegenden Woche hatten wir weder an den YouTube Videos noch am Blog gearbeitet. So nutzten wir die willkommene Pause um an den Laptops zu arbeiten. Gegen Mittag wurde es dann trocken und wir konnten noch einmal in den Ort spazieren. Zur Abwechslung mal ein unspektakulärer Tag. 😂

Schöne Schnitzereien in einer Parkbank

Donnerstagfrüh hatten wir uns den Wecker gestellt, damit wir rechtzeitig um 8 Uhr Ortszeit (entsprechend 14 Uhr deutscher Zeit) zur Trauerfeier und Urnen-Beisetzung von Opa Franz wach waren. Wir zündeten eine Kerze an und dachten immerhin in stiller Trauer an ihn. 😢 Da es vormittags noch feucht und nass vom Regen der Nacht war, nutzte ich die Zeit mal wieder zum Kuchen backen. Diesmal gab es einen Kokos-Rührkuchen. Simon arbeitete derweil am Rio de Janeiro Video weiter. Gegen später wurde es trocken und wir konnten mit den Fahrrädern bis zur „Ilha Bonita“ fahren. Es ging rund 12 km über einen breiten Erdweg, welcher gerade im Begriff ist asphaltiert zu werden. Für den Erdweg war der umliegende Wald zwar sowieso schon gerodet worden und auch die angrenzenden Fazendas tragen zur Vernichtung des Waldes bei, weil sie für ihre Rinder Farmland benötigen. Trotzdem stellten wir uns die Frage, ob der Tourismus nicht auch hier mal wieder Fluch und Segen zu gleich ist. 😕 Würde die Straße auch dann in gleichem Umfang gebaut werden, wenn diese nicht zu mehreren Bädern führen würde?! Wir hatten sowieso nicht vor, von der unglaublichen Vielzahl an angebotenen Touren hier in „Bonito“ viele in Anspruch zu nehmen. Aber nach dem Anblick entschieden wir erst recht, uns auf ein absolutes Minimum bzw. die naturgegebenen Attraktionen wie z.B. das Ara-Kraterloch zu beschränken. An unserem Ziel, der Ilha Bonita, angekommen fanden wir nämlich wie schon vermutet keine wirkliche Insel und schon gar keine Möglichkeit zum Freistehen vor. Vielmehr handelte es sich hierbei um ein Naturfreibad inklusive aller Annehmlichkeiten wie Pousada, Grillplätzen, Sanitäranlagen etc. Wir erkundigten uns vor Ort nach dem Preis, wenn wir hier ein oder zwei Nächte mit unserem Van übernachten würden. Dies bedurfte mehrerer Telefonate der drei (wie immer leider nur portugiesisch sprechenden) Damen mit dem Ergebnis, dass wir danach auch nicht schlauer waren. Man konnte uns letztlich nur den Eintrittspreis für das Bad in Höhe von 65 Real pro Person und Tag nennen. Diesen kannten wir jedoch bereits zuvor aus dem Internet. 😂 Nicht das erste Mal, dass wir diese Erfahrung machen mussten. Wir machten also wieder kehrt und radelten in die Stadt zurück. Die Radtour über die Piste war wirklich schön und mit unseren Mountainbikes auch sehr gut machbar. Im Ort angekommen hielten wir noch in dem Touri-Office, in dem wir für den Folgetag die Schnorchel-Tour gebucht hatten. Da der Wetterbericht für Freitag nicht gerade ideal war und für den Vormittag weitere Gewitter-Schauer gemeldet waren, würden wir nach Möglichkeit gerne umbuchen wollen. Allerdings teilte uns die Dame mit, dass der Veranstalter weder samstags noch sonntags Touren anbieten würde. Also beließen wir es erst einmal dabei und fuhren zurück zum Van. Dort angekommen checkten wir im Internet erneut den Wetterbericht. Die Vorhersage war ernüchternd und so entschieden wir, mit den Rädern noch einmal zurück in den Ort zu fahren und die Tour schlussendlich auf Montag zu verschieben. 🙄 Immerhin investierten wir insgesamt 90 € in den Ausflug und es wäre einfach schade, wenn wir dabei schlechte Sicht oder gar Regen hätten. Die Umbuchung ging zum Glück problemlos und wenn wir über etwas reichlich verfügen so ist es Zeit. 😅 Also werden wir das schlechte Wetter auf unserem Parkplatz aussitzen. Die Polizei-Patrouille, die am Abend unseren Van passierte, gab uns aus dem Fenster raus einen „Daumen hoch“ uns bisher hat sich auch weder an der Tankstelle gegenüber noch am Hotel hinter uns jemand über unsere Toiletten-Nutzung beschwert. 🙈

Hier wird die neue Straße gebaut 😕

Am Samstagmorgen nach einem schnellen, aber dringend nötigen „Hausputz“ und einem stärkenden Frühstück (es gab Rührei mit leckerem Vollkorn-Toast) nahmen wir erneut die Fahrräder vom Auto. Laut Wetterbericht sollte es trocken bleiben, bei einem Sonne-Wolken Mix und max. 28 Grad. Wir hatten uns vorgenommen, den Erdweg in die andere Richtung stadtauswärts zu nehmen bis zur „Nascente do Sucuri“. Hier hatten wir für kommenden Montag die Schnorchel-Tour gebucht und da weder Samstag noch Sonntag dort Ausflüge stattfanden hatten wir die Hoffnung, dort eventuell schon von Sonntag auf Montag übernachten zu können. Bis dahin galt es rund 20 km „Buckelpiste“ zu bewältigen. Von der Mittagshitze einmal abgesehen fuhr es sich mit unseren günstigen „Rockrider“ Mountainbikes wieder erstaunlich gut. 👍 An unserem Ziel angekommen schauten wir uns um und fanden, wie vermutet, tatsächlich keine Menschenseele vor. Der große Parkplatz schien uns für eine Übernachtung gut geeignet und so machten wir uns wieder auf den Rückweg. Nach etwa 5 km hielten wir an der „Barra do Sucuri“. Von dort aus wurden ebenfalls, wenn auch etwas kürzere, Schnorchel-Trips auf dem „Rio Sucuri“ angeboten. Wir wollten dort nachfragen ob es eventuell möglich wäre, am Sonntag dort einfach nur im Fluss zu baden und auf den Grünflächen bzw. im Pool zu relaxen. Auf dem Parkplatz angekommen entdeckten wir dort zu unserer großen Freude den Jeep Wrangler von Ju & Lydia alias „a donde voy“ bei YouTube und Instagram. Mit den beiden hatten wir uns ja den Verschiffungscontainer geteilt. Wir erkundigten uns an der Rezeption nach der Tagesnutzungs-Möglichkeit, welche für 65 Real zu unserer Freude wohl gegeben wäre. Freundlicherweise ließ man uns auch auf das Gelände und wir konnten uns in Ruhe dort umschauen. Sowohl der Pool als auch das kristallklare Flusswasser, in welches man von mehreren Plattformen aus hätte einsteigen können, sah sehr verlockend aus. Unsere beiden Container-Buddys konnten wir allerdings nirgends entdecken. Wahrscheinlich waren sie gerade schnorcheln… Beim Gehen erkundigten wir uns nach den Öffnungszeiten für den Folgetag und mussten zu unserer großen Enttäuschung erfahren, dass am Sonntag auf Grund der Präsidentschaftswahlen leider geschlossen wäre. Satz mit X das war wohl nix. 😕 Wir schossen noch ein Beweis-Foto von Ju & Lydias Reisemobil und machten uns mit unseren Fahrrädern auf den Rückweg in die Stadt. Wenige Kilometer weiter befand sich noch ein öffentliches Bad. Also bogen wir erneut von der Straße zum „Praia do Figeira“ ab und fragten dort noch, ob dieses denn am Sonntag geöffnet wäre. Unsere Frage wurde bejaht und so entschieden wir wohl oder übel mangels Alternativen, im Touri-Office in der Stadt zwei Tickets für den Folgetag zu erwerben. Eigentlich hatten wir entschieden, in keines der angelegten Bäder zu gehen aber bei über 30 Grad stand uns der Sinn definitiv nach baden. Wieder in „Bonito“ angekommen, stoppten wir erst einmal am Supermarkt und gönnten uns eine eiskalte Sprite und je ein Stück erfrischende Wassermelone. Bis wir wieder am Van angelangt waren, hatten wir tatsächlich fast 45 km bewältigt. 🥵 Dort angekommen gönnten wir uns also erst einmal eine wohl verdiente Verschnaufpause auf dem schattigen Rasen, bevor wir ins nahegelegene Touri-Office trabten. Dort kauften wir sowohl die Tickets für das Badeparadies am Sonntag als auch gleich die Eintrittskarten für das „Buraco das Araras“ am Dienstagmorgen. Vom dortigen WLAN aus schickten wir noch das Beweisfoto und eine Sprachnachricht an unsere Container-Buddys. Wir schafften es an diesem Abend zeitlich leider nicht mehr auf ihren Camping-Platz und die beiden wollten am Sonntag zeitig aufbrechen. Aber ganz bestimmt werden wir uns an anderer Stelle wieder irgendwo begegnen. 😅 Simon probierte noch unsere Außencampingdusche aus und ich spülte mir Schweiß und Sonnencreme gegenüber an der Tankstellendusche ab. Nach dem Abendessen, wir hatten zum Glück noch Reste vom Vortag, spazierten wir dann noch in die Stadt hinein. Es war schön, den Einheimischen am Samstagabend im Park beim Bier trinken, Musik hören und Unterhalten zuzuschauen. Zur Belohnung für den sportlichen Tag gab es für jeden noch ein leckeres Eis bevor wir dann müde und zufrieden ins Bett fielen.

Radtour
Das Auto von Lydia & Ju 😛

Am Sonntag verabschiedeten wir uns dann nach 6 ruhigen Nächten von unserem Stellplatz in Bonito und machten uns auf den Weg zum Supermarkt. Dieser war wirklich günstig und so nutzten wir noch einmal die Gelegenheit, um unsere Vorräte aufzufüllen. Ebenso stoppten wir auch noch an der Tankstelle, um für die Weiterfahrt noch einmal aufzutanken. Danach ging es dann erneut über den Erdweg direkt zum „Praia do Figeira“. Wir frühstückten noch auf dem Parkplatz bevor wir dann unsere Badesachen packten und uns zum Eingang begaben. Wir konnten einen tollen Liegeplatz im Schatten eines großen Feigen-Baumes ergattern, unter dem sich ein bequemer und sogar überdachter Platz mit breiter sowie einladender Matratze befand. Von dort aus konnten wir direkt auf den großen See blicken, dem allerdings eindeutig einiges an Wasser zu fehlen schien. 😯 Kein Wunder, schließlich näherten wir uns ja gerade dem Ende der Trockenzeit. Sowohl im als auch am Wasser befanden sich jeweils runde, feststehende Sonnenschirme inklusive der dazugehörigen Sitzgelegenheiten. Am Strand gab es außerdem noch eine Snack-Bar und weiter oben, hinter unserem Liegeplatz, ein Restaurant. Kurioser Weise durfte heute, auf Grund der Präsidentschaftswahlen, kein Alkohol ausgeschenkt werden. Warum wissen wir allerdings nicht so genau. Eventuell um Ausschreitungen zu vermeiden, oder damit die Leute während der Wahl einen klaren Kopf haben?! 😲 Das absolute Highlight war die Zip-Line. Mit Schwimmweste ausgestattet konnte man über einen Holzsteg ins Wasser zu einem Turm laufen. Dort oben angekommen schnappte man sich dann den Griff, welcher an dem Stahlseil befestigt war und konnte so über den See hinab ins Wasser rutschen. Was für ein Spaß! 😀 Außerdem gab es im angelegten Kinderbereich noch eine breite Wasserrutsche, welche auch wir Erwachsenen benutzen durften. Diese war ebenfalls nicht von schlechten Eltern. 👍 Im Eintrittspreis von 69 Real wäre auch der Verleih von Tretbooten, Stand-Up Paddles und Kajaks inbegriffen gewesen. Wir waren allerdings zu faul und relaxten stattdessen lieber auf unserem tollen day-bed. 🤣 Um 17 Uhr war der Spaß dann auch schon wieder zu Ende und wir machten uns auf zur „Nascente do Sucuri“, wo wir ja bereits am Tag zuvor mit den Rädern den Stellplatz für die Nacht ausgekundschaftet hatten. Dort nutzten wir noch den Wasseranschluss im Freien, um unseren inzwischen ganz leeren Wassertank wieder aufzufüllen. Wir parkten unseren Van im Außenbereich, damit sich am Folgetag möglichst niemand über unsere Anwesenheit beschweren konnte und kochten noch zu Abend. Tatsächlich wäre sowohl der Sanitär- als auch der Restaurant- und Pool-Bereich frei zugänglich gewesen. Selbstverständlich betraten wir die Anlage nur auf der Suche nach einer verantwortlichen Person, die wir aber nicht antreffen konnten, und wunderten uns über das offensichtliche Vertrauen in die Menschheit. Erstaunlicherweise war die Nacht dort aber weniger ruhig als erwartet, weil tatsächlich die ganze Zeit über ziemlich laute Tiergeräusche zu hören waren. 😮

Praia do Figeira
Hier sieht man den Turm der ZIP-Line
und die großen Fische im Wasser 🐟
Unsere chill-out area 😜
Schön war’s! 😎🌤🍹

An dieser Stelle noch kurz ein paar interessante Infos zur Wahl in Brasilien: Im Gegensatz zu Deutschland herrscht in Brasilien Wahlpflicht und wer nicht wählen geht hat wohl mit ernsthaften Schwierigkeiten zu rechnen. Aus diesem Grund hatten am Wahltag selbst viele Geschäfte und Betriebe geschlossen (siehe oben), damit den Bürgern ausreichend Möglichkeit zur Wahlteilnahme gegeben ist. Außerdem wählt die brasilianische Bevölkerung, ebenfalls anders als bei uns, mit ihrer Stimme direkt den jeweils kandidierenden Präsidentschafts-kandidaten. Deshalb setzen sich auch sehr viele Leute im privaten Bereich für ihren bevorzugten Kandidaten ein in dem sie ganz aktiv Wahlwerbung betreiben. Egal ob sie ihre Motorhaube oder Heckschutzscheibe plakatieren, auf der Straße Wahlwerbung verteilen oder dort Fahnen schwingen und am Wahlwochenende selbst konnten wir einen ziemlich großen, lautstarken pro „Bolsonaro“ Auto-Korso durch die Stadt fahren sehen.

Am Morgen wurden wir von strahlendem Sonnenschein und einem leicht irritierten Guide empfangen. Dieser erkundigte sich leicht säuerlich, ob wir denn hier übernachtet hätten obwohl doch alles geschlossen war. Ich bejahte dies und erklärte ihm, dass wir am Vortag in dem Freibad ganz in der Nähe waren und für heute um 11 Uhr hier einen Schnorchel-Trip gebucht hatten und wir schlicht weg nicht den ganzen Weg bis in die Stadt zurückfahren wollten und hier leider niemanden angetroffen hätten. Die Erklärung war ihm dann auch schon genug und er lud uns freundlich ein, den gesamten Bereich sowohl vor als auch nach unserer Tour zu nutzen. Er bat mich lediglich darum, direkt an der Rezeption einzuchecken was ich dann auch umgehend tat. Wir hatten noch genug Zeit bis zum Start der Tour, um gemütlich im Van zu frühstücken und uns auf dem schön angelegten Gelände umzusehen. Um 11 Uhr wurden wir dann von unserem, leider nur portugiesisch sprechenden Guide, empfangen und mit Neoprenanzug, Schwimmweste sowie Wasserschuhen ausgerüstet. Schnorchel und Brille mussten wir uns nicht leiden, da wir unsere eigenen full-face Masken mit auf die große Reise genommen haben. 😉 Insgesamt zu acht plus Guide ging es dann auf die Pritsche eines kleinen Pick-Ups, welcher uns auf das nahegelegene Gelände der Fazenda brachte auf welchem sich ein Teil des Flusses sowie der Einstieg in selbiges Gewässer befand. Es ging über ein Stück Wanderweg durch den schattigen Wald, vorbei an der unglaublich klaren Quelle bis zum Steg und dessen Plattform. Dort konnten wir in den Fluss hüpfen und uns dank der Schwimmwesten immer mit der Strömung rund 1.800 Meter hinuntertreiben lassen. Das Wasser war wie versprochen kristallklar. Man konnte jedes Kieselsteinchen auf dem Bodengrund sowie jede Blattader der Wasserpflanzen gestochen scharf erkennen und den Fischen beim Fressen zusehen. Es fühlte sich an, als würde man in einem frisch angelegten Aquarium schnorcheln. 😍 Fische gab es zwar nicht so viele, dafür aber wieder schöne große wie auch schon am Tag zuvor im Freibad: Wir konnten Pacus, Doraden, Piaus, Piraputangas und kleine Welse sehen. Am Ende des Floatings angelangt konnten wir den Fluss über eine weitere Plattform verlassen und wurden mit dem Pick-Up wieder zurück zum Ausgangspunkt und somit auch unserem Stellplatz gebracht. Den Nachmittag verbrachten wir noch auf dem Gelände und ließen uns die Gelegenheit, dort kostenlos heiß zu duschen, natürlich nicht entgehen. Mit auf unserer Tour waren zwei sehr nette, englischsprechende Brasilianer die uns freundlicherweise auch ihre Unterwasseraufnahmen zur Verfügung stellten. Danke an Ronaldo an dieser Stelle! Ansonsten könnten wir euch hier gar keine Fotos zeigen. Am frühen Abend machten wir uns dann über einen weiteren Erdweg auf in Richtung „Jardim“, wo wir für den kommenden Morgen um 7 Uhr Tickets für das „Buraco das Araras“ erworben hatten. Auf der rund 65 km langen Fahrt konnten wir noch einmal ganz viele tolle Tiere entdecken: Einige Ameisenbären auf Nahrungssuche, ein wunderschönes rot-blaues Ara-Paar und sogar ein Gürteltier am Straßenrand. 🥰 Wir hatten eigentlich gehofft, direkt am Eingang zum Ara-Krater übernachten zu können. Dies war jedoch leider nicht möglich, weil das Einfahrtstor über Nacht geschlossen wurde. So übernachteten wir einfach direkt davor, mit Einverständnis einer der Mitarbeiterinnen. 😃

Unser Stellplatz am Schnorchel-Spot
Das Gelände war super schön angelegt
An der Quelle des Rio Sucuri
Wir bekamen doch noch einen großen Ameisenbären vor die Linse! 🐜

Dank der idealen Lage unseres Stellplatzes schafften wir es dann am folgenden Morgen auch locker um 7 Uhr die restlichen Meter bis zum Eingang zu fahren. 😉 Dort angekommen wurden wir von einer netten und glücklicherweise englischsprechenden jungen Dame empfangen, die uns kurz darauf mit auf die private Tour nahm. Allem Anschein nach konnte sich außer uns niemand für die frühen Tickets begeistern. 😅 Das Kraterloch, in welchem geschätzte 60 Ara-Paare leben (Aras sind tatsächlich monogam) ist mit einem Umfang von 500 Metern sowie einem Durchmesser von 160 Metern und einer Tiefe von 100 Metern das Größte in ganz Südamerika. Entstanden ist es wohl durch die Erosion von dem innen liegenden Kalkstein so dass über die Jahrhunderte nur noch der Rote Sandstein des Kraterrandes erhalten blieb. Ein Farmer erwarb das Gelände im Jahr 1986 und wusste damals nichts von dem darauf befindlichen großen Krater. Erst nach dem mehrere Kühe auf unerklärliche Weise verschwanden (weil sie in das Loch stürzten), entdeckte er diesen und entschied, die Fläche nicht als Farmland sondern als Öko-Park zu nutzen. Er bat das Militär um Hilfe, um den ganzen Müll und anscheinend auch einige sterbliche Überreste von Menschen (scheinbar wurden hier auch Menschen entsorgt 😮) aus dem Krater zu entfernen. Sein Projekt der Ara-Wiederansiedlung glückte und so hatten wir heute die einmalige Gelegenheit, diese herrlichen und majestätischen Tiere aus nächster Nähe zu beobachten. Am schönsten war es tatsächlich, die Tiere von der Aussichtsplattform aus im Flug zu beobachten. Dann konnte man auf ihre ausgebreiteten, weiten Schwingen blicken und das herrlich bunte Gefieder bewundern. Mit dem Fernglas konnten wir sogar zwei kleine, noch graue Ara-Junge in ihrem Nest in der Felswand erspähen. ❤ Die Rundtour dauerte ca. 1-1,5 Stunden und unsere Führerin gab sich sehr viel Mühe und teilte viele Hintergrundinfos, auch über die Tierwelt rundum. Ob der Eintrittspreis von 18 € pro Kopf dafür gerechtfertigt ist bleibt dahingestellt. Schön war es auf jeden Fall und nach der Tour stärkten wir uns erst einmal im Van mit einem leckeren Frühstück. Witzigerweise schneite auf dem Parkplatz dann noch die Kanadierin vorbei, welche wir in der „Jungle Lodge“ im Pantanal kennengelernt hatten. Die Welt ist wirklich ein Dorf! Von dort aus traten wir direkt die Fahrt in Richtung „Foz do Iguazú“ an. Bis zu den größten Wasserfällen der Welt liegen noch rund 750 km vor uns. Die ersten 300 meisterten wir noch am selben Tag. Es ging ununterbrochen entlang von endlos scheinendem Farmland und Soja-Plantagen. Am Abend fanden wir seit längerem mal wieder einen ruhigen sowie sicheren Schlafplatz an einem der zahlreichen Postos.

Eingang zum Krater
Was für herrliche Tiere! 🥰
Blick in den größten Krater Südamerikas

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert, bitte nicht wundern!

NEW BLOG POST 🇧🇷 (16.09. – 21.09.2022) Indaiatuba – Passo do Lontra (Pantanal)

Unser nächstes großes Ziel ist das „Pantanal“. Hierbei handelt es sich um das weltweit größte und artenreichste Feuchtgebiet der Erde. Die Trockenzeit nähert sich in den Monaten September und Oktober dem Höhepunkt. Somit stehen die Chancen gut, die Tiere an den noch verbliebenen Wasserstellen zu beobachten. Das „Pantanal“ soll vor allem für Vogelliebhaber ein wahres Paradies sein. Aber es gibt dort auch größere Säugetiere wie z.B. Kaimane, Otter und sogar Pumas. 🦜🐊🦦🐈

Nach längerem hin und her haben wir nun vier Tage bzw. drei Nächte vom 22.-25-09.2022 in der „Jungle Lodge“ in „Passo do Lontra“ gebucht. Dort erwartet uns Vollverpflegung, ein hoffentlich hübsches Zimmer sowie ein Swimmingpool. Im Preis von 400 € pro Person sind auch alle Exkursionen (z.B. per Jeep, Boot oder auch hoch zu Ross) ins „Pantanal“ enthalten. Wir haben letztlich vergebens nach einem Stellplatz für unseren Van gesucht, von welchem wir aus an organisierten Touren hätten teilnehmen können. Es wäre schlicht weg zu umständlich und am Ende vermutlich auch nur unwesentlich günstiger geworden. Danke an dieser Stelle noch einmal an Christiane für deine Hilfe und die Telefonate mit den diversen Anbietern! 💕

Zugang zur Lodge. Diese steht auf Stelzen, damit sie auch in der Regenzeit trocken bleibt.

Das heißt, wir werden in Kürze erneut unseren Van für einige Tage verlassen. Bis dahin liegen allerdings noch rund 1.200 km vor uns und es gibt keine offensichtlichen Optionen, die Strecke sinnvoll zu unterbrechen. 🙈 Wir werden uns vermutlich jeden Tag um die 200 km voran bewegen, meist an Autobahn-Postos übernachten und es während dessen ruhig angehen lassen. Schließlich haben wir für die Strecke eine gute Woche Zeit, da die Unterkunft nicht eher fei war. 😊

So sah dann auch der Freitag aus: Wir schliefen aus und ich hatte tatsächlich das erste Mal während unserer Reise die Gelegenheit für eine Runde Yoga am Morgen. 🧘‍♀️ Zwar am Grünstreifen zwischen Autobahn und Raststätte, aber immerhin beim Koi-Karpfen Teich! 😅 Es tat auf jeden Fall gut und trug vielleicht auch zum guten Gelingen des Schoko-Kuchens bei, welchen ich noch vor dem Frühstück in unseren „Omnia“ Camping-Backofen beförderte. Gegen Mittag brachen wir auf und machten uns auf den Weg zu einem größeren Supermarkt in der Nähe der Autobahn. Dort füllten wir unsere Vorräte auf und wir kamen noch ziemlich entspannt gute 200 km weit. Diese Autobahnstrecke ist wirklich sehr malerisch und angenehm zu fahren: Immer kerzengeradeaus, über leichte Hügel auf und ab entlang von saftig grünen Wiesen und Zuckerrohrfeldern sowie den dazugehörigen Fabriken. Lediglich die Mautstellen dürften für unseren Geschmack etwas seltener auftauchen aber dafür kommen wir immerhin zügig voran.

Yoga an der Autobahn-Raststätte 🛣
Schöner Koi-Karpfen Teich

Eigentlich wollten wir am Samstag nur ein ganz kurzes Stück von unserem Übernachtungs-Posto bis zum „Rio Paraná“ fahren. Der Fluss ist an der Stelle, an der wir ihn so oder so hätten passieren müssen, ziemlich breit und mutet daher eher wie ein See an. Ich hatte gehofft, dass wir uns dort im Park entlang der Küste nach den zurückliegenden Fahrtagen endlich mal wieder etwas die Beine vertreten und vielleicht sogar eine Nacht am Wasser stehen können. Aber, um an dieser Stelle die Onkelz zu zitieren: „Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt“. Wir fuhren am letzten Posto vorbei bevor die Brücke den „Rio Paraná“ überquert und ich schaute wohl eine Sekunde zu lange hin ganz in Gedanken, ob das wohl ein passender Ort für die Nacht sein könnte. So verpassten wir leider die direkt dahinter liegende Ausfahrt ans Ufer und befanden uns, schneller als wir schauen konnten, schon auf der rund 12 km langen Brücke. Natürlich ohne Wendemöglichkeit. 🙈🙉🙊 Simon wollte nicht umkehren um Kilometer zu sparen (wobei es am Ende unserer Reise auf die paar mehr sicherlich nicht angekommen wäre) und so fuhren wir ohne den geplanten Stopp schnurstracks weiter. 🤷‍♀️ Dafür wurden wir auf der anderen Seite des Flusses, jetzt im Bundesstaat „Matto Grosso do Sul“ und nicht mehr „Sao Paulo“, direkt von drei großen und wunderschönen blauen Aras empfangen. 🤩 Der Blick auf die Uhr brachte dann die nächste Irritation mit sich. Auf meinem Handy und meiner Smart-Watch stand 11:37 Uhr, alle anderen Uhren im Van zeigten 12:37 Uhr. Der nächste Halt an der Raststätte bestätigte dann unsere Vermutung: Durch den Wechsel des Bundesstaates befinden wir uns nun in einer anderen Zeitzone und haben ab sofort nicht mehr 5 sondern 6 Stunden Zeitverschiebung zu Deutschland. Weiter ging die Fahrt durch grünes Grasland und zu unserer Begeisterung konnten wir während dieser insgesamt 4 „Große Ameisenbären“ erspähen! Die Tiere standen friedlich etwas abseits der Straße und waren ganz offensichtlich auf der Suche nach ihrer Leibspeise: Den Termiten. Zumindest waren die rostroten Hügel unschwer als solche zu erkennen. Laut einer deutschen Zoologin, die mehrere Monate pro Jahr im „Pantanal“ verbringt um die Tiere zu studieren, sind diese „nicht die hellsten Kerzen auf der Torte“ ameisenbaeren-im-pantanal. 🤣 Das liegt wohl an dem nur Walnuss großen Gehirn der Ameisenbären und die meiste Kapazität benötigen sie wohl für ihren guten Geruchssinn. Anscheinend sehen und hören die Armen wohl auch nicht so gut. Die ausgewachsenen Tiere waren in etwa so groß wie ein größerer Hund (beste Grüße an „Rocky“ an dieser Stelle!), wirken aber durch den langen buschigen Schwanz und den Rüssel noch deutlich größer. Des Weiteren sahen wir zahlreiche Emus auf den Wiesen und Weiden. Ebenso einige größere Raubvögel und auch die kleinen, lauten grünen Papageien waren mal wieder zu sehen. 😍 Entlang der Strecke lagen viele verstreute „Fazendas“ (= Ranches) mit jeweils unglaublich großen Ländereien rundum. Entsprechend viele Rinder gab es auf den Weiden zu sehen und nur noch wenige Zuckerrohr-Felder im Vergleich zum Vortag. Tja und anstatt der rund 150-200 km pro Tag, die wir uns eigentlich als Ziel gesetzt hatten, fuhren wir dann letztlich knapp 400 km bis wir zu einem geeigneten Posto für die Nacht kamen. 🤔 Der Großteil des Weges ging heute entlang einer vom Land Brasilien finanzierten, öffentlichen Autobahn. Dies merkt man stets daran, dass die Straße eher einer unserer Bundesstraßen ähnelt. Sie ist oft nur einspurig mit Überholspuren im Seitenwechsel, es gibt öfter mal das ein oder andere Schlagloch aber dafür ist sie kostenfrei. Und hinter den zahlreichen LKWs, welche hier oft mit einer Länge von bis zu 30 Metern unterwegs sind, kann man sowieso nicht schneller als 90 km/h schnell fahren.

Der Rio Paraná
So sieht der große Ameisenbär 🐜 aus
(Foto aus Wikipedia)
Mal wieder ein nettes Posto gefunden 😀
Verdiente Stärkung nach der langen Fahrt 😋

Am Sonntag hatten wir es nicht mehr weit bis „Campo Grande“. Wir waren total erstaunt, wie ruhig es in der 850k Einwohner Stadt war. Es gab kaum Verkehr auf den Straßen und das Stadtbild war, wie mittlerweile gewohnt, sehr sauber und ordentlich. Eigentlich nicht von einer europäischen Stadt zu unterscheiden. Wir steuerten direkt den sehr weitläufigen Stadtpark im Zentrum an, um uns nach den zahlreichen Fahrtagen endlich mal wieder die Füße zu vertreten. Es war relativ warm an diesem Mittag, die Temperatur lag knapp über 30 Grad und so war es auch nicht verwunderlich, dass wir einige der wenigen Besucher waren. Wir konnten sehr viele „Capybaras“ (= Wasserschweine) sehen, welche sich an dem aufgestauten Bachlauf sowie an dem großen künstlich angelegten See sicherlich sehr wohl fühlen. Neben dem Spazier- und Fahrradweg durch den Park gab es auf den Grünflächen viele schattenspendende Bäume. 🌳 Wir konnten auch einige ausladende Mangobäume entdecken welche bereits übervoll mit Früchten waren. 😮 Schade, dass die Erntezeit erst im Dezember/Januar ist! Auch den üppig gelb bzw. rosa blühenden Nationalbaum „Ipê“ konnten wir bewundern. Da diese Bäume keine Blätter, sondern nur Blüten, tragen sind sie umso schöner. 😍 Nach unserem langen Spaziergang machten wir es uns noch im Schatten auf unserer Picknick-Decke gemütlich und genossen vor der Weiterfahrt noch Kaffee und Kuchen. ☕🍰 Durch die Zeitverschiebung wird es jetzt leider auch eine Stunde eher dunkel. Eigentlich vermeiden wir es zwecks Wildwechsel und Schlaglöchern im Dunkeln zu fahren aber diesmal war es nicht ganz zu verhindern. Wir durften während der abendlichen Fahrt einen herrlichen Sonnenuntergang über der Savanne und den Bergen des „Pantanal“ genießen. 💕 Genauso haben wir es uns vorgestellt! Ein Himmel in den schönsten Lila, Orange und Rot Tönen in welchem sich die Konturen der Bäume abzeichnen. Wir kamen gut an einem der wenigen, größeren Postos auf dieser Strecke an und hatten eine mehr oder minder gute Nacht. Dank der hohen Temperaturen war es in unserem Van, trotz Ventilation des Lüfters in der Dachluke und der Standheizung, ziemlich warm und entsprechend unruhig schliefen wir.

Stadtpark in Campo Grande
Die Capybaras fühlen sich hier sichtlich wohl
Blüte 🌸 vom Ipê Baum
Sooo viele Mangos 🥭
Fahrt in den Sonnenuntergang 🌅

Den kommenden Vormittag verbrachten wir auf dem leider sehr staubigen Rastplatz um u.a. das dortige WLAN zu nutzen. Da es unglaublich heiß war mussten wir alle Schotten im Van auflassen. Das führte dann unweigerlich dazu, dass der ganze Innenraum von einer herrlichen Staubschicht bedeckt wurde. War aber dennoch das geringere Übel. 😆 Wir nutzten noch die kostenfreien, sauberen Duschen am Posto bevor wir uns dann am frühen Nachmittag auf machten, um die letzten 120 km bis zur „Jungle Lodge“ zu fahren.

Simon freut sich über frittiertes „Frango“ (= Hühnchen)

In „Miranda“ stoppten wir noch an einem Supermarkt, um noch einmal Trinkwasser zu kaufen. Auf dem Weg überquerten wir eine Brücke, von welcher man in ein Wasserloch mit mehreren hundert Alligatoren hinunterblicken konnte. 🐊😮 Wir vermuten, dass sich die Tiere hier zu Ende der Trockenzeit versammeln, weil die meisten anderen Wasserquellen in den Sümpfen bereits ausgetrocknet sind.

Überall Alligatoren 🐊
Die Tier sammeln sich vermutlich an verbliebenen Wasserlöchern

Kurz darauf erreichten wir unser Ziel. Wir meldeten uns an der Rezeption und teilten mit, dass wir bereits drei Tage eher als geplant hier wären. Zu unserer großen Freude war dies für das Personal überhaupt kein Problem. Wir dürfen hier bis Donnerstag kostenfrei den Van parken und natürlich auch darin übernachten. Nach der ersten extrem heißen Nacht im Bus sind wir allerdings einmal mehr froh darüber, die Unterkunft hier gebucht zu haben und bald im klimatisierten Zimmer schlafen zu dürfen. Es ist hier schwül warm bei bis zu 37 Grad im Schatten. 🥵🥵🥵 Da bringt auch der Ventilator in der Dachluke sowie der Lüfter der Standheizung nicht mehr viel. Die Sanitär-Anlagen sowie das ganze Gelände dürfen wir ebenfalls kostenfrei nutzen. Lediglich für die Nutzung des Pools werden 10 € pro Tag von uns verlangt – mehr als fair wie wir finden. 👍 Über diesen freuten wir uns am darauffolgenden Tag sehr und es war schön auf andere Gleichgesinnte zu treffen. Mit uns übernachtete ein älteres, französisches Ehe-Paar in ihrem großen Iveco-Van auf dem Parkplatz sowie ein Paar in unserem Alter aus Luxemburg, welche in ihrem Land-Rover mit Dachzelt reisen. So konnten wir abends noch lange draußen sitzen und uns über die diversen Reiserouten und Erfahrungen austauschen. 😃 Ansonsten sind hier hauptsächlich die lustigen und reisefreudigen Holländer anzutreffen. Was wir hier auf der Lodge alles erleben werden und wie die angebotenen Exkursionen sind erfahrt ihr dann im nächsten Blog-Beitrag. 😉

Endlich angekommen 😎
Hier lässt es sich aushalten 😛
Gegen den Iveco können wir abstinken 🤣

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NEW BLOG POST 🇧🇷 (06.09. – 14.09.2022) Chapada – Indaiatuba

Relativ gut ausgeruht machten wir uns am nächsten Morgen auf in Richtung „Ouro Preto“. Auf dem Weg dorthin stoppten wir noch an einem gelben „BH Supermercado“ welcher endlich mal ein richtig gutes Preis-/Leistungsverhältnis aufwies. 👍 Am Nachmittag steuerten wir einen Stellplatz an welchen wir in der „iOverlander“ App gesehen hatten. Nach einigem Suchen fanden wir dann auch noch den besagten Platz: Es ging ein kurzes aber steiles Stück unbefestigten Weges von der Landstraße hinab bis zu einer ebenen Grasfläche. Dort parkten wir den Van und kraxelten den noch viel schmaleren und steileren Weg hinunter zu dem dort vermuteten Wasserfall. Wir waren wirklich überrascht von dem wunderschönen Idyll, dass wir unten angekommen vorfanden: Ein kleiner Wasserfall stürzte in einer schönen Kaskade vom Felsen in ein natürliches Becken. Von dort aus floss das Wasser ein Stück weiter den Fluss entlang, bis es sich über eine schmale natürliche Rutsche wieder in einen kleinen Wasserfall ergoss und dann den Fluss entlang weiter floss. Die Steine waren alle vom Wasser glatt geschliffen so dass wir vermuten, dass das Flüsschen in der Regenzeit zu einem reisenden Strom anschwillt. Nach der schönen Auszeit am Wasser begaben wir uns auf den steilen Rückweg zum Van und ruhten uns noch ein wenig in unseren Campingstühlen in der Sonne aus. ☀😎 Als es zu dämmern begann zogen wir uns in den Van zurück. Ich war gerade im Begriff das Abendessen vorzubereiten, als ein Pick Up den Weg zu uns hinunterfuhr. Ein Paar stieg aus und sprach uns an, ob wir hier übernachten wollten. Als wir dies bejahten meinten sie, dass es hier wohl nicht sicher sei, weil es in der Umgebung immer mal wieder zu Überfällen gekommen sei. Sie würden aber im Nachbarort 3 km weiter wohnen und wir könnten sehr gerne die Nacht bei ihnen auf dem Grundstück verbringen. Dieses Angebot nahmen wir natürlich dankend an. Wenn gleich auch mit einem mulmigen Gefühl, was uns dort wohl erwarten würde und ob das nicht auch eine Falle sein könnte?! Aber die beiden machten einen derart sympathischen Eindruck und als wir unsere liebe Not hatten, mit unserem schweren Van den Berg auf die befestigte Straße wieder hinaufzugelangen sahen wir sofort ein, dass sie mit ihrem gut gemeinten Ratschlag sicherlich richtig lagen. Wir folgten ihnen also bis zu ihrem Haus, ebenfalls abgelegen am Rand des 100 Einwohnerortes „Chapada“. Man parkte extra den VW T2 Bus um, damit wir an dessen Stelle direkt auf dem Parkplatz neben dem Haus parken konnten. Die beiden Besitzer, Dilse und ihr Mann, machen wieder kehrt um noch nach „Ouro Preto“ zu fahren um ihre Einkäufe zu erledigen. Sie waren sogar extra wegen uns noch einmal umgekehrt! Als sie zurückkamen, hatten wir bereits unser Abendessen vertilgt. Freundlicherweise luden uns die beiden just in dem Moment auch noch auf ein gemeinsames Frühstück in ihr Haus am kommenden Morgen ein. Am Folgetag, so erfuhren wir, war in Brasilien nämlich „Unabhängigkeitstag“ und somit Feiertag weswegen die beiden freit hatten. 🥰🥰🥰

Das war der Stellplatz vorm Wasserfall
Kleines Paradies ☺️
Mal wieder ein herrlicher Sonnenuntergang 🌅

Im Gegensatz zu Simon schlief ich in dieser Nacht, trotz bomben sicherem Stellplatz und absoluter Ruhe um uns herum, eher schlecht. Irgendwie konnte ich den Gedanken, ob man uns nicht doch absichtlich hierhergelockt hatte, nicht gänzlich abschütteln. 🙈🙊🙉 Umso mehr freute ich mich am Morgen auf das Frühstück bei Dilse und ihrem super netten Ehemann. Glücklicherweise konnten beide ganz gut Englisch und so konnten wir uns sogar ziemlich gut verständigen. 😃 Ihr 50 Jahre altes Haus war klein aber fein und versprühte irrsinnig viel Charm. Vor allem die Küche, in der sich für die Wintermonate auch der Holzofen befand. Der Tisch war bereits liebevoll gedeckt und das Frühstück unterschied sich zu unserem Erstaunen kaum von unserem Europäischen: Es gab frisch aufgebackene, ganz kleine runde und mit Käse gefüllte Brötchen. Dazu Butter, Frischkäse und salzigen weißen Schnittkäse aus der Region. Außerdem stand ein Gläschen mit selbst gemachtem Granola auf dem Tisch. Der frisch gebrühte Kaffee fehlte selbstverständlich auch nicht und Dilse hatte abends sogar extra noch einen ganz leckeren Mais-Käse-Kuchen für uns gebacken. 😍 Nach dem wirklich sehr netten und leckeren Frühstück bekamen wir noch eine Führung durch den Garten. Dilses Mann (ihr merkt, ich habe leider seinen Namen vergessen 🤔) ist von Beruf Hundetrainer und Tierliebhaber durch und durch. Die beiden besitzen zwei kleine tibetische Hunde, zwei Aquarien mit Goldfischen, ein 20 Jahre altes Pferd welches á la Pippi Langstrumpf auch tatsächlich mal durchs Küchenfenster ins Haus schaut ❤ sowie zwei Vögel in Volieren und vier verschiedene Hühnerarten. Diese legen pro Tage sage und schreibe 20 Eier! Keine Ahnung, was die beiden damit machen… Zumindest meinten sie, dass sie die Eier nicht verkaufen würden. Und im Garten wurden wir dann erst recht überrascht: Der nette Hausbesitzer füttert die Vögel im Garten, u.a. mit frischer und extra dafür gekaufter Papaya und so konnten wir dort die verschiedensten, bunten Vogelarten beobachten. Der Oberhammer waren aber die Äffchen! Da sie regelmäßig gefüttert werden, konnte ich ihnen Vollkorntoastbrotstücke direkt aus der Hand reichen. Ich war hin und weg. 😍😍😍 Auch der T2 Camping-Bus von ihnen wollte noch besichtigt werden und natürlich ließen wir es uns nicht nehmen, den beiden im Gegenzug noch einen Einblick in unser mobiles Heim zu gewähren. Es war einfach nur nett und wir verabschiedeten uns voller Freude von den beiden, bevor wir uns weiter auf den Weg in Richtung Mariana machten.

Unsere super netten Gastgeber 😍

Kurz vor Mariana besichtigten wir noch die alte, ehemalige Goldmine „Mina da Passagem“. Mit der Lohre ging es steil am Seil hinab in den Bergbau schaut. Wir fuhren mit unserer, leider nur portugiesisch sprechenden Führerin, bis auf die dritte Ebene in 130 Meter Tiefe hinab. Sie gab sich wirklich viel Mühe und sprach sehr langsam so dass wir doch einiges verstehen konnten. Pro 30 Meter Tiefe steigt die Temperatur wohl um 1 Grad an was deutlich spürbar war. Unten angekommen war es tatsächlich feucht warm und die extra eingepackte Jacke hätten wir getrost im Auto lassen können. In den 100 Jahren Minenbetrieb wurden unglaubliche 35 Tonnen Gold gefördert. Außerdem wurde auch Silber, Marmor, Granit und Eisenerz abgebaut. Sowohl die 5 Kilometer bis „Ouro Preto“ in die eine, als auch die 2 Kilometer bis „Mariana“ in die andere Richtung sind komplett untertunnelt. 😮 Das Gestein enthält u.a. aber auch giftiges Arsen, welches insbesondere nach Regenfällen herausgelöst werden kann und beim Menschen zu Vergiftungen bzw. Verätzungen der Haut führen kann. Das Wasser des oberhalb der Mine verlaufenden Flusses sickert ganz langsam, aber stetig in die Tiefe. Und das Grundwasser von unten bildet einen kleinen, aber lebensfeindlichen, weil sauerstoffarmen See welchen wir ebenfalls sehen konnten. Taucher haben sogar die Möglichkeit, in den Höhlen unter Wasser zu tauchen. Wir blieben auf der dritten von insgesamt sechs Ebenen und sahen, außer dem Schrein mit der Schutzpatronin der Bergleute „Santa Barbara“ nichts anderes mehr. So ging es mit der Lohre nach ca. 20-30 Minuten wieder zurück ans Tageslicht. Die Führung war zwar interessant aber insgesamt 52 € für uns beide waren dafür wiederum dann doch recht viel.

Mina da Passagem – die Alte Goldmine
Hier geht’s mit der Seilwinde runter in die Mine
Unterirdischer, glasklarer See
Nach der Führung ging’s auf gleichem Wege wieder zurück ans Tageslicht

Um die Mittagszeit trafen wir dann im wenige Kilometer entfernt liegenden „Mariana“ ein. Wir parkten unseren Van am Krankenhaus, welches oben am Hang lag und eine herrliche Aussicht auf die Stadt bot. Laut Dilses Mann wäre es auch absolut sicher hier zu übernachten also suchten wir direkt einen guten Parkplatz aus. 😉 Von hier aus konnten wir zu Fuß in die nahegelegene, mit Kopfstein gepflasterte Altstadt hinabsteigen. Es gab zahlreiche Kirchen sowie einen hübschen Platz im Ortskern mit Springbrunnen und Grünfläche. Auf Grund des Feiertages hatten aber die meisten Geschäfte und Lokale geschlossen und so gab es weiter nicht viel zu sehen. Wir begaben uns wieder zurück zu unserem schön gelegenen Parkplatz und genossen von dort aus noch die herrliche Aussicht auf die Stadt. 😍

Blick vom Stellplatz am Krankenhaus auf Mariana
Altstadtgässchen mit Blick auf eine der vielen Kirchen
Pause im schönen Park

In dieser Nacht schlief ich richtig gut und nach dem morgendlichen Kaffee machten wir uns direkt auf den Weg ins ca. 15 km entfernte „Ouro Preto“. Die Stadt gilt als das „Kronjuwel“ unter den brasilianischen Barockstädten, weil hier keinerlei Neubauten in der gesamten weitläufigen Altstadt zu finden sind. Das durch den Goldabbau eingenommene Geld wurde damals zum Großteil in die Architektur der Stadt investiert. Die Gassen sind zum Teil sehr eng und steil und man bewegt sich durchweg auf Kopfsteinpflaster. Zum Glück konnten wir unseren Van beim nahegelegenen Busbahnhof abstellen und von dort aus zu Fuß die Stadt der 23! Kirchen erkunden. Wir haben die Kirchen nicht gezählt aber definitiv sahen wir nicht alle – für unseren Geschmack jedoch genug davon. 😂 Um die Mittagszeit suchten wir das im Reiseführer als gut und günstig beschriebene Restaurant „Tiradentes“ auf. Dort gab es typische Küche aus der Region „Minas Gerais“ in welcher die Stadt „Ouro Preto“ liegt. Typisch für diese Küche ist mitunter, dass in Töpfen und Pfannen aus Stein auf Feuer gekocht wird. Das Mittagsbüffet kostete schlappe 6! € pro Person (vor Corona waren es wohl sogar nur 3 € pro Kopf) und wir konnten uns bei allem bedienen: Es gab eine Auswahl an Salaten & Rohkost, diverse Beilagen wie Reis, Polenta und selbst gemachte Chips, verschiedene Fleischsorten wie dünne Schweinschnitzel, geschmortes Rindfleisch sowie Hühnchen und natürlich reichlich Gemüse und Spaghetti. Nach dem üppigen Mahl entschieden wir direkt, das Abendessen heute zu streichen. Stattdessen machten wir uns am frühen Nachmittag auf die Fahrt bis nach „Tiradentes“. Hier kamen wir mit Einbruch der Dunkelheit um kurz nach 18 Uhr an und durften freundlicherweise auf einem großen, wenn auch nicht bewachten, Parkplatz eines Hotels übernachten.

Eine der 23 Kirchen ⛪️ in Ouro Preto
Die Barockstadt ist von grünen Bergen umgeben
Rundgang durch die schöne Altstadt
Mittagsbüffet für 6 € pro Kopf 😜
Es gab viel Auswahl & war wirklich lecker 😋

Bis ins Zentrum von „Tiradentes“ waren es am nächsten Morgen nur einige hundert Meter. Da wir nach dem gestrigen, üppigen Mittagsbüffet erneut dinner cancelling betrieben hatten gab es ausnahmsweise schon direkt nach dem Aufstehen Frühstück. 😂 Danach parkten wir unseren Van ganz zentral am Busbahnhof von wo aus wir die kleine, überschaubare Altstadt sehr gut zu Fuß erkunden konnten. Unser Weg führte uns zuerst zu dem großen Brunnen aus dem Jahr 1749. Er enthält insgesamt drei Becken welche alle einem anderen Zweck dienten: Eines war für Trinkwasser bestimmt, eines um die Pferde zu tränken und eines um die Wäsche zu waschen. Lustigerweise traf tatsächlich bei unserem Gehen eine Horde Grundschulkinder mit ihrer Lehrerin an dem Brunnen ein. Die Kinder füllten dort zu unserer Verwunderung tatsächlich alle ihre Trinkflaschen auf. 😮 Wir folgten dem Tipp aus dem Reiseführer und gingen durch eine niedrige Holztür in dem Mauerwerk unweit des Brunnens. Von dort aus führte ein schmaler Pfad durch dichten Urwald immer entlang des Wassergrabens, welcher den Brunnen speist, bis zur Quelle. Der Spaziergang dauerte nicht lange, vielleicht 10 Minuten Fußweg, war aber wirklich sehr malerisch und unter den Bäumen war es auch noch angenehm schattig kühl. Danach schauten wir uns in dem äußerst hübschen, kleinen Städtchen um. Wie immer gab es schöne Kirchen und in einer fand kurz darauf sogar eine Trauung statt. Die Kopfsteinpflastergassen und die bunten Fenster- und Türrahmen kannten wir ja schon aus anderen von uns besuchten Städten. Hier kamen aber noch ziemlich viele Pferdekutschen und vor allem wirklich sehr, sehr schöne Kunsthandwerksläden hinzu. Es gab allerlei hübsche Keramik, nette Galerien und kleine Cafés sowie Restaurants. In einem der Cafés konnten wir sogar die „Cafés do Brasil“ Kaffeesäcke entdecken, welche wir u.a. bei Ettli Kaffee in Ettlingen erstanden und in unserem Bus verbaut haben. 😍 Wir stolperten zufällig auch noch über eine gute und stabile WLAN-Verbindung und konnten so auch noch mit den Lieben zu Hause telefonieren. Immer wieder schön. 💕 Nach der Stippvisite ging es dann zurück auf die eher schlechte Autobahn. Wir quälten uns darauf rund 100 km, für die man dann schon gut und gerne zwei Stunden braucht, hinter den langsam fahrenden, weil schwer beladenen LKWs her. Außerdem führt solch eine Autobahn auch gerne mal durch größere und kleinere Orte. Durch diese kann man max. 30 oder 40 km/h schnell fahren. Zumal man alle paar Meter durch die nervigen Bodenwellen ausgebremst wird. Wir gelangten dann aber doch noch weiter auf die gute Autobahn und konnten noch einmal ein wenig Strecke machen. Als nächstes wollen wir Simons Großonkel Jürgen, welchen wir glücklicherweise über Facebook ausfindig machen konnten, besuchen. An diesem Tag übernachteten wir daher mal wieder an einem Autobahn-Posto, um von dort aus die restlichen ca. 300 km zu überwinden.

Der alte Brunnen ⛲️ mit den 3 verschiedenen Trögen
Herrliche Altstadt 😀
Bisschen Kitsch darf auch mal sein 😉
Die Kleinstadt ist von üppigem Grün umgeben 🥰

Am Samstag kamen wir gegen Mittag in „Indaitabua“, dem Wohnort von Jürgen und seiner Frau Christiane, an. Die Stadt hat ca. 250k Einwohner wobei sich Einwohnerzahl innerhalb der letzten 10 Jahre dank der Ansiedlung vieler Industriefirmen mehr als verdoppelt hat. 😮 Wir steuerten als erstes den „Parque do Mirim“ an welchen wir auf der „maps.me“ Karte entdeckt hatten. Allerdings war es wahnsinnig heiß als wir dort auf dem Parkplatz ausstiegen. 🥵 Wir liefen einige Meter durch den Park bis zum Kiosk und auf dem kurzen Wegstück hatte ich tatsächlich das Gefühl, dass mir die Sonne die Haut verbrennt! Und der künstlich angelegte (Stau-)See war trotz seiner nicht zu verachteten Größe so gut wie ausgetrocknet. So entschieden wir einstimmig, gleich wieder kehrt zu machen und flüchteten ins noch klimatisierte Fahrerhaus unseres Vans. 😂 Wir fuhren die Straße zurück in Richtung Innenstadt, parkten auf dem Parkplatz beim „Parque Ecológico“ und schauten uns zu Fuß den schmalen, aber sehr langen Stadtpark an. Auch dieser Fluss führte kaum mehr Wasser und zeugte von den vergangenen trockenen Wintermonaten. Wir sahen in dem Park sehr viele Familien, die im Schatten der Bäume grillten, Bier tranken und es wurden zahlreiche Kindergeburtstage gefeiert welche gut an den vielen Luftballons zu erkennen waren. Verschwitzt wie wir gegen Nachmittag waren, fuhren wir wieder zum ersten abgelegeneren Park zurück um dort in Ruhe zu duschen. Auf dem Hinweg am Nachmittag sahen wir bereits ein gut gelegenes, eingezäuntes und bewachtes Wohnviertel. Wir fragten beim Wächter nach, ob wir freundlicherweise quasi vor seiner Tür die Nacht verbringen dürften und er stimmte tatsächlich zu. 👍 In aller Ruhe konnten wir uns somit dort einem ganz speziellen Abendessen widmen: Wir hatten im Supermarkt „Tapioca“ gekauft, nach dem wir in einem YouTube Video erstmals davon gehört hatten. Hierbei handelt es sich um eine geschmacksneutrale weiße Stärke, die aus der getrockneten Maniokwurzel hergestellt wird. Das etwas gröbere Pulver kann einfach direkt in eine heiße Pfanne gestreut werden und die Stärke verklebt durch die Hitze selbstständig zu einem Pfannkuchen! Ganz ohne jegliche Zugabe weiterer Zutaten, wie von Geisterhand! Nach dem beidseitigen backen kann der Fladen sowohl herzhaft als auch süß belegt werden, da er überhaupt keinen Eigengeschmack hat. So ließen wir uns die erste Runde mit Tomate-Mozzarella und die Zweite mit Nutella und Erdbeere schmecken. Und das Beste: Innerhalb von nicht einmal 10 Minuten war alles fix und fertig. 🤩

In Indaiatuba angekommen ♥️
Blick auf die Stadt 🌆 vom Park aus

Am Sonntagmorgen erhielten wir leider die traurige Nachricht, dass Simons lieber Opa Franz im stolzen Alter von 94 Jahren nach einigen Wochen Aufenthalt im Krankenhaus und zuletzt im Pflegeheim verstorben war. Für ihn ein Segen, dass er nicht länger leiden musste aber für uns natürlich trotzdem sehr traurig. Vor allem, da wir so viele Kilometer entfernt sind und deshalb nicht für den Rest der Familie da sein können. 😥😥😥 Trotz allem machten wir uns am späten Vormittag auf den Weg zu Simons Familie. Jürgen empfing uns direkt mit offenen Armen und wir nahmen erst einmal auf der schattigen Terrasse Platz und stillten unseren Durst. Seine Frau Christiane stieß etwas später dazu, weil sie die Tage zuvor im nicht allzu weit entfernten Sao Paulo verbrachte. Das Kennenlernen war gleichfalls herzlich und wir fühlten uns sofort wohl und willkommen. Am späteren Mittag luden uns die beiden in ein sehr gutes Restaurant am Stadtpark ein. ❤ Als Vorspeise gab es kleine, knusprige Käse- bzw. Fleisch-Pastels und für mich endlich die erste Caipirinha in Brasilien! 🍹 Simon hatte ein butterzartes Rinderfilet mit cremigem Lauch-Schinken-Mozzarella-Risotto. Ich entschied mich für ein heimisches, sehr großes Fischfilet mit Mandel-Reis und Tomaten-Oliven Gemüse als Beilage. 😋 Am Abend machten wir es uns bei den beiden zu Hause gemütlich und es gab viel zu erzählen. Die beiden sind in ihrem Leben schon sehr, sehr viel rumgekommen und konnten uns sowohl für Brasilien als auch für weitere Länder Südamerikas gute Reisetipps geben. Wir tauschten für die kommenden drei Tage unseren Van gegen ihr gemütliches sowie geräumiges Gästezimmer und freuten uns auch über das eigene Bad. Gerne nutzten wir auch das Angebot bei ihnen unsere Wäsche zu waschen und auf der Leine zu trocknen.

Hier wachsen so prachtvolle Orchideen einfach im Garten! 😳

Morgens wurden wir von den beiden jeweils ganz herzlich an der bereits üppig gedeckten Frühstückstafel empfangen und so genossen wir die kleine Auszeit vom Vanlife bei den beiden wirklich sehr. Nach dem ersten, sehr heißen Tag in „Indaiatuba“ waren die restlichen Tage vergleichsweise kühl und mitunter sogar regnerisch. So unternahmen wir bis auf einen kleinen Spaziergang und eine Rundfahrt im Auto durch die Stadt nicht weiter viel und es gab ausreichend Zeit für Gespräche und zum Relaxen. Am letzten Abend revanchierten wir uns mit selbst gemachter Pfannen-Pizza inklusive brasilianischem Rotwein bei den beiden für ihre wirklich tolle Gastfreundschaft. 😊 Nach den schönen und geselligen Tagen hieß es dann am Mittwochmittag Abschied nehmen. Zuvor hatten uns die beiden noch sehr bei der Planung unserer weiteren Reise ins „Pantanal“ unterstützt und für uns, da wir nach wie vor leider kein Portugiesisch beherrschen, bei einigen Lodges angerufen. Bei einer davon haben wir dann auch gebucht und freuen uns schon jetzt auf den All-inclusive Aufenthalt direkt am Fluss inklusive diverserer Exkursionen in das größte Feuchtgebiet der Erde. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge sagten wir Jürgen & Christiane Lebewohl und fuhren erneut auf die Autobahn. Diese wird für die kommenden Tage quasi unser „Zuhause“ werden, da rund 1.200 km bis nach Campo Grande bzw. Miranda vor uns liegen.

Schöner Abend mit Pizza & Rotwein 🍷🍕
♥️lichen Dank noch einmal an Jürgen & Christiane für die Gastfreundschaft & die schöne Zeit 🥰

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NEW BLOG POST 🇧🇷 (02.09. – 05.09.2022) Rio de Janeiro – NP Serra dos Orgaos

Die Fahrt nach Rio de Janeiro verlief unkompliziert und so kamen wir noch bei Tageslicht gegen 17 Uhr an dem angesteuerten Stellplatz, direkt bei der Seilbahn zum Zuckerhut, an. Ich hatte mir irgendwie einen eingezäunten, 24 Stunden vom Militär bewachten Parkplatz vorgestellt. Eingezäunt war er dann nicht aber immerhin rund um die Uhr vom Militär bewacht, welches zu beiden Seiten des Platzes je ein Gebäude bzw. die Militärakademie hat. So übernachteten wir tatsächlich zweimal direkt unter dem Zuckerhut, zu unseren Füßen der Strand der „Praia Vermelha“. 😃 Für die zwei Nächte bezahlten wir insgesamt 150 Real was 30 € entspricht.

Vom Militär bewachter Stellplatz am Zuckerhut
Blick auf den Zuckerhut von der „Praia Vermelha“ aus

Am Freitag waren wir bereits früh auf und konnten die Jungs vom Militär während unseres Morgenkaffees beim Frühsport beobachten. Wir packten unser Frühstück in den Rucksack und liefen die wenigen Meter bis zum Eingang der Seilbahn. So standen wir bereits um 8 Uhr morgens in der Warteschlange und waren eine der Ersten in der Bahn auf den „Pao de Acucar“. Wir hatten wirklich einen fantastischen Tag mit strahlend blauem Himmel und Sonnenschein erwischt. Entsprechend gut war der Blick aus der fahrenden Gondel, welche in zwei Stationen auf den 400 Meter hohen Berg führt, und von den beiden Bergstationen hinunter auf die Stadt. 🤩 Jede Fahrt dauert ca. 3 Minuten und jede Gondel fasst max. 65 Personen. Die rundum Sicht auf Rio de Janeiro, den gegenüberliegenden „Corcovado“ mit dem „Cristo Redentor“, die „Copacabana“, den national airport, die ewig lange Brücke über den Atlantik – wirklich fantastisch. Und auch die Flugzeuge auf ihrem Landeanflug zu beobachten war super toll. Wir verputzten oben noch unser Sandwich und fuhren dann wieder hinunter zur Talstation. Gut, dass wir so früh dran waren! Die uns entgegenkommenden Seilbahnen waren im Vergleich zu unserer am Morgen bereits deutlich voller. Unten angekommen schnappten wir unsere Fahrräder und fuhren damit auf dem Radweg immer der Küste entlang bis zum „Centro“. Der kleine Teil, den wir von der historischen Altstadt gesehen haben, war wirklich sehr schön und es war amüsant, dem geschäftigen Treiben der Straßenhändler und Essensstände zuzuschauen. Wir konnten bei einer Frau ein richtig leckeres und sehr schmackhaftes hausgemachtes Mittagessen erstehen. Für sage und schreibe 3 € gab es eine große Schüssel voll Reis mit Bohnen, Spaghetti, Kartoffeln mit Möhren sowie geschmortes Rindfleisch. Frisch gestärkt radelten wir weiter zum modernisierten Hafenviertel, welches von dem futuristischen Amazonas-Haus überragt wird. Auch hier beobachteten wir bei einer kalten Cola noch einmal das Treiben um uns herum, bevor wir auf dem Küstenradweg zurück bis zur Copacabana fuhren. Der Strand hat uns allerdings nicht wirklich überzeugt. Vermutlich ist er einfach nur deshalb so bekannt bzw. berühmt, weil er ziemlich lang ist und mitten in der Stadt liegt. Analog zur angrenzenden „Praia Ipanema“ welche wir allerdings nicht mehr besuchten. An der Copacabana reiht sich eine Bude an die andere und Sonnenschirm an Sonnenschirm. Da sind uns die einsamen, endlosen Strände der Ilha Santa Catarina 1.000x lieber. 😋

Mit der Seilbahn 🚠 auf den „Pao de Acucar“
Blick auf die Stadt, ganz links die „Copacabana“
Hier sieht man die Start- & Landebahn 🛫
Im „Centro“ von Rio de Janeiro
Das Theater 🎭
Amazonas-Haus im Hafenviertel
Streetfood gibt’s immer & überall 😅
Hotel „Copacabana Palace“

Die Nacht von Freitag auf Samstag am Zuckerhut war leider nicht so ruhig wie die vorherige, weil in dem Gebäude hinter uns vermutlich eine Hochzeitsfeier stattfand und es um unser Auto herum ziemlich lange ziemlich laut war. Entsprechend müde und gerädert waren wir am Samstagmorgen. 😫 Nichts desto trotz machten wir uns erneut gegen 7 Uhr auf den Weg und wechselten den Stellplatz. Wir parkten unseren Van auf einem tagsüber bewachten Parkplatz ganz in der Nähe des Botanischen Gartens in Rio. Parkgebühr pro Stunde 10 Real (= 2 €). Von dort aus nahmen wir uns ein Taxi für 25 Real (= 5 €) und ließen uns zur Zahnradbahnstation auf den „Corcovado“, dem Berg mit der berühmten Christus Statue, bringen. Dort angekommen sahen wir schon eine ziemlich lange Warteschlange – wohl gemerkt um 8 Uhr morgens. 😮 So entschieden wir, die noch dazu teurere Zahnradbahn links liegen zu lassen und stattdessen mit einem sofort fahrbereiten Mini-Van für 50 Real p.P. (= 10 €) für die Hin- und Rückfahrt zu fahren. Oben angekommen hieß es dann direkt weiter zum nächsten Ticketstand: Es wurden noch einmal 75 Real p.P. (= 15 €) für die letzte Etappe mit einem weiteren Mini-Van bzw. den Eintritt zum „Cristo Redentor“ fällig. Es waren bereits Massen an Menschen um die Christus Statue herum versammelt und auch der Blick auf die Stadt war heute nicht ganz so gut wie gestern, da es deutlich diesiger war. Vielleicht hätte es auch einfach eine Postkarte getan?! Egal, jetzt waren wir auf jeden Fall bei einem weiteren DER Wahrzeichen von Rio und der Blick auf die 38 Meter hohe Statue, welche auf dem über 700 Meter hohen Berg thront, war schon beeindruckend. Zurück zum Auto ging es analog wieder mit den beiden Mini-Vans und dem Taxi. Am Van angekommen gab es erst einmal das mittlerweile heiß ersehnte Frühstück und endlich Kaffee. 😅☕🥪 Nach der Stärkung nahmen wir wieder unsere Fahrräder und steuerten den Botanischen Garten ganz in der Nähe an. Da der Eintrittspreis für „gringos“ jedoch nicht bei den erwarteten 15 Real (= 3 €) sondern 65 Real (= 13 €) lag und wir unsere Reisekasse die letzten beiden Tage schon arg strapaziert hatten zogen wir wieder von dannen. Die kostenfreie Alternative, der „Parque Lage“ lag unweit in der gleichen Straße und war ebenfalls sehr schön. Die großzügige, öffentliche Parkanlage beinhaltet ein altes englisches Herrenhaus, Springbrunnen, viele verzweigte Spazierwege, einen Ententeich sowie eine kleine Tropfsteinhöhle und vieles mehr. Bis auf die 600 verschiedenen Orchideenarten bestimmt genauso gut wie der botanische Garten. 😍 An einer Straßenecke schnappten wir noch einmal Hausmannskost für diesmal sogar knapp unter 3 €: Es gab wieder Reis mit Bohnen, Spaghetti und diesmal Hühnchen inkl. einem Becher „Guarana“ Nektar. Wir setzen uns damit an die große Lagune ganz in der Nähe und genossen dort in der Sonne unsere Mittagspause. Danach ging es auf dem Radweg entlang der Lagune zurück zum Parkplatz und unserem Auto. Wir verluden direkt die Räder und machten uns auf den Weg nach Petrópolis, ca. eine Fahrstunde außerhalb von Rio de Janeiro in den Bergen. Auch diese Stadt wurde maßgeblich von europäischen Einwanderern geprägt. Leider konnten wir dies nur während unserer Durchfahrt anhand der Fachwerkhäuser und der barocken Kirche erahnen. Wir hätten uns das Zentrum gerne am folgenden Tag in Ruhe angeschaut nur konnten wir leider keinen geeigneten Stellplatz für die Nacht finden. Wir fragten die örtliche Polizei um Rat und die war sogar so nett, uns persönlich zu zwei kostenpflichtigen Parkplätzen zu eskortieren. Wer könnte sich das bei uns daheim vorstellen?! Wohl niemand… Allerdings waren wir nicht gewillt nur zum Schlafen 25 € auszugeben und so zogen wir ohne Sightseeing von dannen. Wir fuhren die Landstraße noch ca. 20 km weiter bis zu dem vermuteten Start des Wanderweges, welchen wir sowieso bestreiten wollten. Dieser liegt im Nationalpark „Serra dos Orgaos“ – auch als Orgelpfeifen Gebirge bekannt und wohl vor allem bei Kletterern beliebt. Glücklicherweise fanden wir, dort angekommen, ein Restaurant mit weitläufiger Außenfläche inklusive Parkplätzen, Sitzplätzen im Freien, Enten- bzw. Fischteich, Hühnern, Katzen, Hunden – wirklich ein idyllisches Paradies im Nirgendwo. Die Besitzer stimmten freundlicherweise unserer Übernachtung auf ihrem Grundstück zu und so hatten wir eine ganz entspannte, sichere und ruhige Nacht. 🌙

Cristo Redentor auf dem Corcovado
Morgens um kurz nach 8 leider schon viel zu voll 😯
Blick von oben auf die Lagune in Rio
Parque Lage, im Hintergrund die Christus Statue
Mittagspause an der Lagune
Hausmannskost für unter 3 €! 😳
Petrópolis, leider nur während der Durchfahrt 🤷🏼‍♀️

Am Sonntagmorgen war es, wie vorhergesagt, leider Grau in Grau und mit nur noch 12 Grad auf 800 Meter Höhe auch spürbar kälter als die Tage zuvor. So entschieden wir, uns heute nicht wirklich zu bewegen sondern verbrachten die meiste Zeit in unserem kuschlig kleinen, fahrbaren Zuhause. 🥰 Wir nutzten das WLAN des Restaurants „Tourinho“ auf dessen Gelände wir standen und beobachten neugierig das Treiben um uns herum, als sich gegen Mittag schlagartig der große Parkplatz füllte. Wir haben relativ schnell verstanden, dass bei den Brasilianern das Mittagessen ganz hoch im Kurs steht. Sehr viele Restaurants öffnen auch nur über Mittag bis in den frühen Nachmittag hinein und schließen dann wieder. Oft gibt es Büffet oder man zahlt sein Essen pro Kilo, in dem die Teller gewogen werden. Unsere Neugier war also geweckt und so erkundigten auch wir uns nach dem Büffet hier vor Ort. Für 30 Real p.P. (= 6 €) konnte man essen so viel man wollte. Es gab diverse Beilagen (z.B. Reis, Bohnen, Spaghetti und Okra-Schoten), verschiedene Salate und unterschiedliche Fleischsorten (Schweinefleisch, Würstchen und Eintopf). Das Restaurant war ziemlich gut besucht und die vielen Tische gut belegt. Wir ließen uns das Essen ebenfalls schmecken, nicht zuletzt weil wir unseren Dank für den kostenlosen Stellplatz ausdrücken wollten. Wenn gleich wir wahrscheinlich auch so noch einmal die weitere Nacht hier hätten verbringen dürfen. So blieb unsere Küche heute kalt und wir konnten uns noch einmal die einheimische Küche zu Laibe führen. 😉 Auf den Steilhängen rundum wird übrigens überall Gemüse angebaut. In Gewächshäusern aber vor allem im Freien gibt es allerlei knackig frisches Gemüse: Salat, Lauch, Zwiebeln, rote Beete, Kohl und vieles mehr. Frischer kann es also gar nicht auf den Teller kommen!

Unser Stellplatz am Restaurant „Tourinho“
Das Gelände war wirklich sehr schön angelegt 🥰
Kitty wollte auch mitarbeiten! 🤣
Beilagen Büffet
Salat Büffet
Es wurde in Steintöpfen auf offenem Feuer 🔥 gekocht
Yummy 😋

Gut ausgeruht wachten wir am nächsten Morgen auf dem schönen, weitläufigen Restaurant-Gelände auf. Es war zwar immer noch bewölkt aber zwei bis drei Grad wärmer als am Vortag. Ausnahmsweise frühstückten wir direkt nach dem Aufstehen. Nach dem üppigen Mittagessen gestern ließen wir das Abendessen nämlich sausen und vor der anstehenden Wanderung musste also unbedingt eine Stärkung her. 😋 Unweit unseres Stellplatzes befand sich dann auch schon der, zu unserer Überraschung bewachte, Parkeingang in den Nationalpark „Serra dos Orgaos“. Aus Sicherheitsgründen mussten wir unsere Personalien hinterlassen und einer der Park-Ranger erklärte uns in perfektem Schweizer-Deutsch den Wegverlauf. Für den Aufstieg zum „Bride Waterfall“ benötigten wir ca. zwei Stunden. Es ging stetig bergauf und wir ließen es langsam angehen. Immer auf der Suche nach Faultieren in den Bäumen, leider ohne Erfolg. 😅 Wir sahen zwei Kamera-Fallen für Tiere und der Ranger erzählte uns zuvor, dass es hier tatsächlich nicht nur Faultiere gibt. Mit viel Glück kann man Pumas, Wildhunde, Wasserschweine, (Gift-) Schlangen und sogar Gürteltiere sehen. Der Wasserfall führte, wie angekündigt, kaum mehr Wasser da gerade Trockenzeit herrschte. Trotz allem war es ein schöner Weg und der Abstieg ging umso schneller. Unten angekommen bogen wir noch in den dichten Bambuswald ab und schauten uns die drei natürlichen Pools an. Zum Baden war sowohl das Wasser als auch die Außentemperatur allerdings deutlich zu frisch. 🙈 Wieder am Auto angekommen nutzten wir noch einmal das gute WLAN um das nächste YouTube Video für kommenden Sonntag hochzuladen und stärkten uns noch mit einem kleinen Müsli mit leckerer süßer Mango. Danach machten wir uns auf den Weg zurück in Richtung Autobahn und fuhren noch rund 100 km bis zu einer Mikro-Brauerei mit herrlicher Aussicht. Auf dem Parkplatz angekommen konnte ich in Ruhe duschen und endlich meine Haare waschen. Für alle, die sich jetzt fragen warum ich das nicht schon vorher hätte tun können: Unser Warmwasser-Boiler funktioniert nur mit Strom. Diesen können wir entweder während der Fahrt über die Lichtmaschine erzeugen oder über unser Solar-Panel auf dem Dach. Da wir aber die letzten zwei Tage nicht gefahren sind, der Himmel bewölkt war und wir noch dazu unter einem Baum standen hieß es Strom sparen – u.a. für das Laden der Laptops. 😐 Hier an der Autobahn übernachteten wir auch, da es am Folgetag noch einmal über 200 km bis „Ouro Preto“ zu fahren galt.

Zugang zum Nationalpark
Durch den Bambuswald…
… zu den natürlichen Pools 😀
Blühende Tilandsie
Aussicht ins Tal…
… auf die Gemüse Felder 🥬🧅🍠
Stellplatz mit Aussicht an der Autobahn 🛣

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