Flucht ins Paradies: Unser erster Tag am Atitlan See
Am erlebnisreichen Donnerstag entflohen wir dem Osterrummel in Antigua und machten uns auf den Weg zum wunderschönen Lago de Atitlán. 🚐💨
Die Fahrt über die Panamericana (CA-1) und die extrem steile RD-SOL 4 fühlte sich an wie eine Rückkehr zu unseren Abenteuern in den Anden. Wir schlängelten uns hoch hinauf in die Wolken, vorbei an üppigen Gemüsegärten entlang des Weges. Dank Simons fahrerischem Können, der die steile Abfahrt mit Hilfe der Motorbremse und langsamer Fahrt im ersten Gang bravourös meisterte, erreichten wir sicher den See ohne unsere Bremsen zu überhitzen.
Der Atitlán See empfing uns direkt mit seiner atemberaubenden Schönheit. Umgeben von den Vulkanen Tolimán, Atitlán und San Pedro erstreckt sich der See über ca. 18 km und liegt etwa 1.560 Meter über dem Meeresspiegel. Die Ufer sind gesäumt von vielen kleinen Ansiedlungen, die mehrheitlich von indigenen Maya bewohnt werden die stolz ihre traditionelle, bunte Tracht tragen.
Am späten Mittag erreichten wir schließlich den paradiesischen Campingplatz Pasajcap. Dieses Juwel wird von Pierre, einem freundlichen Franzosen, seit fast 30 Jahren geführt. Die Lage direkt am See und der üppige, gepflegte Garten vermittelten eher den Eindruck eines exklusiven Holiday Resorts als eines einfachen Campingplatzes. Obwohl wir die einzigen Camper waren, waren alle Ferienhäuser belegt. Doch das tat unserer Freude keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil! Wir genossen die heiße und top gepflegte Dusche, das fantastische WLAN und die herrliche Aussicht auf die umliegenden Vulkane und den See. Und die Temperaturen von angenehmen 26 Grad am Tag und 15 Grad in der Nacht rundeten unser Paradieserlebnis perfekt ab. ☀️🏕️



Zwischen Esoterik und Sauerteigbrot: Ein Tag in der Hippie Kommune San Marcos La Laguna
Nachdem wir am Vortag die Schönheit des Lago Atitlan genossen hatten beschlossen wir, zu Fuß in die nahegelegene Hippie-Kommune San Marcos La Laguna zu schlendern. Der Ort besteht hauptsächlich aus zwei schmalen Fußgängerstraßen welche von Restaurants, Cafés, Hotelunterkünften sowie Esoterikläden, Yoga-Retreats und Massage-Anbietern gesäumt sind. Ein wahrer Schmelztiegel für alle auf der Suche nach Spiritualität und Entspannung. 🧘♂️✨

einen Blumenteppich 🌼🌸🌺

Für mich persönlich versprühte der Ort etwas zu viel Möchtegern-Hippie-Feeling aber dennoch war er interessant zu erkunden. Ein deutliches Indiz für den touristischen Charakter des Ortes war die schicke Bäckerei Circles, in der neben köstlich knusprigem Sauerteigbrot auch allerlei überteuerte, aber verlockend aussehende Croissants-Variationen angeboten wurden. 🥖🥐

Nach unserem Rundgang beschlossen wir, zurück zur wahren Oase des Friedens zu kehren: Unserem schönen Campingplatz am See. 🏕️ Dort konnten wir am Nachmittag die Ruhe und Schönheit der Natur genießen, fernab von Trubel und Touristenhochburgen.

Ein abwechslungsreicher Tag voller Bewegung und Laptop-Arbeit am Ufer des Sees
Am Karsamstag war uns nach Bewegung zumute. Also schnürten wir seit langem mal wieder unsere Wanderstiefel und machten uns auf den sechs Kilometer langen Weg, immer entlang des Seeufers, bis nach Jaibalito. 🎒🥾🧭
Entlang des Pfades boten sich immer wieder atemberaubende Panoramablicke auf den in der Sonne glitzernden See und die drei Vulkane.

Als wir schließlich unser Ziel erreichten winkten wir uns eines der Taxi Boote heran, das uns für 25 Quetzales pro Person (3€) zurück zum Bootsanleger unseres Stellplatzes brachte. Die Überfahrt war abenteuerlich und mitunter etwas nass – vor allem für Simon, der seine Mütze leider an die Wellen verlor. 😕

Zurück an Land hieß es dann für mich: Laptop-Arbeit. Denn es galt, sage und schreibe neun Blog Beiträge nachzuschreiben. Eine Herausforderung, die mich aber zugleich mit Vorfreude erfüllte. Denn ich wusste, dass unsere Erlebnisse und Abenteuer es wert waren, geteilt zu werden.
Sonnenaufgang über dem Lago de Atitlán: Ein magischer Ostermorgen
Der Ostersonntag begrüßte uns mit einem frühen Weckruf um 5 Uhr als wir uns entschieden, den Sonnenaufgang über dem Atitlán See zu erleben. Es war noch so früh, dass kein Dunst den See bedeckte, und wir konnten in der Ferne regelmäßige Rauchwolken über dem aktiven El Fuego Vulkan aufsteigen sehen. Die Kulisse war atemberaubend, und der See strahlte eine ganz besondere Stille und Kraft aus. 😇




Nachdem wir Kaffee getrunken und unsere Ostergrüße verschickt hatten, machten wir uns mit dem Wassertaxi auf den Weg nach San Pedro La Laguna. Der Ort wimmelte nur so vor Hotels, Backpackerunterkünften, Restaurants und Cafés, aber er konnte uns nicht mit seinem Charme überzeugen. Wir gönnten uns dennoch ein leckeres Frühstück in einer Sportsbar und sicherten uns bei einem schicken, französischen Bäcker eine Apfeltasche für den Nachmittag.



Zu Fuß marschierten wir weiter in den Nachbarort San Juan La Laguna. Das kleine Dorf war geprägt von bunt bemalten Häusern, geschmückten Gassen und voller Oster-Touristen. Dennoch gefiel uns die Atmosphäre hier deutlich besser, auch wegen der Kunstgalerien und der hier gefertigten Textilien die überall angeboten wurden. Dieser Ort erinnerte mich aber auch unweigerlich an unsere jüngsten Erlebnisse in Ataco, El Salvador, zurück: Genau wie in Ataco war ich auch hier vor sieben Jahren, während meiner fünfwöchigen Rundreise durch Zentralamerika, schon einmal gewesen. Damals herrschte hier jedoch noch eine beschauliche Ruhe und ich kann mich nicht an die zahllosen Souvenirstände erinnern, die vermutlich lauter China-Ware verhökern und sie als made in Guatemala tarnen. Wie so oft ist der Tourismus Fluch und Segen, gleichermaßen… 🙈🙊🙉



Gegen Mittag heuerten wir erneut ein Wassertaxi an, das uns für umgerechnet 3€ pro Kopf in Windeseile (über den zum Glück ruhigen See) zurück zu unserem paradiesischen Stellplatz Pasajcap brachte, wo wir den Ostersonntag gemütlich ausklingen ließen. 😊☕🥐

Ein Tag der Ruhe und unerwartete Planänderungen am See
Der Ostermontag entfaltete sich auf unserem idyllischen Gelände am See zu einem Tag der Entspannung und unerwarteter Ereignisse. Nachdem ich eine lange Telefonkonferenz mit meinen Eltern geführt hatte stellten wir einmal mehr fest, dass wir uns trotz unserer über 20-monatigen Abwesenheit mit unseren Liebsten daheim immer noch eng verbunden fühlen. ❤
Während wir die friedliche Atmosphäre genossen beobachteten wir fasziniert die Vielzahl an Vögeln; darunter Tauben, Raben, Kolibris, Spatzen und kleine, gelb-schwarze Singvögel. Ihr fröhliches Gezwitscher begleitete uns während wir den verspielten Eichhörnchen zusahen. 🐿
Doch schon auf dem Weg zur Dusche machte sich am Abend Simons Unwohlsein bemerkbar. Über Nacht verstärkten sich seine Beschwerden und am Dienstagmorgen erwachte er mit Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen. 🤒

Ich reagierte sofort und griff schnell zum Handy, um Soy Tours zu kontaktieren. Ich fragte höflich an ob es möglich wäre, unsere für Freitag geplante Tour auf den Acatenango eventuell auf Montag zu verschieben…
Glücklicherweise erhielten wir prompt die Bestätigung. 🙏 Angesichts der bevorstehenden Mammuttour auf den fast 4.000 Meter hohen Vulkan war diese Entscheidung sicherlich goldrichtig. Den anstrengenden Aufstieg, der 5-8 Stunden auf losem Untergrund steil bergauf führt, schaffen wir wenn überhaupt nur topfit. 💪
Während Simon sich auskurieren musste nutzte ich diesen unerwarteten Ruhetag für eine erholsame Runde Morgenyoga auf dem Steg, entspanntes Radiohören in der Hängematte am Nachmittag und eine energiegeladene HIT-Einheit am Abend.
Zwiespältige Tage in Guatemala: Krankheit, Herausforderungen und kulturelle Unterschiede
Der Mittwoch brach an und leider brachte er keine Besserung für Simon. Auch ich spürte am Morgen eine ungewöhnliche Schlappheit und fühlte mich leicht benebelt. Hoffentlich würde ich nicht auch noch krank werden! 😷
Ich kuschelte mich mit meiner Kaffeetasse unter unserer Markise ein und vertiefte mich in den Lonely Planet, um die nächsten Etappenziele in Guatemala zu erforschen.
Als der Mittag heranrückte beschloss ich mich aufzuraffen und zu Fuß ins nahegelegene Örtchen San Marcos La Laguna zu gehen.
Wie schon bei unserem ersten Besuch beschäftigte mich die Frage, was wohl die lokalen Angestellten in den hiesigen Läden (bei einem durchschnittlichen Gehalt von 450€/Monat) von den Hipstern halten, die hier ihre Superfoods wie Kimchi, Ghee oder Tahin für 8-10€ pro 400ml Gläschen einkauften?! 🙈🙊🙉
Mich hingegen kostete es schon ein wenig Überwindung, bei der französischen Bäckerei Circles ein Schokoladen-Croissant für umgerechnet 3€ zu kaufen. Da wir nur von unseren Ersparnissen leben und reisen muss jede Ausgabe wohl überlegt sein, besonders wenn sie nicht zwingend notwendig ist. Doch ich wollte meinem kranken Schatz und auch mir eine kleine Freude bereiten. 😊
Außerdem fiel mir erneut auf, dass die meisten Menschen hier indigenen Ursprungs sind. Dies zeigt sich nicht nur an ihren bunten Trachten, die sie mit Stolz tragen, sondern auch an den verschiedenen Maya-Sprachen die hier gesprochen werden. Wenn sich die Menschen auf der Straße unterhielten, oder die Arbeiter auf unserem Stellplatz, verstand man kein Wort. Selbst als Lateinamerikaner fühlt man sich hier vermutlich fremd. Als Europäer allemal…


Während Simon den Tag größtenteils im Bett verbrachte, genoss ich die Aussicht von meinem Campingstuhl auf den Vulkan und den See. Und ich hoffte dabei inständig, nicht auch noch von der Krankheit heimgesucht zu werden. 🙏

Ein Skorpion, Yoga und ein unerwartetes Gewitter: Unser Abenteuer in San Marcos La Laguna
Dank unseres fantastischen Campingplatzes, der einen exzellenten Service bot, konnten wir uns dennoch entspannen. Unter anderem nutzten wir den Wäsche- und Wasserservice: Für 5 Quetzales pro Pfund konnten wir unsere Schmutzwäsche waschen lassen und für 25 GTQ (3€) erhielten wir 5 Gallonen Trinkwasser – nur einige der hier angebotenen Dienstleistungen. 🤩
Simon fühlte sich minimal besser und als der Donnerstagabend anbrach entschied er sich, mangels Badewanne, zumindest für eine ausgiebige heiße Dusche. Doch wer hätte gedacht, dass dieser vermeintliche Genuss in einem Desaster enden würde? 😰 Ein winziger Skorpion hatte sich im Duschvorhang versteckt und stach Simon tatsächlich in den Bauch, ehe er diesen bemerken konnte. Glücklicherweise war das Tier maximal 2 Zentimeter groß und schien harmlos zu sein – zumindest zeigten sich keinerlei Symptome. 🙏


Nach diesem Schock freuten wir uns einmal mehr über das gute WLAN auf dem Platz, denn dieses reichte sogar zum entspannenden Streamen von Serien am Abend. 📺
Am Freitagmorgen klarte der Himmel endlich auf und die Sonne brach durch den Dunst. Ich nutzte die Gelegenheit für eine Runde Yoga mit Blick auf den See sowie die umliegenden Vulkane. 🧘♀️😎
Simon fühlte sich wieder ein Stück weit besser weshalb wir uns nach dem Frühstück zu Fuß auf den Weg nach San Marcos La Laguna machten. Die eineinhalb Kilometer waren für Simon sehr anstrengend und zwangen uns immer wieder zu Pausen. In der tollen, wenn auch nicht ganz günstigen, Bäckerei holten wir uns leckere Laugenbrötchen und Simon kaufte für sein anstehendes Bastelprojekt ein winziges, aber völlig überteuertes 50ml-Honiggläschen für 3€.

Kaum waren wir zurück am Van zog, urplötzlich aus dem Nichts heraus, ein Unwetter auf. Wir schafften es gerade noch rechtzeitig, die offenen Dachluken zu schließen und die Markise vor dem Sturm zu sichern indem wir sie schnell reinkurbelten. ⛈⚡🌧
Nach dem Gewitter klarte der Himmel auf und wir durften bei Sonnenuntergang endlich mal wieder gute Sicht auf die Vulkane und die umliegenden Dörfer genießen.

Uns beschäftigte im Hinterkopf jedoch permanent die Frage nach dem Vulkan-Hike, der nun von Freitag auf Montag verschoben worden war. Insbesondere, nach dem der unspektakuläre Spaziergang für Simon bereits zum reinen Kraftakt geworden war… 😥 Ob wir ihn doch noch antreten konnten oder endgültig absagen mussten, erfährst du nächste Woche hier im Blog.
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