NEW BLOG POST 🇲🇽 (06. – 11.09.2024) Nuevo Casas Grandes

Zurück in Nordmexiko: Dem Land der Cowboyhüte & Stiefel

Mexikaner am Nationalfeiertag in NCG

Nach unserem gescheiterten Grenzübertritt und dem ESTA-Drama blieb uns nichts anderes übrig, als den fast 500 km langen Rückweg nach Nuevo Casas Grandes anzutreten – dorthin, wo unsere erste Mexiko-Etappe eigentlich hätte enden sollen. Drei Tage lang campierten wir an der kleinen, ruhigen Plaza in der Altstadt, um uns zu sammeln und vor allem Geld zu sparen. Denn wer weiß, was noch alles auf uns zukommen mag… 💸 💸 💸

Simon ist an der Plaza schon wieder zu Späßen 🤪

Die Enttäuschung war riesig. Wir waren traurig und wütend, nicht auf die US-Grenzbeamten, die lediglich ihren Job machten, sondern auf uns selbst. Wir hatten zu sehr auf veraltete Infos vertraut in der Annahme, dass uns an der Grenze der USA dasselbe widerfahren würde wie an den 17 lateinamerikanischen Grenzen zuvor. Was für ein Trugschluss! Die USA sind eben nicht Argentinien oder Mexiko – das wissen wir jetzt.

Schlaflose Nächte und Albträume

Nach dem ganzen Trubel träumte ich tatsächlich von der Grenzprozedur. Im Traum stand ich wieder in der dunklen, kalten Arrestzelle und als ich schweißgebadet aufwachte wurde mir schlagartig bewusst, dass dies keine Einbildung sondern bittere Realität war. 😔 Es war uns unheimlich peinlich, dass wir die Situation so unterschätzt hatten. Zu glauben, man könnte problemlos in die USA einreisen, war schlicht naiv.

Und jetzt? Klar, in ein paar Monaten oder Jahren wird diese Story vermutlich eine witzige Anekdote sein, über die wir lachen können. Aber im Moment fühlte es sich wie der Tiefpunkt unserer Reise an. 😢

Die Optionen – oder eher: die Sackgassen

In den nächsten Tagen spielten wir diverse Möglichkeiten durch:

Option 1: Die Reise endet hier in Mexiko und wir kehren früher als geplant nach Deutschland zurück. Diese Idee gefiel uns aber gar nicht, denn das hätte sich nicht nur nach einer unvollendeten Reise, sondern auch nach einer großen, persönlichen Niederlage angefühlt. ❌

Option 2: Wir lassen den Van zwei Jahre in Mexiko stehen. Dank unserer 10-jährigen Genehmigung für das Wohnmobil wäre das kein Problem. Aber der Gedanke, dass unser Van in der Zwischenzeit rostet, schimmelt oder schlichtweg nicht mehr anspringt, war auch nicht gerade beruhigend. ❌

Option 3: Wir kehren nach Südamerika zurück. Eine romantische Vorstellung, Weihnachten wieder in Ushuaia zu verbringen – am Ende der Welt. Aber da es keine Landverbindung zwischen Zentral- und Südamerika gibt, und die Verschiffung des Vans ein kleines Vermögen kosten würde, war auch das keine wirkliche Option. ❌

Eine weitere Schnapsidee war, den Van nach Kanada verschiffen zu lassen und die USA zu überspringen. Doch auch das hätte hohe Kosten verursacht und uns das Gefühl gegeben, die Reise nicht wirklich vollendet zu haben. Die USA einfach zu umgehen? Irgendwie nicht das, was wir uns vorgestellt hatten. 😑

Option 4: Jemand anderes fährt unseren Van durch die USA nach Kanada und wir fliegen hinterher. Aber der Gedanke, jemand Fremden in unserem Heim auf Rädern zu haben, gefiel uns absolut nicht. Ganz abgesehen von den bürokratischen Hürden bei Dokumenten und Versicherungen. ❌

Visum – die letzte Hoffnung?!

Also blieb uns eigentlich nur noch die Möglichkeit, ein Visum zu beantragen. Doch auch das ist komplizierter, als es klingt. Ein Visum in Mexiko zu beantragen scheint kaum möglich zu sein – mit Wartezeiten von 519 Tagen und der Voraussetzung, eine Residenzia zu haben, die uns weitere 250 € pro Person kosten würde. Und selbst wenn wir es schaffen würden, das Visum zu bekommen: Es bleibt ungewiss, ob wir bei der Einreise in die USA tatsächlich durchgewunken werden. Jeder Grenzbeamte kann das nach eigenem Ermessen entscheiden.

Trotzdem dachten wir über die Option nach, den Antrag online zu stellen und das Interview in einem deutschen Konsulat, zum Beispiel in Frankfurt oder München, zu führen. Doch das würde mindestens 1.000 € pro Person für die Flüge kosten, plus die Visa-Gebühr von 250 € – ebenfalls pro Person, versteht sich. Ein teures Unterfangen, bei dem immer noch nicht klar wäre, wie lange wir letztendlich in Deutschland bleiben müssten, bis der Antrag durch ist. 😔

Schön wäre natürlich an dieser Variante das frühere Wiedersehen mit Freunden und Familie. Plus: Wir könnten nötige Ersatzteile (z.B. ein neues Lüfterrad für unsere Dachluke, ein Satz neuer Bremsbeläge sowie neue Bettwäsche – das von uns benötigte Maß existiert hier leider nicht) selbst beschaffen und mit nach Mexiko bringen. Damit redeten wir uns die hohen Kosten aber ehrlichgesagt nur schön. 🙈🙉

Ein großer Vorteil des Visums wäre aber tatsächlich, dass es für zehn Jahre gültig ist und uns die Möglichkeit gäbe, bis zu sechs Monate am Stück in den USA zu bleiben. Das wäre sicherlich mehr Zeit, um die USA in vollen Zügen zu erleben. Aber die Hürden bleiben hoch.

Lichtblicke

Es gibt aber auch positive Nachrichten. Auf dem Campingplatz in Nuevo Casas Grandes wurden wir gleich zweimal für Zeitungsinterviews angefragt. Beide interessierten sich für unsere Reise von Argentinien nach Alaska. 📰🥳

Und zu unserer Freude stellten wir fest, dass wir vermutlich doch beim Día de los Muertos in Mexiko dabei sein können. Ein Ereignis, das wir eigentlich verpasst hätten da wir dachten, zu diesem Zeitpunkt bereits in den USA zu sein.

Wie sagen unsere Freunde Max und Merle (@AnschnallenAbfahrt) doch immer so schön: Nach jedem Tal kommt ein Berg. Aktuell stehen wir noch mitten im Tal aber wir hoffen, im nächsten Beitrag wieder mehr Positives berichten zu können. Drückt uns die Daumen! ✊


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