NEW BLOG POST 🇧🇴 (16. – 21.06.2023) Cochabamba – Nationalpark Sajama

Nach unserer Rückkehr aus dem Nationalpark „Torotoro“ hatten wir, zwecks Lebensmitteleinkäufen, einem Date mit der heißen Dusche im Hostel sowie zweier Video-Uploads, noch eine weitere Nacht in „Cochabamba“ verbracht. Am Samstagmittag begaben wir uns dann von dort aus auf die Weiterreise. Unser nächstes Ziel war der Nationalpark „Sajama“ welcher auf einer Höhe von 4.200 Metern üNN liegt. Entsprechend kurvig war unser erster Fahrtag, da es in Summe bis zu unserem Schlafplatz für die Nacht 1.300 Höhenmeter zu überwinden galt. 😮 Zumeist war die Strecke nur einspurig und es galt neuerdings zahlreiche Lastkraftwagen zu überholen welche nur langsam den Berg hinaufkrochen. Nicht immer war weit im Voraus einsehbar, ob einem Verkehr entgegenkommen würde und so war die Fahrt mitunter doch sehr abenteuerlich und anstrengend. Auch das Tanken gestaltete sich erstmals etwas beschwerlicher. Wir fanden partout keine Tankstelle, die uns den Diesel direkt in den Tank füllen wollte. So blieb uns also nichts anderes übrig als unseren 20 Liter Kanister mehrmals befüllen zu lassen. Das geht aber auch nur dann, wenn man eine Kopie eines Bolivianischen Ausweises vorweisen kann. Zum Glück hatten wir bereits Eine und beschafften uns von einem freundlichen Ladenbesitzer neben der Tankstelle noch eine Weitere. So konnten wir zumindest pro Tankstelle zweimal den Kanister füllen lassen. Dafür bekamen wir den Sprit aber zum Preis der Einheimischen was in etwa 0,50 €/Liter entspricht so dass es die Mühen allemal wert war. 👍 Gegen 17 Uhr kamen wir an der Plaza des Örtchens „Caracollo“ an um hier nach fast 200 Kilometern Fahrt zu nächtigen. Die Höhe spürten wir nicht nur an den deutlich frischeren Temperaturen, sondern bei mir machte sich auch direkt leichter Kopfschmerz bemerkbar weswegen ich uns erstmals einen Tee aus Kokablättern zubereitete. Dieser soll angeblich gut gegen Symptome der Höhenkrankheit helfen. Ich bin gespannt… 😉

Auf dem Weg nach „Sajama“ ging es ziemlich kurvig zu
Ein Überholmanöver jagte das Nächste 🙈
Und es ging mal wieder hoch hinauf 😮‍💨
Stellplatz in „Caracollo“

Wir schliefen gut und wachten am nächsten Morgen ohne jegliche Symptome auf. Koka-Tee hin oder her. 😂 Da wir, auf Grund der bevorstehenden kalten Nächte mit deutlichen Minustemperaturen, kein Risiko eingehen wollten ließen wir noch an Ort und Stelle unser Wasser ab. Wir entleerten den Tank sowie den Boiler und sämtliche Zuleitungen damit unser Wassersystem keinen Schaden nehmen kann. Die nächsten Tage mussten wir behelfsmäßig mit Wasserkanister kochen und spülen. 🤷‍♀️ Bis wir gefrühstückt hatten und an einer Tankstelle noch einmal zwei Kanister voll Diesel erworben hatten war der halbe Tag schon um. 🙈 Glücklicherweise konnten wir die verbleibenden 195 Kilometer bis in den Nationalpark schnell abspulen da die Straße in sehr gutem Zustand war. Und dank der wahnsinnig schönen Landschaft verging die Zeit wie im Flug. Bereits auf dem Weg nach „Sajama“ durften wir den Blick auf die 6.000 Meter hohen Berge genießen. 💕 Der Berg „Sajama“, seines Zeichens auch Namensgeber des Nationalparks, ist mit einer unglaublichen Höhe von 6.542 Metern der höchste Berg Boliviens und einer der höchsten Vulkane weltweit. 😯 Dieser ist jedoch bereits seit mindestens 25.000 Jahren erloschen. Am Nachmittag gelangten wir dann in dem kleinen Dorf an und parkten unseren Van, auf Empfehlung von Lydia und Ju, vor dem „Hotel Sajama“. Dort durften wir freundlicherweise kostenlos die Toilette nutzen sowie gegen einen kleinen Obolus auch die Dusche. Da wir uns hierfür selbstverständlich erkenntlich zeigen wollten aßen wir im dazugehörigen Hotel zu Abend. Das kleine, aber feine drei Gänge Menü kostete schlappe 4 € pro Person. 👍 Allerdings war der Gastraum unbeheizt und so aßen wir dick eingepackt mit Mütze, Handschuhen und Jacke zu Abend. Schon verrückt: Vor nicht einmal zwei Wochen haben wir abends noch geschwitzt und nur mit Leintuch sowie mit Ventilator geschlafen und jetzt müssen wir abends wieder die Standheizung einschalten. 🤣

Tolle Ausblicke auf die Schneeberge 🏔
Einfahrt in den Nationalpark
Im Hintergrund der Vulkan „Sajama“ &
im Vordergrund Lamas 🦙🦙🦙
Unser verdientes Abendessen nach der langen Fahrt

Am Montagmorgen warfen wir nach dem Aufwachen direkt unsere Heizung an und verließen das mollig warme Bett erst rund eine Stunde später, als unser Innenraum auf immerhin 14°C aufgeheizt war. 😊 Draußen tat die Sonne bereits ihren Dienst und ohne Wind war es tagsüber relativ angenehm, obgleich wir in der Nacht -10°C zu verzeichnen hatten. Gegen Mittag verließen wir unser kuscheliges Zuhause und machten uns zu Fuß auf eine kleine Wanderung zum „Monte Cielo“. Der Weg verläuft ab dem Ort kerzengeradeaus hinauf bis zu einem „Mirador“ welcher sich auf 4.550 Metern üNN befindet. Auf Grund der dünnen Luft waren die 300 Höhenmeter, die es bis zum Aussichtspunkt zu überwinden galt, anstrengender als sonst und wir benötigten für die gerade einmal zweieinhalb Kilometer lange Strecke eine Stunde. 😅 Wir hatten neuerdings super schöne Aussichten auf die umliegenden, mitunter schneebedeckten Gipfel sowie hinab ins Tal wo die Lama-Herden weideten. Auch eine kleine Rauchfahne von dem auf chilenischer Seite gelegenen Vulkan konnten wir sehen. Nach dem Abstieg machten wir es uns mit einer Tasse Tee im Van gemütlich, arbeiteten noch eine Weile an den Laptops und verspeisten abends leckeres Kartoffel-Gratin aus dem Omnia. 😋

Seht ihr den Hasen?
Los geht’s auf den „Monte Cielo“
Blick zurück aufs Dorf & noch mehr Vulkane
Ganz schön steil 😮‍💨
Die älteste Baumart der Welt die noch dazu in der höchsten Höhe gedeiht
Am Mirador angelangt
Wir haben es geschafft 😀
Auf gleichem Weg, kerzengerade aus, wieder zurück

In der Nacht von Montag auf Dienstag schlief ich super schlecht was wahrscheinlich mal wieder an der Höhe lag. So war es auch nicht weiter schlimm, dass bereits um 05:00 Uhr der Wecker klingelte um die Heizung anzuschalten da ich sowieso schon wach war. 😅 Eine Stunde später standen wir dann auf um Kaffee zu kochen, die Rucksäcke zu packen und uns warm anzuziehen. Als wir uns auf den Weg machten schien bereits die Sonne von einem wolkenlosen, azurblauen Himmel aber dennoch lagen die Temperaturen noch leicht unter dem Gefrierpunkt. Beim Laufen wurde uns aber schnell warm und etwa acht Kilometer später gelangten wir an unserem Ziel, einem Geysir-Feld, an. Dort parkte ein „Defender“ mit Wohnkabine und deutschem Kennzeichen. Wie sich schnell herausstellte gehört dieser Sabine und Michael aus Forchheim in Franken. Die beiden haben eine sehr ähnliche Route wie wir und dennoch hatten sich unsere Wege bis dato noch nie gekreuzt. Nach einem kurzen Plausch mit den beiden liefen wir dann zu den kochend heißen, dampfenden sowie sprudelnden Quellen mit bis zu 130 Grad warmem Wasser. 😮 Wasserspeiende Geysire oder blubbernde Schlammlöcher gab es hier jedoch nicht. Wir frühstückten zwischen den brodelnden Geysiren und freuten uns einmal mehr darüber, dass hier rein gar nichts abgesperrt ist und wir uns selbst unsere Wege suchen konnten. Zurück liefen wir querfeldein, entlang des warmen Bächleins auf feinem, schwarzen Lava-Sand und durch die Lama sowie Alpaka Herden. 🦙🦙 Im Dorf angelangt plagte uns nach der 16 Kilometer langen Wanderung und der vielen frischen Luft der Hunger weswegen wir uns im Hotel ein sättigendes Mittagsmenü gönnten. Am Nachmittag fuhren wir dann, gemeinsam mit Sabine und Mike, zu natürlichen Hot Pools. Der von uns auserwählte gehörte einer älteren Dame namens „Dona Ines“ und für schlappe 15 BS (= 2 €) pro Person durften wir ihren 34°C warmen, natürlichen Pool nutzen sowie auf ihrem weitläufigen Gelände nächtigen. Wir verbrachten rund zwei Stunden im angenehm warmen Wasser und sahen dabei zu, wie die schmale Mondsichel aufging und sich über uns ein fantastischer Sternenhimmel breit machte. 🌙🌟💫

Die hübsche, alte Steinkirche an der Plaza
Quer durch die Alpaka & Lama Herden 🥰
Na wer steht denn da?!
Weiter geht’s zu den Geysiren
Dort trafen wir auf Mike & Sabine 😀
Überall dampfte das kochend heißen Wasser
Bis zu 130 Grad heiß 🥵
Und die 8 km wieder zurück
Diesmal querfeldein durch die Lamas 🥰
Stellplatz auf dem Gelände von „Doña Ines“
Wohltuend warmes Wasser 😌

Da sowohl die einsame Landschaft als auch das warme Becken gar so herrlich waren verbrachten wir noch einen weiteren Tag an diesem schönen Stellplatz. Wir genossen das schöne Wetter, die Einsamkeit und ein weiteres, ausgiebiges Bad im Hot Pool wo ich mir sogar die Haare waschen konnte. Außerdem blieb uns so genug Zeit, um die Weiterreise nach „La Paz“ sowie die Radtour auf der „Yunga Todesstraße“ zu planen. Freut euch also schon jetzt auf den kommenden Blog-Eintrag. 😛

Sabine & Mike fuhren weiter…
Wir hingegen genossen noch einmal ausgiebig das Thermalbecken 😇
Schöner Sonnenuntergang inklusive 🌅
Der „Sajama“ leuchtet in der untergehenden Sonne ☀️

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.


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