NEW BLOG POST (07.-10.05.2025) 🇺🇸 San Francisco

Zwischen Union Square, Cable Cars, Golden Gate Bridge & Hippie-Vibes

Eigentlich stand San Francisco gar nicht mehr auf unserer Liste. Nicht etwa, weil uns die Stadt nicht reizte – ganz im Gegenteil! Aber in den letzten Wochen hatten wir von anderen Reisenden und Einheimischen immer wieder dieselbe Warnung gehört: Diebstähle und Autoeinbrüche, besonders in Wohnmobile, gehören hier fast schon zum Alltag. Das Risiko, mit unserem Van direkt in die Stadt zu fahren, war uns schlichtweg zu hoch. 😨

Wäre es also nicht der glückliche Zufall gewesen, dass meine Verwandten Reinhard und Kay (siehe vorheriger Blog Post) direkt vor den Toren der Stadt wohnen, hätten wir San Francisco vermutlich schweren Herzens ausgelassen. Doch so konnten wir unseren Van sicher bei ihnen stehen lassen – und unsere Erkundung der Stadt trotzdem starten.

Und als hätte das Universum noch einen weiteren Joker für uns parat gehabt: Nur wenige Tage zuvor hatten wir uns über TrustedHousesitters auf ein neues House-Sitting beworben – und prompt die Zusage erhalten! Nach unserem ersten Einsatz in Mexico City, wo wir rund zweieinhalb Wochen auf den kleinen Mischlingshund Nugget aufgepasst und in der Wohnung seiner Besitzer gewohnt hatten, war dies nun unsere zweite House-Sitting-Erfahrung – diesmal allerdings in San Francisco!


House-Sitting mit Aussicht

Fiona und ihr Mann Marc wohnen im Stadtteil Presidio, ganz in der Nähe des Baker Beach, in einem wunderschönen, vierstöckigen Haus mit Blick aufs Grün und Meer – besser hätten wir es uns kaum vorstellen können. 🌟 Vier Tage, von Mittwoch bis Samstag, durften wir es uns hier gemütlich machen, auf ihr Haus achten sowie auf ihren gemütlichen Hund Quincy und Katze Ambrose aufpassen und nebenbei in aller Ruhe San Francisco entdecken – ganz ohne Parkplatzsorgen, Einbruchsrisiko oder Hektik.

Kay war so lieb, uns schon am Dienstagnachmittag zur Larkspur-Ferry zu fahren, um uns teure Uber-Kosten zu ersparen. Und weil Fiona und Marc am Mittwoch bereits früh zum Flughafen mussten, reisten wir schon am Dienstagabend zum Kennenlernen an.

San Francisco Ferry Terminal

Die Fahrt mit der Fähre dauerte rund 35 Minuten – und der Kapitän stoppte sogar kurz, weil rechts Wale gesichtet wurden (leider zu spät für uns). Am Ferry Terminal angekommen, fuhren wir mit dem Bus einmal quer durch die Stadt nach Presidio. Dort wurden wir freundlich empfangen: Fiona hatte uns sogar ein Abendessen gekocht, und Marc organisierte anschließend spontan eine Testfahrt mit Waymo, einem selbstfahrenden Taxi ohne Fahrer am Steuer – surreal, aber sicher und beeindruckend!

Komplett KI 🤖 gesteuerte Autos

Das Haus selbst? Ein vierstöckiger Traum mit Meerblick. Vom vierten Stock aus konnten wir direkt auf den Baker Beach und die Golden Gate Bridge blicken. Und als wäre das noch nicht genug, wartete im Garten ein Whirlpool auf uns. Großstadtfeeling deluxe! 🤩

Unser Zimmer samt Bad
Wohnzimmer mit Gas-Kamin
Riesige Küche
Essbereich
Blick aus dem vierten Stock 🤩

Unser Reiseguide für 3 erlebnisreiche Tage in der Stadt der Hügel

Tag 1 – Downtown, Chinatown & Coit Tower

Wir starteten mit der Buslinie 1, fuhren nach Japan Town (klein und unspektakulär), dann weiter Richtung Union Square. Dort erwarteten uns glänzende Hochhäuser, gepflegte Parks und saubere Straßen – aber auch ein eher steriles Stadtbild.

Downtown San Francisco
Häuser mit Feuertreppen

Weiter ging’s durch Chinatown. Unser Tipp: nicht nur über das bekannte Dragon Gate schlendern, sondern auch die Parallelstraßen erkunden! Hier gibt’s authentische Läden, asiatische Lebensmittel und echtes Leben.

China Town mit Cable Car

Zu Fuß ging es weiter hinauf zum Coit Tower – bei Sonne und steilen Straßen eine echte Herausforderung, aber der Ausblick auf die Golden Gate Bridge, Alcatraz und die silberne Bay Bridge entschädigt für alles.

Coit Tower
Lohnende Aussicht

Kurzinfo:

Golden Gate Bridge: 2,7 km lang, 1937 eröffnet, oft von Nebel umhüllt.

Alcatraz: Früher ein berüchtigtes Hochsicherheitsgefängnis. Drei Häftlinge flohen 1962 – ihr Schicksal ist bis heute ungeklärt.


Tag 2 – Sightseeing mit E-Scooter entlang der Küste

Am nächsten Tag starteten wir vom Haus aus mit unserem neuen E-Scooter über den El Camino del Mar in Richtung Golden Gate Bridge. Sie war noch leicht im Nebel, was aber für eine mystische Stimmung sorgte. Entlang Crissy Field – einem früheren Militärflughafen – fuhren wir weiter bis zur Fisherman’s Wharf. Hier roch es herrlich nach Fisch, aber wir zogen weiter zum Pier 39. Dort sonnten sich Unmengen von Seelöwen auf hölzernen Pontons – ein echter Spaß zuzusehen! 🦭

Alcatraz

Auf dem Rückweg hielten wir an der Lombard Street mit ihren steilen Kurven und Blumenrabatten – ein echter aber schwer zu fotografierender Instagram-Spot! Wieder zu Hause drehten wir eine sehr gemächliche Gassirunde mit dem immerhin schon 11 Jahre alten Rüden Quincy und dann war Entspannung im hauseigenen Whirlpool im Garten angesagt. 🥰

Lombard Street

Tag 3 – Küstenpfade, Kontrastprogramm & ein perfekter Ausklang

Unser dritter Tag in San Francisco begann mit einem traumhaften Spaziergang entlang des Coastal Trails. Der Weg führt vier Kilometer lang durch schattige Wälder und entlang steiler Felsklippen mit herrlichem Blick auf den Baker Beach, China Beach und – an diesem Morgen noch leicht in Wolken gehüllt – die legendäre Golden Gate Bridge.

Coastal Trail mit Blick auf die zwei Strände
Baker Beach

Tipp: Wir würden empfehlen, die Strecke in umgekehrter Richtung zu laufen – also von Lands End Richtung Presidio. So hat man die berühmte Brücke immer im Blick und läuft ihr entgegen. Idealerweise am Nachmittag, wenn sich die Nebelschwaden verzogen haben. ☀️

Anschließend fuhren wir mit dem Bus zum Golden Gate Park, der mit rund 5 km Länge sogar größer als der Central Park in New York ist. Neben grünen Spazierwegen und Fahrradrouten gibt’s hier auch kostenpflichtige Gärten wie den Botanischen Garten und den Japanischen Teegarten – wunderschön angelegt! Außerdem lohnen sich ein Blick in die vielen Museen wie das moderne de Young Museum oder das California Academy of Sciences samt Aquarium, Planetarium und Regenwaldkuppel.

Rosengarten im Golden Gate Park
De Yong Museum

Für den Nachmittag stand dann ein kleiner Zeitsprung auf dem Programm: Haight-Ashbury, das ehemalige Hippie-Viertel, wo 1967 der Summer of Love begann. Heute sind dort noch ein paar wenige Retro-Shops und Second-Hand-Läden zu finden – für uns allerdings eher ein kurzer Abstecher als ein lohnendes Highlight.

Haight-Ashbury

Dafür war der Abschluss umso schöner: Alamo Square Park – ein grünes Fleckchen mitten in der Stadt, ideal für ein Picknick mit Panoramablick. Von hier schaut man direkt auf die berühmten Painted Ladies – eine Reihe bunter viktorianischer Häuser – und dahinter auf die moderne Skyline von Downtown. Ein perfekter Spot für ein letztes Erinnerungsfoto! 📸

Die „Painted Ladies“
Im Hintergrund die moderne Skyline

Unsere Sightseeing-Tipps auf einen Blick

Golden Gate Bridge: Am besten am Nachmittag oder Abend besuchen – dann ist sie meist wolkenfrei. Wer sportlich unterwegs ist, kann sie auch mit dem Fahrrad überqueren.

Lombard Street: Die kurvigste Straße der Welt – ein Fotomagnet!

Fisherman’s Wharf & Pier 39: Sehr touristisch, aber mit Seelöwen-Garantie.

Coit Tower: Schöner Aussichtspunkt auf dem Telegraph Hill.

Alcatraz: Die ehemalige Gefängnisinsel ist heute ein beliebtes Ausflugsziel – Tickets besser im Voraus buchen!


Restaurant & Essens-Tipps 

Julie’s Kitchen (Nähe Union Square): Asiatisches Mittagsbuffet, lecker, aber nicht günstig. 11 $ pro Pound, auch fertige Gerichte erhältlich.

Too Good To Go App: In San Francisco mehr als nur Lebensmittel retten! Unser Abendessen kam aus einem mediterranen Bistro – lecker, sättigend und ein echtes Schnäppchen.

Boudin Bakery: Die älteste Bäckerei San Franciscos – berühmt für ihr Sauerteigbrot. Hier gibt’s auch frische Sandwiches, Salate und knusprige Baguettes. Eine tolle Option für ein schnelles Mittagessen oder ein Proviant fürs Picknick.

Clam Chowder im Brotteig: Diese cremige Krabbensuppe ist ein lokaler Klassiker und wird traditionell in einem ausgehöhlten Sauerteigbrot serviert. Besonders lecker und touristisch aber gut an der Fisherman’s Wharf.


Öffentlicher Nahverkehr & Fortbewegung

In San Francisco kommt man überraschend gut ohne Auto aus – zumindest, wenn man sich an die Regeln hält und ein bisschen Geduld mitbringt.

Clipper Card: Das digitale Ticket für Bus, Bahn & Fähre 🎫

Die Clipper Card ist das zentrale Zahlungsmittel für viele öffentliche Verkehrsmittel in der Bay Area, darunter Muni-Busse, Cable Cars, BART und Fähren. Sie kann entweder als physische Karte an Automaten (erhältlich z. B. a den Fährterminals) oder digital, z.B. über das Apple Wallet, genutzt werden. Aufladungen sind per Kreditkarte, Apple Pay oder Google Pay möglich.

Wichtig: Die Clipper Card ist personengebunden – pro Person wird eine eigene Karte oder ein eigenes digitales Wallet benötigt. Es ist nicht möglich, mit einer Karte die Fahrten mehrerer Personen gleichzeitig zu bezahlen!

Bei Nutzung der Fähren muss die Clipper Card direkt am Terminal, bevor man an Bord geht, entwertet werden – nicht a den Ticketautomaten! Dafür spart man sich, bei Bezahlung der Fähre mit der Clipper Card, 5 USD im Vergleich zum regulär am Automaten erworbenen Ticket.

MuniMobile-App: Tickets für Busse & Straßenbahnen 🎟️

Die MuniMobile-App ermöglicht den Kauf von Einzelfahrten oder Tagestickets für Muni-Busse und -Straßenbahnen. Die Bezahlung erfolgt unkompliziert per Kreditkarte, PayPal, Google Pay oder Apple Pay. Die Tickets können direkt in der App erworben und beim Fahrer vorgezeigt werden.

Ein 24-Stunden-Tagesticket kostet 5,50 USD. 

Bitte beachten: Fahrten mit dem Cable Car sind nicht im Tagesticket enthalten und kosten separat 8 USD pro Fahrt.

Hop-on-Hop-off-Busse: Big Bus Tours 🚌

Für einen umfassenden Überblick über San Francisco bietet sich eine Stadtrundfahrt mit den offenen Doppeldeckerbussen von Big Bus Tours an. Die Busse halten an über 15 Sehenswürdigkeiten, darunter Union Square, Fisherman’s Wharf, Golden Gate Bridge und Chinatown.  

Tickets gibt’s online oder z. B. an der Fisherman’s Wharf, Preise starten bei etwa 60 USD pro Tag.

Leihfahrräder & E-Scooter 🚲

In der ganzen Stadt findet man Citybike-Stationen, u. a. von Lyft. Die Buchung funktioniert über die App – Preise variieren je nach Zeit und Anbieter.

Achtung: San Francisco ist sehr hügelig, wer kein E-Bike nimmt, sollte gute Waden mitbringen!

Alternativ bieten sich E-Scooter von Lime (via Uber-App) an, um die Hügel leichter zu bewältigen. Unser InMotion Climber passte perfekt ins Gepäck und bewältigte sogar die steilsten Straßen, samt 29 km Reichweite – wohlgemerkt zu zweit! 🛴

Google Maps 🗺️

Top für die Routenplanung. Zeigt Linien, Umstiege und Zeiten der öffentlichen Verkehrsmittel zuverlässig an – eine gute Alternative zu fehlenden Netzplänen.

Sightseeing zu Fuß 👣

Für viele Strecken – vor allem rund um Presidio, Marina und Downtown – lohnt sich der Weg zu Fuß. Besonders entlang der Küste ein echtes Erlebnis!


Wetter 🌤️

San Francisco ist bekannt für seine eigenen Wetterregeln: Während es in einem Stadtteil sonnig ist, hängt in einem anderen noch der Nebel. Im Frühling und Frühsommer sind frische Temperaturen und Nebelschwaden keine Seltenheit – vor allem morgens. Zwiebelprinzip ist daher selbst im Sommer Pflicht!


Fazit 📝

Was uns am meisten überrascht hat: San Francisco ist ganz anders als andere Großstädte. Kalt, hügelig, charmant – mit einem Hauch britischer Zurückhaltung. Und trotz aller Vorbehalte wegen Sicherheit und Kriminalität haben wir uns – nicht nur in unserem Zuhause auf Zeit – absolut wohlgefühlt. Vielleicht lag’s an unserem Hund Quincy. Vielleicht am Whirlpool. Oder einfach am Glück des richtigen Zufalls.


PS: Wir stecken gerade mitten im Abenteuer – da bleibt manchmal schlicht nicht genug Zeit, um alle Fotos auch hier im Blog hochzuladen. Dafür gibt’s aber regelmäßig Updates und jede Menge Eindrücke auf unserem Instagram oder YouTube Kanal. Schaut also gerne mal dort vorbei – und vergesst nicht, uns zu abonnieren! Im Story-Archiv könnt ihr übrigens alles auch nachträglich noch anschauen. 😉

Hier geht’s zum dazugehörigen YouTube Video! 👆

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