Redwoods State Park – Ein Tunnel aus Riesen
Wir fuhren von Norden kommend über den 13 km langen Newton B. Drury Scenic Parkway in den Prairie Creek Redwoods State Park — eine der schönsten Straßen, die wir bisher gefahren sind. Links und rechts öffneten sich grüne Wiesen, auf denen Roosevelt-Hirsche genüsslich grasten, während wir mitten durch uralte Wälder voller gigantischer Redwood-Riesen rollten.

Hier sollte man unbedingt den Big Tree anschauen und dem kurzen Pfad zu den Even Bigger Trees folgen. Es lohnt sich definitiv — auch wenn man glaubt, schon jeden Baum gesehen zu haben. Diese Dimensionen machen einfach sprachlos.


Redwood National Park – Heimat der größten Bäume der Welt
Unser nächster Halt: Der Redwood National Park. Dieses Schutzgebiet bewahrt einen der letzten großen Küstenmammutbaum-Wälder (Sequoia sempervirens) in Kalifornien.
Die Bald Hills Road führt hinauf zum Lady Bird Johnson Grove Trail (ca. 60 Minuten). Der Name erinnert an die US-Präsidentengattin Lady Bird Johnson, die sich stark für den Naturschutz einsetzte und 1968 die Gründung dieses Nationalparks unterstützte. Der Rundweg ist einfach, friedlich und führt durch eine beeindruckende Redwood-Kathedrale.


Weiter südöstlich im Park steht der Tall Trees Grove – hier wachsen einige der höchsten Mammutbäume überhaupt. Diese schlanken Riesen können über 100 Meter hoch und bis zu 2000 Jahre alt werden. Sie gehören zu den größten Lebewesen unseres Planeten.

Am südlichen Parkeingang in Orick informiert normalerweise das Kuchel Visitor Center über Landschaft, Wanderwege und Geologie. Aufgrund des Government Shutdowns war es bei unserem Besuch jedoch leider geschlossen.
Humboldt Redwoods State Park – Die Avenue of the Giants
Wer danach immer noch nicht genug von Redwoods hat, fährt weiter südlich in den kostenfreien Humboldt Redwoods State Park. In dem 210 km² großen Schutzgebiet wachsen unzählige Küstenmammutbäume, viele davon wahre Superstars. 🌳
Besonders eindrucksvoll ist die legendäre Avenue of the Giants: eine 53 km lange Panoramastraße, die parallel zur US 101 durch den Park führt. Sie beginnt wenige Kilometer hinter Garberville und führt durch einige der dichtesten Redwood-Wälder der Welt.
Es heißt, dass allein im Humboldt Park über 100 Bäume die 110-Meter-Marke knacken. Kaum zu glauben, wenn man danebensteht.
Richtungswechsel: Ab ins Landesinnere
Nach mehr als 1.000 Kilometern entlang der Küste beschlossen wir jedoch, Bäumen und Meer den Rücken zu kehren und ein neues Landschaftsbild zu suchen. Unser Ziel: der Lassen Volcanic National Park, östlich von Redding.
Hier sollte es mal wieder nach Schwefel riechen und aus der dünnen Erdkruste dampfen.

Lassen Volcanic National Park – Ein unruhiges Stück Erde
Kaum nähert man sich dem Park, liegt Schwefelgeruch in der Luft. Hier und da steigen Dampfsäulen zischend aus dem Boden auf. Der letzte große Ausbruch des Lassen Peak (3187 m) ereignete sich zwar 1915 — aber aktiv ist das vulkanische Gebiet bis heute.
Die kurvenreiche Lassen Park Road führt durch den Westteil des Parks und eröffnet grandiose Ausblicke auf Gipfel, Gletscherseen und geothermale Gebiete wie Bumpass Hell. Vom höchsten Punkt der Straße führt ein etwa 4 km langer Trail auf den Lassen Peak selbst.

Doch zu dieser Wanderung kamen wir leider nicht.
Der Frustmoment
Um zum Lassen Volcanic Nationalpark zu gelangen, fuhren wir knapp 300 kurvige Kilometer von Eureka nach Redding — nur um dann vor Ort über ein Straßenschild zu erfahren, dass der durch den Nationalpark führende Highway 89 bereits geschlossen war. 🚧

Das Bittere daran:
– weder die Nationalpark-App,
– noch die Website,
– noch der Wetterbericht meldeten zuvor Eis oder Schnee.
Normalerweise wird die Straße zwischen Dezember und März geschlossen. Doch diesmal war es offenbar früher. Und weil durch den Government Shutdown auch die Visitor Center am Nord- und Südeingang geschlossen waren, gab es keinerlei Informationen oder Updates.
Da sich die meisten vulkanischen Aktivitäten ohnehin im nun unzugänglichen Teil befanden, drehten wir direkt um und folgten der Interstate 5 weiter Richtung Süden.
Vier Fahrtage später: Wieder an der Küste
Während dieser vier Fahrtage bewarben wir uns u.a. auf einige House Sits in Los Angeles — und landeten schließlich wieder am Pazifik, diesmal über den Highway 101.

Leider regnete es, als wir durch San Luis Obispo und Santa Maria fuhren. Als der Regen endlich eine kurze Pause einlegte, nutzten wir den Moment, um uns in Santa Barbara ein klein wenig die Beine zu vertreten.
Santa Barbara – Kalifornische Eleganz mit spanischen Wurzeln
Santa Barbara entstand im späten 18. Jahrhundert als spanischer Militärposten (Presidio). Deshalb findet man hier überall die Spuren der Kolonialzeit: weiße Mauern, maurische Verzierungen und Terrakotta-Ziegel – ein eigener, wunderschöner Stil.
Warum tragen so viele Orte im Süden Kaliforniens spanische Namen? 🏰
Von 1769 bis 1821 gehörte Kalifornien zu Neu-Spanien und wurde später Teil von Mexiko. In dieser Zeit gründeten spanische Missionare und Soldaten viele Orte entlang der Küste — von San Diego bis Sonoma.
Daher kommen Ortsnamen wie Los Angeles, Santa Barbara, Ventura, San Francisco oder Santa Cruz. Als die USA das Gebiet 1848 im Mexikanisch-Amerikanischen Krieg übernahmen, blieben die spanischen Namen erhalten — und prägen den gesamten Südwesten bis heute.
Mission Santa Barbara – Die „Queen of the Missions“
Wir stoppten zuerst an der berühmten Mission Santa Barbara, die auf einem kleinen Hügel rund 2 km vom Stadtzentrum entfernt steht.

– Gegründet 1786 von Franziskanern
– Die heute sichtbare Kirche wurde 1820 vollendet
– Gilt als eine der schönsten und am besten erhaltenen Missionen
– Sie wird bis heute von Franziskanern betrieben
– Wegen ihrer Architektur nennt man sie oft die „Queen of the Missions“

Da die Self-Guided Tour 17 USD pro Person gekostet hätte, bestaunten wir das ehrwürdige Gelände jedoch nur von außen – was aber schon beeindruckend genug war.
Das Santa Barbara Courthouse – Schönheit bis ins kleinste Detail
Später schlenderten wir durch die palmengesäumte Fußgängerzone und kamen am Courthouse Clock Tower vorbei. Das Gerichtsgebäude wurde 1929 im spanisch-maurischen Revival-Stil erbaut und ist an Detailreichtum kaum zu überbieten:
– handbemalte Decken
– schmiedeeiserne Kronleuchter
– Fliesen aus Tunesien und Spanien
– ein stiller Wandgemälderaum mit Szenen aus der spanischen Kolonialgeschichte

Von seinem 26 m hohen Glockenturm El Mirador genießt man normalerweise eine traumhafte Aussicht über Stadt, Meer und Berge.
Wir entschieden uns allerdings gegen den Besuch, da zahlreiche Hochzeitsgesellschaften das Gebäude für Fotos nutzten — und wir uns in unseren Regenklamotten nicht ganz „wedding appropriate“ fühlten. 😅
Wie es weitergeht
Ob wir einen House Sit in Los Angeles bekommen haben – und warum wir tatsächlich dringend eine Pause vom Vanlife brauchen – erfahrt ihr im nächsten Blogbeitrag. Schaut bis dahin gerne mal auf unserem Instagram oder YouTube Kanal vorbei.
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