NEW BLOG POST 🇧🇴 (30.06. – 09.07.2023) Yungas Todesstraße – Copacabana – Titicacasee
Da sich ganz überraschend Max und Merle von @anschnallenabfahrt angekündigt hatten, verlängerten wir unseren Aufenthalt auf dem „Las Lomas“ Campingplatz in „La Paz“ spontan um einen dritten Tag. 😅 Die beiden hatten wir zuletzt kurz in „Temuco“ (Chile) gesehen und zu viert verbrachten wir einen sehr schönen, geselligen und lustigen Abend bei selbst gemachter, knuspriger Pizza und (mangels Wein) Dosenbier. Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns von allen anwesenden Reisenden, inklusive Max und Merle die wir aber hoffentlich schon bald am „Titicacasee“ wiedersehen werden. Wir stoppten noch kurz an einem „Hipermaxi“, um ein paar Lebensmittel zu kaufen, bevor wir uns neuerdings durch den chaotischen sowie zähen Verkehr von „La Paz“ in Richtung Yungas-Todesstraße quälten. Als wir einen rund 4.500 Meter hohen Pass in den Anden überwunden hatten ging es langsam, aber stetig bergabwärts und das karge, braune Ödland wich plötzlich wieder dem satten Grün des kalten Nebelwaldes. 😀 In dieser Region befinden sich zahlreiche Koka- sowie Kaffee-Plantagen aber unser eigentliches Ziel, die Todesstraße, lag noch vor diesen. Am späten Mittag gelangten wir an der Einfahrt zu einer der berüchtigtsten, weil gefährlichsten Straßen der Welt an. Bevor die asphaltierte Umgehungsstraße im Jahr 2007 eröffnet wurde diente diese nur dreieinhalb Meter breite „Straße“ als Hauptverkehrsroute zwischen „La Paz“ und den „Yungas“, Gegen- und Schwerlastverkehr ein- bzw. Leitplanken an den bis zu 600 Metern steilen Abhängen ausgeschlossen. 😮 Jährlich verunglückten hier im Durchschnitt 200 bis 300 Menschen tödlich aber mittlerweile wird diese landschaftlich sehr reizvolle Strecke fast ausschließlich von Mountainbike Touristen befahren.



Kurz hinter einer Kurve zum „Camino de la Muerte“ befand sich ein vom Schotterweg her nicht einsehbarer und noch dazu ebener Stellplatz, an dem wir eine einsame und ruhige Nacht verbrachten. Ganz ohne jegliches Hundegebell und ohne Straßenlärm. 😊 Da uns die geführten Touren mit Preisen zwischen 70 und 125 US$ pro Person schlicht zu teuer waren, hatten wir entschieden den Trail auf eigene Faust mit unseren Fahrrädern hinab zu fahren. Hierfür parkten wir unseren Van wenige Meter weiter oberhalb an der Hauptstraße neben einem kleinen Kiosk und der freundliche Inhaber versicherte uns, für läppische 10 BS Trinkgeld gut auf unser Zuhause aufzupassen so lange wir mit den Rädern unterwegs sein würden. 👍 Glücklicherweise hatte sich der dicke Nebel vom Vorabend verzogen und so konnten wir bei bestem Wetter in unser Abenteuer starten. Vom Startpunkt aus, welcher sich auf 3.150 Meter üNN befindet, geht es fast durchweg bergab bis man etwa 1.800 Höhenmeter und 32 Kilometer später am Ende des Weges auf nur noch rund 1.320 Meter üNN angelangt. Der Schotterweg, welcher mal mehr und mal weniger mit größeren Steinen übersäht war, führte dementsprechend fast durchweg bergab durch eine Landschaft die man sich schöner nicht hätte ausdenken können. 🥰 Der dichte, üppig grüne Nebelwald begleitete uns entlang des gesamten Weges und war mitunter von Riesenfarnen gespickt. Wir stoppten des Öfteren, um die schöne Aussicht über das Tal sowie hinab in den Canyon zu genießen und durften sogar unter dem feinen Sprühnebel eines langen Wasserfalls hindurchfahren. Die drei oder vier geführten Touren (inklusive Safetycar) waren abwechselnd mal vor und mal hinter uns, störten uns aber keineswegs. Nach etwa dreieinhalb Stunden kamen wir am Endpunkt des Weges in „Yolosa“ an und ich war froh und glücklich, meine erste Downhill Fahrt mit Bravour gemeistert zu haben. 🙃 Die meisten Tour Anbieter enden hier und wir erkundigten uns bei zweien ob es eventuell möglich wäre, uns und unsere Bikes mit zurück an den Startpunkt zu nehmen. Leider waren die Shuttles ausschließlich den zahlenden Gästen vorbehalten und so ging es für uns noch einmal fünf Kilometer weiter bis nach „Yolosita“. Mittlerweile hatte sich auch der Höhenunterschied in deutlich wärmeren Temperaturen bemerkbar gemacht und wir kamen ordentlich ins Schwitzen. 🥵 Glücklicherweise fanden wir, dort angelangt, auf Anhieb einen Minivan dessen Fahrer sich ohne mit der Wimper zu zucken bereiterklärte, uns inklusive Mountainbikes für schlappe 30 BS pro Person (= 4 €) mit in Richtung „La Paz“ zu nehmen. Keine 45 Minuten, dafür aber unzählige Kurven später, wurden wir wohlbehalten an unserem Van abgesetzt wo wir uns noch einmal bei dem Kioskbesitzer für seine Wachsamkeit bedankten. Inklusive aller Kosten hatte uns die erlebnisreiche Radtour am Ende des Tages gerade einmal 16 € gekostet – unsere Entscheidung war also goldrichtig gewesen.










Wir verbrachten noch eine weitere Nacht auf dem Stellplatz nahe der Todesstraße bevor wir uns am nächsten Morgen auf den Rückweg nach „La Paz“ machten. Tatsächlich benötigten wir neuerdings fast drei Stunden, um uns durch den chaotischen Verkehr der Großstadt sowie die mitunter enorm steilen Straßen zu quälen. 🚐 Auch ein enger Markt samt Besuchern wollte mal wieder durchquert werden bis wir endlich auf der „Schnellstraße“ angelangten, welche aus der Stadt hinaus in Richtung „Titicacasee“ führte. Am frühen Nachmittag gelangten wir an den ersten Ausläufern des größten Sees Südamerikas an welcher mit einer Länge von 160 sowie einer Breite von 60 Kilometern 13x größer als der Bodensee ist. 😮 Dieser liegt auf einer Höhe von 3.800 Metern üNN weswegen er auch als der höchste, schiffbare See der Welt gilt. In dem kleinen Örtchen „Huatajata“ fanden wir einen netten Stellplatz direkt am Wasser und nach den zurückliegenden, nervenaufreibenden Fahrstunden hatten wir keine Lust mehr weiterzufahren. Stattdessen genossen wir vom Steg aus den Blick auf das in der Sonne glitzernde Wasser und schauten den zahlreichen Haubentauchern sowie Enten beim Baden zu. 🦆 Hier ankerten auch einige schöne Ausflugsboote welche fast komplett aus Schilf gemacht waren und bezaubernde Drachenköpfe hatten. 🐲

mit dem Van mitten durch den Markt


Gut ausgeruht traten wir am Dienstagmorgen die Weiterfahrt in den Ort „Copacabana“ an. Dieser liegt an der Grenze zu Peru am Titicacasee und um dorthin zu gelangen mussten wir (mangels Landverbindung) auf einer sehr abenteuerlichen Fähre, die mehr einem Flos aus zusammengenagelten alten Holzbrettern ähnelte, das Gewässer überqueren. Da aber selbst große Reisebusse auf selbigem Weg übersetzten hatten wir Vertrauen in unseren Fährmann und wenige Minuten später erreichten wir wohlbehalten das andere Ufer. Von dort aus waren es noch einmal rund 40 Kilometer Fahrt von welcher aus wir immer wieder herrlichste Sicht auf den See und die schneebedeckte Cordillera Blanca, die von insgesamt 50 Bergen über 5.700 Meter Höhe gespickt ist, hatten. 🤩 Gegen Mittag erreichten wir unser Ziel und parkten unseren Van an der langen Promenade. Diese war, unerwarteterweise, sehr touristisch und neben den Ausflugsbooten sowie Privatyachten befand sich allerlei buntes Wasserspielzeug. Vom Schwanentretboot über sich im Wasser drehende Kraken-Kreisel bis hin zum Bananenboot war alles vertreten. 😂 Auch die zwei Hauptstraßen waren voll und ganz auf den Tourismus ausgerichtet was unschwer an zahlreichen Hotels, Restaurants sowie Cafés und Reiseagenturen zu erkennen war. Trotz allem herrschte hier eine sehr entspannte Atmosphäre und wir hatten Spaß daran, bei bestem Wetter dem bunten Treiben zuzusehen. 😎






An Simons Geburtstag kraxelten wir auf den „Cerro Calvario“, um von oben den Blick auf den Titicacasee sowie die Bucht zu genießen. Es ging ganz schön steil nach oben und bei der dünnen Luft kamen wir ziemlich schnell aus der Puste. Oben angelangt hatten wir dann einen herrlichen Rundumblick und den Abstieg machten wir uns etwas leichter in dem wir die Stufen nahmen, welche hinab ins Zentrum führten. Im Restaurant „La Orilla“ bestellten wir uns ein leckeres Dreigangmenü welches u.a. fangfrische Forelle aus dem See als Hauptgang beinhaltete. 😋 Den Rest des Tages faulenzten wir in der Sonne und schauten den Booten zu, die ihre vor Freude jauchzende Fracht auf den diversen Spielzeugen hinter sich herzogen. 😅




Freitagmorgens stießen dann neuerdings Max und Merle in ihrem blauen VW Crafter dazu. Nach dem wir unser Frühstück mit herrlichem Seeblick genossen hatten machten wir uns gemeinsam auf den Weg in den Ort, um bei einer der vielen Agenturen einen Ausflug auf die „Isla del Sol“ für den kommenden Tag zu buchen. Die zweistündige Bootsfahrt zur Insel kostet pro Person gerade einmal 40 BS (= 5 €) und wir entschieden, uns am Folgetag im Norden des kleinen Eilandes absetzen zu lassen um dieses der Länge nach bis in den Süden zu durchwandern. Von dort aus wird uns dann neuerdings ein Boot für 30 BS pro Kopf zurück zur „Copacabana“ bringen. Während ich auf dem Rückweg noch in einem Hostel für eine heiße Dusche einkehrte machten sich die anderen auf den Weg zurück zu den Vans, um diese ein Stück weiter abseits an der Promenade zu parken. Als ich zurückkehrte waren bereits beide Stand Up Paddels aufgepumpt und einer nach dem anderen genoss die Runde auf dem leicht welligen See. Ich übernahm das Board von Simon während er die Drohne startete, um noch ein paar schöne Luftaufnahmen zu machen. Kurz darauf vernahm ich vom Ufer aus seine Hilferufe: Unsere Drohne war soeben ins Wasser eingetaucht und auf dem Grund des Titicacasees versunken. 🙈 Max eilte sofort mit seinem SUP zu Hilfe und ich übergab Simon unser Board aber die Suchaktion verlief leider erfolglos. Vielmehr verlor Max während dieser auch noch seine teure Sonnenbrille welche nun gleichfalls auf dem Grund des Sees schlummert. 😥 Trotz dieser Malheurs ließen wir uns die Stimmung nicht vermiesen sondern genossen während des Sonnenuntergangs erst einmal einen Aperol Spritz, bevor wir gemeinsam in den Ort loszogen um uns ein Restaurant für das gemeinsame Abendessen auszusuchen.







Auf Grund des Unglücks vom Vortag verschoben wir die eigentlich für diesen Tag geplante Tour um stattdessen noch einmal mit den SUPs auf die Suche nach den verlorenen Gegenständen zu gehen. Während Max und Simon das Gebiet rund um die Absturzstelle durchkämmten begab ich mich mit dem Laptop auf die Suche nach einem Restaurant mit ordentlichem WLAN. Kurz vor unserer Abreise hatte ich nämlich noch, pro-forma, ein Kleingewerbe angemeldet und, wie sich nach kurzem Schriftverkehr mit dem Finanzamt herausgestellt hatte, fehlten bei meiner Steuererklärung deswegen noch eine Anlage sowie zwei komplette Formulare. 😕 So quälte ich mich, immerhin bei einem guten Cappuccino, mehrere Stunden durch das Steuerprogramm bis dieses endlich keine Fehler mehr fand und ich die Formulare übermitteln konnte. Da das Internet halbwegs tauglich war lud ich danach noch ein fertiges Video hoch und beantwortete, bei einer Portion Pancakes mit Früchten, noch ein paar E-Mails. Auf dem Rückweg zum Van kaufte ich auf dem Markt noch ein paar frische Brötchen für den anstehenden Ausflug und, wie erwartet, hatten die Jungs bei meiner Rückkehr leider keinen Erfolg zu vermelden. Somit werdet ihr in den kommenden Videos leider keine schöne Drohnenaufnahmen sehen können. 🤷♀️ Während meiner Abwesenheit waren noch zwei super nette Holländer zu uns gestoßen, Marco und Berit, die bereits zuvor in Argentinien Bekanntschaft mit Max und Merle gemacht hatten. Spontan entschieden sich die beiden, uns am nächsten Tag auf die „Isla del Sol“ zu begleiten und so konnten wir sogar noch auf ein Privatboot (á 800 BS = 100 €) umbuchen. 😀

Samstags wurden wir dann mal wieder vom Klingeln des Weckers geweckt. Nach dem die Zähne geputzt und der Kaffee getrunken waren packten wir unsere Rucksäcke für den Tag. Um 09:00 Uhr fanden wir uns dann zu sechst am kleinen Hafen ein und unser Kapitän „Willy“ brachte uns innerhalb einer Stunde zur nördlichsten Stadt der kleinen Insel auf der insgesamt nur 2.000 Menschen leben. Von dort aus starteten wir unsere etwa zwölf Kilometer lange Wanderung über die „Isla del Sol“. Der nicht zu verfehlende, gut angelegte Wanderweg führte uns als erstes zu den Überresten einer Inka Siedlung. Von dort aus ging es, Berg auf und Berg ab, immer in Richtung Süden. Die Ausblicke waren wunderschön und nicht zuletzt deshalb, sondern auch wegen der dünnen Höhenluft, waren wir entsprechend gemütlich unterwegs. 😅 Wir genossen den Blick auf das in der Sonne schimmernde Wasser, die endlose Weite über den See sowie den Blick auf die von Schnee bedeckte „Cordillera Blanca“. Auch einige Schafe und ein paar Esel, die auf der autofreien Insel als Transportmittel dienen, boten eine hübsche Film- und Fotokulisse. Wir stoppten mehrmals für ein paar kleine Snackpausen bis wir schließlich den südlichsten Ort „Yumani“ erreichten. Bevor wir zum Boot zurückkehrten legten wir noch einen Zwischenstopp in einem hübschen Restaurant hoch oben auf einer Klippe ein. Nach dem wir Kaffee und Aussicht genossen hatten ging es über die uralten, steilen Inka Stufen hinab zum Hafen wo uns „Willy“ bereits erwartete. 🚤 Gegen 17:00 Uhr gelangten wir wieder an unserem Ausgangspunkt an wo wir zuerst Max, der wegen einer Magenverstimmung leider nicht mitkommen konnte und stattdessen das Bett und gleichzeitig die Vans hütete, einen Besuch abstatteten. Der Arme hatte leider immer noch leichtes Fieber und Durchfall so dass wir am Abend nur zu fünft zurück in den Ortskern liefen um dort bei einem Italiener einzukehren. 🍝🍕🍷






















Scheinbar waren wir alle, nach dem zurückliegenden Wandertag, etwas träge und weder Marco und Berit, die eigentlich weiter nach La Paz fahren wollten, noch Simon und ich konnten uns zur Weiterfahrt aufraffen. Max ging es glücklicherweise schon etwas besser aber der Grenzübertritt nach Peru kam für die beiden an diesem Tag noch nicht in Frage und so entschied jeder für sich, noch einen weiteren Tag am schönen Seeufer abzuhängen. Wobei wir nicht ganz untätig waren und nebenbei immerhin noch ein Posts und einige Beiträge zustande brachten, während wir gemeinsam in den Campingstühlen fläzten. 😉 Und ich buchte, mit unserem letzten verbleibenden Internet bevor dieses passenderweise mit Verlassen des Landes am nächsten Tag auslaufen würde, noch den „Salkantay Trail“ zum „Machu Picchu“. Ich bin jetzt schon MEGA gespannt darauf, wie wir die 75 km verteilt auf vier Tagesetappen mit nicht zu unterschätzenden Höhenmetern, bewältigen werden…

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.
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