Auf unserem Weg ins heilige Tal legten wir einen Übernachtungsstopp an einer Lagune ein. Da wir mit Anbruch der Dunkelheit ankamen sahen wir nicht mehr viel, mit Ausnahme der wenigen Häuser rundum die ihr Licht auf das Wasser warfen. Umso mehr staunte ich am nächsten Morgen beim Öffnen unserer Schiebetür: Im ersten Moment dachte ich tatsächlich, die Erde hätte sich aufgetan und vor uns würde ein riesiges Loch klaffen. Erst beim zweiten Blick erkannte ich, dass die Wasseroberfläche just so ruhig war als dass sich die umliegenden Berge darin spiegelten und so diese grandiose optische Täuschung erzeugten. 😅 Wir zelebrierten unser einjähriges Reisejubiläum mit einem kleinen Schokotörtchen zum Kaffee bevor wir die letzten Kilometer hinter uns brachten. Unseren Van stellten wir am Ortsende von „Pisac“ ab wo wir oberhalb des Friedhofs einen ruhigen Parkplatz fanden. Von dort aus waren es nur wenige Schritte hinein in das friedliche Dörfchen mit seinen Kopfsteinpflaster Gassen. Der Ort versprüht ein wenig den Charme verblasster Hippie Zeiten was nicht nur an den bunten, zur Schau gestellten Textilien und Bildern lag. Vielmehr wurde dies von dem Duft nach Räucherstäbchen sowie Weihrauch (und mehr…) unterstrichen, aber auch der ein oder andere Aussteiger in entsprechender 70er Jahre Kluft lief uns über den Weg. Wir schlenderten durch die Sträßchen sowie den großen Kunsthandwerkermarkt und versprachen uns, am nächsten Tag zu einer Shoppingtour wiederzukehren.







Nach ausgiebiger Internetrecherche hatten wir entschieden, die alte Inka Festung hoch oben über „Pisac“ links liegen zu lassen. Die Besichtigung der Ruinen würde uns immerhin 70 Soles p.P. (= 18 €) kosten und im Umkreis gibt es noch sooo unglaublich viele Ruinen mehr. Da für alle jedoch der gleiche Preis abgerufen wird wollen wir uns vorerst auf das Highlight „Machu Picchu“ konzentrieren. Je nach dem können wir danach, sollte uns das nicht ausreichen, immer noch die ein oder andere Sehenswürdigkeit abklappern. Stattdessen investierten wir einige Euro in eine wunderschöne Decke aus wärmender Alpaka Wolle sowie in eine neue Laptoptasche in typischen Farben und eine Küchenschürze für Simon mit lustigem Meerschweinchen Motiv. Die putzigen Tiere stehen in Peru wohl tatsächlich häufiger auf der Speisekarte weil es, bis zur Eroberung durch die Spanier, hier außer Lama sowie Alpaka und eben Meerschweinchen keine anderen, essbaren Tiere gab… 🙈




Bevor wir unsere Weiterreise in Richtung „Machu Picchu“ antraten machten wir in einem recht großen und sehr netten Hostel in „Pisac“ tatsächlich noch eine exzellente Dusche ausfindig. Seit Wochen endlich mal wieder richtig heißes Wasser und blitzsauber sowie geräumig waren die Badezimmer obendrein. 😃 Nach einem schnellen Frühstück im Van fuhren wir weiter ins Tal hinein bis nach „Urubamba“. Der Ort verfügt über keine besonderen Highlights, liegt aber malerisch eingebettet inmitten des Talkessels. Wir liefen bis zur großen Plaza, in deren Mitte sich ein großer Brunnen mit Maiskolben on top befand, und schlenderten dabei durch den sehr gut bestückten Wochenmarkt. Wir kauften knackige Trauben sowie einen Laib Grillkäse und schauten in einem gut besuchten Restaurant auf die Speisekarte. Da uns die Preise jedoch nicht zusagten entschieden wir ganz spontan bis nach „Ollantaytambo“ weiterzufahren. Der kleine, vom Tourismus geprägte Ort gilt als Sprungbrett zum berühmtesten Wahrzeichen Perus. Quasi jeder, der zum Machu Picchu reisen möchte, muss hier durch. Glücklicherweise hielten sich die Besuchermassen aber sehr in Grenzen und im urigen Lokal „Chuncho“ machten wir ein leckeres Degustationsmenü ausfindig. Dank Tipp im „Lonely Planet“ Reiseführer (affiliate marketing link zu Amazon) bestellten wir nur eine Portion die tatsächlich so groß war, als dass wir locker beide davon satt wurden. 😋 So kam es, dass wir zum ersten Mal Meerschweinchen Fleisch probierten. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass es sehr gut geschmeckt hat. Lediglich die vielen kleinen Knochen störten mich und eigentlich finde ich die Tierchen zum Verspeisen auch viel zu süß. Ich verweigere ja beispielsweise auch Hase aber in fremden Ländern sollte man schon auch offen für fremde Gerichte sein. 🤷♀️ Nach dem Espresso sahen wir uns weiter in dem winzigen, von großem Steinpflaster geprägten Dörfchen um. Durch fast jede der Gassen schoss in einem noch von den Inka angelegten Bewässerungsgraben Wasser hindurch und auf beiden Seiten der Hügel thronten alte Ruinen. Auch schönes Kunsthandwerk wurde verkauft und der Charme gefiel uns so gut als dass wir beschlossen, über Nacht zu bleiben und uns am nächsten Tag noch einmal genauer umzuschauen.






In einer ruhigen Seitengasse fanden wir einen adäquaten Stellplatz vor. Lediglich das laute und sehr lange Hupen der „Peru Rail“ riss uns immer mal wieder aus dem Schlaf. In wenigen Tagen, nach unserem mehrtägigen Hike zum „Machu Picchu“, werden auch wir in einem der Eisenbahnwagons sitzen. 😀 Als am Vormittag langsam die Sonne durch die Wolken blitzte machten wir uns auf, den rechterhand gelegenen Hügel zu erklimmen. Dort befanden sich die alten Ruinen „Pinkuylluna“ welche, im Gegensatz zu den gegenüberliegenden Ruinen von „Ollantaytambo“, völlig kostenlos besucht werden konnten. Von hoch oben hatten wir einen fantastischen Draufblick auf jene kostspieligen Terrassen und Tempel, welche uns zumindest aus der Ferne auch gar nicht so gut gefielen. Noch dazu waren wir hier fast alleine unterwegs. 👍 Wieder unten angelangt liefen wir noch einmal kreuz und quer durch die schmalen Gassen bevor wir uns in einem Café an der Plaza niederließen. Just in dem Moment begann es wieder ein wenig zu nieseln. Da es für uns aber auch nicht mehr viel zu sehen gab war dies nicht weiter schlimm und wir machten uns kurz darauf auf die Weiterreise. Unser nächstes Ziel war die archäologische Stätte „Moray“. Bis dahin hätten es eigentlich nur 23 km sein sollen aber leider landeten wir in einer Umleitung, die uns etliche Kilometer mehr durch das bäuerliche Umland führte. Einmal mehr ging es über unbefestigte, aber glücklicherweise gut befahrbare, Erdwege. Mystische Blicke auf wolkenverhangene Berge inklusive. 🤩 Am späten Nachmittag erreichten wir dann endlich den großen Besucherparkplatz auf welchem wir auch die Nacht verbrachten.








Früh am Morgen hatten wir die drei kreisförmigen Terrassenanlagen, welche sich in Dolinen befinden, tatsächlich fast für uns alleine. Einer der vielen Vorteile, wenn man sein Zuhause immer dabei hat. 😉 Von oben sahen die Inka Anlagen, 70 Meter unter uns, aus als wären sie nicht von dieser Welt. Die untersten sieben Kreise haben einen Durchmesser von 15 Metern und ab dem achten Kreis vergrößert sich deren Anbaufläche weiter nach außen. Angeblich war dies ein frühes Versuchslabor der Inka da auf jeder der Terrassen, auf Grund ihrer Lage in der Talsenke, ein unterschiedliches Mikroklima herrschen soll. Hier wurden wohl bis zu 250 verschiedene Gemüsesorten, von der Kartoffel über Mais bis hin zu Gerste und Weizen, angebaut. Ein Bewässerungssystem, welches das Wasser vom Berg auf die verschiedenen Ebenen verteilte, war selbstverständlich integriert. Bis vor rund 50 oder 60 Jahren wurde die Anlage wohl noch von der hiesigen Bevölkerung zum Getreide Anbau genutzt. Heutzutage wird die Stätte jedoch nur noch von neugierigen Touristen besucht. 😅 Unser Rundgang war relativ schnell beendet so dass wir uns auf den Weg zu den Salinen von „Maras“ machen konnten. Diese lagen nur etwa 16 km entfernt und der Eintritt war mit 10 Soles pro Kopf (= 2,50 €) direkt erschwinglich. Auf der Fahrt zum Parkplatz hatten wir eine gute Draufsicht auf die 4.000 Salzbecken, welche sich auf einer Höhe von ca. 3.400 Metern üNN eng an die eine Seite des Berghanges schmiegen. Wir parkten unseren Van vor dem mit Minivans überfüllten, engen Parkplatz und frühstückten dort erst einmal unser Schokoladen Croissant vom Vortag bevor wir das Eingangstor passierten. Seit rund 1.000 Jahren wird hier bereits das weiße Gold geschürft welches als Sole aus dem mineralhaltigen Berg dringt. Ab April, mit Ende der Regenzeit, werden die Becken bis zu 10 cm hoch mit dem salzhaltigen Wasser geflutet. Sämtliche Becken sind durch ein Drainage System miteinander verbunden was das Befüllen stark vereinfacht. Sobald die Höhensonne ihren Dienst verrichtet hat werden die Salzkristalle per Hand abgeschöpft und in bis zu 30 Kilo schwere Säcke verpackt. Die „salineros“ arbeiten mit einfachsten Mitteln und wahrscheinlich sah es zu Zeiten der Inka hier kaum anders aus… Lediglich ein Sechstel wird den Salzarbeitern als Gehalt ausgezahlt, das restliche Geld verbleibt in der Kooperative. 🤨 Zweimal wöchentlich werden die schweren Säcke von LKWs abgeholt und in einer 20stündigen Fahrt nach Lima transportiert. Vom dortigen Hafen aus werden sie dann in alle Herren Länder verschifft. Da die Becken selbst nicht betreten werden dürfen mussten wir uns mit der Aussicht von den einzelnen Plattformen begnügen weswegen unser Besuch auch hier relativ schnell vorbei war. Wir kauften, für schlappe 0,75 €, noch 500 Gramm Salz sowie ein Stück mit Salz veredelte Zartbitterschokolade ein. In einem Deutschen Onlineshop muss man für dieselbe Menge Maras Salz übrigens stolze 11 € hinblättern! Wenn ihr mehr über die Salinen wissen möchtet: Unter folgendem Link findet ihr eine sehr interessante Doku des Fernsehsenders „arte“ über die Maras Salinen und ihre Arbeiter.








Leider gibt es für die Attraktionen im Tal der Inka keine Einzel- sondern nur Kombitickets. 😕 Da in unserem am Vortag gelösten Ticket u.a. auch der Eintritt zu den Ruinen von „Pisac“ inkludiert war fuhren wir noch einmal dorthin zurück und verbrachten eine weitere Nacht auf dem angenehm ruhigen Parkplatz. Gegen 08:00 Uhr am Morgen düsten wir dann die steile Anhöhe hinauf bis zum Besucherparkplatz, auf welchem man leider nicht übernachten darf. Dennoch waren wir noch vor den Touristenhorden dran die etwa zwischen 09:00 und 09:30 Uhr in Scharen hier einfallen. Die Anlage wurde von den Inka wohl als Sommerresidenz genutzt und ist extrem weitläufig. Sie erstreckt sich über mehrere Berghänge und die Besonderheit besteht in den weitläufigen Terrassenanlagen, die sich unterhalb der Häuser weit die Hänge hinunter in Richtung Tal ausdehnen. Wir kletterten bis zu den Überresten der Behausungen hinauf und genossen die Aussicht über die Ruinenstätte wohingegen etliche andere Besucher dies von ihrem Guide, mangels Zeit, untersagt bekamen. 🙈 Wobei auch wir hier einen Guide bevorzugt hätten denn die meisten Hintergründe und Geheimnisse blieben uns sicherlich verborgen… Etwa eine Stunde später beendeten wir unseren Rundgang und der Parkplatz war zwischenzeitlich richtig überlaufen. Deswegen ergriffen wir schnell die Flucht und nahmen unser Frühstück an einem ruhigen Fleckchen weiter unterhalb zu uns. Von hier aus war es quasi nur noch ein Katzensprung bis in die ehemalige Inka Hauptstadt „Cusco“. Dort trafen wir zu unserer großen Freude auch wieder auf Max und Merle. 🙃 Während die beiden ihren „Pisco“ Kater auskurierten sahen wir uns in aller Ruhe in der schönen Altstadt um. Maßgeblich geprägt wird diese von den imposanten, roten Sandsteingebäuden in Form der mächtigen Kathedrale sowie der danebenliegenden Kirche an der riesigen Plaza de Armas. Letztere beherbergt in der Mitte einen wunderschönen Brunnen und ist mit hohen Palmen gespickt. Auch die unzähligen, üppig verzierten größeren sowie kleineren Holzbalkone an fast jedem Gebäude beeindruckten uns sehr. 🤩











Die Nacht verbrachten wir auf einem relativ zentral gelegenen Parkplatz unweit des Zentrums und nach dem die Feierlichkeiten zu Ehren des Heiligen San Antonio ihr Ende fanden wurde es sogar angenehm ruhig um uns herum. 😴 Am nächsten Morgen meldete ich uns vier für eine kostenfreie Stadtführung bei „Inkan Milky Way“ an. Wir hatten uns für die Tour um 13:00 Uhr entschieden und mangels anderer Teilnehmer kamen wir in den Genuss eines ganz privaten Stadtrundgangs. Unser gut Englisch sprechender Guide „Cesar“ war nicht nur nett sondern auch sehr bemüht uns seine Heimatstadt näher zu bringen. Start war an der „Plaza Regocijo“ wo sich unter anderem das Rathaus befindet. Weiter ging es zur „Plaza San Francisco“ mit der gleichnamigen Kirche sowie der ältesten Schule der Stadt, welche von den Spaniern kurz nach ihrer Eroberung im 16. Jahrhundert gegründet wurde. Hinter dem danebenliegenden Torbogen findet man den schöne „Mercado de San Pedro“ dem wir zu gegebener Zeit sicherlich noch einmal einen Besuch abstatten werden. Auch die Überreste des Tempels von Inka König Numero neun konnten wir uns anschauen, wenngleich hier nur noch ein bisschen vom alten Mauerwerk zu sehen ist. Auf den meisten der ehemaligen Herrschersitze der Inka hatten die Spanier nämlich katholische Kirchen errichten lassen, 16 an der Zahl. In einem der schönen „Patios“ endete dann unsere zweieinhalbstündige, extrem informative Tour und zu Gunsten eines kostenlosen Lama Schlüsselanhängers ließen wir natürlich gerne noch eine Google Rezession da. 😂 Gemeinsam ließen wir den Tag im Restaurant „Hanz Craft Beer“ ausklingen wo wir nicht nur exzellentes Essen serviert bekamen sondern auch noch mit die Beste Sicht über die erleuchtete Plaza sowie die umliegenden Berge hatten.



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