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Ich nutzte noch einmal das grandiose 25m Schwimmbecken des Club Germania in Lima sowie die angenehm heißen und blitzblanken Duschen, bevor wir dem netten Geschäftsführer „Willy“ sowie der Hauptstadt Perus Lebewohl sagten. Der Verkehr in Richtung Innenstadt sowie auf der Stadtautobahn war recht zäh und mitunter chaotisch so dass wir mehr als froh waren, als wir endlich an einem „Tottus“ Supermarkt am Rande der Stadt angelangten. Die Märkte in der Stadt können wir mit unserem Van nämlich häufig nicht ansteuern, da wir in keine Tiefgarage hineinpassen. Deswegen müssen wir vorab nicht nur prüfen, wo man am besten einkaufen kann sondern auch wie die dortigen Parkmöglichkeiten sind. Just als wir am verstauen der Einkäufe waren erreichte uns eine WhatsApp Nachricht von Max und Merle, dass ihre Kühlerreparatur endlich erfolgreich abgeschlossen sei und sie aller Wahrscheinlichkeit nach demnächst weiterfahren könnten. Wie es der Zufall so wollte, waren wir keine dreieinhalb Kilometer von ihrer Werkstatt entfernt und als wir dort eintrafen beglichen die beiden gerade die leider ziemlich stolze Rechnung. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg in die „Cordillera Blanca“ und da die beiden, vor ihrer Panne, schon einmal auf dieser Strecke unterwegs waren kannten sie einen schönen sowie ruhigen Stellplatz für die Nacht. Wir erreichten diesen erst kurz nach Einbruch der Dunkelheit und da mittlerweile allen der Magen knurrte machten Simon und ich uns direkt ans Kochen. Wir bereiteten, zur Feier des Tages, eine große und leckere Portion Spaghetti Bolognese für alle zu. Schließlich galt es nicht nur auf die zügige Reparatur anzustoßen, auch wir hatten etwas zu feiern: 10.000 Abonnenten auf unserem Instagram Kanal sowie die frühzeitige Freischaltung der Monetarisierung bei YouTube. Und dass, obwohl uns noch etliche Stunden Wiedergabezeit sowie einige Follower bis zu den eigentlich notwendigen 1.000 fehlen. 🥳🥳🥳



Am Samstag stand uns vieren ein krasser Fahrtag bevor: Für schlappe 200km benötigten wir sage und schreibe NEUN Stunden. Die Fahrbahn bis ins Trekking Mekka „Huaraz“ war über und über mit Schlaglöchern übersäht. In der Region befindet sich u.a. der 6.768 Meter hohe Berg „Huascarán“, der höchste Berg des Landes. So mussten wir nicht nur Slalom, sondern einmal mehr auch über die Anden fahren. Die letzten 40 Kilometer ging es dann über eine richtig krasse Offroad-Piste hinauf zum Wanderparkplatz an der „Laguna 69“. Vielleicht war es ganz gut, dass es mittlerweile schon wieder dunkel geworden war. So sahen zumindest die mitunter sehr baufällig wirkenden Holzbrücken etwas weniger furchterregend aus als im hellen. 🙈 Gegen 21:00 Uhr gelangten wir dann endlich an dem kostenfreien Camp Ground an. Unseren ursprünglichen Plan, Nudelauflauf und Pizzabrötchen zu machen, verwarfen wir zu Gunsten eines fixen Asia Nudelsnacks. Wir packten noch schnell die Wanderrucksäcke für den nächsten Morgen und fielen anschließend direkt müde sowie erschöpft ins Bett.

Der kommende Tag begann früh: Wir standen bereits um 06:00 Uhr auf damit wir nach Möglichkeit noch vor den Reisegruppen an der Gletscherlagune ankommen würden. Nachdem wir gefrühstückt und das Vesper eingepackt hatten begaben wir uns kurz nach 07:00 Uhr in der Früh auf den ca. neun Kilometer langen Wanderweg. Unsere beiden Reisegefährten waren sogar noch eine Stunde eher aufgebrochen. Die Landschaft um uns herum erinnerte uns unweigerlich an den Nationalpark „Tierra del Fuego“ in Ushuaia, Patagonien. Auch hier floss ein reißender Gletscherbach durch saftig grüne Wiesen, auf denen Kühe sowie Esel weideten. Direkt neben dem Tal ragten schroffe, mit niedrigen Büschen bewachsene Berge gen Himmel aber auch schneebedeckte Gletscher waren unweit zu erkennen. 🤩 Wir folgten dem Bachlauf sanft hinauf in Richtung der Lagune und hielten immer wieder an, um die Landschaft in uns aufzusaugen. Links und rechts von uns fiel das Schmelzwasser über Wasserfälle hinab in die Tiefe und auch ein stattlicher „Chinchilla“ lief uns vor die Kameralinse. Kurz darauf erreichten wir die „Laguna Consuelo“ in deren Wasser sich leicht die umliegenden Berge spiegelten. Von hier aus ging es die letzten 300 von insgesamt 700 Höhenmeter deutlich steiler hinauf aber dennoch war ich erstaunt, dass ich an diesem Tag konditionell so gut vorankam. Lediglich der Schwindel machte mir zu anfangs immer mal wieder zu schaffen aber dieser kam sicherlich von unserem schnellen Aufstieg. Schließlich waren wir innerhalb von nur zwei Tagen von Meeresniveau hinauf auf über 4.000 Meter gefahren. Nach etwas mehr als drei Stunden lag dann die surreal türkisfarbene „Laguna 69“ vor uns wo Max und Merle bereits auf uns warteten. 😍 Eine gute halbe Stunde lang konnten wir die Stille der Natur sowie die Einsamkeit genießen. Lediglich den Gletscher hörte man ab und an deutlich knacken. Danach erreichten die ersten Gruppen ihr Ziel so dass wir uns etwa eine Stunde nach Ankunft, und natürlich einem ausgiebigen Snack, gemeinsam an den Abstieg machten. Witzigerweise begegnete uns auf dem Weg hinunter Hermann wieder, ein Mitglied unserer Gruppe auf dem „Salkantay Trail“. Pünktlich zur besten Kaffeezeit kamen wir wieder an den Vans an wo wir uns hungrig über den von mir gebackenen Blaubeerkuchen hermachten. 😛 Anschließend trennten sich unsere Wege mal wieder. Da die beiden in kürze Besuch in Ecuador erwarten wollten sie zügig weiter. Simon und ich hingegen begaben uns noch ein Stück tiefer in die höchste Gebirgskette außerhalb Asiens hinein. Auf einer Länge von 180 Kilometern befinden sich über 50 Berge mit einer Höhe von über 5.700 Metern und den Anfang der mächtigen „Cordillera“ konnten wir damals bereits am „Titicacasee“ sehen. Wir holperten die furchtbare Schotterpiste wieder hinunter ins Tal, nur um kurz darauf auf eine nur minder bessere abzubiegen. 😅 Erneut in der Dunkelheit fuhren wir über zahlreiche Haarnadelkurven hinauf bis zu einer Schranke. Bereits zuvor wurde uns gesagt, dass es hier ab 17:00 Uhr kein Weiterkommen mehr geben würde weswegen wir, in ordentlicher Schräglage am Hang, dort die Nacht verbrachten.

















Nicht nur wegen der Schieflage schliefen wir schlecht sondern auch, weil wir immer wieder Regen auf unser Dach fallen hörten. In welchem Zustand die Straße wohl sein würde, die ab hier sehr steil und schmal bis zur „Laguna Parón“ hinauf führt? Und ob wir hier am Hang problemlos würden anfahren können?! Schließlich ist unser Fahrzeug mit dreieinhalb Tonnen kein Leichtgewicht und auch der Frontantrieb ist in solchen Momenten nicht von Vorteil… Glücklicherweise kam nicht wirklich viel vom Himmel und als wir früh morgens das Bett verließen hatte es bereits wieder abgetrocknet. Ich war gerade dabei, uns Kaffee einzuschenken als kurz nach 08:00 Uhr der freundliche Ranger eintraf. Diesen fragte ich nach seiner Meinung bezüglich der letzten noch zu fahrenden 15 Kilometer und er sprach aus, was wir uns bereits gedacht hatten: Mit unserem Van wäre es ein großes Wagnis. Keinesfalls wollten wir riskieren uns im Nirgendwo, schlechtesten falls noch in einer Haarnadelkurve, festzufahren. Wir erkundigten uns bei ihm ob es eventuell möglich wäre, von hier aus eine Mitfahrgelegenheit zu ergattern. Da es erst vor wenigen Wochen, am oberen Parkplatz, einen schweren Erdrutsch gegeben hatte werden derzeit die sonst üblichen Touren nicht angeboten. Aber er meinte, dass dennoch der ein oder andere Tourist auf eigene Faust seinen Weg hierher finden würde und unsere Chancen ganz gut stünden. So wendeten wir unseren Van in vielen Zügen, parkten ihn etwas unterhalb der Schranke an einer etwas breiteren Stelle, packten die Rucksäcke und dann hieß es warten. ⏱ Als erstes kam ein Pick-Up angefahren welcher uns nicht mitnehmen konnte, oder wollte. Als zweites tauchte ein leider vollbesetzter Minibus auf und als drittes, man mag es kaum glauben, fuhren die beiden Südafrikaner Yvonne und Brett in ihrem allradgetriebenen Land Rover Defender vor. 😀 Wir waren ihnen zuvor schon zweimal begegnet, nämlich in „Samaipata“ (Bolivien) als wir Jessica und Yannick am Abschlepphaken hatten und dann noch einmal auf dem Campingplatz in „Cusco“. Wir konnten unser Glück und unsere Freude kaum fassen als wir kurz darauf durch ihre Heckklappe klettern und, bäuchlings, auf ihrem eingepackten Bettzeug platznehmen durften. Fast eine Stunde lang lagen wir so da bis wir endlich am Ziel ankamen und uns war bereits nach wenigen Metern klar, dass wir die richtige Entscheidung getroffen hatten. NIEMALS wären wir mit unserem Van bis hierhin gekommen. Oben angelangt mussten wir dann zu Fuß erst einmal den gewaltigen Erdrutsch überqueren. Der gesamte Hang war abgerutscht, hatte ein Stück der Straße mit sich gerissen und wo diese einmal war floss nun ein reißender Bach. 😮 Wir gaben uns, einer nach dem anderen, gegenseitig Halt und schafften es so bis hinüber auf die andere Seite. Wenig später konnten wir einen ersten Blick auf die langgezogene, türkise Lagune erhaschen welche sich in Mitten der gewaltigen Gletscher auf einer Höhe von 4.200 Metern befindet. Auch diese Lagune gehört, wie zuvor die „69“, zum Nationalpark „Huascarán“. Mussten wir am Vortag jedoch noch stolze 30 Soles (=7,50 €) pro Person für die Wanderung berappen wurden hier lediglich 5 Soles (= 1,25 €) Eintritt verlangt und wir liefen gemeinsam ein Stück am Westufer des Sees entlang. Wie so oft in den Bergen hingen die Wolken recht tief und verhüllten die sicherlich spektakulären Schneeberge. Nur das Knacken des Gletschereises verriet uns deutlich ihre Existenz. Während unserer Lunch Pause fielen auch immer mal wieder ein paar Tropfen aber zum Glück wurde der Regen nicht stärker. Allerdings wurde es doch recht frisch weswegen wir den fünf Kilometer langen Weg (one way) nicht zu Ende liefen. Zumal wir ja auch auf unser Taxi angewiesen waren! Gegen 14:00 Uhr setzten uns die beiden wieder an unserem Van ab und nach dem wir die Rucksackinhalte sicher verstaut hatten begaben auch wir uns auf die Weiterfahrt zurück ins Tal. 🚐💨 Auf dem Weg dorthin empfingen wir eine erneute Schreckensbotschaft von Max und Merle: Während ihrer Rückfahrt nach „Huaraz“ hatte sich das Kreuzgelenk ihrer Kardanwelle verabschiedet weswegen sie neuerdings in einer Werkstatt standen. 😟 Da wir sowieso nichts hätten ausrichten können entschieden wir, wenige Kilometer vor ihrem Standort vor einem Hotel mit angegliederten Thermen zu übernachten. So könnten wir am nächsten Morgen noch ein Bad nehmen und anschließend bei den beiden Unglücksraben vorbeischauen…

Der Land Rover von Yvonne & Brett








Ob die beiden ihre Reise dann doch noch wie geplant fortsetzen konnten und wie sich für uns der Weg an die Pazifikküste gestaltete erfahrt ihr dann nächste Woche an gleicher Stelle. 😉
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