NEW BLOG POST 🇦🇷 🇨🇱 (28.12.2022 – 05.01.2023) Ushuaia – Puerto Natales

Am Mittwoch schliefen wir gemütlich aus und hatten morgens wieder einen schönen Blick auf die verschneiten Berge. Ich wollte uns im nahegelegenen Supermarkt Eier fürs Frühstück kaufen aber scheinbar wurden diese vor Weihnachten alle aufgekauft. In keinem der Supermärkte waren welche erhältlich. 😕 Also kaufte ich stattdessen noch einmal beim Bäcker von den leckeren Croissants und unseren Toast aßen wir eben ohne Frühstücksei. Nach dem es vormittags noch leicht regnete wurde es gegen Mittag trocken und wir konnten noch die Promenade entlang spazieren. Wir schauten uns in der Touristen-Information um und konnten dort unsere Reisepässe noch mit ein paar verschiedenen „Ushuaia“ Stempeln verschönern. Von dort ging es weiter zu einer Tankstelle mit gutem und schnellem WLAN. An dieser konnten wir die drei zwischenzeitlich fertiggestellten YouTube Videos sowie den neuen Blog-Beitrag hochladen. 😛 Zurück in unserem kuschelig warmen Van duschte ich noch in Ruhe bevor wir uns eine geschlagene Stunde, wohlgemerkt bei sehr frischem Wind, vor dem Restaurant „El Marino Viejo“ anstellten. Wir hatten die Tage zuvor von unserem Parkplatz aus immer wieder Warteschlangen vor deren Tür gesehen und daraus den Rückschluss gezogen, dass das Essen dort wohl sehr gut sein muss. Und wir wurden in der Tat nicht enttäuscht. Wir wollten auf jeden Fall die lokale Delikatesse „Königskrabbe“ essen. 🦀 Da wir allerdings keine Lust auf das Herauspulen des Krebsfleisches hatten, und auch nicht die ganze Zeit mit der Schere herumhantieren wollten um an das Essbare zu gelangen, entschieden wir uns stattdessen für ein Tellergericht. Wir bestellten Krebsfleisch mit Garnelen in einer roten Salsa und bekamen beide in kürzester Zeit eine sehr üppige Portion serviert. Dazu bestellten wir noch ein Schälchen gelben Safran-Reis wobei die Baguette-Beilage vermutlich auch gereicht hätte. Es war nämlich bereits kurz vor 22 Uhr als wir unser Abendessen erhielten. Entsprechend hungrig waren wir und stürzten uns direkt auf das als Appetizer und Beilage gereichte Baguette mit Remoulade. 😅 Preis-Leistung stimmt in diesem Lokal auf jeden Fall und rechtfertigt den Andrang, mit dem das Personal und die fixe Küche aber sehr gut umzugehen weiß. Wir hätten uns gerne noch mit unseren Container-Buddys zum Plaudern und Essen getroffen aber leider stand bei ihnen schon die Weiterreise an und wir waren die Tage zuvor isoliert im Nationalpark. Schade drum aber ganz bestimmt wird sich die Möglichkeit irgendwann bieten falls sich unsere Wege wieder kreuzen sollten. Von unserem Restaurant-Tisch am Fenster aus konnten wir gut das „Hurtigruten-Express“ Kreuzfahrtschiff beim Anlegen beobachten (welches sogar Hybrid betrieben war) und uns am Folgetag sage und schreibe neun große Reisebusse auf unserem Parkplatz bescheren sollte. 😮

Das Anstehen hat sich gelohnt 😛
Nachtisch geht immer 😃

Donnerstags war das Wetter wirklich miserabel. Es regnete den ganzen Tag über und die Sonne ließ sich nicht ein einziges Mal blicken. So verbrachten wir fast die ganze Zeit im warmen und gemütlichen Bus. Diesen verließen wir am Nachmittag während einer Regenpause nur für einen kurzen Spaziergang durchs Zentrum und zum Supermarkt (wo es heute wieder Eier gab). Leider sind die Wetteraussichten für die kommenden Tage sehr ähnlich… Es soll oft bewölkt mit hoher Regenwahrscheinlichkeit sein. Wobei es hier meist gar nicht viel regnet, sondern eher fein nieselt. Aber bei den mitunter starken sowie böigen Winden fühlt es sich doch sehr kalt und unangenehm an. Die Antarktis ist eben nicht mehr weit entfernt… 🏔 So rau und stürmisch das Wetter hier auch ist, so faszinierend ist zugleich die dadurch geformte Landschaft. Trotzdem hoffen wir für unsere baldige Weiterfahrt auf Besserung da unser nächstes großes Ziel der Nationalpark „Torres del Paine“ in Chile sein soll. Natürlich würden wir die „Torres“ (= Türme) wahnsinnig gerne sehen wollen und wandern macht bei trockenem und sonnigen Wetter definitiv auch mehr Spaß. Auf Grund der Wetterlage haben wir uns dazu entschieden, dass wir uns am Silvesternachmittag drei Stunden „Day Spa“ in einem 5* Hotel in „Ushuaia“ gönnen werden. In der Sauna und im Whirlpool kann es uns dann egal sein ob es draußen Katzen hagelt. 😝

Blick auf den Hafen

Der Freitag verlief ähnlich unspektakulär wie der Donnerstag. Vormittags war es immer noch regnerisch und es blies ein sehr starker, eiskalter Wind. 🥶 So beschränkten wir uns erneut auf einen längeren Spaziergang zum Shopping-Center und nichts tun zu ist ja auch mal schön. Ich recherchierte noch ein wenig im Reiseführer die weitere Route und, wirklich ganz toll, wir hatten hier auf unserem zentralen Parkplatz super guten Radioempfang! 📻 Wenn mir eine Sache tatsächlich fehlt dann ist es Radio. Während unserer Überlandfahrten haben wir nämlich NIE Empfang und die immer gleichen, heruntergeladenen Lieder will man ja auch nicht hören. 😕 Deswegen war es wirklich schön sich mal wieder den ganzen Tag lang mit guter Musik berieseln zu lassen. Vor unserem Van trafen wir dann noch auf ein Ehepaar aus Karlsruhe-Hagsfeld denen selbstverständlich unser KA-Kennzeichen nicht entgangen war. Die beiden sind aktuell mit einer Reisegruppe per Bus- und Flugzeug unterwegs und wir unterhielten uns eine ganze Weile nett mit ihnen. Scheinbar gaben sie die Info an ihre Reisegruppe weiter denn in der Folge hörten wir immer mal wieder: „Ach schau – da sind die Karlsruher!“. 🤣

Und wieder pfeift der Wind 💨
Blick auf Ushuaia und den Beagle Kanal bei Tag…
… und Ushuaia bei Nacht

Silvester verbrachten wir ebenfalls noch in „Ushuaia“. Wir schliefen in Ruhe bis 10 Uhr aus und wenn ihr euch jetzt fragt, warum wir bitte die ganze Zeit so lange schlafen: Ich glaube, das liegt aktuell an den langen Tagen hier weswegen wir derzeit meist erst gegen 24 Uhr schlafen gehen. 😴 Außerdem stand heute außer chillen im Spa nichts weiter auf dem Programm so dass wir es ganz gemütlich angehen konnten. In der Touri-Info checkten wir noch einmal sämtliche Nachrichten auf den Handys bevor wir uns auf den Weg zum Hotel „Los Cauquenes“ machten. Wir hatten uns für den zweiten Slot von 14 bis 17 Uhr entschieden und dies war wirklich die aller beste Idee die wir für diesen Tag auch nur haben konnten. 😍 Der Wellnessbereich des 5* Hotels war zwar klein aber fein. In den Umkleidebereichen gab es je eine kleine Sauna für Damen und eine für Herren. Im Innenbereich befand sich der angenehm temperierte Swimmingpool mit herrlichem Blick auf den Beagle Kanal und die dahinter liegenden Berge sowie ein Whirlpool. Im Außenbereich auf der Terrasse gab es neben Liegen zwei weitere, 40°C warme Blubberpools und wir hatten einen stets ganz für uns alleine. Es war wirklich traumhaft schön, in dem warmen Wasser zu entspannen während es um einen herum nieselte und wolkenverhangen war. Und dabei noch die tolle Aussicht – was will man mehr! Vermutlich wird der Wellnessbereich zu diesen Uhrzeiten kaum von den Hotel-, sondern nur von den Day Spa-Gästen genutzt weswegen wir max. zu acht waren. ☺ Während ich so auf meiner Liege lag und aufs Meer blickte hatte ich ein wenig Zeit um die letzten Monate zu reflektieren und mein Fazit ist eindeutig: Wir haben ALLES richtig gemacht. 💕 Im Ruhebereich stand die ganze Zeit über Wasser sowie verschiedene Tees zur Verfügung und auch an den Äpfeln durfte man sich bedienen. Kurz vor Ablauf der Zeit bekamen wir dann noch je zwei leckere Sandwiches und einen Softdrink serviert und das alles in allem für ca. 27 € pro Kopf. 👍 Entspannt, frisch geduscht und geföhnt (juhu!) fuhren wir danach zu einem neuen Stellplatz am Flughafen von „Ushuaia“. Von dort oben aus hatten wir eine super Sicht auf die Stadt, die dahinterliegenden Berge sowie einen Teil vom Beagle Kanal. Wir entschieden, die Silvesternacht dort zu verbringen da wir die kleine Hoffnung hatten eventuell doch noch ein Feuerwerk sehen zu können. Übrigens standen hier am Flughafen alle Autos im Freien, dafür aber völlig kostenlos! 😯 Bei uns bezahlt man alleine fürs Ein- und Ausladen am Flughafen schon gefühlt 20 € Parkgebühr für 20 Minuten… Wir kochten gemeinsam ein schnelles, sehr leckeres kleines Dreigangmenü. Als Vorspeise gab es Guacamole mit Nachos, zum Hauptgang Fajitas mit Hackfleisch-Gemüse-Füllung und als Dessert Schokoladen-Fondue mit Obst. 😋 Das Feuerwerk um Mitternacht fand, wie schon vermutet, leider nicht statt aber dafür durften wir zuvor noch einen prachtvollen Regenbogen bewundern. 🌈 Kurz nach dem wir eingeschlafen waren wurden wir von heftigsten Winden im wahrsten Sinne des Wortes wachgerüttelt. Als hätte jemand einen Schalter umgelegt! An weiterschlafen war bei dem Wanken leider nicht zu denken so dass wir mitten in der Nacht den Stellplatz wechselten und zurück an den Hafen fuhren, wo wir bereits die vergangenen Nächte verbracht hatten.

Innen-Pool
Außen-Whirlpools
Und eine traumhafte Aussicht 😍
Time to relax 😌
Unser Silvester Menü
Kein Feuerwerk aber dafür ein toller Regenbogen 🌈

An Neujahr schossen wir den Vogel ab und schliefen sogar bis 11 Uhr. Wobei sich das für einen Neujahrmorgen ja auch eigentlich so gehört. 🤣 Nach dem späten Frühstück verabschiedeten wir uns nach über einer Woche von „Ushuaia“ und fuhren zur Tankstelle am Ortsausgang. Dort tankten wir noch einmal voll und füllten gleichfalls unseren Wassertank auf. Außerdem konnten wir dank des dortigen WLANS unsere Lieben anrufen. 🥰 So sehr ich diese Medien auch manchmal verfluche, weil sie mich oft einfach stressen, so sehr bin ich auch zugleich dankbar für sie. Denn so könnt ihr nicht nur fast live unsere Reise miterleben, sondern wir können auch problemlos telefonieren und der Clou dabei: Es kostet keinen Cent! Wie viele Münzen hat man dafür früher in Telefone werfen müssen und hatte noch dazu eine oft schlechte Verbindung?! 🙈 Bis wir mit allem fertig waren war es bereits nach 15 Uhr. Da der Himmel an diesem Tag aber nicht ganz so wolkenverhangen war wie die Tage zuvor und es nur ab und an leicht nieselte entschieden wir uns trotzdem noch für eine Wanderung. Etwa 15 km außerhalb der Stadt liegt die „Laguna Esmeralda“. Zu dieser führte ab dem dortigen Parkplatz ein etwa 4,5 km langer, gut ausgeschilderter Wanderweg. Wobei dieser auf Grund des beständigen Regens der letzten Tage eine wahre Schlammschlacht darbot. 😕 Auf dem Weg trafen wir auf ein jüngeres Pärchen aus Berlin mit dem wir uns während des Wanderns ein Weilchen unterhielten. Wie mittlerweile gewohnt wurden wir immer mal wieder leicht nass aber zum Glück regnete es nur schwach so dass wir die Regenjacken im Rucksack lassen konnten. Der Blick auf die Lagune bot ausreichend Entschädigung für die schlechten äußeren Umstände denn der Name ist hier tatsächlich Programm. Das vom Gletscher herabfließende Wasser verleiht der Lagune die surreale Eisgletscherbonbonfarbe. 🧊 Für einen kurzen Moment lang ließ sich auch die Sonne blicken so dass die Farbe noch besser zur Geltung kam. Von dort aus stapften wir durch den Matsch zurück in Richtung Parkplatz. Es ging erneut entlang des rauschenden Gletscherbaches, über Bohlen und Stege sowie in Teilen auch durch dichten Wald. Als wir fast am Ende des Weges angelangt waren konnten wir an dem großen Biberbau mit etwas Geduld dann tatsächlich auch noch einen ausmachen. 😃 Ich hätte niemals gedacht, dass Biber so groß und vor allem so fett sind! Leider habe ich kein Foto für euch, weil das Tier doch recht weit entfernt war aber ihr dürft euch schon jetzt auf die Videofolge freuen. Simon konnte ihn mit der Kamera nämlich ganz gut einfangen. Kurz vor 20 Uhr gelangten wir dann wieder am Van an. Wir fuhren noch knapp 70 km weit bis zu dem Stellplatz am „Lago Fagnano“ an welchem wir bereits auf der Hinreise eine Nacht standen. Dort angekommen wärmten wir unsere mexikanischen Essensreste vom Vortag auf bevor wir es uns mit einer weiteren Folge von „7 vs. Wild“ im Bett bequem machten. 😊

Neujahrswanderung zur „Laguna Esmeralda“
Seht ihr den Biber-Bau??? 🦫
Über Bohlen und Stege, aber hauptsächlich durch Matsch 🙈
An der Gletscherlagune angelangt 🤩

Die Nacht am See war erstaunlich ruhig obwohl wir morgens wieder von heftigsten Winden wachgerüttelt wurden. Auf der Wasseroberfläche tanzten mitunter ziemlich hohe Wellen so dass man glatt hätte meinen können man sei am Meer. Wir arbeiteten noch eine Weile an den Laptops und brachen nach unserem Müsli-Frühstück auf in das nahegelegene Örtchen „Tolhuin“. Von anderen Reisenden hatten wir den Tipp bekommen, dass wir dort unbedingt in der berühmten Bäckerei „La Union“ vorbeischauen sollten. Gesagt, getan! Allerdings waren wir sowohl von dem Ambiente, dass eher an eine Cafeteria in einem Bahnhof oder Flughafen erinnerte, als auch von den Backwaren eher enttäuscht. Vielleicht hatten wir uns aus der üppig bestückten Auslage aber auch einfach nur das Falsche ausgesucht. 🤷‍♀️ Nach unserer Kaffeepause fuhren wir, begleitet von sehr starken Windböen, noch knapp 180 km bis zur argentinischen Grenze bei „San Sebastian“. An der Tankstelle dort hatten wir ebenfalls schon bei unserer Hinreise übernachtet. Auf Grund der bis zu 80 km/h starken Böen war der Haupteingang zur Raststätte geschlossen und wir mussten durch den geschützteren Seiteneingang eintreten. Dort erfuhren wir, dass die Fähre (logischerweise) derzeit wegen des Windes nicht verkehrt und die Wetterprognose für morgen wohl noch schlechter sei. 🌬 Zum Glück hatten wir es nicht wirklich eilig und konnten uns so seelisch und moralisch schon einmal auf den kommenden Tag vorbereiten.

Der „Lago Fagnano“ vor dem Sturm

Nachts flachte der Wind, der uns am Abend noch ordentlich durchgepustet hatte, glücklicherweise deutlich ab so dass wir gut schlafen konnten. Erst gegen 5 Uhr am Morgen begann der Van wieder zu wanken. Dafür strahlte die Sonne von einem super blauen Himmel. Kein Wunder! Solchen Winden können nicht einmal die dicksten Regenwolken trotzen. 🤣 Wir kuschelten uns noch ein paar Stündchen im warmen Bett ein bevor ich dieses, nachdem die gegen später eingeschaltete Standheizung unseren Innenraum etwas aufgewärmt hatte, für die Morgenroutine verließ. Nach dem ich mich angezogen und frisch gemacht hatte hieß es Kaffee- und Teewasser aufsetzen. Wie jeden Morgen. 😄 Wir frühstückten dort noch um vor dem anstehenden Grenzübertritt das restliche Obst zu verwerten. Danach ging es auf zum argentinischen Grenzposten welcher sich direkt neben der Raststätte befand. Wie erwartet verlief das bekannte Grenzprozedere dort sehr zügig und kurz darauf konnten wir an die chilenische Grenze weiterfahren. Dort angekommen reihten wir uns erneut in die Warteschlange im Grenzhäuschen ein. Hier funktionierte das örtliche WLAN erstaunlicherweise ganz gut so dass wir das zwingend notwendige Einreise-Formular sogar Online ausfüllen konnten. 💻 Auch hier mussten wir nicht wirklich lange warten bis wir an die Reihe kamen. Wir erhielten je einen Stempel in unsere Reisepässe sowie das neue „TIP“ für unseren Van bevor wir an der Grenze vorfuhren. Auf die Frage hin, ob wir „verbotene“ Dinge dabei hätten händigte ich dem Grenzbeamten durch das Seitenfenster unsere halbe Zwiebel sowie den Rest der Knoblauchknolle aus. Daraufhin winkte er uns, zu meinem Erstaunen, direkt ohne weitere Blicke in den Innenraum durch. 😃 So konnten wir die Fahrt, begleitet von anhaltend starken Winden, bis an die Magellan-Straße fortsetzen. Da uns während dessen nur sehr wenige Autos entgegenkamen dachten wir uns bereits, dass der Fährverkehr nach wie vor eingestellt sei. Dort angelangt bestätigte uns dies dann auch die ca. 2 km lange Autoschlange vor der Fähre. So reihten wir uns als letztes Glied in die Schlange ein und genossen den großen Vorteil, einfach nach hinten in unsere „Wohnung“ umsteigen zu können. Ganz im Gegensatz zu den PKW-Insassen oder, noch schlimmer, den zahlreichen Motorradfahrern. 😕 Am Nachmittag kam plötzlich Leben in die Warteschlange und in der Ferne konnte ich die erste Fähre erblicken. Tatsächlich hatte sich der Wind gelegt und nach rund fünf Stunden Wartezeit konnten wir dann kurz vor 20 Uhr doch noch auf die Fähre auffahren. 🥳 Wobei uns die Warterei gar nicht so lange vorkam, unter anderem dank eines super spannenden Krimi-Hörbuchs. Die Überfahrt gestaltete sich glücklicherweise sehr ruhig und nach etwa 20 Minuten gelangten wir auf der anderen Seite an. Von der Anlegestelle aus fuhren wir noch ungefähr 40 Kilometer bis zu einem Stellplatz an einem Kiesstrand. Dieser lag direkt unterhalb der Straße aber dennoch außer Sicht- und Hörweite. 👍 Wir genossen noch kurz den Ausblick auf den ruhigen Pazifik (genau – wir befinden uns nicht mehr am Atlantik!) bevor wir glücklicherweise nur noch ein paar Nudeln zu unserer restlichen mexikanischen Bolognese abkochen mussten. Mittlerweile war es nämlich schon halb zehn. 🌙

Wir haben es dann doch noch nach Chile geschafft

So ruhig wie es bei unserer Ankunft am Abend auch war, so stürmisch wurde es leider wieder am frühen Morgen. Als Außenstehender kann man sich wahrscheinlich nur schwer vorstellen wie heftig der Wind am Van zerrt aber unser armer Bussi wird mitunter wirklich übel durchgerüttelt und geschüttelt. Wir können nur hoffen, dass nicht irgendwann die ein oder andere Befestigung darunter leiden wird. 😰 Nach einer Tasse Kaffee brachen wir dann auf und fuhren nach „Punta Arenas“. Rückblickend hätten wir uns den Umweg von 100 km getrost sparen können. Die Stadt bietet nichts was man gesehen haben muss. Zumal wir, an unserem ersten richtigen Tag in Chile, sowieso eher mit Banalitäten wie Geldbeschaffung und Lebensmitteleinkäufen zu tun hatten. Ersteres klappte relativ schnell und wir hatten bereits beim dritten Geldautomaten Erfolg. Letzteres gestaltete sich etwas schwieriger da wir im Ersten von uns aufgesuchten „Unimarc“ Supermarkt echt geschockt waren von den hohen Preisen. 😯 Nach zwei weiteren, erfolglosen Anläufen in großen Gemischtwarenläden wo es hauptsächlich Trockennahrung bzw. Süßwaren gab landeten wir letztlich doch wieder in einem „Unimarc“. Unsere Rechnung belief sich am Ende des Tages auf stolze 40 € und wir haben weder viel noch Vorräte eingekauft. Na das kann ja ein Spaß werden in Chile… Ehe wir uns versehen konnten neigte sich der Tag auch schon dem Abend zu und wir suchten einen ganz netten Stellplatz etwas außerhalb der Stadt auf. Dieser Befand sich im weitläufigen „Parque Chabunco“ mit vielen Bäumen, die uns Schutz vor eventuell aufziehendem Wind bieten konnten, sowie zahlreichen Grillstellen. Da meine Laune an diesem Tag nicht die aller Beste war übernahm Simon das Kochen. Irgendwie war der Tag heute anstrengend, mit den diversen Supermarktbesuchen etwas nervig und außerdem hatte ich bis auf ein super spätes Müsli-Frühstück um 13 Uhr sowie ein paar Keksen noch nichts gegessen. Unterzuckert bin ich leider wirklich unausstehlich was mir echt leid tut. Dazu noch der schlechte Schlaf, es sei mir verziehen! 🙈

An der Promenade in „Punta Arenas“
Blick hinter den Schriftzug
Der Friedhof in „Punta Arenas“ mit seinen Mausoleen

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag regnete es und als ich morgens den Rollo unserer vorderen Dachluke aufzog war dieser leider feucht. 😰 Simon montierte daraufhin die Verkleidung ab und wir konnten, glücklicherweise, weder feuchtes Dämmmaterial noch Holz entdecken. Das ist schon mal positiv wobei wir so natürlich auch nicht feststellen können, woher das Wasser kommt. So oder so werden wir vermutlich nicht darum herum kommen auch diese Dachluke neu zu verkleben. 😕 Nach dem wir gefrühstückt hatten machten wir uns auf den Weg in das ca. 250 km entfernt liegende „Puerto Natales“. Dort angekommen schauten wir uns erst einmal in dem kleinen Örtchen um. Hier herrschte eine entspannte Backpacker-Szene da der Ort als Tor in den nahegelegenen Nationalpark „Torres del Paine“ dient. Dementsprechend sah auch die Hotel-, Restaurant- und Café-Meile aus. Auch die Häuser hier, welche aus Wellblech und Holz gefertigt sind, versprühten jede Menge Charme. Hinzu kam noch die schöne Aussicht raus auf den Fjord, die vielen schwarzgehalsten Schwäne und die dahinterliegenden, zum Teil schneebedeckten Gipfel und Gletscher des Nationalparks. 😍 In einem der zahlreichen Cafés tranken wir am Nachmittag leider einen denkbar schlechten Espresso aber dafür war das Internet dort umso besser. 😅 Die Nacht verbrachten wir auf einem Parkplatz direkt am Ufer, ganz in der Nähe des Kunstwerks „El Mano“ (= die Hand). Diese sah 1:1 aus wie „die Hand im Sand“ in Punta del Este, Uruguay. Möglicherweise stammt sie von dem gleichen Künstler?! Dort wird auch der Startpunkt für unseren Ausflug in den Nationalpark sein wovon ich euch dann im kommenden Blog berichten werde. 😉

Kunstwerk „El Mano“ in „Puerto Natales“
Hier kann man schon den Nationalpark erahnen
An der Promenade in „Puerto Natales“

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.


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