NEW BLOG POST 🇨🇱 (28.04. – 04.05.2023) Hornitos – San Pedro de Atacama

Während unserer vorletzten Nacht am Meer hörten wir immer wieder die Wellen am Strand anbranden. Am Morgen widmete ich mich nach einer Runde Yoga mit Mady Morrison den ausstehenden Blog Beiträgen sowie der Bolivien Recherche, da wir in ein paar Tagen in Land Numero 6 einreisen werden. Simon warf derweil vom Strand aus seine neue Angel aus und ich unternahm nachmittags noch einen langen Strandspaziergang an dem schönen, einsamen Sandstrand. Entsprechend hungrig verzehrten wir am Abend die Hälfte der frisch gebackenen Käse-Schinken-Lauch Quiche. 😋

Goodbye Küste – schön war’s 😀

Am Freitagmorgen verließen wir den schönen Stellplatz und fuhren rund 160 km die Küste entlang in Richtung „Calama“. Wir sagten dem Pazifik vorerst „Lebewohl“, da wir frühestens in ein paar Wochen oder gar Monaten irgendwo in Peru wieder auf ihn treffen werden. Mitten im Nirgendwo der trockensten Wüste der Welt fanden wir aber neuerdings, dank der „iOverlander“ App, einen wundervollen Übernachtungsplatz inmitten einer kleinen Oase. Ein schmales Flüsschen, gespeist vom Schmelzwasser der umliegenden Andengipfel, staute sich in einem Canyon zu einem natürlichen Badesee auf welchem zahlreiche Haubentaucher schwammen. Um den See herum befanden sich viele Sitzgelegenheiten unter schattenspendenden Lauben sowie etliche Grillstellen. Bei unserer Ankunft läutete dort eine Horde Minenarbeiter bei bester Laune das Wochenende ein. Kurz nach dem ich zu Simon meinte, dass man uns in Argentinien sofort zum BBQ mit eingeladen hätte kamen zwei der Männer mit den übrigen Fleisch- und Wurstresten sowie zwei kalten Softdrink-Dosen zu uns. 😅 Wenngleich sie deutlich weniger gesprächig waren als die Argentinier so war dies doch eine super nette Geste. Kurz darauf luden uns zwei andere chilenische Männer dann noch auf einen Schluck kalte Cola ein und ließen uns sogar noch eine Flasche Wasser da. 👍 Als alle von dannen gezogen waren wagte ich mich für ein schnelles Bad inklusive Haarwäsche in den, sagen wir mal sehr erfrischenden, Tümpel. 🥶 Es kam immer mal wieder ein vereinzeltes Auto an die Oase aber am Abend hatten wir diese dann ganz für uns alleine. Simon konnte ein wenig Brennholz sowie die restliche Grillkohle der Minenarbeiter zusammenklauben und so Verlegten wir unsere Küche kurzerhand nach draußen auf eine der Feuerstellen. Rechtzeitig zum Einbruch der Dunkelheit und somit auch dem Ausschwärmen der Schnaken wurde unsere extrem leckere Thunfisch-Bolognese mit dem restlichen, eingefrorenen Tatar fertig. 😋 Den mit Sicherheit sehr klaren Sternenhimmel konnten wir auf Grund der vielen Straßenlaternen, welche den Platz am Abend und in der Nacht hell erleuchteten, leider nicht wirklich gut sehen aber stattdessen konnten wir seit Ewigkeiten mal wieder zwei Fledermäuse während ihrer Jagd über den Badeteich beobachten. 🦇

Welch herrliche Oase 🏝
Wenn das Wasser noch etwas wärmer gewesen wäre…
Kostenfreie Outdoor Küche 👍🏻
Bolognese aus frischem Thunfisch-Tatar
😋😋😋 YUMMY

Nach unserem morgendlichen Kaffee ging es weiter nach „Calama“. Wir hätten hier gerne an einer Tankstelle unseren Wassertank aufgefüllt aber leider verwehrte man uns den Zugang. Hier in der „Atacama“ Wüste ist Wasser nun mal ein sehr rares Gut welches in der Regel von Tanklastern gebracht wird. Da unser Reservoir schätzungsweise noch halbvoll war brachen wir die Wassersuche direkt ab und fuhren weiter zum großen Parkplatz des „Líder“ Supermarktes. Leider quoll die „iOverlander“ App vor Einbruchsmeldungen geradezu über weswegen Simon beim Auto blieb während ich den Großeinkauf im letzten großen Supermarkt vor „Uyuni“ in Bolivien alleine erledigte. Bevor wir auf dem Weg dorthin eventuell Hunger leiden müssten deckten wir uns lieber noch einmal mit teuren Vorräten ein. 🙈 Nach unserem „Spätstück“ auf dem Supermarktparkplatz ging es weiter in die Wüstenoase „San Pedro de Atacama“. Auf dem Weg dorthin konnten wir auf 3.500 Metern Höhe endlich mal wieder drei „Guanakos“ sowie ein paar Grasbüschel erspähen. Kurz vor dem Ortseingang stoppten wir an einem Aussichtspunkt ins „Valle de la Luna“. Kurioserweise trafen wir dort nicht nur auf drei Geschäftsreisende aus Heidelberg, sondern machten dort auch Bekanntschaft mit Karsten und Theresa aus Backnang bei Stuttgart. 😂 Die beiden sind seit Dezember mit dem Rucksack unterwegs und setzen ihre durch Corona unterbrochene Süd- und Mittelamerika Reise fort. Wir waren uns auf Anhieb sympathisch weswegen wir uns direkt für den kommenden Tag zum Abendessen verabredeten. Ich fühlte mich an diesem Tag ein wenig unwohl, vermutlich auf Grund der Höhe denn „San Pedro de Atacama“ liegt immerhin auf ca. 2.500 Metern üNN. Plötzlich lief mir ständig die Nase, der Kopf schmerzte und ich fühlte mich trotz gutem Schlaf extrem müde weswegen wir direkt unser Nachtquartier aufschlugen. Wir verbrachten die Nacht, in bester Gesellschaft von drei weiteren Campern aus Argentinien bzw. Brasilien, vor dem Friedhof gegenüber der örtlichen Feuerwehr.

Mirador Valle de la Luna 🌔
Sieht bereits von oben spektakulär aus
Stellplatz vorm Friedhof in „San Pedro de Atacama“
Nette Gesellschaft & schöne Aussicht inklusive

Den nächsten Tag ließen wir zwecks Akklimatisierung gemächlich angehen. Während Simon sich mit dem neuen Video beschäftigte schaute ich mich in dem urigen, wenngleich auch sehr touristischen, kleinen Ortskern um. Dieser besteht aus einer Plaza an der sich eine weiß getünchte Kirche befindet, deren Decke vollständig aus dem Holz getrockneter Säulenkakteen besteht. Um diese herum befinden sich staubige, schmale Gassen die nur zu Fuß begehbar sind. Ein wahres Highlight sind die vielen kleinen Häuser sowie Mauern aus Lehm welche den Eindruck einer Wüstenoasen um ein Vielfaches verstärken. 🏜 In den Straßen selbst befinden sich fast ausschließlich Einrichtungen für Touristen. Von (teuren) Restaurants bzw. Cafés über Geldwechselstuben sowie einer schier endlosen Anzahl an Souvenirläden bzw. Tour-Anbietern gibt es hier quasi alles, was das Herz der oftmals Rucksackreisenden begehrt. Am Abend kehrten dann auch wir, gemeinsam mit Theresa und Karsten, in eines der überteuerten Lokale ein. Unsere Empanada war zwar, wie angekündigt, XXL so dass wir uns diese locker teilen konnten aber geschmacklich war sie wahrhaftig kein Highlight. War aber auch nicht so wichtig denn es ging uns dabei ja vielmehr um die nette Gesellschaft sowie den Austausch mit den Beiden und wir hatten wie erwartete einen super schönen, kurzweiligen Abend. 😊

Die kleine Kirche
Plaza mit Vulkan im Hintergrund
Schön hier in „San Pedro“
Der dickste Hund den ich je sah 😳
Gassen und Häuschen aus Lehm

Im Gegensatz zu den Höhenlagen in Argentinien hatte ich diesmal merklich mit der Höhe zu kämpfen. Selbst nach zwei Tagen schlief ich immer noch sehr unruhig und vor allem meine Nasenschleimhäute waren extrem trocken. Nicht umsonst soll man in Höhenlagen wohl viel trinken… Pro 1.000 Meter Höhe sinkt der Luftdruck übrigens um 10% weswegen einem u.a. das Atmen spürbar schwerer fällt. Tagsüber hatten wir mit rund 25 °C sehr angenehmes Wetter wenngleich man auch hier die Höhe deutlich spürte denn in der Sonne entfaltete diese ihre volle Kraft. Sobald diese unterging kühlte es, typisch für Wüstenregionen, rapide und merklich auf etwa 6 °C in der Nacht ab. ☀🌙 Der erste Mai ist in Chile übrigens auch dem Tag der Arbeit gewidmet und somit ebenfalls ein Feiertag. Wir unternahmen eine kurze Fahrradtour entlang des Flüsschens „Río de San Pedro de Atacama“, dem die gleichnamige Oase wohl ihr weniges Grün zu verdanken hat, bis den Ruinen „Pukara de Quitor“ welche wir mangels Attraktivität jedoch nicht näher besichtigten.

Kleine Radtour entlang des Flüsschens 😊
Diesen mussten wir auch 1x queren
Die Ausgrabungen sparten wir uns
Rückweg nach „San Pedro“

Am nächsten Morgen tauschten wir in einer Wechselstube unsere restlichen Euros sowie einige USD in Bolivianos um. Andernfalls würden wir das Eintrittsgeld für den Nationalpark, welcher uns gleich hinter der Grenze auf der Lagunenroute erwarten wird, nicht bezahlen können. Mittags gönnten wir uns sündhaft teure, aber wirklich sehr leckere herzhafte Croissants welche ich in der „Franchuteria“ ganz in der Nähe unseres Stellplatzes für uns gekauft hatte. Sowohl die Variante mit Räucherlachs und Frischkäse als auch die mit Käse und Serrano Schinken ist uneingeschränkt empfehlenswert. 😋 Nach dem mich der Erwerb der zwingend nötigen Online-Tickets für das „Valle de la Luna“ am Vormittag mal wieder den letzten Nerv und eine ganze Stunde meiner Lebenszeit gekostet hatte machten wir uns gegen 15 Uhr auf den Weg dorthin. Bis zum Eingang in den Nationalpark ist die Straße asphaltiert aber auch die staubige Piste, welche sich rund 10 km durch den Park zieht, befindet sich in sehr gutem Zustand. Wir entschieden, das Feld von hinten aufzurollen und stoppten zuerst am letzten Aussichtspunkt auf die „Tress Marias“. Hierbei handelt es sich um drei Steinsäulen in der „Desierto del Sal“ – der Salzwüste. Von dort aus ging es zurück zu einem kurzen Rundweg auf welchem man gut die Salzkristalle auf und in der Erde erkennen konnte. Das nächste Highlight, der „Mirador Achaches“ lag nur einen Katzensprung davon entfernt. Für diese zweite Wanderung, auf der eine tolle Aussicht die nächste jagte, benötigten wir ca. eine Stunde. Den letzten Stopp an der großen Sanddüne, der „Duna Mayor“ ließen wir zu Gunsten des Sonnenuntergangspots jedoch ausfallen. Zumal wir die Sanddüne bereits von unserer vorherigen Runde aus gesehen hatten und die Aussicht von dort aus wohl kaum besser gewesen wäre. Somit fuhren wir gegen 18 Uhr wieder hinaus aus dem Nationalpark bis hin zum „Piedra del Coyote“. Von diesem Hochplateau aus hatten wir eine fantastische Sicht auf das „Valle de la Luna“ welches sich im Licht der untergehenden Sonne fast sekündlich zu verändern schien. Die 12 € pro Kopf waren wirklich jeden Cent wert und wir fanden sowohl die Landschaft als auch die Aussichten spektakulär. 🏜

Die drei Marien
Mit dem Van durch die Salzwüste
Hier erkennt man gut die Salzkristalle
Im Hintergrund der Vulkan „Licancabur“
Das dunkle links ist die große Sanddüne
Mondaufgang über dem gleichnamigen Tal 🌔
Tolles Farbenspiel beim Sonnenuntergang 🌅
Der Ausflug hat sich gelohnt 👍🏻
Der Mond wurde immer heller 🔆

Das höchstgelegene Geysir-Feld der Welt „El Tatio“ sowie die Salzseen und Lagunen rund um „San Pedro“ ließen wir auf Grund der mitunter horrenden Eintrittspreise aus. Außerdem wird uns all dies auch noch auf unserem Weg nach Bolivien erwarten. Aus selbigen Gründen ließen wir auch das „Valle del Muerto“ (Tal des Todes) mit seinen skurrilen Felsformationen sowie das „Valle del Arcoiris“ (Regenbogental) links liegen zumal wir ohne Allradantrieb wohl auch gar nicht dort hingelangt wären. Sehr gerne hätten wir uns hingegen das „Atacama large Millimeter“ Field, kurz „ALMA“, mit seinen 66 gigantisch großen Teleskopen angeschaut. Allerdings wurden sämtliche öffentlichen Führungen mit Ausbruch der Corona-Pandemie eingestellt und seither nicht wieder aufgenommen. 🤷‍♀️

Unsere nun bereits acht Wochen andauernde, zweite Etappe durch Chile beendeten wir mit einem sehr entspannten Tag am Pool im Hotel & Camping „Takha Takha“. Für schlappe 34 € durften wir dort 24h mit unserem Van stehen und konnten alle Annehmlichkeiten nutzen. Wir ließen uns am Morgen auf der kleinen Terrasse mit Blick in den Garten das knusprige, französische Baguette schmecken und genossen nachmittags am Pool zwei unglaublich leckere, gefüllte Croissants aus der „Franchuteria“. Dass alles zusammen 7 € gekostet hatte war beim Genuss der Köstlichkeiten schnell wieder vergessen. 🥖🥐😇 Wir verbrachten den Tag ganz alleine an dem recht frischen, aber sehr schönen Pool und kühlten zumindest unsere Füße immer mal wieder darin ab. 🤣

Frühstück auf der Terrasse des Hotels
Ein Tag nichts tun ☺️
Sooo leckere Croissants 🥐
Unser Stellplatz auf dem Hotel-Parkplatz

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag schliefen wir beide, trotz Campingplatz, extrem schlecht. Möglicherweise war dies der Kombination aus Kaffee am Nachmittag und Vollmond in der Nacht geschuldet?! Man weiß es nicht… Reichlich entschädigt wurden wir dafür am Morgen von der tollen, heißen Dusche welche seit Ewigkeiten mal wieder einen richtig guten Brausestrahl aufwies. 😀 Der Campingplatz bot uns außerdem als Einziger die Gelegenheit, vor den anstehenden Tagen abseits der Zivilisation noch einmal unseren Brauchwassertank aufzufüllen. Nach dem wir gegen Mittag des Gelände verlassen hatten deckten wir uns im Ort noch mit 26 Litern Trinkwasser ein und investierten unsere letzten chilenischen Pesos auf dem Markt in Obst und Gemüse. 🍎🍌🍇 Dass wir dieses, mal wieder, über die Grenze werden schmuggeln müssen behaltet ihr aber bitte schön für euch. 😉 Anschließend tankten wir unseren Van voll und brachten auf den ersten 25 Kilometern in Richtung Grenze direkt 1.100 Höhenmeter hinter uns. 😯 Entsprechend schnell war der Fahrtag vorüber und wir parkten unseren Van bereits kurz nach Abfahrt zwecks besserer Akklimatisierung auch schon wieder am Straßenrand, unterhalb des fast 6.000 Meter hohen Vulkans „Licancabur“.

Von 2.5000 Metern…
… hinauf auf 3.500 Meter innerhalb weniger Minuten
Stellplatz an der Straße mit Blick auf den Vulkan 😀

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.

P.S.: Wenn euch unser Blog gut gefällt (was ich sehr hoffe) dann freuen wir uns über jedwede noch so kleine oder große Spende in unsere Kaffee- oder Dieselkasse als kleines Dankeschön und Anerkennung unserer Arbeit. ☕⛽🚐 

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Kontaktiert uns auch gerne direkt per Mail an mailto:siju_campervan@web.de falls ihr Kritik, Anregungen oder Fragen zu unserer Reise oder uns ganz allgemein haben solltet.


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