NEW BLOG POST (04.-12.06.2025) 🇺🇸 Von Moab bis Escalante: Wandern, Gewitter und ein ungebetener Gast im Van

Unsere Route:


Moab – Morning Glory Bridge – Castle Valley – Fisher Towers – Capitol Reef NP – Fruita – Escalante – Zebra & Tunnel Slot Canyon


Abschied von Moab & Wanderung zur Morning Glory Bridge

Nach fast einer Woche in der spektakulären Gegend rund um Moab hieß es Abschied nehmen vom Arches und Canyonlands Nationalpark. Doch der Scenic Byway 128, der sich entlang des mächtigen Colorado Rivers durch das enge Tal des Castle Valley schlängelt, bot uns direkt ein neues Highlight: Schon rund 3 km außerhalb von Moab machten wir Halt für eine erneute Wanderung – zur Morning Glory Natural Bridge.

Immer wieder mussten wir den Bach überqueren

👉 Wanderung zur Morning Glory Bridge

Länge: ca. 5,5 km hin und zurück

Dauer: ca. 1,5–2 Stunden

Schwierigkeit: Leicht

Startpunkt: Grandstaff Trailhead

Der Trail führte uns entlang eines kleinen Baches, den wir mehrmals zu Fuß überqueren mussten – was den Weg zu einem kleinen Abenteuer machte. Die Morning Glory Bridge zählt mit einer Spannweite von rund 75 m übrigens zu den längsten natürlichen Steinbrücken der Welt! Doch kaum erreichten wir den Viewpoint, verdunkelte sich der Himmel über uns bedrohlich . Erste Donnerschläge in der Ferne, dann die ersten Tropfen – schnell zurück zum Auto! Unter einem Felsvorsprung suchten wir kurz Unterschlupf, doch der Regen holte uns trotzdem ein. Glücklicherweise blieb es bei einem kurzen Guss – kurz darauf schien schon wieder die Sonne. Und unser idyllischer Stellplatz direkt am Colorado River rundete diesen aufregenden Tag perfekt ab.

Wir suchen unter einem Felsvorsprung Schutz ⛈️

Fisher Towers – Monument Valley Vibes ohne Menschenmassen

Am nächsten Morgen schnürten wir erneut die Wanderschuhe – diesmal ging es für uns zu den beeindruckenden Fisher Towers außerhalb von Moab. Diese riesigen Sandsteinformationen erinnern stark ans Monument Valley, sind aber deutlich weniger besucht.

👉 Wanderung zu den Fisher Towers

Länge: ca. 7 km hin und zurück

Dauer: ca. 2–3 Stunden

Schwierigkeit: Mittel

Startpunkt: Fisher Towers Trailhead

Die tiefrote Felslandschaft war einfach spektakulär. In der Ferne schimmerte das grüne Band des Colorado Rivers, und wir genossen die Ruhe und Weite. Kaum ein Mensch war unterwegs, dafür gab’s umso mehr Natur pur.

Das grüne Band des Colorado River

Maus im Van & Fahrt in den Capitol Reef Nationalpark

Am späten Nachmittag machten wir uns auf den Weg Richtung Capitol Reef Nationalpark. Die Landschaft wurde zunehmend mondähnlich: weit, trocken, karg. Unser Schlafplatz an einem braunen, sedimentreichen Bach war heiß und wenig einladend – vor allem, als wir feststellen mussten: Wir haben eine Maus im Van! 😳

Tortillapackung angeknabbert, Spaghetti angebissen – alles deutete auf einen pelzigen Untermieter hin. Also hieß es: Schränke ausräumen, Vorräte sichern, Mausefalle basteln. 🪤🐭


Capitol Reef Nationalpark – Steinbrücken, Canyons & Mormonenkuchen

Am nächsten Morgen ging’s in den Capitol Reef Nationalpark. Erste Etappe: die Hickman Bridge.

👉 Hickman Bridge Trail

Länge: ca. 2,9 km hin und zurück

Dauer: ca. 1–1,5 Stunden

Schwierigkeit: Leicht

Anschließend wagten wir trotz Hitze direkt den nächsten Trail:

👉 Cohab Canyon Trail

Länge: ca. 5,1 km (one way)

Dauer: ca. 2–3 Stunden

Schwierigkeit: Mittel

Tipp: Früh am Morgen starten da kein Schatten!

Die Ausblicke auf bunt marmorierte Felsen und die „Schweizer-Käse-Felswände“ waren spektakulär. Doch gegen Mittag war die Hitze zu viel für uns – und wir suchten Abkühlung im schattigen Picknickbereich am Fremont River und gönnten uns dort eine lokale Spezialität: frisch gebackene Mixed Berry Pie, hergestellt aus Früchten der historischen Mormonen-Obstgärten in Fruita.

Zum Abschied erfrischten wir uns im kühlen Fremont River – gar nicht so einfach bei der starken Strömung – bevor wir weiter in höhere, deutlich kühlere Lagen fuhren. 🚐💨


Abkühlung im Dixie National Forest

Im rund 1.000 m höher gelegenen Dixie National Forest fanden wir nicht nur grüne Nadel- und Birkenwälder, sondern auch eine dringend benötigte Abkühlung: Die Temperatur fiel um sagenhafte 20 °C. Für uns der perfekte Ort zum Ausruhen – zwei Tage Pause, zwei Nächte Erholung pur. 😮‍💨


Escalante – Off the Beaten Path

Gut erholt fuhren wir weiter auf dem Scenic Byway 12, einer der schönsten Straßen des gesamten Südwestens. Unser Ziel: das riesige Grand Staircase-Escalante National Monument, das sich auf über 7.500 km² Fläche erstreckt! 😮

👉 Upper Calf Creek Falls Trail

Länge: ca. 3,5 km hin und zurück

Dauer: ca. 1,5 Stunden

Schwierigkeit: Mittel bis schwer (steil!)

Trotz fehlender Beschilderung fanden wir den Startpunkt – mit etwas Umweg – und wurden mit natürlichen Felsbecken belohnt, die uns bei der Hitze wohltuend die Füße kühlten.

Im modernen Visitor Center von Escalante füllten wir nicht nur unsere Trinkwasservorräte auf, sondern ließen uns auch vom Ranger zur aktuellen Lage im Zebra Slot Canyon beraten. Er gab uns grünes Licht für den nächsten Tag – kein Regen in Sicht! Somit blieb uns noch Zeit, Vorräte im örtlichen (etwas teuren) Grocery Store aufzufüllen.

Modernes Visitor Center in Escalante

Abenteuer Slot Canyon – mit nassen Füßen

Am nächsten Morgen ruckelten wir über die staubige Hole in the Rock Road von Escalante aus zum Startpunkt des Zebra Slot Canyon. Auch hier: Keine Ausschilderung, kein Handyempfang – wer diesen Weg geht, sollte offline Karten oder GPS nutzen!

👉 Zebra & Tunnel Slot Canyon Hike

Länge: ca. 11 km Rundweg (Zebra + Tunnel Canyon)

Dauer: ca. 3–4 Stunden

Schwierigkeit: Mittel bis schwer

Tipp: Wasserschuhe mitnehmen!

Die Ernüchterung kam schnell: Der Zebra Slot Canyon stand komplett unter Wasser. Um ihn ganz zu durchqueren, hätten wir schwimmen müssen – was uns dann doch zu riskant und vor allem zu kalt war. 🥶 Stattdessen entschieden wir uns für den zusätzlichen Umweg zum Tunnel Slot Canyon. Auch dort wateten wir durch eiskaltes Wasser, konnten den Canyon aber gut meistern und über einen trockenen Wash zum Van zurückkehren.

Der Eingang zum Zebra Slot – komplett unter Wasser
Wir waten durch den Tunnel Slot Canyon
Leopard Eidechse

Und genau das ist das Besondere an solch abgelegenen Orten: Man weiß nie, was einen erwartet! Mal sind es Gewitter, mal Wasser im Canyon oder eine Maus im Van – aber genau das ist das wahre Vanlife-Abenteuer! 😅


Unser Abenteuer auf YouTube

All diese Eindrücke – inklusive Maus im Van, nasser Wanderschuhe und versteckter Natur-Highlights – findet ihr auch in unserem YouTube-Video: 👇


Ausblick: Bryce Canyon & Yellowstone warten!

Schon nächste Woche steht eines der ganz großen Highlights im Südwesten der USA auf dem Programm: Der Bryce Canyon Nationalpark! Und danach geht’s für uns zügig über Salt Lake City Richtung Yellowstone Nationalpark – bleibt also dran und schaut nächsten Sonntag unbedingt wieder hier vorbei!

Bryce Canyon

P.S. Folgt uns auch gerne auf Instagram für stets neue Eindrücke aus unserem Reisealltag! 👉 SiJu_Campervan auf Instagram

NEW BLOG POST (29.05.-03.06.2025) 🇺🇸 Canyonlands & Arches Nationalpark

Mit dem Wohnmobil rund um Moab: Zwischen Naturwundern, Gluthitze und Kulturstaunen

🗺 Route & Überblick

Unsere Reise führte uns von Süden kommend über den kühlen, fast alpinen Manti-La Sal National Forest hinunter in die Wüstenhitze von Moab. Dazwischen lagen atemberaubende Ausblicke, spannende Kulturstätten wie der Newspaper Rock, eindrucksvolle Felsformationen im Canyonlands und Arches National Park – und das alles auf staubigen Pisten, schattigen Waldstraßen und sengend heißen Scenic Drives entlang des Colorado Rivers.


🌲 Stellplatz-Highlight im Wald

Unser erstes Camp lag rund 1.000 Meter über dem Niveau von Moab: Kostenlos, ruhig und direkt an einem kleinen See – ein echter Geheimtipp an heißen Tagen! Am Abend kamen die Rehe zum Trinken, Enten zogen ihre Küken übers Wasser, und in der Dämmerung hüpften Fische über die spiegelglatte Oberfläche. Es war wildromantisch, kühl sowie wohlduftend nach Pinien – eigentlich wollten wir hier gar nicht mehr weg. 🥰

Freier Stellplatz am Monticello Lake

📰 Newspaper Rock & Needles Overlook

Auf dem Weg in Richtung Moab machten wir Halt am Newspaper Rock, wo über 2.000 Jahre alte Petroglyphen Geschichten in Stein erzählen.

Danach folgte ein echter Geheimtipp, wenngleich mit Abzweig-Warnung: Der Weg zum Needles Overlook ist nämlich ein ganzes Stück (ca. 35 km pro Richtung) vom Highway entfernt – aber: Es lohnt sich! 🤩 Kaum ein Mensch weit und breit, spektakulärer Weitblick über das südliche Canyonlands-Gebiet, Picknickplätze mit Aussicht – ein traumhafter Ort zum Innehalten. 💖

Newspaper Rock
Needles Overlook
Gibt es einen schöneren Picknick-Platz?! 😍

⛺️ Campen rund um Moab

Moab selbst bietet keine kostenfreien, legalen Übernachtungsmöglichkeiten in der Stadt – kein Stealth Camping, kein Side-Street-Schlafen. Dafür gibt’s nördlich und südlich BLM Campgrounds (teils gratis, teils 15–20 USD/Nacht) oder luxuriöse RV Parks mit Full Hook-Up. Wir standen zuerst auf einem Dispersed Campground 20km außerhalb in der Wüste: kostenlos, heiß, aber mit Weitblick – bis zu 14 Tage ist freistehen hier erlaubt. Allerdings ohne Schatten, daher heißt es: Früh aufstehen oder spät aktiv werden! 😉

Tipp: Günstig einkaufen ist schwierig – Village Market und City Market in Moab sind klein und teuer. Besser vorher in Page, Grand Junction oder Richfield bei Walmart einkaufen!


🏞 Canyonlands National Park – Island in the Sky District

Mit unserem America the Beautiful Pass konnten wir die Warteschlange umgehen und direkt rein. An Wochenenden und Feiertagen können hier laut Schild jedoch bis zu 1 Stunde Wartezeit anfallen!

Mesa Arch Trail (ca. 1,2 km Rundweg): Kleiner Hike, großer Wow-Effekt! Durch den Felsbogen hindurch sieht man nämlich dramatisch hinab in den Canyon. 🤩

Grand View Point: Am Ende der 54 km langen Parkstraße liefen wir den Grand View Point Trail (ca. 1,3 km one-way) entlang, welcher mit spektakulären Rundumblicken sowie perfekter Aussicht auf das weite Labyrinth der Canyonlands aufwartet.

Shafer Trail Viewpoint: Von hier aus hat man einen tiefen Blick auf eine abenteuerliche Dirtroad mit engen Serpentinen. Wir schauten aber nur zu – zumal der Trail 4×4 Fahrzeugen empfohlen wird und man sich hierfür wohl im Visitor Center vorab eine Genehmigung (Permit) besorgen muss.

Am Nachmittag retteten uns an diesem heißen Tag Klimaanlage & kalte Cola im McDonald’s von Moab – ausnahmsweise 1:0 für die Zivilisation! 😅


🌄 Corona Arch & Petroglyphen

Am frühen Abend, immer noch bei sengender Hitze, fuhren wir über die malerische Potash Road entlang des Colorado Rivers. Den Trailhead zum Corona Arch (ca. 5 km hin & zurück) starteten wir gegen 18 Uhr – gut so, denn der Weg über die Felsen bietet kaum Schatten. Der Arch selbst leuchtete im Sonnenuntergangslicht tiefrot. Und auf dem Rückweg nach Moab stoppten wir noch bei einer Felswand mit uralten Felszeichnungen – Utah ist einfach ein einziges Open-Air-Museum! 🤗

Scenic Drive – Potash Road
Colorado River
Corona Arch

🌤 Arches National Park – Naturwunder hautnah

Die Einfahrt ist zwischen 6–7 Uhr morgens und nach 16 Uhr auch ohne Permit möglich. Danach braucht man, in der Zeit vom vom 1. April bis 6. Juli sowie vom 28. August bis 31. Oktober, für die Einfahrt zwischen 7 und 16 Uhr ein Zeitticket. Dieses kann man über die NPS App buchen. Da das Buchungsportal jedoch bereits am 1. Januar öffnet, sind insbesondere die Slots am Morgen aber meist schon ausgebucht…

Delicate Arch Trail: 5 km hin & zurück, ca. 150 Höhenmeter zum wohl bekanntesten Arch der USA! Er ist rund 16 Meter hoch, komplett freistehend und überwältigend schön. Außerdem ziert sein Konterfei die Autoplaketten Utahs. 😉

Windows Section: Leicht begehbar bietet dieser Weg spektakuläre, natürliche “Fenster” im roten Fels.

Double Arch: Doppelt schön! Dank zwei sich überschneidender Steinbögen.

Balanced Rock: Ein riesiger Stein, der wie von Zauberhand auf einem dünnen Sockel balanciert.

⛈️ Da der Wind gegen Nachmittag bedrohlich zunahm und Gewitter drohten, verschoben wir den berühmten Devil’s Garden Trail auf den nächsten Tag.


🏜️ Devil’s Garden Trail – Wanderweg der Extraklasse zu den schönsten Arches

Unser Motto lautete: Früh los, bevor erneut die Hitze zuschlagen würde! Wir starteten den Trail bis zum Landscape Arch (hin & zurück ca. 2,6 km, Höhenunterschied minimal) daher bereits kurz vor 8 Uhr. Der Arch ist fast 90 Meter lang – der längste natürliche Steinbogen der USA. Er wirkt dünn, fast zerbrechlich – ein Wunder, dass er noch steht! 😧

Wer mag kann den Wanderweg so wie wir auf bis zu 12,6 km erweitern, inklusive Double O Arch, Navajo Arch und Co. Aber: nur empfehlenswert bei gemäßigten Temperaturen und mit ausreichend Trinkwasser im Gepäck. Außerdem sollte man schwindelfrei sein und über gute Trittsicherheit bzw. Wanderschuhe verfügen.


📚 Utah & die Mormonen

Utah ist nicht nur Naturwunder – sondern auch kulturell speziell. Die Region ist geprägt von der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen). Und das zeigt sich überall:

Sonntags haben zahlreiche Geschäfte geschlossen, besonders Familienbetriebe, und man sieht viele Familien mit vier, fünf oder mehr Kindern – ein starkes Gemeinschaftsgefühl ist Teil der Glaubensphilosophie. Außerdem wird kein Alkohol in normalen Supermärkten verkauft, sondern nur in speziellen Läden mit strikten Regeln. Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Ordnung sind in diesem Landesteil tief verankert. So wundert es nicht, dass auch wir mehrfach herzlich begrüßt und unterstützt wurden. 🌟


🍽️ Essenstipps & Alltagshilfe

Moab ist extrem touristisch und entsprechend teuer. Neben den üblichen Fast-Food Ketten finden sich nette Cafés und Restaurants. Kostenlos und obendrein günstig duschen kann man an verschiedenen Orten – z. B. im Moab Recreation and Aquatic Center oder teils auf RV-Parks gegen Gebühr. Alle Duschmöglichkeiten findet ihr ➡️ hier. Broschüren mit allerlei nützlichen Infos liegen u. a. im Visitor Center oder bei McDonald’s aus.


💬 Unser persönliches PS

Moab war für uns der perfekte Mix aus staubiger Abenteuerlust, ehrfürchtiger Naturbetrachtung und einem Hauch Zivilisation. Die Hitze, das Licht, die roten Felsen – es fühlt sich an, als wäre man auf einem anderen Planeten! Und doch fanden wir mitten im Nirgendwo ganz viel Stille, Freiheit und viele kleine Wunder sowie spektakuläre Nachthimmel. 🌌

NEW BLOG POST (21.-28.05.2025) 🇺🇸 Von Arizona nach Colorado: Canyons, Felsen und versteckte Wunder ✨

Nach dem enttäuschenden Besuch im Zion-Nationalpark zog es uns zügig weiter – raus aus Utah, rein nach Arizona. Unser Ziel: das Städtchen Page. Ein Ort, der wie ein Magnet auf Roadtrip-Fans wirkt. Kein Wunder – die Umgebung bietet eine geballte Ladung Naturwunder. 🏜️


HorseShoe Bend – Naturwunder mit Schattenseiten

Unser erstes Ziel: der berühmte HorseShoe Bend, eine hufeisenförmige Schleife des Colorado Rivers, etwa 6 Kilometer südlich von Page. Hier hat sich der mächtige Fluss im Laufe von Millionen Jahren tief in den Sandstein gegraben – rund 300 Meter tief und mit einem Radius von etwa 450 Metern. Der Aussichtspunkt liegt hoch über dem Fluss und bietet eine spektakuläre, fast surreale Perspektive.

Für 10 $ Parkgebühr tauschten wir Hitze gegen Panorama: Vom gut gefüllten Parkplatz führte ein etwa 1,5 Kilometer langer, ebener Wanderweg zum Aussichtspunkt. Die Sonne brannte gnadenlos vom Himmel – und stand zur späten Nachmittagszeit direkt über dem Motiv. Das Resultat: Gegenlicht beim Fotografieren und Schatten in den Canyonwänden. 😧 Wir warteten geduldig auf den Sonnenuntergang, aber das Licht wurde eher schlechter.

Tipp für euch: Die besten Lichtverhältnisse gibt’s vormittags, idealerweise zwischen 9:00 und 11:00 Uhr – da steht die Sonne noch günstig und der Canyon liegt gleichmäßig im Licht.

Trotz allem: Der Anblick war atemberaubend. Und wir bereuten keine Sekunde – selbst nicht angesichts der Menschenmassen, die sich wie wir zum berühmten Aussichtspunkt schleppten.


Lone Rock Beach – Paddelzeit am Lake Powell

Am nächsten Tag gönnten wir uns einen Kontrast zur staubigen Canyonlandschaft: Lone Rock Beach, ein weitläufiger, freier Strandabschnitt am Lake Powell, etwa 20 Minuten westlich von Page. Der riesige Stausee ist mit rund 300 km Länge und über 3.000 km Uferlinie der zweitgrößte seiner Art in den USA – knapp hinter dem Lake Mead, den wir einige Wochen zuvor schon besucht hatten.

Endlich kam unser Stand-Up-Paddleboard wieder zum Einsatz – das erste Mal seit Langem! ♥️

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Das türkisblaue Wasser, der feine Sandstrand und die beeindruckende Kulisse des Lone Rock, der wie ein Monolith aus dem Wasser ragt, machten den Tag zu einem echten Highlight. Kein Wunder, dass sich hier schon viele Camper fürs Memorial-Day-Wochenende (26. Mai) häuslich eingerichtet hatten.

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Wohnmobil-Ansammlung am Lake Powell

Da wir bereits Tickets für den nächsten Nachmittag im Lower Antelope Canyon gebucht hatten, entschieden wir uns gegen die 14 $ Campinggebühr und übernachteten stattdessen – ganz pragmatisch – auf dem ruhigen Parkplatz oberhalb vom Walmart bei Burger King. Weniger Romantik, dafür gratis und ruhig. 😉


Lower Antelope Canyon – Schönheit mit Beigeschmack…

Den berühmten Upper Antelope Canyon ließen wir direkt links liegen – 150 $ Eintritt pro Person waren uns schlicht zu viel. 😧 Stattdessen buchten wir für 75 $ p.P. online bei Ken’s Tours Tickets für den Lower Antelope Canyon, der sich direkt gegenüber befindet (zweiter Anbieter: Dixie Ellis’ Tours).

Schon bei der Ankunft: das übliche Bild – volle Parkplätze, Reisebusse, lange Warteschlangen. Nach Anmeldung und Sicherheitsbelehrung (keine Taschen, keine Wertgegenstände, nur Handy, Kamera und Wasser erlaubt) wurden wir unserer Tourgruppe zugeteilt – 15 Personen plus Guide.

Der Einstieg in den engen Slot Canyon erfolgt über Metallleitern, ist aber auch für Ungeübte machbar. Unten angekommen: Wow. 🤩 Die geschwungenen Felswände aus rot-orangefarbenem Navajo-Sandstein wirkten wie aus einer anderen Welt. Wer kennt nicht das ikonische Foto vom Windows-Hintergrundbild? Genau hier wurde es aufgenommen.

Und warum nur mit Guide? Ganz einfach: Die Antelope Canyons liegen auf Navajo-Gebiet, weshalb das betreten nur in geführten Touren erlaubt ist. Zudem verwandeln sich die engen Schluchten bei Regen innerhalb von Minuten in tödliche Wasserfallen – das Sicherheitsrisiko ist enorm.

Unser Guide trieb uns jedoch ziemlich zügig durch den Canyon. Zeit zum Innehalten? Fehlanzeige. Fotografieren? Unter Zeitdruck. Wir konnten dennoch ein paar schöne Aufnahmen ergattern – aber es blieb ein schaler Nachgeschmack… Mit 1.480 Besuchern lag der Tag hart an der maximal erlaubten Tagesgrenze von 1.700. Vielleicht hatten wir einfach einen schlechten Zeitpunkt erwischt… 🤷🏼‍♀️

Mehr Fotos ➡️ Auf unserem Instagram Kanal!

Navajo National Monument – Oase der Ruhe mit Blick in die Vergangenheit

Nach all dem Trubel sehnten wir uns nach Ruhe. Fündig wurden wir im Navajo National Monument, wo wir einen kostenlosen und top gepflegten Stellplatz fanden: der Sunset View Campground – zwar ohne Dumpstation und Duschen, dafür aber mit sauberen Toiletten und Picknicktischen zwischen Kiefern- und Wacholder-Bäumen. Jackpot! 🎰

Hier begegneten wir erstmals in den USA gleich drei deutschen Overlandern – ein echter Zufall! Gemeinsam wanderten wir zu einem Aussichtspunkt mit Blick auf die Cliff Dwellings der Hopi – beeindruckende, in Felswände gebaute Wohnhäuser aus dem 13. Jahrhundert. Besonders die Ruinen von Keet Seel, mit über 150 Räumen, gelten als die zweitgrößten ihrer Art im gesamten Südwesten (nach dem Cliff Palace in Mesa Verde).

Unter dem Felsbogen befinden sich die Behausungen

🌵 Wissenswertes:

– Erbaut zwischen 1250 und 1286

– Der Name bedeutet so viel wie Ort der zerbrochenen Töpferware

– Funde wie Ara-Federn und Muscheln zeigen Handelsbeziehungen bis nach Mexiko

– Zugang zu Keet Seel ist nur mit einer mehrstündigen, geführten Wanderung möglich


Monument Valley – das Hollywood-Klischee live

Weiter ging’s Richtung Monument Valley, der Inbegriff des Wilden Westens. 🏜️ Die roten Felsformationen kennt man aus unzähligen Western – und von der Marlboro-Werbung. Das Valley liegt ebenfalls auf Navajo-Gebiet, der Eintritt kostet 8 $ pro Person, ist aber nicht im America the Beautiful Pass enthalten.

Da wir nicht sicher waren, ob unser Van den 17-Meilen-Scenic-Loop meistern würde (Schotterpiste, nur für 4WD oder SUVs empfohlen – siehe Foto), fragten wir am Welcome Center nach. Und entschieden uns schließlich dagegen – nicht nur wegen der Gefahr eventuell mit unserem Van stecken zu bleiben, sondern auch wegen des Andrangs. Geführte Jeep-Tour? Nein danke – wir hatten nach dem Zion Nationalpark und Antelope Canyon genug von Massentourismus… 😕

Auto-Schlange an der Einfahrt zum Monument Valley

Von der Straße aus sahen wir trotzdem die drei berühmtesten Felsformationen:

– West Mitten Butte

– East Mitten Butte

– Merrick Butte

Und natürlich hielten wir auch am legendären Forrest Gump Point – dort, wo Forrest im Film plötzlich stehen bleibt. Über die Selfie-wütigen Touristen, die sich mitten auf die befahrene Straße legten, um DAS Foto zu schießen, konnten wir jedoch nur den Kopf schütteln. Echt wild! 😬


Valley of the Gods: Monument Valley in wild & frei

Stattdessen fanden wir knapp 45 km weiter die perfekte Alternative: das Valley of the Gods – gleiche Kulisse, null Eintritt, kaum Touristen. Auf BLM-Land gelegen, führt ein etwa 27 Kilometer langer Rundweg über eine gut fahrbare Schotterstraße durch das Tal. Und: Man darf hier frei campen! Mitten zwischen rot glühenden Felsformationen, umgeben von absoluter Stille – traumhaft. 🥰

Unser Schlafplatz 🤩

Four Corners & Mesa Verde – Kurze Grenze, große Geschichte

Am Dienstag ging’s weiter nach Colorado. Auf dem Weg lag das bekannte Four Corners Monument, wo sich Utah, Arizona, Colorado und New Mexico treffen. Der Eintritt von 8 $ p.P. schreckte uns allerdings ab – also weiter zum nächsten Ziel: Dem Mesa Verde Nationalpark.

War uns keine 16$ wert: Das Four Corners Monument

Wir erreichten den Park erst am Nachmittag – und unterschätzten seine Ausdehnung gewaltig: Vom Besucherzentrum führt eine rund 40 Kilometer lange Straße tief hinein in die Hochlagen des Plateaus, auf bis zu 2.600 Meter Höhe. 😳

Da wir im Park nicht kostenlos übernachten konnten (es gibt nur einen kostenpflichtigen Campground), drehten wir am selben Tag wieder um und suchten uns einen schönen Platz an der Rest Area kurz vor dem Parkeingang.

Tipp: Plant für Mesa Verde mindestens einen ganzen Tag ein – oder besser zwei.

Am nächsten Morgen bestaunten wir dann in Ruhe die berühmten Cliff Dwellings – teils aus der Ferne, teils vom Auto aus. Den Petroglyph Point Trail (ca. 4 km Rundweg) können wir sehr empfehlen – unterwegs entdeckt man Jahrhunderte alte Felszeichnungen.

💡 Wissenswert:

– Mesa Verde war ab ca. 600 n. Chr. Heimat der Ancestral Puebloans

– Über 600 erhaltene Cliff Dwellings

– UNESCO-Welterbe seit 1978

– Nur mit Ranger-Tour ist ein Besuch aus nächster Nähe möglich


📌 Unser Fazit

Die letzten Tage waren intensiv – landschaftlich, emotional und logistisch. Von Hitze und Touristenmassen bis zu völliger Einsamkeit und unerwarteter Gastfreundschaft war alles dabei. Und genau diese Mischung macht unsere Reise so besonders. ❤️

NEW BLOG POST (11.-20.05.2025) 🇺🇸 Vom Lake Tahoe zum Zion Nationalpark 

Unsere Route

Nach vier erlebnisreichen Tagen in San Francisco zog es uns wieder in die Natur – diesmal hoch hinauf in die Berge: Der wunderschöne Lake Tahoe auf knapp 2.000 Metern Höhe war unser nächstes Ziel. Von dort ging es weiter durch das abgelegene Great Basin entlang der loneliest road in America, dem Highway 50, und schließlich bis zum berühmten Zion Nationalpark im Bundesstaat Utah. 🇺🇸🚐💨


Highlights & Erlebnisse

Lake Tahoe – türkis, klar & eiskalt schön

Der größte Alpensee Nordamerikas ist ein Naturjuwel par excellence: über 500 km² groß, bis zu 500 Meter tief und umrahmt von schneebedeckten Bergen. Die Staatsgrenze zwischen Kalifornien und Nevada verläuft direkt durch den See – was ein Blick auf die Karte schnell verrät. In Truckee, einem kleinen Bergstädtchen mit Western-Charme, machten wir Halt, bevor wir weiter zum Ostufer fuhren.

Blick auf den Donner Lake – kurz vor Lake Tahoe

Dort trafen wir uns bei Sonnenschein und Seepanorama spontan mit Ann-Carolin und Joachim, die wir zufällig wiedertrafen – zuletzt hatten wir sie vor Wochen kurz bei Flagstaff gesehen.


Lake Tahoe Tipp: Am Memorial Point parken und dann den East Shore Trail entlanglaufen oder radeln. So spart man sich die $10 Parkgebühr am Sand Harbour. Die Farben des Wassers? Fast schon surreal schön: Türkis, Blau, glasklar – Sehnatur in Perfektion! 🌟

Highway 50 – Der einsamste Highway Amerikas

Die folgende Etappe führte uns über 900 km von Carson City durch fast menschenleeres Land nach Utah. Der sagenumwobene Pony Express – eine historische Reitpostverbindung aus dem 19. Jahrhundert – verlief einst genau hier entlang. Die Route führte uns über Fallon, Austin, Ely und den Highway 93 nach Hurricane, kurz vor dem Zion Nationalpark. Unterwegs fielen uns die unendliche Weite, lange Geradeausfahrten und die fast schon surreal wirkende Leere besonders auf – Europa wirkt dagegen wie eine große Siedlung! 🙈


Zion Nationalpark – Zu viele Menschen, zu wenig Magie

Die Hoffnung auf einen entspannten Wandertag inmitten beeindruckender Natur zerschlug sich bereits früh am nächsten Morgen. Da uns andere Reisende am Vorabend vorgewarnt hatten, dass die Parkplätze im Zion Nationalpark bereits um sieben Uhr voll sein würden, klingelte unser Wecker schon um sechs Uhr in der Früh. Noch im Halbschlaf sprangen wir in unsere Klamotten und machten uns auf die rund 25 Kilometer lange Fahrt zum Visitor Center. Die Schranken am Eingang waren um diese Uhrzeit noch unbesetzt – kein Problem für uns, denn dank unseres America the Beautiful-Passes durften wir ohnehin kostenlos hinein.

Anfangs war auf dem Parkplatz noch wenig los. Wir richteten uns in aller Ruhe, frühstückten ein schnelles Müsli mit Kaffee und packten unsere Brotzeit für den Tag. Doch währenddessen füllte sich der Platz merklich und es war klar: Hier wird es voll. 😳

Der Parkplatz füllte sich in Rekordgeschwindigkeit…

Und dann das: Direkt neben uns parkte ein belgischer Camper – und wer stieg aus? Die Familie von Waffles World Tour, die wir vor fast einem Jahr zuletzt in Mérida (Mexiko) am Strand getroffen hatten! 😀 Ein völlig unerwartetes, aber wunderschönes Wiedersehen, auch wenn die Zeit nur für ein kurzes Gespräch reichte. Wir hatten heute schließlich eine vermeintliche Ganztagestour vor uns.

Kurzes Wiedersehen mit Waffles World Tour

Vom Visitor Center nahmen wir den kostenlosen Shuttlebus bis zur Haltestelle The Grotto. Von hier aus starteten wir unsere Wanderung auf dem West Rim Trail hinauf zum Scout Lookout – rund 300 Höhenmeter, verteilt auf ca. 3 Kilometer. Der Weg war bestens ausgebaut, teilweise sogar asphaltiert, aber leider trotz der frühen Stunde schon gnadenlos überlaufen. Ständig überholte man andere oder musste zur Seite treten. Entspanntes Wandern sieht anders aus!

Nach ziemlich genau einer Stunde erreichten wir den Aussichtspunkt. Von hier startet der berüchtigte Angels Landing Trail, der nur mit vorheriger Permit betreten werden darf. Die schmale Felsspitze, links und rechts geht es hunderte Meter in die Tiefe, ist nur über ein Kettensystem zugänglich – definitiv nichts für schwache Nerven. Eine Genehmigung hatten wir sowieso nicht, und ehrlich gesagt: Beim Anblick der Menschenmassen war ich nicht einmal traurig darüber.

Scout Lookout – für meinen Geschmack viel zu voll 😣
Alle wollen den schmalen Grat hinauf:
Anstehen beim Angels Landing Trail

Stattdessen folgten wir noch ein Stück weiter dem West Rim Trail, der sich insgesamt über etwa 30 Kilometer bis tief in den Canyon hineinzieht (oder sogar zum anderen Ende führt – genaue Strecke bitte nachschlagen). Und siehe da: Kaum ließen wir den Hotspot Angels Landing hinter uns, kehrte plötzlich Ruhe ein. Vögel zwitscherten, der Wind rauschte leise durch die Bäume, und wir hatten die beeindruckende Kulisse fast für uns allein. ✨

Auf einem kleinen Felsvorsprung machten wir Pause – zweites Frühstück mit Aussicht auf die in der Sonne glühenden roten Wände. Genau das hatten wir uns vom Zion erhofft. Nicht Spektakel, sondern Stille.

Zurück am Ausgangspunkt stellten wir fest: Wir hatten noch genug Kraft und Zeit übrig, dass wir spontan auch noch den Abstecher zu den Emerald Pools wagten. Leider war auch das ein Reinfall – wortwörtlich. Von den „Wasserfällen“ tröpfelte ein müdes Rinnsal in ein paar schlammige Pfützen. Den mittleren und oberen Pool ließen wir daher direkt links liegen.

Wir beschlossen, auf der anderen Flussseite Richtung Zion Lodge zurückzulaufen – bis wir plötzlich vor einer gesperrten Brücke standen. Also nochmal zwei Meilen Umweg bis zur nächsten Shuttle-Haltestelle. Immerhin: Der Weg schlängelte sich am Virgin River entlang, und zur Belohnung fanden wir sogar eine natürliche Brücke – ein umgestürzter Baumstamm führte über das Wasser. Abenteuerlich und ganz nach unserem Geschmack! 😛

Fazit? Der Zion Nationalpark war für uns landschaftlich definitiv schön – keine Frage. Aber die Masse an Menschen und der Hype, der ihn umgibt, haben es schwer gemacht, wirklich einzutauchen. Vielleicht hatten wir einfach zu viel erwartet. Vielleicht war es nicht der richtige Tag. Oder vielleicht sind wir mittlerweile einfach ein bisschen verwöhnt, was Naturerlebnisse angeht…

Was uns aber nachhaltig begeisterte: die Fahrt auf der Scenic Route 9 von Springdale nach Kanab – durch spektakuläre rote Felslandschaften. 🤩

Achtung: Der Tunnel entlang dieser Route ist für große Fahrzeuge kostenpflichtig oder gar nicht passierbar. Unser Van passte problemlos durch – aber mit Expeditionsmobil oder Wohnanhänger wird’s eng!


Persönliches PS

So schön der Zion auch landschaftlich war – die Reizüberflutung durch Menschenmassen nimmt gerade in bekannten US-Nationalparks eine neue Dimension an. Ein wenig Wehmut macht sich breit, wenn man daran denkt, wie diese Orte wohl ohne all die Touristenströme wirken würden. Aber wir bleiben optimistisch und freuen uns auf das, was nun vor uns liegt…


Ausblick

Für uns geht’s weiter Richtung Page – mit dem weltberühmten Horseshoe Bend des Colorado River und dem sagenhaften Antelope Canyon. Hoffentlich nicht ganz so überlaufen, denn: In den USA steht am 26. Mai der Memorial Day an – ein nationaler Feiertag, bei dem viele ein verlängertes Wochenende nutzen, um zu verreisen. Drückt uns die Daumen, dass wir noch einen ruhigen Moment erwischen. Mehr dazu im nächsten Blogbeitrag!

NEW BLOG POST (07.-10.05.2025) 🇺🇸 San Francisco

Zwischen Union Square, Cable Cars, Golden Gate Bridge & Hippie-Vibes

Eigentlich stand San Francisco gar nicht mehr auf unserer Liste. Nicht etwa, weil uns die Stadt nicht reizte – ganz im Gegenteil! Aber in den letzten Wochen hatten wir von anderen Reisenden und Einheimischen immer wieder dieselbe Warnung gehört: Diebstähle und Autoeinbrüche, besonders in Wohnmobile, gehören hier fast schon zum Alltag. Das Risiko, mit unserem Van direkt in die Stadt zu fahren, war uns schlichtweg zu hoch. 😨

Wäre es also nicht der glückliche Zufall gewesen, dass meine Verwandten Reinhard und Kay (siehe vorheriger Blog Post) direkt vor den Toren der Stadt wohnen, hätten wir San Francisco vermutlich schweren Herzens ausgelassen. Doch so konnten wir unseren Van sicher bei ihnen stehen lassen – und unsere Erkundung der Stadt trotzdem starten.

Und als hätte das Universum noch einen weiteren Joker für uns parat gehabt: Nur wenige Tage zuvor hatten wir uns über TrustedHousesitters auf ein neues House-Sitting beworben – und prompt die Zusage erhalten! Nach unserem ersten Einsatz in Mexico City, wo wir rund zweieinhalb Wochen auf den kleinen Mischlingshund Nugget aufgepasst und in der Wohnung seiner Besitzer gewohnt hatten, war dies nun unsere zweite House-Sitting-Erfahrung – diesmal allerdings in San Francisco!


House-Sitting mit Aussicht

Fiona und ihr Mann Marc wohnen im Stadtteil Presidio, ganz in der Nähe des Baker Beach, in einem wunderschönen, vierstöckigen Haus mit Blick aufs Grün und Meer – besser hätten wir es uns kaum vorstellen können. 🌟 Vier Tage, von Mittwoch bis Samstag, durften wir es uns hier gemütlich machen, auf ihr Haus achten sowie auf ihren gemütlichen Hund Quincy und Katze Ambrose aufpassen und nebenbei in aller Ruhe San Francisco entdecken – ganz ohne Parkplatzsorgen, Einbruchsrisiko oder Hektik.

Kay war so lieb, uns schon am Dienstagnachmittag zur Larkspur-Ferry zu fahren, um uns teure Uber-Kosten zu ersparen. Und weil Fiona und Marc am Mittwoch bereits früh zum Flughafen mussten, reisten wir schon am Dienstagabend zum Kennenlernen an.

San Francisco Ferry Terminal

Die Fahrt mit der Fähre dauerte rund 35 Minuten – und der Kapitän stoppte sogar kurz, weil rechts Wale gesichtet wurden (leider zu spät für uns). Am Ferry Terminal angekommen, fuhren wir mit dem Bus einmal quer durch die Stadt nach Presidio. Dort wurden wir freundlich empfangen: Fiona hatte uns sogar ein Abendessen gekocht, und Marc organisierte anschließend spontan eine Testfahrt mit Waymo, einem selbstfahrenden Taxi ohne Fahrer am Steuer – surreal, aber sicher und beeindruckend!

Komplett KI 🤖 gesteuerte Autos

Das Haus selbst? Ein vierstöckiger Traum mit Meerblick. Vom vierten Stock aus konnten wir direkt auf den Baker Beach und die Golden Gate Bridge blicken. Und als wäre das noch nicht genug, wartete im Garten ein Whirlpool auf uns. Großstadtfeeling deluxe! 🤩

Unser Zimmer samt Bad
Wohnzimmer mit Gas-Kamin
Riesige Küche
Essbereich
Blick aus dem vierten Stock 🤩

Unser Reiseguide für 3 erlebnisreiche Tage in der Stadt der Hügel

Tag 1 – Downtown, Chinatown & Coit Tower

Wir starteten mit der Buslinie 1, fuhren nach Japan Town (klein und unspektakulär), dann weiter Richtung Union Square. Dort erwarteten uns glänzende Hochhäuser, gepflegte Parks und saubere Straßen – aber auch ein eher steriles Stadtbild.

Downtown San Francisco
Häuser mit Feuertreppen

Weiter ging’s durch Chinatown. Unser Tipp: nicht nur über das bekannte Dragon Gate schlendern, sondern auch die Parallelstraßen erkunden! Hier gibt’s authentische Läden, asiatische Lebensmittel und echtes Leben.

China Town mit Cable Car

Zu Fuß ging es weiter hinauf zum Coit Tower – bei Sonne und steilen Straßen eine echte Herausforderung, aber der Ausblick auf die Golden Gate Bridge, Alcatraz und die silberne Bay Bridge entschädigt für alles.

Coit Tower
Lohnende Aussicht

Kurzinfo:

Golden Gate Bridge: 2,7 km lang, 1937 eröffnet, oft von Nebel umhüllt.

Alcatraz: Früher ein berüchtigtes Hochsicherheitsgefängnis. Drei Häftlinge flohen 1962 – ihr Schicksal ist bis heute ungeklärt.


Tag 2 – Sightseeing mit E-Scooter entlang der Küste

Am nächsten Tag starteten wir vom Haus aus mit unserem neuen E-Scooter über den El Camino del Mar in Richtung Golden Gate Bridge. Sie war noch leicht im Nebel, was aber für eine mystische Stimmung sorgte. Entlang Crissy Field – einem früheren Militärflughafen – fuhren wir weiter bis zur Fisherman’s Wharf. Hier roch es herrlich nach Fisch, aber wir zogen weiter zum Pier 39. Dort sonnten sich Unmengen von Seelöwen auf hölzernen Pontons – ein echter Spaß zuzusehen! 🦭

Alcatraz

Auf dem Rückweg hielten wir an der Lombard Street mit ihren steilen Kurven und Blumenrabatten – ein echter aber schwer zu fotografierender Instagram-Spot! Wieder zu Hause drehten wir eine sehr gemächliche Gassirunde mit dem immerhin schon 11 Jahre alten Rüden Quincy und dann war Entspannung im hauseigenen Whirlpool im Garten angesagt. 🥰

Lombard Street

Tag 3 – Küstenpfade, Kontrastprogramm & ein perfekter Ausklang

Unser dritter Tag in San Francisco begann mit einem traumhaften Spaziergang entlang des Coastal Trails. Der Weg führt vier Kilometer lang durch schattige Wälder und entlang steiler Felsklippen mit herrlichem Blick auf den Baker Beach, China Beach und – an diesem Morgen noch leicht in Wolken gehüllt – die legendäre Golden Gate Bridge.

Coastal Trail mit Blick auf die zwei Strände
Baker Beach

Tipp: Wir würden empfehlen, die Strecke in umgekehrter Richtung zu laufen – also von Lands End Richtung Presidio. So hat man die berühmte Brücke immer im Blick und läuft ihr entgegen. Idealerweise am Nachmittag, wenn sich die Nebelschwaden verzogen haben. ☀️

Anschließend fuhren wir mit dem Bus zum Golden Gate Park, der mit rund 5 km Länge sogar größer als der Central Park in New York ist. Neben grünen Spazierwegen und Fahrradrouten gibt’s hier auch kostenpflichtige Gärten wie den Botanischen Garten und den Japanischen Teegarten – wunderschön angelegt! Außerdem lohnen sich ein Blick in die vielen Museen wie das moderne de Young Museum oder das California Academy of Sciences samt Aquarium, Planetarium und Regenwaldkuppel.

Rosengarten im Golden Gate Park
De Yong Museum

Für den Nachmittag stand dann ein kleiner Zeitsprung auf dem Programm: Haight-Ashbury, das ehemalige Hippie-Viertel, wo 1967 der Summer of Love begann. Heute sind dort noch ein paar wenige Retro-Shops und Second-Hand-Läden zu finden – für uns allerdings eher ein kurzer Abstecher als ein lohnendes Highlight.

Haight-Ashbury

Dafür war der Abschluss umso schöner: Alamo Square Park – ein grünes Fleckchen mitten in der Stadt, ideal für ein Picknick mit Panoramablick. Von hier schaut man direkt auf die berühmten Painted Ladies – eine Reihe bunter viktorianischer Häuser – und dahinter auf die moderne Skyline von Downtown. Ein perfekter Spot für ein letztes Erinnerungsfoto! 📸

Die „Painted Ladies“
Im Hintergrund die moderne Skyline

Unsere Sightseeing-Tipps auf einen Blick

Golden Gate Bridge: Am besten am Nachmittag oder Abend besuchen – dann ist sie meist wolkenfrei. Wer sportlich unterwegs ist, kann sie auch mit dem Fahrrad überqueren.

Lombard Street: Die kurvigste Straße der Welt – ein Fotomagnet!

Fisherman’s Wharf & Pier 39: Sehr touristisch, aber mit Seelöwen-Garantie.

Coit Tower: Schöner Aussichtspunkt auf dem Telegraph Hill.

Alcatraz: Die ehemalige Gefängnisinsel ist heute ein beliebtes Ausflugsziel – Tickets besser im Voraus buchen!


Restaurant & Essens-Tipps 

Julie’s Kitchen (Nähe Union Square): Asiatisches Mittagsbuffet, lecker, aber nicht günstig. 11 $ pro Pound, auch fertige Gerichte erhältlich.

Too Good To Go App: In San Francisco mehr als nur Lebensmittel retten! Unser Abendessen kam aus einem mediterranen Bistro – lecker, sättigend und ein echtes Schnäppchen.

Boudin Bakery: Die älteste Bäckerei San Franciscos – berühmt für ihr Sauerteigbrot. Hier gibt’s auch frische Sandwiches, Salate und knusprige Baguettes. Eine tolle Option für ein schnelles Mittagessen oder ein Proviant fürs Picknick.

Clam Chowder im Brotteig: Diese cremige Krabbensuppe ist ein lokaler Klassiker und wird traditionell in einem ausgehöhlten Sauerteigbrot serviert. Besonders lecker und touristisch aber gut an der Fisherman’s Wharf.


Öffentlicher Nahverkehr & Fortbewegung

In San Francisco kommt man überraschend gut ohne Auto aus – zumindest, wenn man sich an die Regeln hält und ein bisschen Geduld mitbringt.

Clipper Card: Das digitale Ticket für Bus, Bahn & Fähre 🎫

Die Clipper Card ist das zentrale Zahlungsmittel für viele öffentliche Verkehrsmittel in der Bay Area, darunter Muni-Busse, Cable Cars, BART und Fähren. Sie kann entweder als physische Karte an Automaten (erhältlich z. B. a den Fährterminals) oder digital, z.B. über das Apple Wallet, genutzt werden. Aufladungen sind per Kreditkarte, Apple Pay oder Google Pay möglich.

Wichtig: Die Clipper Card ist personengebunden – pro Person wird eine eigene Karte oder ein eigenes digitales Wallet benötigt. Es ist nicht möglich, mit einer Karte die Fahrten mehrerer Personen gleichzeitig zu bezahlen!

Bei Nutzung der Fähren muss die Clipper Card direkt am Terminal, bevor man an Bord geht, entwertet werden – nicht a den Ticketautomaten! Dafür spart man sich, bei Bezahlung der Fähre mit der Clipper Card, 5 USD im Vergleich zum regulär am Automaten erworbenen Ticket.

MuniMobile-App: Tickets für Busse & Straßenbahnen 🎟️

Die MuniMobile-App ermöglicht den Kauf von Einzelfahrten oder Tagestickets für Muni-Busse und -Straßenbahnen. Die Bezahlung erfolgt unkompliziert per Kreditkarte, PayPal, Google Pay oder Apple Pay. Die Tickets können direkt in der App erworben und beim Fahrer vorgezeigt werden.

Ein 24-Stunden-Tagesticket kostet 5,50 USD. 

Bitte beachten: Fahrten mit dem Cable Car sind nicht im Tagesticket enthalten und kosten separat 8 USD pro Fahrt.

Hop-on-Hop-off-Busse: Big Bus Tours 🚌

Für einen umfassenden Überblick über San Francisco bietet sich eine Stadtrundfahrt mit den offenen Doppeldeckerbussen von Big Bus Tours an. Die Busse halten an über 15 Sehenswürdigkeiten, darunter Union Square, Fisherman’s Wharf, Golden Gate Bridge und Chinatown.  

Tickets gibt’s online oder z. B. an der Fisherman’s Wharf, Preise starten bei etwa 60 USD pro Tag.

Leihfahrräder & E-Scooter 🚲

In der ganzen Stadt findet man Citybike-Stationen, u. a. von Lyft. Die Buchung funktioniert über die App – Preise variieren je nach Zeit und Anbieter.

Achtung: San Francisco ist sehr hügelig, wer kein E-Bike nimmt, sollte gute Waden mitbringen!

Alternativ bieten sich E-Scooter von Lime (via Uber-App) an, um die Hügel leichter zu bewältigen. Unser InMotion Climber passte perfekt ins Gepäck und bewältigte sogar die steilsten Straßen, samt 29 km Reichweite – wohlgemerkt zu zweit! 🛴

Google Maps 🗺️

Top für die Routenplanung. Zeigt Linien, Umstiege und Zeiten der öffentlichen Verkehrsmittel zuverlässig an – eine gute Alternative zu fehlenden Netzplänen.

Sightseeing zu Fuß 👣

Für viele Strecken – vor allem rund um Presidio, Marina und Downtown – lohnt sich der Weg zu Fuß. Besonders entlang der Küste ein echtes Erlebnis!


Wetter 🌤️

San Francisco ist bekannt für seine eigenen Wetterregeln: Während es in einem Stadtteil sonnig ist, hängt in einem anderen noch der Nebel. Im Frühling und Frühsommer sind frische Temperaturen und Nebelschwaden keine Seltenheit – vor allem morgens. Zwiebelprinzip ist daher selbst im Sommer Pflicht!


Fazit 📝

Was uns am meisten überrascht hat: San Francisco ist ganz anders als andere Großstädte. Kalt, hügelig, charmant – mit einem Hauch britischer Zurückhaltung. Und trotz aller Vorbehalte wegen Sicherheit und Kriminalität haben wir uns – nicht nur in unserem Zuhause auf Zeit – absolut wohlgefühlt. Vielleicht lag’s an unserem Hund Quincy. Vielleicht am Whirlpool. Oder einfach am Glück des richtigen Zufalls.


PS: Wir stecken gerade mitten im Abenteuer – da bleibt manchmal schlicht nicht genug Zeit, um alle Fotos auch hier im Blog hochzuladen. Dafür gibt’s aber regelmäßig Updates und jede Menge Eindrücke auf unserem Instagram oder YouTube Kanal. Schaut also gerne mal dort vorbei – und vergesst nicht, uns zu abonnieren! Im Story-Archiv könnt ihr übrigens alles auch nachträglich noch anschauen. 😉

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