NEW BLOG POST (21.-28.05.2025) 🇺🇸 Von Arizona nach Colorado: Canyons, Felsen und versteckte Wunder ✨

Nach dem enttäuschenden Besuch im Zion-Nationalpark zog es uns zügig weiter – raus aus Utah, rein nach Arizona. Unser Ziel: das Städtchen Page. Ein Ort, der wie ein Magnet auf Roadtrip-Fans wirkt. Kein Wunder – die Umgebung bietet eine geballte Ladung Naturwunder. 🏜️


HorseShoe Bend – Naturwunder mit Schattenseiten

Unser erstes Ziel: der berühmte HorseShoe Bend, eine hufeisenförmige Schleife des Colorado Rivers, etwa 6 Kilometer südlich von Page. Hier hat sich der mächtige Fluss im Laufe von Millionen Jahren tief in den Sandstein gegraben – rund 300 Meter tief und mit einem Radius von etwa 450 Metern. Der Aussichtspunkt liegt hoch über dem Fluss und bietet eine spektakuläre, fast surreale Perspektive.

Für 10 $ Parkgebühr tauschten wir Hitze gegen Panorama: Vom gut gefüllten Parkplatz führte ein etwa 1,5 Kilometer langer, ebener Wanderweg zum Aussichtspunkt. Die Sonne brannte gnadenlos vom Himmel – und stand zur späten Nachmittagszeit direkt über dem Motiv. Das Resultat: Gegenlicht beim Fotografieren und Schatten in den Canyonwänden. 😧 Wir warteten geduldig auf den Sonnenuntergang, aber das Licht wurde eher schlechter.

Tipp für euch: Die besten Lichtverhältnisse gibt’s vormittags, idealerweise zwischen 9:00 und 11:00 Uhr – da steht die Sonne noch günstig und der Canyon liegt gleichmäßig im Licht.

Trotz allem: Der Anblick war atemberaubend. Und wir bereuten keine Sekunde – selbst nicht angesichts der Menschenmassen, die sich wie wir zum berühmten Aussichtspunkt schleppten.


Lone Rock Beach – Paddelzeit am Lake Powell

Am nächsten Tag gönnten wir uns einen Kontrast zur staubigen Canyonlandschaft: Lone Rock Beach, ein weitläufiger, freier Strandabschnitt am Lake Powell, etwa 20 Minuten westlich von Page. Der riesige Stausee ist mit rund 300 km Länge und über 3.000 km Uferlinie der zweitgrößte seiner Art in den USA – knapp hinter dem Lake Mead, den wir einige Wochen zuvor schon besucht hatten.

Endlich kam unser Stand-Up-Paddleboard wieder zum Einsatz – das erste Mal seit Langem! ♥️

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Das türkisblaue Wasser, der feine Sandstrand und die beeindruckende Kulisse des Lone Rock, der wie ein Monolith aus dem Wasser ragt, machten den Tag zu einem echten Highlight. Kein Wunder, dass sich hier schon viele Camper fürs Memorial-Day-Wochenende (26. Mai) häuslich eingerichtet hatten.

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Wohnmobil-Ansammlung am Lake Powell

Da wir bereits Tickets für den nächsten Nachmittag im Lower Antelope Canyon gebucht hatten, entschieden wir uns gegen die 14 $ Campinggebühr und übernachteten stattdessen – ganz pragmatisch – auf dem ruhigen Parkplatz oberhalb vom Walmart bei Burger King. Weniger Romantik, dafür gratis und ruhig. 😉


Lower Antelope Canyon – Schönheit mit Beigeschmack…

Den berühmten Upper Antelope Canyon ließen wir direkt links liegen – 150 $ Eintritt pro Person waren uns schlicht zu viel. 😧 Stattdessen buchten wir für 75 $ p.P. online bei Ken’s Tours Tickets für den Lower Antelope Canyon, der sich direkt gegenüber befindet (zweiter Anbieter: Dixie Ellis’ Tours).

Schon bei der Ankunft: das übliche Bild – volle Parkplätze, Reisebusse, lange Warteschlangen. Nach Anmeldung und Sicherheitsbelehrung (keine Taschen, keine Wertgegenstände, nur Handy, Kamera und Wasser erlaubt) wurden wir unserer Tourgruppe zugeteilt – 15 Personen plus Guide.

Der Einstieg in den engen Slot Canyon erfolgt über Metallleitern, ist aber auch für Ungeübte machbar. Unten angekommen: Wow. 🤩 Die geschwungenen Felswände aus rot-orangefarbenem Navajo-Sandstein wirkten wie aus einer anderen Welt. Wer kennt nicht das ikonische Foto vom Windows-Hintergrundbild? Genau hier wurde es aufgenommen.

Und warum nur mit Guide? Ganz einfach: Die Antelope Canyons liegen auf Navajo-Gebiet, weshalb das betreten nur in geführten Touren erlaubt ist. Zudem verwandeln sich die engen Schluchten bei Regen innerhalb von Minuten in tödliche Wasserfallen – das Sicherheitsrisiko ist enorm.

Unser Guide trieb uns jedoch ziemlich zügig durch den Canyon. Zeit zum Innehalten? Fehlanzeige. Fotografieren? Unter Zeitdruck. Wir konnten dennoch ein paar schöne Aufnahmen ergattern – aber es blieb ein schaler Nachgeschmack… Mit 1.480 Besuchern lag der Tag hart an der maximal erlaubten Tagesgrenze von 1.700. Vielleicht hatten wir einfach einen schlechten Zeitpunkt erwischt… 🤷🏼‍♀️

Mehr Fotos ➡️ Auf unserem Instagram Kanal!

Navajo National Monument – Oase der Ruhe mit Blick in die Vergangenheit

Nach all dem Trubel sehnten wir uns nach Ruhe. Fündig wurden wir im Navajo National Monument, wo wir einen kostenlosen und top gepflegten Stellplatz fanden: der Sunset View Campground – zwar ohne Dumpstation und Duschen, dafür aber mit sauberen Toiletten und Picknicktischen zwischen Kiefern- und Wacholder-Bäumen. Jackpot! 🎰

Hier begegneten wir erstmals in den USA gleich drei deutschen Overlandern – ein echter Zufall! Gemeinsam wanderten wir zu einem Aussichtspunkt mit Blick auf die Cliff Dwellings der Hopi – beeindruckende, in Felswände gebaute Wohnhäuser aus dem 13. Jahrhundert. Besonders die Ruinen von Keet Seel, mit über 150 Räumen, gelten als die zweitgrößten ihrer Art im gesamten Südwesten (nach dem Cliff Palace in Mesa Verde).

Unter dem Felsbogen befinden sich die Behausungen

🌵 Wissenswertes:

– Erbaut zwischen 1250 und 1286

– Der Name bedeutet so viel wie Ort der zerbrochenen Töpferware

– Funde wie Ara-Federn und Muscheln zeigen Handelsbeziehungen bis nach Mexiko

– Zugang zu Keet Seel ist nur mit einer mehrstündigen, geführten Wanderung möglich


Monument Valley – das Hollywood-Klischee live

Weiter ging’s Richtung Monument Valley, der Inbegriff des Wilden Westens. 🏜️ Die roten Felsformationen kennt man aus unzähligen Western – und von der Marlboro-Werbung. Das Valley liegt ebenfalls auf Navajo-Gebiet, der Eintritt kostet 8 $ pro Person, ist aber nicht im America the Beautiful Pass enthalten.

Da wir nicht sicher waren, ob unser Van den 17-Meilen-Scenic-Loop meistern würde (Schotterpiste, nur für 4WD oder SUVs empfohlen – siehe Foto), fragten wir am Welcome Center nach. Und entschieden uns schließlich dagegen – nicht nur wegen der Gefahr eventuell mit unserem Van stecken zu bleiben, sondern auch wegen des Andrangs. Geführte Jeep-Tour? Nein danke – wir hatten nach dem Zion Nationalpark und Antelope Canyon genug von Massentourismus… 😕

Auto-Schlange an der Einfahrt zum Monument Valley

Von der Straße aus sahen wir trotzdem die drei berühmtesten Felsformationen:

– West Mitten Butte

– East Mitten Butte

– Merrick Butte

Und natürlich hielten wir auch am legendären Forrest Gump Point – dort, wo Forrest im Film plötzlich stehen bleibt. Über die Selfie-wütigen Touristen, die sich mitten auf die befahrene Straße legten, um DAS Foto zu schießen, konnten wir jedoch nur den Kopf schütteln. Echt wild! 😬


Valley of the Gods: Monument Valley in wild & frei

Stattdessen fanden wir knapp 45 km weiter die perfekte Alternative: das Valley of the Gods – gleiche Kulisse, null Eintritt, kaum Touristen. Auf BLM-Land gelegen, führt ein etwa 27 Kilometer langer Rundweg über eine gut fahrbare Schotterstraße durch das Tal. Und: Man darf hier frei campen! Mitten zwischen rot glühenden Felsformationen, umgeben von absoluter Stille – traumhaft. 🥰

Unser Schlafplatz 🤩

Four Corners & Mesa Verde – Kurze Grenze, große Geschichte

Am Dienstag ging’s weiter nach Colorado. Auf dem Weg lag das bekannte Four Corners Monument, wo sich Utah, Arizona, Colorado und New Mexico treffen. Der Eintritt von 8 $ p.P. schreckte uns allerdings ab – also weiter zum nächsten Ziel: Dem Mesa Verde Nationalpark.

War uns keine 16$ wert: Das Four Corners Monument

Wir erreichten den Park erst am Nachmittag – und unterschätzten seine Ausdehnung gewaltig: Vom Besucherzentrum führt eine rund 40 Kilometer lange Straße tief hinein in die Hochlagen des Plateaus, auf bis zu 2.600 Meter Höhe. 😳

Da wir im Park nicht kostenlos übernachten konnten (es gibt nur einen kostenpflichtigen Campground), drehten wir am selben Tag wieder um und suchten uns einen schönen Platz an der Rest Area kurz vor dem Parkeingang.

Tipp: Plant für Mesa Verde mindestens einen ganzen Tag ein – oder besser zwei.

Am nächsten Morgen bestaunten wir dann in Ruhe die berühmten Cliff Dwellings – teils aus der Ferne, teils vom Auto aus. Den Petroglyph Point Trail (ca. 4 km Rundweg) können wir sehr empfehlen – unterwegs entdeckt man Jahrhunderte alte Felszeichnungen.

💡 Wissenswert:

– Mesa Verde war ab ca. 600 n. Chr. Heimat der Ancestral Puebloans

– Über 600 erhaltene Cliff Dwellings

– UNESCO-Welterbe seit 1978

– Nur mit Ranger-Tour ist ein Besuch aus nächster Nähe möglich


📌 Unser Fazit

Die letzten Tage waren intensiv – landschaftlich, emotional und logistisch. Von Hitze und Touristenmassen bis zu völliger Einsamkeit und unerwarteter Gastfreundschaft war alles dabei. Und genau diese Mischung macht unsere Reise so besonders. ❤️


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