NEW BLOG POST 🇲🇽 (19. – 25.11.2024) Tepoztlán: Vanlife, Traditionen und ein Hauch von Abenteuer

Ein Juwel in den Bergen – Ankunft in Tepoztlán

Unser Weg führte uns nach Tepoztlán – einem charmanten Dorf, das mit seinen engen Kopfsteinpflastergassen und der atemberaubenden Kulisse in einem schmalen Talkessel auf 1.700 Metern Höhe gelegen ist. Die steilen, schroffen Berghänge, die den Ort umschließen, ließen uns schon bei der Ankunft staunen. 😯

Doch die Suche nach einem geeigneten Parkplatz gestaltete sich zunächst knifflig. Rund um die Plaza war fast überall Parkverbot, und der von einem Motorradpolizisten empfohlene, kostenfreie Parkplatz am Friedhof drei Blocks weiter wirkte wenig einladend. Zum Glück führte uns der Zufall zur Posada Guayacan, wo sich der Parkplatz schnell als Volltreffer herausstellte.

Der freundliche Besitzer Marino ließ sich auf ein bisschen Feilschen ein und bot uns den schattigen, sicheren Stellplatz samt makelloser Toilette für unschlagbare 6€ pro Tag an. Schon nach kurzer Zeit merkten wir, dass wir hier einen wahren Glücksgriff gelandet hatten, denn von hier aus erschloss sich alles, was wir brauchten, in kürzester Entfernung. 🌟

Unsere erste Erkundungstour durch die Umgebung förderte eine Überraschung nach der anderen zutage:

Direkt gegenüber gab es ein Restaurant, wo wir nicht nur günstig und hervorragend speisen konnten, sondern auch ultraschnelles WLAN für den Upload unseres neuesten Videos und Blogs fanden. Als ob das nicht genug wäre, erhielten wir kurz darauf sogar das WLAN-Passwort des schickeren Restaurants direkt an unserem Parkplatz. 🛜

Nur wenige Schritte entfernt fanden wir eine Wäscherei, die unsere 5 kg Schmutzwäsche noch am selben Nachmittag entgegennahm, sowie einen kleinen Supermarkt und einen Obst- und Gemüseladen – perfekte Versorgungslage! 🧺🥝🍓

Heiß duschen? Kein Problem! Ein kleines Hotel in der Nähe der Plaza bot uns eine blitzsaubere und heiße Dusche in einem ihrer Zimmer an. Nach so vielen kalten Duschen unterwegs war das ein wahrer Luxusmoment. 🚿🧖🏻‍♀️

Und auch der neue Food-Markt auf einer Anhöhe lud uns nicht nur mit gutem, preiswertem Essen, sondern auch mit einem grandiosen Ausblick bis hinunter ins Flachland ein. Bei klarer Sicht schien es fast so, als könnten wir bis ins 300 Kilometer entfernte Acapulco am Pazifik schauen. 👀 🏝️

Mit all diesen Annehmlichkeiten und der entspannten Atmosphäre entpuppte sich Tepoztlán schnell als der perfekte Ort für ein paar Tage Ruhe und Entspannung.

Frühstück mit Crunch und Aufstieg zum Cerro Tepozteco

Tepoztlán offenbarte sich nicht nur als charmantes Dorf, sondern auch als Magnet für Auswanderer aus aller Welt. Dies wurde durch die zahlreichen Hippie-Märkte, Bio-Stände und ein schier unendliches Angebot an Massagen mehr als deutlich. Doch diese Mischung verlieh dem Ort seinen ganz besonderen Charme.

Die umliegenden Berge und der direkt angrenzende Nationalpark El Tepozteco luden förmlich dazu ein, erkundet zu werden. Am Freitagmorgen beschlossen wir, die 300 Höhenmeter zum Gipfel des Cerro Tepozteco zu bewältigen, wo eine kleine aztekische Pyramide thronte. Vermutlich diente sie einst als strategischer Wachposten mit einer idealen Sicht über die Täler – und genau diese Aussicht lockte uns ebenfalls. 🏞️

Doch zunächst stärkten wir uns auf dem Food-Markt, wo uns eines der vielen Essensstände ein außergewöhnliches Frühstück servierte: Chapulines – frittierte Grillen! Diese mexikanische Delikatesse hatten wir schon oft gesehen, uns aber bisher nicht überwinden können. Doch an diesem Morgen siegte die Neugier. Serviert auf einer Quesadilla mit Käse und saurer Sahne waren die knusprigen Tierchen durchaus genießbar – wenn auch keine Geschmacksoffenbarung…

Mit der proteinreichen Stärkung im Magen machten wir uns auf den Weg. Der Pfad führte über steinige Stufen kontinuierlich bergauf. Die Schatten spendenden Bäume entlang des Weges machten den Aufstieg trotz der Höhenmeter angenehm, und nach etwa einer Stunde hatten wir den Gipfel erreicht. ✌🏻

Leider verwehrten uns die vielen Bäume die erhoffte Weitsicht. Auch die 5€ Gebühr pro Person für den Zugang zur winzigen Pyramide erschien uns angesichts der geringen Größe wenig verlockend. So beschlossen wir, den gleichen Weg wieder hinabzusteigen.

Ein alternativer Rückweg, der durch den Nationalpark ins Zentrum geführt hätte, war aufgrund der akuten Waldbrandgefahr derzeit gesperrt. Dennoch genossen wir die Wanderung – eine willkommene Abwechslung, da Bewegung in Mexiko durch die oft fehlenden natürlichen Gegebenheiten eher Mangelware ist…

Ein Holztisch und ein gebrochenes Herz

Nachdem wir zwischenzeitlich gelernt haben, wie wertvoll solche perfekten Stellplätze wie der in Tepoztlán sein können beschlossen wir, eine Woche in dem charmanten Dorf zu verweilen. Die Ruhe, die Annehmlichkeiten und die Zeit erlaubten uns, das Leben hier in vollen Zügen zu genießen – und sogar ein wenig zurückzugeben.

Simon entdeckte in dieser Zeit eine unerwartete Aufgabe: Er half Marino, dem Besitzer des Parkplatzes, beim Bau eines robusten Holztisches. Marino selbst befand sich in einer schwierigen Lebensphase. Nach 40 Jahren Ehe hatte ihn seine Frau verlassen – und ließ offenbar keine Gelegenheit aus, ihm das Leben schwer zu machen. Sogar aus dem gemeinsamen Haus, das direkt über dem Parkplatz liegt, wurde er quasi verbannt. 💔

Sein Rückzugsort war eine kleine, notdürftig zusammengezimmerte Cabaña auf dem Parkplatzgelände. Dort schien er sich zumindest ein kleines Stückchen Geborgenheit schaffen zu wollen – und genau dafür sollte der neue Tisch sein.

Simon, der sichtlich Freude daran hatte, endlich mal wieder seine handwerklichen Fähigkeiten einzusetzen, unterstützte Marino tatkräftig. Mit Säge, Lasur und vor allem einem Akkuschrauber, der für Marino unerreichbar gewesen wäre, nahm der Tisch nach und nach Form an. Für Marino, der das Projekt allein kaum hätte bewältigen können, war diese Hilfe ein Segen.

Am Ende stand nicht nur ein stabiler Holztisch, sondern auch ein neues Band zwischen uns und Marino, der sich mit einer herzlichen Geste bedankte: Er spendierte uns eine kostenlose Nacht auf dem Parkplatz. 🅿️

Die Erfahrung erinnerte uns einmal mehr daran, dass es nicht nur die spektakulären Sehenswürdigkeiten oder Landschaften sind, die eine Reise besonders machen. Oft sind es die Menschen, denen man begegnet, die Geschichten, die sie teilen, und die kleinen Gesten, die aus Fremden Verbündete machen.

Hippie-Vibes und Livemusik

Am Wochenende zeigte uns Tepoztlán noch einmal seine charmante, vielseitige Seite. Jeden Freitag verwandelt sich der hintere Bereich des Parkareals in einen kleinen, aber feinen Öko-Markt. Hier treffen sich die Auswanderer-Hippies des Ortes, und der Markt ist genauso bunt und individuell wie seine Besucher. 🌈

Zwischen den Ständen mit veganen Burgern, Bio-Käse und verschiedenen Öko-Honigen schlenderten wir gemütlich hindurch. Alles war liebevoll präsentiert und wir spürten, dass hier Menschen mit Leidenschaft hinter ihren Produkten stehen.

Der Nachmittag wurde dann noch musikalisch untermalt: Zwischen den Marktständen gab es ein wenig Live-Musik, die die entspannte Atmosphäre noch unterstrich. Doch das musikalische Highlight wartete am Samstagabend auf uns: Im Restaurant mit Dachterrasse, direkt neben unserem Parkplatz, trat eine Sängerin auf, die mit ihrer Stimme und ihrem Stil perfekt in eine Pariser Brasserie gepasst hätte. Interessanterweise sang sie jedoch auf Portugiesisch – eine unerwartete, aber schöne Mischung. Wir saßen entspannt in unserem Van und genossen das kostenlose Konzert direkt nebenan. 🥰

Lebhaftes Treiben und ein farbenfrohes Spektakel

Auch der Sonntag in Tepoztlán hatte einiges zu bieten, denn an den Wochenenden scheint sich der Ort noch einmal selbst zu übertreffen. Rund um die große, rechteckige Plaza tauchten unzählige Stände auf die nicht nur die Einheimischen, sondern auch viele Besucher anzogen. Zwischen hübschem Schmuck, traditionell bestickter Bekleidung, verschiedenem Kunsthandwerk und den unvermeidlichen esoterischen Räucherstäbchen war für jeden etwas dabei.

Besonders angetan hatten es uns die Essensstände mit frischem Fisch. Wir gönnten uns köstliche Fischfilets im Backteig und eine Empanada, die mit Garnelen-Ceviche gefüllt war. Beide Gerichte waren geschmacklich ein Volltreffer und machten uns wieder einmal klar, warum die mexikanische Küche weltweit so hochgeschätzt wird. 🌮🇲🇽

Am Nachmittag zog es uns, wie die meisten Menschen, zurück zur Plaza. Gegen 16:30 Uhr begann dort ein Spektakel, das uns nachhaltig beeindruckte. Vier verschiedene Chinelos-Gruppen marschierten nacheinander ein, begleitet von Blaskapellen und einem Meer aus fröhlicher Musik. Die Chinelos, eine traditionelle Figur aus Mexiko, tragen farbenfrohe Trachten, unverkennbare Masken mit auffällig spitzen Bärten und große, prächtig bestickte Hüte. Ursprünglich sollen die Chinelos in der Kolonialzeit entstanden sein und eine humorvolle Parodie auf die Spanier darstellen. Heute sind sie ein fester Bestandteil vieler Feierlichkeiten in der Region.

Das Spektakel war absolut mitreißend. Die Tänzer wirbelten und sprangen über die Plaza, während die Kapellen mit ihren lebhaften Rhythmen die Menge in Bewegung hielten. Die ausgelassene Stimmung erinnerte mich an den Karneval – ein weiterer Anlass, der in Mexiko wohl ähnlich farbenfroh und überschwänglich gefeiert wird.

Wer weiß: vielleicht erleben wir auf unserer Reise ja tatsächlich noch einen mexikanischen Karneval! Nach dem Spektakel, das wir hier gesehen haben, wäre das sicherlich ein Highlight, das wir uns nicht entgehen lassen würden. 🎭

Entspannte Tage und neue Pläne

Die vergangenen Tage in Tepoztlán haben uns erneut gezeigt wie wohltuend es sein kann, das Reisetempo ein wenig zu drosseln. Neben der Arbeit, die uns natürlich nie ausgeht, blieb Zeit für neue kreative Ideen – wie das Entwerfen und Gestalten unserer ersten eigenen Produkte. Diese eignen sich nicht nur perfekt als Weihnachtsgeschenke, sondern bringen auch eine Portion Abenteuer und Individualität in dein Zuhause oder dein nächstes Outdoor-Erlebnis. (Alle Infos findest du ganz oben auf dieser Seite!)

Aber es gab auch Momente der Ruhe: Ein gutes Buch in der Hand – an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Barbara, die uns ihre ausgelesenen Schätze überlassen hatte – und die Gelegenheit, neue Optionen für unsere Reise auszuloten. So liebäugeln wir aktuell mit der Idee, über die Weihnachtszeit ein Haus in Mexiko-Stadt zu sitten. Zwei Bewerbungen sind bereits raus – ob es klappt oder nicht, bleibt abzuwarten… 🍀

Außerdem träumen wir weiterhin davon, den aktiven Vulkan Popocatépetl zu besuchen. Beim ersten Anlauf vor einigen Monaten machte uns das schlechte Wetter einen Strich durch die Rechnung. Ob wir diesmal mehr Glück haben werden?

Das erfahrt ihr in unserem nächsten Blog! Bis dahin lohnt sich ein Blick in unser Video vom Día de Muertos – eine der faszinierendsten Traditionen, die wir bisher erleben durften. 🌺🪦

Wir wünschen euch eine entspannte und gemütliche Vorweihnachtszeit! 🌟🎅🏻🎄


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