Nach zwei arbeitsreichen Tagen sowie drei ruhigen Nächten auf dem schönen Gelände des „Hotel de Turistas“ ging es am Donnerstagvormittag dann endlich weiter. 🚐 Wir stockten in einem, überraschenderweise sehr gut ausgestatteten, Supermarkt noch unsere Vorräte auf bevor wir uns in ein neues Abenteuer stürzten. Auf Empfehlung der beiden Holländer Marco und Berit, die wir am Titicacasee getroffen hatten, wagten wir neuerdings eine Off Road Piste. Wohlgemerkt mit nicht wirklich geländegängigem Fahrzeug an dem nun schon viermal die Stoßdämpfer defekt waren. 😅 Da wir aber weiterhin die nette Gesellschaft von Max und Merle genießen durften waren wir relativ sorgenfrei da im Notfall Rettung nahe wäre. Und so bogen wir gemeinsam, kurz nach Ortsausgang, auf die Schotterpiste ab welche uns in einem großen Bogen zu den „Rainbow Mountains“ führen sollte. Wir folgten einem kleinen Bachlauf, durch einen duften Eukalyptuswald hindurch, und fuhren an einfachen Bauernhäusern aus Lehm vorbei. Die Esel schauten neugierig zu uns herüber und auf dem Feld nebenan wurde gerade mittels zweier Pferde Getreide gedroschen. Mehr als einmal während unserer Reise durch Peru fühlten wir uns ins vorherige Jahrhundert zurück katapultiert… 45% aller Peruaner sind übrigens rein indigener Abstammung. Die meisten von ihnen leben im ländlichen Andenraum, viele davon unter der Armutsgrenze welche bei gerade einmal 284 US$/Monat liegt… 😥 Der steinige Weg stieg langsam, aber stetig an und war glücklicherweise sehr gut zu befahren. Da wir auf das Gegenteil eingestellt waren konnten wir die Fahrt umso mehr genießen. Zahlreiche Lama- und Alpaka Herden bildeten das i-Tüpfelchen in Mitten der hügelig grünen Andenlandschaft, welche mit kleinen und größeren Lagunen gespickt war. Eine der Lagunen wählten wir dann auch als potentiellen Übernachtungsspot aus. Es war gar nicht so einfach, auf die Grünfläche neben dem Weg zu gelangen da sich überall dazwischen ein kleiner Wall aus aufgeschobener Erde befand. Simon war sich jedoch absolut sicher, dass die Erde fest genug sei um gut mit unserem schweren Van darüber fahren zu können. Gesagt – getan! Kurz darauf standen wir mit drehendem rechten Vorderrad da. 😨 Weder das Unterlegen mit einem Stein noch das Ablassen der Luft aus den Vorderrädern brachte uns weiter so dass wir uns kurz darauf am Abschlepphaken der beiden Bremer wiederfanden. Mit qualmender Kupplung gelang es Max, uns aus dem Schlammassel heraus zu ziehen. Geläutert machten wir kehrt und fanden auf dem Rückweg, zwischen den beiden anderen Lagunen, dann doch noch einen geeigneten Stellplatz mit Blick aufs Wasser und die Flamingos. 🦩 Da wir allesamt nur gefrühstückt hatten waren wir bei unserer Ankunft am frühen Abend entsprechend hungrig. Wir erklärten uns, blöderweise, bereit für alle Hamburger zuzubereiten was zur Folge hatte, dass der ganze Van nach Frittenbude stank und noch dazu unser gesamter Herd fettverspritzt war. 😭 Lecker waren sie trotzdem und wir aßen neuerdings zu viert im geräumigeren „Käpt’n Knut“ – dem VW Crafter von Max & Merle. Einige Stunden später, zurück in unserem Van, wollten wir vor dem zu Bett gehen unsere Standheizung anwerfen da der Innenraum seit Untergang der Sonne doch ziemlich ausgekühlt war. Zu unserem Erschrecken quittierte diese jedoch, nach zwei Anlaufversuchen, den Dienst. 😮 Möglicherweise streikte sie auf Grund der Höhe (wir standen auf ca. 4.800 Metern üNN) sowie der Kälte. Die Temperatur war am Abend bereits auf -5 °C gefallen und erreichte in der Nacht ihren Spitzenwert von -13,7 °C. 🥶







Dank unserer warmen Bettdecken sowie dem Sweatshirt, dass ich vorsichtshalber anbehalten hatte, fror ich aber keine Sekunde und unser Innenraumthermometer zeigte morgens um 09:00 Uhr sogar schon wieder 11 °C an. 😊 Wir nahmen uns die Zeit für ein gemeinsames, ausgiebiges Frühstück in der Sonne mit Blick auf die Lagune, wenngleich auch noch warm eingepackt. Als alle Utensilien wieder verstaut waren begaben wir uns auf die zweite Etappe. Wir nahmen uns ausreichend Zeit für Foto- und Filmaufnahmen, da die grandiose Landschaft immer wieder zum Anhalten und Aussteigen verleitete. Die Andenlandschaft war, wie bereits am Tag zuvor, unbeschreiblich schön und wurde nun auch noch von schneebedeckten Bergen gekrönt. Darunter der über 6.300 Meter hohe Riese „Ausangate“. 😍 Auch wir knackten, zum ersten und vermutlich auch letzten Mal während unserer Reise, kurz darauf die 5.000 Meter Marke. Als wir den Pass „Abra de Jahuaycate“ überquerten zeigte unser Navi tatsächlich 5.121 Meter an… WAHNSINN!!! 🤩 Da so hoch oben jedoch ein eisiger Wind pfiff schossen wir nur schnell ein paar Erinnerungsfotos, bevor es langsam aber sicher wieder den Berg hinab ging. Nach dem wir eine Straßensperre, bestehend aus sturen Alpakas, überwunden hatten mussten wir kurz darauf schon wieder stoppen. Diesmal wollte ein freundlicher Kontrolleur unsere Personalien aufnehmen und er freute sich so sehr über das, sicherlich unerwartete, Aufeinandertreffen mit Deutschen dass er uns sogar um ein paar Erinnerungsfotos bat. 😂 Nach der kurzen Fotosession machten wir uns auf zum auserkorenen Stellplatz für die Nacht, dem Parkplatz unterhalb des Wanderwegs zu den vielfarbigen Bergen sowie dem roten Tal. Die letzten 10 Kilometer ging es über einen sehr schmalen, steil abfallenden Weg nach oben. Wir fühlten uns stark an die Todesstraße in Bolivien zurück erinnert und hofften inständig, dass uns jetzt kein Verkehr entgegenkommen würde. Bis auf ein Auto, ein Motorrad und eine Gruppe Quads wurde unser Wunsch auch fast erfüllt und wir versprachen uns, den Rückweg in etwa zur selben Uhrzeit am späten Nachmittag anzutreten. Dann sollten hoffentlich alle Reisegruppen durch sein…















In der Nacht ereilte Simon die Höhenkrankheit so dass er auf Grund starker Kopfschmerzen erst etliche Stunden nach Mitternacht einschlief. Und auch ich schlief durch sein ständiges hin und her wälzen eher schlecht als recht. 😕 Immerhin sprang unsere Standheizung auf Anhieb an als um 06:00 Uhr in der Früh mein Wecker klingelte. Ursprünglich hatten wir mit Max und Merle vereinbart, unsere Wanderung zu den bunten Bergen gegen 07:00 Uhr am Morgen zu starten um noch vor dem Eintreffen der Reisebusse dran zu sein. Da Simon aber erst vor kurzem eingeschlafen war und noch dazu ganz unerwartet Schneegraupel vom Himmel fiel sagte ich den beiden kurzerhand ab. Die zwei zogen trotz der Kälte und dem trüben Himmel unverdrossen los und kehrten drei Stunden später mit bester Laune zurück. Zwar hatten sie keinerlei Sicht auf die Berge gehabt aber dank der überraschenden Schneewanderung den Ausflug dennoch genossen. 😅 Wir hingegen verschoben das Sightseeing auf den Folgetag in der Hoffnung, dass sich das Wetter bis dahin wieder bessern würde. Den Schlechtwettertag nutzten wir alternativ für die Recherche unserer Weiterreise sowie für die Arbeit an den Laptops. Schweren Herzens verabschiedeten wir uns am Spätnachmittag von unseren liebgewonnenen Reisegefährten, die keinen weiteren Tag in der Höhenlage verbringen wollten. Hoffentlich sehen wir uns bald in ein paar Tagen in Cusco wieder… 💕

Der nächste Tag wartete dann tatsächlich mit einem heiteren Sonne-Wolken-Mix auf. 🌥 Nach dem morgendlichen Koffein-Kick schnürten wir die Wanderstiefel und begaben uns auf den anstrengenden Fußweg hinauf zu dem siebenfarbigen Berg und dem dahinterliegenden, Purpurfarbenen Tal. Bereits nach wenigen Schritten war uns klar, warum die meisten anderen Touristen sich bequem mit dem Motorrad oder Quad nach oben chauffieren ließen: Der steile Anstieg, hinauf auf 5.045 Meter üNN, verlangte uns einiges ab und wir kamen nur langsam sowie schwer atmend voran. Oben angekommen erwartete uns bereits eine ziemlich große Menschenmenge und jeder von ihnen war auf das vermeintlich beste Foto aus. 😅 Wir freuten uns darüber, dass uns der Wettergott hold war und wir einen tollen Blick auf den Regenbogen Berg erhaschen durften. Nach einer kurzen Stärkung, Simon entschied sich für frittiertes Alpaka Fleisch wohingegen ich den mitgebrachten Marmorkuchen vorzog, liefen wir weiter in Richtung des „Valle Rojo“. Die Wolken wurden zwar wieder etwas dichter und es fiel ganz kurz auch ein wenig Graupel aber wir konnten dennoch den spektakulären Rundumblick genießen. 😍 Vier Stunden später gelangten wir wieder an unserem Zuhause an welches wir kurz darauf abfahrbereit machten. Eine weitere Nacht auf 4.800 Metern Höhe wollten wir gerne vermeiden so dass wir am Nachmittag direkt die Weiterreise antraten. 🚐 34 Kilometer später hatten wir bereits 1.300 Höhenmeter hinter uns gelassen und schlugen an der Plaza in dem verschlafenen „Checacupe“ unser Nachtlager auf.


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