NEW BLOG POST 🇨🇴 (05. – 11.12.2023) Barranquilla – Santa Rosa de Lima

Hier geht es zu unserem neuesten YouTube Video: 👇

Wie gefährlich ist Medellín heutzutage? Früher hatte die Stadt eine der höchsten Mordraten weltweit (4.000 Opfer pro Jahr) und auch wir erleben live einen Einbruch mit. Direkt gegenüber von unserem Stellplatz! 😮 Trotzdem wagen wir uns in die Comuna 13. Das Stadtviertel war, noch bis vor wenigen Jahren, auf Grund der hier tobenden Bandenkriege absolut tabu. Ob es nun sicherer ist und welche Highlights Guatapé für uns bereithält zeigen wir dir in diesem Video. 📺

Und nachfolgend zum neuesten Blog Eintrag: 👇

Einen Tag vor Nikolaus verließen wir, recht früh am Morgen, unseren schönen Stellplatz am Strand. Bisher hatten wir es noch nirgendwo anders so lange ausgehalten wie hier. Am Ende unseres Aufenthalts kamen wir auf stolze neun Nächte, die uns allerdings auch 100 € Gebühr kosteten. Da wir an diesen Tagen jedoch keine weiteren Ausgaben hatten, von bereits zuvor eingekauften Lebensmitteln einmal abgesehen, gönnten wir uns den „Luxus“ ausnahmsweise. Wir verabschiedeten uns vom Personal und machten uns auf den Rückweg nach Santa Marta. Die Großstadt ließen wir neuerdings links liegen um direkt weiter nach Barranquilla zu fahren. Dort hatten wir, wenige Tage vor der anstehenden Verschiffung nach Panama, noch einiges zu erledigen. In einem D1 Supermarkt am Wegesrand kauften wir diverse Vorräte wie z.B. Reis, Nudeln und Konserven ein. Verderbliche Lebensmittel dürfen sich, logischerweise, keine mehr im Van befinden wenn dieser in den Container geht aber haltbare Waren sind erlaubt. Und da wir von deutlich höheren Preisen in Zentralamerika ausgehen nutzten wir die Gelegenheit für einen vorerst letzten, günstigen Einkauf. Anschließend steuerten wir eine Werkstatt an in der wir, ebenfalls wegen billigerer Preise, noch einen Ölwechsel durchführen ließen. Von dort aus gings weiter in einen anderen Supermarkt, in dem wir alle im D1 nicht erhältlichen Produkte einkauften. Last but not least stand noch eine große Shoppingmall auf dem Programm in der sich ein Decathlon befand. Simons Campingstuhl hatte sich nämlich am Strand, nach vielen Jahren des Gebrauchs, verabschiedet. Da wir mit unserem Van nicht in die Tiefgarage hineinpassten, parkten wir kurzerhand neben der Anlieferrampe und baten den Streetfood Verkäufer ein wachsames Auge auf unseren Camper zu haben. Selbstredend kauften wir zuvor noch eine Arepa con Queso bei ihm. 😉 Da es bereits weit nach 15 Uhr war spurteten wir im Eiltempo durch den Laden, in dem wir wie geplant einen neuen Faltstuhl erstanden. Von der Mall aus hatten wir noch 30 Kilometer bis zu unserem anvisierten Stellplatz zu fahren. Wir erreichten diesen kurz bevor die Sonne im Meer versank und das Plätzchen machte einen sehr netten Eindruck: An einer halbmondförmigen, langgezogenen Bucht mit seichtem sowie ruhigem Wasser reihten sich in zweier Reihen endlos viele, mit Palmwedeln gedeckte Sitzplätze, aneinander. Tagsüber wurden diese von den dahinterliegenden Restaurants mit Stühlen sowie Hängematte bestückt. Die stabilen Holztische blieben rund um die Uhr stehen was uns natürlich sehr gelegen kam. Da es jedoch schon spät war und wir, nach all der Fahrerei und den zahlreichen Besorgungen, keine Lust mehr zum Kochen hatten ließen wir unsere Stühle eingepackt und machten es uns stattdessen auf der Veranda des dazugehörigen, kleinen Lokals gemütlich. Außerdem wollten wir durch den Verzehr unseren Dank für den kostenfreien, schönen Stellplatz erweisen. Allerdings waren wir von den sonst üblichen Preisen in Höhe von 18k bis 20k COP pro Gericht ausgegangen. Anita, die Inhaberin, offerierte uns auf einer Platte jedoch nur drei fangfrische Fische in unterschiedlichen Größen. Der Kleinste sprach uns nicht an und der mittlere, meiner Meinung nach Tilapia, hätte pro Portion bereits 35k COP gekostet. Der Größte sei für zwei Personen gedacht, meinte Anita, und würde uns mit Beilagen 80k COP kosten. Eigentlich wollten wir keine 20 € ausgeben aber nun konnten wir ja schlecht den Tisch wieder verlassen… Also entschieden wir uns für den großen Fisch und leierten Anita immerhin noch einen Krug selbstgemachter Limonade auf Kosten des Hauses aus den Rippen. Als sie uns die Teller servierte staunten wir nicht schlecht über die riesigen Portionen und uns blieb noch meine ganze Ration Reis sowie fast die Hälfte vom sehr feinen Fisch für den Folgetag. 👍

Einmal Ölwechsel bitte 🛢️
Jede Menge deutsches Bier im Supermarkt 🍻
Wir kauften aber nur Lebensmittelvorräte
Schöner Weihnachtsbaum in der Shopping Mall 🌲
Schnell noch nen neuen Stuhl für Simon besorgt
Rechtzeitige Ankunft am neuen Stellplatz
Teurer als erwartet aber seeehr lecker 😋

Bevor wir uns am nächsten Abend über den restlichen Fisch (zusammen mit Spaghetti, gewürfelten Zwiebeln sowie Tomaten und natürlich viel Knoblauch) hermachten unternahmen wir am Spätnachmittag noch gemeinsam mit Henry einen langen Strandspaziergang. Henry stammt eigentlich aus Cali, hat aber entschieden, dass er die ihm verbleibenden Jahre gerne am Meer verbringen möchte. Deshalb lebt er nun seit 20 Tagen in einer der Strandhütten von Anita und ihrem Bruder Wilson. Letzterer hatte in eben jene eine Hütte eine Zwischendecke eingebaut in der Henry nun wohnt und schläft. Gemeinsam brachen wir gegen 16 Uhr, als die Sonne nicht mehr ganz so unerbittlich vom Himmel brannte, auf und liefen in Richtung der Landzunge. An deren Spitze treffen die Wellen auf den schmalen Streifen Land, der die Bucht vom offenen Meer trennt. Blöderweise schwärmten exakt um diese Zeit, nämlich kurz vor Sonnenuntergang, Millionen Sandfliegen aus die uns alle aufs Übelste malträtierten. Weder Simon noch ich hatten je zuvor so viele Stiche am ganzen Körper davongetragen. 😧 Noch dazu ging uns langsam aber sicher das Tageslicht aus weswegen wir entschieden, ohne den Endpunkt erreicht zu haben, kehrt zu machen. Wegen mehrerer, überfluteter Stellen waren wir nämlich seit geraumer Zeit barfuß unterwegs und ich hatte keine Lust, ohne Schuhe in der Dunkelheit die vier Kilometer wieder zurücklaufen zu müssen. Auf einen Spreißel oder gar eine Scherbe im Fuß konnte ich gerne verzichten. Die vielen Stiche, die im ersten Moment wie Windpockenpusteln aussahen, reichten völlig aus. 😫

Die Wege sind zum Teil mit Meerwasser überflutet
Und auch wenn wir’s nicht bis zum Ende geschafft haben…
…war es trotzdem ein schöner Spaziergang

Donnerstag war noch einmal ein recht gemütlicher Tag. Simon bekam morgens von Wilson einige alte, kleine Garnelen als Köder geschenkt und wart den Rest des Tages nicht mehr gesehen bzw. stand mit Angel und Hut im seichten Wasser. 😅 Nach dem ihm anfänglich nur die Köder vom Haken gefressen wurden bekam er von Caio, unserem brasilianischen Vanlife Nachbarn alias @mundoadentro2022 eine elastische Schnur gereicht. Mit dieser konnte er die Fischköder am Haken festbinden und siehe da: In kürzester Zeit zappelte der erste, schöne Barsch an seinem Haken. 👍 Caio, dem wir schon einmal ganz kurz in Bariloche (Argentinien) begegnet waren tat es ihm gleich und leistete ihm mit seiner eigenen Angel Gesellschaft. Ich schrieb derweil im Schatten des mit Palmwedeln gedeckten Unterstands zwei neue Blog Beiträge und wurde dabei von den acht bis zehn Straßenhunden umringt, die sich im Sand kühlende Löcher gruben. Den ganzen Tag über wehte permanent ein starker Wind sodass wir diesmal auch kaum von Sandflies attackiert wurden. Die Minibiester können bei Böen nämlich nicht fliegen. 😀 Am Abend bot Caio netterweise seine Außenküche zum Frittieren der kleinen, selbst gefangenen Fischlein an. Anita, die Inhaberin des Restaurants, hätte uns diese ebenfalls in ihre Pfanne geworfen und uns dazu völlig kostenfrei Yucca serviert. Da an diesem Tag jedoch der Todestag ihrer Mutter war, und sie am Abend im Familienkreis das Grab besuchten, wäre ihr dies erst spät am Abend möglich gewesen. So nahmen wir dankbar Caios Einladung zum Essen an, der sogar noch restliche Bohnen sowie Reis und Kartoffeln im Kühlschrank hatte. Unsere Fischplatte schmeckte richtig lecker und wir zwei durften zum ersten Mal in unserem Leben Kugelfisch probieren. 🐡 Wie du siehst haben wir den giftigen Fisch überlebt und das feste Fleisch schmeckte unglaublich lecker. Kein Wunder schwören die Japaner darauf! Zuvor hatte Caio uns aber felsenfest versichern müssen, dass er die Kunst des richtigen Filetierens und Ausnehmens bereits seit 20 Jahren beherrsche.

Der Ausblick aus dem Fenster könnte so auch am Roten Meer in Ägypten sein 😅
Die Hunde graben sich kühlende Löcher 🐕
Simon versucht sein Angelglück im flachen Wasser
Und auf einmal lief es wie am Schnürchen
Kleiner Barsch
Da kamen doch ein paar zusammen 😛
Danke Caio 😀

Am nächsten Tag hatte ich meinen Wecker auf 06:00 Uhr morgens gestellt weil ich gerne den Sonnenaufgang sehen wollte. Jedoch weckten mich bereits vor Klingeln des Weckers meine bestialisch weckenden Stiche auf. 😧 Der Wechsel zwischen Tag und Nacht war deutlich unspektakulärer als erwartet. Da wir an diesem Tag jedoch auch noch bis nach Cartagena fahren wollten, um möglichst früh auf dem teuren Campingplatz Finca Jardin Des Délices einchecken zu können, war der zeitige Start in den Tag eigentlich ideal. Zumal noch dazu Feiertag in Kolumbien war und wir freundlich, aber bestimmt darum gebeten wurden den Platz zu räumen. Unwissentlich hatten wir uns nämlich nicht an einen Unterstand von Anita und Wilson gestellt sondern den des Nachbarlokals genutzt. 🙈 So verabschiedeten wir uns bereits kurz vor 08:00 Uhr von den zwei netten Kolumbianern und düsten weiter nach Santa Rosa de Lima. In dem kleinen Vorort von Cartagena befindet sich das riesengroße Gelände von Ingrid und Fabian. Die beiden Franzosen haben ihre Heimat bereits vor zehn Jahren verlassen und sich, nach zwei Jahren in Peru, vor ca. acht Jahren hier niedergelassen. Der Stellplatz ist mit 70k COP pro Nacht (= 15,50 €) zumindest für unsere Verhältnisse super teuer aber mangels Alternativen hatten wir kaum eine andere Wahl. Ansonsten wäre nur ein stickiger, schmutziger 24h Parkplatz in der Stadt geblieben und darauf hatten wir wahrlich keine Lust. Schließlich galt es, in den kommenden zwei Tagen bei immerhin 34°C und 80% Luftfeuchtigkeit das Auto für die Verschiffung vorzubereiten. 🥵

Auch die Hunde wollten den Sonnenaufgang sehen 😅
Abschied von Anita & Wilson
Auf dem Campingplatz der Franzosen angekommen
Lediglich noch ein weiterer Camper…
…stand auf dem RIESIGEN GELÄNDE 😳

Wider Erwarten war die Nacht, im Gegensatz zum Tag, angenehm kühl weswegen wir relativ gut schliefen. Nach der morgendlichen Tasse Kaffee krempelten wir direkt die Ärmel hoch und machten uns an die Arbeit. Zuerst räumten wir das Fahrerhaus einmal komplett leer, um dieses anschließend mit Bürste und Schwamm grob vom Schmutz der letzten Monate zu befreien. Das Prozedere wiederholten wir im Innenraum, wo wir zeitgleich bestmöglich alles wegräumten was irgendwie in Schränken, Schubladen und Kisten verstaut werden konnte. Schließlich soll es die Polizei bei der Drogeninspektion im Hafengelände so einfach als Möglich haben. Andernfalls muss Simon dort vor Ort alles aus- und wieder einräumen. Zwischendurch luden wir noch zwei fertig gestellte YouTube Videos sowie den neuen Blog Beitrag hoch. Auch die Fotos der letzten Zeit wollten noch vom Handy auf die Festplatte gezogen werden. Dank des schnellen Satelliten-Internets (Starlink) konnte ich auch diese in Rekordgeschwindigkeit noch in die Cloud laden. Bereits gegen 17:00 Uhr nutzten wir die vorhandene Outdoorküche, um unsere Gemüsenudeln noch vor Einbruch der Dunkelheit und somit dem Ausschwärmen der Moskitos zuzubereiten. 🍝 Neben der hohen Luftfeuchtigkeit ist das echt das einzig große Manko der Tropen…

Küche & Sanitäranlagen
Das Wohnhaus mit Gemeinschaftsterrasse

Auch am Sonntag hatten wir noch genug zu tun. Nach dem wir die Betten abgezogen hatten übergab ich Ingrid, der Inhaberin, zwei Säcke voll Schmutz- und Bettwäsche. Für 22k COP pro Maschine (= 5 €) wäscht und trocknet sie die Wäsche ihrer Gäste. Während Ingrid sich um unsere schmutzigen Sachen kümmerte fuhren wir mit dem Van in eine nahegelegene Autowaschanlage. Für 30k COP (= 7 €) reinigten die Jungs unser Wohnmobil auch noch von außen und saugten den Fußraum sowie die Türfächer gründlich aus. Selbst die Kunststoffteile behandelten sie mit entsprechenden Pflegemitteln. Wieder an unserem Stellplatz angelangt räumten wir, schweißgebadet, das Fahrerhaus wieder ein bevor es ans Packen unserer beiden Rucksäcke ging. Diesmal wussten wir es besser und packten einen Rucksack ausschließlich mit Technikkram voll (Laptops, Ladegeräte, Adapter etc.), um es an der Röntgenkontrolle am Flughafen einfacher zu haben. Den zweiten Rucksack füllten wir mit Kleidung und Hygiene Artikeln für die kommenden Tage, die wir sowohl in Cartagena als auch in Panama Stadt in einem Hotel verbringen werden. Abends freuten wir uns neuerdings über die Außenküche des Campingplatzes, da unser blitzblank geputztes Zuhause somit sauber blieb. Und auch für die sehr gepflegten Sanitäranlagen, insbesondere die erfrischende Dusche nach all der Plackerei, waren wir sehr dankbar. 🙏

Während unsere Wäsche trocknet…
…lassen wir den Van waschen

Spontan blieben wir noch eine weitere Nacht auf dem Campingplatz nach dem uns Ana, unsere Verschiffungsagentin, bestätigt hatte dass wir am Montag nicht zwingend in ihr Büro in Cartagena kommen müssten. Stattdessen könnten wir am Dienstagmorgen direkt den Van auf dem Hafengelände abstellen und erst im Nachhinein, nach Verladung des Containers, zwecks Zahlung bei ihr erscheinen. So blieb uns das Freistehen in einer der heißesten Städte des Landes erspart und wir konnten noch einmal alle Annehmlichkeiten des hiesigen Platzes nutzen. 😀

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