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Nach einer sehr schönen, gemütlichen sowie feucht fröhlichen Feiertagswoche mit unseren Freunden von @anschnallenabfahrt trennten sich unsere Wege am 2. Januar dann auch schon wieder. Während die Beiden direkt in den 350km entfernt gelegenen Ort Boca Chica weiterbrausten entschieden wir uns für eine deutlich kürzere Etappe von lediglich zwei statt fünf Fahrstunden. Da wir, im Gegensatz zu Max und Merle, in Kürze aber auch keinen Besuch erwarten werden können wir es deutlich gemächlicher angehen. Zumal wir, nach sieben Tagen süßem Nichtstun, auch wieder einiges aufarbeiten wollten. In der Nähe der Kleinstadt París (der Ort heißt tatsächlich so) fanden wir, am Ende einer Schotterstraße, einen hübschen kostenfreien Stellplatz. Dieser befand sich direkt am breiten Río Santa María und eigentlich hätten wir hier maximal ein paar lokale Fischer erwartet. Stattdessen hatte sich unter dem überdachten Außenbereich eine ganze Geburtstagsgesellschaft eingefunden und wenige Meter weiter sägten zwei Männer mit einer Motorsäge lautstark Holz. So hatte ich mir den auserwählten Übernachtungsplatz nicht vorgestellt… 😯 An Arbeit war somit vorerst nicht zu denken weshalb Simon, nach dem ich für ihn bei einem der Angler ein paar Garnelen als Köder erbettelt hatte, neuerdings seine Angel auswarf und ich mich einfach auf den Steg neben ihn setzte. Die tropische Landschaft mit ihren Mangroven, Palmen und Laubbäumen erinnerte uns fast ein bisschen ans Pantanal in Brasilien. Tatsächlich machte uns einer der zur Geburtstagsparty gehörenden Männer wenig später auf ein großes Leistenkrokodil aufmerksam, das am anderen Ufer gut getarnt den Fluss hinaufschwamm. 🐊 Er erzählte uns, dass hier erst kürzlich ein 11 Fuß großes Tier (über 3 Meter lang!) erlegt worden wäre nachdem es einige Rinder gerissen hatte. 😮 Wir bekamen noch ein Stück Torte gereicht, vermutlich weil wir unser Feuerzeug zum Anzünden der Kerzen geliehen hatten, und nach dem die Piñata unter lautem Gejohle der Gäste aufgeschlagen war kehrte ganz unerwartet kurz darauf die ersehnte Ruhe ein. In Windeseile löste sich die Gesellschaft auf und so konnten wir den Sonnenuntergang über den Mangroven dann doch noch in aller Ruhe genießen.




Die Nacht am Fluss war warm und gerade noch erträglich aber nicht die Wärme, sondern der Motorsägen-Mann weckten uns am nächsten Morgen auf. Da wir nicht wussten, was uns an einem alternativen Platz etliche Kilometer weiter erwarten würde entschieden wir dennoch zu bleiben und wie geplant an den Laptops zu arbeiten.
Nach einer weiteren, zumindest gefühlt ruhigen Nacht, sprach uns am Donnerstagmorgen der Ranger an der mit seinem Motorrad wohl gerade auf Patrouille war. Er fragte mich, ob wir hier übernachtet hätten da ihm unser Fahrzeug bereits am Vortag aufgefallen sei. Ich bejahte dies woraufhin er mich eindringlich vor weiteren Übernachtungen am Fluss warnte. Außerdem fragte er mich, ob wir in der Nacht ein Fahrzeug gehört hätten was ich ebenfalls bejahte. Tatsächlich wachte ich nachts kurz auf weil ich ein Auto mit klapperndem Anhänger hatte kommen hören, dass meiner Meinung nach zum Bootsanleger gefahren war. Ich hatte mir aber überhaupt nichts Schlechtes dabei gedacht sondern schlichtweg Angler vermutet, die ihr Boot zum Nachtangeln zu Wasser ließen. Der besorgte Ranger erklärte hingegen, dass dieser Ort ein beliebter Drogenumschlagsplatz sei. Die Hehler würden vom offenen Meer her mit ihrem Boot den Fluss hinauffahren und ihre heiße Fracht exakt hier an Kuriere übergeben, die die Drogen per Auto abholen würden. OH MEIN GOTT! 😨 Entweder hatten wir großes Glück und die Dealer hatten sich nicht für uns interessiert oder es waren doch ungefährliche Angler. So oder so stand fest, dass wir hier keinesfalls eine weitere Nacht verbringen würden. Diesen wichtigen Hinweis ergänzten wir selbstverständlich in der iOverlander App, damit andere Reisende künftig vorab informiert sind und den Spot nach Möglichkeit gar nicht erst ansteuern. Wobei ich sagen muss, dass wir uns wirklich sicher gefühlt hatten. Insbesondere auf Grund der netten Begegnungen an Tag eins aber selbst an diesem verhängnisvollen Tag hatte ich am Morgen von Fischern eine Tüte Gebäck geschenkt bekommen. Einfach so, während ich gerade meine Yoga Matte ausrollte. Simon hängte noch einmal seine Angel ins Wasser, hatte aber auch diesmal keinen Erfolg und bekam stattdessen von zwei Männern ihren Fang geschenkt: Ein mittelgroßer Wolfsbarsch. 😃 So viele nette Menschen auf einem Ort sind uns echt selten begegnet! Gegen 15:00 Uhr suchten wir dann aber dennoch das Weite und steuerten eine moderne Terpel Autobahnraststätte an. Wir wollten keine weiteren Risiken eingehen und entschieden deshalb, die Nacht an einer Tankstelle zu verbringen. Safety first… 🙈🙉🙊




Tatsächlich fühlten wir uns an der Autobahnraststätte recht wohl und schliefen zwischen den Truckern im hinteren Parkbereich sogar relativ ruhig. Zumal die moderne Raststätte auch allerlei Annehmlichkeiten zu bieten hatte: Neben blitzblanken, vollelektrischen Sanitäranlagen gab es sogar zwei warme, völlig kostenfreie Duschen sowie eine Waschmaschine und einen Trockner. Wäre der Trockner nicht defekt gewesen hätte ich auch dieses Angebot sehr gerne angenommen. So verschoben wir die Wäsche auf ein andermal und freuten uns stattdessen über die tollen Duschen. Auch das WLAN war gratis und relativ stabil sodass wir damit sogar das just fertiggestellte YouTube Video hochladen konnten. Auch der neueste Blog Beitrag wollte bebildert werden was im angenehm klimatisierten Aufenthaltsbereich des Rasthauses ebenfalls sehr gut zu machen war. Darüber hinaus waren Snacks und kühle Getränke im angrenzenden, schicken Cafeteria-Bereich nicht weit entfernt. Mehr braucht der Camper doch eigentlich gar nicht zum glücklich sein, oder?! 😅 Bis wir alles erledigt hatten war der Tag bereits weit fortgeschritten weshalb wir spontan entschieden, noch eine weitere Nacht neben den LKWs zu verbringen. Kaum hatten wir uns ins Bett verzogen um noch eine Folge 7vs.Wild zu schauen waren wir auch schon wieder in heller Aufruhr und ich hoffe sehr, dass keiner um uns herum meinen lauten Panikschrei vernommen hatte: Eine nicht allzu kleine Spinne war über Simons nackten Bauch gerannt und von dort aus weiter auf meine Seite des Betts was mich eben zu jenem Schrei veranlasste. 😱 Glücklicherweise blieb sie weiterhin sichtbar und Simon konnte sie kurz darauf unschädlich machen. Oh Mann, zwei echt eklige Spinnen in kürzester Zeit: Das kann ja noch lustig werden in Zentralamerika…



Nach dem Frühstück gings dann am Samstag aber doch weiter, wobei wir nicht wirklich weit kamen da wir erst noch ein paar frische Lebensmittel einkaufen mussten. Zu unserem Ärger hatten wir nämlich bei zwei noch originalverpackten Artikeln Schimmel festgestellt: Einmal an der Frischkäse Dose, zwischen Plastikdeckel und unversehrter Alufolie, sowie im Parmesan. Bei Letzterem war mir der Schimmel allerdings zu spät aufgefallen, als der Käse schon in der Pasta Sauce schwamm. Scheinbar haben wir es aber gut vertragen, zumindest musste keiner von uns nach dem Abendessen auf die Toilette… Auch sowas hatten wir zuvor in Südamerika nicht erlebt. Nach dem Einkauf düsten wir weiter zu einem Fluss, dessen Beschreibung bei meinem Mann sofort wieder die Hoffnung auf einen coolen Angelspot geweckt hatte. 😂 Bei der persönlichen Begehung erschien das Wasser, zumindest an der Stelle, zum Angeln als ungeeignet weshalb wir nur ein kurzes, erfrischendes Bad nahmen. Da der Erdweg hier am Fluss neuerdings als Sackgasse endete, entschieden wir uns nach dem vorherigen Erlebnis gegen eine Übernachtung und fuhren stattdessen weiter. Auf dem Weg lag noch ein kurzer Abstecher zu einem schönen Aussichtspunkt, den wir für eine Kaffeepause nutzten. Dort trafen wir auch auf ein Berliner Pärchen, die mit ihrem Mietwagen ebenfalls den Weg hierher gefunden hatten. Sie erzählten uns, dass sie bereits viele Reisende aus Deutschland in Panama getroffen hatten. Wussten wir gar nicht, dass Panama bei unseren Landsleuten derzeit wohl hoch im Kurs zu stehen scheint. 😮 Von dort aus gings neuerdings zu einer, wenn auch weniger schicken, Tankstelle an der wir eine weitere friedliche Nacht verbrachten.



Nun reichte es dann aber auch mit Tankstellenromantik und wir machten uns auf den Weg nach Boca Chica. Von Ju und Lydia alias @a_donde.voy wussten wir von einem urigen Spot direkt an einer Bucht, wo sogar Brüllaffen durch die Bäume toben sollten. Die letzten vier Kilometer bis zum Camping eco-gavilla waren recht ruppig und bei unserer Ankunft waren wir uns auch nicht Hundertprozent sicher ob wir wirklich den richtigen Weg gewählt hatten. Aber nach dem mir drei verschiedene Personen den Ortsnamen bestätigt und die Köchin Carolina mir den Preis von 10$ für die Übernachtung genannt hatte waren wir uns dem dann doch sicher. 😅 Wobei es sich weniger um einen Campingplatz als vielmehr um eine Badebucht handelte an der es auch Toiletten sowie Außenduschen und beschattete Sitzgelegenheiten am Sandstrand gab. Wir schnappten uns unsere Campingstühle und taten es den vielen Einheimischen gleich, die die derzeitige Ferienzeit wohl für einen sonntäglichen Ausflug mit Sack und Pack ans Meer genutzt hatten. Um uns herum wurde richtig groß aufgefahren: Vom Gas- über den Kohlegrill bis hin zu etlichen Kühlboxen mit viel kaltem Bier waren die Panamaer bestens für einen entspannten Strandtag gerüstet. 😮 Wir freuten uns über den Schatten der Bäume, der die 35 Grad im Schatten erstaunlich erträglich machte, und hüpften zwischendurch immer mal wieder ins badewannenwarme Wasser des Pazifiks. Und während meines anschließenden Strandspaziergangs konnte ich in einem Baum tatsächlich eine sechsköpfige Affenfamilie ausmachen. 😀 Ein weiteres Highlight erwartete uns dann am Abend im Van: Kurz nach Einbruch der Dunkelheit kam Carolina, schätzungsweise nicht nur Köchin sondern auch Frau des Platzinhabers, zu uns und fragte ob wir eine Möglichkeit zum Handy laden hätten da sie aktuell ohne Strom seien. Für uns überhaupt kein Thema, da wir dank der Solarpaneele genug Elektrizität zur Verfügung haben sodass ich gerne auch ihr Smartphone mit unsere Ladebuchsen hing. Bevor sie wieder von dannen zog fragte sie noch, ob wir gerne Fisch essen würden und etwa eine halbe Stunde später kehrte sie mit einer riesigen Platte zu unserem Wohnmobil zurück. Auf dieser befand sich eine Ladung frittierter Kochbananen sowie ein großer Fisch der stark dem ähnelte, den uns damals Anita in ihrem kleinen Strandlokal in Kolumbien aufgetischt hatte. Die Portion hätte locker für vier Personen gereicht und wir waren völlig überwältigt. Schließlich hatten wir ja nichts weiter getan als kurz zwei Handys aufzuladen. 😯 Zum Glück hatte Simon das schon fast kommen sehen und deshalb noch nicht unsere Reste vom Vortag aufgewärmt. Wir ließen uns das leckere Gericht schmecken und tupperten anschließend, satt und zufrieden, noch mindestens die Hälfte davon für den nächsten Tag ein.



Am nächsten Morgen waren wir schon fast etwas enttäuscht, dass wir wider Erwarten nicht vom Gebrüll der Affen sondern von unserem Harndrang geweckt wurden. Wir beschlossen, erst einmal Kaffee zu trinken und anschließen zu dem Baum zu laufen, an dem ich die Affen am Tag zuvor gespottet hatte. Ihre lautstarken Reviermarkierungsrufe konnten wir mittlerweile nämlich wohl wahrnehmen. Da aber auch dort nichts von ihnen zu sehen war rollte ich erst einmal meine Yogamatte aus während Simon unser Frühstück zubereitete. Frisch gestärkt hüpften wir vor Abfahrt noch einmal ins Meer und als wir wieder rauskamen und zu den Duschen liefen tollten die Äffchen tatsächlich über unsere Köpfe hinweg. 🐒 Meine Sorge ob des steilen, unbefestigten Rückwegs blieb zum Glück unbegründet und wir schafften es ohne Schwierigkeiten zurück auf die asphaltierte Straße. Nach einem Zwischenstopp im Baumarkt, wo wir uns neue Scharniere als Ersatz für das Defekte an einer der Heckkisten besorgten, fuhren wir weiter in die Berge nach Boquete. Der Ort liegt 1.200 Meter üNN was für deutlich angenehmeres Klima und fast 10 Grad weniger als an der Küste sorgte. Hier wächst, neben Kaffee, auch viel Obst sowie Gemüse. Gegenüber von einem der zahlreichen Wasserfälle der Region fanden wir, direkt neben einem Fluss, einen hübschen Stellplatz. Nach dem uns die Einheimischen Souvenirhändler bestätigt hatten, dass man hier sowohl ruhig als auch völlig sicher stehen könne, wärmten wir unsere Essensreste vom Vortag und stießen beim Essen auf unser erstes Video mit über 1.000 Views innerhalb eines Tages an. 🥳🥳🥳








Die Nacht in Boquete war angenehm frisch und ich musste sogar die Dachluke über dem Bett schließen da es mich gegen Morgen direkt fröstelte. Verrückt! Nach dem Frühstück machten wir uns auf zu einer kleinen Wanderung, deren Startpunkt lediglich zweieinhalb Kilometer von unserem Übernachtungsspot entfernt lag. Pro Kopf mussten wir für den drei Kilometer langen Wanderweg bis hin zu einem Wasserfall leider 5 € berappen aber das wird uns, vor allem in Costa Rica, von nun an vermutlich häufiger passieren. 🤷♀️ Laut Hinweisschildern befanden wir uns im Habitat des seltenen Quetzal Vogels aber uns flatterte leider keiner über den Weg. Dafür hörten und sahen wir noch einmal Brüllaffen, die ich in dieser Höhe gar nicht vermutet hätte. Auch an einem schätzungsweise 1.000 Jahre altem Baum kamen wir vorbei bis wir schließlich die Cascada Escondida erreichten, deren Wasser zumindest für eine erfrischende Dusche gereicht hätte. Nach kurzer Pause machten wir kehrt und liefen den gleichen Weg wieder zurück bis zum Van wo wir uns mit einer Kleinigkeit stärkten. Und da sich kurz nach Ortsausgang eine Schweißerei befinden sollte steuerten wir diese als nächstes an. Tatsächlich trafen wir dort, trotz Feiertag, den Inhaber Levi an der offensichtlich großen Spaß daran hat ziemlich verrückte Autos zu bauen. Aus mehreren Kraftfahrzeugen bastelt er sich sein eigenes Spaßmobil zusammen. Sein erstes Werk besteht aus sage und schreibe acht verschiedenen Modellen. 😮 Nach dem er uns sein Hobby näher gebracht hatte schweißte er uns für 10$ in Windeseile das neue Scharnier an unsere linke Heckkiste sodass wir kurz darauf bereits wieder vom Hof fahren konnten. Und da es bereits Spätnachmittag und die Temperaturen gar so angenehm waren verbrachten wir noch eine weitere Nacht in Boquete. Diesmal auf einem Parkplatz gegenüber einer sehr kuriosen Felswand, die gerne zum free climbing genutzt wird.















Im nächsten Beitrag kann ich dir dann von einem hoffentlich super coolen, mehrtägigen Ausflug berichten… Du darfst dich also schon jetzt auf nächste Woche freuen. 😘😘😘

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