Nach dem wir am Morgen unsere selbstgebackenen Vollkornbrötchen verzehrt hatten packten wir unsere sieben Sachen zusammen und fuhren ins nahe Städtchen. An der hiesigen Tankstelle durften wir kostenfrei unseren Wassertank auffüllen und auch die Campingtoilette wollte mal wieder geleert werden. Bevor wir uns zu Lukas und Nathalie gesellten kauften wir im „Unimarc“ noch ein paar Lebensmittel ein da wir versprochen hatten, als Revanche für die Spaghetti Pfannenpizza zuzubereiten. Als wir jedoch, rund 50 km später, bei ihnen ankamen hatte Lukas bereits zwei große „Bonito“ Thunfische an Land gezogen. 😛 So blieben wir auf unseren Pizzazutaten sitzen und freuten uns stattdessen am Abend über fangfrischen Thun aus der Pfanne sowie Nathalies leckeren Kartoffelsalat. Das Leben könnte definitiv schlechter sein. 😉









Angefixt von dem guten Fang des Vortages konnten es die beiden Jungs natürlich nicht lassen direkt am nächsten Vormittag wieder mit dem Boot aufs Meer hinauszufahren. Und tatsächlich kehrten sie kurz darauf mit drei weiteren schönen Thunfischen zurück. Somit gab es zum „Spätstück“ dank Familie „Lukimog“ ofenwarme, frischgebackene Brötchen mit frisch gewolftem Thunfischtatar. 😇 Danach pumpten wir, zum ersten Mal seit Brasilien, mal wieder unser „Paddelbrett“ SUP auf. Ich paddelte damit bei Ebbe aufs Meer hinaus und bei diesem zweiten Versuch hatte ich direkt den Dreh mit dem Wenden raus. 👍 Ich bin immer wieder gerne auf, im und am Wasser, weil Wasser auf mich eine sehr beruhigende Wirkung hat. Vor allem, wenn man dabei sowie hier Robben, Pelikane und Kormorane beobachten kann. 🤩 Lukas und Simon ließen währenddessen erneut das Boot zu Wasser, obwohl wir eigentlich schon mehr als genug Fisch zum Essen hatten. 🙈 Da die Kölner Familie jedoch über ein großes Tiefkühlfach verfügt ließen sie sich nicht von dieser Tatsache beirren. Einige Zeit später kamen zwei weitere „Bonitos“ zu unserem Vorrat hinzu welche wir jedoch direkt gemeinsam am Abend unter einem schönen Sternenhimmel frisch vom Grill verspeisten. Dazu ließen wir uns das Zwiebel-Kartoffel-Kürbis Gemüse aus dem „Dutch Oven“ und einen knackigen Salat schmecken. 🧅🥔🎃🥗










Dank der sternenklaren Nacht schien die Sonne bereits früh am Morgen von einem strahlend blauen Himmel so dass ich noch vor dem „Spätstück“ mit dem SUP hinauspaddelte. 😎 Diesmal war ich bei Flut unterwegs was mir das ein- und aussteigen an den steinigen, glitschigen Felsen sehr erleichterte. Wenngleich ich mich im Gegenzug beim Paddeln gegen die Wellen und den Wind etwas mehr anstrengen musste. Was für ein herrlicher Start in den neuen Tag! 😊 Während ich mich anschließend den neuen Blog Beiträgen widmete brachen Simon und Lukas zu einem letzten Angeltrip auf. Töchterchen Lizanne begleitete sie dabei jeweils mit Feuereifer. Sie kehrten mit zwei weiteren Thunfischen zurück welche wir am Abend zu ULTRA LECKEREN Fischfrikadellen verarbeiteten. Dazu gab es frisches Pfannenbrot, Guacamole und ein wenig Gemüse – ähnlich eines Fischburgers. Ich habe, ungelogen, dank des fangfrischen und super saftigen „Bonitos“ selten etwas derart Leckeres gegessen. 😋






Nach dem morgendlichen Kaffee verabschiedeten wir uns dann erneut von Familie „Lukimog“. Wir steuerten als erstes eine nahegelegene „Copec“ Tankstelle an wo wir uns zuerst eine dringend notwendige, ausgiebige Dusche gönnten. Und dank WLAN konnten wir uns von dort aus auch mal wieder telefonisch bei unseren Eltern melden. 😊 Spontan entschieden wir, den Nationalpark „Pan de Azúcar“ links liegen zu lassen. So sparten wir uns die Schleife über die Küstenstraße und fuhren stattdessen am frühen Nachmittag weiter über die „Panamericana“ gen Norden. Nach etwa 200 Kilometern tauchte die erste und einzige Tankstelle auf dem Weg nach „Antofagasta“ auf. Ursprünglich dachten wir, dass wir dort nach dem Tankstopp auch die Nacht verbringen könnten. Allerdings blieb uns bei der Anfahrt auf die Tanke fast das Herz stehen da sie komplett in Bretter eingeschlagen war und eine einzige Baustelle zu sein schien. 😨 Die nächste Tankstelle auf unserer Route lag ca. weitere 200 Kilometer entfernt bis wohin wir es mit unserem Tank keinesfalls mehr geschafft hätten. Wir waren bereits fieberhaft auf der Suche nach einer Alternativroute als plötzlich aus dem Nichts ein Tankwart auftauchte. Versteckt hinter der Baustelle verbargen sich dann glücklicherweise doch noch zwei Zapfsäulen. 😀 Die Übernachtungsmöglichkeit war jedoch komplett hinfällig so dass uns außer weiterfahren nichts anderes übrig blieb. Wir tuckerten weiter über die einspurige Asphaltstraße durch die karge, staubtrockene Atacama-Wüste bis hinauf auf 2.200 Höhenmeter wo sich einige Windparks befanden. Auch zahlreiche Mienen lagen in den Hügeln verborgen zu denen immer wieder staubige Pisten abzweigten. Fern ab jeglicher Zivilisation begegneten uns dann auch fast nur noch LKWs und zahlreiche Überlandbusse auf ihrem Weg nach „Santiago“. Als es langsam zu dämmern begann entdeckten wir am Straßenrand ein, von außen ziemlich schäbig wirkendes, Restaurant für Trucker. Wir stellten uns im hinteren Bereich neben die Mauer und hatten vor hier die Nacht zu verbringen. Als wir gerade die übrigen Fischfrikadellen mit Bratkartoffeln und Salat verspeisten kamen jedoch zwei Frauen an unser Fenster. Sie schienen von der „Posada“ zu sein und rieten uns dringend weiterzufahren da hier kein sicherer Ort sei. Uns kam das zwar nicht so vor aber da sie meinten, just vor drei Tagen wären hier Trucker überfallen worden fuhren wir nach dem Essen dann doch noch weiter in die Nacht hinein. Die „Hand im Sand“ blieb uns in der Dunkelheit somit verwehrt aber wir hatten ja bereits zwei sehr ähnliche Kunstwerke gesehen. Bereits aus 30 bis 40 km Entfernung tauchten dann die Lichter „Antofagastas“ in der Ferne auf und gegen 20:30 Uhr kamen wir schließlich an einer Tankstelle am Stadtrand an. Diese machte, u.a. auf Grund diverser betrunkener Obdachloser, einen deutlich unsichereren Eindruck auf uns als der Ort zuvor aber so spät am Abend würden wir keinen besseren Platz mehr finden. 🤷♀️ Zumindest standen wir direkt vor dem hell erleuchteten Eingang zu den Toiletten über welchem sich außerdem zwei Sicherheitskameras befanden. Und ein freundlicher LKW-Fahrer versicherte uns, dass wir hier ohne jegliche Schwierigkeiten die Nacht verbringen könnten…



Diese war dann, sagen wir mal „semi-cool“. Wir wachten auf Grund der lauten Trucks und sich prügelnder Obdachloser einige Mal auf aber ansonsten gab es keine Zwischenfälle. 👍 So verließen wir am Morgen direkt nach einem Schluck Kaffee diesen unschönen Ort und fuhren die letzten 20 Kilometer in die 300k Einwohner umfassende Industriestadt „Antofagasta“. Dort sahen wir uns zuerst zwei potentielle Stellplätze etwas außerhalb des Zentrums an der Küste an und tatsächlich waren beide für eine Übernachtung gut geeignet. Weiter ging es zu einer Wäscherei, die für anderthalb Körbe Wäsche sowie unsere Bettwäsche stolze 31 € verlangte. Dafür könnten wir sie aber fünf Stunden später schon wieder abholen. Und da es in der „Atacama“ Region leider keine Trinkwasserspender mehr an den Tankstellen gab fuhren wir umgehend weiter zu einer Einkaufsmall, um uns dort mit zwei 6 Literkanistern Trinkwasser einzudecken. Danach gab es, weit nach Mittag, endlich Frühstück bevor wir uns zu Fuß auf ins nahe Zentrum begaben. Hier gab es eine hübsche Plaza in deren Mitte tatsächlich eine originalgetreue Miniaturausgabe des „Big Ben“ in London steht. 😂 Die Plaza war gesäumt von hübschen Häusern im Barockstil sowie einer prachtvoll verzierten Kirche und auch die Palmen bzw. Springbrunnen trugen zu dem schönen Flair bei. Wir liefen entlang der Promenade zurück zum Parkplatz wo wir am Pier noch auf einige stattliche Seelöwenexemplare stießen. Mitunter hatten sich diese sogar auf dem Fahrradweg breit gemacht. 😆 Und da Simon die letzten Tage über, während seiner Angelausflüge mit Lukas, Blut geleckt hatte war unser nächster Stopp ein gut ausgestatteter Angelshop etwas außerhalb. Dort gab es Ersatz für die in Brasilien zerborstene Angel und noch ein paar Köder und Blei obendrein. Mittlerweile war es bereits 16 Uhr weswegen wir eigentlich nur noch unsere Wäsche abholen und dann zum Stellplatz fahren wollten. Da sich jedoch exakt auf dem Weg dorthin eine für Ölwechsel bekannte Werkstatt befand legten wir dort noch einen Zwischenstopp ein. Anfangs sah es so aus als könnten wir sogar sofort noch den Ölwechsel durchführen lassen. Dieser wäre, nach dem man vor Ort das notwendige Öl gekauft hätte, noch dazu kostenfrei gewesen. Zum Glück warf ich aber kurz vor dem Wechsel noch einmal einen genaueren Blick auf das uns angebotene Öl. Die Type war zwar korrekt aber die Klassifizierung stimmte nicht mit der von uns Benötigten überein. Wir brauchen für unseren Van „5W30“ C4 und uns hätte man fast C2 eingefüllt. 🙈 Vorne im Laden stellte sich bei der Suche nach der von uns benötigten Spezifizierung dann heraus, dass es diese zumindest hier nicht gäbe. Wir wurden zwei Quadrate weiter geschickt aber auch an dieser Werkstatt sagte man uns, dass es die Klasse C4 in Chile wohl generell nicht geben würde. Das Höchste sei C3. Wir wurden zu einer weiteren Servicestation geschickt, erhielten aber auch dort sowie bei einer Vierten die gleiche Auskunft. 😮 An der Stelle brachen wir das Projekt „Ölwechsel“ dann auch vorerst etwas ernüchtert ab und begaben uns durch dichten Feierabendverkehr zurück zur Wäscherei wo wir kurz nach 19 Uhr angelangten. Nach dem wir unsere saubere, gut duftende und sogar gebügelte Wäsche (wenn auch zum Luxuspreis) in Empfang genommen hatten steuerten wir dann endlich einen der Stellplätze an. Auf Kochen hatten wir, bis die Betten frisch bezogen und die Wäsche verstaut war, so rein gar keine Lust mehr weswegen es an diesem Tag zum zweiten Mal Sandwichtoast gab. 🥪😅🙈






Nach einer angenehm ruhigen Nacht, außer Sichtweite der Straße und gut versteckt hinter schicken Wohnhäusern vor dem Golfplatz von „Antofagasta“, machte sich Simon am Morgen eigenhändig an den Wechsel der diversen Filter. Während ich die Yoga-Matte ausrollte tauschte er den Innenraumfilter sowie den Luft- und Kraftstofffilter aus. Nach dem die Blog-Einträge der letzten Tage geschrieben und das Thumbnail fürs neue Video erstellt waren fuhren wir neuerdings zu „Linser Lubricentros“. Dort konnten wir sofort auf die Grube fahren und nach dem wir für umgerechnet 135 € zehn Liter „HELIX HX8 5W-30“ Öl der Marke „Shell“ gekauft hatten machte sich der Angestellte direkt an die Arbeit. Er fluchte zwar ein wenig, weil er um an die Ölablassschraube zu gelangen unseren Unterbodenschutz abmontieren musste, aber keine Stunde später war alles erledigt und unser Bussi war wieder rundum frisch. 👍 Wir gaben ihm noch ein wenig Trinkgeld und fuhren anschließend weiter zum Wahrzeichen der Stadt: „La Portada“. Hierbei handelt es sich um einen freistehenden Felsbogen mitten im Meer. 😀 Dort machten wir allerdings nur kurz ein paar Aufnahmen da wir schon wieder reichlich spät dran waren… Etwa 80 Kilometer später hielten wir an einem wunderbar langen, breiten sowie einsamen Sandstrand außerhalb des derzeit fast gänzlich verlassenen Ferienortes „Hornitos“ an. Da Simon gerne seine neue Angel ausprobieren wollte hatten wir uns für den kleinen Umweg entlang der Küste entschieden. Von hier aus werden wir weiter zu unserem letzten großen Ziel in Chile reisen – nach „San Pedro de Atacama“. Was wir dort alles erleben werden erzähle ich euch dann im nächsten Beitrag. 😉








Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.
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