NEW BLOG POST 🇲🇽 (14. – 20.09.2024) Nord-Mexiko

Hochzeit, Fiesta und ein bitterer Abschied

Unsere letzten Tage auf der Ranch im Norden Mexikos waren eine wunderbare Mischung aus Ruhe und unerwarteten Ereignissen. Simon und ich nutzten die Gelegenheit, um an einigen Projekten zu arbeiten, die schon länger in der Schublade schlummerten. Es tat gut, endlich mal wieder die Zeit zu haben, ohne Druck an Dingen zu tüfteln. Doch die eigentliche Überraschung ließ nicht lange auf sich warten: Eine mexikanische Hochzeit stand vor der Tür – und wir hatten den Logenplatz direkt am Rande des Festgeländes. 🎉

Leider war das Wasser im Pool ziemlich frisch 🥶

Die La Turbina Ranch dient nämlich nicht nur als Weingut und Campingplatz, sondern wird auch für große Events genutzt. Da wir genau vor dem Eventbereich campten, mussten wir zwei Tage vor der Hochzeit das Feld räumen und uns einige Meter weiter, in der Nähe des Sees, niederlassen. Simon hatte dabei riesiges Glück: An genau diesem Tümpel fing er vier Fische! 🎣 Keine Ahnung, wie er das immer wieder hinkriegt, aber das Abendessen war gesichert. 😋🌮

Der Nachtangler auf dem Weg zum See
Wobei: Tümpel trifft es besser 😅

Die Hochzeitsvorbereitungen liefen entspannt ab – sehr entspannt! Die Angestellten mähten gemütlich zwei Tage lang das Gras, und erst am Samstagvormittag tauchten plötzlich die ersten Tische und Stühle auf. Als dann am Nachmittag immer noch keine Tischdecken, Blumendeko oder gar ein Buffet in Sicht waren, wurden wir langsam skeptisch. 🤨 Selbst als die Hochzeitsgäste gegen 19 Uhr eintrafen, sah alles noch ziemlich unfertig aus. Doch dann ging alles ganz schnell: Eine freie Trauung mit etwa 100 Gästen und direkt im Anschluss ab auf die Tanzfläche. Kein großes Tamtam, keine Menüs oder ausgefallene Rituale. Ob das die Regel ist in Mexiko? Keine Ahnung. Wenn jemand von euch mehr weiß, immer her mit den Infos!

Hier fand die freie Trauung statt 💒
Party Area: Tische & Stühle wurden nicht dekoriert

Am nächsten Tag erlebten wir dann eine weitere, große Fiesta. Wir hatten nicht damit gerechnet, aber das beschauliche Örtchen Nuevo Casas Grandes war plötzlich das Zentrum der Feierlichkeiten zum mexikanischen Nationalfeiertag! 😮 Der 15. und 16. September sind hier die Tage, an denen die Befreiung von den Spaniern gefeiert wird – und das mit voller Wucht! Aus allen Ecken strömten die Menschen herbei, sogar aus den 300 km entfernt gelegenen Großstädten El Paso und Ciudad Juárez. Es war ein buntes, lautes Fest mit einer riesigen Bühne im Ortskern und Live-Musik, die hunderte Menschen anzog. 🎶🇲🇽

Alle haben sich schick gemacht
Zahlreiche Fahrgeschäfte gab es ebenfalls

Natürlich knurrte uns irgendwann der Magen, und wir suchten uns etwas zu essen. Tacos und Burger – die Auswahl war überschaubar, aber hungrig wie wir waren, ließen wir uns auf einen Burger mit Grillkartoffeln ein. Und siehe da: Der war richtig lecker! 🍔 Wir beobachteten das fröhliche Treiben, genossen die ausgelassene Stimmung und bestaunten die fein herausgeputzten Mexikaner in ihren Cowboyhüten und Stiefeln.

Die Auswahl war leider recht begrenzt 🍔🌮
Wir fühlten uns mehr in Texas als in Mexiko

Doch irgendwann wurde es uns zu viel und wir machten uns auf den Rückweg zum Campingplatz. Zum ersten Mal auf dieser Reise hatte ich das Gefühl, dass wir ein wenig schief angeschaut wurden. Vielleicht wegen unserer sportiven Kleidung? Oder weil wir als Gringos mitten in die feiernde, mexikanische Menge geraten waren? Wer weiß…

Die Band war wohl landesweit bekannt & berühmt

Der Montag brachte uns dann schlagartig zurück in die Realität: Simon setzte sich an den Laptop und suchte nach Flügen. Gerne hätten wir Weihnachten und Silvester gemeinsam mit unseren Liebsten in Deutschland verbracht, aber die Preise im Dezember waren schlicht zu hoch. 😫 Also buchten wir schließlich einen Flug ab Mexico City nach Frankfurt am 13. Januar 2025. Pünktlich einen Tag vor meinem Geburtstag sind wir dann wieder zu Hause. 🥳🎂

Unsere weitere Reiseplanung wurde von der aktuellen Lage im Bundesstaat Sinaloa überschattet: Die blutigen Kartellkämpfe dort sind extrem gefährlich, weshalb sogar Schulen geschlossen und alle Nationalfeiertags-Feierlichkeiten abgesagt wurden. Auch einige Einheimische rieten uns, auf Grund der aktuellen Sicherheitslage, tunlichst von der Fährfahrt auf die Halbinsel ab. Baja California lag damit leider nicht mehr auf unserer Route – zu gefährlich, zu umständlich. Der Umweg wäre vermutlich auch so zu groß gewesen, und mit unseren abgefahrenen Reifen absolut keine Option. 😥

Somit bleibt uns wahrscheinlich nichts anderes übrig, als auf einem großen Teil der Strecke, über die wir gekommen waren, wieder zurück zu fahren. Zumindest bleibt mir dadurch nun wieder mehr Zeit für Yoga, Kochen und ein gutes Buch. 📚

Yoga mit Hund 😅
Selbst gebackenes Weißbrot 🍞😋

Doch dann kam die nächste bittere Nachricht: Mein 74-jähriger Onkel war plötzlich verstorben. Das traf mich völlig unerwartet und zog mir erneut den Boden unter den Füßen weg. Es ist schlimm genug, einen geliebten Menschen zu verlieren, aber so weit weg von zu Hause zu sein macht es noch schwerer. 😔 Wir ließen die Nachricht erst einmal sacken und verschoben die Weiterfahrt um einen weiteren Tag.

Ruhe in Frieden lieber Egon – du wirst mir fehlen 😔 Das kleine Mädchen im Vordergrund bin übrigens ich

Samstag verließen wir, nach exakt zwei Wochen, die Ranch und machten uns auf die 350 Kilometer lange Strecke zurück nach Chihuahua City. Es fühlte sich unglaublich falsch an, nach Süden anstatt nach Norden zu fahren, aber es blieb uns keine Wahl. Die Steppe und die kargen Hügel der Sierra Madre Occidental zogen an uns vorbei, während jeder von uns tief in Gedanken versunken war…🌵🚐

Trostlose & wenig abwechslungsreiche Fahretappe 🚐

Am späten Nachmittag erreichten wir den Walmart-Parkplatz, auf dem wir bereits auf der Hinfahrt übernachtet hatten. Wäsche waschen, einkaufen, trocknen – der Alltag holte uns schnell wieder ein. Die schwüle Hitze hielt bis spät in die Nacht an, und es fühlte sich an, als ob der Tag nie enden würde. 🌙

Am nächsten Morgen war das Balneario Las Palmas, unser eigentliches Ziel, für Badegäste und Camper geschlossen: Die Pekannussernte war in vollem Gange weshalb das Thermalbad seine Pforten schließen musste. 😕 Also ging es, mit einer Tüte voll schmackhafter, stibitzter, Nüsse 🤫 weiter zur Hacienda los Remedios. Dort angekommen, wussten wir sofort: Es war die richtige Entscheidung, an diesen mystischen zurückzukommen. Am Abend hatten wir das Thermalbecken ganz für uns allein, und über uns funkelte ein klarer Sternenhimmel samt Milchstraße, wie wir ihn schon lange nicht mehr gesehen hatten. Sogar zwei Sternschnuppen blitzten auf, und so hatte jeder von uns einen Wunsch frei. 💫

Ein wundervoller Ort 🥰

Wie es für uns in Mexiko weitergeht? Das erzähle ich euch im nächsten Blogbeitrag! Bleibt dran und schaut derweil in unsere tollen YouTube-Vlogs rein. 🎥🍿 Ein dickes Dankeschön an alle, die uns in diesen schweren Momenten begleiten, unterstützen und mit lieben Worten sowie viel Mitgefühl beistehen. ❤️


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