NEW BLOG POST (11.-25.07.2025) 🇺🇸 Zwischen Hitze, Highland Games & Heimwerkerprojekten in Helena, Montana
Route & Ankunft
Von West Yellowstone aus fuhren wir rund 300 Kilometer weiter nach Helena, der Hauptstadt von Montana. Auf dem Weg verloren wir fast 1.000 Höhenmeter – und mit ihnen auch die angenehme Temperatur: Statt erfrischender 26 °C erwartete uns eine Hitzewelle mit 34 °C und einem trockenen Wind, der eher an einen Föhn erinnerte als an eine sanfte Sommerbrise. 🥵
Unser Stellplatz & erste Pläne

Trotz der Hitze fanden wir schnell einen idealen Stellplatz bei den Siebel Fields, einer großen Sportanlage am Stadtrand. Supermärkte, Tankstellen, Fast-Food-Läden, Cafés und – ganz wichtig – ein Home Depot Baumarkt waren fußläufig erreichbar. Genau richtig, denn ein paar wichtige To-dos standen an:
🛢️ Ölwechsel
✂️ Friseurbesuch
🧰 Und vor allem: die längst überfällige Reparatur unserer undichten Dachluken
Da wir spätestens ab dem Grenzübertritt nach Kanada mit mehr Regen rechnen, wollten wir das Dach unbedingt noch abdichten. Bei Home Depot deckten wir uns mit Spachteln, Pinseln und Teer-Entferner ein – aber die passende Dichtmasse war nicht auf Lager. Daher bestellten wir diese online bei Amazon und erfuhren: Lieferzeit sieben Tage. 😳 Somit blieb mehr als genug Zeit für Stadt, Land – und eine Portion Dudelsack.
Highland Games statt Rodeo

Als wir an einem der heißen Nachmittage in die Stadt fuhren ahnten wir nicht, dass uns hier wider erwarten keine Western-Romantik, sondern pure schottische Lebensfreude erwarten würde. Statt Cowboys begegneten wir Männern im Kilt, Dudelsackspielern und Heuballenwerfern. 🇬🇧




Helena ist nämlich stark von schottischen und irischen Einwanderern geprägt – viele kamen während des Goldrauschs Ende des 19. Jahrhunderts hierher. Bis heute wird dieses Erbe zelebriert: mit traditionellen Highland Games. Für uns ein absolut skurriles und zugleich charmantes Reisehighlight – sowie eine schöne Erinnerung daran, dass Reisen oft das Unerwartete bereithält.
Rückzug in den Wald
Da die Dichtmasse weiter auf sich warten ließ und es in der Stadt schlicht zu heiß wurde, flüchteten wir für einige Tage in den kühlen Helena National Forest.



Unser Stellplatz im Wald war ruhig, grün und schattig – aber nicht ganz ohne Gänsehaut: Direkt neben unserem Van stand ein durchlöcherter Baum, übersät mit Einschusslöchern. Am Boden: Patronenhülsen. Offenbar ein beliebter Schießplatz – Willkommen im Wilden Westen! 😬


Und während ich noch scherzte, dass es hier wohl keine Bären gebe, klärte uns ein Einheimischer schnell auf: Doch, sehr wohl – Schwarzbären und Grizzlies. Seither gehen wir auch bei 30 °C nicht mehr ohne Bärenspray aus dem Van…


Downtown Helena – fast wie in Großbritannien
Als wir wieder in die Stadt zurückkehrten entdeckten wir Helenas charmante Altstadt – und waren überrascht, wie europäisch sie wirkte. Alte Backsteinbauten, viktorianische Fassaden, das ehrwürdige Carroll College und eine gotische Kathedrale mitten im Zentrum. Dazu eine entspannte Fußgängerzone, kleine Läden und Cafés. Hätten wir die US-Flaggen nicht gesehen – wir hätten schwören können, in England oder Schottland gelandet zu sein! 😅



Ein besonders magischer Moment: Als wir über den Campus schlenderten, entdeckten wir dort eine Rehmutter mit zwei Kitzen – mitten in der Stadt! So nah und vertraut – als würde die Natur hier ganz selbstverständlich dazugehören…


Endlich: Dichtmasse & Heimwerker-Action
Nach einer Woche kam endlich die heiß ersehnte Lieferung mit der Panda Coat Dichtmasse. Der erste Eindruck: vielversprechend! Kein Grundieren notwendig, haftet auch auf feuchten Stellen, UV-beständig, elastisch und sogar umweltfreundlich.

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Simon trug zwei Schichten auf unsere Dachluken auf – und da noch Material übrig war, bekam auch die Duschwanne ein zweites Upgrade. Nach Monaten voller kleiner und großer Lecks konnten wir endlich sagen: Jetzt ist (hoffentlich) alles wieder dicht! 😀

Ölwechsel – im zweiten Anlauf
Weil wir gehört hatten, dass Werkstattbesuche in Kanada teurer sind, wollten wir den Ölwechsel noch in den USA erledigen. Doch unser erster Versuch bei Point S scheiterte: Unser europäisches Fahrgestell konnte in deren System nicht erfasst werden. Nur zwei Blocks weiter hatten wir mehr Glück – ein kleiner Ölwechselbetrieb nahm uns sofort dran, trug alles manuell ein und legte los. Für 119 Euro bekamen wir neuen Lebenssaft für unseren Van. Dazu wechselte Simon anschließend noch Luft- und Dieselfilter – den passenden Öl-Filter hatten wir zuvor schon an die Jungs in der Werkstatt übergeben.
Frisch geschnitten – und ein bisschen Alltag
Auch ich gönnte mir eine kleine Frischzellenkur: Für 26 Dollar bekam ich spontan einen Termin beim Friseur und ging mit einem neuen Haarschnitt und noch besserer Laune wieder raus.

Die restliche Zeit verbrachten wir gerne in der klimatisierten Stadtbibliothek – mit WLAN, Steckdosen und sogar Leih-Laptops. Manchmal sind es genau diese kleinen Alltagsluxus-Momente, die das Reiseleben rund machen. ☺️
Fazit & Ausblick
Zwölf Tage Helena – das war mehr als nur eine Reparaturpause. Zwischen Dudelsäcken, Bärenwarnungen und Ölwechseln haben wir die Stadt, den Wald und ein bisschen auch das Leben dazwischen kennengelernt. Jetzt ist alles repariert, versiegelt und bereit für das nächste Kapitel: der Glacier National Park wartet! 🏞️
Wenn alles klappt, lesen wir uns nächste Woche wieder – dann hoffentlich schon aus Kanada! 🇨🇦












































































































