Nach einem leckeren und sehr sättigenden Waffelfrühstück bei „Atomic Waffles“ in „Arequipa“ verließen wir die Stadt nach anderthalb Tagen auch schon wieder. Zum einen, weil wir das kleine, historische Zentrum bereits ausreichend erkundet hatten. Zum anderen, weil für den Folgetag in den größeren Städten Perus wieder Demonstrationen und Straßenblockaden angekündigt waren und wir uns nach Möglichkeit von diesem Geschehen fernhalten wollten. Der Verkehr aus der Stadt hinaus floss nur sehr zäh und so kam uns die kleine Unterbrechung in Form eines Lebensmitteleinkaufs gerade recht. Zu unserem Erstaunen gab es in Peru zahlreiche chilenische Ladenketten, darunter auch den teuren Supermarkt „Metro Cencosud“. Generell fielen uns, im Vergleich zum vorher besuchten Bolivien, so einige Unterschiede auf: Beispielsweise waren die meisten Häuser in Peru verputzt, die Nutztiere auf den Feldern zumeist angeleint und am Straßenrand lag deutlich mehr Müll herum. Außerdem hatte die Leibesfülle der Menschen schlagartig mit Grenzübertritt abgenommen und die Frauen trugen statt Tracht vermehrt enge Jeans. Auch die uns entgegenkommenden LKWs waren nicht nur neuer, sondern häufig auch von gehobenem Fabrikat. Vor allem freute uns aber, dass auf den peruanischen Straßen plötzlich wieder sehr viele Kastenwägen unterwegs waren, darunter auch zahlreiche „Renault Master“. Auf fast 5.000 Metern Höhe stoppten wir an einem Aussichtspunkt oberhalb des „Colca Canyons“, von dem aus wir auf sage und schreibe sechs Vulkane blicken konnten. Darunter befand sich auch der aktive, rauchende „Sabancaya“. 😮 Kurz darauf kamen wir nach vierstündiger Fahrt in dem kleinen Örtchen „Chivay“ an welches sich glücklicherweise in der Talsohle des Canyons befand. Ich hatte schon Sorge, dass wir auf über 4.000 Metern übernachten müssten aber glücklicherweise blieben wir dann doch knapp unter dieser Marke. Gemeinsam mit Max und Merle von @anschnallenabfahrt parkten wir in der Nähe der Thermen von „La Calera“ etwas außerhalb und schliefen dort, trotz der Höhe, super gut. 😴




Tags darauf sahen wir uns an der schön gestalteten Plaza von „Chivay“ um in deren Mitte sich ein großer Springbrunnen befand aus dem den ganzen Tag über stimmungsvolle Musik kam. 🎵 Auch die nahegelegenen Markthallen wollten besucht werden und wir fanden dort richtig tolles, exotisches Obst wie z.B. Physalis und Feigen. Das beim Bäcker erworbene Brot ließen wir uns direkt im Van zum Frühstück schmecken bevor wir die Laptops auspackten und uns für einige Stunden an die Arbeit machten. Erstaunlicherweise funktionierte das Internet dort richtig gut, trotz der Lage im zweittiefsten Canyon der Welt. 😀 Am Nachmittag statteten wir dann der Therme, an der wir zuvor übernachtet hatten, einen Besuch ab. Diese befand sich knapp oberhalb des Flussbettes vom „Río Colca“ und bot malerische Ausblicke auf die steilen Felswände, an die sich lediglich ein paar Kakteen krallten. Die drei Becken wurden allesamt von einer natürlichen, heißen Quelle gespeist und waren mit Temperaturen zwischen 36°C und 38°C schon fast zu warm. 😅





Nach dem bewegungsarmen Vortag wollten wir den Donnerstag mal wieder aktiv gestalten. Gemeinsam mit Max und Merle begaben wir uns auf eine 13 Kilometer lange Wanderung durch das „Colca“ Tal. Wir liefen zwar fast durchgängig auf einer asphaltierten Straße aber da diese so gut wie gar nicht befahren wurde störte uns das herzlich wenig. Stattdessen erfreuten wir uns an der schönen Aussicht auf die Inka Terrassen welche sich durch das gesamte Tal zu ziehen scheinen. Welch Arbeit es einmal gewesen sein muss, diese an all den Steilhängen anzulegen! Auch an niedlichen Alpakas sowie von natürlichem Stacheldraht gesäumten Mauern und Reet gedeckten Häusern kamen wir vorbei. Zuvor hatten wir bereits die Überreste einiger „Chullpas“ (= Grabtürme) erkundet und eine Brücke über die tiefe sowie schmale Schlucht des Canyons überquert. Direkt unter dieser Brücke, etwa in der Mitte der steilen Felswand, befanden sich ebenfalls Gräber der Inka. Bis heute weiß niemand, wie sie diese dort anbringen konnten. 😯 Das absolute Highlight war jedoch neuerdings der Vulkan „Sabancaya“ der abermals eine hohe Aschewolke in die Luft beförderte. In „Yanque“ orderten wir dann gemeinsam ein Taxi, welches uns für ein paar „Soles“ zurück nach „Chivay“ brachte, wo wir uns nach der Anstrengung allesamt erst einmal einen süßen „Oreo Frappé“ gönnten. Und da wir auf Kochen so rein gar keine Lust mehr hatten kehrten wir am Abend in einem bei Einheimischen beliebten Lokal ein, wo wir für schlappe 2 € p.P. ein leckeres Menü in Form einer Hühner-Nudel-Suppe sowie gebratener Forelle mit Reis und Salat orderten. 😋












(ähnlich Schwalbennestern)

Am Freitag ging es dann endlich mitten hinein in den „Colca Canyon“. Lediglich der unweit gelegene „Cotahuasi Canyon“ ist noch tiefer. Selbst der berühmte „Grand Canyon“ in den USA ist nur halb so tief wie der, in dem wir uns befanden. 😮 Hier stürzen die Felswände bis zu 1.200 Meter in die Tiefe und das auf einer Länge von 100 Kilometern! Wir folgten den beiden Bremern Max und Merle die Straße entlang in Richtung „Cabanaconde“. Auf dem Weg lagen etliche „Miradore“ und wir stoppten an fast jedem der Aussichtspunkte, um den Blick auf die endlos scheinenden Inkaterrassen sowie tief hinab auf den die Schlucht formenden Fluss zu genießen. Am Zielort angelangt parkten wir die Vans an der Plaza und genehmigten uns dort erst einmal eine kleine Kaffeepause. ☕ Zum Glück haben wir unsere Küche quasi immer dabei! 😅 Frisch gestärkt machten wir uns zu Fuß auf den Weg zu einem etwas außerhalb gelegenen Viewpoint. Direkt darunter fällt der Canyon mit am steilsten ab nur leider war die tief stehende Nachmittagssonne der Aussicht nicht dienlich so dass wir die im Tal gelegene, grüne Oase „Sangalle“ nur schemenhaft erahnen konnten. Und da keiner von uns gewillt war, die 1.050 Meter hinab zu steigen (vor allem weil man diese auch wieder hinauf kraxeln hätte müssen) kehrten wir stattdessen wieder zu den Vans zurück. Einige Kilometer weiter fanden wir am Parkplatz des „Mirador Cruz del Condor“ einen geeigneten, ruhigen Stellplatz für die Nacht. Zumal man von hier aus auch die beste Chance haben soll, die früh am Morgen mit der Thermik aufsteigenden Riesenvögel zu beobachten. 🦅





Dank unseres taktisch klugen Stellplatzes hatten wir morgens um 08:30 Uhr nur ein paar wenige Schritte zu laufen, bis wir die erste Aussichtsplattform erreichten, und waren noch dazu vor den Reisebussen dran. 😛 Tatsächlich ließen die majestätischen Kondore nicht lange auf sich warten und begannen kurz darauf, die sich langsam aufwärmende Luft für ihren Aufstieg gen Himmel zu nutzen. Da wir uns fast auf Augenhöhe mit ihren Nestern befanden, hoch oben an den Felswänden, konnten wir die Könige der Lüfte hervorragend aus nächster Nähe beobachten. 😍 Im Sitzen ähneln die Kondore mit ihren nackten Köpfen ein wenig großen Geiern. Aber im Flug erkennt man bei den männlichen Tieren deutlich den weißen Kragen wohingegen das Gefieder der Weibchen eher bräunlich ist. Wir genossen die Flugshow über eine Stunde lang und waren uns einig, dass diese die 40 Soles (= 10 €) Einfahrtsgeld pro Nase in den Canyon definitiv wert waren. Hätten wir jedoch die eigentlichen Kosten in Höhe von 70 Soles (= 17 €) bezahlen müssen dann wäre dies wiederum zu viel gewesen. In Südamerika staffeln sich die Eintrittskosten nämlich häufig nach Herkunft. Peruaner bezahlen für den Canyon beispielsweise nur 20 Soles, Besucher aus anderen Lateinamerikanischen Staaten 40 und „richtige“ Ausländer dann gleich 70 Soles. Man stelle sich das einmal in Europa vor! Was wohl das Antidiskriminierungsgesetz dazu sagen würde?! 🤨 Egal denn wir hatten bei der Einfahrt das Glück, dass die nette Dame an der Kasse augenzwinkernd meinte, Deutschland läge ja wohl eindeutig in Lateinamerika und wir uns so 30 Soles sparen konnten.










Sonntags traten wir gemeinsam die Weiterreise in Richtung der „Rainbow Mountains“ an. Wir hielten noch einmal kurz an der Plaza in „Chivay“, um uns im Ort noch mit Trinkwasser und ein paar Lebensmitteln einzudecken. Auch das Frühstück wollte vor dem Fahrtag natürlich noch genossen werden und so setzten wir uns mit unseren Müsli Schalen auf eine der vielen Parkbänke. Wir hatten mit Max und Merle einen Übernachtungsspot vereinbart welcher in etwa auf der Hälfte der Strecke lag. So konnte jeder sein eigenes Tempo fahren und als wir dort 130 km und drei Stunden später ankamen waren die beiden Bremer schon vor Ort. 😃 Da sie bereits im Begriff waren, das frühe Abendessen vorzubereiten, und wir ebenfalls hungrig waren luden sie uns netterweise zu sich in den Van ein. 💛 Der Tisch war bereits mit Zutatenschälchen übersäht und, ähnlich wie beim Raclette, konnte so jeder die Füllung für seinen Wrap selbst wählen. 🥙 Nach dem leckeren Essen packten die beiden noch ein für uns neues Kartenspiel aus und nach der zweiten Runde hatte dann auch ich „Wizard“ verstanden. 😅 Das Spiel, bei dem man mitunter ganz schön taktieren muss, machte richtig großen Spaß und falls ihr das tolle Gesellschaftsspiel auch gerne ausprobieren möchtet dann könnt ihr dieses unter nachfolgendem Link bei Amazon erwerben: Link zu Amazon 10% des Kaufpreises kommen dabei unserer Reisekasse zu Gute und somit habt ihr nicht nur bald kurzweilige Spieleabende, sondern gleichzeitig auch uns noch etwas Gutes getan. 😉



Die Nacht verbrachten wir an dem auf 4.200 Meter Höhe gelegenen Restaurant direkt neben der, glücklicherweise wenig Befahrenen und somit ruhigen, Schnellstraße. Mittlerweile waren wir so gut akklimatisiert als dass wir selbst auf dieser Höhe keine Kopfschmerzen mehr bekamen. 😛 Da unser hinterer Stoßdämpfer, mal wieder, Probleme bereitete bemühte ich mich eine möglichst gute Strecke für die Weiterfahrt herauszusuchen, so dass wir auf möglichst viel Asphalt fahren konnten. Leider erwies sich meine Planung jedoch als fehlerhaft denn die vermeintlich kurze Schotterpiste, welche uns auf die Schnellstraße hätte führen sollen, erwies sich als ziemlich lang. Und noch dazu hatte ich Max und Merle, die eigentlich eine andere Route hätten fahren wollen, zum Mitfahren überredet. 🙈 Zum Glück nahm mir keiner meine Fehlentscheidung krumm! Letzten Endes hatten wir sogar Spaß an der abenteuerlichen Fahrt, während der es immer wieder tiefe Kuhlen sowie einen Bachlauf zu überwinden galt. So kamen wir zwar deutlich später als erwartet, dafür aber wohlbehalten, an unserem Tagesziel an. Wir hatten uns für einen Stellplatz im „Hotel de Turistas“ in „Sicuani“ entschieden. Für gerade einmal 20 Soles (= 5 €) pro Auto durften wir auf dem schönen, weitläufigen Gelände übernachten. Nutzung der sauberen Sanitäranlagen selbstverständlich eingeschlossen. Dort angelangt stießen wir erst einmal auf die just erreichten 1.000 YouTube Follower von Max und Merle an während Simon unter unserem Auto lag und es tatsächlich schaffte, zum dritten Mal unseren hinteren linken Stoßdämpfer zu reparieren. Hungrig und müde nach diesem verrückten, anstrengenden Fahrtag entschieden wir kurzerhand bei einem Lieferdienst Pizza zu ordern und den Abend gemütlich im Hotelgarten ausklingen zu lassen. 🍕🍷

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