NEW BLOG POST 🇲🇽 (30.05. – 07.06.2024) Mérida – Campeche

Ein unvergesslicher Tag auf der Yucatán-Halbinsel

Von Valladolid aus drangen wir weiter ins Inland der Yucatán-Halbinsel vor. Kurz vor Chichén Itzá, einer der bedeutendsten archäologischen Stätten des Landes, stoppten wir beim Hotel Dolores Alba. Dieses lag strategisch günstig direkt gegenüber von unserem Ziel: der Cenote Ik Kil, die wir am nächsten Morgen direkt nach Öffnung, vor Eintreffen der großen Reisegruppen, besuchen wollten.

Perfekter Spot!
Direkt gegenüber der Cenote 👌🏻

Für relativ kleines Geld durften wir auf dem schattigen Parkplatz übernachten und sogar den Pool benutzen, den wir den ganzen Tag über für uns alleine hatten. 💧👙 Auch das WLAN funktionierte hervorragend, sodass uns außerdem genug Zeit zum Arbeiten und Telefonieren blieb.

Große Iguanas waren auch am Start

Pünktlich um 9 Uhr des Folgetags standen wir dann auch vorm Ticketschalter der beliebten Cenote. Wir tauschten 200 MXN (11 €) pro Person gegen ein grünes Papierarmbändchen und waren tatsächlich, zusammen mit einem anderen Pärchen, die ersten Besucher des Tages bei einer der bekanntesten und meistbesuchten Cenoten des Landes. 😊

Nachdem wir uns unserer Kleidung entledigt und diese im Spind eingeschlossen hatten, holten wir noch die obligatorische Schwimmweste ab bevor wir einen ersten Blick hinunter in die faszinierende, halboffene Cenote warfen. Von hier oben ging es rund 26 Meter hinunter in die Tiefe. Kaum vorzustellen, dass dies schon häufiger ein Austragungsort der Red Bull Cliff Diver Weltmeisterschaften war und die Springer sich diese Abgrund hinunter stürzen! 😯 Lange Luftwurzeln hingen von der Decke bis fast hinab auf die kreisrunde Wasseroberfläche und die steilen Felswände waren dicht von Lianen und allerlei Grünpflanzen bewachsen.

Sah schon von oben spektakulär aus 🤩

Wir stiegen die rutschige, lange Steintreppe hinab in die Tiefe und freuten uns wie kleine Kinder, dass wir fast ganz alleine das erfrischende Bad in diesem herrlichen Naturbecken genießen durften. Dank der Schwimmwesten konnten wir ideal auf dem Rücken liegend floaten und dabei den Blick hinauf durch die eingestürzte Felsdecke schweifen lassen. 🤩

Dank Schwimmweste konnte ich gut floaten
Und erst der Blick nach oben…
👍🏻👍🏻👍🏻
War ein tolles Erlebnis

Wieder zurück am Van standen die Uhrzeiger schon fast auf Mittag. Da wir noch nicht einmal gefrühstückt hatten entschieden wir, noch einen weiteren entspannten Arbeitstag am Hotelpool einzulegen. 💻 Eine Stunde vor Schließung der Cenote, um 16 Uhr, ging ich noch einmal hinein in der Hoffnung, dass die meisten Besucher bereits von dannen gezogen wären. Aber Pustekuchen: Es zappelten gut und gerne 60 Menschen im Becken der Cenote (deren Radius sich auf 60 Meter beläuft) und bereits der Anblick von oben schreckte mich derart ab, als dass ich auf dem Absatz kehrt machte und zurück zu unserem einsamen Pool kehrte. 😅

Hitzewelle und Shoppingfieber in Mérida

Am nächsten Morgen setzten wir unsere Reise fort. Die Maya-Stätte Chichén Itzá, eines der sieben neuen Weltwunder (drei davon lagen auf unserer bisherigen Reiseroute), ließen wir jedoch links liegen da wir die Ruinen bereits vor acht Jahren besichtigt hatten. Stattdessen düsten wir weiter in die heißeste Stadt der Halbinsel: Mérida. Bei Temperaturen von über 40 Grad im Schatten hatten wir das Sightseeing bereits im Vorhinein ad acta gelegt. UNESCO Weltkulturerbe Stadt samt schöner Kathedrale und Kolonialbauten hin oder her: Bei der Bruthitze hatten wir wahrlich keine Lust, durch die aufgeheizten Straßen zu laufen. 🥵🔥

Wir stoppten stattdessen zuerst bei einer großen Mall, in der kurioserweise Kinder auf einer großen Eisfläche mit Schlittschuhen ihre Runden drehten. 🥶 Du erinnerst dich an die Hitze, von der ich gerade erzählt hatte?! Passte also so rein gar nicht… ⛸ Uns war die Abkühlung aber natürlich mehr als recht und ich begab mich in den diversen Accessoire-Läden auf die Suche nach neuen Ohrsteckern, da ich meinen einen während unserer Schnorchel-Tour auf Caye Caulker leider im Ozean versenkt hatte:

Eines unserer schönsten Videos wie wir finden. Was meinst du? 🤔 Schreib es in die Video Kommentare!
Eislaufbahn in der Mall 😳

Es war gar nicht so einfach, ein paar schlichte Ohrstecker zu finden aber nach einer Weile fand ich dann doch noch ein hübsches sowie günstiges Dreier-Set. Mit knurrenden Mägen drehten wir eine Runde durch den Food Court und ließen uns nach ausführlicher Begutachtung der verschiedenen Angebote beim Asiaten nieder. 🍜

Gut gestärkt setzten wir unsere Shoppingtour bei Decathlon fort, wo es für Simon ein neues Spielzeug gab: einen Lenkdrachen oder besser gesagt eine Lenkmatte. Auch dem großen sowie sehr gut sortierten Chedraui Selecto nebenan statteten wir noch einen Besuch ab, um uns vor der Weiterfahrt an einen abgelegenen Strand mit Lebensmitteln einzudecken.

Haben unsere Lieblingsladenkette wohl gefunden 😅

Die Straße führte schnurgerade hinaus aus der Stadt bis nach Progreso. Allerdings bogen wir kurz vor dem beliebten Badeort ab und fuhren die schmale Landzunge entlang bis zu deren Ende, an der sich ein breiter sowie schneeweißer Sandstrand befindet. Dort angekommen trafen wir auf zwei große Wohnmobile, die sich bereits einen Platz mit Blick aufs türkisblaue Meer gesichert hatten. 🏖️🌊

Der blaue Punkt war unser Stellplatz: Fast im Meer
Coolstes Painting ever! Mit belgischer Waffel, passend zum Herkunftsland der vierköpfigen Familie 🧇🇧🇪🤣
Wir sind mal wieder winzig gegen die anderen 🙈

Nachdem uns die Polizeistreife ihr OK gegeben hatte reihten wir uns hinter ihnen ein. Hier gab es zwar leider weit und breit kein einziges Schattenplätzchen, aber dafür wehte eine steife Brise die das Ganze wieder wett machte. Ideale Voraussetzungen für einen ersten Test der Lenkmatte! Erstaunlicherweise hatten wir beide den Dreh relativ schnell raus. Jetzt gilt es nur noch, das Lenken blind zu beherrschen und dann sind wir auch schon fast bereit für den Kite-Surf-Kurs. 🪁😂

Ob wir das Kite Surfen jemals wagen werden?! 🤔

Ein entspanntes Strandwochenende und unsere Reise in die Piratenstadt Campeche

Das Wochenende verbrachten wir faul am Strand, ließen uns im Van bei offenen Türen und Fenstern den Wind um die Nase wehen und freuten uns über die vergleichsweise wenigen Besucher was vermutlich daran lag, dass an diesem Wochenende Wahlen in Mexiko waren.

Was für eine Aussicht 🤩

Am Montag brachen wir auf in die wunderschöne Piratenstadt Campeche im gleichnamigen Bundesstaat. Diese hatten wir bereits auf unserer vorherigen Yucatán-Rundreise kennen und lieben gelernt. Entlang des 200 km langen Fahrtweges kamen wir zufällig an der für ihre Hutmacherkunst bekannten Stadt Bécal vorbei. Spontan steuerten wir eine Hutmacherei an, die wir schon damals besucht hatten. Ich erkundigte mich bei dem netten Herrn ob es ihm eventuell möglich wäre, meinen doch ziemlich verdrückten Hut wieder in Form zu bringen. 👒

Aufgrund der starren Krempe konnte er mir jedoch nicht helfen. Die hier handgefertigten Strohhüte bestehen, im Gegensatz zu meinem, alle aus einem sehr flexiblen und daher auch sehr knautschfähigen und biegsamen Naturmaterial – so wie auch der aufrollbare Panamahut der hier gefertigt wird. Daher konnte er meinen leider nicht auf seine Pressen legen. Schade drum, aber einen Versuch war es allemal wert! 🤷‍♀️

Bleibt mein Hut halt eingedellt 🤷🏼‍♀️

Wie geplant erreichten wir den Walmart-Parkplatz der Küstenstadt gegen Nachmittag. Campeche ist bekannt für seine gut erhaltenen Kolonialgebäude und seine reiche Geschichte als wichtige Hafenstadt und Piratenhochburg. Die Stadt gehört heute zum UNESCO Weltkulturerbe und beeindruckt mit ihren pastellfarbenen Häusern und der gut erhaltenen Stadtmauer.

Da es fürs Sightseeing bei unserer Ankunft noch viel zu heiß gewesen wäre, erledigten wir erst einmal die notwendigen Einkäufe und genehmigten uns auf dem Parkplatz noch eine kleine Kaffeepause. 🧁☕🛒

Als die Sonne gegen 17 Uhr langsam begann, etwas tiefer zu stehen, schlenderten wir zu Fuß am Malecón, der schönen Uferpromenade, entlang bis in die historische Innenstadt. Um sich besser vor Piratenangriffen schützen zu können ist das Zentrum auch heute noch von einer massiven Ringmauer umgeben. Die bunten Fassaden, die teilweise im Kolonialstil gehalten sind, sowie die Kathedrale an der hübschen Plaza versprühen hier einen ganz besonderen Charme: Sowohl bei Sonnenuntergang als auch nach Einbruch der Dunkelheit im dezenten Scheinwerferlicht.

Die Uferpromenade in Campeche
Seit EWIGKEITEN sogar mal wieder Fitnessgeräte
Schon mal ne Kirche mit Leuchtturm gesehen?! 🧐
Uns gefiel die Stadt erneut MEGA GUT
Die Altstadtmauer diente zum Schutz vor Piraten 🏴‍☠️

Die Video-Show, die uns bei unserem ersten Besuch so gut gefallen hatte, wird mittlerweile nur noch an Samstagen ausgestrahlt aber stattdessen konnten wir uns um 20 Uhr eine illuminierte Springbrunnenshow ansehen. Allerdings wehte der Wind so stark vom Meer herüber, dass die Fontänen sich ineinander mischten und die Fußgänger und Jogger unten auf dem Gehweg von der Gischt mitunter ganz schön nass wurden. 🌬⛲🏃‍♂️

Übernachtung bei Walmart 🛒

Hochzeitstag im Paradies: Playa Montes

Die Nacht auf dem Walmart-Parkplatz war zwar ruhig aber da wir die Temperaturen im Van nicht unter 30 Grad herunterbringen konnten, schliefen wir dennoch schlecht und fühlten uns am nächsten Morgen ziemlich gerädert. Entsprechend schnell verließen wir die Stadt auch wieder.

Wir entschieden uns gegen die mautpflichtige Autobahn und kurvten stattdessen entlang der traumhaft schönen, kostenfreien Küstenstraße. Von dieser aus boten sich immer wieder sensationelle Blicke auf das karibische Meer und die vielen Seevögel. 🏝️🌊

Unser Ziel war der Campingplatz Playa Montes. Diesen hatte ich in einem YouTube-Video unserer Container-Buddys @adondevoy4x4 gesehen und wusste sofort, dass wir dort auch hinmüssen. Warum?! Weil sich an diesem kilometerlangen, einsamen, fast weißen Sandstrand lediglich fünf Cabañas und ein paar wenige Plätze für Overlander wie uns befinden.

Da aktuell Schildkröten Saison ist werden die festen Unterkünfte nicht vermietet und, wenn überhaupt, nur ein bis zwei Overlander auf den Platz gelassen. So kam es, dass wir neben den super netten englischen Platzwarten Tobi und Steve alias@trucklifeoverlanders die einzigen Personen an diesem wahrlich paradiesischen Fleckchen Erde waren. 😎☀

Die beiden verließen ihre Heimat Großbritannien im Sommer 2021, um mit ihrem Camper die Amerikas zu bereisen. Seit letztem Jahr hüten sie jedoch diesen herrlichen Campingplatz, da der kanadische Eigentümer Shawn aktuell noch zwei weitere Projekte an der Backe hat und er den Platz ohne ihre Hilfe hätte schließen müssen. Im Gegenzug dürfen sie hier kostenfrei mit ihrem Truck stehen und eine der Cabañas nutzen.

Wir hatten ebenfalls einen fast 100 Quadratmeter großen Koch-, Wohn- und Essbereich ganz für uns alleine und konnten uns hier herrlich ausbreiten. Ebenso durften wir die schattigen Palapas und die Strandliegen nutzen. Allerdings hat das Paradies auch seinen Preis, wobei die umgerechnet 18€ pro Nacht in diesem Fall echt fair sind. Duschen und Sanitäranlagen gab es natürlich auch, wenngleich das Wasser aus dem Hahn recht salzig schmeckte.

Unser eigener Wohn- & Essbereich …
Nur wenige Schritte vom Van entfernt

Ein weiteres kleines Manko waren die Sandflies die immer dann auftauchten, wenn die steife Brise nachließ was in der Regel vom frühen Morgen bis gegen Mittag der Fall war. Aber hey, was ist schon perfekt? 🌬️🦟

Nach Einbruch der Dunkelheit begaben wir uns, mit Rotlicht-Stirnlampen bewaffnet, auf eine kleine Nachtwanderung am Strand entlang. Tatsächlich dauerte es nur wenige Minuten, bis Simon lautstark meinen Namen rief: Er hatte in der Dunkelheit wahrhaftig eine mindestens 80-90 cm große Schildkröte entdeckt!

Diese war gerade den Wellen entstiegen und machte sich nun auf den beschwerlichen, weil mitunter recht steilen, Weg den Sandstrand hinauf. Wir konnten unser Glück kaum fassen: Ein schöneres Geschenk hätte es zu unserem dritten Hochzeitstag gar nicht geben können. 💖🐢

Bis Mitternacht harrten wir in ihrer Nähe aus und beobachteten sie bei ihren kräftezehrenden Versuchen, in dem harten Sand ein passendes Loch für ihre Eier zu buddeln. Als sie immer weiter ins Unterholz der Mangroven vordrang dachten wir zuerst, sie hätte den falschen Pfad gewählt oder sei vielleicht noch jung und unerfahren. Unsere Recherche am Folgetag ergab jedoch, dass einige Schildkrötenarten tatsächlich die Mangroven dem Strand zur Eiablage vorziehen. Und zwar aus zwei logischen Gründen: Zum einen kann durch den Schatten der Blätter die Hitze im Nest besser reguliert werden und zum anderen sind die schlüpfenden Jungtiere hier vorerst besser vor Fressfeinden, wie beispielsweise Seevögeln, geschützt.

Dennoch bleibt die traurige Tatsache, dass von 1.000 Schildkrötenbabys gerade mal eines überlebt. Wenn das die arme Mama wüsste, die nun nach ihrer beschwerlichen Reise durch den Ozean, und der stundenlangen Schwerstarbeit am Nest, auch noch bis zu 100 Eier legen muss. 😢🌊

Hier erkennt man gut die Schildkrötenspur
Und so sieht das zugebuddelte Gelege aus

Wir verließen sie in jedem Fall hundemüde, gute drei Stunden nachdem sie gegen 21 Uhr aus dem Wasser gekommen war. 😴

Ein Hitzschlag und voller Erfolg beim Angeln

Drei weitere Tage verweilten wir an diesem idyllischen Fleckchen Erde, das Reisenden ideale Bedingungen für eine Auszeit von der Straße bietet.

Vormittags arbeiteten wir im gut vor Sandflies geschützten Innenbereich, während wir uns nachmittags am Strand den Wind um die Ohren wehen ließen. 🏠👩‍💻🏖️

Trotz der kühlenden Wirkung des Windes vermute ich, dass ich mir einen leichten Hitzschlag eingehandelt hatte. Ich litt zwei Tage am Stück unter heftigen Kopfschmerzen und hatte schon zuvor immer wieder leichten Schwindel verspürt. Kein Wunder, wenn selbst nachts die Temperaturen nicht unter 30 Grad fallen…

Tobi riet uns eindringlich, ab sofort dauerhaft Elektrolyte zuzuführen da wir durch die Hitze, das starke Schwitzen und das gefilterte Trinkwasser zu viele Mineralien verlieren würden. Den Rat werden wir ab sofort gerne befolgen.

Währenddessen freute sich Simon darüber, dass Shawn sich die Zeit nahm um gemeinsam mit ihm sein großes Fischernetz auszulegen und tatsächlich gerieten im Laufe des Tages etliche Fische in die gespannte Leine. 🎣🐟

Was neues für Simon: Fischen mit Netz
Die Catfish Tacos waren echt lecker 😋

Die Essensvorräte für die kommenden Tage waren somit gesichert und wie unsere Reise durch Mexiko weitergeht verrate ich dir im nächsten Blogbeitrag kommende Woche. 😉


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