Am Sonntagmorgen verließen wir ein wenig wehmütig nach drei ruhigen Nächten und zwei entspannten Tagen unseren herrlichen Stellplatz am See „Campo Alegre“ um ins ca. 30 km entfernte „Salta“ zu fahren. Entlang der Wegstrecke befanden sich noch ein bis zwei weitere schöne Campingplätze, mitunter sogar an einem kleinen Flusslauf. Auch die Häuser in den kleinen Dörfchen waren alle schön hergerichtet und die Gegend mutete insgesamt nach Wochenendausflugsziel an. Nach ca. einer halben Stunde Fahrt kamen wir in der 500k Einwohnerstadt „Salta“ an. Wir schauten uns direkt zwei verschiedene Stellplätze an welche wir eventuell für die Nacht in Betracht zogen und parkten unseren Van dann auf einem der beiden direkt vor dem „Monumento a Güemes“. An diesem Tag war es erneut wahnsinnig heiß, wie uns die Wetter-App (leider erst im Nachhinein) mitteilte bis zu 37°C im Schatten. 🥵 Dennoch entschieden wir uns sportlich zu betätigen und statt der Seilbahn, welche ab dem „Parque San Martin“ auf den „Cerro San Bernardo“ hinaufführt, die 1.070 Stufen bis zum Gipfel zu erklimmen. Der Pfad führte direkt hinter dem Denkmal steil nach oben und bot leider nicht den geringsten Schatten so dass wir wirklich schweißgebadet oben ankamen. Wie gerne wären wir in diesem Moment unter die dort angelegten Wasserkaskaden gestanden! 😭 Im Schatten der dortigen Bäume war es zum Glück halbwegs erträglich und so konnten wir die Aussicht hinunter auf die Stadt sowie den Rundweg um die Wasserfälle dann doch genießen. Eventuell käme auch hier oben ein Übernachtungsspot in Frage und wir könnten uns abends bei Dunkelheit dort noch ein wenig Wasser im Eimer für unsere Außendusche abzwacken! 😛 Wir füllten an den Trinkwasserspendern noch einmal unsere Flasche auf bevor wir uns an den deutlich leichteren und schnelleren Abstieg machten. Zwischenzeitlich war es später Mittag und unsere Mägen knurrten nach dem heute doch recht zeitigen Frühstück so dass wir direkt weiter zu der nahegelegenen Mall liefen. Lediglich die Laptops packten wir noch in den Rucksack in der Hoffnung, dort nach den vergangenen Tagen ohne Internet eventuell vernünftiges WLAN zu finden. Schließlich wollten zwei fertige YouTube Videos, ein Blog-Beitrag und diverse Instagram Posts viral gehen. In dem schicken Shopping-Center angelangt drehten wir erst einmal eine Runde und bestaunten die hübsch hergerichteten Schaufenster der Boutiquen und verschafften uns einen Überblick über die doch recht große Food-Meile. Letztlich entschieden wir uns dann aber doch für „das Gasthaus zum Goldene M“ und für schlappe 2,30 € bekam jeder von uns einen Doppel-Cheeseburger inkl. kleiner Pommes und kleinem Getränk. Und was soll ich sagen: Wenn man richtig Hunger hat so wie wir in diesem Moment schmeckt es tatsächlich richtig gut. 😂 Nur das WLAN war weit weniger gut als erhofft und wir mussten unsere Laptops unverrichteter Dinge wieder zusammenklappen. Wir schnappten uns noch ein kleines Eis auf die Hand und kauften im dort ebenfalls befindlichen „Carrefour“ noch ein paar Kleinigkeiten fürs Abendessen ein. Als wir die Mall geschätzte 2 Stunden später wieder verließen fiel mir sofort der seltsam verschleierte Himmel und der beißende Geruch von Rauch auf. Zudem wehte ein mitunter sehr kräftiger, böiger Wind der den Schmutz auf den Gehwegen durch die Luft wirbelte. Während wir zurück zum Auto liefen entdeckten wir dann auch die Ursache: Ein Teil des bewaldeten Berges, auf dem wir zuvor noch waren und evtl. überlegt hatten dort zu übernachten, stand in Flammen. 😲 Wie gut, dass unser Auto nicht oben, sondern am Fuße des Berges parkte und wir es somit wohlbehalten dort vorfanden. Aber diesen Übernachtungsspot konnten wir definitiv von der Liste streichen… Nach dem wir die Einkäufe verstaut hatten parkten wir notgedrungen um und stellten unseren Bus auf einem Supermarktparkplatz direkt im Zentrum ab. Direkt gegenüber fanden wir ein nettes Café mit exzellentem, preiswertem Kaffee und, viel wichtiger, super schnellem WLAN. So konnten wir an diesem Tag doch noch alle to do´s abarbeiten. 🤩 Ruckzuck war es 19 Uhr und bis wir mit der Erkundung des Supermarktes (bei dem wir parkten) fertig waren, war es auch schon dunkel. Wir trafen dort noch ein deutsches Backpacker-Paar aus Münster mit welchem wir einen kurzen Plausch hielten bevor wir zurück zum Denkmal fuhren wo wir bereits zuvor standen. Dort waren noch ziemlich viele Polizisten präsent welche den Weg nach oben zum, mittlerweile zum Glück nicht mehr brennenden, Hügel absperrten. Wir erkundigten uns, ob wir hier bzw. auf dem Parkplatz bei dem direkt danebengelegenen Museum übernachten könnten und sie gaben ohne mit der Wimper zu zucken ihr Einverständnis. Der Parkplatz war zwar nicht ganz eben so dass wir in unserem Bett eine leichte Schieflage hatten aber keiner von uns ist herausgepurzelt und im Großen und Ganzen hatten wir dort eine gute sowie ruhige Nacht. 🌙




Nach unserem obligatorischen Morgenkaffee steuerten wir erneut den im Zentrum gelegenen Supermarktparkplatz an. Allerdings wurden wir direkt kritisch vom Security-Mann beäugt. Nach dem wir am Café gegenüber kurz auf dem Handy unsere Nachrichten gecheckt und danach im Van gefrühstückt hatten wurden wir mehr oder weniger freundlich bestimmt des Platzes verwiesen. 🙈 Also ging es wieder zurück zum vorherigen Parkplatz am Denkmal und von dort zu Fuß in die Stadt. Aus uns unerklärlichen Gründen waren die Temperaturen an diesem Tag übrigens um ein Vielfaches niedriger als am Tag zuvor. Für diesen Sonntag waren tagsüber nur noch max. 16 °C gemeldet. Hätten wir das mal vorher gewusst! 🙄 Wobei wer weiß, ob wir an diesem Tag den Hügel nach dem gestrigen Waldbrand überhaupt hätten erklimmen können. Wir schauten uns den großen aber gar nicht so schönen Park mit See an sowie das ganz nette Zentrum. Schlussendlich kehrten wir zu einem kleinen Mittagssnack inkl. WLAN-Nutzung noch einmal in das nette Café von gestern ein. Kurz vor 16 Uhr verließen wir „Salta“ dann auch schon wieder um die rund 150 km bis zum „Parque Nationale los Cardones“ in Angriff zu nehmen. Die Strecke führte uns erneut wieder in luftige Höhen und es ging über zum Teil ungeteerte Schotterpiste über viele enge Kurven bis auf rund 3.500 Meter hinauf. Deswegen brauchten wir für die Strecke auch gute 2,5 Stunden und heute war mir auch etwas flau im Magen während der Fahrt. 🤢 Die Landschaft war erneut wirklich malerisch: Verschiedenfarbige Berge, zum Teil begrünt zum Teil auch nur Stein, ausgetrocknete Flussbetten, Säulenkakteen und auch etliche „Guanacos“ konnten wir sehen. Als wir an einem Aussichtspunkt ausstiegen blies uns ein kräftiger, eiskalter Wind ins Gesicht und das Thermometer zeigte sage und schreibe -7 °C an! 🥶 Zur Erinnerung: Am Tag zuvor badeten wir noch bei 37 °C in unserem eigenen Schweiß. Das muss man auch erst einmal wegstecken! So sprangen diesmal selbst wir nur jeweils für einen Foto-Schnappschuss aus dem warmen Auto. In dem kleinen Kaff „Payogasta“ parkten wir schlussendlich unseren Bussi vor dem sehr großen und von außen sehr modern wirkenden Nationalparkzentrum (welches bereits geschlossen hatte) um dort die Nacht zu verbringen. Dank unserer mit Diesel betriebenen „Planar R2D“ Standheizung mussten wir auch weder beim Kochen noch beim Schlafen frieren. 🥰



Irgendwie macht uns die Höhenluft und die Fahrerei wohl müde und so schliefen wir am Dienstag doch tatsächlich bis um 9 Uhr (obwohl wir bereits vor 23 Uhr im Bett lagen). Wir ließen den Tag ganz gemächlich angehen und frühstückten noch gemütlich vor Ort. Ich erkundigte mich im Nationalparkzentrum neben uns bei der Rangerin nach den Ausflugsmöglichkeiten aber außer den drei Aussichtspunkten, welche bereits auf unserem gestrigen Wege hierher lagen, gab es wohl nicht viele Ziele. So fuhren wir gegen Mittag in das nahegelegene und als sehr schön angepriesene Städtchen „Cachi“. Der Ortskern wirkte sehr ruhig und etwas verschlafen aber es war alles nett hergerichtet und, wie gewohnt, tadellos in Schuss. Wir liefen durch den Ort auf einen Hügel um vom dortigen „mirador“ aus die Umgebung zu betrachten. Von oben wirkte das Tal wie eine kleine Oase auf uns da es eine grüne Schneise inkl. hübscher Zypressen inmitten des ansonsten steinig kargen Umlandes war. Wieder am Auto angekommen machten wir uns direkt auf die Weiterfahrt über die Buckelpiste da „Cachi“ ansonsten nicht wirklich viel zu bieten hatte. So wie es aussieht bleibt die „Ruta N40“ wohl fast die ganzen 270 km über bis nach „Cafayate“ eine Holperpartie. Aber unser Bussi meisterte die Strecke bisher mit Bravour und bis dato ist (toi toi toi) auch noch nichts aus den Schränken oder Regalen gefallen. So bleibt uns während der langsamen Fahrt auf jeden genug Zeit, um die abwechslungsreiche und wirklich sehr beeindruckende Landschaft um uns herum zu genießen. 🥰




Die Nacht verbrachten wir mal wieder an einem Friedhof (absoluter Geheimtipp da meist etwas abgelegen, ruhig und dennoch nicht völlig ab vom Schuss) mit toller Aussicht auf ein Bergmassiv, welches definitiv auch als Kulisse für die Star-Wars Filme hätte dienen können. Lediglich die „pod-racer“ fehlten. 😅 Bei unserem Erkundungsrundgang am vorherigen Abend durch das kleine Dörfchen lief uns von der Plaza aus eine schwarze, neugierige kleine Hündin bis zum Bus nach. Wir gaben ihr dort noch einen Keks und etwas Wasser zu trinken und sie hat es uns sehr gedankt. Als wir morgens aufwachten saß sie bereits bellend wieder vor unserer Tür und hielt alle anderen Hunde vom Van fern. 🥰 Wir verabschiedeten uns gebührend von ihr und die restliche Strecke bis nach „Cafayate“ brachten wir schneller als gedacht hinter uns. Wahrscheinlich lag das aber auch einfach an der wunderbaren und sehr abwechslungsreichen Landschaft durch die wir fuhren. Zuerst führte uns die Strecke durch einen Canyon aus gezackten Bergen bevor es weiter entlang eines mal wieder ausgetrockneten Flusses hinunter zu grünen Wiesen und schlussendlich sogar Weinbergen ging. Am Fuße der Berge angelangt stoppten wir für ein schnelles Müsli und bogen dann auf ein malerisches Stück der „Ruta N68“ ab welches uns wieder rund 50 km in Richtung „Salta“ führte. Die „Quebrada“ (= Schlucht) ist von herrlich roten Bergen auf beiden Seiten sowie einem sandigen Flussbett, in welchem zur Abwechslung mal sogar noch ein wenig Wasser floss, gesäumt. Und wirklich alle paar hundert Meter entlang der Strecke gibt es lohnenswerte Aussichtspunkte mit so klangvollen Namen wie „El Anfiteatro“ (eine zylinderförmige Einkerbung im Fels) oder „La Yesera“ (ein Rundweg mit Blick auf bunte Berge). Wir stoppten auf unserem Weg nach oben an all den Naturschönheiten und blieben letztlich auf dem Parkplatz am letzten Aussichtspunkt, der „Garganta del Diablo“ stehen. Nach dem wir uns den „Teufelsrachen“ im Fels angeschaut hatten machten wir eine ausgiebige Pause und zauberten sowohl leckere Blueberry-Pancakes zum Direktverzehr als auch noch einen Mais-Kuchen als Snack für die kommenden vier Nachmittage. 😋 Frisch gestärkt und ausgeruht hatte Simon am späten Nachmittag noch die glorreiche Idee durch das seichte, sandige Flussbett entlang des Canyons zu waten. Schade, dass der Fluss so wenig Wasser führt! Hier hätte man auch ganz entspannt mit dem Kanu immer flussabwärts paddeln können und dabei eine grandiose Aussicht gehabt. An diesem Tag übernachteten wir auch auf dem besagten Parkplatz an dem abends absolut nichts mehr los war.









Nach einer ruhigen Nacht machten wir uns morgens, als die Sonne noch nicht so hoch am Himmel stand, auf den Rückweg nach „Cafayate“. Simon wollte noch gerne mit der Drohne über Canyon und Fluss fliegen so dass wir an einem der Aussichtspunkte dafür stoppten. Während ich uns Kaffee kochte ließ Simon die Drohne starten und prallte leider im Rückwärtsflug gegen einen der Berge. 😫 Drei der vier Rotorblätter gingen dabei kaputt wobei wir diese relativ einfach durch die vorhandenen Ersatzblätter austauschen konnten. Aber die Kamera lieferte beim Neustart leider nur verwackelte Bilder und auch ein Arm wurde leicht beschädigt. So fuhren wir leider ohne schöne Luftaufnahmen hinab ins Tal wo wir direkt zwei Wäschereien ansteuerten um die Preise zu vergleichen. Wir gaben bei einer davon unsere Bettwäsche sowie die restliche Schmutzwäsche, welche sich innerhalb der letzten zwei Wochen angesammelt hatte, ab. Abends gegen 20 Uhr könnten wir sie wieder abholen und der Preis von 1.000 Pesos (ca. 3 €) erschien uns auch mehr als fair. Gegenüber fragten wir bei einem Optiker nach einem eventuell passenden kleinen Torx um unsere Drohne zu reparieren aber leider hatte weder dieser noch der nahegelegene Handwerksladen einen derart kleinen für uns. 😕 An der Tankstelle gab es mal wieder keinen Diesel aber wir konnten immerhin unseren zwischenzeitlich komplett leeren Wassertank auffüllen und die Campingtoilette ausschütten. Außerdem sahen wir dort noch einige der vielen schönen Oldtimer, welche wir zum Teil bereits auf der Fahrt in die Stadt gesehen hatten. Die meisten trugen europäische Kennzeichen (u.a. UK, IT, DE, B, CH). Sie alle gehörten zur „Lima to Cape Horn 2022“. Danach machten wir uns auf den Weg zu einer im Reiseführer beschriebenen Wanderung. Es ging rund 7 km vom Ort weg immer entlang bzw. zum Teil auch durch das ausgetrocknete Flussbett bis zu einer Schlucht mit Wasserfällen und Badebecken. Als wir am Eingang der Schlucht ankamen wurden wir von Einheimischen in Empfang genommen die uns zu unserer großen Überraschung mitteilten, dass wir nur in Begleitung eines Guides das letzte Stück zum Wasserfall gehen dürften. Die hierfür verlangten 1.000 Pesos pro Kopf waren es uns eigentlich nicht wert zumal wir auch sehr gerne ohne Guide weitergegangen wären. Daher lehnten wir dankend ab und waren gerade im Begriff zu gehen als uns einer der Guides anbot, uns für den halben Preis zu begleiten und ab dem ersten Wasserfall auf eigenes Risiko alleine weitergehen zu lassen. Da wir den weiten Weg ansonsten umsonst gelaufen wären stimmten wir dem zu und die knapp 3 € waren es dann auch wirklich wert. Ab hier wurde der Wanderweg richtig, richtig schön und wir mussten über viele Steine klettern und auch immer wieder den Fluss queren. Der „Río Colorado“ führte tatsächlich Wasser, welches auch für die Bewässerung der vielen Weinreben im Tal genutzt wird, und in der engen Schlucht wuchsen wieder viele der großen Säulenkakteen. Leider trat ich einmal daneben so dass ich letztlich mit beiden meiner schönen, neuen Wanderschuhe im Wasser landete. 😲 Unser Guide „Franco“ brachte uns wie versprochen bis zu einem ersten, kleinen Wasserfall um dann kehrt zu machen. Wir kraxelten alleine weiter und konnten den Weg auch mehr oder weniger gut ausmachen. Aus dem Nichts kamen uns lustigerweise die beiden deutschen Backpacker entgegen welche wir zuvor bereits in Salta auf dem Supermarktparkplatz getroffen hatten. 😂 Wir unterhielten uns kurz mit ihnen um dann weiter in Richtung des 10 m hohen Wasserfalls am Ende des Weges zu laufen. Da es zwischenzeitlich aber bereits nach 15 Uhr war, meine Kräfte langsam nachließen und wir den ganzen Weg auch wieder zurück bis in die Stadt gehen mussten entschieden wir an einem kleineren Wasserfall mit schönem Badebecken die Tour zu beenden. Wir erfrischten uns noch ganz kurz in dem nur 6 Grad „warmen“ Wasser und stärkten uns mit unserem mitgebrachten Mais-Kuchen bevor wir uns auf den Rückweg machten. Um etwas Zeit und Weg zu sparen gingen wir diesmal die geschotterte Straße entlang bis nach „Cafayate“ zurück und folgten nicht mehr dem Wanderweg. Gegen 18 Uhr kamen wir wieder an unserm außerhalb beim Start des Weges geparkten Van an. Wir parkten um an die zentrale Plaza und schauten uns bei den dortigen Restaurants um, um den schönen Tag mit einem leckeren Essen zu beenden. Diese öffneten allerdings erst um 20 Uhr und so schlenderten wir noch ein wenig durch die Stadt bzw. holten unsere Wäsche ab. Abends aßen wir dann ein ganz gutes drei Gänge Menü für lediglich 5 € pro Kopf bevor wir tot müde in unser bequemes Bettchen fielen.




Am kommenden Morgen unterhielten wir uns sehr nett mit einem älteren, argentinischen Pärchen welches ebenfalls mit ihrem nagelneuen, zum Camper ausgebauten Renault Master 3 unterwegs war. Sie hatten gleichfalls an der etwas außerhalb gelegenen Plaza direkt vor uns übernachtet und wollten in dieselbe Richtung weiter fahren wie auch wir. Unser nächster Ziel war „Tafí del Valle“ von wo aus man wohl eine sehr schöne, abschüssige Fahrradtour zu einem See sowie entlang eines Flusses unternehmen kann. Problem war nur, dass unsere Räder durch die vielen Erdstraßen der letzten Tage völlig eingestaubt und verdreckt waren. 🙊 Daher steuerten wir eine Autowäscherei an wobei dies keine automatischen Waschanlagen oder Waschstraßen sind wie wir sie aus Deutschland kennen, sondern hier wird noch alles gründlich von Hand erledigt. Die Erste hatte leider keine Zeit und bei der Zweiten wären wir nicht die steile Auffahrt hinaufgekommen. Aber er machte uns für umgerechnet 1,50 € sofort und ohne zu zögern unsere beiden Fahrräder mit dem Dampfdruckstrahler sauber. Somit sollte der Radtour also nichts mehr im Wege stehen. 👍 Wir kauften bei einem der Marktstände noch etwas Obst und als wir zum Van zurückkamen, welchen wir mittlerweile wieder an der zentralen Plaza geparkt hatten, sahen wir dort bereits einen Polizisten stehen. Auf unsere Frage hin, ob es ein Problem gäbe meinte er, dass es verboten wäre mit Bussen hier zu parken da diese zu groß wären. Wir hatten die Hinweistafel an der Straßeneinfahrt zuvor auch zur Kenntnis genommen aber da wir bereits am Vorabend dort geparkt hatten, wohlgemerkt mit mindestens 10 anderen zum Teil deutlich größeren Campern, sahen wir kein Problem darin hier noch einmal zu parken. Wir erklärten ihm, dass wir nur kurz zum Einkauf auf dem Markt waren und direkt auf dem Sprung wären worauf die Welt für ihn sofort wieder in Ordnung war und er sich sogar bei uns entschuldigte. 😅 An der anderen Tankstelle bekamen wir dann sogar noch Diesel und so konnten wir beruhigt über die Ruta N40 die ca. 50 km bis zu den „Ruinas de los Quilmes“ weiterfahren. Wir zahlten die Eintrittsgebühr (500 Pesos p.P.) und machten auf dem Parkplatz dort erst einmal gemütlich Kaffeepause bzw. bereiteten den Hefeteig für die Pizza am Abend vor. Gegen 17 Uhr, als es nicht mehr so heiß war und der Wind am Nachmittag wie üblich wieder auffrischte, machten wir uns auf zu den Ruinen. Zur einführenden Erklärung konnten wir als Erstes ein gut gemachtes und englisch Untertiteltes Video anschauen welches uns das Volk der „Quilmes“ näherbrachte. Sie kamen ca. 800 n.C. als Nomaden um sich hier niederzulassen. Zu Hoch-Zeiten lebten geschätzt 7k bis 8k Menschen hier. Der restaurierte Teil beträgt lediglich 10% der Gesamtfläche. Die meisten Überreste befinden sich rundum zwischen den großen Säulenkakteen. Auf einem der Hügel konnte man die verbliebenen Reste der Festungsanlage sehen und auf den anderen konnte man hinaufsteigen, um von oben die Ruinen zu betrachten. Die Anlage liegt super schön am Hang da die besser gestellten „Quilmes“ wohl weiter oben lebten als das gewöhnlich Fußvolk. Sie konnten den Incas trotzen, in dem sie mit ihnen Handel trieben und auch die ersten beiden Angriffe der spanischen Invasoren konnten sie abwehren. Beim Dritten im Jahr 1665 hatten sie allerdings keine Chance mehr gegen deren Schusswaffen und so wurden die meisten getötet oder an den „Río de la Plata“ nach „Buenos Aires“ ins Exil verbannt. Nur sehr wenige überlebten oder konnten sich in die umliegenden Berge retten. 😥 Wir überlegten kurz, hier eventuell in der Einöde zu übernachten. Entschieden dann aber letztlich doch, die noch verbleibenden 75 km bis nach „Tafí del Valle“ zu fahren. Es ging erneut entlang kurvenreicher Straßen über grasbewachsene Berge auf denen Nutztiere weideten. Wir kamen erst spät gegen 20 Uhr an unserem Ziel an, wo wir uns nach Übernachtungsgelegenheiten umschauten. Letztlich fanden wir ein ruhiges Plätzchen am zentral gelegenen Busbahnhof.





Am Samstagvormittag schauten wir uns in dem nicht wirklich sehenswerten Ort „Tafí del Valle“ um. Wir erkundigten uns bei der Touri-Info nach der Radtour, welche aus dem Ort hinaus die ganze Zeit über abschüssig am See vorbei und immer entlang des „Río de la Sosa“ geführt hätte. Leider konnte uns die Mitarbeiterin nicht sagen, ob die Möglichkeit bestünde die Räder am Ende die Tour in einen öffentlichen Bus zu packen um mit diesem wieder zum Ausgangspunkt zurück zu gelangen. So entschieden wir, auf Grund des starken Windes an diesem Tag, die Radtour sein zu lassen und fuhren stattdessen mit dem Van an den See. Dort wollten wir den restlichen Tag verbringen und auch übernachten. Prinzipiell wäre es sogar möglich gewesen dort zu angeln aber der niedrige Wasserstand machte das Fischen leider selbst vom Steg aus unmöglich. Wir parkten unseren Bus bestmöglich vor einer der vielen feststehenden Sitzgelegenheit um möglichst guten Windschutz zu haben. Plötzlich sah ich von der Bank aus ein uns gut bekanntes Auto auf den See zusteuern: Das französische Paar mit seinen beiden kleinen Kindern, welche wir zuvor bereits 3x an den verschiedensten Orten getroffen hatten. 😍 Und dass, obwohl die beiden eine völlig andere Route als wir verfolgen und mitunter wüsten Zick-Zack Kurs fahren. Sie kamen gerade aus Bolivien und waren nun erneut auf dem Weg nach Brasilien, um dort bei Bekannten die reparierte Drohne sowie Weihnachtspäckchen für die Kinder abzuholen. Apropos Drohne: Als wir „August“ von unserem Missgeschick und dem benötigten, aber nicht vorhandenen Werkzeug erzählten, kramte er kurzerhand in seinem Van und zauberte tatsächlich den 1mm Torx hervor. 😁 Mit diesem konnte Simon auch unsere Drohne wieder reparieren und wir hoffen, dass sie beim nächsten Test wieder richtig funktionieren wird. Leider konnten die Franzosen nicht über Nacht bleiben, sondern mussten wegen ihrer Wäsche wieder zurück in den Ort. Wir sind echt gespannt, wann und wo sich unsere Wege wohl wieder kreuzen werden. 😅 Als wir uns verabschiedet hatten rasierte mir Simon draußen auf der Wiese noch meinen under cut nach bevor ich mich unter die warme Dusche stellte. Die Haarwäsche war auch diesmal wieder längst überfällig… 🙈🙊🙉 Am Abend fuhr noch der lokale Dorf-Polizist vorbei und gab uns grünes Licht für die Übernachtung am See. Wenn etwas sein sollte oder wir ihn bräuchten, dann wäre er quasi in dem kleinen Häuschen um die Ecke oder wir sollten einfach den Notruf wählen. 👍 Danach machten wir aus unserem restlichen Pizzateig vom Vortag noch einmal drei leckere Pfannen-Pizzen und mit der restlichen Frischhefe setzte ich noch einen Brotteig für den kommenden Morgen an. Zur Feier des Tages (am 05.11. war unser sage und schreibe 25.ster Jahrestag ❤) hatte ich zum Essen unseren schönen Teelichthalter auf den Tisch gestellt. Leider übersah Simon diesen, als er gegen später den Tisch abwischte und fegte die Kerze dabei vom Tisch. Schöner Mist… Das Kerzenwachs hatte sich auf die diversesten Gegenstände verteilt und so durften wir erst einmal eine ganze Weile Wachs abkratzen. Zum Glück bekamen wir, bis auf die Kissenhülle, alles wieder sauber! Kerzen zünden wir ab sofort also, wenn überhaupt, nur noch im Freien an. 😕 Als kleine Entschädigung durften wir dann im Dunkeln noch einen herrlichen Blick über den See auf das gegenüber am Hang liegende, erleuchtete „Tafí del Valle“ genießen.


„Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert, bitte nicht wundern!
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