NEW BLOG POST (01.-08.08.2025) 🇨🇦 Mit dem Van durch die kanadischen Rocky Mountains 🚐💨

Nach unserem gelungenen Grenzübertritt nach Kanada hätte es von der Kleinstadt Pincher Creek in Alberta eigentlich entspannt weitergehen sollen – aber Vanlife wäre nicht Vanlife ohne kleine technische Herausforderungen. 😅 Kaum in der neuen Provinz angekommen entdeckten wir, dass unser schon einmal in Mexiko geschweißter Edelstahl-Wassertank wieder ordentlich leckte. Und zwar neuerdings so stark, dass wir es nicht einfach wegignorieren konnten – wir hätten sonst täglich etliche Liter Wasser verloren… 😢

Unsere Lösung: Do-it yourself Reparatur-Session vor der örtlichen Bibliothek. Nachdem Simon erst kürzlich in Helena, Montana tagelang die alten Teer- und Klebereste unserer Dachluken entfernt und frisch abgedichtet hatte, war seine Motivation für weitere Bastelarbeiten etwas begrenzt. Also legte diesmal ich mich unters Auto, entfernte mit der Spachtel die Armaflex-Isolierung und die Plastikverkleidung des Tanks. Am nächsten Tag kam Simon zum Einsatz und dichtete die Stelle – glücklicherweise vorne am Tank und nicht wie damals an der Hinterachse – mit den restlichen GFK-Materialien ab. Unser Panda-Coat, den wir für die Dachluken verwendet hatten, kam dafür nicht infrage – zu brennbar, und der Auspuff sitzt direkt daneben. 🔥


Der nächste Morgen begrüßte uns mit heftigem Regen. Seit dem Grenzübertritt ist das Wetter ohnehin ungewöhnlich nass, oft mit Gewittern am Mittag. Normalerweise ist es hier im Sommer deutlich trockener, wovon auch die zahlreichen Waldbrände der letzten Jahre herrühren.

Trotzdem machten wir uns auf die Weiterfahrt, hielten mit Regenschirm kurz an den Lundbreck Falls, tranken an den Chain Lakes einen schnellen Mittagskaffee und fuhren dann den Highway 541 Richtung Kananaskis Lakes. Da der Tag durch die lange Fahrt schon weit fortgeschritten war, entschieden wir uns kurzerhand für eine Übernachtung an einem Straßenpullout. Leider stellten wir bei Ankunft fest, dass unsere hintere Dachluke trotz frisch aufgebrachter Dichtung immer noch Wasser durchlässt. Von oben sieht alles perfekt aus – woher also kommt das Leck? 😰

Pausen Stopp an den Chain Lakes

Am nächsten Morgen sollte es zu den Kananaskis Lakes gehen, doch ein Erdrutsch blockierte den Highway 541. Ein Arbeiter meinte zwar, schweres Gerät sei unterwegs, aber wir müssten wohl bis zum nächsten Mittag warten. Wir blieben also in der Nähe, frühstückten an einer Rest Area und machten spontan eine Wanderung zu zwei kleinen Seen. Unterwegs entdeckten wir zum ersten Mal auf unserer Kanadareise viele verschiedene Pilze – unter anderem „Staubis“, wie wir sie aus deutschen Wäldern kennen. Jung sind sie essbar und sehr lecker, und so landete am Abend eine große Portion in unserer Pfanne – mit Knoblauch und Spaghetti.🍝 🍷

Auf dem Rückweg von unserer Wanderung erwischte uns ein kräftiger Regenschauer. Mein Regenponcho hielt, Simons Jacke leider nicht – weshalb er ziemlich durchnässt zurück zum Van kam. Dort dann der nächste Rückschlag: Wieder Wasser an der hinteren Dachluke. Und wir rätseln noch immer, wo dieses bloß eindringt… 🤯


Weil der Highway auch am nächsten Tag noch gesperrt war, blieben wir an einer schönen Rest Area neben einem Bach stehen. Wir nutzten den Tag für Videoschnitt und Kanada-Reiseplanung. Ruhig war die Nacht trotzdem nicht – zum zweiten Mal auf dieser Reise hatte sich nämlich ein Mäuschen in unseren Van geschlichen. Ein kleines Spitzmäuschen mit großen Augen, Ohren und weißem Bauch. Zuckersüß, aber im Van leider absolut unerwünscht. Die Sorge, dass sie Kabel oder Schläuche anknabbert, war groß. 😲


Am Dienstag war die Straße noch immer blockiert – weshalb wir uns notgedrungen für den Umweg entschieden: 130 Kilometer Richtung Calgary. Die Kananaskis Lakes mussten wir somit leider streichen. Dafür stand ein Besuch bei Marcel und Irene an – ein Schweizer Paar, das vor 13 Jahren nach Kanada ausgewandert ist und uns schon lange auf YouTube und Instagram folgt. 🥰 Wir hatten einige Päckchen zu ihnen schicken lassen, die wir nun – nicht zuletzt Dank des Umwegs – nun persönlich abholen konnten. Irene verwöhnte uns mit frisch gebackenen Linzertörtchen, Kaffee, selbstgemachten Spätzle und einer ordentlichen Portion Minze aus dem Garten – angeblich hilft die nämlich gegen Mäuse. 🐭

Tausend Dank ihr Lieben für euren Support ♥️

Übernachtet haben wir zwischen Cochrane und Canmore, direkt am Peace River und neben einer Bahnlinie – mit schönem Blick, aber wieder mit Gewitterschauer und erneutem Tropfen durch die hintere Dachluke. 😭


In Canmore, einem charmanten Bergstädtchen, legten wir einen Arbeitstag im Community Center ein. Und am dritten Tag schnappte schließlich eine Nutella-beschmierte Falle die kleine Mitfahrerin – leider nicht lebend. 😔 Wir hätten sie lieber wieder freigelassen, waren aber trotzdem erleichtert. Außerdem besuchten wir noch einen Waschsalon, bevor wir auf dem Safeway-Parkplatz in Canmore übernachteten.


Weiter ging es auf dem Trans-Canada Highway 1 vorbei an Banff (kommt später noch dran) und dann über den Highway 93 zum Marble Canyon und den Paint Pots im Kootenay Nationalpark. Der enge Canyon mit seinem türkisfarbenen Wasser erinnerte uns an die Partnachklamm in Bayern. Die Ockerquellen wurden von den Indigenen einst zum Herstellen von Farbe genutzt. Und da das Wetter neuerdings recht wechselhaft war, beließen wir es bei kurzen Spaziergängen.

Marble Canyon
Paint Pots

Über die Numa Falls fuhren wir weiter nach Radium Hot Springs, machten am Kootenay River Mittagspause (mit hausgemachtem Blaubeerkompott für unser Joghurt-Granola-Schichtdessert ➡️ hier geht’s zum Rezept) und genossen später die heißen Thermen. Das 39 °C warme Wasser war herrlich klar, aber in der Sonne fast zu heiß. Abends gab’s Käsespätzle mit Irenes Spätzlen, übernachtet wurde in Invermere mit Berg- und Seeblick. 👌🏻

Numa Falls
Pause am Kootenay River
Lecker Käse Spätzle 😋
Stellplatz mit Aussicht 👌🏻

Am nächsten Morgen gönnten wir uns bei The Bakery in Invermere einen großen Kaffee mit Apple Fritter für 3,50 CAD (≈ 2,40 €) – und deckten uns mit Apfelstrudel, Brie-Brezel und anderen europäischen Leckereien ein. Direkt gegenüber: die Metzgerei König mit Weißwurst, Lyoner, Pfefferbeißern, Schwarzwurst, Appenzeller und Gruyère – wir waren im kulinarischen Himmel. 🤩

Von dort ging es zu den Lussier Hot Springs – natürliche Pools direkt am Fluss mit zwischen 47 °C und 34 °C warmen Natur-Becken. Unter der Woche überraschend voll, aber der Abstecher über eine 18 km lange Off-Road Piste war kostenlos und landschaftlich toll. 😊 Weiter fuhren wir nach Kimberley, einer ehemaligen Bergbaustadt, die sich nach dem Minensterben in eine charmante „bayrische Puppenstube“ verwandelt hat. Statt Schnitzel und Bier entschieden wir uns aber für die Weiterfahrt nach Cranbrook, wo wir nur zum Einkaufen und Übernachten auf einem Baumarktparkplatz blieben.

Lussier Hot Springs
„Platzl“ in Kimberley – British Columbia

Schau auch nächste Woche wieder hier vorbei – dann nehmen wir dich mit auf traumhafte Scenic Roads durchs weniger touristische Kanada, vorbei an glitzernden Seen, wilden Flüssen und spektakulären Bergen. Vielleicht kreuzt ja sogar wieder ein Bär unseren Weg. Mal sehen, was uns erwartet – und folg uns bis dahin gerne auf YouTube und Instagram! ♥️


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