Nostalgie, Naturwunder und Neonlicht
Route 66 – zwischen Kult und Kommerz
Unser Abschnitt der legendären Route 66 führte uns von Williams über Seligman bis nach Kingman. Schon beim Frühstück im kultigen Goldies Route 66 Diner in Williams fühlten wir uns in die 50er-Jahre zurückversetzt. Dicke Milkshakes, Pancakes mit Sirup und ein Hauch Americana in jeder Ecke. Wer mag, kann von hier aus übrigens auch mit einer historischen Eisenbahn zum Grand Canyon fahren – für uns ging’s aber mit dem Van weiter auf der Mother Road.


In Seligman, dem vielleicht fotogensten Ort dieses Abschnitts, warteten coole Motive an jeder Ecke: alte Cadillacs, knallbunte Tankstellen, verlassene Motels – alles liebevoll aufpoliert und inszeniert. Nur der Ort Oatman mit seinen berühmten Eseln und Western Saloons fiel leider unserer Routenplanung zum Opfer – ein Umweg, den wir aus Zeitgründen nicht in Kauf nahmen. ❌
Insgesamt blieb ein gemischter Eindruck: Viele schöne Retro-Momente, aber auch viel Nostalgie, die von der Realität der allgegenwärtigen Interstate überlagert wird. Der Mythos lebt – aber eben nur in Fragmenten.


Hoover Dam & Lake Mead – Zwischen Staunen und Staub
Der Hoover Dam lag auf dem Weg und war für uns ein kurzer, aber lohnender Stopp. Mit der zweitgrößten Brücke der USA im Rücken steht man hier nicht nur an der Grenze zwischen Arizona und Nevada, sondern auch an einem der wichtigsten Wasserspeicher des Landes. Die Dimensionen des Staudamms sind beeindruckend – gleichzeitig waren wir schockiert, wie niedrig der Wasserspiegel des Lake Mead mittlerweile gesunken ist. Ein Thema, das uns auch nach der Abreise noch weiter beschäftigte…

Statt direkt nach Las Vegas weiterzufahren, entschieden wir uns für einen Umweg entlang der Northshore Road – eine Entscheidung, die wir keine Sekunde bereut haben. Bei Redstone Dune View Point legten wir ein Picknick mit Aussicht ein, die fast zu schön war, um echt zu sein.
In der Wüstenhitze war der kurze Stopp an den Rogers Springs ein echtes Highlight: eine natürliche, warme Quelle mitten im Nirgendwo, ideal zur Abkühlung. Unser Stellplatz direkt am See, mit Feuerstelle und atemberaubendem Blick auf den Lake Mead, war dann die Krönung des Tages – freistehen ist hier bis zu 14 Tage am Stück erlaubt. 🤩


Valley of Fire – Farben, Formen, Faszination
Unser nächstes Ziel, das Valley of Fire, war der eigentliche Grund für den Umweg – und ja, es war jeden Kilometer wert! Die roten, leuchtenden Felsen und die spektakulären Formationen, allen voran die Fire Wave, waren ein Fest für die Sinne. Auch wenn das Licht zur Mittagszeit nicht ganz so fotogen war wie erhofft – die Farbpalette erinnerte an einen ausgekippten Wasserfarbkasten. Für Natur- und Fotofans ein absolutes Muss. 📸


Gut zu wissen: Der Eintritt kostet 15 USD pro Fahrzeug, America the Beautiful-Pässe gelten hier nicht, da es sich um einen State Park handelt. Die kurzen Trails sind ideal für einen Halbtagesausflug, und wer früh oder spät kommt, wird mit schönem Licht und weniger Touristen belohnt.
Las Vegas – Künstliche Welten & echte Erlebnisse
Ja, Las Vegas ist laut, grell, künstlich – aber auch unglaublich faszinierend! Und wer hätte gedacht, dass wir mitten auf dem Strip, direkt beim Circus Circus, tatsächlich einen kostenfreien Stellplatz ergattern würden? Der Haken: Nur kleinere Fahrzeuge werden toleriert und man sollte möglichst „unsichtbar“ am Rand bleiben. Also keine klassische Einladung zum Dauerparken oder gar offensichtlichen campen – aber für zwei Nächte war’s perfekt. 👌🏻


Tag 1: 23 Kilometer zu Fuß entlang des Las Vegas Boulevard, aber jede Meile davon wert. Vom Venetian mit seinen Gondeln und Deckenmalereien über das Paris mit Mini-Eiffelturm bis hin zum New York New York mit Freiheitsstatue und Achterbahn – hier wird nichts dem Zufall überlassen. 🗽🎢




Tag 2: Mit dem 24h-Busticket für 8$ pro Person (erhältlich an den Ticketautomaten jeder Haltestelle) fuhren wir abends zur Freemont Street, wo sich Downtown von seiner schrillen, wilden Seite zeigt. Street Performer, Neon-Reklamen, Musik – Vegas-Overload! Das berühmte Las Vegas Sign war dann fast schon meditativ im Vergleich.

Was uns wirklich überraschte: Trotz aller Reize und Reizüberflutung fühlten wir uns durchweg sicher, die Stadt war sauber, die Klimaanlagen nicht zu extrem und sogar die Menschenmassen wirkten gut verteilt. Essen ist allerdings teuer – 2 Pizzastücke für 21 Dollar sprechen Bände. 😳
Essens-Tipps in Las Vegas: Fast Food, günstig & gut sättigend
Essen in Las Vegas ist teuer – zumindest, wenn man spontan und planlos zuschlägt. Aber es gibt ein paar echte Geheimtipps, mit denen man sich auch mit kleinem Budget lecker satt essen kann:
Ellis Island Brewery (ab 16 Uhr):
Nur wenige Minuten vom Strip entfernt, bekommt man hier täglich ab 16 Uhr deftige Portionen zu wirklich fairen Preisen. Ein halbes Hähnchen mit Beilagen und Baby Back Ribs kosten etwa 20 Dollar – für Vegas-Verhältnisse ein Schnäppchen!

In-N-Out Burger: 🍔 🍟🥤
Der Kult-Burgerladen ist nicht nur preislich fair, sondern bietet auch größere und deutlich schmackhaftere Burger als das goldene M. Ideal für einen schnellen Happen zwischendurch.
Panda Express: 🥡🥢
Wer es asiatisch mag, findet hier günstiges und vergleichsweise gesundes China-Food. Für rund 10 Dollar pro Gericht gibt’s ordentlich was auf den Teller – vor allem zum Mitnehmen super praktisch.
Big Top Eats (im Circus Circus, 24h geöffnet):
Das hauseigene Fast-Food-Restaurant im Circus Circus Casino ist rund um die Uhr geöffnet. Wir wurden z. B. von einem Ceasar-Wrap mit Pommes für 11 Dollar locker satt – nicht haute cuisine, aber solide!
Snacks & Getränke bei Walgreens:
Entlang des Strips stolpert man alle paar hundert Meter über eine Walgreens-Filiale. Ideal, um Getränke, Eis oder Snacks zu halbwegs vernünftigen Preisen zu besorgen – gerade bei hohen Temperaturen Gold wert.
Unser Fazit
Die kurze Etappe auf der Route 66, der landschaftlich reizvolle Abstecher über den Lake Mead, das farbgewaltige Valley of Fire und schließlich das schrille Las Vegas – all das hat uns noch einmal gezeigt, wie vielfältig und überraschend die USA sind. Selbst in der Wüste gibt es noch kleine Oasen, Momente der Ruhe – und dann wieder das volle Leben in Neon. 🌟
Die Weite, Tiefe und Farbgewalt des Grand Canyon war schon schwer einzufangen – aber das gilt für diese Tage mindestens ganz genauso. Wahrscheinlich werden Fotos dieser Etappe dem Erlebten ebenfalls nicht gerecht. Vielleicht spürt ihr in unserem YouTube Video ein bisschen mehr davon – schaut gerne mal rein!
Und nicht vergessen: Nächste Woche geht’s weiter auf unserer Website, denn dann rollen wir durch das heißeste Tal der Erde weiter – in Richtung Sequioa und Kings Canyon Nationalpark zu einer weiteren Superlative: Den höchsten Bäumen der Welt. 🌎 🌳
PS: Aus Zeitgründen werde ich künftig etwas weniger Fotos hier im Blog einbauen – dafür gibt’s aber umso mehr auf Instagram! Vor allem in den Storys nehmen wir euch regelmäßig live mit und speichern alles im Storyarchiv ab, damit ihr nichts verpasst. Also: gerne unseren Kanal abonnieren und regelmäßig reinschauen! ➡️ https://www.instagram.com/siju_campervan
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