NEW BLOG POST 🇲🇽 (18. – 27.10.2024) Bernal – San Miguel de Allende

Bernal – Das magische Dörfchen und sein Monolith

Am Wochenende erkundeten wir das kleine, magische Dörfchen Bernal und staunten nicht schlecht über die vielen schicken Hotels und Restaurants in diesem an und für sich winzigen Ort. Scheinbar zieht es viele Erholungssuchende aus Mexiko-Stadt und dem nahen Umland an den Wochenenden hierher, um – genauso wie wir – das Wahrzeichen des Ortes zu bestaunen: den drittgrößten Monolithen der Welt. Nach dem Felsen von Gibraltar und dem Zuckerhut in Rio de Janeiro, den wir auf unserer Reise ebenfalls schon besucht haben, war es beeindruckend, diesen gewaltigen Felsen nun hier zu sehen. Der Monolith überragt das Dorf um stolze 400 Meter und ist schon aus der Ferne gut sichtbar.

Allerdings bleibt das Erklimmen des Gipfelkreuzes nur erfahrenen Kletterern vorbehalten. Wir begnügten uns daher mit dem Ausblick von unten und entschieden uns, die Eintrittsgebühr für den kurzen Wanderweg zu sparen – es wäre ohnehin nur ein kurzer Abschnitt gewesen, den man hätte erklimmen können. Stattdessen investierten wir das Geld in einen sehr guten Cappuccino vor einer kleinen, netten Cafeteria, direkt dort, wo unser Van parkierte. ☕️

Erneuter Handy-Reparatur-Marathon

Unser treues Xiaomi-Handy, mit dem wir all unsere Filmaufnahmen für YouTube machen, machte uns mal wieder einen Strich durch die Rechnung. Vor nicht einmal drei Monaten hatten wir in San Miguel de Allende bereits die defekte Batterie austauschen lassen und nun, keine 90 Tage später, bereitete uns unser treues Filmhandy erneut massive Probleme: Beim Filmen und Fotografieren stürzte der Akku förmlich in den Keller und fiel innerhalb von 30 Minuten von 100 auf 0 Prozent, bis sich das Handy schließlich von selbst verabschiedete.

Mit leichtem Frust nahm ich Kontakt zu dem Reparaturladen auf, der die erste Batterie ersetzt hatte. Ehrlich gesagt, rechnete ich nicht damit, überhaupt eine Antwort zu erhalten. Umso überraschter war ich, als nur wenige Minuten später eine Nachricht zurückkam – und die Antwort fiel überraschend positiv aus: Wir hätten noch Garantie, und sie würden uns kostenlos eine neue Batterie bestellen! Der Haken? Der Akku musste erst geliefert werden, was bedeutete, dass wir einen Umweg von 100 Kilometern über San Miguel de Allende machen und dann einige Tage vor Ort warten mussten, bis der Austausch tatsächlich stattfinden konnte.

Also hieß es wieder: Geduld üben und den Tag einfach auf uns zukommen lassen – keine meiner Paradedisziplinen! 😅🙈

Tequisquiapan und die Sache mit der Polizei

Da wir San Miguel de Allende schon während unseres letzten zweiwöchigen Aufenthalts gründlich erkundet hatten, fiel die Entscheidung leicht: Wir fuhren weiter nach Tequisquiapan, dem geographischen Mittelpunkt Mexikos und einem weiteren Pueblo Mágico – bekannt für seine Wein- und Käseroute, die Ruta de los Vinos y del Queso. Kaum angekommen, fanden wir direkt in einer ruhigen Seitenstraße einen soliden Stellplatz für unseren Van und machten uns auf, die Umgebung zu erkunden.

Der erste Eindruck von Tequis war vielversprechend. Die Kirche stach sofort ins Auge, diesmal ganz untypisch in Roséfarben statt in den üblichen Gelb- und Rottönen. Rund um die Plaza führten charmante Arkadengänge, die zum Bummeln einluden, und die Käsetheken waren reich bestückt – da fiel es schwer, der Versuchung zu widerstehen! 🧀

Am Abend war ich gerade dabei, uns eine große Portion Garnelen-Spaghetti zuzubereiten, als neben unserem Bus plötzlich eine Polizeipatrouille hielt. Ich streckte vorsichtig den Kopf aus der Schiebetür und begrüßte die Beamten freundlich. Sie schienen wirklich nett zu sein und gaben uns einen ernst gemeinten Tipp: Die Seitenstraße sei nachts nicht sicher, und es habe hier schon Überfälle gegeben. Stattdessen sollten wir besser ein paar Hundert Meter weiter an der gut beleuchteten Hauptstraße vor einem Hotel parken.

Obwohl wir uns eigentlich sicher gefühlt hatten, wollten wir kein Risiko eingehen. Also folgten wir dem Rat der freundlichen Beamten und zogen, nach einem leckeren Abendessen, tatsächlich noch ein paar Meter weiter – zur Sicherheit und für eine ruhigere Nacht. 🌙

Ein produktiver Tag

Die Nacht an unserem neuen Stellplatz war genauso ruhig wie die vorherige und das beruhigende Geräusch des sanften Windes ließ uns erholsam schlafen. Da wir von dem Handy-Reparaturladen leider noch nichts gehört hatten, beschlossen wir, in Tequisquiapan zu bleiben und einen produktiven Arbeitstag einzulegen. Solche Zeiten nutzen wir gerne, um unsere Erlebnisse festzuhalten und neue Inhalte für unsere Community zu erstellen. 📷🎬

Am Mittag gönnten wir uns dank einer erneuten, sehr großzügigen Spende von Robert und Maria, unseren treuen Fans aus der schönen Schweiz, eine köstliche Käseplatte mit Rotwein. Diese exquisite Auswahl bestand aus verschiedenen Hartkäsesorten, und jeder einzelne Käse war ein geschmackliches Erlebnis für sich. Dazu servierten wir frisches Baguette und ein Glas vollmundigen Rotwein. Was will man mehr? Ein herzliches Dankeschön an Robert und Maria! Euer Beitrag hat uns definitiv einen zusätzlichen Schub gegeben und unser Herz erwärmt. ❤ Herzliche Grüße in die Schweiz! 🇨🇭

Es war der perfekte Genuss, um uns bei der Arbeit zu motivieren und gleichzeitig die lokalen Spezialitäten in vollen Zügen zu genießen.

Auf nach Querétaro: Ein neuer Standort und neue Möglichkeiten

Leider gab es am nächsten Tag immer noch keine frohe Kunde bezüglich unseres Handyakkus. So entschieden wir, weiter in die gleichnamige Hauptstadt des Bundesstaates Querétaro zu fahren, die nur etwa 70 km von Tequisquiapan entfernt lag. Bereits bei der Anfahrt in die Stadt machte Querétaro einen großartigen Eindruck auf uns. Besonders das beeindruckende, mehrere hundert Meter lange Aquädukt, das die Stadt während der Zeit der spanischen Konquistadoren mit Wasser versorgte, fiel uns unweigerlich ins Auge. Es war ein architektonisches Meisterwerk, das stolz in die Höhe ragte und die Geschichte der Stadt widerspiegelte.

Das historische Kolonialzentrum gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe, und nach diesem ersten Blick verspürten wir sofort die Lust, die Stadt näher zu erkunden. Sie machte einen sehr ordentlichen und ruhigen Eindruck, was uns sofort zusagte. An einer Tankstelle, um die herum sich in U-Form verschiedene Lokalitäten und ein Waschsalon gruppierten, entdeckten wir einen perfekten Stellplatz für die Nacht.

Da die Wäsche langsam drängte, nutzten wir die Gelegenheit, um unsere schmutzigen Kleidungsstücke in dem sauberen und modernen Waschsalon zu waschen – für gerade einmal zwei Euro pro Ladung. Diese Situation erwies sich als echtes WIN-WIN, denn wir erhielten nicht nur frische Wäsche, sondern auch das WLAN-Passwort der Wäscherei. Das Internet war stark genug, um bis in unseren Van hinein zu reichen, sodass wir am Abend sogar noch einen Film streamen konnten. Perfekt, denn für eine Stadterkundung war es an diesem Tag bereits zu spät.

Dafür entdeckten wir gleich neben der Wäscherei ein Geschäft für Kartons, wo wir zwei große und stabile Kartons erwerben konnten. Diese werden wir im Januar als Kofferersatz nutzen, da ein Flug nach Deutschland nie geplant war und wir entsprechend große Gepäckstücke nicht dabei haben. Es ist immer wieder erstaunlich, wie wir uns anpassen und kreative Lösungen finden, während wir auf der Straße unterwegs sind! 😂

Mit dem Rad ins historische Zentrum: Ein Ausflug nach Querétaro

Da wir keine Lust hatten, die 2 km bis ins historische Zentrum zu Fuß zu gehen und in der Nähe einige Fahrradläden gesehen hatten, beschlossen wir, mit dem Rad in die Innenstadt zu fahren. Doch wie es das Schicksal wollte, hatte Simons Vorderrad schon wieder einen Plattfuß. Um uns nicht mit einer weiteren Panne herumzuschlagen, ließen wir den defekten Fahrradschlauch diesmal professionell in einer der vielen Werkstätten tauschen. Der Service kostete uns samt neuem Schlauch gerade einmal fünf Euro! Und der Mechaniker war so nett, dass wir ihm auch gleich unsere geschundenen, völlig verrosteten Ketten anvertrauten, um sie gut fetten zu lassen.

Plötzlich fuhren sich die Räder fast von selbst! 😃 In Nullkommanichts hatten wir unser Ziel erreicht. Wir parkten unsere Drahtesel vor einem noblen Fünf-Sterne-Hotel, neben einem Infostand für historische Stadtrundgänge. Der freundliche ältere Herr hinter der Theke versicherte uns, dass unsere Fahrräder hier gut aufgehoben seien und er bis zum Abend anwesend bleiben würde. Dennoch ketteten wir die Räder sorgfältig an, bevor wir uns zu Fuß der Stadtbesichtigung widmeten. Mit den Bikes ist es nämlich nicht ganz einfach zu filmen und zu fotografieren, da wir sie dann alle paar Meter irgendwo abstellen müssen, um den Auslöseknopf drücken zu können.

Unsere Erwartungen wurden nicht enttäuscht! Die historische Altstadt mit ihren zahlreichen Kirchen, verkehrsberuhigten Zonen und gepflasterten Fußgängerwegen gefiel uns richtig, richtig gut. Einmal mehr waren wir erstaunt über die Sauberkeit und vor allem die ruhige Atmosphäre in dieser immerhin 1,9 Millionen Einwohner zählenden Großstadt. Querétaro zählt zu den am schnellsten wachsenden Städten des Landes, möglicherweise aufgrund des angenehmen Klimas, der sehr guten Sicherheitslage, der Universität und dem hohen Technologisierungsgrad der Region.

Die Día de los Muertos Vorbereitungen laufen!

Wir schlenderten etliche Stunden gemächlich kreuz und quer durch die Gassen, machten viele schöne Aufnahmen und gönnten uns zum Abschluss, bevor wir uns mit den Rädern zurück zum Bus begaben, noch einen erfrischenden Eiscafé. Es war ein perfekter Tag – voller Entdeckungen und neuer Eindrücke.

Ungeduld und Überraschungen in San Miguel de Allende

Am nächsten Morgen stieg meine Ungeduld ins Unermessliche, denn der Handy-Mensch hatte sich immer noch nicht gemeldet. 😤 Entschlossen entschied ich, ihm eine kurze WhatsApp-Nachricht zu senden um mich nach dem Lieferstatus unseres Akkus zu erkundigen. Die Antwort war ernüchternd: Das Paket, welches unter anderem unsere Batterie enthielt, war verloren gegangen, und der Sendungsstatus sei im Moment unbekannt. Schöner Mist! 😩

Da wir jedoch nicht noch einen dritten Tag in der Großstadt verbringen wollten, entschieden wir uns trotzdem zur Weiterfahrt nach San Miguel de Allende. Dort kannten wir uns bereits gut aus und wussten um einen idealen sowie ruhigen Stellplatz. Um dem extrem überteuerten Campingplatz zu entkommen, nutzten wir auf der Fahrt dorthin die Gelegenheit, an einer Tankstelle eine heiße Dusche zu nehmen.

Kurz bevor wir uns auf die Weiterfahrt begeben wollten, überraschten uns freudestrahlend und ganz aufgeregt zwei Mädels, die unserem Instagram-Kanal folgten. Sie hatten eine liebevolle Überraschung für uns: typische Día de los Muertos Dekorationen! 🎉 Freudig schenkten sie uns diese und baten natürlich um ein obligatorisches Foto mit uns. Was für eine nette Geste! MEXIKO ist wirklich klasse und begeistert uns stets aufs Neue.

Am späten Nachmittag erreichten wir dann unsere Sackgasse in San Miguel. Diese war zwar schon relativ gut zugeparkt, aber wir fanden noch eine Lücke, in die wir uns mit unserem kompakten Womo quetschen konnten. Es fühlte sich seltsam an, wieder hier zu sein…

Neue Hoffnungen und kreative Momente

Tags darauf erhielten wir, natürlich erst nach erneuter Nachfrage unsererseits, eine neue Nachricht vom Handy-Reparaturladen. Er versicherte uns, dass die Batterie bis spätestens zum 27. Oktober eintreffen würde. Er hätte sie nun noch einmal neu bestellt. Länger würden wir definitiv nicht warten können, da der Día de los Muertos mittlerweile kurz bevorstand und wir bis zu unserer auserwählten Location noch einige hundert Kilometer zu fahren hatten.

Auch SMA feiert den Día de los Muertos

Da wir die, insbesondere bei kanadischen und US-amerikanischen Rentnern beliebte und entsprechend herausgeputzte Stadt San Miguel de Allende schon recht gut kannten, begann Simon mit dem Cutten eines neuen YouTube-Videos. 🎬 Währenddessen widmete ich mich den zahlreichen neuen Videokommentaren zu unserem neuesten Vlog, der neuerdings durch die Decke gegangen war. Es war fast schon verblüffend! Unsere Erfahrung Only Bad News are Good News hatte sich somit wieder einmal bestätigt…

Die Resonanz auf unsere Grenz-Desaster-Stories war überwältigend und das hätten wir trotz allem wahrlich nicht erwartet. Vielleicht hat das Ganze am Ende doch noch etwas Gutes, und unser kleiner Kanal schafft es dank dieser Tragödie endlich ordentlich zu wachsen. 🌱

Ein Abschied und neue Abenteuer

Leider war uns das Glück nicht hold, und die Batterie traf auch bis zum 27. nicht ein. 😥 Valentin, der Inhaber des Handy-Reparaturladens, entschuldigte sich vielmals für die Probleme, die er wohl mit seinem Händler hatte. Damit war uns allerdings auch nicht viel geholfen, denn wir mussten San Miguel de Allende verlassen und zu unserer auserwählten Tag der Toten-Location, viele 100 Kilometer entfernt, weiterziehen.

Auf eine Rückerstattung des Kaufpreises konnte oder wollte er sich nicht einlassen, was uns etwas frustrierte. Doch er war sich sicher, dass die Batterie bis zum Dienstag eintreffen würde und versprach, sie an unsere neue Adresse nachzusenden… Ob daraus wirklich etwas wurde und wie wir den Día de los Muertos erlebt haben, erfahrt ihr im nächsten Blogbeitrag.

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