Gletscher, Elche & verbrannte Wälder

Mit frisch eingebautem Glühkerzen-Modul machten wir uns von Banff aus auf den Weg nach Jasper – und zwar über den legendären Icefields Parkway, eine der schönsten Panoramastraßen der Welt.
Der Icefields Parkway – Traumstraße durch die kanadischen Rocky Mountains
Die rund 230 km lange Route verbindet Banff mit Jasper und führt vorbei an über 100 Gletschern, unzähligen türkisblauen Seen und spektakulären Bergpanoramen. Zahlreiche Viewpoints, Wanderwege und Picknickplätze laden unterwegs zum Anhalten ein.

Ein Highlight ist der Peyto Lake, dessen Form an einen Wolfskopf erinnert. So schön der Blick auf das türkisfarbene Wasser auch ist – bedrückend war es zu sehen, wie weit sich die Gletscherzunge hier bereits zurückgezogen hat: rund 5 Kilometer in den letzten 120 Jahren. 😢



Am Bow Summit (2.088 m) erreichten wir den höchsten Punkt des Icefields Parkway. Übrigens: Der Parkway selbst wurde erst in den 1940er-Jahren als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme während der Großen Depression gebaut – heute ist er eine der meistbefahrenen Traumstraßen Kanadas.

Athabasca Gletscher – ein Blick ins Eiszeitalter
Am nächsten Tag steuerten wir das Icefield Discovery Centre an. Von dort sind es nur 1,5 km Fußweg bis an die Zunge des gewaltigen Athabasca Gletschers. Schon aus der Ferne spürt man die Kälte, als würde man vor einem riesigen Gefrierschrank mit offener Tür stehen. 🥶😅



Geführte Touren aufs Eis kosten ab ca. 160 C$ pro Person. Wir beließen es beim Blick von unten – beeindruckend genug! Zum Vergleich: Während der Athabasca stetig schmilzt, gehört der Perito-Moreno-Gletscher in Argentinien zu den wenigen weltweit, die noch wachsen.

👉 Ein Viertel aller Gletscher weltweit liegen übrigens in Kanada. Hättest du das gedacht?!
Wasserfälle & Waldbrände
Unsere Route führte uns weiter zu den Sunwapta Falls die uns zwar gefielen, aber weniger spektakulär waren als gedacht. Deutlich eindrucksvoller waren die Athabasca Falls, wo sich die Wassermassen donnernd in die Tiefe stürzen und anschließend durch eine enge Schlucht pressen.


Weniger schön: Schon hier sahen wir die ersten Spuren der verheerenden Waldbrände des letzten Jahres. Kilometerweit begleiteten uns abgebrannte Wälder bis nach Jasper – eine traurige Erinnerung an die zerstörerische Kraft der Natur.

Jasper – voller Campingplatz, wenig Charme
In Jasper angekommen standen wir zunächst vor einem Problem: Wildcampen ist verboten und die offiziellen Plätze waren am Labor-Day-Wochenende natürlich komplett ausgebucht. Glück hatten wir am Snaring River Overflow Camping: Für 13 C$ durften wir auf einem improvisierten Platz am Schotterareal gegenüber parken – zusammen mit fünf weiteren „Notgästen“. 😅


Am nächsten Tag erkundeten wir den Ort selbst. Im Vergleich zu Banff wirkte Jasper eher unscheinbar: weniger spektakuläre Rockies drumherum, eine wenig einladende Fußgängerzone, einige Souvenirshops und Fast-Food-Lokale. Positiv hervorzuheben sind der gut sortierte Supermarkt, die Coin Laundry (inkl. Duschen und angeblich bestem Kaffee der Stadt) sowie der Lake Annette.


Dieser flache See ist ideal zum Baden oder für eine Runde auf dem SUP. Ein asphaltierter Rundweg (2,4 km) macht ihn auch für Kinderwagen und Rollstühle zugänglich. Leider trübten die abgebrannten Wälder aber auch hier die Idylle. 😕
Eine ganz besondere Begegnung am Maligne Lake
Montags nahmen wir die Maligne Lake Road in Angriff. Der bekannte Maligne Canyon war jedoch wegen Brandfolgen noch gesperrt, also ging es direkt weiter. 🚐💨
– Medicine Lake: Er gleicht einer Badewanne ohne Stöpsel – im Sommer mit Wasser gefüllt, im Herbst durch unterirdische Abflüsse fast komplett verschwunden.
– Maligne Lake: Am Ende der Straße angekommen, schnürten wir die Wanderstiefel. Auf dem Mary Schäffer Loop (3,2 km) ging es durch Wälder und Wiesen.


Und dann kam der Moment, den wir nie vergessen werden: Am Moose Lake, eigentlich nur ein ganz spontaner Abstecher, tauchte plötzlich ein stattlicher Elchbulle direkt vor uns aus dem Unterholz auf! Wenige Minuten später gesellten sich noch eine Kuh mit Kalb dazu. 🦌♥️
Für uns das zweite Mal überhaupt (nach dem Grand Teton NP in den USA), dass wir Elche so hautnah beobachten konnten.


👉 Tipp: Wer Spirit Island auf dem Maligne Lake sehen möchte, sollte unbedingt vorab eine Bootstour buchen – die Plätze sind schnell vergeben.
Nächste Woche nehmen wir euch dann mit durchs bezaubernde British Columbia. Bis dahin: Schaut für weitere Eindrücke gerne auf Instagram und YouTube vorbei! 🎥♥️
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