Am Donnerstag war es erneut unglaublich heiß (über 37°C 🥵) weswegen wir am Nachmittag kurz vor „Buenos Aires“ einen Stopp im klimatisierten McDonalds einlegten. 😅 Wir gönnten uns ein Eis und ich konnte das dortige Internet nutzen um meinen Blog hochzuladen. Gegen 17 Uhr machten wir uns dann auf den Weg in Richtung Innenstadt. Es war zwar relativ viel los auf der mehrspurigen Autobahn um diese Uhrzeit aber auf der Gegenfahrbahn, welche aus der Metropole herausführte, war noch deutlich mehr los. So kamen wir kurz vor 19 Uhr am Terminal der „Buquebus“ Fähre an, welche zwischen „Montevideo“ in Uruguay und „Buenos Aires“ in Argentinien verkehrt. Das Terminal liegt sehr zentral und wir wussten von anderen Overlandern, dass man auf dem großen bewachten Parkplatz dort sicher stehen kann. Als wir dort am Abend ankamen fanden wir allerdings nicht den erhofften Parkplatz, sondern stattdessen eine Großbaustelle vor. 😮 Ich erkundigte mich am Fährterminal nach anderen Parkgelegenheiten aber diese wären alle überdacht gewesen und unser Van war dafür leider zu hoch. Ich bekam von dem Parkwächter jedoch den Tipp, dass sich ganz in der Nähe im neuen Hafenviertel „Puerto Madero“ ein rund um die Uhr bewachter, weitläufiger Parkplatz befinden würde. Also steuerten wir den besagten Parkplatz, an welcher zum Casino gehörte und in der Tat extrem groß sowie 24 Stunden bewacht war. Der Parkeinweiser hätte uns auch direkt auf einen freien Parkplatz geschickt aber ich erkundigte mich natürlich bei ihm ob es möglich wäre, hier für ein oder zwei Tage zu stehen. Dies wurde, wie schon fast erwartet, leider verneint da der Parkplatz exklusiv für die Gäste des Casinos reserviert war. Schade! Dabei hätten wir auf dem riesigen Gelände tatsächlich niemanden gestört und der Wachservice wäre ebenfalls perfekt gewesen. Wir bekamen dort aber immerhin einen weiteren Tipp: Wir sollten nebenan bei einer anderen Fährgesellschaft nachfragen ob wir eventuell auf deren Parkplatz stehen könnten. Also fuhren wir einmal ums Quadrat zum Terminal von „Colonia Express“. Die Fähre verbindet „Colonia del Sacramento“ in Uruguay mit der Hauptstadt Argentiniens. Den Zugang zu deren Parkplatz fanden wir erst bei der zweiten Runde und tatsächlich war dieser ein Loch. 😰 Wir hätten dort zwar für 1.000 Pesos (= ca. 3 €) pro Tag auf einem bewachten Parkplatz stehen können. Allerdings befand sich dieser direkt unter der Autobahnbrücke, umgeben von einer weiteren Ringstraße sowie anderen Parkplätzen. Selbst wenn wir den Platz nur zum Schlafen genutzt hätten, wir hätten dort auf Grund des lärmenden und stinkenden Verkehrs kein Auge zugetan. Mittlerweile lagen unsere Nerven dann doch etwas blank, nicht zuletzt auf Grund des anstrengenden Verkehrs in der Großstadt. Als letzte Möglichkeit blieb uns jetzt quasi nur noch die Hoffnung, im neuen Hafenviertel „Puerto Madero“ einen geeigneten Parkplatz zu finden. Hiervon hatten uns ebenfalls mehrere andere Reisende berichtet die dort mehrere Tage sicher standen. Letztlich fanden wir dort tatsächlich einen relativ ruhigen Stellplatz, sogar im Schatten von Bäumen. In den Straßen standen sowohl andere Camper als auch LKW-Fahrer mit ihren Lastwagen zum Übernachten. Die Gegend machte auf uns einen sehr sicheren Eindruck und wir sahen auch mehrere Polizeistreifen patrouillieren. Uff…. Welch nervenaufreibende Stellplatzsuche! Zwischenzeitlich dämmerte es bereits und so machten wir uns zu Fuß auf um das Viertel zu erkunden. Nebenbei schauten wir uns die vielen Restaurants und Cafés an, welche auf beiden Seiten des Kanals vom „Río de la Plata“ lagen. Dieser fließt durch das neue, moderne Hafenviertel und fast alles hier erinnerte uns an die neue „HafenCity“ in Hamburg. Die Aussicht auf die erleuchteten Hochhäuser sowie die Promenade und das Museums-Segelschiff war unglaublich schön. Nach einigem Hin und Her entschieden wir uns letztlich für ein mexikanisches Restaurant. Zwischenzeitlich war es schon kurz nach 22 Uhr und so passten wir uns direkt an die argentinische Zeit fürs Abendmahl an. 🤣 Simon bestellte sich leckere Burritos de Carne und ich nahm einen Salat mit Avocado, Mango und Hühnchen welcher ebenfalls sehr fein war. Nur war ich zwischenzeitlich so müde und hatte seit einigen Stunden auch ordentliche Kopfschmerzen weswegen ich das Essen gar nicht so richtig genießen konnte. Umso glücklicher war ich, als wir gegen 24 Uhr endlich im Bett lagen. 🛌



Wir verbrachten erstaunlicherweise eine extrem ruhige Nacht und wurden, inmitten der Großstadt, sogar von Vogelgezwitscher geweckt. Nachdem wir unseren Morgenkaffee getrunken hatten schnappten wir unsere Fahrräder, um unsere eigene „Buenos Aires by bike“ Sightseeing-Tour zu starten. 😉 Wir fuhren über die Brücke in die nahegelegene Altstadt und stoppten als erstes in der schönen, alten Markthalle. Dort gab es nicht nur Lebensmittel-stände, sondern auch viele Retro-Läden und tolle Restaurants sowie Cafés. Bei einem davon kauften wir uns ein leckeres Frühstück bestehend aus einer Zimtschnecke, einem Mandel-Croissant sowie einem Schoko-Brioche und dazu zwei heiße Espressi. 🥐☕ Frisch gestärkt ging es mit den Rädern weiter in das bunte Künstler- und Arbeiterviertel „La Boca“. Dort befindet sich auch das blau-gelbe Fußballstadium von den „Boca Juniors“ wo unter anderem die Karriere von Diego Maradona begann. Entsprechend viele Geschäfte mit allerlei Fan-Artikeln befinden sich rundum. Weiter ging es in die historische Altstadt welche mich, auf Grund der vielen alten Gebäude aus der Kolonialzeit, unweigerlich an Madrid erinnerte. 😍 Wir schauten uns zuerst den rosafarbenen Präsidentenpalast inklusive dem davor „geparkten“ Heli an. Von einem der Balkone hielt damals wohl auch „Evita Peron“ ihre bewegende Rede an die Nation. Weiter ging es zur direkt dahinter liegenden „Plaza Mayor“ mit der dortigen Kathedrale sowie dem Rathaus. Auch das Kulturzentrum befindet sich in einem prachtvollen, historischen Gebäude. Als unsere Mägen erneut knurrten fuhren wir zu einem im Reiseführer beschriebenen Lokal, welches laut diesem auch gerne von Einheimischen besucht wird. Wir bestellten uns dort ein paar köstliche Empanadas mit verschiedenen Füllungen und unterhielten uns nett mit dem Kellner. Danach schlenderten wir die Fußgängerzone „Florida“ entlang durch welche wir auf Grund der zahlreichen Fußgänger unsere Räder schieben mussten. Der Boulevard ist wahnsinnig lang und zwischendrin befinden sich immer wieder viele alte, prachtvolle Gebäude sowie historische Einkaufsgalerien mit üppigem Stuck und Deckengemälden. Auf dem Rückweg zum Van schauten wir uns das Hafenviertel „Puerto Madero“, welches wir bereits am Vorabend bei Nacht gesehen hatten, noch im Tageslicht an und wir fanden es nicht minderschön als in der Dunkelheit. 🤩 Die Radtour durch die Großstadt war super easy. Es gibt ein sehr großes Netz an Radwegen sowie breite Gehwege für den Notfall. Und selbst auf der Straße war das Fahren auf Grund des Einbahnstraßen-Systems problemlos möglich (wie fast überall in Argentinien richtet sich der Verkehr auch hier nach den Straßen-Quadraten). Erst gegen 20 Uhr gelangten wir wieder bei unserem fahrbaren Zuhause an. Dort trafen wir allerdings auf einen herumlungernden jüngeren Mann. Optisch machte er zwar keinen seltsamen Eindruck aber er stellte mir ein paar Fragen zu unserer Reise und ob wir morgen denn auch noch da wären etc. Dies hinterließ bei uns beiden ein mulmiges Gefühl obwohl wir uns an und für sich an Ort und Stelle total sicher fühlten. 😰 Da wir nach dem langen Tag ziemlich k.o. waren und fürs Abendessen nicht erneut so viel Geld ausgeben wollten kauften wir uns an einer Imbiss-Bude an der Hafenpromenade je eine Art Döner im Fladenbrot welcher zum Glück auch gut schmeckte bevor wir erschöpft in die Federn fielen.













sehen lassen 👍🏻
Wir hatten neuerdings eine sehr ruhige Nacht an unserem Stellplatz. Auf Grund der beunruhigenden Begegnung mit dem seltsamen Typ am Vorabend entschieden wir aber dennoch, unser Auto umzuparken. Wir fuhren lediglich zwei Querstraßen weiter, standen jetzt aber direkt vor einer Kamera sowie einem Wachhaus, welches rund um die Uhr von einem Wachposten besetzt war. Beides gehörte zu den direkt dahinterliegenden, nagelneuen Hochhäusern in welchen sich offensichtlich schicke Wohnungen inklusive Balkon mit herrlicher Aussicht befanden. 👍 So standen wir jetzt sogar in 1A Lage, direkt am Kanal mit eigener Parkbank direkt vor der Tür. Von dort aus ging es dann erneut mit den Fahrrädern in die Stadt. Da sich unsere Bargeldvorräte langsam aber sicher dem Ende näherten suchten wir zuerst eine „Western Union“ Filiale auf. Leider war es Simon diesmal nicht möglich mit seinem Account eine Transaktion durchzuführen weswegen ich mich ebenfalls in der App anmelden musste. Das dortige WLAN war allerdings mehr schlecht als recht und wir mussten auf Grund dessen zu einem nahegelegenen Café mit besserem Internet wechseln. Dort gelang mir dann aber zum Glück die Registrierung und auch die Überweisung. Zurück in der „Western Union“ Filiale reihten wir uns in die lange Schlange an Wartenden ein und erhielten dann nach dem vorangegangenen, nervigen Hin und Her doch noch unser Geld. Den Mittagssnack hatten wir uns jetzt also wahrlich verdient. 😂 Direkt um die Ecke sollte sich ein guter Sandwich-Laden befinden und so begaben wir uns direkt auf die Suche danach. Als wir an der genannten Adresse ankamen fanden wir das Lokal jedoch verschlossen vor. Etwas enttäuscht fuhren wir weiter auf der Suche nach etwas anderem als wir dann plötzlich einige hundert Meter weiter doch noch die zuvor gesuchte Lokalität vorfanden. Scheinbar war der Laden alias „Latino Sandwich“ kürzlich umgezogen. Die dortige Auslage war wirklich überwältigend: Sowohl die verschiedenen Sandwiches als auch die hausgemachten Kuchen und Salate – alles sah sehr appetitlich aus. Wir entschieden uns letztlich für ein Thai-Sandwich bestehend aus getoasteten Brotscheiben, zwischen denen sich ein paniertes Schnitzel mit Rucola, Mango und pikanter Salsa befand. 😋 Von dort aus fuhren wir mit den Rädern in das Viertel „Recoleta“ wo sich mitunter auch der berühmte Friedhof mit all den Mausoleen diverser Berühmtheiten befindet. Statt auf dem Friedhof landeten wir jedoch zuerst versehentlich im dortigen Kulturzentrum. Und wir hatten uns schon gewundert, warum dort Hipp-Hopp getanzt wurde und sich Graffitis an den Wänden befanden. 🙈 Nach dem Rundgang durchs Museum fanden wir dann aber doch noch den Zugang zum Friedhof. Dieser war allerdings nicht wie erwartet kostenfrei, sondern es wurde pro Kopf eine Eintrittsgebühr in Höhe von rund 1.600 Pesos (= ca. 5 € verlangt). Diese konnte man auch nur mit Kreditkarte begleichen und mit dem zugrunde liegenden Wechselkurs wären es sogar fast 10 € pro Person gewesen. Das war es uns dann irgendwie doch nicht wert weswegen wir den Friedhof ungesehen links liegen ließen. Weiter ging es in die großen Parkanlagen welche sich ganz in der Nähe befanden. Wir besuchten als erstes den großen japanischen Garten welcher im typischen Stil gestaltet war. Dort gab es einen großen Teich mit Koi-Karpfen, einige wenige schöne Bonsai-Bäume sowie die klassischen, in Rot gehaltenen Brücken. Fast nebenan befand sich der hübsch angelegte Rosengarten. In einen weiteren Park gegenüber pilgerten währenddessen hunderte von argentinischen Fußballfans, um dort dem „public viewing“ beizuwohnen und lautstark ihre Heimmannschaft anzufeuern. Während des Fußballspiels Argentinien gegen Mexiko (2:0) waren die Straßen der Hauptstadt wir leergefegt und wir konnten problemlos über sämtliche rote Ampeln fahren. 😅 Zwischenzeitlich regte sich bei uns erneut der Hunger und leider schloss das ausgewählte Lokal just in dem Moment als wir dort ankamen. So machten wir uns erneut auf zum „Latino Sandwich“, wo wir uns einen leckeren gemischten Salat mit Brot und einer Portion frischer Pommes als Beilage teilten. Und nach all dem anstrengenden Sightseeing gabs als Dessert noch ein großes Stück von dem hausgemachten Bananen-Ananas-Kuchen. 😛 Von dort aus ging es dann zurück zum Auto und dank der Fahrräder waren die etwas wärmeren Temperaturen an diesem Tag doch noch gut erträglich. Zumal wir ohne diese in der kurzen Zeit niemals so viel von der Stadt hätten sehen können. Außer mit dem Hop-On/Hop-Off Touri-Bus, welcher 20 US$ pro Kopf gekostet hätte und letztlich die gleichen Station ansteuerte wie die, die wir bereits gesehen hatten. Abends waren wir dann noch einmal bei dem guten mexikanischen Restaurant „Lupita“ zu Gast. Wir teilten uns zum Abschluss des schönen Tages einen Vorspeise-Teller sowie zwei „Quesadillas“ inklusive Beilagen und für mich gabs on top noch einen fruchtigen Cocktail. 😛🍹🥙








Die Nacht im Van war leider ziemlich heiß, da wir den ganzen Tag über unterwegs waren und sich die Hitze dementsprechend gestaut hatte. Und mitten in der Stadt kann man ja leider schlecht mit offener Tür schlafen. 🙈 Trotz allem war die Nacht relativ erholsam und wir schnappten uns am Sonntagmorgen noch einmal die Räder. Wir fuhren erneut nach „La Boca“, um für einen sehr guten Freund der demnächst seinen 40sten Geburtstag feiern darf ein Maradona-Trikot zu kaufen. Auf dem gleichen Weg ging es dann postwendend wieder zurück zum Van wo wir erst einmal eine Kleinigkeit auf „unserer“ Parkbank frühstückten. 😆 Anschließend radelten wir noch an die wenige hundert Meter von unserem Stellplatz (und somit auch von der Innenstadt) entfernt liegende „Costanera“. Das Naherholungsgebiet befindet sich, wie der Name schon sagt, direkt an der Küste vom „Río de la Plata“ welcher hier in den Atlantik fliest. Was für ein schönes Gefühl mal wieder am Meer zu sein! Hier gab es auch zwei große Lagunen, viele Vögel, tolle Picknickplätze im Schatten vieler Bäume und alles ist durchzogen von einem Netz breiter Wege auf welchen man herrlich spazieren oder Fahrrad fahren kann. Ohne Selbige hätten wir uns dieses weitläufige Gebiet übrigens sicherlich niemals angeschaut. Und all das keine zwei Kilometer vom Zentrum entfernt! Nicht zuletzt deshalb hat uns „Buenos Aires“ wirklich schwer beeindruckt und rundum gut gefallen. Wir brachten die Räder zurück zum Van um von dort aus zu Fuß in die höchstens 15 Minuten entfernte Altstadt zu laufen. Dort findet jeden Sonntag im Viertel „San Telmo“ ein großer Kunsthandwerkermarkt statt. Dieser zieht sich über zwei oder sogar drei Straßenblocks hinweg und es gibt allerlei wirklich schöner Dinge zu sehen und natürlich auch zu kaufen. 😉 Von Lederwaren über Keramik bis hin zu Schmuck und Geschenkartikeln. Nach dem wir uns sattgesehen hatten gingen wir noch einmal in die schöne Markthalle ganz in der Nähe. Dort war diesmal 100x mehr los als an dem Freitagmorgen bei unserem ersten Besuch. Wir beobachten das Gewusel, teilten uns zwei Empanadas und kamen nicht umhin, uns bei der wunderschönen Bäckerei noch einmal etwas Süßes zum Kaffee zu holen. 🙊 Der Tisch vorm Fernseher bleib uns leider (oder zum Glück?!) verwehrt weswegen wir das Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Spanien nicht verfolgen konnten. Bei der Bäckerei kauften wir noch ein kleines Baguette und beim Obst- bzw. Gemüsehändler noch eine Paprika sowie zwei Tomaten für unser Vesper am Abend. Von unserer Fahrt vor einigen Tagen über die Dörfer hatten wir nämlich noch Käse und Salami und langsam hatten wir dann doch Sorge, dass uns die Delikatessen schlecht werden könnten. So gab es an diesem Abend eine leckere Brotzeit auf der Parkbank am Kanal mit Blick auf die gegenüberliegende Hafenseite. 🤭 Da wir an diesem Tag bereits gegen 18 Uhr zurück waren konnten wir auch relativ lange durchlüften und hatten dementsprechend eine deutlich bessere Nacht als zuvor.





Am Montag schliefen wir in Ruhe aus und da Simon gar nicht aus den Federn wollte, machte ich mich derweil zu Fuß auf zum nahegelegenen Supermarkt. Dort gab es zum einen ganz ordentliches WLAN und zum anderen kaufte ich noch eine Flasche Wein als Geschenk. Nach dem wir „Buenos Aires“ nach einem Frühstück bei einer hiesigen Fastfood-Kette (Kaffee mit zwei Croissants für nicht einmal 3 €) nach dreieinhalb sehr schönen Tagen verließen ging es nämlich weiter nach „Saladillo“. Die Stadt liegt rund 200 km außerhalb und lag so oder so auf unserem weiteren Weg in Richtung Küste und zur „Peninsula Valdes“. In „Saladillo“ leben Orlando und Claudia, zwei super nette Argentinier Ende 50 bzw. Anfang 60 welche wir kurz zuvor abends an einer Raststätte kennengelernt hatten. Wir unterhielten uns damals sehr lange mit den beiden und sie luden uns direkt zu sich nach Hause zum „asado“ (= Barbecue) ein sollten wir in ihre Nähe kommen. An dieser Stelle schließt sich nun auch der Kreise mit der Flasche Wein. 😂 Nach etwa drei Stunden gemütlicher Fahrt über die Autobahn und die Landstraße kamen wir dann am späten Nachmittag bei den beiden an. Sie besitzen ein wunderschönes, weitläufiges Grundstück etwas außerhalb auf welchem sich ihr Bungalow-Häuschen sowie ein weiteres, etwas kleineres Haus befindet in welchem eine ihrer Töchter mit ihren zwei Söhnen lebt. Wir durften unseren Van im Schatten der Bäume direkt vorm Pool parken und diesen ganz selbstverständlich auch mitbenutzen. Die beiden waren im zarten Alter von 27 bereits Eltern von fünf Kindern (drei Mädchen und zwei Jungs) und haben mittlerweile auch schon einige Enkelkinder. Am Abend gab es dann das versprochene Fleisch vom Grillmeister Orlando (Salchicha und Rippchen) und Claudia bereitete noch einen gemischten Salat zu. Für unseren Geschmack war das Fleisch jedoch viel zu fad da nicht gewürzt und zu fettig obendrein was wir uns aber nicht anmerken ließen. Wir saßen bis Mitternacht am Tisch (wobei wir auch erst gegen halb elf anfingen zu essen) und unterhielten uns erneut sehr nett. Einziges Problem: Die beiden sprechen nur Spanisch weswegen Simon wirklich kein Wort verstehen geschweige denn sich mit unterhalten konnte. Das bedeutete für mich wiederum doppelte Anstrengung, weil es auch für mich mitunter immer noch schwierig ist flüssig Spanisch zu sprechen. So musste ich nicht nur zuhören und sprechen, sondern auch noch übersetzen was aber erstaunlicherweise alles in allem recht gut gelang. Hundemüde fielen wir nach den anstrengenden und langen Tagen nach dem gemeinsamen Essen ins Bett weswegen wir wahrscheinlich am nächsten Tag auch bis halb elf schliefen. 🙈🙉🙊 Es war zwar erneut ziemlich warm im Bus auf Grund der hohen Temperaturen während des Tages aber diesmal konnten wir alle Fenster und auch die Tür einen Spalt weit offenlassen.


Da wir fast den ganzen Dienstagvormittag verschlafen hatten war relativ schnell klar, dass wir das Angebot, uns hier einen weiteren Tag auszuruhen, annehmen werden. Bis zu unserem nächsten Ziel „Sierra de la Venta“ hätten wir nämlich rund 400 km fahren müssen. So verbrachten wir den erneut sehr, sehr heißen Tag mit der gesamten Familie (zu Spitzenzeiten waren wir in Summe 16 Personen) am Pool. Daher war es auch nicht weiter verwunderlich, dass der große, von Claudia frisch gebackene, Bananenkuchen mit Nüssen in Rekordzeit vertilgt wurde. 😂 Es war toll, sich mit allen über Gott und die Welt zu unterhalten. Zum Beispiel über die Unterschiede beim Einkommen und dies wiederum in Relation zu den Lebenshaltungskosten oder den Kosten für ein Grundstück inklusive Haus. Aber auch, wie man mit im Durchschnitt 70 bis 80% Inflation im Jahr umgeht. 😯 Orlando ist gemeinsam mit einem seiner Söhne Inhaber einer Firma, welche große Wanduhren fertigt und über Messen oder mittlerweile auch per Internet innerhalb Argentiniens vertreibt. Am Abend durften wir uns auch noch die Werkstatt sowie einige der wunderschönen, großen Uhren anschauen. Die Kleinsten haben einen Durchmesser von 40 cm und die Größten messen stolze 90 cm. Das Ziffernblatt kann dabei ganz individuell nach Kundenwunsch gestaltet werden. Wir bedauerten es wirklich sehr, dass der Versand nach Deutschland auf Grund der hohen Versandkosten nicht möglich ist. Sonst hätten wir uns wirklich gerne eine Uhr fertigen lassen. Zusätzlich hat Orlando noch einen Nebenjob bei der Stadt. Im Wochenwechsel und in 8 Stundenschichten kümmerst er sich dabei um die Pumpe der städtischen Kläranlage, welche mangels Wartung in den letzten 50 Jahren per Hand betätigt werden muss. Das Geld für die Wartung hatten sich über Jahrzehnte wohl andere in die Taschen gestopft… Dank seines Arbeitseifers hat er es wirklich weit gebracht und darf zurecht stolz auf sein Eigentum sein. Die meisten seiner Kinder hingegen haben jedoch nur Aushilfs- oder Halbtagsjobs und deswegen auch meist noch einen Zweit- oder gar Dritt-Job. Dafür hatten aber auch fast alle sowohl am Montag- als auch am Dienstagnachmittag Zeit um am elterlichen Pool zu relaxen. 😅 Abends fuhren wir dann mit den Fahrrädern ins nahe Zentrum, um uns mit einem selbstgekochten Abendessen bei den beiden für ihre Gastfreundschaft zu revanchieren. Wir entschieden uns für frische Tagliatelle und kochten dazu eine leckere Sauce Bolognese. 🍝🍷 Als wir das Essen bei ihnen servierten und ich dazu noch einen gemischten Salat anbot waren sie mehr als verwundert darüber, dass wir zu Pasta Salat essen. Scheinbar ist das hier ganz und gar nicht üblich weswegen wir es bei den Nudeln beließen. Dafür aßen die beiden wiederum, in Ermangelung an Brot, Salzcracker und Zwieback dazu was wir wiederum sehr seltsam fanden. 🤨 Nach dem schönen, geselligen Tag verabschiedeten wir uns von den beiden und zogen uns zum Schlafen in unseren Van zurück.

Die Nacht von Dienstag auf Mittwoch war leider ziemlich mies. Wir hatten nach dem super heißen Tag Temperaturen wie in der Sauna in unserem Bus und noch dazu brachten uns etliche Moskitos um den Schlaf. Kurz nach Mitternacht begann es dann auch noch zu regnen weswegen wir die Fenster schließen mussten und keine Frischluft mehr nach Innen drang. Nach einigen Stunden schliefen wir dann aber doch irgendwann ein. Der Morgen begann allerdings ähnlich schlecht denn als wir unsere hintere Dachluke zum Lüften öffnen wollten kam uns ein nicht zu verachtender Schwall Wasser entgegen. 😧 Uns war beim letzten Regen schon aufgefallen, dass das Rollo leicht feucht war aber schlussfolgerten damals, dass wohl das Fenster nicht ganz zu war. Nun war aber klar, dass das wohl nicht die Ursache war sondern sich weit größeres und schlimmeres dahinter verbergen musste. Simon demontierte umgehend Blende und Rahmen der Dachluke, konnte auf den ersten Blick aber weder von innen noch von außen die Ursache ausmachen. Ich wartete derweil auf das Erwachen von Claudia um vor unserer Weiterfahrt noch ihre Dusche nutzen zu können. Die beiden hätten uns spontan sogar noch zum Mittagessen auf ein Schnitzel mit Salat eingeladen. Da wir aber gerade erst unser Müsli mit Obst vertilgt hatten mussten wir das nette Angebot schweren Herzens ausschlagen. Stattdessen verabschiedeten wir uns frisch geduscht sehr herzlich von Claudia und Orlando und ihre Tochter schoss noch ein paar schöne Fotos als Erinnerung. Claudia, die sehr kreativ ist und nebenbei auch viel Kunsthandwerk selbst fertigt, schenkte mir außerdem noch ein hübsches kleines Gesteck aus Trockenblumen zum Abschied. ❤ Als wir gegen 14 Uhr dann endlich loskamen meldete unser Bordcomputer zu allem Übel auch noch „Bitte Öl nachfüllen“. Was für ein Tag! Wir stoppten noch im Ort und füllten einen halben Liter Motoröl nach und glücklicherweise Verschwand die Anzeige daraufhin auch wieder. Wir fuhren an diesem Tag noch knapp 300 Kilometer immer entlang von einem ausgedehnten Sumpfgebiet. Hier konnten wir zahlreiche Vögel, aber auch viele Kühe und schöne Sonnenblumen, beobachten. Kurz vor der für die Nacht angesteuerten „YPF“ Tankstelle kamen wir dann seit längerem mal wieder in eine Polizeikontrolle. Üblicherweise durften wir bisher immer direkt weiterfahren, nur einmal musste Simon pusten. Diesmal aber wollten sie unsere Papiere sehen und hielten uns direkt stolz ihr Handy mit unserem geöffneten Instagram-Profil unter die Nase. Wahrscheinlich wollten sie deshalb auch noch einen kurzen Blick in den Innenraum werfen. 😉 Man wünschte uns eine gute Fahrt sowie eine schöne Reise und kurz darauf kamen wir auch an der angepeilten Tankstelle an wo wir eine angenehm kühle sowie ruhige Nacht verbrachten.

Entdecke mehr von Vanlife & Reisen
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.