An unserem ersten Tag in „Uyuni“ begaben wir uns direkt morgens auf den Weg zu einer der hiesigen Werkstätten, wo wir noch für 14:00 Uhr am selben Tag einen Termin erhielten. 👍 Wir fuhren zurück ins kleine Zentrum und kümmerten uns, nach dem Frühstück, erst einmal um die organisatorischen Dinge. Bei „entel“ besorgten wir uns eine neue SIM-Karte und buchten für umgerechnet 22 € ein Datenpaket, welches uns 30 Tage Datenvolumen ohne jegliche Beschränkung zur Verfügung stellen sollte. Weiter ging es zur „BNB“ (Banco Nacional Bolivia) wo wir völlig problemlos und sogar gebührenfrei Geld abheben konnten. Als nächstes stand, nach den extrem staubigen Tagen auf der Lagunen Route, eine ausgiebige Dusche auf dem Programm. Die öffentliche Dusche war zwar blitzblank sauber aber leider war das Wasser maximal lauwarm so dass ich diese nicht wirklich genießen konnte. 😕 Aber egal, zumindest waren meine Haare danach endlich mal wieder schön frisch und sauber. Am frühen Nachmittag fuhren wir erneut zur Werkstatt und, wie erwartet, teilte man uns dort mit das eine Reparatur bzw. die Beschaffung neuer Stoßdämpfer im kleinen „Uyuni“ nicht möglich sei. Wir könnten aber selbst mit kaputtem Stoßdämpfer ohne Probleme auf den spiegelglatten „Salar de Uyuni“ sowie anschließend weiter über die Asphaltstraße in die ca. 400 km entfernt liegende Hauptstadt „Sucre“ fahren. Laut dem Mechaniker sollten wir dort problemlos Ersatz erhalten können. Zwischenzeitlich hatten wir per E-Mail auch die Firma „Marquart“ kontaktiert von denen wir die derzeit verbauten und extra verstärkten Stoßdämpfer haben. An und für sich sind wir mit diesen nämlich extrem zufrieden und die Probleme sind unserer Meinung nach den schlechten Straßen und nicht dem Material geschuldet. Prompt erhielten wir vom Firmeninhaber Antwort, dass er bereit wäre uns einen neuen Satz nach Bolivien zu senden insofern wir ihm eine Adresse geben könnten. 😀 Wie wir jedoch aus eigener Erfahrung sowie von Timo und Alina alias sprintour wissen, kommen Päckchen aus dem Ausland aber nicht gerade problemlos in Südamerika an… Und auch unsere Container-Buddys Lydia und Ju alias a_donde.voy, die über gute private Kontakte in „Sucre“ verfügen, rieten uns wärmstens von dem Vorhaben ab. 🤷♀️ Bevor wir uns weitere Gedanken über die Reparatur machten ließen wir uns erst einmal ein sehr schmackhaftes und noch dazu extrem günstiges Mittagsmenü schmecken. In einem Lokal, in dem vorrangig Einheimische zu Mittag essen, teilten wir uns für schlappe 1,40 € einen großen Teller Mais-Suppe sowie als Hauptgericht ein hauchdünnes Stück paniertes Rindfleisch mit Reis und pochiertem Ei. 😛 Zurück am Van räumten wir den Kofferraum aus um unsere Wasserpumpe zu checken und erfreulicherweise befand sich diese in tadellosem Zustand. Wahrscheinlich war während der einen, extrem kalten Nacht an den Thermen lediglich das Wasser im Zuleitungsschlauch eingefroren was dazu geführt hatte, dass kein Wasser mehr aus unserem Wasserhahn mehr kam. Somit konnten wir unser Waschbecken nun wieder bedenkenlos nutzen und da wir schon einmal den Kofferraum ausgeräumt hatten, befreiten wir diesen sowie den Innenraum unseres Fahrzeuges bei der Gelegenheit auch gleich noch grob vom Staub der letzten Tage. 😊


(Das Schwarze sind tatsächlich Kartoffeln…)
Am Donnerstagmorgen pflegten wir mal wieder ausgiebig unsere sozialen Kontakte da wir nun ja wieder online waren. Dabei ereilte mich auch die freudige Nachricht, dass eine sehr gute Freundin von mir Ende November ihr drittes Kind erwarten wird. 🥰 Das Frühstück ließen wir an diesem Tag zu Gunsten eines erneuten Mittagmenüs ausfallen. Diesmal gab es für jeden von uns einen großen Teller voll Nudelsuppe gefolgt von Hähnchen mit Reis und schwarzen Kartoffeln. Und da wir nicht so spät wie am Vortag zum Essen erschienen waren, war sogar noch alles richtig schön heiß. Auch ein kleiner Wackelpudding sowie ein Getränk waren in dem Preis von 1,40 € inbegriffen. 🙈 Anschließend schlenderten wir über den sehr großen Wochenmarkt auf dem es alles und nichts zu kaufen gab. Wir erwarben dort u.a. Obst, Honig sowie Toilettenpapier und kauften den Rest in einem der „Minimercados“. Große Supermärkte werden wir in Bolivien wahrscheinlich eher selten finden aber das Einkaufen in der Form macht ja auch irgendwie Spaß und bei diesen Preisen sowieso. 😇 Und auf dem Markt fand ich sogar noch einen neuen Föhn. 😀 Bleibt zu hoffen, dass dieser im Gegensatz zu seinem Vorgänger den Dienst am Wechselrichter unseres Vans nicht verweigern wird… Auf dem Weg zurück zum Van schnappten wir auf der Straße noch ein Dessert in Form von einem großen Stück süßem, aber sehr saftigem Schoko-Kuchen. Auch vier Empanadas fürs Abendessen waren noch drin so dass unsere Küche an diesem Tag komplett kalt blieb. 😋

Ein paar Dinge fielen uns in Bolivien sofort auf da sie in krassem Kontrast zu den bisher von uns besuchten Ländern in Südamerika stehen. Beispielsweise sind die Menschen hier alle sehr klein so dass selbst ich mit meinen knapp über 1,60 Meter den Kopf einziehen muss, wenn ich unter den Sonnensegeln hindurchlaufen möchte bzw. den Leuten hier auf den Kopf hinab schauen kann. 😮 Außerdem tragen sehr viele Menschen hier noch Mundschutz und zwar nicht nur innerhalb von öffentlichen Gebäuden, sondern selbst auf der Straße. 😯 Des Weiteren hatten wir uns „Uyuni“, vor allem in seiner Funktion als Touristen-Hotspot, ganz anders vorgestellt. Die meisten Häuser hier sind unverputzt so dass man den blanken Backstein sieht und es gibt, vor allem im Vergleich zu „San Pedro de Atacama“, eher wenige schicke und extra auf Touristen ausgerichtete Lokalitäten. Als wir beispielsweise über den großen Wochenmarkt schlenderten sahen wir außer uns nicht einen anderen Ausländer. Wahrscheinlich rauschen die meisten Touris hier nur mit ihrer Jeep-Tour durch. 🤷♀️ Und insbesondere die Frauen tragen hier noch sehr häufig die traditionelle, bolivianische Kleidung. Mit ihren langen, schwarzen geflochtenen Zöpfen, den Hüten sowie den voluminösen Röcken sind sie wirklich hübsch anzuschauen. Genauso haben wir uns Südamerika vorgestellt. 😍
Da ich mich am Freitag nicht ganz so fit fühlte ließen wir auch diesen Tag ruhig angehen. Vermutlich auf Grund der starken Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht hatte ich mir einen leichten Atemwegsinfekt eingehandelt. Die Nase lief mir irgendwie schon seit „San Pedro“ auf Grund der furchtbar trockenen Luft permanent und nun kratzte auch noch mein Hals ein wenig. 😕 Am Nachmittag schauten wir uns auf dem Eisenbahnfriedhof, dem „Cementerio de Trenes“ um. Dieser gilt als größter seiner Art weltweit und hier rosten, wahrscheinlich noch die nächsten hundert Jahre lang, rund 100 alte Lokomotiven und Wagons vor sich hin. Die ältesten stammen aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert und dienten damals dem Transport der wertvollen (Edel-) Metalle aus den umliegenden Mienen, von Bolivien bis nach Antofagasta an der Pazifik-Küste. Im Licht der langsam untergehenden Sonne schimmerten die rostenden Eisenbahnüberreste besonders schön und wir nahmen uns Zeit zwischen diesen herumzuturnen. 🙃









Am nächsten Morgen fühlte ich mich, nach ausreichend Schlaf und einer ruhigen Nacht am Eisenbahnfriedhof, glücklicherweise schon wieder richtig fit. Allerdings vertrödelten wir irgendwie den Vormittag mit diversen Telefongesprächen. Unter anderem erteilten wir Lydia und Ju auf Grund der extrem schwierigen Sachlage eine Absage und baten darum, sich nicht weiter um den möglichen Versand unseres Ersatzstoßdämpfers zu kümmern. Dieser würde zu 99,9% sowieso nicht ankommen und außerdem wollten wir deswegen nicht gefühlt halb Bolivien in Aktion versetzen. 🙈 Irgendwie werden wir in Sucre schon neue Stoßdämpfer erhalten, wenngleich vermutlich auch nicht derart gute. So entschieden wir, nach einem kurzen Plausch mit einem Reisenden aus Mannheim, doch nicht wie ursprünglich geplant auf den „Salar“ zu fahren. Stattdessen parkten wir unseren Van noch einmal an dem vorherigen Stellplatz in der Stadt vor der Militärbasis. Während sich Simon einem neuen Video widmete buk ich für uns ein paar Heidelbeer-Muffins für die kommenden Nachmittage. 🧁 Da ich mit der Muffin-Form bis dato jedoch noch keine großen Erfahrungen gemacht hatte, quoll die erste Ladung in der Omnia-Silikonform erst einmal voll obendrüber. Beim nächsten Mal weiß ich, dass ich die Förmchen wohl nur zu maximal 2/3 füllen darf. 🙈 Etwas unmotiviert auf Grund der vorherigen Erfahrung wagte ich anschließend noch einmal das Abenteuer öffentliche Dusche und probierte diesmal eine andere aus. Jedoch wurde ich diesmal von den „Duchas Paraiso“ mehr als positiv überrascht denn scheinbar handelte es sich hierbei um die lokale Wellnessoase. 😅 Hier warteten ganze Familien auf das Freiwerden von einer der fünf geräumigen Duschkabinen welche über richtig schön heißes Wasser verfügten. Außerdem gab es hier sogar eine Sauna sowie ein Dampfbad und einen Pool für die Kinder. 😀 Den Abend ließen wir dann gemütlich im Restaurant „Tacurú“ ausklingen. Zum einen, weil das Essen dort bei unserem ersten Besuch einfach unglaublich lecker war und zum anderen, weil das dortige WLAN gut funktionierte und wir so nebenbei auch noch drei Videos hochladen konnten. 👍


Am Sonntagmorgen starteten wir dann endlich das Abenteuer „Salar de Uyuni“. In „Colchani“ bogen wir auf die größte Salzpfanne der Erde ein welche sich über sagenhafte 10.000 km² erstreckt was einer Länge von 140 km und einer Breite von 110 km entspricht. 😮 Auf Grund der unglaublichen Fernsicht, man sieht eigentlich nur Weiß und Blau, sieht man jedoch stetig die umliegenden Berge welche den Salzsee einrahmen. Anfangs war es etwas gewöhnungsbedürftig so ganz ohne Straßen oder richtige Wege zu navigieren aber nach dem wir uns daran gewöhnt hatten, den dunkleren Fahrspuren (auf Grund des Gummiabriebs) auf der weißen Salzfläche zu folgen ging es eigentlich ganz gut. Als erstes stoppten wir an dem der Rallye Dakar gewidmeten Monument hinter welchem sich auch das bunte Fahnenmeer befindet. 😍 Zuletzt donnerten die Rallyefahrer wohl im Jahr 2016 über das endlose Weiß. Nach dem wir uns noch kurz im Salzhotel umgeschaut hatten, in dem vom Boden über die Wände bis hin zu Tischen und Stühlen wirklich alles aus Salz besteht, machten wir uns auf die Weiterfahrt zur Kakteeninsel. 🏜 Es ging rund weitere 50 km hinaus in die unendliche Weite bis wir an der „Isla Incahuasi“ angelangten welche sich fast exakt in der Mitte des Sees befindet. Nach dem wir die 30 BS p.P. (ca. 4 €) Eintrittsgebühr entrichtet hatten sahen wir uns auf der wunderschönen Insel, welche hauptsächlich aus Lavagestein besteht, um. Wir bestaunten die mitunter bis zu 6 Meter hohen Säulenkakteen die gerade einmal einen Zentimeter pro Jahr an Höhe gewinnen. Die meisten der Kakteen sind somit bereits viele hundert Jahre alt. 😯 Das Panorama, über die Kakteen hinweg auf den Salzsee, war unbeschreiblich schön und wir genossen den Spaziergang über und um die Insel herum sehr. Nach dem all die vielen Touren-Jeeps von dannen gezogen waren hatten wir den Stellplatz dann auch ganz für uns alleine. 🙃 Wir sahen noch ein Weilchen der untergehenden Sonne zu bevor wir vor der aufkommenden Kälte flüchteten und im Van unsere Standheizung anwarfen.












Die Nacht war erwartungsgemäß ruhig und dank der Sonne, die erneut von einem azurblauen Himmel strahlte, wurde es am nächsten Morgen auch relativ schnell wieder warm. ☀😎 Wir verabschiedeten uns von der „Isla Incahuasi“ und fuhren zurück in Richtung Salzhotel. Irgendwo im Nirgendwo, Mitten in der Endlosigkeit, stoppten wir für unsere Frühstückspause. Dass war definitiv einer der coolsten und zugleich surrealsten Frühstücksspots überhaupt. Eine bessere Aussicht kann es fast nicht geben. 🥰 Nach dem wir gemütlich gefrühstückt hatten schossen wir noch einige lustige Fotos was auf dem „Salar“, dank dem einfachen Spiel mit den Perspektiven, selbst uns als Kamera-Laien ganz gut gelang. Als alle Requisiten wieder im Van verstaut waren fuhren wir zurück in Richtung „Colchani“. Bevor wir den Salzsee wieder verließen schauten wir uns noch die wirklich gut gemachten Salzskulpturen sowie den „Stairway to Heaven“ an. Wenn man alle Stufen, die rein aus Salzblöcken bestehen, erklommen hat fühlt man sich dank der Höhe sowie der Fernsicht tatsächlich ein wenig wie im Himmel. 😇 Am späten Nachmittag ging es dann zurück nach „Uyuni“ wo wir unseren Bus neuerdings vor der Militärbasis parkten. Müde von all den vielen Eindrücken, aber auch von dem blendend hellen Weiß, beschlossen wir ein letztes Mal im Restaurant „Tacurú“ einzukehren da wir auf Kochen so rein gar keine Lust mehr hatten. 😋



















Am kommenden Morgen spielte uns die Militärkapelle ganz unerwartet ein Ständchen und wir unterhielten uns noch nett mit einem älteren Ehepaar aus der Schweiz, welches ebenfalls hier in ihrem schicken Mercedes Sprinter mit Wohnkabine übernachtet hatte. Anschließend stand erst einmal eine ausgiebige Autowäsche auf dem Programm um all das Salz sowie den Schmutz der Lagunen Route wieder los zu werden. Die Jungs von der „Lavadero Maria Elena“ leisteten einwandfreie Arbeit und eine halbe Stunde später war unser Bussi fast nicht wieder zu erkennen und erstrahlte in fast vergessenem Glanz. 🤩 Und das für gerade einmal 120 BS was umgerechnet 16 € entspricht. Weiter ging es zur Tankstelle wo wir auf Anhieb, nach dem wir die Zauberworte „sin factura“ (ohne Rechnung) und „en efectivo“ (bar) ausgesprochen hatten auch anstandslos zu einem ganz ordentlichen Kurs (6 BS pro Liter = 0,80 €) Diesel erhielten. In Bolivien kann sich das Tanken mitunter wohl ziemlich schwierig gestalten da Ausländer einen anderen Preis entrichten müssen als Einheimische. Zusätzlich muss für „gringos“ auch eine Rechnung erstellt werden weswegen sich der ein oder andere Tankwart wohl generell weigert, Sprit an Ausländische Kunden zu verkaufen. Mal sehen, ob wir diese Erfahrung noch machen werden oder ob sich weiterhin alles so einfach gestalten wird! 👍 Mittlerweile war es spät am Mittag und da wir auf das Frühstück verzichtet hatten knurrten unsere Mägen zwischenzeitlich doch sehr. Wir kehrten letztmalig in das Lokal mit dem günstigen Mittagsmenü ein und freuten uns abermals über ein kleines, aber durchaus feines Menü. 😉 Im Supermarkt organisierten wir anschließend noch 20 Liter Trinkwasser und bevor wir „Uyuni“ nach sechs schönen Tagen dann endgültig den Rücken zukehrten gingen wir im „Spa“ noch einmal ausgiebig duschen. Als alle to dos abgehakt waren machten wir uns am späten Nachmittag bei schönstem Sonnenlicht auf die Weiterfahrt in Richtung „Potosí“. Es ging kurvenreich über zahlreiche Bergketten welche in den schönsten Rottönen schimmerten bis hin zu einem netten Stellplatz etwas abseits der Hauptstraße wo auch wieder einige Lamas weideten. 🦙🦙🦙





Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.
Entdecke mehr von Vanlife & Reisen
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.