Den Montag und auch den Dienstag verbrachten wir restlos auf dem Parkplatz der großen „YPF“ Tankstelle etwas außerhalb von „Mendoza“. Simon litt immer noch unter Durchfall, wenn auch nicht mehr ganz so häufig wie in den Tagen zuvor, und war verständlicherweise einfach nur schlapp und müde. So hatte er noch einmal Zeit zum Ausruhen und ich vertrieb mir Selbige mit Yoga, Musik hören mit herrlicher Aussicht auf die leicht verschneite „Cordillera“ sowie dem Lernen neuer Spanisch-Vokabeln. 😆

Am Mittwochmorgen füllten wir an Ort und Stelle unseren Wasser- und Dieseltank auf und kauften in einer Apotheke noch etwas gegen Simons leider immer noch unruhigen Darm. Anschließend begaben wir uns auf den Weg in Richtung der chilenischen Grenze wobei wir diese aktuell noch nicht überqueren wollten. Da Simon immer noch nicht 100% fit war entschieden wir das Feld quasi von hinten aufzurollen. So ließen wir die nahen Ziele entlang des Weges erst einmal außen vor. Diese werden wir stattdessen auf unserem Rückweg nach „Mendoza“ ansteuern. Unser erster Halt war dann an der „Puente del Inca“. Hierbei handelt es sich um eine natürliche Brücke aus massivem Stein. Diese lag zu Zeiten der Inca auf deren Handelsroute von Cusco in Peru bis nach Mendoza in Argentinien. Unterhalb der Brücke befand sich wohl einer ihrer Handelsposten und zu damaligen Zeiten war das Wasser des Flusses außerdem eine thermische Quelle. Leider darf man die Brücke wegen diverser Gefahren wie z.B. Steinschlag heutzutage nicht mehr zu Fuß überqueren. Aber auch aus der Ferne war es ein sehr beeindruckender Anblick. Wir schauten uns noch in den vielen, kleinen Souvenirläden um bevor wir uns in einem netten Lokal sechs leckere, kleine „Empanadas de Carne“ gönnten. 😋 Der nächste Stopp befand sich dann bereits 3 km weiter und nur noch rund 20 km von der chilenischen Grenze entfernt am „Mirador Aconcagua“. Der „Aconcagua“ ist der höchste Berg außerhalb Asiens (wie z.B. dem Mount Everest) und mit einer Höhe von fast 7.000 Metern (um genau zu sein exakt 6.961 Meter) ragte seine weiß verschneite Spitze zwischen den anderen Bergen hervor. Wobei ich mir einen 7 km hohen Berg ehrlich gesagt irgendwie noch gewaltiger vorgestellt hätte… Wobei das natürlich auch daran lag, dass wir selbst uns auch schon auf rund 3.000 Metern Höhe befanden. 😅 Den Nationalpark konnten wir an diesem Tage nicht mehr betreten, weil dieser nur von 8 bis 16 Uhr geöffnet hat. Als wir dort eintrafen war es bereits kurz nach 4 Uhr am Nachmittag wobei wir uns die rund zweistündige Wanderung zum Aussichtspunkt und zur Lagune sowieso erst für den Folgetag vorgenommen hatten. So begnügten wir uns mit dem kurzen Rundweg zum Ausblick am Parkplatz bevor wir für die Nacht wieder zurück zur „Puente del Inca“ fuhren, weil wir am Eingang zum Nationalpark nicht hätten übernachten dürfen. Dort parkten wir unseren Van und als wir gerade dabei waren unser Abendessen zu kochen sprach uns ganz unerwartet jemand auf Deutsch durch unser offenes Seitenfenster an. Der Deutsche hatte an unserem Kennzeichen unschwer unsere Herkunft erkannt und erkundigte sich neugierig, was wir denn hier so machen. Auf unsere Gegenfrage hin erfuhren wir dann, dass er in den kommenden rund 16 Tagen den Auf- und Abstieg auf den „Aconcagua“ wagen würde. 😮 Er wartete gerade auf den Bus, welcher ihn zu seiner Unterkunft für die Nacht bringen würde um dann am kommenden Morgen den Aufstieg zum Basiscamp auf ca. 4.000 Metern Höhe zu absolvieren. Hier muss er sich dann einige Tage akklimatisieren, bevor es dann die verbleibenden Etappen bis zum Gipfel in Angriff zu nehmen gilt. Echt Wahnsinn! Noch dazu, weil er ganz alleine wandert aber so wie er uns erzählte war er schon auf etlichen anderen hohen Bergen wie z.B. dem „Kilimandscharo“. Der Weg nach oben ist wohl auch gar nicht so schwer, zumindest muss man nicht klettern. Das größte Problem sind wohl eher die starken Winde und Temperaturen bis zu -20 C. 🥶





Wir schliefen, trotz der Nähe zur Straße, relativ ruhig, weil der Schwerlastverkehr von und nach Chile gegen Abend fast zum Erliegen kam. So konnten wir uns früh morgens gut ausgeruht direkt auf den Weg zum „Aconcagua“ machen. Am Abend zuvor sagte man uns dort, dass wir am Kiosk die Eintrittskarten (1.300 Pesos p.P. = ca. 4 €) kaufen und bar bezahlen könnten. Wider Erwarten war dem dann aber doch nicht so. Als Argentinier muss man die Tickets online erwerben und bezahlen. Da uns dies als „Gringos“ aber nicht möglich war durften wir uns freundlicherweise am dortigen PC registrieren, erhielten im Gegenzug die Eintrittskarten welche wir später zurück in der Stadt bei einem „pago facil“ respektive „Western Union“ mittels scannen des abgedruckten Barcodes bar bezahlen sollten. Uff! Nach diesem Hin und Her konnten wir dann zumindest die restlichen paar Meter bis auf den Parkplatz innerhalb des Nationalparks fahren. Wir parkten unseren Van und starteten von dort aus direkt die ca. 6 km lange Rundwanderung. Diese führte durch eine herrliche Berglandschaft entlang eines Baches, immer mit Blick auf den verschneiten Gipfel des „Aconcagua“ vorbei an zwei kleinen Lagunen. Der Wanderweg endete an einer Brücke von wo aus wir dann, mit heftigstem Gegenwind, den Weg in umgekehrter Richtung zurück antraten. Wieder am Van angekommen entschieden wir, das Frühstück zugunsten der leckeren Empanadas vom Vortag ausfallen zu lassen zumal es bereits kurz nach 12 Uhr am Mittag war. So fuhren wir wieder zur „Puente del Inca“ zurück und kauften uns noch einmal vier Empanadas der Carne. Zum Nachtisch gab es noch von unserem gekauften Bananenbrot bevor wir zurück in Richtung „Mendoza“ fuhren. Auf dem Weg schauten wir uns noch in dem kleinen, unspektakulären „Uspallata“ um. Hier wollten wir am Nachmittag eigentlich noch eine kleine Wanderung zu einem Aussichtspunkt machen auf welcher es auch alte Inca Felsreliefs zu sehen gegeben hätte. Allerdings waren wir, mal wieder, exakt 20 Minuten zu spät dran und fanden uns vor bereits verschlossenem Gatter wieder. 🙈 Da die Tour mit 500 Metern hin und wieder zurück relativ kurz gewesen wäre entschieden wir, nicht extra deshalb in „Uspallata“ zu übernachten sondern direkt weiterzufahren. Auf unserem Hinweg hatten wir nämlich einige nette Stellen am „Río Mendoza“ gesehen. Wir hielten an einem Zugang zum aufgestauten Fluss und das Wasser des Stausees wirkte fast surreal türkis. Hier hätte man sich auch Stand-Up Paddels und Kajaks leihen können. Wir begnügten uns aber, mittlerweile war es bereits 18 Uhr, mit einem kleinen Spaziergang über die Sanddüne um die herrliche Aussicht zu genießen. Die Nacht verbrachten wir dann einige Meter weiter an einem „Mirador“, ebenfalls mit schöner Sicht auf den See. 😍





Den schönen Ausblick auf den Stausee genossen wir dann auch noch während unseres Frühstücks am folgenden Morgen. Anschließend machten wir uns auf in das nahegelegene „Cacheuta“ um den Tag in der dortigen Therme zu verbringen. Der Eintrittspreis belief sich auf 1.700 Pesos pro Kopf (knapp 6 €) und ist, wie wir finden, mehr als fair. In Deutschland hätten wir wahrscheinlich 25 € pro Person bezahlt. 😯 Die Therme hat täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet und bietet unzählige kleinere und größere Thermalbecken. Leider scheint sie aber auch eines DER Highlights in der Umgebung zu sein und es war entsprechend voll. Teilweise kamen ganze Busladungen voller Menschen an. 😰 Die unterschiedlich temperierten Becken befinden sich in hübscher Hanglage in Terrassen mit Blick auf die umliegenden Berge. Es gibt eine kleine Grünfläche und ausreichend Tische mit Bänken im Schatten. Teilweise liegen diese sogar am vorbeifliesenden „Río Mendoza“ und auch Barbecue wäre problemlos möglich gewesen. Viele Familien hatten sich tatsächliche Fleisch und Salate mitgebracht und nutzten die vielen Grillstellen. Wir hingegen verließen am frühen Nachmittag das Bad für einen Mittagssnack in einem der umliegenden Restaurants. Das dort auf dem Grill liegende Fleisch sah ebenfalls sehr appetitlich aus aber für ein solch üppiges Mahl war es uns leider noch zu früh. Preislich wären die Angebote nämlich alle top gewesen. 👍 Wir blieben bis zum Schluss in der Therme und trafen, witzigerweise, in einem der Becken tatsächlich noch auf eine größere Gruppe von Studenten aus Karlsruhe. Die Welt ist doch echt ein Dorf. 😅 Die Nacht verbrachten wir dann noch einmal an der schönen „YPF“ Tankstelle an welcher wir bereits die Tage zuvor standen.

Am Samstagvormittag wollten wir gerne eine Weinverkostung inklusive Mittagessen in einer der unzähligen „Bodegas“ in der Nähe machen. Da Simon jedoch keinen Alkohol trinkt und wir außerdem nur schwer im Voraus den exakten Tag hätten bestimmen können verzichteten wir auf eine Vorabreservierung via Internet. Stattdessen steuerten wir das erste, gut bewertete Weingut ganz in der Nähe an welches leider geschlossen hatte. 🤷♀️ So fuhren wir weiter zu einem anderen, welches sowieso auf unserem Weg in Richtung Stadtzentrum lag. Dort angekommen musste man uns aber leider eine Absage erteilen da sie für den heutigen Tag bereits vollkommen ausgebucht waren. So gab es also leider keinen Wein aus der Region für mich und wir fuhren stattdessen weiter zum riesengroßen „Parque General San Martín“. Da wir mit einem Mittagessen während der Weinverkostung gerechnet hatten beschränkte sich unser mageres Frühstück Stunden zuvor auf je ein kleines „Medialuna“ (= Croissant). Entsprechend hungrig waren wir in der Zwischenzeit (es war weit nach 13 Uhr) und so schauten wir uns zuerst auf der Restaurant-Meile ganz in der Nähe des Parkes um. Wir konnten ein gut besuchtes Lokal ausmachen und aßen dort gemütlich zu Mittag. Als wir gegen 15:30 Uhr dort aufbrachen war es, zumindest in der Sonne, unerträglich heiß. 🥵 Zum Glück ist „Mendoza“ so üppig mit Bäumen begrünt! Wir holten unsere Picknickdecke und ein paar kalte Getränke aus dem Auto und ruhten uns noch ein Weilchen im Schatten der Bäume im Park aus. Als es gegen 18 Uhr etwas kühler wurde liefen wir noch an dem schön angelegten, großen See entlang welcher vom Regatta-Club für Trainingszwecke genutzt wird. Leider gehörte zu diesem auch das Schwimmbad und so blieb uns die heiß ersehnte Abkühlung verwehrt. 😕 Nach einigem hin- und her rangieren bekamen wir unseren Van dann auch aus der engen, bzw. vielmehr zugeparkten, Parklücke heraus und konnten noch ein gutes Stück weit aus der Stadt herausfahren. Wir sind uns zwar auf Grund der wahnsinnig vielen Kilometer (weit über 1.000) immer noch nicht 100% sicher was unser nächstes Ziel „Buenos Aires“ angeht welches exakt auf der anderen Seite des Landes liegt. Aber da „Córdoba“ ebenfalls sehr sehenswert sein soll und diese Stadt quasi direkt in der Mitte der Strecke liegt nehmen wir die lange Fahrt wohl in Kauf. Zumal wir uns am Ende auch nicht sagen wollen „hätten wir uns Buenos Aires damals bloß angeschaut“. Und die „Península Valdes“, von wo aus wir hoffentlich Wale und Pinguine sehen werden können, liegt leider ebenfalls auf der Ostseite des Landes unterhalb der Hauptstadt. Hoffentlich lohnt sich der Spaß, we will see…. So übernachteten wir erneut an einer Raststätte entlang der kerzengeraden Ruta N7 wo wir noch ein sehr, sehr nettes älteres argentinisches Paar trafen welches mit ihrem Pick-Up inklusive Wohnkabine auf der Reise war. Wir unterhielten uns tatsächlich noch einige Stunden über unsere Reiseroute, die Schwierigkeiten in ihrem Land sowie über Privates und am Ende luden sie uns sogar zu sich nach Hause zum „asado“ (= Barbecue) ein. Sie wohnen etwas außerhalb von „Buenos Aires“ und sollten wir tatsächlich in der Nähe sein werden wir auf jeden Fall sehr gerne darauf zurückkommen. 😍


An dieser Stelle noch ein kurzes Fazit zu „Mendoza“: Die Stadt an sich ist schon wirklich wunderschön. Es gibt tolle Fußgängerzonen, viele nette Restaurants und Cafés, unglaublich viel Grün und schöne Parks. Man kann hier wirklich allen Sportarten (Tennis, Fußball, Fahrrad fahren, Rudern, Schwimmen, Inlineskaten etc.) nachgehen. Und die Lage der Stadt ist ebenfalls unschlagbar: Ganz in der Nähe befinden sich die Thermen und der Stausee, in welchem man ebenfalls die verschiedensten Wassersportarten betreiben kann. Wenn man im Winter Lust auf Ski fahren hat dann ist man innerhalb einer Stunde am Skilift und im Sommer kann man in den umliegenden Bergen herrlich wandern. Tja und die vielen Weinberge bzw. der daraus resultierende Rebensaft sind auch nicht zu vernachlässigen. 😜 Kurzum: Ich fand es hier ähnlich perfekt wie bei uns in der Gegend rund um München oder Garmisch, nur dass hier im Gegensatz dazu auch noch Palmen wachsen. 😅

Da wir am Samstag, nach der langen Unterhaltung mit den netten Argentiniern, erst nach Mitternacht im Bett waren und es kurz danach noch ordentlich zu stürmen begann schliefen wir am Sonntag ziemlich lange. 😂 Nach dem wir unseren Kaffee getrunken und uns von den beiden verabschiedet hatten fuhren wir noch ein Stück bis zur Frühstückspause. Von dort aus machten wir uns auf den Weg in Richtung „Córdoba“, auf Empfehlung der beiden jedoch mit einem Schlenk über die schönere Strecke entlang Ruta N14. Diese führte durch malerische, kleine Dörfer immer mit Blick auf die wolkenverhangenen Berge. 🤩 Durch die starken Winde in der Nacht hatte es um fast 20 Grad abgekühlt aber nach dem heißen Tag in „Mendoza“ war dies auch sehr willkommen. Wir genossen die schöne Aussicht während der Fahrt bis wir am späten Nachmittag in unserem Tagesziel „Villa de las Rosas“ ankamen. Das kleine Dorf trägt seinen Namen wirklich zurecht: Nicht nur im zentralen Park, sondern auch in den Vorgärten der hübschen, kleinen Häuser wuchsen überall herrlich blühende Rosen. 🌹 Für uns Europäer mag das noch relativ normal sein aber an und für sich sind Rosen hier in Südamerika, wahrscheinlich auf Grund des trocken heißen Klimas, eine Rarität. Wir schlenderten gemütlich durch die kleinen Gässchen und fanden einen netten Stellplatz am Ortsrand, direkt am Bach in der Nähe eines weiteren kleinen Erholungsparks mit Grillstellen. In einem kleinen Lädchen mit diversen regionalen Produkten sowie unverpackten Nüssen und Hülsenfrüchten konnten wir außerdem noch ein Glas Honig zu einem erschwinglichen Preis erstehen. Danke noch einmal an dieser Stelle an Heike & Frank! Der Versand eures sicherlich noch besseren Honigs war ja leider nicht möglich aber dank eurer Spende kommen wir nun über Umwege doch noch in den Genuss von Imker-Honig. 😛



Nach einer angenehm kühlen und ruhigen Nacht lachte am Montagmorgen bereits wieder die Sonne vom Himmel. Es war merklich wärmer als am Vortag aber immer noch sehr angenehm. Von „Villa de las Rosas“ aus führte uns unser Weg noch einige Kilometer weiter bis nach „Nono“ wo wir direkt das Museum „Rocsen“ ansteuerten. Unterwegs hielten wir noch an einem der vielen Stände mit lokalen Produkten und kauften zum Schnäppchenpreis zwei kleine Salamis, selbstgemachten Hartkäse mit Oregano sowie hausgemachtes Granola-Müsli. Am Museum angekommen kosteten wir zuerst unser neues Müsli, bevor wir dann für 1.600 Pesos (= ca. 5,50 €) pro Kopf die Tickets fürs „Museum der Kuriositäten“ erwarben. Und was soll ich sagen: Der Name ist hier echt Programm! 😂 Hier gibt es wirklich nichts, was es nicht gibt! Wie lange es wohl gedauert haben mag all diesen Krimskrams, wohlgemerkt aus aller Welt, zusammen zu tragen?! Von Briefmarken über allerlei ausgestopftes Getier vom Insekt bis hin zur Kuh, von Totenschädeln über Schrumpfköpfe bis hin zu Fossilien und Mineralien, von uralten Zahnarztstühlen, Handwerks- und Haushaltsgeräten, verschiedenste Fuhrwerke, Foto- und Videogeräte sowie Kleidung und Schmuck und noch unendlich vielmehr war einfach ALLES zu sehen. Wir wussten mitunter gar nicht, wo wir hinschauen sollten! Gut, dass die Laufrichtung anhand von Pfeilen auf dem Boden vorgegeben war. Ansonsten hätten wir wahrscheinlich die Hälfte verpasst und vermutlich kann man 10x durch das Museum laufen und entdeckt dabei immer wieder Neues. 😮 Irgendwann fanden wir dann aber doch wieder zum Ausgang zurück und fuhren bis ins kleine Zentrum von „Nono“. Das Örtchen liegt am „Río de las Sausas“ und verfügt über viele tolle Badestellen umgeben von großen Steinen innerhalb des flachen Flusslaufes sowie über mehrere Strände am Flussufer. Wir schauten uns ein Weilchen in dem sehr ruhigen Ortskern um und gönnten uns noch eine Kaffeepause inklusive Snack in einem der Cafés. Dort entschieden wir, uns den Strand nicht mehr anzuschauen, sondern stattdessen noch einige Kilometer weiterzufahren. In der Umgebung gibt es nämlich noch 2-3 weitere Orte die kurios bzw. sehenswert sein sollen. Unser Weg führte uns einmal mehr durch eine bildschöne Landschaft: Es ging mitunter steil den Berg hinauf und oben auf dem Plateau angelangt hatte man eine wahnsinnig weite Sicht über die tiefer liegenden Ebenen. Die Berghänge waren über und über mit großen und kleinen Steinen bedeckt, es floss immer mal wieder Wasser die Hänge hinab welches sich zum Teil in kleinen Becken sammelte bevor vor uns plötzlich wieder eine ganz ebene Landschaft mit vielen Feldern auftauchte. Es ist wirklich unglaublich, wie vielseitig die Landschaft in Argentinien ist und wie schnell sich diese mitunter ändert. Wir stoppten letzten Endes in „Alta Garcia“ welche als Kolonialstadt beworben wird. Außer der Kirche und dem freistehenden Turm konnten wir allerdings nicht wirklich etwas Koloniales entdecken. Außerdem hat hier wohl „Che Guevara““ mal eine Zeit lang gelebt weshalb es hier auch ein ihm gewidmetes Museum gibt welches wir uns aber nicht angeschaut haben. Wir begnügten uns stattdessen mit einem Rundgang über den Marktplatz, wo wir uns die Kunsthandwerksstände anschauten, und gingen noch ein Stück durch den Park. Der See war durch die vielen Algen eher weniger schön was aber die Tretbootfahrer nicht davon abhielt trotzdem über Selbigen zu schippern. Und auch die umliegenden Grünflächen waren gut von Matetee trinkenden Argentiniern besucht. 😅






Die Nacht verbrachten wir an einem weiteren, etwas weiter abseits gelegenen Park in „Alta Garcia“ von wo aus wir uns am nächsten Morgen nach „Villa Carlos Paz“ aufmachten. Die Stadt wird als „Mischung aus Disneyland & Las Vegas“ beworben und entsprechend hoch waren unsere Erwartungen. Außer einem Hotel, dass dem „Kreml“ in Russland ähnlichsieht und einer überdimensional großen Kuckucksuhr fanden wir allerdings nicht wirklich etwas Kurioses. 🤷♀️ Wir drehten eine Runde zu Fuß durch die Neu- sowie die Altstadt welche beide nicht weiter sehenswert waren. Es gab die überall allgegenwärtigen Schuhgeschäfte, Bekleidungsläden, Kioske etc. Etwas enttäuscht gingen wir zurück zum Van und fuhren weiter zum nahegelegenen Stausee „Dique San Roque“. Einen direkten Zugang zum Strand konnten wir mit unserem Bus zwar nicht finden. Dafür aber einen sehr schönen, kostenfreien und ruhigen Parkplatz etwas oberhalb des Sees mit schöner Sicht auf Staumauer und Autobrücke. Wir packten unsere Campingstühle aus und entschieden, hier den Rest des Tages und auch die Nacht zu verbringen. Simon freute sich über die Gelegenheit mal wieder (wenn auch wie so oft erfolglos) seine Angel baden zu können und ich nutzte die Zeit zum Vokabeln lernen. 😛


Am Mittwochmorgen weckte uns, ausnahmsweise, um 7 Uhr der Wecker. An diesem Tag stand „Córdoba“ auf unserer Agenda und da die Wettervorhersage Temperaturen von 37°C im Schatten ankündigte wollten wir früh dran sein. Wir tranken lediglich einen Schluck Kaffee, noch einmal mit Blick auf den See, bevor wir in rund 30 Minuten bis in die Stadt hineinfuhren. Dort steuerten wir zuerst eine Wäscherei an, weil unsere Schmutzwäschekiste nach gut 2-3 Wochen wieder ordentlich gefüllt war. Diese machte einen guten Eindruck und auch der Preis schien uns akzeptabel so dass wir keine weiteren Preisvergleiche anstellten, sondern unsere Wäsche an Ort und Stelle abgaben. Die Parkplatzsuche im Zentrum gestaltete sich anfangs etwas schwierig, da unser Van für die bewachten und in der Regel überdachten Parkplätze oder gar Tiefgaragen schlichtweg zu hoch ist. Nach einer Weile fanden wir aber unweit des Zentrums einen guten Parkplatz am Straßenrand, welcher bis 16 Uhr sogar von einem netten älteren Herrn bewacht wurde. 👍 Ich gab ihm als Dank für seine Dienste 1.000 Pesos während Simon seit langem mal wieder die Räder vom Auto holte. An diesem super heißen Tag waren wir erneut froh darüber, sie dabei zu haben. Zum einen kühlte uns so während der Fahrt wenigstens der Wind, zum anderen konnten wir uns innerhalb weniger Stunden die meisten Sehenswürdigkeiten der Stadt anschauen. Wir starteten im „Mercado Norte“. In der Markthalle gab es hauptsächlich Fleisch, aber auch Fisch, Käse, Obst und Gemüse sowie Backwaren wurden angeboten. Bei einem der Stände kauften wir uns Croissants als kleines Frühstück auf die Hand und konnten nebenbei auf dem Fernsehgerät des Cafés noch den Elfmeter des WM-Spiels Deutschland gegen Japan sehen. Zum Glück haben wir das Spiel nicht weiterverfolgt…. Für uns ging es stattdessen mit den Bikes durch die Innen- bzw. Altstadt. In „Córdoba“ gibt es tatsächlich noch sehr viele gut erhaltene historische Gebäude aus der Kolonialzeit sowie prächtige Kirchen bzw. Kathedralen. Am frühen Nachmittag machten wir uns dann auf die Suche nach einem Lokal fürs Mittagessen. In der Innenstadt wurden wir nicht wirklich fündig und so ging es noch einmal zurück zur Markthalle für je zwei knusprige Stücke Pizza und einen Espresso. 🍕☕ Für weiteres Sightseeing war es zwischenzeitlich leider viel, viel, viel zu heiß aber alles was wir sehen wollten hatten wir glücklicherweise bereits gesehen. So machten wir uns auf den Rückweg zum Auto, wo wir die Räder wieder sicher verstauten bevor wir zurück zur Wäscherei fuhren. Der freundliche „Nelson“ hatte unsere Wäsche wie versprochen um kurz vor 17 Uhr fertig und der Preis lag sogar noch deutlich unter dem ursprünglich angenommenen. So bezahlten wir für frisch duftende, zusammengelegte UND sortierte Wäsche lediglich 1.350 Pesos (= 4,50 €). 🥳 Da ich in „Córdoba“ keinen Schlafplatz für uns ausmachen konnte fuhren wir direkt raus aus der Stadt auf die Autobahn in Richtung „Rosario“. Auf einem Schild entlang des Highways konnten wir eine „YPF“ Tankstelle mit Duschen ausmachen. Da wir völlig verschwitzt waren zögerten wir keine Sekunde, sondern nahmen direkt die Ausfahrt zur Raststätte. Die Duschen waren blitzblank sauber und für Damen sogar kostenlos. Simon musste auch nur wenige Cents für die achtminütige Dusche bezahlen und so waren wir in null Komma nichts erfrischt und sauber. 👍 Weiter ging unsere abendliche Fahrt auf der topfebenen und kerzengeraden Ruta N9 entlang von endlosen Kornfeldern, bis wir nach ca. in Summe 250 km an einer weiteren „YPF“ Tankstelle angelangten. Diese lag super futuristisch in der Mitte der Autobahn, bot viele freie Stellplätze und das Restaurant machte ebenfalls einen sehr guten Eindruck. Da es mittlerweile bereits nach 21 Uhr war und unser nicht wirklich üppiger Mittagssnack schon viele Stunden zurücklag, genehmigten wir uns dort noch ein paar Happen bevor es ab ins Bett ging. 🛌




Von dort aus machten wir uns am folgenden Morgen auf in das nur noch rund 150 km entfernt liegende „Rosario“, welches so oder so auf unserer Route nach „Buenos Aires“ lag. Wir steuerten einen Parkplatz am Ufer des mittlerweile altbekannten „Río Paraná“ an. Dieser hatte schon einige Male während unserer Reise unseren Weg gekreuzt (wohlgemerkt in den verschiedensten Ländern) und er war auch hier erneut super mega breit. 😮 Wir frühstückten mit Blick auf den Fluss und die vorbeifahrenden Schiffe gemütlich unseren Sandwich-Toast. Tatsächlich hätte man auch super schön sowie ziemlich lange immer entlang der Küstenstraße am Fluss entlangradeln können. Leider war es dafür aber gegen 12 Uhr mittags schon wieder deutlich zu heiß. 🥵 Deswegen entschieden wir uns gegen weiteres, ernsthaftes Sightseeing sondern fuhren stattdessen lediglich mit dem klimatisierten Van an der Küste entlang. Das Zentrum wirkte ziemlich modern, bot zeitgleich aber auch ein paar ältere, gut ins Stadtbild passende Monumente. Scheinbar wurde die Stadt in der Vergangenheit einmal als mögliche Hauptstadt gehandelt weswegen sie vermutlich zurecht als zweites Buenos Aires betitelt wird. Dorthin führte uns dann auch unser verbleibender Weg an diesem Tage und somit endet an dieser Stelle auch mein Blog-Eintrag. Ich melde mich dann wieder mit Neuigkeiten aus der Hauptstadt. 😉
„Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert.
Entdecke mehr von Vanlife & Reisen
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.