NEW BLOG POST 🇬🇹 (07. – 16.04.2024) San Marcos La Laguna – Antigua

Eine herausfordernde Woche in Guatemala

Da standen wir also, am malerischen Atitlan See, und harrten aus. Simon brauchte Zeit um sich zu erholen und so beschlossen wir schweren Herzens, unseren geplanten Hike auf den Vulkan Acatenango final abzusagen. Die Entscheidung fiel uns zwar überhaupt nicht leicht aber die Gesundheit geht nun einmal vor.

Schweren Herzens ließen wir unser Vorhaben also ruhen und entschieden uns stattdessen für eine gemütliche Zeit auf dem Campingplatz. Um die Stimmung etwas aufzuhellen beschloss ich, nach langer Zeit mal wieder ein Bananenbrot für uns zu backen. 🍞🍌

Das Rezept dazu findest du bei Interesse übrigens auch hier auf unserer Homepage :

https://sijucampervan.com/kochen-backen/: NEW BLOG POST 🇬🇹 (07. – 16.04.2024) San Marcos La Laguna – Antigua

Während ich in der Küche werkelte, gesellten sich überraschend zwei junge Radreisende aus Maulbronn zu uns. Lotte und Lukas kamen somit ganz aus der Nähe unserer Heimat und sie erzählten begeistert von ihrem eigenen Acatenango Abenteuer, was einmal mehr die Zweifel an unserer Entscheidung nährte. 😫

Am Sonntag ging es Simon etwas besser und er konnte sich dem technischen Rätsel um unseren Ladebooster widmen, der seit geraumer Zeit streikte. Es stellte sich schnell heraus, dass geschmolzene Sicherungshalter den Defekt verursachten. Ein kleiner Fehler mit großen Auswirkungen, aber zum Glück war er schnell behoben! 🛠

Ich verspürte derweil eine seltsame Trägheit, die mich langsam aber sicher zu übermannen schien. Würde mich nun die viel bescholtene Reisemüdigkeit ereilen oder lag es doch eher an Simons Krankheit, und der damit einhergehenden Inaktivität? Ich hatte ein wenig Sorge, dass wir hier langsam aber sicher Wurzeln schlagen würden…

Die kleine Auszeit im Café Circles, wo ich mich am Montagmittag mit unseren Freunden von @anschnallenabfahrt auf einen leckeren Iced Latte traf, kam somit wie gerufen. Simon blieb derweil auf dem Campingplatz zurück da er sich erneut schwach fühlte. Mir hingegen tat der kleine Spaziergang gut und es war schön, wenn auch nur kurz die wohlvertrauten Gesichter von Max und Merle gesehen zu haben. ❤

Dienstags bereiteten wir uns langsam auf die Abfahrt vor, indem wir den Van aufräumten und unsere Sachen grob packten. Es war höchste Zeit weiterzuziehen, neue Dinge zu erleben und uns neuen (oder vielleicht auch alt bekannten) Herausforderungen zu stellen. Und vielleicht würde ein Stellplatzwechsel Simons Genesung ja sogar weiter vorantreiben. 🤨

Eine unerwartete Wendung

Aber es war wie verhext und der Ort schien uns nicht loslassen zu wollen: Eigentlich wollten wir mittwochs zurück nach Antigua fahren aber Pierre hatte seine Arbeiter gebeten, die steile sowie unebene Auffahrt hinauf zum Tor neu zu pflastern. Über die noch losen Steine gab es für uns kein Entkommen, zumal die andere Spur noch gänzlich unbearbeitet war und einem hügeligen Erdwall glich.

Mittlerweile hatten wir uns hier aber so gut eingelebt und fühlten uns auf dem Platz derart heimisch, als dass es uns auf ein oder zwei Tage mehr nun auch nicht mehr ankam. 😅

Der private Bootsableger

Somit nutzte ich die Zeit um herauszufinden, was Pierre vor vielen, vielen Jahren an dieses paradiesische Fleckchen Erde verschlagen hatte. Er erzählte mir, dass er als Textildesigner nach Guatemala gekommen sei und in der Stadt Quetzaltenango, unweit vom See, geeignete Produktionsstätten vorgefunden hatte die seine Entwürfe zum Leben erweckten. Da ich selbst viele Jahre im Bereich Einkauf Damenoberbekleidung und Kindertextil tätig war, fand ich seine Erzählungen super interessant. Heutzutage lohnt sich die Textilproduktion hier finanziell wohl nicht mehr, aber der umtriebige Franzose hat sein Tätigkeitsfeld stetig weiterentwickelt: Heute verarbeitet er recyceltes PET zu Einkaufs- und Umhängetaschen sowie Körben, die sich insbesondere in Japan sowie England sehr erfolgreich zu verkaufen scheinen.

Während wir uns unterhielten flog mehrmals ein privater Helikopter über unsere Köpfe und den Atitlan See hinweg. Ich fragte Pierre daraufhin, was es damit auf sich hätte und er erwiderte schulterzuckend, dass dies seine Nachbarin sei die sich vermutlich per Heli zum Mittagessen oder Shopping nach Guatemala City fliegen ließ. Die Kluft zwischen arm und reich sei in Guatemala immens, führte er weiter aus. Die Großgrundbesitzer seien nicht nur Eigentümer riesiger Ländereien, sondern wohl auch von gewaltigen Geldsummen wie man sich das in Europa kaum vorstellen könne. 😮   

Finally back on the road again!

Am Freitagwar es dann, nach sage und schreibe 16 Tagen am Pasajcap, soweit: Der rechte Teil der Auffahrt war fertig gepflastert und die Erde auf der linken Seite insoweit geglättet, als dass wir den Fahrtantritt wagen konnten.

Simon hatte massive Bedenken, ob wir mit unserem dreieinhalb Tonnen schweren Fahrzeug mit noch dazu abgefahrenen Reifen, die steile sowie unebene Passage meistern würden. Ich war jedoch von Anfang an zuversichtlich und mein gutes Gefühl sollte bestätigt werden: Mit viel Geschick und fahrerischem Können meisterte Simon das kniffelige Stück auf Anhieb.

Allerdings legte uns Diego, die gute Seele des Platzes, dann fast doch noch ungewollt lahm denn er öffnete das Ausfahrtstor nur halb und es gelang uns gerade so, am Hang noch einmal anzufahren ohne erneut das ganze Stück zurückrollen zu müssen. 🙈

Die steile, kurvige Passstraße hinauf auf die Panamericana war im Vergleich zu diesen ersten Metern das reinste Kinderspiel.😅 Es fühlte sich gut und richtig an, nach der ungewollten aber zugleich wohltuenden Pause wieder im Fahrzeugfond zu sitzen und unterwegs zu sein. 🚐💨

Entlang des Weges fanden wir einen Maxi Despensa mit großem Parkplatz, so dass wir unsere nach über zwei Wochen zur Neige gehenden Lebensmittelvorräte praktischerweise noch vor der Ankunft in Antigua wieder auffüllen konnten.

Dort angelangt quartierten wir uns neuerdings bei dem zentralgelegenen sowie kostenfreien Stellplatz der Touristenpolizei ein. Hier trafen wir auf drei weitere Paare aus Deutschland, die uns Neuankömmlinge sofort freudig in Empfang nahmen und in angeregte Gespräche über die jeweiligen Reiserouten verwickelten. 🧭🗺

Sicherer Stellplatz bei der Polizei

Als sich das Grüppchen gegen Abend zerschlug machten wir uns zu zweit auf zu El Turco Loco. Unsere Freunde von @anschnallenabfahrt hatten uns von dem neu eröffneten Döner-Imbiss in der Altstadt erzählt, der noch dazu im Besitz des aus Deutschland stammenden Türken Serkan war. Dieser fing uns bereits auf der Straße vor seinem Laden ab, als er unsere Unterhaltung auf Deutsch bemerkte. Er spendierte uns einen heißen Chai-Latte auf Kosten des Hauses, während wir die kleine Speisekarte studierten. Wir entschieden uns für zwei Yufka Döner, die geschmacklich ganz ok waren. Simons Augen waren jedoch größer als sein Appetit weshalb wir uns auch locker Einen hätten teilen können. So blieb noch eine ganze Portion fürs Spätstück am nächsten Tag übrig. 😂🥙

Ein genussvoller Tag in Antigua mit neuen Freunden

Nach dem wir unsere Reste am nächsten Vormittag genüsslich vertilgt hatten schlenderten wir über den nahegelegenen Markt, um uns dort noch mit Obst und Gemüse einzudecken welches wir absichtlich am Tag zuvor nicht im Supermarkt gekauft hatten. Tatsächlich waren die Preise hier etwas niedriger aber wir staunten einmal mehr über die unglaublichen Massen, die hier in dem Gewirr aus Händlern und Gassen veräußert wurden. Ich bin mir leider ziemlich sicher, dass mindestens die Hälfte davon verdirbt und am Ende auf dem Abfall landet. 🤨😥

Am Nachmittag erwartete mich dann ein ganz besonderes Highlight: Zum zweiten Mal auf unserer Reise, die wohlgemerkt bereits am 01.08.22 begonnen hatte, gönnte ich mir den Luxus eines Friseurbesuchs. Online hatte ich in dem schicken Salon Zafiro einen Termin für 14:30 Uhr vereinbart und, kaum angekommen, durfte ich auch schon auf dem Frisierstuhl platznehmen. Die 30€ waren gut investiert denn ich war mit dem Endergebnis rundum zufrieden. Nur dass meine blonden Spitzen nun gänzlich verschwunden waren störte mich etwas. An meine gleichtönige Naturhaarfarbe muss ich mich wohl noch etwas gewöhnen…

Vorher… ✂️
Nachher 🥳

Wieder am Van angelangt erwarteten mich dort schon Sandra und Markus aus Göppingen. Eines der drei deutschen Paare hier auf dem Platz, die mit ihrem Fiat Ducato in nur acht Monaten von Uruguay über Patagonien bis nach Veracruz in Mexiko reisen, wo ihr Sabbatical in wenigen Wochen enden wird. Die Beiden gestatteten uns ganz spontan, in ihrem schicken Camper eine Room Tour zu drehen. Wir finden es stets aufs Neue spannend und interessant zu sehen, wie sich die Fahrzeuginnenräume zum Teil doch deutlich voneinander unterscheiden. Das fertige Video werdet ihr in Kürze auf unserem YouTube-Kanal finden. Schaut die Tage also immer mal wieder dort vorbei und lasst uns in den Kommentaren wissen, wie euch ihr Wohnmobil mit Profi-Innenausbau gefällt.

Bis dahin könnt ihr euch gerne unsere eigene Room Tour zu Gemüte führen. 😛#RenaultMasterWohnmobilumbau

Und da wir Vier uns gar so gut verstanden, ließen wir den Tag gemütlich bei leckerer und ultraknuspriger sowie hauchdünner Steinofenpizza bei Hectors Bistro ausklingen. 😋🍕🍷

Cheers to live 🥂

Kurios war jedoch, dass wir am Abend allesamt Pullover und lange Hosen tragen mussten und wir selbst auf dem kurzen Rückweg zum Stellplatz ins Frösteln kamen.  

Wir erfahren neuerdings einen Dämpfer und erleben ein Naturspektakel…

Wir hatten die Hoffnung, vielleicht doch noch den Acatenango besteigen zu können, noch nicht vollends aufgegeben. Zugern würden wir einfach des nachts die glühende Lava vom gegenüberliegenden El Fuego sehen, der die glühenden Gesteinsbrocken in regelmäßigen Abständen hoch in die Luft schleudert. Zumal auch der Sonnenaufgang, mit Blick auf den aktiven Vulkan, atemberaubend schön sein soll.

So schickte ich am Morgen also zum wiederholten Male eine WhatsApp Nachricht an Soy Tours, um mich nach der nächstmöglichen freien Tour zu erkundigen. Die Antwort versetzte uns jedoch einen herben Dämpfer: Frühestens am Donnerstag sei wieder etwas frei. Da die Wetterprognose ab Mittwoch jedoch wieder deutlich schlechtere Sicht und noch dazu böige Winde verhieß, schlugen wir uns das Vorhaben ein für alle Mal aus dem Kopf. 😕

Als kleines Trostpflaster ließen wir uns die Brombeer-Bananen-Bowl schmecken, die im Handumdrehen in unserem neuen Mixer zum Frühstück zubereitet wurde.

Und dann wurden wir am Nachmittag doch noch hautnah Zeugen eines Naturwunders: Für einen kurzen Moment erbebte deutlich wahrnehmbar die Erde unter uns! Die Bewegung war nicht nur spür-, sondern auch mit bloßem Auge sichtbar und wir kamen nicht umhin uns ganz verdutzt anzustarren. 😵 Wenn auch nur für wenige Sekunden, so war es doch ein sehr eindrückliches erstes Mal für uns. Vielleicht wollte uns der Vulkan ein kleines Zeichen der Wiedergutmachung senden?!

Wenn du wissen möchtest, ob wir das Hochland Guatemalas jemals wieder verlassen haben, oder ob wir doch hier sesshaft geworden sind, dann schau unbedingt nächste Woche wieder hier vorbei. Bis dahin kannst du uns ja auf unserem Instagram Kanal hinterherspionieren. 😉🔎


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