NEW BLOG POST 🇸🇻 (10. – 20.03.2024) Suchitoto – Barra de Santiago

In den vergangenen Tagen haben wir uns intensiv mit der politischen Lage und den aktuellen Entwicklungen in El Salvador auseinandergesetzt. Seit dem Amtsantritt von Präsident Nayib Bukele im Jahr 2019 hat sich das Land in vielerlei Hinsicht verändert. Bukele hat den Kampf gegen die Bandenkriminalität zu einem seiner Hauptziele erklärt und diverse Maßnahmen ergriffen, um dieser Herausforderung zu begegnen. Nach anfänglichen Erfolgen und einem Rückgang der Mordrate verhängte er im März 2022 jedoch den Ausnahmezustand aufgrund neuer Gewalt Eskalationen. Dies führte zu abertausenden Verhaftungen ohne Haftbefehl und einem verstärkten Einsatz des Militärs für Razzien. Menschenrechtsorganisationen berichten von Einschränkungen der Grundrechte. Auf Grund dieser Maßnahmen wurden bis Ende 2022 ca. 58.000 Bandenmitglieder verhaftet. Diese Entwicklungen stehen im Kontext eines Landes, das in der jüngsten Vergangenheit bereits einen Bürgerkrieg mit rund 70.000 Toten erlebt hat und in dem seit Januar 2001 der US-Dollar und seit September 2021 auch der Bitcoin als offizielles Zahlungsmittel gilt. Wobei, bei einem monatlichen Mindestlohn von gerade einmal 300 US-Dollar pro Person im Handels-, Industrie- und Dienstleistungssektor ,wohl die wenigsten Privatpersonen in Bitcoin werden investieren können. Ob die Staatsverschuldung mittels dieses Schachzugs minimiert werden kann bleibt abzuwarten. Bis dahin setzt El Salvador weiterhin auf seine Hauptexportgüter Kaffee, Zucker und Shrimps. ☕🍤

Wir sind in jedem Fall gespannt, ob wir in den kommenden Tagen und Wochen in El Salvador etwas von der positiven Aufbruchsstimmung bemerken werden, von der uns zuvor andere Reisende berichtet hatten. 🤔

Nach dem wir uns diesen Fragestellungen gewidmet hatten, sowie nach einem arbeitsreichen Tag im schattigen Innenhof des charmanten Centro de Arte para La Paz in Suchitoto, nutzten wir die kühleren Morgenstunden des nächsten Tages um noch mehr von diesem bezaubernden Örtchen zu entdecken. Die weiße Kathedrale an der Plaza und der malerische Springbrunnen in ihrem Zentrum ließen uns in die koloniale Vergangenheit eintauchen, während die bunten Indigo-Färbereien die lebendige Kultur und Tradition El Salvadors widerspiegelten. Doch die Hitze des Vormittags trieb uns abermals hinauf in die Berge, auf der Suche nach einem kühleren Rückzugsort. 🥵

Unser Weg führte uns, zum ersten Mal während unseres Abenteuers, in einen erloschenen Vulkankrater hinein der Teil des imposanten Vulkangürtels ist, der sich durch das gesamte Land zieht. Der smaragdgrüne Kratersee der Laguna de Alegría strahlte eine Ruhe aus, die uns sofort in ihren Bann zog. 😊 Trotz der Hitze genossen wir die frische Brise und die klaren kühlen Nächte, die den Himmel mit unzähligen Sternen erfüllten. Für uns war es der perfekte Ort, um für drei Nächte zu verweilen und neue Energie zu tanken.

Mondaufgang über dem Kraterrand 🌙

Während dessen fand ich auch endlich die Zeit, um Merles Brownie-Rezept auszuprobieren das durch den selbst gemahlenen Kakao von der Finca Santa Martha in Honduras eine ganz besondere Note erhielt. 🍫

Und natürlich nutzten wir die Zeit auch, um neuen Content für unseren YouTube-Kanal, Instagram und Blog zu erstellen – eine Arbeit, die uns viel Freude bereitet, aber auch viel Zeit in Anspruch nimmt weshalb wir uns an dieser Stelle für deine Unterstützung bedanken. Jede kleine Geste, sei es durch Spenden oder einfach durch euer Interesse an unseren Abenteuern, bedeutet uns viel und motiviert uns, weiterhin unsere Reiseerlebnisse mit euch zu teilen. ❤

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Nach vier schönen Tagen an der idyllischen Kraterlagune war es an der Zeit unsere Reise fortzusetzen. Doch wie das Schicksal es wollte gerieten wir beim Verlassen der Lagune beinahe in eine missliche Lage. Die schmale Ringstraße, die als Einbahnstraße fungiert, stellte uns nämlich vor eine echte Herausforderung. Nur mit viel Geschick und einem Hauch Glück gelang es uns schließlich, unseren Lieblingsstellplatz zu verlassen – wenn auch gegen die eigentlich vorgeschriebene Fahrtrichtung. Vielleicht war das wiederum gar nicht so dumm, denn auf diese Weise umgingen wir möglicherweise sogar das Ausfahrtshäuschen und damit eine mögliche Nachzahlung. 🙊

Unser Weg führte uns dann nach Usulután, wo wir unsere Lebensmittelvorräte auffüllten. Die Supermärkte in den kleinen Dörfern boten leider keine Parkmöglichkeiten für unseren großen Van weshalb wir uns gezwungen sahen in die Großstadt hineinzufahren. Doch auch dieser Zwischenstopp hatte seinen Reiz, denn wir entdeckten den Parque Recreativo Ichanmichen. Trotz seines leicht heruntergekommenen Zustands bot der Park erfrischende Schwimmbecken und saubere Duschen – eine Wohltat nach dem heißen Tag unterwegs.

Nach einem kurzen Zwischenstopp am internationalen Flughafen, wo wir endlich halbwegs schnelles WLAN fanden und ein YouTube-Video hochladen konnten, zog es uns weiter an die Pazifikküste nach Puerto de La Libertad. 🌊🐟 Hier erwartete uns nicht nur ein lebendiger Fischmarkt, sondern auch die lang ersehnte Gelegenheit für Simon endlich mal wieder zum Barber zu gehen. Ein bisschen Zeit für die persönliche Pflege und schon war er wieder der attraktive Kerl, den ich eigentlich kenne! 🧔

Trockenfisch
Sind die nicht hübsch?!
Abends ist hier wohl Rummel 🎡
Vorher… 🙈
… nachher 🧔🏻‍♂️

Nach einem halben Tag unter der heißen Sonne der Küste entschieden wir uns, zurück in die erfrischenden Höhen der salvadorianischen Bergwelt zu fahren. Auf Empfehlung von Anne und Christian, auch bekannt als @van.we.bike, steuerten wir den Stellplatz Mirador El Peñon an. Dieser kleine Rückzugsort von Yoselin und ihrem Mann Saoul bietet einen beeindruckenden Blick auf den gleichnamigen Berg, dessen Silhouette an den berühmten El Peñol in Kolumbien erinnert den wir vor einigen Monaten erklommen haben:

Erklimme mit uns in diesem Video, schweißfrei vom Sofa aus, die 700 Stufen hinauf auf den El Peñol. 😉 Die Aussicht über das Inselmeer wird dich sprachlos zurücklassen – versprochen!

Wir wurden von den beiden Salvadorianern herzlich begrüßt und erhielten sofort einen Stellplatz auf dem kleinen, aber gemütlichen Parkplatz. Für einen kleinen Obolus von 10$ pro Nacht durften wir nicht nur den Stellplatz nutzen, sondern auch die Sitzgelegenheiten auf der Aussichtsterrasse, die Hängematten und die erfrischende Dusche. 🚿 Als besondere Geste der Gastfreundschaft schenkten sie uns reichlich Mangos und Avocados von ihrem Grundstück und überraschten uns nach Einbruch der Dunkelheit mit einer kostenlosen Portion Pupusas direkt in unserem Van. 🥭🥑🌮

Mirador auf dem Privatgrundstück
Was für eine Aussicht! 😀
Noch toller war das Häschen der Nachbarn 🥰

Da es am Folgetag recht bewölkt und auch diesig war befürchteten wir, dass wir vom Aussichtspunkt hoch oben auf dem Felsen keinen wirklich schönen Sonnenuntergang erleben würden. Deshalb entschieden wir uns für einen weiteren entspannten Tag voller Faulenzerei. ☺️

Frühstück mit Aussicht 🫓 🥑

Diese Entscheidung erwies sich als goldrichtig denn am darauffolgenden Tag strahlte die Sonne wieder in voller Pracht und wir wurden mit einem atemberaubend schönen Sonnenuntergang über den vielschichtigen Bergketten El Salvadors belohnt. Nachdem wir, klitschnass geschwitzt, von unserer kleinen Wanderung zurückkehrten freuten wir uns erneut über die erfrischende Dusche und eine leckere Portion Pupusas auf unserem Stellplatz den wir, zu unserer großen Freude, fast die ganze Zeit über für uns alleine hatten. 🙃

rehats.berlin

Am Montagmorgen brachen wir auf und machten uns neuerdings auf den Weg hinab zur Küste. Die Straße war unbefestigt und staubig, aber da es die ganze Zeit über nur bergab ging meisterten wir diese kleine Herausforderung mit Bravour. 🙂 Wir folgten einem weiteren Tipp von anderen Reisenden, die wir an unserem ersten Abend in Honduras an den Thermen getroffen hatten. Sie hatten uns mit großer Begeisterung von einer Kokosnussfarm bei Barra de Santiago erzählt, wo man völlig kostenfrei bei einer salvadorianischen Familie auf deren Grundstück nächtigen dürfte. Außerdem sei der weitläufige, schwarze Sandstrand des traditionellen Fischerdorfes nur einen Steinwurf weit entfernt. Und obendrein gäbe es in der Nähe ein Schutzprojekt für Meeresschildkröten. Vielleicht hätten wir dort endlich die Chance, ein paar davon auf ihrem Weg in die Freiheit zu begleiten. 🤩

Tatsächlich wurden wir sofort freundlich von Mayra und ihrem Mann Hector sowie den beiden Kleinkindern in Empfang genommen. Wobei ich an der Stelle nicht verschweigen möchte dass Hector, vorangegangene Beziehungen miteinberechnet, in Summe 14 Kinder hat. 🙈 Sie boten uns sofort ein paar frische Kokosnüsse als Erfrischung an und schälten eine bereits braune Nuss für uns, in deren Inneren sich tatsächlich eine Art Apfel befand. Wie unglaublich vielfältig Kokosnüsse doch sind! 🌴🥥 Anschließend spazierten wir den breiten, ebenfalls von Kokosnusspalmen und kleinen Fischerboten gesäumten Strand entlang an dessen Ende, ganz in Nähe der verwaisten Restaurants, unglaublich viel Müll im Sand lag. Da war es wieder, das altbekannte Problem ab Peru aufwärts: Die mangelnde Sorge für die Umwelt. 😢 Auch Mayras Sohn hatte zuvor den ihm von uns dargebotenen Lolli mit Handkuss entgegengenommen, die Verpackung jedoch einfach achtlos auf den Boden des eigenen Grundstücks geworfen wo sie dann einfach liegen geblieben wäre – hätte ich sie nicht entsorgt. Wohlgemerkt, obwohl seine Mutter das gesehen hatte, versteht sich. 🤷‍♀️

Neuer Stellplatz – diesmal unter Palmen 🌴
Rancho I – Wohnhaus der Familie
Was für ein Strand 🏝️
Suchen Schutz vor der Sonne ☀️
Überall Müll 😩

Trotz der netten Familie war der Ort für mich, aus nicht greifbaren Gründen, irgendwie kein Wohlfühlort. Ich konnte dieses Gefühl der Unruhe nicht abschütteln, das mich seit unserer Ankunft auf dieser Ranch verstärkt begleitete. Vielleicht lag es einfach an der Tatsache, dass ich mich in meinem Innersten nicht ganz wohl fühlte, obwohl äußerlich alles perfekt schien. Dennoch entschieden wir zu bleiben, da wir zu diversen Aktivitäten eingeladen wurden und man uns voller Stolz noch die zwei anderen Ranchos zeigen wollte.

Unser Stellplatz auf der Kokos-Farm
Hier wuchsen auch riesige Mango 🥭
Leider noch nicht reif 😕
Einen Pool hätte es auf Rancho I auch gegeben –
nur leider stand die Reinigung noch aus 🧽
Schön war’s hier trotzdem 👍🏻

Am Dienstagnachmittag fuhren wir, gemeinsam mit Hector, Mayra und ihren Kindern Aron sowie Raquel und einem befreundeten Paar der beiden, die ebenfalls zwei ihrer Töchter dabei hatten, zur Flussmündung. Dort mündet der Pazifik in einen natürlichen Kanal und in dem salzigen, dafür aber spiegelglatten Wasser ließ es sich in der langsam untergehenden Sonne wunderbar baden. Zumal das Wasser seicht und angenehm warm war. Auf dem Weg dorthin grub sich unsere Mitfahrgelegenheit allerdings im losen Sand ein – wir steckten fest! 😮 Zum Glück eilte sofort ein weiteres Auto zur Bergung heran. Wir stiegen alle in Hectors Suzuki um, ließen das andere Auto zurück und kamen schlussendlich doch noch alle an dem schönen Badespott an. Das Flussufer war neuerdings von Kokosnusspalmen, aber auch von schönen Restaurants und schicken Bungalows gesäumt. Wir spielten Wasserball mit den Kindern und wurden von dem befreundeten Paar mit Fragen gelöchert. Es herrschte völliges Unverständnis ihrerseits, wieso wir einfach so aus Spaß an der Freude durch die Gegend reisen. Genauso wenig konnte man, wie gewohnt, verstehen weshalb wir keine Kinder haben. Uns wiederum erstaunte einmalmehr, dass die Männer je eine halbe Flasche Wodka leerten und sich danach ganz selbstverständlich ans Steuer setzten. 🙈

Toller Badespott 👙

Erst nach Einbruch der Dunkelheit kehrten wir zu ihrem Wohnhaus, und somit unserem Stellplatz, zurück wo Simon und ich es uns kurz darauf beim Mexikaner schmecken ließen. Das hübsche Restaurant befindet sich auf dem gleichen Grundstück und wird von Hector und Mayra an die Restaurantbetreiber verpachtet. Bei Quesadillas, Nachos und Burrito ließen wir den Tag noch einmal Revue passieren. 🌯🌮🍷

Quesadillas 😋
Burrito 😋

Am Mittwoch wurden Simon und ich dann erneut von Hector und Mayra überredet noch etwas länger zu bleiben. Uns fiel neuerdings auf, wie wenig die Menschen hier auf ihre Ernährung achten. Während wir unser Müsli mit Obst frühstückten konnten wir gut beobachten, wie die befreundeten Familien bereits früh am Morgen Coca-Cola tranken sowie Kuchen und Eiscreme förmlich in sich hineinstopften. 😯 Ich bin mir nicht sicher, ob man sich hier einfach keine Gedanken über die konsumierten Lebensmittel macht oder ob ihnen Gesundheit und Figur schlichtweg völlig egal sind. Auch wir bekamen am frühen Vormittag noch ein großes Eis spendiert, das der fliegende Händler mit seinem Quad samt Kühlbox und Waffeln bis zur Haustür der Familie lieferte, bevor sich die befreundete Familie von uns verabschiedete. Den Nachmittag verbrachten wir dann gemeinsam mit Mayra und ihren zwei Kindern in ihrem schönen Strandhaus. 😍 Es war ein echtes Paradies, mit einem überdachten Süßwasserpool und gemütlichen Hängematten zum Ausruhen. Nur wenige hundert Meter vom Strand entfernt befand sich das dritte Haus der Familie, das uns regelrecht die Augen aus dem Kopf fallen ließ: Ein modernes Anwesen mit einem weiteren Süßwasserpool. Ein Ort, den wir uns perfekt als Camping- oder Overlander-Platz vorstellen konnten. 😀 Wir empfahlen den beiden nachdrücklich, diese Oase auch anderen Reisenden zugänglich zu machen um nicht nur ihre Gastfreundschaft zu teilen, sondern künftig auch ein zusätzliches Standbein zu haben und sich so eine weitere Einnahmequelle zu erschließen.

Rancho II – Strandhaus
Rancho III – Mangrovenhaus
Die Familie hat es offensichtlich weit gebracht 😮

Um unsere Dankbarkeit für ihre Gastfreundschaft zu zeigen bestellten wir für alle eine große Pizza, die wir gemeinsam auf der gemütlichen Terrasse genossen. Währenddessen berichtete uns Hector von den Herausforderungen, mit denen sie in der Vergangenheit konfrontiert waren. Kaum vorstellbar, dass vor gerade einmal zehn Jahren häusliche Gewalt strafrechtlich nicht verfolgt wurde und quasi an der Tagesordnung war. 😥 Die Geschichten von Mayra waren genauso schmerzhaft: Noch vor fünf Jahren, während ihrer ersten Schwangerschaft, mussten sie unter Androhung von Waffengewalt Schutzgeld an kriminelle Banden zahlen und lebten in ständiger Angst um ihre Sicherheit und ihre Ersparnisse. Und das obwohl sie weit entfernt von Großstädten mitten im Nirgendwo lebten. Wir hoffen inständig, dass die jüngsten Veränderungen und Verbesserungen im Land weiterhin Bestand haben werden und dass diese tapferen Menschen endlich Frieden und Sicherheit finden.

♥️ Gracias Mayra por todo ♥️
Sooo süüüß die kleine Raquel 🥰

Dankeschön, dass du uns auch auf dieser Etappe unserer Reise durch El Salvador begleitet hast! Im nächsten Blogbeitrag lassen wir die heiße Küste hinter uns und begeben uns auf den Weg in die bergige sowie hoffentlich etwas kühlere Kaffeeregion, bevor wir schließlich unser Abenteuer in Richtung Guatemala fortsetzen werden. Sei gespannt und schau auch nächste Woche wieder hier vorbei. 👋

NEW BLOG POST 🇭🇳 🇸🇻(05. – 09.03.2024) Maya Ruinen von Copán – Suchitoto


Auf holprigen Straßen zu den Ruinen von Copán: Eine abenteuerliche Fahrt durch Honduras

Wir hatten uns auf einen langen und anstrengenden Fahrtag vom Lago de Yojoa nach Copán Ruinas in Honduras eingestellt aber was uns auf der CA-4 dann tatsächlich erwartete übertraf unsere Vorstellung bei weitem. Ab San Pedro de Sula war die Straße in einem desolaten Zustand. Es schien, als wäre die Asphaltdecke in unregelmäßigen Abständen jeweils in zwei Meter breiten Streifen abgetragen worden was uns dazu zwang ständig abzubremsen, langsamere Fahrzeuge zu überholen und Schlaglöchern auszuweichen. Die Fahrt für die 230 Kilometer lange Strecke dauerte ganze sechs Stunden – eine echte Geduldsprobe! 😫

Die letzte Etappe von La Entrada bis nach Copán Ruinas auf der CA-11 war glücklicherweise wieder in deutlich besserem Zustand. Dennoch war sie kurvenreich und bergig weshalb unsre Geschwindigkeit kaum zunahm. Glücklicherweise machten wir unterwegs eine köstliche und preiswerte Pause mit Baleadas und Pupusas – zwei lokale Köstlichkeiten, die man unbedingt probieren sollte! 😋

Pupusas 🫓

Baleadas sind eine Art gefüllte Weizenmehl-Tortilla mit Bohnen, Käse, Eiern, Avocado oder Fleisch – eine herzhafte und sättigende Mahlzeit. Pupusas sind dagegen deutlich dickere, mit verschiedenen Zutaten wie Käse, Bohnenmus oder Fleisch gefüllte Maistortillas, die gegrillt oder gebraten werden. Beide sind nicht nur lecker, sondern auch ein fester Bestandteil der honduranischen Küche. Egal ob morgens zum Frühstück oder abends zum Abendbrot.

Baleadas 😛

Nach dem langen Fahrtag war es eine Wohltat, endlich im Ort Copán Ruinas anzukommen. Dort wurden wir von Mauricio und seiner Frau Alicia herzlich empfangen, die mit ihren beiden Söhnen und einer Vielzahl von Tieren in einem sehr einfachen, aber gastfreundlichen Zuhause leben. Sie boten uns einen sicheren und ideal gelegenen Stellplatz hinter ihrem Haus an welches sich direkt gegenüber dem Eingang zur archäologischen Stätte befand.

Die sauberen Sanitäranlagen, einschließlich einer erfrischenden Dusche mit kaltem Wasser, waren nach dem heißen Tag besonders willkommen. Bei Temperaturen von 38 Grad Celsius war die Abkühlung eine wahre Erleichterung! Mauricio und Alicia waren so herzlich und wären sogar dazu bereit gewesen, noch am späten Abend in der Dunkelheit mit uns ins Ortszentrum zu laufen um uns die Gegend zu zeigen. 💕

Dazu waren wir jedoch viel zu müde. Vielmehr freuten wir uns darauf, am nächsten Tag gut ausgeruht die archäologische Stätte zu erkunden und waren einfach nur dankbar für die tolle Gastfreundschaft der Beiden. 😴

Abenteuerliche Entdeckungen in Copán Ruinas: Von alten Ruinen bis zu köstlichem Kakao

Der Morgen in Copán Ruinas begann früh und lebhaft, mit dem Schnattern der Gänse, dem Krähen der Hähne und den lauten Unterhaltungen der roten Aras, die über das Grundstück von Mauricio und Alicia flogen. 🦜🦜 Diese Geräuschkulisse war jedoch genau das, was wir brauchten um aus dem Bett zu kommen denn wir wollten schließlich zu den ersten Besuchern der Maya-Stätte an diesem Tag gehören.

Nachdem wir die Eintrittsgebühr in Höhe von 20 Dollar pro Person entrichtet hatten betraten wir das weitläufige Waldgelände der Ruinen von Copán. Diese archäologische Stätte ist bekannt für ihre beeindruckenden Maya-Reliefs und -Skulpturen sowie für ihre gut erhaltenen Hieroglyphenstufen. Die Steinstelen, die mit detailreichen Verzierungen versehen waren, faszinierten uns besonders. Sie erzählen vergangene Geschichten von Herrschern, Göttern und historischen Ereignissen der Maya-Zivilisation.

Die Ruinen strahlten eine friedliche Atmosphäre aus und wir genossen es sehr, dass außer uns bisher nur wenige kleinere Touristengruppen hier anzutreffen waren. Nach einem gut zweieinhalbstündigen Rundgang trafen wir am Ausgang überraschend auf unsere Gasteltern, die sich als Künstler entpuppten! Sie verdienen sich ein Zubrot, indem sie aus gefundenen Ara-Federn Kunstwerke herstellen mit denen sich die Touristen vor Ort dann fotografieren lassen können. Wir hatten das Glück, diese Kunstwerke kostenlos bewundern zu können bevor wir uns gegenüber am Van ein schnelles Frühstück gönnten.

Anschließend erkundeten wir zu Fuß den gleichnamigen Ort. Die Kopfsteinpflastergassen waren schmal und von bunten, niedrigen Häusern gesäumt. Ein neugieriger Hund begleitete uns auf Schritt und Tritt und wurde schnell zu unserem treuen Gefährten. Selbst als wir uns in einem Restaurant im schattigen Innenhof niederließen, um einen erfrischenden Eiscafé zu genießen, blieb er bei uns und eroberte unsere Herzen. 🥰

Am Nachmittag beschlossen wir, dem Tea and Chocolate Place einen Besuch abzustatten. Dieser Ort, auch als El Lugar del Té & Chocolate bekannt, erwies sich als wahre Oase der Ruhe in der wir ganz nebenbei noch verschiedene köstliche Schokoladenprodukte verkosten konnten. Neben den hier hergestellten Schokoladensorten gab es auch Kakao-Tee, verfeinert mit Kardamom und Honig, der uns besonders gut schmeckte.

Wir bestellten heiße Schokolade, begleitet von einem Cheesecake mit Erdbeertopping und einem leckeren Schokoladen-Brownie. Müde, verschwitzt aber glücklich machten wir uns gegen 17:00 Uhr auf den Rückweg zum Stellplatz – immer noch in Begleitung des treuen Vierbeiners. Erst am Haus von Mauricio machte er kehrt, während wir uns direkt unter die wohltuend frische Dusche stürzten.

Schau doch auch gerne mal auf unserem Instagram Account vorbei! Dort findest du nämlich viele weitere, tolle Fotos von unserer Reise – u.a. auch von diesem schönen Tag. 📸

Von Maya Grabstätten über Kaffeefarmen in die Berge von Honduras

Am Donnerstagmorgen beschlossen wir, einen kurzen Abstecher zur Ausgrabungsstätte Las Sepulturas zu machen nachdem uns ein freundlicher Einheimischer am Vortag darüber informiert hatte, dass unser Eintrittsticket zu den Copán Ruinen auch dort gültig sei. Las Sepulturas liegt nur etwa zwei Kilometer entfernt und bietet einen faszinierenden Einblick in das traditionelle Leben der Maya.

Diese Ausgrabungsstätte besteht aus einer Reihe von zeremoniellen Plätzen und Grabstätten, die hauptsächlich aus Wohn- und Grabhäusern bestehen. Die Ruinen wurden teilweise restauriert aber viele Bereiche sind noch nicht restauriert was einen authentischen Einblick in die Vergangenheit ermöglicht. Wir genossen es, hier mutterseelenallein zwischen den antiken Strukturen umherzustreifen und die Stille der Geschichte zu spüren.

Nach unserem Besuch bei Las Sepulturas kehrten wir mit einem Tuk-Tuk, dass hier als Mototaxi bekannt ist, zum Stellplatz zurück von wo aus wir unsere Rückfahrt nach La Entrada antraten. Obwohl die guatemaltekische Grenze von den Ruinen aus nur einen Steinwurf entfernt gewesen wäre entschieden wir, zuerst noch nach El Salvador zu reisen weshalb wir eine Teiletappe zurückfahren mussten. 🚐

Bevor wir weiter nach Gracias fuhren machten wir einen Zwischenstopp im Maxi Despensa Supermarkt um unsere Vorräte aufzufüllen. Wenige Kilometer weiter folgten wir neuerdings einem Tipp von Kristina und Leonardo und besuchten die Kaffeefarm Seis Valles, wo wir u.a. eine köstliche Käsetortilla verspeisten und dabei die Aussicht auf die umliegenden, grünen Hügel genossen. 🌄

Für die Nacht fanden wir einen ruhigen und sicheren Schlafplatz bei einer Naturtherme, deren Becken von einem heißen Fluss gespeist wurden. Als Bonus genossen wir am Abend, als es endlich ein paar Grad kühler wurde, ein wohltuendes Bad und entspannten uns nach einem weiteren ereignisreichen Tag. Mal wieder als einzige Gringos zwischen all den Einheimischen.

Schöne letzte Tage in Honduras: Von Gracias bis zum Café Juan 316

Dank einer erfreulich frischen und obendrein ruhigen Nacht, ohne das übliche Schnattern von Hühnern und Gänsen am frühen Morgen, konnten wir endlich einmal wieder ausschlafen. Nach einer kurzen Fahrt von gerade einmal fünf Kilometern erreichten wir schnell Gracias, ein kleines Kolonialstädtchen das uns mit seinem historischen Charme und seiner malerischen Atmosphäre bezauberte. ✨

Wir erkundeten die Kopfsteinpflastergassen, stöberten durch die kleinen Geschäfte und bewunderten die farbenfrohen Gebäude, die die Geschichte des Landes widerspiegeln.

Ein kleiner Straßenimbiss weckte unser Interesse und wir genossen ein schmackhaftes und preiswertes Frühstück in Form von leckeren Baleadas – gefüllte Weizenmehl-Tortillas die uns für den Rest des Tages satt machten. 😛 Wir waren weit und breit die einzigen Ausländer was uns neuerdings das Gefühl gab, einen besonders authentischen Einblick in das alltägliche Leben in Honduras zu bekommen.

Nachdem wir genug von Gracias gesehen hatten setzten wir unsere Reise nach Santa Rosa de Copán fort. Die Parkplatzsuche gestaltete sich in den engen, steilen Straßen schwierig. Vor allem, da wir die Zeit des Schulschlusses erwischt hatten und die Gassen über und über mit Elterntaxen verstopft waren. 🙄 Trotzdem fanden wir schlussendlich einen Parkplatz doch die Stadt entsprach rein gar nicht unseren Erwartungen weshalb wir beschlossen postwendend weiterzufahren. 😂

Unsere letzte Etappe an diesem Tag führte uns über die CA-4, die wieder einmal in einem desolaten Zustand war und uns zusätzliche Zeit kostete. Unterwegs kamen wir an vielen Kaffeeverarbeitungsbetrieben vorbei wo die Bohnen in der Sonne trockneten. 🌤 Aber wir erreichten sicher unser Ziel, das kleine Café Juan 316 das direkt neben der Landstraße lag.

Abigail, die Besitzerin, hieß uns freundlich willkommen und gestattete uns, auf ihrer Kuhweide zu übernachten die an das Café angrenzte. Dort konnten wir die Nacht sicher verbringen und gleichzeitig die atemberaubende Aussicht auf die umliegenden Berge sowie den spektakulären Sonnenuntergang genießen. 🌄 Hinter uns lagen 11 spannende, aber auch entspannte Tage voller Entdeckungen und unerwarteter Begegnungen, die uns kleine Einblicke in die Schönheit und Vielfalt von Honduras gewährten. Nur zur Sicherheitslage und zur politischen Situation im Land wollte sich uns gegenüber leider niemand so recht offenbaren…

Grenzübertritt El Salvador: Eine neue Etappe unserer Reise

Samstags stand bereits der nächste Grenzübertritt auf dem Programm. In den überschaubar großen, oder eben kleinen, Ländern Zentralamerikas geht das deutlich schneller als zuvor im weitläufigen Südamerika. Unser nächstes Ziel ist nämlich gerade einmal so groß wie Hessen. Trotz seiner bescheidenen Größe ist El Salvador mit ca. 7 Mio. Einwohnern das am dichtesten besiedelte Land Zentralamerikas. Der Grenzposten El Poy war von unserem Schlafplatz aus in Kürze erreicht. Zuvor verprassten wir an einer Tankstelle unsere letzten Lempiras zumal auch der Dieselpreis in Honduras, wenn auch nur minimal, günstiger sein soll als in El Salvador. Auch unsere Trinkwasservorräte füllten wir mit den allgegenwärtigen, spottbilligen blauen 20Liter Kanistern noch einmal auf. 💧

Solltest du ebenfalls auf der Panamericana unterwegs sein dann schau doch mal auf der Länderfakten-Seite vorbei. Dort findest du allerlei nützliche Informationen zu den bereits von uns besuchten Ländern sowie zu dem hier nur kurz angerissenen Grenzprozedere. 🛂

Der Grenzübergang El Poy war klein und wenig frequentiert. Obwohl wir an jedem Schalter direkt bedient wurden dauerte alles seine Zeit denn hier schienen die Uhren langsam und gemächlich zu ticken. Zwei Stunden später hielten wir das neue Temporary Import Permit (TIP) in den Händen und hatten unsere Pässe sowohl aus- als auch wieder eingestempelt. 😀 Überraschenderweise gewährte uns El Salvador ungefragt einen Aufenthalt von 180 Tagen. Da unsere Reise hier jedoch nicht enden würde sondern wir weiter nach Guatemala wollten, wo nach wie vor das C4-Abkommen gilt welches uns insgesamt 90 Tage Aufenthalt für die vier zugehörigen Staaten gewährt, brachte uns das aber leider herzlich wenig. Trotzdem eine nette Geste gegenüber ausländischen Touristen. ❤

Nachdem wir die Grenze passiert hatten mussten wir leider feststellen, dass das Roaming mit unserer honduranischen Claro SIM-Karte nicht funktionierte. Deshalb hielten wir in Aguilares an der funkelnagelneuen Shopping Plaza El Encuentro an. Dort erhielten wir unkompliziert und schnell eine neue Claro SIM-Karte, wenngleich auch nicht zu den guten Konditionen wie in Honduras. Auch Geldautomaten fanden wir dort vor und wir staunten nicht schlecht als wir erfuhren, dass seit längerer Zeit auch in El Salvador der US-Dollar als Zahlungsmittel gilt. 😮

Von dort aus war es nur noch ein Katzensprung ins urige Dörfchen Suchitoto, das am großen Suchitlán Stausee liegt. Schwester Peggy, die Inhaberin des Centro Arte para La Paz, empfing uns mit amerikanisch-überschwänglicher Herzlichkeit und gestattete uns, nach einigem Feilschen unsererseits, für 5 Dollar pro Kopf auf dem Parkplatz im Innenhof der Kulturstätte zu übernachten. In früheren Zeiten befanden sich in diesen Gemäuern eine christliche Schule. Die Gebäudekomplexe strahlten einen unglaublichen Frieden aus und wir fühlten uns in der ruhigen Umgebung sofort wohl. ☺️

Am Abend feierten wir unseren erfolgreichen Grenzübertritt in einem traditionellen Lokal, das voller Einheimischer war, bei ein paar leckeren und preiswerten Pupusas: Gefüllte Mais- oder Reistortillas die, wie schon zuvor in Honduras, auch in El Salvador eine beliebte Spezialität sind. Zu unserem großen Erstaunen konnten wir dort in einem Baum, direkt neben den Esstischen auf der Terrasse mit Seeblick, sogar eine wilde Boa Imperator entdecken. Was für ein aufregender Start in Land Numero 14 unserer Reise! 🌎

Du bist gespannt, wie es für uns in El Salvador weitergehen wird?! Dann schau unbedingt nächste Woche wieder hier vorbei – es lohnt sich! 😀

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Schau dich um, stöbere durch die Blogbeiträge und lass dich begeistern! Wer weiß – vielleicht packst du schon bald selbst die Koffer? ✈️

NEW BLOG POST 🇭🇳 (27.02. – 05.03.2024) Grenzübertritt Honduras – Lago de Yojoa

Willkommen zurück bei unserem Vanlife Abenteuer! Diesmal stehen wir vor einer echten Überraschungskiste: Honduras, Land Numero 13 auf unserer Reisekarte. 🗺

Ehrlich gesagt wissen wir nicht viel über dieses Land außer den alten Schauergeschichten, die noch vor ein paar Jahren die Runde machten. Doch wir sind fest entschlossen, unsere eigenen Erfahrungen zu machen und die verborgenen Schätze dieses geächteten Landes zu entdecken. 💫

Bevor wir uns jedoch gemeinsam mit dir ins Abenteuer Honduras stürzen möchten wir gerne etwas mit dir teilen: Unsere BLOG- und YouTube– Arbeit steckt voller Leidenschaft und Engagement und jede noch so kleine Unterstützung hilft uns, weiterhin unsere Erlebnisse und Einblicke mit dir teilen zu können. Wenn dir unsere Geschichten also Freude bereiten und du ein Teil unserer Reise sein möchtest dann würden wir uns sehr über eine kleine Geste der Wertschätzung freuen. Wirf einen Groschen in unsere Diesel- oder Kaffeekasse und lass uns weiter gemeinsam die Welt erkunden! ❤

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Bevor wir in die Details unseres Grenzübertritts eintauchen möchten wir dir einen Einblick in unsere ersten Eindrücke von Honduras geben.

Der erste Blick auf Honduras war überraschend positiv, abgesehen von den unübersehbaren Müllansammlungen entlang der Straßen. 😭 Trotzdem überraschte uns das Land mit unerwarteter Modernität: Auf den Hügeln thronten Windkrafträder und weite Felder voller Solarpaneele zierten die ausgedorrte Landschaft. Die Fassaden der Backsteinhäuser waren fröhlich bunt getüncht und unerwartet vertraute, US-amerikanische Fast-Food-Ketten wie Wendys und Pizza Hut erinnerten uns unweigerlich an Panama zurück.

Auffällig modern und einladend präsentierten sich auch die Tankstellen entlang der Panamericana und selbst die erste Begegnung mit den örtlichen Polizisten verlief äußerst angenehm. Ähnlich wie beispielsweise in Argentinien waren sie mehr an dem woher und wohin interessiert als an unseren Papieren. Die Landschaft blieb unverändert trocken, karg und hügelig was bei Außentemperaturen von 38 Grad Celsius auch kaum verwunderlich war.

Nachdem wir die Grenze passiert hatten erreichten wir die Stadt Choluteca, wo wir uns zunächst in einer Einkaufsmall (unimall) eine neue SIM-Karte von claro besorgten. Der Preis von 8€ für 25GB über 15 Tage erschien uns mehr als fair. Zudem stellten wir erfreut fest, dass wir an einem der zahlreichen Geldautomaten gebührenfrei die Landeswährung Lempira abheben konnten. Hungrig nach dem langwierigen Grenzübertritt gönnten wir uns im angrenzenden Food Court noch einen leckeren Burrito bevor wir unsere Fahrt fortsetzten. 🌮

Unser nächster Halt führte uns zu einem La Colonia Supermarkt, wo wir uns mit frischen Lebensmitteln eindeckten. Das Angebot war fantastisch und sogar einige Importwaren waren erhältlich. Alles in allem waren aber auch hier die Preise, wie in fast allen zuvor bereisten Ländern, relativ hoch. Ob sich das im Laufe unserer Reise noch einmal ändern wird bleibt abzuwarten… 🙈

Zum Abschluss des Tages genossen wir die entspannende Atmosphäre der Aguas Termales Ribot. Der Eintrittspreis von 60HNL pro Person (ca. 2€) gewährte uns Zugang zu den zahlreichen, warmen Naturbadebecken und zwar bis spät in die Nacht hinein! In angenehmer Gesellschaft eines portugiesischen Pärchens, das mit ihrem alten Camper von den USA aus gen Süden unterwegs war, ließen wir den anstrengenden Tag ausklingen.

Natürliche Thermalbecken
Am Morgen begrüßten uns die Pferde

Solltest du an weiteren, tiefgreifenden Informationen zum Grenzübertritt sowie anderen hilfreichen Reisetipps und Tricks interessiert sein dann besuche unbedingt die Länderfakten-Seite auf unserer Homepage https://sijucampervan.com/landerfakten/ oder schaue alternativ, falls dir das fernsehen mehr liegt, in unsere Playlist Infos Vanlife & Langzeitreise auf unserem YouTube Kanal rein. 😉

Am nächsten Morgen erwachten wir überraschend ausgeruht nach einer ruhigen Nacht am Straßenrand der Therme. Die Hitze war weniger drückend als erwartet und dank der Überwachungskameras und des Nachtwächters fühlten wir uns auch sicher und geborgen. Mit einem guten Gewissen setzten wir unsere Reise fort. Diesmal in Richtung Comayagua, einer angeblich sehr charmanten und nicht touristischen kolonialen Kleinstadt.

Auf dem Weg dorthin entschieden wir uns spontan, in dem Vorort La Paz einen ungeplanten Zwischenstopp einzulegen. Angesichts der Hitze schien uns das die beste Option zu sein. Wir fanden einen sicheren Platz für die Nacht auf dem Parkplatz des Hotels La Fuente, der von hohen Mauern umgeben war und sogar etwas Schatten bot. 😃 Die Sicherheitsvorkehrungen waren beeindruckend: Stacheldraht und Überwachungskameras zierten zusätzlich die meterhohen Mauern und Carmen, die Empfangsdame, versicherte uns, dass nachts auch ein Wachmann auf dem Gelände patrouillieren würde. Interessanterweise erklärte sie uns, dass abgesehen von der Hauptstadt Tegucigalpa und San Pedro Sula Honduras sehr sicher sei. Wir konnten nicht umhin uns zu fragen, warum dann all diese Sicherheitsmaßnahmen erforderlich waren… 🤨 In jedem Fall waren wir dankbar für das hervorragende WLAN das es uns ermöglichte, online ein paar Dinge zu erledigen und nach Einbruch der Dunkelheit sogar eine Episode von 1883 zu streamen. 👍

Nicht so schön aber dafür schattig und sicher
🌴 Hübscher Hotel-Innenhof 🌴

In Bezug auf unsere Vorstellungen zum Thema Sicherheit unterscheidet sich die Realität des Landes bis dato noch nicht von den allseits bekannten Vorurteilen, die von folgenden Fakten untermauert werden:

Honduras gilt, neben Haiti, als eines der ärmsten Länder Mittelamerikas. Doch neben den Herausforderungen der Armut kämpft das Land auch mit einer bedrohlichen Realität: den Jugendbanden. Bekannt sind insbesondere Barrio 18 (auch als MS-18 bekannt) und Mara Salvatrucha (besser als MS-13 bekannt), die ganze Viertel und Städte terrorisieren. Viele ihrer Mitglieder stammen aus zerrütteten Familienverhältnissen und es wird geschätzt, dass die zwei rivalisierenden Banden jeweils bis zu 40.000 Mitglieder haben. Ähnliche Banden, die ihre Zugehörigkeit oft durch Tätowierungen zeigen, sind auch in anderen Ländern der Region ein Problem.

Die Regierung ging zwischenzeitlich hart gegen diese Banden vor. Seit 2003 sieht ein Gesetz eine Gefängnisstrafe von mindestens drei Jahren für die reine Mitgliedschaft in einer Bande vor.

Trotz der Bemühungen blieb Honduras aber bis in die jüngere Vergangenheit hinein eines der unsichersten Länder der Welt, insbesondere in den Großstädten. Die Medien waren voll von Berichten über Morde, Überfälle, Vergewaltigungen, Einbrüche und Entführungen. Ein Teil dieser Verbrechen wird eben jenen Jugendbanden zugeschrieben, wenn auch möglicherweise nicht in dem von den Medien dargestellten Ausmaß.

Nach Angaben der UNODC lag Honduras noch 2015 mit 64 Tötungsdelikten pro 100.000 Einwohnern weltweit auf dem zweiten Platz bei der höchsten Mordrate. Honduras wurde diesbezüglich nur noch von El Salvador getoppt, welches die Liste mit 109 Mordopfern anführte während die Rate in Deutschland damals bei 0,8 lag.

Wir sind gespannt, ob sich unser Eindruck im Verlauf der nächsten Tage noch verändern wird!

Am Donnerstag brachen wir dann, in den kühleren Morgenstunden, endlich zu unserer Sightseeingtour durch die bezaubernde Kleinstadt Comayagua auf. Die Atmosphäre war herrlich entspannt und wir schienen die einzigen ausländischen Besucher in den Straßen zu sein die von den farbenfrohen Häusern gesäumt waren. Besonders begeistert waren wir von der weitläufigen Plaza in deren Mittelpunkt ein malerischer Springbrunnen stand. Tauben flatterten umher während die weiße Kathedrale und die gemütlichen Cafés rundherum eine idyllische Kulisse boten. 💕

In einem dieser Cafés gönnten wir uns eine Tasse Kaffee, bevor wir unsere Reise zum Lago de Yojoa fortsetzten. Dieser See, einer der größten des Landes, ist nicht nur ein malerisches Naturparadies sondern auch von historischer und ökologischer Bedeutung. Umgeben von üppiger Vegetation und einer reichen Tierwelt ist der See ein beliebtes Ziel für Naturfreunde und Abenteurer gleichermaßen.

Unser Ziel war die Finca Santa Martha die uns von Kristina, einer deutschen Auswanderin, und ihrem honduranischen Ehemann Leonardo empfohlen wurde. Die Eco-Finca bietet nicht nur Ferienwohnungen und Stellplätze für Camper sondern fungiert zeitgleich auch als Kakaofarm. Honduras ist, neben seinem ausgezeichneten Kaffee, nämlich weltweit auch für seine exzellente Kakaoqualität bekannt. Nach einer kalten Dusche, trotz Durchlauferhitzer, genossen wir die Ruhe der Natur und die Abgeschiedenheit. Und überraschenderweise bot das WLAN eine schnelle und zuverlässige Verbindung die es uns ermöglichte, unsere Erlebnisse mit euch zu teilen und ein paar Arbeitsschritte zu erledigen. 😊

Toller Stellplatz mitten in einer grünen Oase

Die Umgebung bot zahlreiche Möglichkeiten für diverse Aktivitäten. Zum Beispiel hätten wir den nur wenige Meter entfernt gelegenen Kanal dazu nutzen können, um mit dem Kajak den größten Binnensee des Landes zu erkunden. Auch der Eco Park Los Naranjos lag, mit seinen weitverzweigten Holzbohlenwegen über Marschland, nur einen Steinwurf von uns entfernt. Nach einigen Überlegungen entschieden wir uns dann aber doch spontan für die Teilnahme an der Kakao-Tour auf der Eco Finca. Zugegeben, wir hatten Bedenken wegen des Preises, vor allem nach unseren super guten Erfahrungen in Ecuador. Doch die Investition erwies sich als lohnenswert. Carla nahm sich sehr viel Zeit um uns alles im Detail zu zeigen und zu erklären. 😀

Let’s make some chocolate!
Die Bohnen werden zuerst geröstet, dann geschält
Und anschließend zu Pulver vermahlen

Das Anwesen der Familie erstreckt sich über vier Hektar und beherbergt zwischen 1.200 und 1.500 Kakaobäume. Es war faszinierend zu erfahren, dass diese Bäume über einen Zeitraum von 50-80 Jahren Ertrag abwerfen können. Jeder Schritt des Verarbeitungsprozesses wurde uns geduldig erklärt – von der Ernte der reifen Früchte alle 20 Tage bis hin zur Fermentation und langsamen Trocknung der Kakaobohnen in der Sonne. 🌞

Die Frucht wächst direkt am Stamm
Hier trocknen die Bohnen in der Sonne
Aus der weißen Haut tritt der Saft für den Likör aus

Besonders interessant war der Hinweis auf die Verwendung des Safts, der in den ersten 24 Stunden nach der Ernte aus den Früchten austritt, zur Herstellung von Likör. Auch das Rösten und Schälen der Kakaobohnen war ein Erlebnis, das wir bereits in Ecuador genießen durften. Schau einfach in unser exotisches, kurzweiliges und dennoch informatives YouTube Video rein um mehr darüber zu erfahren:

Die Verkostung war sicherlich der Höhepunkt dieses Samstagnachmittags. Vom rohen Kakao bis zur heißen Schokolade in Milch war für jeden Geschmack etwas dabei. Auch die leicht gezuckerten Kakaosplitter waren köstlich. Besonders beeindruckend war der Geschmack der selbstgemachten 70% Zartbittermischung mit etwas Panela (unverarbeitetem Rohrzucker).

Alles in allem war es eine informative und genussvolle Erfahrung, die unseren Aufenthalt auf der Finca Santa Martha perfekt abrundete. 😋

😋😋😋

Tags drauf wechselten wir den Stellplatz und fuhren weiter zur nur wenige Kilometer entfernt gelegenen D&D Brewery. Auf dem Weg dorthin kamen uns bei einem kleinen Straßenimbiss unsere ersten, leckeren Pupusas unter. Dabei handelt es sich um einen runden Fladen aus Maismehl, der meist mit Käse gefüllt und danach knusprig angebraten wird. 😋 Und wie es der Zufall so wollte erblickten wir wenig später, beim Einbiegen auf den Parkplatz der Craft-Bier Brauerei, ein uns aus Instagram und YouTube wohlbekanntes Fahrzeug: Der weiße Mercedes-Sprinter mit den markanten, roten Streifen gehört Jessy und Roberto alias @chirpytravellers. Die Beiden sind seit drei Jahren nonstop unterwegs und wir verfolgen ihre Reise seit ihrer Verschiffung nach Halifax in Kanada genauer. Es ist immer wieder kurios, aber auch gleichzeitig schön, Menschen die man bisher nur aus der digitalen Welt kannte ganz unverhofft und plötzlich in der realen Welt zu treffen. 😅 Leider lag Jessy mit einem fiesen Infekt flach sodass wir uns nur kurz, aber dafür umso herzlicher, mit Roberto unterhielten. Auf dem Weg zur Brauerei hatte ich aus dem Augenwinkel heraus eine nahegelegene Wäscherei erspäht und ich entschied kurzerhand, unsere über nunmehr vier Wochen angesammelte Schmutzwäsche dort abzugeben. Die nette Dame sicherte mir zu, dass die Wäsche bereits am nächsten Morgen wieder zur Abholung bereitstünde und auch der aufgerufene Preis von 4€ für immerhin 5kg erschien mir mehr als fair zu sein. 👍 Wieder zurück am Van begutachteten wir das malerische Restaurantgelände, dass im Gegensatz zum prall in der Sonne gelegenen Parkareal reichlich Schatten bot, dank dem tropischen Wald der die gesamte Brauereifläche einhüllte. Allerdings beheimatete der Hotel- und Essbereich auch entsprechend viele aggressive Moskitos. 🦟 Wir fühlten uns dennoch pudelwohl und freuten uns wie kleine Kinder über die großen, sauberen Open-Air Duschen die noch dazu mit heißem Wasser aufzuwarten wussten. Dafür bezahlt man die 4US$ pro Person und Nacht doch gerne!

Unsere ersten Pupusas 🫓
Auf dem Gelände der Brauerei sind Overlander herzlich willkommen 💚
Das gesamte Gelände ist super schön angelegt 👍🏻
Abends sitzt man hier gemütlich am Lagerfeuer 🔥
Hier hält man es sicher gut ein paar Tage aus 🍻

Da es Jessy am nächsten Tag erfreulicherweise etwas besser zu gehen schien beschlossen wir, noch einen weiteren Tag zu bleiben und erst am nächsten nach Copán weiterzureisen. Es wäre schlicht weg zu schade gewesen, die Gelegenheit für einen längeren Austausch mit den zwei erfahrenen Weltreisenden sausen zu lassen. Zumal sie ja in entgegengesetzter Richtung zu uns unterwegs sind und beide Seiten froh und dankbar für die jeweiligen Reisetipps waren. 😀 Wir unterhielten uns gut und gerne drei oder vier Stunden lang bis es für Jessy Zeit für eine Ruhepause und für uns zum Abendessen wurde. Da uns bereits am Tag zuvor die Steinofen-Pizzen angelacht hatten machten wir es uns zu späterer Stunde im gemütlich mit Kerzen ausgeleuchteten Restaurantbereich bequem und gönnten uns eine davon. 🍕🍷

Der auffällige Sprinter der chirpy travellers 🚐
War MEGA die zwei getroffen zu haben 🤩

Von unseren weiteren Erlebnissen in Honduras sowie von den spektakulären Maya Ruinen in Copán berichte ich dir dann kommende Woche an gleicher Stelle. Und nicht vergessen: Deine Unterstützung hilft uns, unsere Reiseerfahrungen und Erlebnisse weiterhin mit dir und der Welt zu teilen!

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NEW BLOG POST 🇳🇮 (15. – 26.02.2024) Laguna de Apoyo – Cañon de Somoto

Unser nächster Abstecher führte uns mal wieder zu einem schönen Vulkankratersee, nämlich der Laguna de Apoyo. Vom Mirador de Catarina aus hatten wir eine gute Rundumsicht auf das Gewässer, nur eine Bade- oder gar Übernachtungsstelle unmittelbar am Ufer war nicht leicht zu finden. Die Zufahrten auf zwei Privatgrundstücke erschienen uns zu steil weshalb wir den Nachmittag bei der Apoyo Bar verbrachten. Wie so häufig in Nicaragua wurden wir aber auch hier mal wieder zu Kasse gebeten: Entweder hätten wir Speisen und Getränke im Gegenwert von 600 Cordoba (= 15€) konsumieren oder aber 200 Cordoba (= 5€) für den Aufenthalt an einem der Tische bezahlen müssen. 😲 Wir entschieden uns für Letzteres um wenigstens noch in den Genuss eines Bades zu kommen. Der Einstieg ins Wasser war voll von spitzen, scharfkantigen Lavasteinen und ein wahrer Balanceakt. Einen schönen Übernachtungsspot fanden wir dann aber doch noch, nämlich etwas oberhalb beim Restaurante Cueva del Tigre. DieAussicht vom dortigen Mirador aus war ebenfalls sensationell sodass wir uns den Spot am Morgen fast hätten sparen können. 🤷‍♀️ Während wir im Restaurant eine Tasse Kaffee tranken unterhielten wir uns nett mit einem der Mitarbeiter und er versicherte uns, dass wir gegen Zahlung eines kleinen  Trinkgelds in Höhe von 100 Cordoba (=2,50€) an den Nachtwächter hier eine sichere Nacht verbringen könnten. Während wir im Van noch eine Kleinigkeit zu Abend aßen beobachteten wir im Schutz der Dunkelheit die Familie gegenüber. Diese schien ebenfalls ein kleines Aussichtslokal zu führen und nach Ladenschluss wurde kurzerhand das Doppelbett hinter dem Tresen hervorgezogen, in den Gastraum gestellt und schnell mit einer Matratze bestückt. Wenig später kehrte der Familienvater nach Hause und parkte sein Auto ebenfalls halb in diesem Raum. Kurz darauf erloschen die Lichter und die Eltern machten es sich, gemeinsam mit ihren beiden Kindern, in dem Bett bequem… 😔 Die Armut in Nicaragua schmerzt einen wirklich sehr und wir alle sollten jeden Tag mehr als Dankbar für all unsere Konsumgüter sein… Selbst ein Fahrrad ist hier purer Luxus, von einem Motorroller oder Auto ganz zu schweigen. So wundert es auch nicht weiter, dass viele der Autos auf den Straßen gut und gerne 20 Jahre alt sind. 🚗

Vulkankratersee mit Vulkan Blick
Übernachtung am Mirador
Gast-, Wohn-, Schlafraum UND Garage in einem 🙈

Am Freitagmittag machten wir uns dann auf zum nahegelegenen Vulkan Masaya. Dieser ist seit vielen Jahrhunderten permanent aktiv und bietet die einmalige Gelegenheit in einen brodelnden Vulkanschlund hineinzublicken. Da der Masaya sich momentan in einer sehr aktiven Phase befindet sind nachmittägliche Wanderungen um den Krater herum derzeit leider verboten. So blieb uns nichts anderes übrig, als im Schatten vor der Schranke auf den Einlass ab 16:30 Uhr zu warten. Dort fanden wir aber einen sehr netten Zeitvertreib, denn wir trafen auf Roland und Nicole aus Ludwigsburg. Die beiden sind geschätzt Ende 60 und bereisen seit 2009 mit ihrem grünen Mercedes Allradsprinter die Welt. Neben Nord- und Zentralamerika waren die Zwei u.a. auch schon auf der Seidenstraße unterwegs. Falls du mehr über sie erfahren möchtest dann schau gern mal auf ihrer Website www.panoreisen.de vorbei. Gegen später reihten wir uns dann gemeinsam mit ihnen in die Autokarawane ein, die sich mittlerweile vor den Toren des Nationalparks gebildet hatte. Pro Kopf wurden 10$ Eintritt verlangt und erst als es bereits dunkel war, schätzungsweise gegen 18:30 Uhr, gelangten wir auf dem oberen Parkplatz an. Nur wenige Schritte trennten uns von den zwei gut besuchten Plattformen, auf denen jeder um den besten Schnappschuss bemüht war. Tatsächlich hing eine dicke Rauchwolke über dem Krater aber wir hatten großes Glück und konnten trotzdem einen freien Blick auf die glühende Lava erhaschen, die zäh inmitten der Magmakammer umherfloss. Keine 10-15 Minuten später wurden alle Besucher mittels schriller Trillerpfeifen darauf aufmerksam gemacht, dass es bereits wieder Zeit zu gehen war. Zum einen, weil die giftigen Gase nicht über längere Zeit hinweg eingeatmet werden sollten. Zum anderen, weil noch etliche Besucher mehr den nächtlichen Blick in den Vulkan riskieren wollten. 🙈 Der Parkwächter mit der Trillerpfeife bestätigte uns, dass die Magmakammer derzeit recht instabil sei weshalb Spaziergänge tagsüber untersagt seien. Aber wir hätten großes Glück gehabt, an anderen Tagen sei die Sicht mitunter deutlich schlechter. Während Simon sich mehr erhofft hatte fand ich auch meinen zweiten Besuch am Krater erneut sehr beeindruckend. Wieder unten angekommen parkten wir unseren Van neuerdings vor dem bewachten Eingang, wo wir eine kostenfreie sowie erstaunlich ruhige Nacht (trotz Straßennähe) verbringen durften. 

Blick in die Magma Kammer
Stellplatz vorm Nationalpark

Bis wir uns am nächsten Tag auf die Weiterreise nach León begaben waren unsere Deutschen sowie Französischen Übernachtungsgesellen bereits weitergezogen. Uns trennten etwa eineinhalb Stunden Fahrt von unserem Ziel und dank iOverlander fanden wir dort auf Anhieb einen guten Stellplatz: Für schlappe 50 Cordoba (= 1,30€) konnten wir unser Wohnmobil auf einem staubigen, aber dafür schattigen Parkplatz unweit des historischen Stadtzentrums abstellen. Dieser war sowohl bewacht als auch von hohen Mauern umgeben. Günstiger hätten wir wohl kaum parken und noch dazu übernachten können. Bei schweißtreibenden 36°C im Schatten machten wir uns zu Fuß auf in die UNESCO-Weltkulturerbe Stadt. Trotz ihrer 200k Einwohner ist das Zentrum super überschaubar und wir konnten in Seelenruhe durch die Gassen schlendern. Auch der weitläufigen Markthalle statteten wir einen Besuch ab, nach dem wir für das morgige Geburtstagskind Max noch ein Fußballtrikot erstanden hatten. 1821 wurde in León die Unabhängigkeit Nicaraguas und Costa Ricas von Spanien erklärt. Einige Jahre lang war die Stadt auch Landeshauptstad, bis dieser Titel im Jahre 1858 Managua zugesprochen wurde. Im schattigen Innenhof des Cafés Pan y Paz machten wir es uns während der heißen Mittagsstunden bequem, bevor wir uns am Nachmittag auf das Dach der größten Kathedrale Zentralamerikas begaben. Von hier oben hat man nicht nur eine tolle Sicht auf den Ort und die vielen Kirchen, sondern auch auf den umliegenden Vulkangürtel. 🌋 Das eigentliche Highlight sind aber die zahlreichen, schneeweißen Kuppeln des komplett weißgekalkten Gotteshauses. Geschlaucht von der Hitze verzichteten wir jedoch auf das Trachtenfest, welches am Abend auf der Plaza stattfand, und liefen stattdessen müde und durchgeschwitzt zurück zu unserem Parkplatz.

Kirchen hat es in León genug
Aber auch Wandmalereien
Und eine schöne Markthalle
Kaffeepause im hübschen Innenhof
Lecker 😋
Auf dem Dach der Kathedrale
🌋 Vulkane über Vulkane 🌋
Mädchen in traditioneller Tracht
León war wirklich schön 🤩

Der Sonntag stand dann ganz im Zeichen von Max Geburtstag, der als Partylocation einen wirklich schönen Campingplatz inklusive Swimmingpool gewählt hatte. Wir kauften noch schnell in einem Maxi Palí in León ein, bevor auch wir uns auf den Weg zum Badaboom Hostel machten wo unsere Bremer Freunde bereits auf uns warteten. Der fußläufig nur 10 Minuten entfernt gelegene Pazifikstrand eignet sich wohl ideal zum Surfen aber wir machten es uns lieber im Schatten der Markise von Knut bequem. Dort feierten wir gut gelaunt, nach dem wir Max das Trikot überreicht hatten welches für große Freude sorgte, seinen 33. Geburtstag. 🎉 Und auch ich bekam noch ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk überreicht: Zwei kalte Dosen Hard Seltzer und ein Glass Nuss-Nugatcreme. Ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr ich mich über den süßen Aufstrich gefreut habe! Dieser liegt mit schlappen 8€ pro Glas hier nämlich mal wieder außerhalb unseres Budgets was unsere Freunde schon vermutet hatten. 😅 Am Abend wurden wir dann noch vom Geburtstagskind mit einem sehr leckeren Kartoffel-Hack-Auflauf verwöhnt und da an schlafen, auf Grund der krassen Hitze, sowieso nicht zu denken war spielten wir bis weit in die Nacht hinein noch ein paar Runden Brändi Dog. 🃏🎲  

Happy Birthday Max 🥳🥳🥳
Zum Glück gabs den Pool 💦
Wirklich hübsches Hostel
Danke Max fürs Kochen 🧑‍🍳

Und da der Platz gar so schön war verbrachten wir, trotz 36°C am Tag und gefühlt nur etwas weniger in der Nacht, noch einen weiteren gemeinsamen Tag am Pool. 💧👙🏊‍♀️ Nach einem gemütlichen Frühstück widmete sich jeder für ein paar Stunden der Arbeit bzw. einigen Telefonaten. Abends fanden wir uns dann wieder zu viert zum Resteessen am Tisch ein, bevor es Zeit für eine erneute Partie Brändi Dog war deren Sieg neuerdings an Merle und mich ging. 🥳🥳

Fantastischer Auflauf 🤤

Dienstags verabschiedeten wir uns dann etwas wehmütig von @anschnallenabfahrt, die noch zwei weitere Tage hier verbringen wollten bevor es für sie direkt weiter nach El Salvador gehen sollte. Die beiden hatten sich, im Gegensatz zu uns, gegen Honduras entschieden. Bevor wir uns jedoch auf den Weg zur Grenze machten wagten wir noch einen Abstecher in die kühlere Bergregion. Wir hatten von einem Ort namens Selva Negra (Schwarzwald) gehört, der sich nur wenige Kilometer oberhalb der Kaffeehauptstadt Matagalpa befinden sollte. Für die Fahrt dorthin benötigten wir, trotz guter Straßen und einer an und für sich kurzen Strecke von lediglich 200 Kilometern, allerdings fast vier Stunden weshalb wir erst am späten Nachmittag auf der Kaffee-Hacienda ankamen. Das Gelände schien riesig zu sein und wir fuhren fast eineinhalb Kilometer durch die Kaffee- und Bananenplantagen, bis wir das große Haupthaus erreichten. Neben diesem lagen verstreut noch etliche Cabañas und auch eine Jugendherberge zählte, neben einem großen Restaurant direkt an einem scheinbar künstlich angelegten See, zu den Einrichtungen. Pro Kopf knöpfte man uns 200 Cordoba (= 5€) Eintritt ab, die man uns im Gegenzug jedoch in vollständiger Höhe im Restaurant wieder anrechnen würde. Leider wurde uns, wie schon vermutet, die Übernachtung auf dem Parkplatz nicht gestattet sodass wir uns aus Zeitgründen auch auf keinen der vielen Wanderwege auf dem Gelände mehr begeben konnten. 😕 Also ließen wir uns an einem der Tische auf der Veranda nieder und bestellten uns jeweils ein Club-Sandwich. 🥪 In weiser Voraussicht hatte ich bereits vorab einen anderen, nahegelegenen Stellplatz ausfindig gemacht. Diesen galt es noch vor Einbruch der Nacht anzusteuern weshalb wir uns direkt nach dem Essen auf den Weg dorthin machten. Schade, denn ich hätte gerne mehr über die Geschichte der deutschen Auswanderer erfahren, die sich Ende des 18. Jahrhunderts hier niedergelassen und die Kaffeeplantage gegründet hatten. Glücklicherweise lag unser Endziel, das Eco Hotel Aguas del Arenal, nur ein paar Kilometer von dem Touristenhotspot entfernt. Wie so oft gab es keine Beschilderung aber nach einmaligem Nachfragen bei hilfsbereiten Nachbarn fanden wir doch noch den richtigen Schotterweg. Wir steuerten geradewegs auf den Parkplatz der Finca zu wo uns direkt drei Hunde und kurz darauf auch Anabel, die Inhaberin, in Empfang nahmen. Abermals staunten wir nicht schlecht über die Wahnsinnsausmaße eines Privatgeländes. 😮 Ähnlich wie beim Selva Negra gediehen auch hier, neben diversen Kaffeepflanzen, allerlei Obst- sowie viele Laub- und Nadelbäume. Die Besitzerin führte uns kurz über einen kleinen Teil des riesigen Grundstücks und zeigte uns den Weg zu den Toilettenhäuschen sowie zum Hoteleingang. Wir könnten unseren Van einfach auf dem Parkplatz stehen lassen und dort nächtigen. Diese Ansage setzten wir gern in die Tat um und wir freuten uns darüber hinaus über die angenehmen Temperaturen, die in der Nacht sogar auf bis zu 17°C abfallen sollten. Welch Wohltat nach der extremen Hitze der vergangenen Tage. 🥵

Fast wie am Mummelsee 🤩
♥️ Heimatgefühle ♥️
Links die Jugendherberge, rechts die alten Maschinen für die Kaffee-Ernte
🌲🌲🌲
Die Einwanderer Familien im Jahr 1905

Tatsächlich war die Nacht bei offenen Fenstern schon etwas zu frisch für meinen Geschmack, schließlich hatten wir nur die Bettbezüge ohne Decke zum zudecken weshalb ich irgendwann fröstelnd aufwachte. Was für ein krasser Unterschied! 😅 Am Morgen fühlten wir uns aber gut erholt und gewappnet für die kleine Wanderung auf dem Grundstück von Anabel und ihrem deutschen Mann Jürgen. Letzteren lernten wir jedoch nicht kennen da er sich gerade mit einer Reisegruppe in Costa Rica befand. Während sich seine aus Nicaragua stammende Frau um Haus, Hof, Hunde und Hotelgäste kümmert arbeitet er auch als Reiseführer. Zwei der vier Hunde begleiteten uns schwanzwedelnd auf den verzweigten Wegen, die zuerst am Bach entlang und dann durch den dichten Wald führten. Etwa eine halbe Stunde später gelangten wir wieder am Ausgangspunkt an, wo wir bei Anabel je eine Tasse des hauseigenen Kaffees bestellten. Für unseren Geschmack war dieser jedoch zu wässrig weshalb wir auch keine Tüte des selbst gerösteten Kaffees mitnahmen.

Unser Stellplatz Eco Hotel
Mal wieder ein Privatgrundstück mit eigenen Wanderwegen 😳
♥️ Knuffiger Begleiter ♥️
Der Garten war eine wahre Pracht 😍
Nur den Kaffee mochten wir nicht so sehr 🙊

Nach einer weiteren, energiespendenden frischen Nacht zogen wir am nächsten Morgen wieder von dannen. Per Zufall hatte ich in Matagalpa auf der Karte ein Schokoladenmuseum entdeckt und da wir sowieso den gleichen Weg zurück nehmen mussten, den wir zuvor gekommen waren, legten wir dort einen kurzen Zwischenstopp ein. Für die Führung durch die Fabrik hätten wir uns zuvor anmelden müssen aber wir begnügten uns voll und ganz mit der Verkostung der vor Ort hergestellten Schokoladen. Sowohl die naturbelassene, 70% Bitter Schokolade als auch die mit gerösteten Kaffeesplittern versetzte Zartbitterschokolade schmeckten vorzüglich. 😋 Da die 80 Gramm Tafeln schlappe 3€ kosteten nahmen wir nur von der Kaffeevariante einen Barren mit. Auch dem ebenfalls kostenfreien Kaffeemuseum statteten wir noch einen Besuch ab. Dort wurde auf großen Schautafeln (sowohl auf Spanisch als auch auf Englisch 👍) die Kaffeegeschichte Nicaraguas erklärt, die maßgeblich von den deutschen Einwanderern Mitte und Ende des 18. Jahrhunderts geprägt wurde. Diese kauften nicht nur Ländereien von den Indigenen auf, die sie zu Kaffeeplantagen umfunktionierten, sondern schafften auch Maschinen an und schufen Transportwege bis zur Pazifikküste. Unter diesen Pionieren befanden sich auch die Familien Kühl und Vogel, die Mitbegründer der heutigen Selva Negra Eco Lodge. Für gerade einmal 0,50€ bestellten wir uns jeweils noch eine Tasse leckeren Kaffees, bevor wir zurück auf die Panamericana fuhren die in Nicaragua mit NIC-1 gekennzeichnet ist. Von dort aus bogen wir neuerdings ab in die Berge, diesmal ins Reserva Natural Tisey. Dort hatten uns Roland und Nicole, die beiden Langzeitreisenden aus Ludwigsburg die wir am Masaya Vulkan getroffen hatten, einen Stellplatz auf der Estancia Tisey empfohlen. Hier erwartete uns ebenfalls ein extrem weitläufiges Gelände, das zur einen Hälfte Restaurant- und Hotel, zur anderen Hälfte Bauernhof zu sein schien. Die Mitarbeiterin war freundlich aber wenig bemüht, uns die Einrichtungen näher zu zeigen. Sie erklärte uns nur kurz den Weg zu Toiletten und (kalten) Duschen bevor sie uns mit einem Fingerzeig auf die grüne Wiese klar machte, wo wir unseren Van abstellen könnten was wir dann auch wie befohlen taten. 😅

Schokoladen Museum in Matagalpa
Auch der Eintritt ins Kaffeemuseum war gratis 👍🏻
Die Schautafeln waren interessant & informativ 🔎
Hier schmeckte auch der Kaffee vorzüglich ☕️
Wer mehr über die deutschen Einwanderer erfahren möchte 👆🏻
Die Familien Kühl & Vogel

Gut ausgeruht nach einer neuerdings erfrischenden Nacht schnürten wir am nächsten Morgen unsere Wanderschuhe und begaben uns auf eine aufregende, 10 km lange Wanderung. Unser erster Halt war die Comunidad La Garnacha, wo uns zwei kurze Wege zu atemberaubenden Aussichtspunkten über vielschichtige Bergketten führten. Nach einer leckeren Erfrischung in Form eines frischen Ananas-Safts bei einem kleinen Lokal am Wegesrand erkundeten wir die kuriose Stätte El Jalacate. Dort treffen Besucher aus aller Welt auf den wunderbar verrückten Analphabeten Alberto, der seit 1988 die Sandsteinfelsen auf seinem 100.000 Quadratmeter großen Grundstück bearbeitet. 😮 Die über 3.000 Skulpturen und Reliefs die der mittlerweile uralte, aber immer noch vor Kreativität sprühende Alberto im Laufe seines Lebens geschaffen hat sind ebenso beeindruckend wie kurios. Sie erzählen oft faszinierende Geschichten aus der Kultur Nicaraguas, von mythologischen Figuren bis hin zu politischen Ereignissen. Fast eine Million Abenteurer haben diesen abgelegenen Ort bereits erkundet und wir verstehen vollkommen, warum!

Ferien auf dem Bauernhof 😅
Endlich mal wieder wandern 🎒🧭
Süßes Hexenhäuschen 🧙‍♀️
Die Käserei hatte leider geschlossen 😢
Dafür gabs schöne Aussicht
Simon passte gut ins Thema 😅
Wir besuchen eine außergewöhnliche Stätte
Hier wird man vom Künstler höchst persönlich empfangen
Gelungenes Selbstporträt
Seit den 80ern bearbeitet Alberto den Sandstein
Rückweg zum Stellplatz

Wir hatten es nicht weiter eilig und so legten wir, nur wenige Kilometer vom vorherigen Spot entfernt, einen weiteren Übernachtungsstopp beim All Nica Cigar Store ein. Dieser liegt zwar direkt neben der Panamericana aber der sehr liebenswerte, aus Kuba stammende Inhaber Julio hat ein großes Herz für Overlander und lässt Reisende aus aller Welt kostenfrei im hinteren Bereich seines Areals, gut versteckt hinter der Hauswand, auf einem Grünstreifen parken. Selbst unseren Wassertank hätten wir hier problemlos und ohne Gegenleistung auffüllen können. 🥰 Wer dem Tabakgenuss wohlgesonnen ist kann sich im dazugehörigen, schicken Laden ganz nebenbei noch mit ein paar nicaraguanischen Zigarren eindecken. Das Stück kostet ab 5$, eine Schatulle mit 12 handgerollten Zigarren ist ab 85$ erhältlich. In und um Estelí, der nächst größeren Stadt, befinden sich nämlich nicht nur etliche Tabakplantagen sondern auch die ein oder andere Zigarrenmanufaktur ist hier zuhause. Wir beließen es beim Filmen und unterhielten uns stattdessen noch ein Weilchen mit Julio. Er erzählte uns, dass er vor 25 Jahren mit seiner mittlerweile verstorbenen US-Amerikanischen Frau von Kalifornien nach Nicaragua gekommen sei. Obwohl damals bereits im Rentenalter baute er sich hier ein neues Standbein in Form seines Zigarrenladens auf. Bis vor wenigen Jahren beschäftigte er sogar noch rund 15 Mitarbeiter, die in der an den Laden angrenzenden großen Werkstatt die edlen Holzetuis fertigten. Mittlerweile laufen aber die Verkaufsgespräche, damit er sich bald endgültig zur Ruhe setzen und seine letzten Jahre in seinem Strandhaus in San Juan del Sur genießen kann. 

Übernachtungsspot bei einer Zigarren Manufaktur
Hier wurden die Holzetuis gefertigt

Auf unserem Weg zum Grenzübergang El Espino befand sich noch ein letztes, lohnenswertes Ziel: Der Cañon de Somoto. Wir fanden, neuerdings direkt neben der Hauptstraße, eine tolle Unterkunft bei einer Privatfamilie. Francisco, der Inhaber von La Ceibita Tours, Campsite & Restaurante, empfing uns noch am Tor mit offenen Armen und wies uns einen Stellplatz auf einer erdigen Freifläche neben einem Rohbau zu. Für 2$ pro Person und Nacht kann man hier sicher übernachten und sich am nächsten Tag zu Fuß auf zum Canyoning Abenteuer machen. So war auch unser Plan weshalb wir uns nach einem schmackhaften Gallo Pinto Abendessen (Reis mit roten Bohnen, frittierte Kochbanane, Käse und Rührei) im dazugehörigen Lokal auch direkt ins Bett begaben. 😴

Restaurant, Cabañas, Tour & Camping La Ceibita
Die Cabañas sahen echt toll aus
Und auch das Essen war sehr fein
Vollmond Aufgang 🌕

Unsere Entscheidung, bereits zu so früher Stunde zu Bett zugehen, erwies sich als goldrichtig denn wie so oft in Nicaragua wurden wir einmal mehr bereits im frühen Morgengrauen von den Hühnern aufgeweckt. 🥱 Zum Glück hatten wir uns am Vortag mit frischem Kaffee eingedeckt der ausnahmsweise nicht nur gut, sondern mit umgerechnet 6,50€ für 900g sogar richtig günstig war. 🤗 Nach dem wir unseren Wachmacher genossen hatten verstauten wir unsere Wertsachen sowie die Badeschuhe und zwei Wasserflaschen in unseren paddelbrett Dry Bags. Da wir die vom Río Coco, dem größten Fluss Zentralamerikas, geformte Schlucht mit ihrem kristallklaren Wasser gerne alleine erkunden wollten entschieden wir uns gegen einen Guide. Und ganz nebenbei sparten wir pro Kopf somit auch noch 15$ für den Führer. 😉 Zumal man sich entlang des Flussbetts ja auch kaum verlaufen kann und es irgendwie auch Teil des Abenteuers ist, sich seinen Weg über und durch den Flusslauf selbst suchen zu müssen. Die große, 12 Kilometer lange Ganztagestour erschien uns jedoch zu lang weshalb wir uns für die Halbtagesvariante á 4 Stunden und 8 Kilometer entschieden. Beim Erreichen des Flussufers konnten wir bereits einen ersten Blick in den sich zunehmend verengenden Canyon werfen der definitiv Lust auf mehr machte. 😀 Die ersten hundert Meter konnten wir noch problemlos trockenen Fußes über die Mal mehr, mal weniger großen Steine im Flussbett hinweghüpfen aber bald hieß es Badeschuhe an, Klamotten aus und rein ins frische Nass. Mehrere Passagen konnten nur schwimmend durchquert werden und wir genossen es, hier ganz für uns alleine zu sein, von den über uns kreisenden Geiern einmal abgesehen. 😅 Unsere Rufe hallten von den hohen Felswänden zurück und, gegen Ende unserer Tour, mischten sich andere Stimmen dazwischen. Wir hatten die kleine, uns vorausgegangene fünfköpfige Reisegruppe wieder eingeholt die sich mittlerweile zu einem Sonnenbad auf den großen Felsen niedergelassen hatte. Da mir mittlerweile wirklich kalt vom Schwimmen war taten wir es ihnen gleich und es war eine wahre Wohltat, sich auf die warmen Steine zu legen und sich die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen. 😎 Die vorletzte, gut und gerne 600 Meter lange Etappe hätten wir neuerdings schwimmen müssen. Auf Grund meiner Gänsehaut hatte ich dazu aber keine große Lust mehr, obwohl es Landschaftlich super schön gewesen wäre. So kam die Einladung, gemeinsam mit der Reisegruppe in ein Paddelboot zurück zum Ufer zu steigen, wie gerufen. 😁 Die letzten eineinhalb Kilometer zurück zu unserem Stellplatz absolvierten wir dann wieder alleine. Was für ein schöner Abschluss unserer gerade einmal zweieinhalbwöchigen Reise durch Nicaragua. ❤

Euch werden wir nicht vermissen 🤣
Bereit fürs Canyoning Abenteuer
Eselchen auf dem Weg zum Startpunkt 🥰
Die Kletterpartie beginn

Wie werden wir das Land in Erinnerung behalten? Nicaragua stand für uns mit seiner staubtrockenen Landschaft im krassen Gegensatz zum saftig grünen Costa Rica. Auch die Temperaturen lagen, vor allem rund um León, mitunter deutlich über unserer Wohlfühltemperatur. Auch die Armut der Menschen ist mitunter groß und unübersehbar was wahrscheinlich dazu führt, dass der ein oder andere einem auf Grund seines hartes Lebens etwas mürrischer als anderswo üblich begegnet. Und auch wenn man in der Diktatur Nicaragua seine Meinung nicht offen aussprechen sollte hat es uns hier trotzdem gut gefallen. Vielleicht auch deshalb, weil das Land mit seinen überdimensionalen Privatgrundstücken noch nicht dem Massentourismus zum Opfer gefallen ist und man sich hier des Öfteren noch in eine andere Epoche zurückversetzt fühlt.

Wir sind gespannt, ob wir einen ähnlichen oder doch völlig anderen Eindruck von Honduras haben werden. Einem Land, dass noch bis vor wenigen Jahren das Ranking der gefährlichsten Länder der Welt anführte… 🇭🇳

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