NEW BLOG POST (22.-25.02.2026) 🇺🇸 Texas Golfküste & Louisiana Bayous

Houston Space Center, Südstaaten-Feeling und Alligatoren hautnah

22.02.2026 – Umweg an den Golf von Mexiko 

300 Kilometer lagen vor uns – von der Guadalupe County Eastbound Rest Area bis nach Surfside Beach am Golf von Mexiko.

Eigentlich hätten wir ganz bequem auf der Interstate 10 bleiben und mitten durch Houston fahren können. Doch irgendetwas in uns hatte wenig Lust auf Großstadtverkehr, endlose Highwayspuren und urbane Betonlandschaften.

Houston ist mit rund 2,3 Millionen Einwohnern die größte Stadt in Texas und die viertgrößte der USA. Zählt man das gesamte Ballungsgebiet dazu, sprechen wir sogar von über sieben Millionen Menschen. Außerdem gilt Houston als Energiehauptstadt der USA – unzählige Öl- und Gasunternehmen haben hier ihren Sitz. Spannend, keine Frage. Aber an diesem Tag sehnten wir uns eher nach Weite als nach Wolkenkratzern.

Also entschieden wir uns ganz bewusst für einen rund 100 Kilometer langen Umweg – Richtung Golf von Mexiko.

Die Strecke führte uns durch sehr ländliches Texas. Weitläufige Farmen, vereinzelte Häuser, viel Himmel, viel Horizont. Keine Hektik. Kaum Verkehr. Genau das, was wir nach den letzten intensiven Fahrtagen brauchten.

Und dann lag er plötzlich vor uns: der endlos wirkende Sandstrand von Surfside Beach.

Ganz in der Nähe fanden wir einen tollen, kostenfreien Stellplatz direkt am Meer:

📍29.004518, -95.218022. 

Der Sand war erfreulich fest – so fest, dass wir problemlos ohne Allrad direkt auf den Strand fahren konnten. Nach unserer Baja-Sand-Erfahrung tasteten wir uns zwar zunächst vorsichtig vor, aber völlig unbegründet.

Kein Festfahren. Kein Schaufeln. Kein Puls über 120. Stattdessen: Meeresrauschen, salzige Luft und ein weiter Horizont, der fast ein wenig an die Baja California erinnerte – nur eben auf texanisch.

Ein perfekter kurzer Zwischenstopp, bevor es weiter Richtung Osten gehen sollte.


23.02.2026 – Südstaatenfeeling in Texas

Nach einer ruhigen, sehr angenehmen Nacht direkt am Strand von Surfside Beach hieß es am nächsten Morgen auch schon wieder: Abschied vom Golf von Mexiko – zumindest vorerst. Vor uns lagen nur 100 Kilometer bis zum nächsten Ziel, doch diese kurze Etappe hatte es landschaftlich und atmosphärisch in sich:

Statt endloser Sandfläche begleitete uns nun die typische Küstenlandschaft des texanischen Golfs: flach, weit, wasserreich – und industriell geprägt.

Unsere Route führte uns über Jamaica Beach weiter nach Galveston. Schon von Weitem wurde klar, dass wir uns in einer der wichtigsten Energie-Regionen der USA befinden. Rund um Galveston und die angrenzende Houston Ship Channel-Region liegt eines der größten Raffinerie- und Petrochemie-Zentren der Welt. Immer wieder tauchten gewaltige Industrieanlagen am Horizont auf – Rohrleitungen, Fackeltürme, Tanks.

Vor der Küste lagen zahlreiche Öltanker auf Reede. Ein beeindruckender, wenn auch ambivalenter Anblick. Hier wird deutlich, welche wirtschaftliche Bedeutung Texas für die US-amerikanische Öl- und Gasindustrie hat.

Je weiter wir uns von der offenen Küste entfernten, desto deutlicher prägten Sumpfgebiete und Marschlandschaften die Szenerie. Flache Wasserflächen, Schilf, Feuchtgebiete – und mittendrin diese unglaublich schönen, pastellfarbenen Holzhäuser auf Stelzen.

Rosa. Türkis. Hellblau. Gelb. 🤩

Fast wie in Belize oder irgendwo in der Karibik.

Die Bauweise hat allerdings weniger mit Ästhetik als mit Notwendigkeit zu tun. Die gesamte Region rund um Galveston und die Texas-Golfküste ist regelmäßig von Tropenstürmen und Hurricanes betroffen. Besonders bekannt: Hurricane Ike (2008), der in Galveston massive Zerstörungen hinterließ. Durch die erhöhte Bauweise sollen Häuser bei Sturmfluten und Überschwemmungen besser geschützt werden.

Und genau hier begann es sich für uns zum ersten Mal richtig nach Südstaaten anzufühlen.

Dieses warme, leicht feuchte Klima. Die Palmen. Die Stelzenhäuser. Die ruhige, etwas entschleunigte Atmosphäre.

Ehrlich gesagt hatten wir dieses Südstaaten-Feeling eher in Louisiana erwartet – nicht schon in Texas. Und gleichzeitig dachten wir: So ungefähr stellen wir uns auch Florida vor. 🌴☀️

Am Nachmittag erreichten wir dann Webster, südlich von Houston gelegen. Die Stadt gehört zur Metropolregion Greater Houston, in der über sieben Millionen Menschen leben. Gleichzeitig fühlt sich Webster deutlich ruhiger an – typisch amerikanischer Vorort mit breiten Straßen, Shopping Centern und viel Platz.

Ein Kontrastprogramm zu unserem Strandstellplatz vom Vortag – aber genau das macht diese Reise entlang der Golfküste gerade so spannend: Innerhalb von 24 Stunden wechseln sich Natur, Industrie, Strand, Südstaaten-Charme und Metropolnähe ab.

Und wir sind mittendrin. ✨


24.02.2026 – Ein Tag im Space Center

Am Dienstag stand dann ein absolutes Highlight auf unserem Programm: das Houston Space Center – das offizielle Besucherzentrum des NASA Johnson Space Center.

Tickets & Preise:

Wir haben die Tickets am Vortag online über die offizielle Website gebucht:

👉 https://tickets.spacecenter.org/webstore/shop/

• 29,95 US$ p.P. online plus 5 US$ Bearbeitungsgebühr

• 10,99 US$ Parkgebühr

Man kann die Tickets auch direkt vor Ort für 34,99 US$ p.P. erwerben.    

Unterm Strich spart man online ein paar Dollar. Die Parkgebühr fanden wir allerdings etwas unnötig, die hätten sie sich aus unserer Sicht gerne sparen dürfen.

Was bedeutet NASA eigentlich?

NASA steht für National Aeronautics and Space Administration – also die Nationale Luft- und Raumfahrtbehörde der USA. Gegründet wurde sie 1958, mitten im Wettlauf ins All zwischen den USA und der Sowjetunion.

Und genau dieser Wettlauf führte letztlich zu einem der bedeutendsten Momente der Menschheitsgeschichte.

Apollo-Missionen, Mondlandung & Raumfahrtgeschichte

Ein riesiger Bereich widmet sich den historischen Raumfahrtprogrammen:

🚀 Gemini-Programm (1960er)

Diente der Vorbereitung auf längere Raumflüge und das Andocken im All – essenziell für spätere Mondmissionen.

🌕 Apollo-Programm

Das wohl bekannteste NASA-Programm.

• Apollo 11 landete am 20. Juli 1969 auf dem Mond.

Neil Armstrong war der erste Mensch, der den Mond betrat („One small step…“).

• Insgesamt landeten zwischen 1969 und 1972 sechs Apollo-Missionen erfolgreich auf dem Mond.

Im Space Center könnt ihr originale und originalgetreue Exponate sehen – darunter den Mondrover, Raumanzüge, Technikmodule und beeindruckende Originalteile aus den Missionen.

🛰️ Space Shuttle & Raumstation

Ein absolutes Highlight für uns:

Man kann in das ausrangierte Space Shuttle „Independence“ hineingehen – es sitzt auf einem originalen Shuttle Carrier Aircraft, also dem umgebauten Boeing-Trägerflugzeug, mit dem die Shuttles transportiert wurden. Das Ding in echt zu sehen, ist einfach gigantisch.

Außerdem ausgestellt:

• Module der Internationalen Raumstation (ISS)

• Astronautennahrung

• originale Kontrollraum-Elemente

• Raumanzüge aus verschiedenen Jahrzehnten

Man bekommt ein richtig gutes Gefühl dafür, wie eng, technisch und komplex das Leben im All tatsächlich ist.

🔭 Zukunft: Artemis-Missionen

Während Apollo für die Vergangenheit steht, ist Artemis die Zukunft.

Mit dem Artemis-Programm plant die NASA:

• Eine erneute Mondlandung (inklusive erster Frau auf dem Mond)

• Den Aufbau einer dauerhaften Mond-Infrastruktur

• Vorbereitung für spätere Mars-Missionen

Die erste Artemis-Testmission (Artemis I) fand 2022 unbemannt statt. Weitere bemannte Missionen sind in Planung. Ziel ist es, langfristig wieder Menschen auf den Mond zu bringen – diesmal nachhaltiger.

Unser persönliches Fazit

Wenn man in Houston ist, sollte man das Space Center unbedingt besuchen.

Egal ob Technikfan, Geschichtsinteressierter oder einfach neugierig – es ist extrem beeindruckend, die Originaltechnik und die Dimensionen der Raumfahrt einmal live zu sehen. Und plötzlich merkt man: Das ist nicht nur Science-Fiction, das ist echte, greifbare Menschheitsgeschichte.

Von uns also eine klare Empfehlung. 🚀


25.02.2026 – Alligatoren, Bayous & 350 Kilometer Richtung Louisiana

Nach unserer Nacht nahe Lake Anahuac 📍29.837385, -94.654733 – nur einen Steinwurf vom gestrigen NASA-Abenteuer entfernt – startete der Tag deutlich naturverbundener.

Von unserem Übernachtungsspot war es nicht weit bis zur Einfahrt des Anahuac National Wildlife Refuge 📍29.657056, -94.546505.

Unser Ziel dort: der Shoveler Pond 📍29.613991, -94.545238.

Um den Pond herum führt ein etwa 2,5 Meilen (ca. 4 Kilometer) langer, gut asphaltierter Auto-Drive: Perfekt, um entspannt mit dem eigenen Fahrzeug durch die Feuchtgebiete zu rollen. Vor uns war nur ein einziges anderes Fahrzeug unterwegs. Ansonsten: Ruhe. Natur. Vogelrufe.

Und dann ging es los:

• 🐊 mehrere Alligatoren, die regungslos im Wasser lagen

• 🐢 etliche Schildkröten, die sich auf Baumstämmen sonnten

• 🦩 diese knallrosa Vögel – es handelt sich um Rosalöffler (Roseate Spoonbills) mit ihrem löffelförmigen Schnabel

• unzählige weiße und graue Reiher

• viele Enten- und andere Wasservogelarten

Immer wieder konnte man am Rundweg anhalten und über kleine Bohlenstege noch tiefer in den Sumpf hineingehen. Dort standen sogar Sitzbänke – perfekte Spots zum Beobachten, Staunen oder einfach nur Stillsein.

Was sind eigentlich Bayous?

Hier merkt man deutlich, dass wir uns der Grenze zu Louisiana nähern. Die Landschaft ist geprägt von sogenannten Bayous.

Ein Bayou ist ein langsam fließender oder nahezu stehender Wasserarm, oft ein Nebenlauf eines Flusses oder ein alter Flusslauf. Typisch sind:

• flaches, ruhiges Wasser

• dichte Vegetation

• Zypressen

• Sumpf- und Marschland

Gerade im Südosten von Texas und später in Louisiana gehören Bayous fest zum Landschaftsbild – und prägen auch Kultur, Küche und Lebensgefühl.

Nach diesem grandiosen Start in den Tag ging es zurück auf die Interstate 10. Insgesamt legten wir heute rund 350 Kilometer zurück – über Lake Charles und Lafayette hinweg bis zur Atchafalaya Rest Area.

Allein der Name ist schon ein kleiner Zungenbrecher. Die Region gehört zum Atchafalaya Basin, dem größten zusammenhängenden Sumpfgebiet der USA. Hier wird es nochmal richtig bayou-typisch.

Von unserem heutigen Nachtplatz aus sind es nur noch etwa 200 Kilometer bis nach New Orleans – der Wiege des Jazz.

Und von dort berichte ich euch dann nächste Woche – sonst sprenge ich hier den Rahmen. 

Danke fürs Mitreisen, Mitlesen und virtuelle Mit-Alligatoren-Zählen! 💛


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