NEW BLOG POST 🇦🇷 (22.10. – 29.10.2022) Laguna Blanca – Campo Alegre

Am Samstagmorgen brachen wir direkt in Richtung Grenze auf. Dort angekommen stoppten wir an der letzten Tankstelle auf paraguayischer Seite noch für ein schnelles Frühstück bevor wir uns in die Autokolonne einreihten. Es dauerte nicht ganz eine Stunde bis wir schlussendlich am Grenzposten angelangt waren. Dort stellten wir unseren Van ab und trabten zur paraguayischen „migración“ um dort unsere Pässe ausstempeln zu lassen. Praktischerweise befanden sich die argentinischen Behörden direkt in den Schaltern nebenan. Ich zeigte der freundlichen, hilfsbereiten Dame dort unseren „TIP“ (die temporäre Aufenthaltsgenehmigung für unser Fahrzeug) und glücklicherweise wusste sie auch direkt was zu tun ist. In kürzester Zeit stellte sie uns das Dokument für Argentinien aus und zu unserer Verwunderung darf unser Van sogar 180 Tage anstatt der üblichen 90 im Land verbleiben. Unseren paraguayischen „TIP“ gaben wir am dortigen Zollschalter einfach ab und zeigten dann letzten Endes noch bei der argentinischen „migración“ unsere Pässe vor. Wir prüfen alle Stempel und Dokumente stets sehr sorgfältig auf Richtigkeit aller Daten um bei der Ausreise später keine Probleme zu bekommen. Dabei fiel uns auf, dass wir keinen Stempel für Argentinien in unsere Pässe erhalten hatten. Auf meine Nachfrage hin teilte mir die Mitarbeiterin mit, dass die Daten nur elektronisch in ihrem System erfasst und wir deshalb keinen Stempel erhalten würden. Daraufhin erkundigte ich mich, zum Glück, nach der Aufenthaltsdauer woraufhin sie uns die eigentlich üblichen 90 Tage nannte. Ich entgegnete ihr daraufhin, verständlicherweise etwas irritiert, dass in dem Dokument fürs Fahrzeug aber von 180 Tagen und somit einer spätesten Ausreise am 19.06.2023 die Rede war. Sie zuckte mit den Schultern und meinte, dass sei nun einmal so. Fahrzeuge dürfen also 180 Tage im Land bleiben, Personen aber nur 90 Tage. Hätte ich nicht nachgefragt wären wir fälschlicherweise von einem längeren Zeitraum ausgegangen und hätten möglicherweise bei der Ausreise ernsthafte Probleme bekommen und/oder Strafe zahlen müssen. 😧 Man schickte uns zurück zum Van und bat uns mit den Fahrzeugpapieren vorzufahren. Die Zöllner wollten einen kurzen Blick in den Innenraum werfen bevor sie kurzerhand entschieden uns durch den Scanner zu schicken. Ein Beamter nahm unsere Papiere und stieg mit in unser Auto ein um gemeinsam mit uns bis zu dem großen Hightech-Gerät zu fahren. Man kann sich das Ganze wie die Koffer-Scanner am Flughafen vorstellen, nur eben viel größer für LKWs. Freundlicherweise zog man uns direkt vor und wir mussten uns nicht hinter die warteten Lastwagen einreihen. Der Röntgenprozess war kurz und schmerzlos und man ließ uns sogleich von dannen ziehen. Ich fragte den Zöllner, wonach sie denn hauptsächlich suchen würden und es ging wohl vor allem um Drogen. Nach dem also die erste große Hürde genommen war machten wir uns auf in das nahegelegene „Clorinda“ in der Hoffnung, dort eine „Western Union“ Filiale zu finden um die zuvor eingezahlten Euros zu einem ordentlichen Peso-Kurs zu erhalten. Die erste Niederlassung hatte allerdings geschlossen und so sprach uns direkt auf der Straße davor ein wirklich netter Schwarzmarkthändler an. Der von ihm angebotene Kurs war zwar deutlich besser als der reguläre der Banken aber wir lehnten dennoch dankend ab. Ich fragte ihn ob er zufällig wüsste, wann die „Western Union“ Filiale wieder öffnen würde. Mit Blick auf die Uhr meinte er nicht vor 16 Uhr (es war gerade erst kurz nach 13 Uhr) bzw. samstags möglicherweise auch gar nicht mehr am Nachmittag. Das Samstag war hatten wir natürlich überhaupt nicht auf dem Schirm. 🙄 Geschweige denn, dass deswegen irgendwelche Läden geschlossen haben könnten weil bis dato immer alle Geschäfte an jedem Wochentag offen hatten. Er zückte direkt sein Handy und meinte, er hätte einen Freund der ebenfalls eine „Western Union“ Zweigstelle betreiben würde und wollte dort freundlicherweise für uns nach den Öffnungszeiten fragen. Das Telefonat ergab, dass die Filialen alle Samstagsmittags schließen und erst Montagsmorgens wieder öffnen. Satz mit X das war wohl nix. 😕 Aber mal wieder ein tolles Beispiel für die großartige Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit der Menschen hier. ❤ So fuhren wir ohne Pesos in den Taschen weiter zur „Laguna Blanca“. Wir parkten im Schatten und liefen über die angelegten Holzbohlenstege bis zur großen Lagune. Das Wasser glitzerte herrlich im Sonnenlicht wenngleich es ziemlich trüb und baden auf Grund der Piranhas sowieso verboten war. Zu Simons Leidwesen war Angeln ebenfalls untersagt. Im Büro des Park-Rangers erkundigten wir uns nach den Campingmöglichkeiten und er sagte uns, dass wir sowohl hier als auch am anderen ca. 18 km entfernten Nationalparkeingang kostenlos übernachten könnten. Genauso hatte ich mir Argentinien hinsichtlich der Stellplatzmöglichkeiten vorgestellt. 😅 Wir unterhielten uns noch ein Weilchen über dies und jenes und als wir ihm den aktuellen Währungskurs zeigten war er sichtlich erschrocken und sehr enttäuscht von seinem Land und der hiesigen Regierung. Während sich, laut seiner Aussage, die Regierenden die Taschen vollstopften reicht es dem gemeinen Arbeiter gerade so zum Leben. An Reisen oder die Neuanschaffung eines Autos oder selbst nur Rollers ist da gar nicht zu denken. Umso größer war seine sichtbare Freude, dass trotz des sehr unattraktiven Währungskurses europäische Besucher den Weg in „seinen“ Nationalpark fanden was laut ihm nur max. 5x pro Jahr passieren würde. Nach dem netten Plausch und einem kurzen Nachmittagssnack entschieden wir, uns noch heute den anderen Stellplatz im selben Nationalpark anzuschauen. Wir fuhren die Piste zur Landstraße zurück um kurz darauf erneut auf eine staubige Piste einzubiegen. Zu unserer Verwunderung endete unsere Fahrt aber, entgegen den Angaben des Rangers, an einer geschlossenen Schranke. Also parkten wir dort und liefen die letzten zwei Kilometer zu Fuß. Wir waren von einem riesigen Palmenhain umgeben und sahen noch einen schönen, großen Waran über den Weg flitzen. Am eigentlichen Parkeingang fanden wir ein verlassenes Gebäude sowie leere Park- bzw. Campflächen vor und mehrere offene Fahrzeuge der Parkverwaltung mit steckendem Schlüssel. 😦 Es war weit und breit niemand zu sehen und der weitere Weg bis zum Parkende wäre noch 16 km weiter gegangen. So machten wir kehrt und liefen in Richtung Van zurück. Dummerweise mal wieder zur besten Dämmerungszeit und somit in wirklich unvorstellbar großen Moskito-Schwärmen. 🦟 Trotz Mückenspray fielen die Biester regelrecht über uns her und leider kam auch eine nicht zu verachtende Anzahl beim Einsteigen in den Bus mit ins Innere. Wie gut, dass unsere Decke und alle Wände weiß sind! So konnten wir die Plagegeister immerhin gut ausfindig machen und ich lüge nicht wenn ich sage, dass wir zwischen 40 und 50 erschlagen haben. Wir kochten noch ein leckeres one-pot Gericht in unserem „Omnia“ Backofen und hatten zu unserer eigenen Überraschung eine sehr ruhige Nacht ohne weitere Stiche.

Laguna Blanca
Stellplatz im Palmenhain 🌴
Unser erster Nationalpark 🏞 in Argentinien

Die folgenden zwei Tage hieß es Strecke machen: Wir teilten uns die rund 1.100 km bis „San Salvador de Jujuy“ im Nordwesten Argentiniens in zwei Etappen ein und dank der topfebenen sowie kerzengeraden Landstraße waren dies unsere bis dato besten Fahrtage. Noch dazu sank der Dieselverbrauch auf unter 10 Liter. 👍 Wenngleich die Landschaft wenig abwechslungsreich war. Zu Beginn war es noch richtig saftig grün um uns herum aber mit jedem weiteren Kilometer wurde es etwas trockner und immer heißer. 🥵 Am Straßenrand begegneten uns immer wieder die verschiedensten, frei herumlaufenden Nutztiere: Von Rindern über Pferde bzw. Esel bis hin zu Schafen, Ziegen und Schweinen war alles dabei. Wem oder wohin die Tiere allerdings gehören sollen blieb uns ein Rätsel da weit und breit weder Häuser noch Ortschaften zu sehen waren. Die Temperaturen lagen tagsüber über 35 Grad was das Fahren im (während der Fahrt) klimatisierten Bus noch angenehmer machte. Nach den ersten gut 500 km stoppten wir an einer größeren Tankstelle, welche etwas abseits der Landstraße lag, und verbrachten dort sowohl den Nachmittag im Schatten als auch eine ruhige Nacht.

Über 1.000 km immer geradeaus 😳

Am nächsten Morgen ging es nach einem Schluck Kaffee direkt weiter. Aus welchem Grund auch immer gibt es hier in Argentinien alle paar hundert Kilometer Polizeikontrollen auf der Strecke. Meistens wurden wir nur nach Herkunfts- und Zielort gefragt und durften dann weiterfahren aber einmal wollten sie auch unsere Fahrzeugpapiere und Simons Führerschein sehen. 🤷‍♀️ Am Montagnachmittag kamen wir dann in „Jujuy“ an und machten uns dort auf die Suche nach einer „Western Union“ Niederlassung um an argentinische Pesos zu gelangen. Wir hatten uns zuvor im Internet diverse Filialadressen herausgesucht und was soll ich sagen: Direkt bei der Ersten hatten wir Glück! 🤗 Wir hatten testweise nur einen kleineren Betrag von 200 € online gesendet. Dieser konnte uns ohne Probleme direkt vor Ort, nach Vorlage einer Passkopie welche dort verbleibt und Nennung der Transaktionsnummer, zu einem exzellenten Wechselkurs ausbezahlt werden. Wie das Ganze funktioniert ist uns bis dato zwar noch schleierhaft aber Fakt ist, dass wir auf diesem Wege an doppelt so viel Geld gelangen als wenn wir es am Bankautomaten abheben oder mit der Kreditkarte bezahlen (1 € = 299 anstatt 150 Pesos bei der Bank). Somit kostet uns der Liter Diesel nur noch 75 Cent anstatt der ansonsten happigen 1,50 €. 🤩 Und da uns der nette junge Mann am Schalter freundlicherweise zu verstehen gab, dass er im Moment über noch mehr Pesos verfügte schoben wir direkt eine zweite Transaktion hinterher. 😀 Da mittlerweile schon fast 18 Uhr war entschieden wir, das archäologische Museum erst auf dem Rückweg von „Humahuaca“ zu besuchen und stattdessen lieber zügig die Stadt zu verlassen um den auserkorenen Stellplatz anzusteuern. Dieser lag rund 50 km außerhalb am Friedhof von „Puramarca“ und wir kamen noch bei Tageslicht an so dass wir die sensationelle Kulisse um uns herum noch in Augenschein nehmen konnten. Das Kopfsteingepflasterte Dörfchen mit seinen Lehmhäusern liegt eingekesselt von bunten Hügeln in einem schmalen Tal. Die eine Bergseite ragte direkt hinter unserem geparkten Van empor und die untergehende Sonne lies noch gut die vielen verschiedenen Farben erkennen. Und als es dann dunkel wurde tat sich ein wahnsinnig schöner Sternenhimmel über uns auf. 🤩

Unser Stellplatz in „Puramarca“
Hier gab es viele lehmverputzte Häuser…
… und buntes Kunsthandwerk

Für den kommenden Tag hatten wir eine Wanderung zu einem Aussichtspunkt auf dem Berggipfel ins Auge gefasst. Wir waren, für unsere Verhältnisse relativ früh, bereits um kurz nach 7 Uhr wach und so konnten wir nach dem Frühstück zeitig aufbrechen. Nach der Hitze der vergangenen Tage freuten wir uns sehr über den sehr angenehmen, teils böigen Wind und die für diesen Dienstag gemeldeten 24 Grad. Unser Stellplatz befand sich quasi direkt am Ausgangspunkt des Weges und so konnten wir direkt vom Van aus in Richtung Gipfel starten. Die Karte auf „maps.me“ zeigte rund 500 zu überwindende Höhenmeter an – na das kann ja was werden! 😅 Es ging direkt steil und in schmalen, engen Serpentinen bergauf und der Pfad war über und über mit Steinen und Schiefersplittern bedeckt. Beim Aufstieg hatte ich tatsächlich größere Bedenken, ob bzw. wie ich wieder nach unten gelangen soll. 🙈 Vor allem weil es neben dem Trampelpfad wirklich extrem steil nach unten ging. Wie so oft waren diese aber unbegründet und ich kann schon jetzt vorweggreifen, dass wir wieder gut und unbeschadet unten angekommen sind. Wir genossen eine herrliche Aussicht auf das Tal, die umliegenden Berge die in den buntesten Facetten schimmerten und erfreuten uns an den riesengroßen Säulenkakteen die auf den Hängen wuchsen. Alles in allem dauerte unsere Wanderung knapp 5 Stunden in welchen wir 10 km und stolze 647 Höhenmeter bewältigt haben. 💪 Entsprechend hungrig gingen wir auf dem Rückweg ins Dorf und fanden dort bei einer Straßenverkäuferin günstige, gegrillte und verschieden gefüllte Tortillas. Wir verzehrten diese im Schatten der Bäume am Dorfplatz und beobachteten das bunte Treiben um uns herum. Im ganzen Ort und rund um den Dorfplatz wird schönes und sehr farbenprächtiges Kunsthandwerk verkauft. Vor allem die bunten Decken und Schals welche man u.a. aus dem nahegelegenen Bolivien kennt. Nach unserem Mittagssnack schlenderten wir durch die Gässchen und gönnten uns noch ein leckeres Eis am Stiel. 🍦 Mittlerweile stach nämlich auch hier die Sonne ganz schön vom Himmel und ich musste zu meinem Leidwesen feststellen, dass ich mich rund um den (zum Glück halsnahen) Ausschnitt meines T-Shirts mal wieder übel verbrannt hatte. Leider hatte ich nur mein Gesicht eingecremt. 😰

Es ging steil bergauf 🥵
Die atemberaubende Aussicht ins Tal 😍
Und auf die bunten Berge ⛰
Die wohlverdiente Stärkung 😅
Eis geht immer 😃

Auch am Mittwoch waren wir wieder zeitig wach und genossen die frisch gebackenen, selbst gemachten Brötchen zum Frühstück. Zuvor hatten wir bereits auf dem „Paseo de los Colorados“ eine kleine Morgenrunde gedreht. So früh am Morgen waren die Temperaturen hier auf über 2.000 Metern Höhe noch sehr angenehm und die Sonne stand noch nicht so hoch am Himmel. Wir konnten auf dem angelegten Rundweg noch einmal gut die verschiedensten Blickwinkel auf die bunten Berge um uns herum genießen. 😍 Nebenbei wunderten wir uns über so manch andere Touristen, welche die nicht einmal 3 km lange Strecke mit dem Auto fuhren oder sich sogar im Mini-Van fahren ließen um nur für kurze Fotostopps aus ihren Fahrzeugen zu hüpfen. 😅 Anschließend fuhren wir in das kleine, schmucke Dörfchen „Tilcara“ wo es ebenfalls viele lehmverputzte Häuser gab. Auf dem hiesigen Markt konnten wir schönes Obst zu günstigen Preisen ergattern bevor wir weiter in die Stadt „Humahuaca“ fuhren. Diese gefiel uns weniger gut und bot außer einem ziemlich großen, protzigen Heldendenkmal, der üblichen Kirche und der „Plaza“ mit dem bereits bekannten Kunsthandwerkströdel nicht viel Sehenswertes. Im Reiseführer hatten wir jedoch von Restaurants gelesen welche mitunter Lama auf der Speisekarte hatten und tatsächlich fanden wir ein sehr nettes Lokal. Simon bestellte sich ein Mittagsmenü bestehend aus einer Empanada de Queso, geschmortem Lama mit Reis und Anden-Kartöffelchen sowie einem mit Dulce de Leche gefüllten Pancake zum Nachtisch (Preis ca. 4 €). Mein Hunger war noch nicht so groß und so entschied ich mich für das kleinere Mittagsmenü für schlappe 2,50 € welches eine Empanada de Carne, eine Humita (ein vegetarischer Eintopf aus Kürbis, Mais und Käse) sowie ein Getränk enthielt. 😋 Wir gönnten uns noch einen Espresso bevor wir uns erstmals aufmachten um mit unserem Van auf über 4.000 Meter zu fahren. Ziel war der „Mirador del Hornocal“ auf 4.350 Meter Höhe von wo aus man einen fantastischen 360° rundumblick auf die bunten Berge haben soll. Die Straße führte direkt als Schotterpiste aus der Stadt hinaus und es ging stetig bergauf, mitunter auch durch sehr scharfe Haarnadelkurven. Ungefähr 5 km vor dem Ziel und somit dem höchsten Punkt ging die Motorwarnleuchte an und meldete „Motor zu heiß“. Natürlich stoppten wir sofort am Straßenrand und zu unserer Erleichterung kochte das Kühlwasser noch nicht. Anscheinend gibt unser Van also rechtzeitig Bescheid. 👍 Wir gaben dem Motor ausreichend Zeit zum Abkühlen und nutzten die erzwungene Pause um den Ersatzkanister unter dem Auto hervorzuholen und die 20 Liter Reserve in den Tank zu füllen. Blöderweise hatte die Tankstelle in „Humahuaca“ keinen Diesel und wir hatten es in Jujuy vor lauter „Western Union“ und der damals einsetzenden Dämmerung leider versäumt noch einmal voll zu tanken. 😟 Als die Temperaturanzeige grünes Licht gab setzten wir unseren Weg fort und kamen ohne weitere Zwischenfälle am Kontrollposten an. Da die Öffnungszeiten dort mit 10-18 Uhr angeschlagen waren und es bereits nach 17 Uhr war entschieden wir, erst am kommenden Morgen die Schranke zu passieren. Der wachhabende Mann teilte uns nämlich mit, dass wir keinesfalls drinnen auf dem Parkplatz übernachten dürften weil er das aus Sicherheitsgründen ansonsten der Polizei melden müsste. Vom Auto aus konnten wir jedoch bestens beobachten, dass auch nach 18 Uhr noch Fahrzeuge von ihm hineingelassen wurden und sich der Mann kurz darauf in den Feierabend verabschiedete. Obwohl die Schranke noch offen und noch nicht alle wieder zurückgekehrt waren. 🤷‍♀️ So blieb die Schranke dann auch weiter geöffnet. Wir wollten jedoch keinen Ärger riskieren und blieben daher auf dem Platz direkt davorstehen und verbrachten dort auch die Nacht.

Passe ich farblich nicht perfekt ins Bild?! 😅
Mittagessen in „Humahuaca“
Leckere Empanadas 😋
Auf 25 km Strecke galt es über
1.000 Höhenmeter zu bewältigen 😱
Vor der Einfahrt verbrachten wir die Nacht

Unsere erste Nacht auf über 4.000 Meter Höhe war eher schlecht. 😟 Simon hatte den ganzen Tag über schon über Kopfschmerzen geklagt und die Höhe verschlimmerte diese noch weiter. Mir ging es abends bei unserer Ankunft soweit noch gut aber auch ich bekam in der Nacht dann Kopfschmerzen. Leider ein häufiges Symptom in derartigen Höhen. Kurioserweise konnten wir auch noch anderweitige Auswirkungen des veränderten Luftdrucks feststellen. So blähte sich beispielsweise der Aluminiumdeckel vom Joghurt heftig auf wohingegen sich unsere leeren Hartplastikwasserflaschen zusammenzogen. Die Cremeflaschen blähten sich ebenfalls auf und der Click-Lock Deckel unserer Vorratsbox erzeugte ein Vacuum. 😯 Zum Glück bekam aber keiner von uns ernsthafte Probleme wie Herzrasen oder Nasenbluten. Ansonsten hätten wir postwendend wieder nach unten fahren müssen. Außerdem wurde es nachts bei sternenklarem Himmel in dieser Höhe bitterkalt und so schliefen wir mit Leggings und Fleecejacke an. Die Standheizung war auf Grund unserer knappen Dieselvorräte keine Option. 🥶 Ich hatte, zumindest gefühlt, fast die ganze Nacht wachgelegen und war entsprechend gerädert morgens. Unsere Kopfschmerzen trugen nicht gerade zum besseren Befinden bei aber unsere Laune stieg urplötzlich, als Simon beim Pinkeln draußen eine kleine Herde „Vicunyas“ entdeckte. Die Tiere grasten friedlich direkt vor unserem Van und wir konnten uns bis auf wenige Meter heranpirschen. 😍 Auch die Sonne schien bereits wieder von einem azurblauen, wolkenlosen Himmel und wärmte sowohl uns als auch das Innere unseres Van schnell auf. Wir frühstückten noch gemütlich um dann die letzten 200 Höhenmeter bis zum Parkplatz hinaufzufahren. Dort angekommen parkten wir schlussendlich auf 4.380 Meter Höhe. 😮 Von dort aus führten zwei Wanderwege zu verschiedenen Aussichtspunkten und was soll ich sagen: Der Blick auf die bunt marmorierten Berge war tatsächlich fantastisch. Dafür hat sich die schlechte Nacht definitiv gelohnt! Wir genossen die herrliche Aussicht und schossen etliche schöne Fotos bevor wir uns auf den Rückweg ins Tal machten. 25 km später waren wir wieder in „Humahuaca“ auf nur noch rund 3.000 Meter Höhe angekommen. Wir fuhren non-stopp weiter da wir dringend tanken mussten. In „Tilcara“ kamen wir an einer Tankstelle vorbei welche wir am Vortag wohl beide völlig übersehen hatten. 🙈 Vor dieser befand sich aber eine lange Schlange an wartenden Autos und laut Aushang müssten ausländische Kennzeichen für den Diesel auch noch einen Zuschlag bezahlen. Die Tankanzeige gab grünes Licht für die restlichen 100 Kilometer bis „Jujuy“ und so entschieden wir direkt bis in die Stadt zu fahren. Dort angekommen tankten wir sowohl unseren Bus als auch den Ersatzkanister voll und füllten an einem Supermarkt außerdem unsere Lebensmittelvorräte wieder auf. Dank unseres guten Wechselkurses war der Einkauf auch wirklich preiswert. 👍 Unser Weg führte uns noch ca. 75 km weiter über zum Teil enge Serpentinensträßchen bis zu einem kleinen See Namens „Campo Alegre“ (übersetzt „glückliches Land“). Zwischenzeitlich waren die Kopfschmerzen wieder schlimmer geworden und die kurze Nacht steckte uns zudem noch in den Knochen. Umso erleichterter waren wir, als wir nach einigem Suchen dann doch noch einen Stellplatz am Wasser fanden. Dieser befand sich auf einem Zeltplatz und der Inhaber verlangte für die Nacht gerade einmal 0,50 € pro Kopf. 😲 Das weitläufige Gelände war wirklich ein Traum: Vor uns lag der kleine See, umgeben von großen grünen Weideflächen auf denen Pferde, Kühe sowie Schafe grasten. Das Ganze umrahmt von den grünen Bergen auf der einen und den schroffen kahlen roten Andenausläufern auf der anderen Seite. Eine Kulisse die man schöner nicht hätte malen können. ❤ Das Abendessen fiel mehr oder weniger flach und wir dafür bereits um 21 Uhr in die Kissen. 😅

Eine kleine Herde Vicunyas direkt vor unserem Van
Was für eine Farbenpracht
Die Anstrengung hat sich gelohnt 👍🏻

Wir schliefen tatsächlich bis 9 Uhr morgens und verbrachten den Tag auf dem herrlichen Gelände. Nach einem kurzen Morgenspaziergang frühstückten wir und nahmen uns vor heute unser Auto gründlich von all dem Staub der letzten Tage zu befreien. Diesmal war außer dem Wohn- auch der Fahrbereich zu putzen und so teilten wir die Arbeit fair auf. 😂 Simon baute außerdem auch den Luftfilter zur Reinigung aus wobei dieser tatsächlich weniger verdreckt war als erwartet. Nachmittags gab es zur Belohnung fluffige Pancakes mit Obstsalat und nach dem das Auto zumindest innen wieder glänzte begaben auch wir uns schlussendlich unter die längst überfällige Dusche. 🙈🙉🙊 Den Rest des Tages genossen wir die wunderschöne Aussicht um uns herum. Ich recherchierte noch ein wenige im Reiseführer die Route für die kommenden Tage und Simon freute sich wie ein König über die Leistung unserer Solaranlage. 😂 Wir erwärmten an diesem Tag zweimal das Wasser im Boiler zum Duschen und luden wirklich ALLE verfügbaren Elektrogeräte (vom Laptop bis hin zur Zahnbürste und den Kopfhörern) wieder vollends auf und die Stromanzeige stand am Ende des Tages immer noch auf 100%. An diesem Tag produzierten wir sage und schreibe 1,6 Kilowattstunden. Seitdem wir die Solar-Panels installiert haben leisten diese hervorragende Dienste und auch während unserer nun schon dreimonatigen Südamerika-Reise hatten wir noch nie Schwierigkeiten mit dem zur Verfügung stehenden Strom. 👍

Chillen in herrlicher Umgebung
Hier bleiben wir zwei Tage!
Pferde, Kühe, Schafe, Hunde – alles da

Da wir am Vortag dann doch mehr gearbeitet hatten als wir eigentlich wollten und der Platz wirklich ein herrliches Fleckchen Erde war beschlossen wir hier noch einen Ruhetag einzulegen. Wir schliefen erneut aus und nach dem Morgenkaffee liefen wir eine große Runde über das Gelände sowie entlang des Seeufers. Bereits gestern konnten wir während unseres Spaziergangs eine ca. 120 cm lange, dunkel gezeichnete Natter entdecken und auch heute sahen wir wieder eine noch Schönere mit helleren, gezackten Schuppen. Wir chillten in unseren Campingstühlen im Schatten unserer mit Sturmbandset befestigten Markise wobei der Wind an diesem Tage deutlich heißer war als am Vortag. 🥵 Um uns herum tobten die jungen Fohlen und auch zwei Kiter waren am Ufer bei ihren Trockenübungen zu beobachten.

Traumhafter Sonnenuntergang 🌅
über den Andenausläufern
Ohne Worte… 🥰🥰🥰

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert, bitte nicht wundern!


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