NEW BLOG POST 🇦🇷 (16. – 22.12.2022) NP Bosques Petrificados – Estancia Harberton

Nach einer super ruhigen Nacht im Nirgendwo, kurz vor der Einfahrt in den Nationalpark „Bosques Petrificados de Jaramillo“, machten wir uns nach dem Frühstück auf zum nahegelegenen Parkeingang. Uns blieben noch ca. 8 km Schotterpiste bis wir schließlich an dem Ranger-Haus mit angegliedertem Museum ankamen. Zu unserer Überraschung kostete es keinen Cent Eintritt und der nette Ranger nahm sich sehr viel Zeit, um uns den Versteinerungsprozess zu erklären. 👍 Ich versuche mal diesen zusammen zu fassen: Vor ca. 150 Millionen Jahren wuchsen hier die zur Familie der Pinien gehörenden „Araucaria mirabilis“ Bäume. Sie konnten bis zu 1.000 Jahre alt werden und dabei eine Höhe von mehr als 100 sowie einen Durchmesser von bis zu 3,5 Metern erreichen. 😮 Zu der Zeit herrschte ein feucht warmes, tropisches Klima und auch die Dinosaurier stapften noch umher. Als der Superkontinent „Gondwana“ dann langsam, aber sicher auseinander driftete änderte sich plötzlich das Klima. Die Andenkette begann sich zu einem Gebirge aufzutürmen und viele Vulkane erhoben sich über die Landschaft. Bis zu 300 km/h schnelle Winde, die plötzlich über die Ebenen fegten, brachten viele der Baumriesen zu Fall. Die auf der Erde liegenden Baumstämme wurden mit einer dicken Schickt Vulkanasche bedeckt und dadurch quasi konserviert. Im Laufe der Jahrmillionen lagerten sich darüber weitere Mineralien ab, vor allem Silizium. Regen ließ die Mineralien in die Erde sickern und diese lagerten sich an Stelle der vormals organischen Materialien (Holz) ab. So entstanden nicht nur die versteinerten Bäume, selbst Regentropfen und Wellenmuster konnten auf diese Art zu Stein werden. Nach dem das Meer, welches zwischenzeitlich hier gewesen war wieder verschwand konnten erneute Winde langsam aber sicher die versteinerten Überreste der Baumstämme freilegen. Super spannend, oder?! Nach all den hilfreichen Informationen machten wir uns dann auf den etwa 2 km langen Rundweg, welcher durch einen kleinen Teil des Nationalparks führt. Überall verstreut lagen versteinerte Stammteile, aber auch mitunter bis zu über 40 Meter lange ganze Baumstämme waren dort zu sehen. 🧐 Auch der heute nicht mehr aktive Vulkan, dem all das erst zu verdanken ist, war in der Ferne zu sehen. Wir schossen viele Fotos und kehrten danach wieder zum Ausgangspunkt, wo auch unser Van stand, zurück. Wir bedankten uns noch einmal bei dem Ranger für die guten Infos und hoppelten im Anschluss die rund 50 km bis zur asphaltierten Ruta N3 zurück. Dort angelangt ging die Reise weiter bis in das verschlafene Nest „Puerto San Julián“ da nach fast 3,5 Wochen mal wieder ein Waschtag fällig war. Wir gaben unsere zwei Wäschesäcke in einer hiesigen Wäscherei ab und machten uns anschließend auf einem Parkplatz an der Promenade breit. Direkt neben uns befand sich eine originalgetreue Nachbildung des Holzsegelschiffs, mit dem 1520 die Portugiesen hier erstmals an Land gingen. Gegenüber standen diverse Food-Trucks und auf der anderen Seite war ein großer Spielplatz weswegen bis weit nach Mitternacht ziemlich viel Trubel um uns herum herrschte. Für uns als Deutsche ist es immer wieder befremdlich, die kleinsten der Kleinen ganz selbstverständlich noch zu so später Stunde schaukeln, klettern und rutschen zu sehen. 😂

Vormals Baum – jetzt Stein
Sogar ganze versteinerte Baumstämme gab es
Nachbildung des portugiesischen Segelschiffs

Trotz dem spätabendlichen Trubel vor unserer „Haustür“ hatten wir eine relativ gute Nacht. Am Morgen konnte ich, seit langem mal wieder, einen schönen Spot für eine Runde Yoga ausfindig machen. Als sich der Wind am späten Vormittag legte nutzte ich die Aussichtsplattform vorne am Meer um dort meine Matte auszurollen. Einfach herrlich. 💛 Danach gab es erst einmal Frühstück bevor wir anschließend die Fahrräder vom Auto holten. Zum Glück waren diese von der Wäsche noch halbwegs sauber und so stand der Radtour auf einem Teil des „Camino Costero“ nichts im Wege. Gefühlt hatte der starke Wind vom Morgen zwar nachgelassen aber auf dem Fahrrad war dieser immer noch deutlich spürbar. Zumal die staubige Schotterpiste unser Vorankommen zusätzlich erschwerte. Was wir unserem armen Bussi da andauernd zumuten! 😨 Es dauerte eine Weile, bis wir aus dem Ort heraus waren und das Meer in Sicht kam. Aber als es dann endlich soweit war hatten wir, trotz Ebbe, sehr schöne Ausblicke. Das Wasser schimmerte in den schönste türkisfarben und wirkte ganz klar. Auch etliche Seevögel und sogar Pinguine konnten wir entdecken. Nur die mutmaßlichen Seelöwen entpuppten sich beim Näherkommen nur als große Steine. 😂 Wir radelten etwa 10 km weit bis zu einem kleinen Leuchtturm, von wo aus wir noch eine Weile den Blick auf die lange Meerzunge bzw. in Richtung hinaus auf den Ozean genossen. Zum Glück war Simon vernünftiger als ich und drängte darauf zum Bus zurückzufahren. Ich wollte ursprünglich noch ein paar Kilometer weiter die Küste entlang aber am Ende war ich dann doch froh mich gefügt zu haben. Wie bereits beschrieben waren die Konditionen nicht die Besten für eine entspannte Fahrradtour. Kurz vor unserem Parkplatz trafen wir neuerdings auf Stefanie, Nico, Annika und Mila alias die Franzosen aus „La Reunion“ deren Namen wir nun auch endlich kennen. 🙈 Wir tauschten eine Weile die gegenseitigen Erfahrungen der letzten Tage aus bevor sie sich zur Weiterfahrt entschieden. Wir hingegen aßen zuerst unser verbliebenes, immer noch saftiges restliches Bananen-Brot bevor wir gegen 17 Uhr unsere Wäsche abholen konnten. Sie duftete leider nicht ganz so gut wie damals in „Córdoba“ und mit 7 € war es noch dazu teurer aber zumindest war alles sauber und ordentlich zusammengelegt. 👍 Auf Grund der Uhrzeit entschieden wir uns dazu eine weitere Nacht in „Puerto San Julián“ zu verbringen. Allerdings fürchteten wir, insbesondere an einem Samstagabend, eine erneute Menschenansammlung vor den Food-Trucks und dem Spielplatz. Deswegen parkten wir um und stellten unseren Van einige hundert Meter entfernt vor dem großen Kulturzentrum ab. Das öffentliche WLAN war an beiden Stellplätzen ausgezeichnet weswegen wir abends sogar noch drei Folgen der letzten „The walking dead“ Staffel streamen konnten. 😃 Nebenbei durften wir die große Gruppe an Pfadfinderkindern beobachten die im und um das Kulturzentrum herumtobten. Gegen später kamen auch deren Eltern dazu und es wurde bis Mitternacht gegrillt und gemeinsam gegessen. Wir hatten zuvor unsere letzten beiden Portionen „Chili con Carne“ vertilgt und uns gegen jegliche Beilage entschieden. Stattdessen gaben wir der Verlockung nach und liefen noch einmal zu den Food-Trucks, um uns dort eine frische sowie heiße Portion knuspriger „Papas fritas“ zu holen. 🍟

Radtour entlang der Küste
Schöne Ausblicke inklusive

Am Sonntagmorgen, dem Tag des WM-Endspiels Argentinien gegen Frankreich, schliefen wir in aller Ruhe aus und nutzten noch einmal das gute WLAN um die zwei weiteren, bereits fertiggestellten YouTube Videos hochzuladen. So langsam aber sicher holen wir damit auf. 🙈 Ich schnappte mir erneut die Yoga-Matte für eine weitere Strandsession und freute mich danach über das bereits am Vorabend zubereitete, leckere Bircher-Müsli. 🥣 Leider konnten wir in dem Ort weder ein „public viewing“ noch eine Bar oder ähnliches ausfindig machen. Deswegen entschieden wir, das Fußballspiel an der großen „YPF“ Tankstelle etwas außerhalb an der Ruta N3 zu schauen. Dort konnten wir vor Anpfiff nicht nur unseren Diesel- sondern endlich auch unseren Wassertank auffüllen. Und auch die Camping-Toilette wollte mal wieder geleert werden. Als wir kurz vor 12 Uhr den nicht gerade kleinen Gastraum der Tankstelle betraten war dieser, erwartungsgemäß, schon ziemlich gut besucht. So machten wir es uns in der Kinderspielecke auf dem Boden bzw. auf einem der Kinderhocker, dafür aber direkt vor dem Fernsehgerät, bequem. Wobei wir uns die folgende Zitterpartie inkl. Verlängerung und Elfmeterschießen gerne erspart hätten. In der ersten Halbzeit hatte die argentinische Mannschaft so stark begonnen und dann gaben sie den Franzosen gleich zweimal die Chance zum Ausgleich! Aber am Ende haben sie dann ja doch noch gewonnen und der Freudentaumel war entsprechend groß. 🥳🥳🥳 Erstaunlicherweise sahen wir während des gesamten Spiels nicht eine einzige Person Bier trinken. Ob das nur der Tankstelle geschuldet war und somit der Tatsache, dass wohl die meisten später noch fahren mussten?! Man weiß es nicht… Für uns ging es danach direkt zurück auf die Landstraße und wir kamen noch knapp 300 Kilometer weit bis „Río Gallegos“ von wo aus es dann auch nicht mehr weit sein wird bis zur Fähre in Richtung „Ushuaia“.

Die Nacht verbrachten wir in einer Parkbucht an der schönen, ruhigen Promenade in der schicken Stadt „Río Gallegos“ wo es wieder allerlei teuer anmutende Villen gab. Ich glaube, in der Nacht fuhr nicht ein einziges Auto an unserem Van vorbei und auch am Montagmorgen wirkte alles sehr ruhig und gemächlich. Etliche joggten oder fuhren mit dem Mountainbike an der Küstenlinie entlang und auch ich machte dort noch einen Spaziergang, mit Blick auf den Fluss (wenn auch bei herrschender Ebbe) sowie die schicken Häuser. Zuvor hatte ich bereits einen Teil unserer frischen Lebensmittel verarbeitet. Leider darf man kein Obst oder Gemüse und auch keine Milch-, Wurst- oder Fleischprodukte sowie Eier nach Chile einführen. 🙁 Für uns ziemlich doof da Chile für uns aktuell nur ein Transitland sein wird auf dem Weg nach „Ushuaia“. Argentinien und Chile teilen sich den südlichsten Landzipfel und der obere Teil gehört zu Chile. Deswegen beschränkten wir unseren Einkauf im Supermarkt am Nachmittag auch auf haltbare Produkte wie z.B. Kaffee, Konserven, Cerealien, Nudeln etc. In dem großen „Carrefour“ gab es erfreulicherweise sogar eine „Western Union“ Niederlassung. Wir nutzten die Gelegenheit um noch einmal einige argentinische Pesos zu, für uns, immer besser werdendem Kurs abzuheben. 👍 Anschließend konnten wir an der großen Raststätte um die Ecke die blitz blank sauberen, neu anmutenden Duschen nutzen und uns dort frisch machen. Das ist echt ein super toller Service und wir freuen uns jedes Mal sehr, wenn wir die eigentlich den Truckern vorbehaltenen Einrichtungen meist sogar kostenfrei nutzen dürfen. Von dort aus fuhren wir noch einige Kilometer bis zur „Laguna Azul“ unweit der Grenze. Auf dem Weg dorthin kam auch der beeindruckende, langgezogene Vulkangürtel in Sicht welcher vermutlich Namensgeber von „Feuerland“ ist. So befand sich dann auch die schöne, grün schimmernde Lagune im Krater eines erloschenen Vulkanes. Damit hatten wir gar nicht gerechnet. 🥰 Abends gab es Nudelauflauf aus unserem „Omnia“ Backofen um den Rest an Schinken und Käse zu verwerten bevor wir an Ort und Stelle auf dem Besucherparkplatz zu Bett gingen.

Laguna Azul
Im Hintergrund der Vulkangürtel

Nach meinem morgendlichen Milchkaffee stellte ich mich erneut in die „Küche“, um u.a. die letzten verbliebenen Eier in einen Schoko-Birnen-Kuchen für die kommenden Nachmittage zu verwandeln. 😋 Danach frühstückten wir leckeres Bircher-Müsli und somit war auch das restliche Joghurt und Obst verwertet. Somit dürfte einem erfolgreichen Grenzübertritt nun nichts mehr im Wege stehen. 💪 Gegen Mittag machten wir uns auf zur Selbigen und passierten zuerst das argentinische Grenzgebäude. Es warteten bereits zahlreiche Menschen vor den Schaltern aber erstaunlicherweise ging es dennoch relativ fix voran. Als wir an der Reihe waren wurde unsere Ausreise systemseitig (ohne Stempel im Pass) erfasst und beim Zoll gaben wir unser TIP fürs Auto ab. Teil eins war somit geschafft, weiter ging es mit Teil zwei einige Kilometer weiter auf chilenischer Seite. Dort wiederholten wir das Spiel von neuem: Pässe vorzeigen, Stempel erhalten, Einfuhrdeklaration ausfüllen, TIP für den Van einfordern. Mit den von uns beiden ausgefüllten Einfuhrdeklarationen mussten wir dann an der Grenze vorfahren. Die Zöllnerin erkundigte sich nach verbotenen Gegenständen und ich bat sie in unseren Wohnraum hinein. Dort ließ ich sie einen Blick in den Kühlschrank werfen sowie in unsere Vorrats- und Kleiderschränke. Ich händigte ihr die angegebenen zwei Chili-Schoten sowie eine Zwiebel und die restliche Knoblauchknolle aus. Die Butter bzw. Margarine hat sie entweder nicht gestört oder sie hat sie absichtlich übersehen. Ich hatte in dem Moment der Kontrolle ehrlich gesagt gar nicht mehr an diese Dinge gedacht. Nur unser fast noch ganz volles Glas Honig habe ich absichtlich verschwiegen und zum Glück ist sie auch nicht darüber gestolpert. 🙈🙉🙊 Vom Kontrollposten aus fuhren wir direkt weiter bis zu der Fähre, welche uns über die Magellan-Straße bringen würde. Wir mussten keine 20 Minuten bis zum Eintreffen derer warten und auch die Überfahrt über die zum Glück ruhige See dauerte keinesfalls länger. Die 25 € dafür bezahlten wir in argentinischen Pesos bar direkt auf der Fähre wobei Kartenzahlung (sowohl in chilenischer als auch in argentinischer Währung) ebenfalls möglich gewesen wäre. Auf der anderen Seite angekommen führte uns unser Weg weiter durch die patagonische Pampa. Wobei es in Teilen Englands (mit Ausnahme der Guanacos) auch nicht anders aussieht: Hügelige Graslandschaften, viele Schafe und sehr vereinzelt mal ein Gehöft. Erst gegen später kamen zu unserer Linken die Ausläufer der Anden wieder in Sicht. 😍 Es waren in Summe lediglich 200 km die uns durch den chilenischen Teil Feuerlands führten. Dann gelangten wir auch schon wieder an der Grenze an und die gerade einmal ein paar Stunden zurückliegende Prozedur wiederholte sich noch einmal: Erst die Ausreise auf chilenischer Seite und dann die erneute Einreise auf argentinischer Seite. Da hier jedoch kaum etwas los war und die Beamten sich alle auskannten ging es noch einiges schneller als zuvor. 👍 Mittlerweile war es bereits 20 Uhr abends und so entschieden wir, die verbleibenden 80 km bis „Río Grande“ erst am folgenden Morgen zu fahren. Stattdessen übernachteten wir direkt gegenüber vom Grenzgebäude an der kleinen Tank- und Raststätte. Wobei uns bereits vor geraumer Zeit die langen Tage aufgefallen waren. In Ushuaia geht die Sonne derzeit bereits um 04:50 Uhr auf und erst um 22:10 Uhr wieder unter was sage und schreibe ganze 17,5 Stunden Tageslicht bedeutet. 😮 Ist es bei uns in Deutschland im Sommer auch sooo lange hell?! Ich weiß es ehrlich gesagt nicht genau… Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es bei uns um 22:30 Uhr nicht mehr so hell ist wie hier.

Mit der Fähre über die Maggelan-Straße ⛴

Der Blick aus dem Fenster am folgenden Morgen war leider ernüchternd. Hatte uns der Archipel bei unserer Ankunft am Vortag noch mit angenehmen Sonne-Wolken-Mix empfangen so war das Wetter nun wie die Landschaft: Very British. Es war grau, neblig trüb und nieselfeucht. Dafür freuten wir uns über den Dieselpreis an der Tankstelle welcher zu unserem Erstaunen günstiger war als an jedem anderen Ort bisher auf dem Festland. Damit hatten wir wahrlich nicht gerechnet! 😃 Wir fuhren bis in die nächst größere Stadt „Rio Grande“ wo wir an einer Tankstelle unsere Nachrichten checkten und uns im Supermarkt mit frischen Lebensmitteln versorgten. Von dort aus ging es weiter bis an den größten See Feuerlands, dem „Lago Fagnano“. Dieser ist ziemlich schmal so dass man stets von einer Uferseite zu anderen hinüberschauen kann aber dafür ziemlich lang. Am frühen Nachmittag lichtete sich der Nebel und der Himmel wurde etwas heller. Der leichte Sprühregen hatte sich bereits am Morgen wieder verzogen. So konnten wir, nach unserer späten Mittagspause mit Kaffee und Kuchen, noch ganz entspannt am steinigen Seeufer entlangspazieren und dabei die herrliche Aussicht auf die umliegenden Berge genießen. Das Wasser war so klar als dass man jedes einzelne Steinchen erkennen konnte. Gegenüber unseres Parkplatzes befand sich allerdings ein Tümpel mit stehendem Gewässer und so schwirrten tausende von Moskitos um unseren Van herum als wir wieder dort angelangten. 😟 Dort zu übernachten kam somit keinesfalls in Frage weswegen wir ein Stück weiter am See entlang fuhren. Wenige Kilometer weiter fanden wir, direkt unterhalb der Landstraße, einen großen Schotterparkplatz. Hier mündete ein Flusslauf in den See und so hatte es an dieser Stelle auch keinerlei Plagegeister. 👍 Als wir ausstiegen wartete dort bereits ein kleiner, neugieriger Fuchs auf uns. Er zeigte keinerlei Scheu und wir konnten uns ihm ziemlich weit nähern. Wir liefen noch einmal hinunter zum See um uns dort umzuschauen und entschieden im Anschluss, dass wir die Nacht an diesem hübschen Plätzchen verbringen würden.

Am Lago Fagnano
Kristallklares Wasser 💦
Blick von oben auf den See
Ob das wohl ein Polarfuchs ist?!

Erwartungsgemäß hatten wir dort eine sehr ruhige und entspannte Nacht. Da der Himmel am nächsten Morgen bereits deutlich klarer war als am Tag zuvor war das Panorama noch schöner. Nun konnten wir alle umliegenden Berge sehen und erkennen, dass darauf zum Teil sogar noch Schnee lag. 🏔 Auch die Landschaft hatte sich gestern auf dem letzten Stück unserer Fahrt wieder drastisch verändert. Die weiten Grasebenen wichen urplötzlich dichten Ulmen-Wäldern und dazwischen befand sich viel Totholz. Zum Teil standen die abgestorbenen, kahlen Bäume noch und waren mit Flechten bewachsen. Zum Teil lagen die toten Baumstämme und Äste aber auch verstreut auf dem Waldboden, den Lichtungen oder in den Flüssen bzw. kleinen Bächen. Na wenn sich da mal nicht der Biber freut! 😛 Und auf den Wiesen wuchsen heimische Pflanzen wie Löwenzahn, Klee und Butterblumen. Entlang dieser malerischen Landschaft ging es für uns weiter bis ganz in den Süden. Wobei wir nicht direkt nach „Ushuaia“ abbogen, sondern zuerst den Weg zur abgelegenen „Estancia Harberton“ wählten. Bei dieser Farm handelt es sich um die älteste in diesem Teil des Landes. Sie wurde bereits im Jahr 1886 gegründet und liegt inmitten einer Bilderbuchlandschaft direkt am „Beagle Kanal“. Das Farmland erstreckt sich über ein Fläche von 200 Quadratkilometern und hier gibt es insgesamt drei ausgewiesene Campgrounds (ohne jegliche Annehmlichkeiten oder Vorrichtungen) die kostenfrei genutzt werden dürfen. Wir fragten sicherheitshalber im hübsch hergerichteten Kaffee- und Restaurant der Estancia nach ob wir uns anmelden oder registrieren müssten. Aber die nette Bedienung gab uns grünes Licht und so konnten wir uns unseren Stellplatz für die Nacht frei auswählen. 👍 Auf einen geführten Rundgang über die Farm inklusive Besichtigung des Museums verzichteten wir allerdings da uns 25 € hierfür als übertrieben viel erschien. Stattdessen fuhren wir noch ein paar Kilometer weiter von der Farm weg und schauten uns die zwei folgenden Campingplätze an. Der entlegenste lag direkt am „Beagle“ Kanal sowie an einem Fluss. Da es hier allerdings auch stehende Gewässer gab fürchteten wir die Moskitos am Abend und entschieden uns deswegen für den Vorderen. Von diesem aus konnte man ebenfalls in der Ferne auf den Kanal blicken und ein weiterer Fluss durchzog die Wiesen auf welchen Kühe und Pferde grasten. Was für ein idyllisches Fleckchen für den Rest des Tages und die folgende Nacht. 🥰

Beagle Kanal
Im Hintergrund die Estancia Harberton
Hier sieht man gut das Totholz

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