NEW BLOG POST (02.-09.09.2025) 🇨🇦 Kanada Roadtrip – Mit dem Camper durch British Columbia 🚐💨

Wells Gray, Helmcken Falls & Kamloops 

Etappe dieser Woche: von Hinton nach Kamloops

Abstecher nach Hinton & weiter zum Mount Robson

Da unsere Vorräte knapp wurden, fuhren wir von Jasper aus 75 km nach Hinton. Dort gibt es einen Safeway (gut für Lebensmittel) und einen kleinen Walmart. Auf deren Parkplätzen darf man sogar über Nacht stehen – praktisch für Overlander! 👍🏻

Noch besser gefiel uns der Stellplatz am örtlichen Recreation Centre: heiße Duschen für 2 C$ und schnelles WLAN in der Bibliothek nebenan. Dort trafen wir zufällig Ralph aus Darmstadt, der mit seinem Citroën Jumper von Halifax nach Ushuaia unterwegs ist – also genau entgegengesetzt zu uns. Dementsprechend viel hatten wir uns zu erzählen.


Mount Robson – das Tor zur Provinz British Columbia

Über den Highway 16 ging es schließlich weiter gen Süden in den Mount Robson Provincial Park. Der majestätische Mount Robson ist mit 3.954 m der höchste Berg der kanadischen Rockies – und ein echter Blickfang!

Mount Robson: Höchster Berg der kanadischen Rockies

Am Visitor Centre gibt es Infos zu Wanderungen, einen Trinkwasserspender und ein hübsches Café. Wir parkten am Fraser River, wo wir beim Spaziergang zu den Overlander Falls die wilden Kajakfahrer in den Stromschnellen bestaunten – ein Spektakel für sich.


Wells Gray Provincial Park – Land der 41 Wasserfälle

Von dort aus waren es rund 250 km bis zu unserem nächsten Ziel, dem Wells Gray Provincial Park, berühmt für seine 41 (!) Wasserfälle. Dank des Highway 5 war die Strecke gut zu fahren, sodass wir am selben Nachmittag noch die Moul Falls ansteuern konnten.

Moul Falls

Ein 2,5 km langer Trail führt bis an den Fuß der Fälle – und das Besondere: man kann sogar hinter den 35 Meter hohen Wasservorhang steigen und durch die Höhle dahinter spähen. Ein echtes Naturkino! 🤩

Da wir nach der langen Fahrt keine Lust mehr hatten noch weiterzufahren, und es auf dem Wanderparkplatz keine No Overnight-Schilder gab, riskierten wir eine Übernachtung an Ort und Stelle. So standen wir bestens für den nächsten Tag.👇


Helmcken Falls & Bailey’s Chute – Wasser & Wildnis pur

Erstes Highlight am Morgen: die Helmcken Falls, mit 153 Metern Kanadas vierthöchster Wasserfall. Wie gemalt stürzt er kerzengerade in die Tiefe, die Umgebung von feinstem Sprühnebel in sattes Moosgrün getaucht. Nur der Rauch der Waldbrände aus den Northwest Territories und aus Süd-B.C. legte sich wie ein Filter über die Landschaft und tauchte das Sonnenlicht in ein unnatürliches Orange. 🔥

Helmcken Falls
Der Rauch der Waldbrände verteilt sich übers Land

Über eine 15 km lange Gravel Road erreichten wir anschließend den Aussichtspunkt Bailey’s Chute. Hier spielt sich im Spätsommer ein Drama der Natur ab: Die Chinook-Lachse, teils bis zu 22 Kilogramm schwer, haben eine über 600 Kilometer lange Reise durch Fraser, Thompson und Clearwater River hinter sich. Am Ende ihrer Kräfte versuchen sie, die tosende Wasserrinne hochzuspringen – vergebens. Stattdessen lassen sie sich wieder zurücktreiben, um ein letztes Mal zu ihren Laichplätzen zu gelangen. Dort legen sie ihre Eier ab und sterben.

Bailey’s Chute

Wir hatten Glück und konnten die kraftvollen Sprünge zahlreicher Lachse mit eigenen Augen beobachten – faszinierend und traurig zugleich. Ein 5 km langer Rundweg führt von hier entlang des Clearwater River zu den Marcus und Myanth Falls und macht die Szenerie perfekt.


Ruhe am Paul Lake & Zwischenstopp in Kamloops

Bevor es für uns in unsere erste kanadische Großstadt ging, legten wir noch einen Abstecher zum idyllischen Paul Lake ein. Eingebettet in ein schmales, von Wäldern gesäumtes Tal, liegt er ruhig und spiegelglatt da. Hier herrschte eine Stille, wie wir sie seit Wochen nicht erlebt hatten.

Die Häuser am Ufer schmiegen sich an die Hänge, fast alle mit einem besonderen Extra: schwimmende Terrassen! Ausgestattet mit Stühlen, Sonnenschirmen und manchmal sogar Grills, werden sie kurzerhand mit Kind, Hund und Kühltasche hinaus aufs Wasser geschoben. Wie genial ist das bitte?! 😍

Schwimmende Terrasse auf dem Lake Paul

Auch wir wollten unser SUP zu Wasser lassen – doch unsere elektrische Pumpe gab endgültig den Geist auf. 😕 Immerhin konnten wir auch vom Ufer aus Spechte und einen kreisenden Weißkopfseeadler über uns beobachten.

Danach ging’s nach Kamloops (rund 90.000 Einwohner, also etwa so groß wie Tübingen). Die Region ist geprägt von trockener Steppe – fast wie in Arizona oder Nordmexiko. Für uns hieß es daher nur: Vorräte auffüllen, ein kleiner Bummel an der gepflegten Uferpromenade des Thompson Rivers und dann weiter.

Uferpromenade des Thompson Rivers
Splash Park am Ufer – perfekt an heißen Tagen 💦

Richtung Vancouver – auf dem Sky-to-Sea Highway

Von Kamloops führte uns die Straße entlang des malerischen Kamloops Lake bis nach Cache Creek. Hier bogen wir auf den legendären Highway 99 ab, auch Sea-to-Sky Highway genannt. Nur dass wir ihn in umgekehrter Richtung befuhren – vom „Sky“ der Berge hinab an die „Sea“ des Pazifiks bei Vancouver. Doch dazu mehr im nächsten Beitrag.

Vancouver

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