
Von Westernromantik, Bärenwarnungen und traumhaften Bergseen
Nach den ersten Tagen in Wyoming ging es für uns direkt nach Jackson Hole, dem südlichen Tor zum Grand Teton und Yellowstone National Park. Der kleine Ort versprüht charmante Western-Atmosphäre – auch wenn der wilde Westen hier eher nachgestellt als gelebt ist. Holzbeplankte Veranden, Cowboy-Hüte und ein abendliches Rodeo an drei Tagen die Woche machen das Ganze aber trotzdem sehenswert – und für Touristen auf jeden Fall ein Highlight. 🌟

Zufällige Begegnung mit einem Gleichgesinnten
In Jackson Hole ereignete sich auch ein zufälliges, aber umso schöneres Treffen mit Claus, der uns schon lange auf Social Media folgt und nun selbst mit seinem schicken VW-Bus in Rekordzeit von Montevideo nach Halifax fährt – und das in gerade einmal acht bis zehn Monaten! 🤯 Es war super schön, ihn endlich persönlich zu treffen und sich bei Kaffee und Kuchen auszutauschen. Danke nochmals für die Einladung, lieber Claus! ♥️

Stellplatz-Tipp für Jackson Hole
Unterhalb der Skilifte, direkt vor dem Mike Yokel Park, fanden wir einen herrlich ruhigen und schattigen Stellplatz direkt an einem kleinen Bachlauf – inklusive öffentlicher Toilette und Sitzmöglichkeiten. Auch die örtliche Bibliothek war ein absoluter Traum: Modern, ruhig, klimatisiert und mit schnellem Internet. Ein idealer Ort zum Arbeiten, E-Mails beantworten und YouTube-Videos hochladen. 👌🏻
P.S. Wusstest du übrigens, dass Jackson Hole zu den wohlhabendsten Regionen der USA zählt? Hier wohnen viele Millionäre – was sich leider auch in den teils ziemlich gesalzenen Supermarktpreisen widerspiegelt. Die Stadt hat sogar einen eigenen Flughafen, von dem aus man es dann nicht mehr weit in die beiden Nationalparks hat. 😯

Grand Teton National Park – Wanderparadies mit Bilderbuchkulisse

Nur rund 30 km nördlich von Jackson Hole beginnt der Grand Teton National Park mit seinen schroffen, teils noch schneebedeckten Zwölf-Gipfeln – ein Anblick wie aus dem Bilderbuch.
Unser erster Stopp: der Phelps Lake Overlook. Nach einer kurzen, 1,8 km langen Wanderung wurden wir mit einer tollen Aussicht auf den gleichnamigen See belohnt. Wer möchte, kann von dort aus auch weiter in den Death Canyon wandern – ein anspruchsvoller Trail mit einigen Höhenmetern, den wir diesmal ausgelassen haben.

Mormon Row & TA Moulton Barn
Danach fuhren wir zur historischen Mormon Row mit der ikonischen T.A. Moulton Barn – einer der meistfotografierten Orte im Park. Im Vordergrund: putzige Präriehunde, die neugierig Männchen machten. Im Hintergrund: die dramatischen Gipfel der Tetons. Traumkulisse pur! 🤩


Camper-Alltag & Freisteh-Kultur: Leider nicht immer ganz harmonisch…
Die Stellplatzsuche gestaltete sich in der Hochsaison leider ziemlich schwierig: Die offiziellen Campgrounds im Nationalpark waren alle voll, und auch auf den kostenlosen BLM-Flächen herrschte bereits reger Andrang.
Wir fanden einen geräumigen Platz neben einem anderen Van – dachten wir zumindest! Als dessen Besitzerinnen zurückkamen, waren sie alles andere als erfreut. Ohne uns anzuhören oder geschweige denn zuerst zu begrüßen warfen sie uns direkt vor, einfach „ihren“ Platz zu besetzen. Sogar ein Ranger wurde von den Beiden dazu gerufen! 😯 Der konnte und wollte uns zwar nicht vertreiben aber legte uns freundlich nahe, spätestens am nächsten Morgen eine andere Stelle zu suchen. Willkommen im Land der unbegrenzten Freiheit…
Neuer Stellplatz mit Seeblick
Dank des Rangers fanden wir später am Abend, der Stimmung wegen beschlossen wir nämlich doch direkt von dannen zu ziehen, noch eine traumhafte Alternative am Gros Ventre River, genauer gesagt am Lower Slide Lake – samt Blick auf den See, Ruhe pur und deutlich entspannterer Atmosphäre.


Wandern im Bärenland: Taggart Lake & Jenny Lake Trails
Natürlich wollten wir auch wandern – aber bitte nur mit Bärenspray im Rucksack! Denn der Grand Teton ist auch Heimat von Schwarzbären und Grizzlys, weshalb man beim Wandern nicht allein, immer laut und stets aufmerksam unterwegs sein sollte.

Taggart Lake Loop Trail
Ein relativ einfacher, 6 km langer Rundweg führte uns durch schattigen Wald bis zu einem idyllischen Bergsee, in den wir unsere Füße zur Abkühlung eintauchen konnten. Der Parkplatz war gut gefüllt, der Weg selbst jedoch mal wieder angenehm leer.


Jenny Lake Loop Trail
Noch schöner, aber auch anstrengender war der Jenny Lake Loop Trail – etwa 10 km lang und teils über schmale, steinige Pfade zu gehen. Wir wanderten bis zu den Hidden Falls und dem Inspiration Point, wo wir mit spektakulären Ausblicken auf den See und die umliegenden Wälder belohnt wurden.

Absolutes Highlight: ein männlicher Elch, den wir auf dem Rückweg an den Moose Ponds (der Name ist Programm – Elch auf englisch heißt nämlich nicht Elk sondern Moose) beobachten konnten – unser erster Elch überhaupt! 😃


Nützliche Tipps für den Grand Teton NP
🛶 SUP & Kajak: Nutzung nur mit Permit (25 USD) und nach vorheriger Bootsinspektion in Moose erlaubt
🚰 Trinkwasser: Wasserspender sind nicht überall vorhanden, z. B. nicht am Jenny Lake Visitor Center
🚿 Duschen: 7 Minuten heiße Dusche für 5 USD bei der Signal Mountain Lodge
🧺 Waschsalon & Dumpstation: Ebenfalls bei der Signal Mountain Lodge
🐻 Wildlife: Mit viel Glück trifft man hier auf Wölfe, Füchse, Elche, Hirsche, Rehe, Präriehunde, Biber, Weißkopfseeadler und Bären
🌅 Tageslänge: Im Sommer geht die Sonne bereits um 5:30 Uhr auf und erst gegen 21:45 Uhr unter
Unsere Rückkehr nach Jackson Hole – Independence Day & Simon’s Geburtstag
Da der 4. Juli, also der amerikanische Unabhängigkeitstag, kurz bevorstand entschieden wir uns spontan gegen die direkte Weiterfahrt in den Yellowstone Nationalpark und stattdessen für eine Rückkehr nach Jackson Hole.
Was wir dort am Independence Day erlebt haben (ob es Paraden, Feuerwerk und Hot Dogs gab) erfahrt ihr dann im nächsten Blogbeitrag. 🌭
Und ganz nebenbei können wir so auch noch Simons Geburtstag (einen Tag später) in gebührender Atmosphäre feiern – bevor es dann endlich weitergeht in den ältesten, berühmtesten und wohl spektakulärsten Nationalpark der USA: Yellowstone!



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