NEW BLOG POST 🇧🇿 (25.04. – 02.05.2024) San Ignacio – Mayflower Bocawina NP

Grenzübertritt Belize – Land Numero 16 unserer Reise

Der Grenzübertritt verlief reibungslos und in Rekordzeit. Am Grenzübergang Melchor de Mencos war so gut wie nichts los und die Beamten empfingen uns freundlich und mit karibischer Lebensfreude. 💃🕺

Das kleine Land Belize grenzt im Norden an Mexiko sowie im Westen an Guatemala und ist das einzige Land in ganz Zentralamerika, in dem Englisch die offizielle Sprache ist. Das liegt daran, dass Belize ein ehemaliges britisches Kolonialgebiet ist und Englisch deshalb zur Amtssprache wurde. Wobei uns nicht entging, dass viele untereinander Spanisch sprachen.

Mit einer Einwohnerzahl von etwa 400k und einer Größe von rund 23k Quadratkilometern ist es eines der kleineren Länder Mittelamerikas.

Wir folgten dem gewohnten Grenzprozedere, welches du bei Interesse auf unserer Homepage unter Reisetipps & Länderinfos im Detail nachlesen kannst. Unsere ersten Kilometer in Belize waren ruppig und staubig, denn die Straßendecke bestand aus weißem Kalksandstein der sich überall auf unserem schwarzen Van ablagerte.

Wir stoppten nur wenige Kilometer später am Clarissa Falls Resort, wo die Cabañas derzeit alle leer standen. So hatten wir den idyllischen Platz, umgeben von üppig grüner Vegetation direkt am Mopan River, ganz für uns alleine. 😊

Da in letzter Zeit, unter anderem aufgrund von Simons längerer Krankheit in Guatemala, einiges liegengeblieben war nutzten wir die Ruhe zur Aufarbeitung. Ein neuer Reise-VLOG für unseren YouTube-Kanal wollte erstellt und die Blog-Einträge geschrieben werden. Auch auf Instagram hatten wir seit geraumer Zeit nichts mehr gepostet und Schwupps war auch schon wieder ein Tag vorbei…

Eigentlich hatten wir geplant hier nur zwei Tage zu verbringen. Da wir die Höhlen-Kajaktour jedoch erst für Dienstag reservieren konnten, blieben wir noch einen Tag länger an diesem ruhigen und idyllischen Ort und kühlten uns ab und an im klaren Flusswasser ab. 🤽‍♀️

Am Montagmittag brachen wir auf und fuhren zum Cheers Restaurant, dem bestklingenden Stellplatz in der Nähe der für den Folgetag gebuchten Kajaktour.

Unterwegs kauften wir im Supermarkt ein paar Lebensmittel für die nächsten Tage ein. In Belize sehen die Supermärkte tatsächlich anders aus als in allen anderen Ländern bisher: Es gibt nicht eine einzige Supermarktkette, sondern nur inhabergeführte Läden, die meist im Besitz von Chinesen sind. Diese scheinen jedoch alle sehr gut bestückt zu sein und selbst zahlreiche Importwaren waren hier zu finden. 🛒

Bei unserer Ankunft im Restaurant war jeder Tisch besetzt, was möglicherweise auch an dem Feiertag (Labor Day) lag. Dennoch empfingen uns die Bedienungen freundlich und fanden für uns noch ein freies Plätzchen. Da wir die Nacht kostenlos auf dem Parkplatz des Restaurants verbringen durften schickte es sich, hier eine Kleinigkeit zu essen.

Das Nationalgericht (ein Eintopf aus Reis, Bohnen und Hühnchen) war bereits ausverkauft weswegen wir uns für zwei Burger entschieden. Diese kamen auf selbst gemachten Buns daher und schmeckten ausgezeichnet. 😋

Den Rest des Tages verbrachten wir im Schatten der großen Feigenbäume und wir waren mehr als froh über die Wolken am Himmel, die zumindest die drückende Hitze etwas mildern konnten, wenngleich dies nichts an der hohen Luftfeuchtigkeit ändern sollte. 🌴☀️

Kajak-Abenteuer in den Höhlen Belizes

Die Nacht auf dem Parkplatz war angenehm ruhig obwohl ich mich am nächsten Morgen, wahrscheinlich aufgrund der Wärme in der Nacht, relativ matschig fühlte. Zum Glück waren wir früh wach und hatten zum vereinbarten Treffpunkt mit dem Anbieter der Kajaktour nur ein paar Kilometer zu fahren, sodass wir dort noch in aller Ruhe frühstücken und langsam in den Tag starten konnten. ☕☕

Pünktlich um 10:30 Uhr trudelte auf dem großen Besucherparkplatz der Nohoch Che’en Caves ein weißer US-Kleinbus ein, aus dem unser lokaler Guide sowie acht weitere Gäste sprangen, die mutmaßlich ebenfalls aus den Staaten stammten. Belize ist, dank seiner Lage in der Karibik, eine typische Kreuzfahrtschiff-Destination weshalb wir uns auch nicht weiter über die Touristenmassen wunderten, die im Laufe des Morgens mit Bussen in allen erdenklichen Größen hier angekarrt wurden. Irgendwie schienen sich die Besuchermassen jedoch ganz gut zu verteilen.

Massentourismus 🙈

Nachdem wir mit Helm, Stirnlampe, Schwimmweste und Paddel ausgerüstet wurden, hieß es ca. 30 gemächliche Minuten durch den Dschungel laufen. Dabei mussten wir auch zu Fuß dreimal den seichten Flusslauf durchqueren. Schließlich erreichten wir die Stelle, an der die Kajaks für uns bereitlagen. Auch River Tubing wurde angeboten und es schien, als würden sich die meisten auf den großen Schwimmreifen einfach nur flussabwärts treiben lassen. Wir hingegen bestiegen jeweils zweier Kajaks und folgten unserem Guide in die verschiedenen Höhlen hinein. 🚣‍♂️

Teilweise war es darin wirklich stockdunkel und mucksmäuschenstill, nur einige Fledermäuse zogen ihre Kreise an den Decken der Höhle. Manchmal fiel jedoch ein wenig Licht durch eine Öffnung in der Decke und selbst kleine Wasserfälle ergossen sich in eine der Höhlen. Nur der Fluss hätte etwas mehr Wasser haben dürfen denn ab und zu mussten wir echt aufpassen, nicht auf Grund zu laufen. Alles in allem dauerte die Tour, für die wir immerhin 60 USD pro Kopf bezahlt haben, rund zwei Stunden. Wir fanden das Kajakabenteuer echt klasse, aber 40-50 USD hätten es auch getan. 💸 Wobei dies noch der günstigste Touranbieter war, den wir ausfindig machen konnten. Alle anderen hätten 90 USD verlangt. 🤯 Mit Kreuzfahrern kann man das wohl machen…

Da man auf dem Parkplatz des Nationalparks nicht übernachten darf, fuhren wir nach Ende des Paddelerlebnisses gegen 14 Uhr weiter in die nahegelegene Hauptstadt. Diese ist nicht, wie man meinen dürfte, Belize City, sondern das mit gerade einmal 17k Einwohnern beschauliche Städtchen Belmopan. Nachdem Belize City in den 60er Jahren schwer von einem Hurrikan verwüstet wurde, und diese in regelmäßigen Abständen über den Karibikstaat hinwegziehen, hatte man kurzerhand Belmopan im Landesinneren zur Hauptstadt erklärt und den Regierungssitz dorthin verlegt.

Uns stand der Sinn jedoch nicht nach Sightseeing. Vielmehr hatten wir Kohldampf und da dienstags und donnerstags jeweils Markttag ist hofften wir, dort ein günstiges Mittagessen schnappen zu können. Allerdings hatten die meisten Essenstände bei unserer Ankunft am späten Mittag bereits geschlossen oder waren schon ausverkauft, sodass außer Fried Chicken mit labberigen Pommes kaum noch Auswahl bestand. Wobei das Hühnchen gar nicht übel schmeckte und wir bisher, um die in ganz Lateinamerika super beliebte Fastfood-Delikatesse, auch herumgekommen waren. Die Obst- und Gemüsestände mit ihren üppigen Auslagen hatten aber alle noch geöffnet und wir konnten uns zumindest noch mit reichlich Vitaminen eindecken. Nur den Brokkoli für umgerechnet 4,50€ ließen wir dann doch lieber links liegen.

Über den malerischen Hummingbird Highway (zu Deutsch: Kolibri Autobahn) fuhren wir anschließend noch rund 40 km weiter bis zu unserem nächsten Stellplatz. Das Schöne an Belize ist seine kompakte Größe: Das Land ist in etwa so groß wie Mecklenburg-Vorpommern, sodass die Wege kurz und Ziele schnell erreicht sind. 🚐💨

Beim Blue Hole Nationalpark angelangt, freuten wir uns über den humanen Preis der hier fürs Campen verlangt wurde: Für 5 BZD (2,50 €) pro Person durften wir hier die Nacht auf dem Parkplatz verbringen, inklusive Zugang zu sauberen Duschen und Toiletten. Allerdings warnte uns der Ranger direkt vor giftigen Schlangen. Erst vor wenigen Tagen hätten sie hier eine kleine, aber extrem giftige Schlange gefunden weshalb wir im Dunkeln nur mit Taschenlampe zur Toilette laufen sollten. 🔦🐍🤨

Eine freudige Überraschung mitten im Dschungel

Wir knüpften direkt an den erlebnisreichen Vortag an und machten uns gegen 09:00 Uhr zu Fuß auf den etwa zwei Kilometer langen Wanderweg durch den Dschungel. Für Bird Watching war es wohl schon zu spät aber im Morgengrauen hatten wir auf jeden Fall viele verschiedene Vogelstimmen hören können. Auch Brüllaffen waren in der Ferne mal wieder zu vernehmen.

Siehst du die gut getarnte Echse?! 🧐

Der Weg war gut angelegt und führte nur leicht bergan sodass wir 40 Minuten später bereits an unserem Ziel, dem Blue Hole, angelangten. Dort trafen wir nur auf zwei andere Reisende, die bereits ein Bad in dem erfrischenden Cenote genossen hatten. Dabei handelt es sich um natürliche Süßwasserquellen, die in der Regel aus eingestürzten Kalksteinhöhlen resultieren.

Auch wir legten unsere nassgeschwitzten Kleider ab und kühlten uns in dem erfrischenden sowie glasklaren Wasser, in dem zahlreiche Fische schwammen, ab. Die Atmosphäre an dem blauen Wasserloch war wunderschön, umgeben vom üppigen Grün des Waldes und dessen Geräuschen. 🍃🌴🐞

Als eine größere Reisegruppe eintraf, machten wir uns auf gleichem Wege zurück zum Van wo wir erst einmal ein paar Stücke von dem leckeren Kokosbrot zum Frühstück kosteten. Dieses hatten wir, am Tag zuvor, ebenfalls auf dem Wochenmarkt in Belmopan erworben.

Gestärkt und ausgeruht drehten wir eine zweite Runde, die diesmal nur einen 10-minütigen Fußmarsch beinhaltete und uns zur St. Hermans Cave führte. Diese Kalksteinhöhle ist bekannt für ihre faszinierenden Formationen und ihr natürliches, unberührtes Ambiente.

Dummerweise hatten wir unsere Stirnlampen im Auto vergessen und aufgrund der Hitze war keinem von uns danach, noch einmal umzukehren. Zum Glück hat heutzutage jedes Handy eine integrierte Taschenlampe. 🙏 Diese reichten zwar nicht aus um die gesamte Höhle zu erleuchten, aber zumindest konnten wir mit ihnen den Weg gut erkennen der 180 Meter tief in die Dunkelheit führte. Dann war für uns auch schon Schluss, ab hier würde es nur noch mit einem Guide tiefer hineingehen. Da es sich jedoch um keine Tropfsteinhöhle, sondern eine normale Höhle handelte, hatten wir damit auch genug gesehen. Zumal wir ja erst gestern in Höhlen Kajaken waren und auch unser letztes Höhlenabenteuer, samt Abseilen, liegt noch nicht allzu lange zurück.

Wir hatten die Stirnlampen leider vergessen 🙈
Egal – wird auch so gehen! 😅

Für die 8 BZD (4 €) Eintritt bekommt man in diesem Nationalpark in jedem Fall so einiges geboten. Und auch hier hätte man für 50 USD pro Person auf einem Schwimmring durch die unterirdischen Wassersysteme der Höhlen floaten können. Für uns ging es jedoch nicht ins Wasser, sondern zurück auf den Asphalt und weitere 70 Kilometer den Hummingbird Highway entlang in Richtung Karibikküste. 🏝☀

Kurz vorher bogen wir jedoch in einen weiteren Nationalpark ab: Den Mayflower Bocawina. Auch hier darf man gegen einen Unkostenbeitrag in Höhe von 10 BZD (5 €) pro Kopf campen. Für das Betreten des Nationalparks, mit seinen zahlreichen Wasserfallwanderwegen, wird noch einmal der gleiche Betrag fällig.

Bei unserer Ankunft am Nachmittag schienen wir weit und breit die einzigen Gäste auf dem Gelände zu sein weshalb wir unseren Van ganz frech neben dem überdachten, beschatteten Sitzbereich parkten. Dort wurde ich allerdings gleich von ein paar fiesen Sandflies attackiert was mich dazu veranlasste, erst einmal unter die Dusche zu flüchten.

Diese stellte sich jedoch als Ärgernis heraus denn wenn ich etwas wirklich nicht leiden kann dann ist das ein Rinnsal aus dem Duschkopf, mit dem man weder Shampoo noch Seife geschweige denn Haare abspülen kann, die irgendwo am Körper kleben oder sich um die Finger gewickelt haben. 🙄

Abends, nach Einbruch der Dunkelheit, ließ es sich dank Räucherspiralen und Insektenspray wieder ganz gut im Freien sitzen. Wobei wir eigentlich nicht meckern wollen, sind wir doch sehr dankbar dafür, dass wir im Moment mit Moskitos kaum Probleme haben und meist ohne Moskitospray auskommen – dank der aktuell vorherrschenden Trockenzeit. In der Regenzeit sieht das sicherlich vollkommen anders aus aber die Ängste, die andere Reisende in uns geschürt hatten, waren zumindest bisher – Gott sei Dank – unbegründet.

Regenwaldwanderung & Badespaß in einem

Am nächsten Morgen schnürten wir neuerdings die Wanderstiefel und machten uns auf den 2 km langen Fußmarsch zum Antelope Waterfall. Es ging mal wieder durch dicht bewachsenen, grünen Regenwald und die letzte Etappe war nicht nur steil, sondern auch recht steinig und voller Baumwurzeln. Ohne die bereitgestellten Seile, an denen man sich entlang hangeln konnte, hätten wir uns vermutlich schwer getan aber so erreichten wir problemlos unser Ziel.

Die grüne Hölle – Die Pflanzen wachsen
von unten nach oben & umgekehrt 🌿🌱

Vom Grund der Kaskade aus führte ein schmaler Weg noch ein paar hundert Meter weiter nach oben bis zu einer natürlichen Aussichtsplattform, von wo aus wir eine tolle Sicht über den Dschungel bis hinunter an die Karibikküste hatten. Das Highlight lag aber noch ein paar Meter weiter entfernt: Der natürliche Bade-Pool, in den sich das erfrischende Wasser ergoss welches den Wasserfall hinabstürzte. 💧👙🩳

Klare Sicht bis ans Meer 🌊

Wir erkundigten uns bei einem Guide, ob die Wege zum Ramon Waterfall oder zu den beiden Bocawina Falls lohnen würden aber er meinte, dass dieser Spot hier aufgrund der Trockenzeit der Beste sei – sowohl zum Baden als auch der Aussicht wegen. Erfrischt trabten wir zurück zum Van und beschlossen derweil, nicht zuletzt aufgrund der Schwüle und der Aussagen des Guides, die anderen Wege links liegen zu lassen.

Es war ein herrlicher Tag und wir genossen es, in der Natur zu sein und die verschiedenen Facetten des Regenwaldes zu erleben. Die Stille, unterbrochen nur von den Geräuschen der Tiere und des Wassers, wirkte ungemein entspannend. Wir waren einmal mehr dankbar für die Möglichkeit, solche Orte besuchen und deren Schönheit erleben zu dürfen.

Nächste Woche erwartet dich Karibik pur und wir nehmen dich mit zu einem fantastischen Schnorchel-Tripp im zweitgrößten Korallenriff unserer Erde. Also bleib am Ball und schau auch nächste Woche wieder hier vorbei. 🤿🍥🐟


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