Zwischen Regenchaos und Werkstatt-Hoffnung
Manchmal läuft’s einfach nicht rund…

Nach unzähligen Abdichtungsversuchen unseres Van-Daches saßen wir wieder einmal auf einem Parkplatz fest, eingekesselt von Dauerregen. Zwei Tage lang prasselte es in Port Alberni nahezu ununterbrochen aufs Dach während wir hofften, dass diesmal alles dicht bleibt. 🙏
Und tatsächlich: Zumindest die hintere Dachluke blieb trocken!
Ob das nun an der Entfernung des hinteren Zusatzscheinwerfers lag (dessen eine Schraube tatsächlich rostig war und offenbar Wasser trotz Silikon durchgelassen hatte) oder einfach nur am glücklichen Zufall bzw. der leicht schiefen Parkposition – wer weiß das schon!
Klar ist jedenfalls: vorne kam’s wieder rein. Ganze 670 Milliliter Regenwasser fanden während dieser zwei Regentage den Weg entlang des Rahmens der vorderen Dachluke in unseren Innenraum. Und das, obwohl wir erst kürzlich alles neu verklebt, die Solarpanels und sogar die Markise abmontiert und kontrolliert hatten. 😪
Der einzig verbleibende Verdächtige: der vordere Zusatzscheinwerfer auf dem Dach. Doch bei strömendem Regen blieb uns nur abzuwarten – und zu hoffen.
Motorprobleme on top
Als wäre das alles nicht schon genug, machte uns auch unser Motor nach wie vor Sorgen. Zwar war die Fehlermeldung Glow Plugs / Heater Circuit A nach dem Tausch des Glühkerzenmoduls verschwunden – aber richtig rund lief unser Renault trotzdem nicht.
Beim Start qualmte er stark, der Motor klang unruhig und um die 2.500 Umdrehungen war ein kurzes, spürbares Stottern zu merken. Zum Glück hatten Anne und Christian alias @Van.We.Bike, die mit ihrem Fiat Ducato ebenfalls auf der Panamericana unterwegs sind, das mitbekommen. Ihr dringender Rat: „Lasst das lieber bald checken – bei uns fing’s genauso an, und am Ende waren’s die Injektoren.“
Ein teures Szenario, das wir natürlich vermeiden wollten. Doch da es in Kanada keine Renault-Werkstätten gibt, begann die Google-Suche nach Alternativen. Die erste Werkstatt winkte ab, verwies uns aber freundlich an eine andere in Nanaimo, spezialisiert auf europäische Fahrzeuge. Und tatsächlich: der Mechaniker dort hörte sich unser Problem an – und gab uns einen Termin für Dienstag.
Die Route stand damit fest: Statt weiter Richtung Norden ging’s also zurück nach Osten.
Zwischenstopp in Comox
Nach fünf Tagen Regen, Reparaturen und Verzweiflung verließen wir Port Alberni Richtung Ostküste – und landeten in Comox, einem charmanten Küstenort mit blumengeschmückten Straßen und maritimem Flair.
Unsere Highlights in Comox:
Spaziergang über den Pier – bei gutem Wetter herrlich entlang der Marina

Filberg Park: im Sommer mit Streichelzoo, schönem Teehaus und Sitzbänken mit Blick aufs Wasser

Bei Ebbe kann man vom Park aus direkt am Strand entlang zur Marina schlendern

Viele Cafés, Restaurants und kleine Läden zum Bummeln

Im benachbarten Courtenay findet man alle Einkaufsmöglichkeiten (Walmart, Superstore etc.)
Kleinstadt mit Geschichte: Cumberland
Nur wenige Kilometer landeinwärts liegt Cumberland – einst Kohlebergbauort, heute quirliger Mix aus Historie und Lebensfreude.
Gegründet 1888, beherbergte es damals Arbeiter aus Japan, China und Südamerika. Heute säumen noch immer alte Holzhäuser und Läden aus der Jahrhundertwende die Hauptstraße.

Unsere Tipps:
Love’s Ice Cream – großartige Eisdiele🍦
Dark Side Chocolates – handgemachte Pralinen, heiße Schokolade & Kaffee 🍫☕️

Cumberland Museum & Archives – für Geschichtsinteressierte 📰
Zahlreiche Mountainbike-Trails im Cumberland Community Forest 🚵♂️

Ganz in der Nähe lockt der Comox Lake – für uns diesmal leider ohne Stopp, denn es zog uns weiter in den Strathcona Provincial Park.
Wandern im ältesten Naturpark von British Columbia

Der Strathcona Provincial Park ist das älteste Schutzgebiet der Provinz – ein wilder Mix aus Gletschern, Bergseen, Wasserfällen und alpinen Wiesen. Im Zentrum ragt der Mount Golden Hinde mit seinen 2.200 Metern auf – der höchste Berg Vancouver Islands.
Wir übernachteten auf rund 1.000 Metern Höhe am Parkplatz der Raven Lodge, um am nächsten Morgen direkt loszuwandern. Und das Wetter? Traumhaft! 🤩 Blauer Himmel, 15 Grad, goldene Herbstfarben – perfekter Wandertag.

Unsere Route:
➡️ 17 km Rundwanderung über den Paradise Meadows Loop bis zum Kwai Lake (5:15 Std. inkl. Foto- & Filmstopps)
Der Trail führt an sechs großen Bergseen vorbei, über Holzstege und durch subalpine Wiesen.
Besonders im Herbst – mit rot-goldenen Heidelbeersträuchern und klarer Luft – einfach spektakulär. 😍


💡 Tipp:
Gutes Schuhwerk und evtl. Wanderstöcke sind Pflicht – viele Wurzeln & rutschige Passagen nach Regen. Alternativ: kürzere Routen wie der Lake Helen MacKenzie Trail (8 km, 3 Std.).

Zurück ans Meer
Nach der Wanderung fuhren wir noch am selben Abend 95 km zurück nach Qualicum Beach – diesmal begleitet von einem unglaublichen Panorama: die Küste im Abendlicht, dazu der Pazifik und der Vollmond über einem rosa-blauen Abend-Himmel.

Am nächsten Morgen in Parksville hieß es zuerst Wäsche waschen und dann, wieder bei bestem Herbstwetter, ein Stück am breiten Strand entlang:
Suds & Duds Laundromat – sauber, modern, absolut empfehlenswert. 🧺
Community Park – mit Strand, Picknickplätzen, Duschen, Trinkwasser und Stellplätzen direkt am Meer. 🏖️

Am Nachmittag ging’s weiter nach Nanaimo. Auf dem Parkplatz vor der Werkstatt montierten wir noch schnell den vorderen Zusatzscheinwerfer ab – und tatsächlich: auch hier war eine Schraube angerostet! Ob dies jedoch die 700 ml Regenwasser erklären würde? Wir sind skeptisch, aber dennoch optimistisch.



Nun ist alles neu abgedichtet – und sollte es beim nächsten Regen endlich trocken bleiben, gibt’s hoffentlich bald Entwarnung. 🙏
Doch erst einmal steht der Werkstatttermin an … und vielleicht auch die nächste Herausforderung.
Ob wir Glück hatten oder auf Ersatzteile aus Deutschland warten müssen, erfahrt ihr im nächsten Blogbeitrag!
👉 Bis dahin: Schaut gerne schon mal auf YouTube oder Instagram vorbei – dort gibt’s vielleicht schon Neuigkeiten. 😉
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