NEW BLOG POST 🇨🇴 (17. – 23.10.2023) Ipiales – Armenia

Hier geht es zu unserem neuesten YouTube Video: 👇

Wir verabschieden uns vom karibischen Traumstrand und machen uns auf den Weg nach Ecuador. Da wir zuvor noch so rein gar keine Vorstellung von dem kleinen Land hatten betraten wir dieses völlig vorbehaltslos. Ob wir positiv oder negativ überrascht wurden erfährst du in unserem neuen Video.
Schau also unbedingt rein & lass gerne einen Kommentar sowie ein Like da! 👍

Und nachfolgend zum neuesten Blog Eintrag: 👇

Nach vier entspannten Tagen auf der Finca Sommerwind verabschiedeten wir uns am Dienstagmorgen von Hans sowie unseren netten Nachbarn: Christin und Thomas. Die Zwei haben auch eine tolle Homepage: www.vollzeitreisen.de. Da die Beiden ebenfalls irgendwann im Dezember ihr Fahrzeug nach Panama verschiffen wollen stehen die Chancen gut, dass wir uns in Kolumbien noch einmal begegnen werden. 😀 Wir verließen den tollen Campingplatz, um uns auf den Weg ins nahegelegene Zentrum von „Ibarra“ zu machen. Kaum waren wir zwei Kilometer gefahren, poppte auf unserem Radiodisplay ein uns nur allzu gut bekannter Fehlercode auf: P0101. War es wohl doch nicht der Luftmassenmesser gewesen… 🙈 Simon war darüber einen Moment lang verärgert, aber als wir auf dem großen Parkplatz der lokalen Markthalle angelangt waren hatte er sich schon wieder beruhigt. Guten Gewissens ließen wir unseren Van auf dem bewachten Platz stehen und schlenderten in das kleine Zentrum. Die zwei Plazas waren von hübschen Gebäuden sowie schönen Brunnen und Palmen gesäumt, alles in allem aber unspektakulär. Vor der Weiterfahrt liefen wir noch über das riesengroße Marktgelände, auf dem es wirklich ALLES zu kaufen gab. Von Bekleidung über Kosmetik bis hin zu Technik und natürlich Lebensmitteln. Auf Grund des anstehenden Grenzübertritts vermieden wir den Kauf von Frischware. Zumal die Supermärkte in Kolumbien günstiger sein sollen als die in Ecuador. Bei einem der Fischhändler kauften wir für schlappe 1,50 € aber 400 Gramm fangfrische Garnelen, welche wir noch am selben Abend mit Spaghetti und Knoblauch zubereiteten. Vor dem Abendessen drehten wir jedoch noch eine Runde über den Friedhof der Grenzstadt „Tulcán“. Hier sind nicht die Gräber oder Mausoleen der Star, sondern die liebevoll zurechtgestutzten Hecken welche uns an Symbole der Azteken (oder Maya?) erinnerten. Und da wir uns auf dem bewachten Parkplatz neben dem Friedhof sicher fühlten, verbrachten wir dort kurzerhand für 2,50 € auch die Nacht. 😴

Viele nette Leute kennengelernt 😀
Zum Beispiel Christin & Thomas
Aber auch Kaffee & Kuchen waren wirklich lecker 😋
Eine der Plazas in Ibarra
Grenzstadt Tulcán
Kurioser & besonderer Friedhof
Den Gärtnern wird sicher nie langweilig 😂

Noch am Vorabend hatte Simon in diversen Renault Gruppen in Facebook unser Problem geschildert und tatsächlich vermuteten gleich mehrere, dass das Problem in der Luftzufuhr liegen könnte. Wir untersuchten daraufhin noch einmal eingehend den zum Turbolader hinführenden Luftschlauch und konnten diesmal, bei ganz genauer Inspektion, wirklich ein Loch darin entdecken! Vielleicht stammt der Marderbiss sogar noch aus Deutschland, wer weiß. In jedem Fall wissen wir nun, wo das Problem liegt und dass wir einen neuen Schlauch benötigen werden. Möglicherweise werden wir den Alten, je nachdem wie lange die Ersatzteilbeschaffung dauern wird, sogar flicken können. Mit dieser guten Nachricht in der Tasche fuhren wir zur gerade einmal acht Kilometer entfernt gelegenen Grenze. Nachdem wir uns ordnungsgemäß aus Ecuador abgemeldet hatten besorgten wir uns wenige Meter weiter, auf der kolumbianischen Seite, neue Stempel in den Pässen. Beim Zoll dauerte es, wie immer, etwas länger. Wobei wir sofort drankamen und ich sogar eigenhändig am PC unsere gesamten Fahrzeugdaten eintragen durfte. 😅 Als alle Formalitäten erledigt waren fuhren wir schnurstracks zum „Exito Supermercado“ in „Ipiales“. Dort konnten wir uns nicht nur mit frischen Lebensmitteln, sondern an den Bankautomaten auch mit kolumbianischen Pesos eindecken. In Null Komma nichts waren wir mal wieder Millionäre, was bei einem Wechselkurs von 1 € = 4.500 COP kein großes Kunststück ist. 😉 Praktischerweise saß, vor dem Imbissbereich im hinteren Teil des Supermarkts, auch eine Versicherungsangestellte. Für umgerechnet 30 € stellte sie uns die benötigte „SOAT“ für die kommenden zwei Monate aus. Fehlte also nur noch eine neue SIM-Karte! Bevor wir uns diesem Projekt widmeten fuhren wir noch zum „Santuario de las Lajas“. Die imposante Kathedrale wurde im gotischen Stil erbaut wobei das eigentliche Highlight deren Lage ist: Sie befindet sich, ähnlich einem Aquädukt, direkt oberhalb eines tiefen Flussbetts. 😮 Von „Las Lajas“ aus folgten wir der zweispurigen Panamericana, deren Asphalt auf uns einen noch recht jungfräulichen Eindruck machte. Dennoch kamen wir, wegen der zahlreichen Berge, nur langsam voran. Zumal sich hier auch unser Leistungsverlust deutlich bemerkbar machte: Wären wir üblicherweise locker mit 80 km/h die Steigung hinaufgefahren, krochen wir nun mit 50 km/h hinter den Lastwagen her. 😕 Dennoch erreichten wir am frühen Abend die Großstadt „Pasto“, in der wir zwecks SIM-Karten Beschaffung direkt die große Einkaufsmall ansteuerten. Der anwesende Mitarbeiter kannte sich, zu unserem Bedauern, jedoch nicht mit Kurzzeitverträgen aus. Er verwies uns diesbezüglich an seine Kollegin, die allerdings erst am nächsten Tag wieder arbeiten würde. So zogen wir unverrichteter Dinge von dannen um uns, etwas außerhalb der Stadt im „Parque ambiental chimayoy“, einen sicheren und ruhigen Platz für die Nacht zu suchen. Der wachhabende Security gestattete uns dies auch postwendend. Gegen eine kleine Gebühr in Höhe von 3,50 € konnten wir mitten im Grünen stehen, Blick auf einen Vulkan und geschlossene Tore in der Nacht inklusive. 👍

Endlich haben wir das Problem lokalisiert
Die offene Grenze zwischen Ecuador & Kolumbien
Lief alles zügig & unkompliziert 👍🏻
Das Santuario de las Lajas
Spektakuläre Lage
Draufsicht von der Straße
Ruhiger Stellplatz in einer Parkanlage
Im Hintergrund ein erloschener Vulkan

Früh am nächsten Morgen, nach einer angenehm kühlen Nacht, machten wir uns noch einmal auf den Weg zur „unico“ Mall in „Pasto“. Diesmal war Fernanda, die hilfsbereite Angestellte im „Claro“ Shop, anwesend und wusste sofort mit meinem Anliegen umzugehen. Dank unseren Freunden Timo und Alina bzw. Max und Merle, die bereits zuvor in exakt jenem Laden für die nächsten Wochen einen Vertrag erworben hatten. 😉 Die SIM-Karte kostete gerade einmal 3.000 Pesos und für insgesamt 55 Gigabyte pro Monat verlangte man 40.000 Pesos. Macht in Summe, für einen Zeitraum von zwei Monaten, 83.000 Pesos was umgerechnet 18,50 € entspricht. Da kann man nicht meckern und auch meinen anschließenden Einkauf im „Metro cencosud“ würde ich als vollen Erfolg verbuchen. Die chilenische Kette war uns bisher immer eher negativ durch ihre hohen Preise aufgefallen. Aber diesmal gab es sehr viele, günstige Angebote worüber ich gleichermaßen erstaunt sowie erfreut war. Simon hatte derweil auf dem Supermarktparkplatz unseren kaputten Turboschlauch ausgebaut und war dabei, diesen mit zwei leeren Konservendosen sowie Alubutylband zu flicken. 😅 Die Idee war ihm wohl im Schlaf gekommen und ich bin gespannt, wie lange die Konstruktion halten wird. Auf den ersten 50 Kilometern hielt sie tadellos und bergauf hatten wir plötzlich wieder richtig Dampf unter der Haube. Danach bemerkten wir ein leichtes Pfeifgeräusch und die Kontrolle an einer Tankstelle ergab, dass der Schlauch wohl zu große Hitze für die Butylmasse entwickelte woraufhin diese zu schmelzen begann. 🙈 Deswegen klebten wir, vorsichtshalber, noch eine zusätzliche Lage Panzertape drumherum. Aber ansonsten waren wir mit dem Fahrverhalten, dank der Erbsen- und Mais Dose in unserem Turboschlauch, rundum zufrieden. 😀 Während der Fahrt veränderte sich auch die Landschaft mal wieder und plötzlich wurde es mit 34 Grad Außentemperatur nicht nur merklich wärmer, sondern es tauchten auch vollbeladene Mangobäume sowie Bananenstauden auf. In der ländlichen Umgebung gab es nur wenige Ortschaften. Wenn wir aber eine durchquerten dann pulsierte dort das Leben und auf den Straßen war richtig viel los. Wir waren überrascht über die vielen Afro-Amerikaner, die in Kolumbien offensichtlich ein neues Zuhause gefunden hatten. Zugleich lungerten aber auch viele sehr arme Menschen, unserer Vermutung nach aus Venezuela stammend, an den Straßenrändern herum. Deren Blicke, Bettelei und mitunter auch Pöbelei schürte nicht gerade unser Vertrauen. Im Gegenteil, ich fühlte mich an unsere ersten Tage in Brasilien erinnert in denen ich mich bezüglich dem Thema Sicherheit ebenfalls eher unwohl gefühlt hatte. Zumal auch die Häuser, vor allem im direkten Vergleich zu Ecuador, wieder deutlich ärmlicher anmuteten. Der Putz an den Fassaden wich neuerdings blankem Backstein und statt mit Ziegeln waren die Häuser wieder mit Wellblech gedeckt. Was wir auch vermissten, waren die vielen, streunenden Hunde die uns bis dato eigentlich in jedem Land zuhauf begegnet waren. Für die 200 Kilometer lange Tagesetappe bis nach „Popayán“ benötigten wir, auf Grund der vielen Kurven und zahlreichen LKWs, rund vier Stunden. Müde von der Fahrerei hielten wir gegen 17:00 Uhr bei einem Restaurant an, welches direkt an der Panamericana lag. Ich erkundigte mich beim Inhaber, ob wir hier sicher übernachten könnten was er sofort bejahte. Der Parkplatz hinterm Haus sei von der Straße her nicht einsehbar, wäre während der Nacht hell erleuchtet und außerdem gäbe es von 21:00 bis 06:00 Uhr einen Nachtwächter. Also stellten wir, wie befohlen, unseren Van hinter dem großen Restaurant ab. Und da wir weder Lust auf Kochen noch Spülen hatten, aßen wir in dem Lokal für umgerechnet 4 € pro Kopf zu Abend. Das Menü, bestehend aus Suppe, Hauptgang nach Wahl sowie hausgemachter Limonade, schmeckte ausgezeichnet und so erwiesen wir zeitgleich auch noch unseren Dank für den Stellplatz. 😋

Falls ihr in Pasto eine SIM-Karte brauchen solltet 😉
Simon flickte derweil unseren Schlauch
Hinein kamen zwei Konservendosen
Und drumherum Alubutyl Band
Das fertige Kunstwerk 👌🏻
Einmal einbauen bitte
Suppe & Fisch waren exzellent

Allerdings schliefen wir dort, sowohl wegen der Wärme als auch wegen des Lärms der vorbeifahrenden LKW in der Nacht, nicht so wirklich gut. Entsprechend matschig fühlte ich mich am nächsten Morgen, weswegen ich vor der Weiterfahrt noch eine kleine Yoga-Einheit einschob. Die vor einigen Monaten von einem großen Erdrutsch getroffene Stelle konnten wir ohne Wartezeit passieren so dass wir bereits am Vormittag „Popayán“ erreichten. Via Google hatte ich dort einen Turbospezialisten ausfindig gemacht weswegen wir uns zuerst auf die Suche nach eben jener Werkstatt machten. Da diese zwischenzeitlich wohl umgezogen war, und mein Standort in MAPS.ME nicht aktuell zu sein schien, fanden wir diese erst im zweiten Anlauf. Der Verkehr war, vor allem wegen der vielen Motorräder die sich kreuz und quer zwischen den Autos hindurchquetschten, relativ chaotisch. Und auch hier saßen wieder viele seltsame Menschen an den Straßenrändern die unser Unbehagen schürten. An der Werkstatt angelangt sagte man uns, dass man unseren Schlauch mittels neuem, dazwischengesetztem Schlauchstück reparieren könnte. Da unser Flickwerk jedoch recht gut zu halten schien und wir auf der Suche nach einem gänzlich Neuen waren lehnten wir dankend ab. Eigentlich hätten wir uns danach gerne noch die Altstadt angeschaut welche, neben Cartagena, als zweit Schönste in ganz Kolumbien gilt. Da wir aber neuerdings im Verkehrschaos landeten, und wir auf Grund von Straßenarbeiten das Zentrum nicht auf Anhieb erreichen konnten, entschieden wir uns kurzerhand zur direkten Weiterfahrt. Nichts wie raus hier… Unser nächstes Ziel lautete „Cali“. In der drei Millionen Metropole gab es mehrere Renault Händler und darüber hinaus auch eine Fachwerkstatt. Diese wollten wir eigentlich wegen dem gesuchten, neuen Turboschlauch konsultieren aber wie so oft kam dann alles ganz anders: Noch auf der Fahrt dorthin bemerkten wir ein schleifendes Geräusch, dass von unserem rechten Hinterrad zu rühren schien. Schnellstmöglich stoppten wir an einer Tankstelle wo wir erschrocken feststellen mussten, dass unser Bremsbelag wohl gänzlich hinüber war und der Metallbelag bereits dabei war, sich in unsere Bremsscheibe hineinzufressen. 😲 Bis zur Großstadt waren es noch knapp 100 Kilometer, kein guter Plan… Glücklicherweise entdeckte Simon aus dem Augenwinkel heraus, ein paar Kilometer weiter neben einer anderen Tankstelle, eine kleine Werkstatt. Ich erklärte dem Mechaniker unser Problem und zeigte ihm die neuen Bremsbeläge, die wir in unserem Ersatzteillager mitführten. Er machte sich sofort ans Werk, demontierte Hinterrad sowie Bremsbacke und dann begann eine nicht enden wollende Tortour. Er mühte sich zwar redlich ab jedoch schaffte er es nicht den Bremskolben zurückzustellen, weswegen er auch nicht im Stande war die neuen Beläge einzusetzen. Nach einer Dreiviertelstunde wurde es uns dann zu bunt. Wir baten ihn alles wieder zu montieren und machten uns, nun gänzlich ohne Bremse auf der rechten Hinterseite, auf die lange Weiterfahrt nach Cali. Die Werkstätten in einer Kleinstadt auf dem Weg dorthin machten ebenfalls keinen guten Eindruck und so blieb uns nichts anderes übrig, als mit sehr geringer Bremsleistung durch den Feierabendverkehr einer Großstadt zu fahren. 🙈 Als wir, kurz vor 19:00 Uhr, bei „Experto Renault“ ankamen standen wir erwartungsgemäß vor bereits verschlossenen Toren. Das nächste Projekt hieß also Stellplatzsuche und auch dieses zerrte an den eh schon gereizten Nerven. Die angesteuerte Plaza lag mitten im Ausgehviertel und war, an einem Freitagabend, völlig zugeparkt. Zumal wir hier, bei all dem Lärm aus den umliegenden Bars und Restaurants, sowieso keine Ruhe gefunden hätten. Die Recherche in iOverlander förderte einen unweit gelegenen, 24 Stunden bewachten Parkplatz zu Tage. Zu unserer Erleichterung gestattete uns die nette junge Dame im Kassenhäuschen tatsächlich die Übernachtung. Der Platz war zwar weder schön noch wirklich ruhig, aber zumindest standen wir dort sicher und die 15.000 Pesos für 12 Stunden (3,50 €) konnten wir verschmerzen. Und da wir zwar müde und abgeschafft, aber auch hungrig waren, schmiss ich noch schnell die bereits vor zwei Tagen gekauften Schnitzel in die Pfanne. 🥴

Neue Bremsbeläge hatten wir dabei
Nur selbst montieren konnten wir diese nicht
Der Mechaniker mühte sich redlich 👨🏻‍🔧
Allerdings erfolglos 😩
Und der Renault Experte hatte leider schon zu
Nicht schön aber dafür sicher

Am nächsten Morgen warteten wir ungeduldig auf die Antwort der Renault Werkstatt. Ich hatte ihnen noch am Abend zuvor eine WhatsApp Nachricht geschickt und nach Möglichkeit um einen Termin gebeten. Gegen 09:30 Uhr kam dann die heiß ersehnte Antwort: Sie selbst hätten leider keine Zeit aber wir sollten Miguel Ángel, einen ehemaligen Mitarbeiter von ihnen, kontaktieren. Gesagt, getan. 📞 Miguel antwortete prompt und keine Stunde später standen wir mit unserem Auto in seiner Werkstatt. Er gab uns relativ schnell zu verstehen, noch bevor er das Hinterrad abgenommen hatte, dass die Bremsscheibe seiner Meinung nach zu sehr mitgenommen sei. Wir hatten jedoch nur neue Bremsbeläge dabei da neue Scheiben viel zu schwer gewesen wären. Deswegen rief er bei einem Renault Konzessionär an um sich nach dem nötigen Ersatzteil zu erkundigen. Dieser teilte ihm jedoch mit, dass nur im Lager in Medellin welche vorhanden wären. Miguel riet uns dringend davon ab mit der lädierten Scheibe bis dorthin zu fahren. Stattdessen tätigte er zwei weitere Telefonate und es gelang ihm tatsächlich, noch am selben Samstagvormittag, zwei neue Bremsscheiben für uns zu organisieren. 🤗 Keine halbe Stunde später wurden diese von einem Motoradkurier gebracht. Wäre Simon jedoch nicht die ganze Zeit über neben Miguel gestanden, um ihm bei seiner Arbeit auf die Finger zu schauen, so wäre wohl so einiges schief gegangen. Auch die Ordnung in der Werkstatt ließ zu wünschen übrig und für meinen Geschmack war er viel zu oft auf der Suche nach dem richtigen Werkzeug. Aber sei es drum: 180 € ärmer, aber um zwei neue Bremsscheiben reicher, verließen wir nach erfolgreicher Testfahrt Cali am späten Mittag ohne weiteren Zwischenstopp. Nach dem Theater der letzten Tage war uns nicht nach Großstadt zumute. Wir machten uns auf den Weg nach „Buga“, um dort die Nacht am Ende eines Parks zu verbringen. Dort trafen wir auf den 75jährigen Ecuadorianer Carlos und seinen Gefährten Wilson. Letzterer wurde von ihm nach dem Volleyball aus dem Film „Cast Away“ mit Tom Hanks benannt. Bei Wilson handelte es sich um eine doch recht creepy anmutende Puppe, die er zur Abschreckung auf dem Beifahrersitz platziert hatte. Als Alleinreisender vielleicht gar keine schlechte Idee. 🤣 Wir setzten uns mit den Campingstühlen zwischen die zwei Autos und unterhielten uns etliche Stunden mit ihm. Da er über 25 Jahre hinweg in den Staaten gelebt sowie gearbeitet hatte sprach er sehr gut Englisch, was der Konversation natürlich zugutekam. Später stießen noch zwei neugierige, nette Einheimische dazu. Die beiden waren im Besitz einer Farm und neben Milch produzieren sie u.a. auch griechischen Joghurt. Wir fragten ob wir diesen irgendwo käuflich erwerben könnten und sie brachten jedem von uns, noch am selben Abend und wieder mit ihrem Motorroller, eine große Schale voll vorbei. 😍 Zwei Euro pro Joghurt waren zwar nicht wenig aber dafür schmeckte er, zusammen mit den eingekochten Früchten darunter, sehr lecker.

Neuer Tag, neue Werkstatt
Miguel machte einen wirklich guten Job. 👍🏻
Einmal alles neu 😀
Dankeschön Miguel 🙏
Wilson versteckte sich leider hinter der Folie

Der schöne, weitläufige Park schien bei den Einheimischen sehr beliebt zu sein so dass wir am Sonntagmorgen von Autos umringt waren. Keine gute Ausgangsbasis für einen ruhigen Arbeitstag, zumal unsere letzte Dusche nun auch schon wieder einige Tage zurücklag. Und nach den Dramen der vergangenen Tage stand mir der Sinn weiß Gott nicht danach, unsere Van eigene Dusche auszuprobieren die wir zuletzt glaube ich in Argentinien im Einsatz hatten. Wasser im Kofferraum konnten wir wahrlich nicht auch noch gebrauchen. 🙈 Also legten wir einen erneuten, wenngleich diesmal nur halben, Fahrtag ein. Bis zur anvisierten Kaffeeregion oberhalb von „Armenia“ fehlten uns noch 130 Kilometer. Wir fuhren vorbei an zahlreichen, grünen Zuckerrohrfeldern, bis wir bei Fernando und Joana auf ihrer „Finca el Peniel“ ankamen. Die Beiden besitzen ein sehr großes Grundstück mit viel Gartenfläche und offerieren Overlandern, neben einem Stellplatz, auch eine warme Dusche sowie eine Tasse Kaffee zur Begrüßung. Einziger Nachteil: Die Zufahrt zu ihrem Grundstück ist ziemlich abschüssig und bietet lediglich einem Van einen geraden Stellplatz an deren Ende an. Dieser war jedoch schon vom weißen Fiat Ducato von Jannis und Sissi aus Berlin belegt weswegen wir noch einmal rangieren mussten. Dabei fuhren wir uns, auf dem vom Regen rutschigen Untergrund, fast fest da es mit der schweren Hinterachse eine hohe Rasenkante zu überwinden galt. Nach einigem hin und her sowie schieben meinerseits gelang es Simon dann aber doch noch den Van zu wenden. Bei der Aktion wurde ich allerdings ziemlich mit vom Reifen hochspritzender Erde eingesaut, so dass ich zum zweiten Mal an diesem Tag die Dusche aufsuchen musste. Diese hatte mir zuvor schon große Sorgen bereitet denn momentan gehen mir wirklich fast büschelweise die Haare aus. Ich habe zwar viele, aber wenn das so weiter geht vielleicht bald keine mehr. 😰 Ich vermute, dass das am häufigen Gebrauch von Trockenshampoo liegt welches die Kopfhaut stressen und die Haarwurzeln verkleben kann. Ab sofort werde ich Trockenshampoo also tunlichst vermeiden, dann sind meine Haare halt ab und an fettig. 🤷‍♀️

Die Zufahrt bei Fernando & Joana

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