Wir hatten auf dem Parkplatz eine sehr ruhige und angenehme Nacht. Nach dem wir in aller Ruhe gefrühstückt hatten, machten wir uns zu Fuß auf in Richtung Zentrum. Der Ort ist nicht wirklich schön und eigentlich konzentriert sich alles Wesentliche auf die 3 km lange Hauptstraße. Hier befinden sich diverse Einkaufsläden, einige wenige Restaurants sowie Eisdielen und am oberen Ende die beiden Supermärkte. Wir schlenderten die Straße auf der einen Seite hoch und auf der anderen wieder zurück zum Van. Dort angekommen schnappten wir unsere Badesachen und nahmen die Fahrräder, um mit diesen bis zum „Balneário Municipal“ (dem städtischen Naturfreibad) zu fahren. Von unserem Guide Max hatten wir den Tipp bekommen, dass sich direkt nebenan ein schöner Campingplatz mit Zugang zum Wasser des „Rio Formoso“ befindet. An diesem angekommen erkundigten wir uns zuerst nach den Preisen. 60 Real (12 €) müssten wir pro Tag und Person berappen um hier zu stehen 😮. Ab drei Tagen bekämen wir einen Rabatt in Höhe von 10 Real. Das wären aber umgerechnet immer noch rund 10 € pro Kopf und Tag. Wir schauten uns auf dem weitläufigen Gelände um und der Badebereich war wirklich sehr idyllisch. Von zwei Plattformen aus könnte man in den Fluss einsteigen und dort in den natürlichen Becken und sogar unter einem kleinen Wasserfall baden. Aber so viel Geld bezahlen, nur um letztendlich auf einem Rasenplatz zu stehen?! Klar hätten wir dort auch einen Wasseranschluss und sogar eine kleine Außenküche mit Grill und auch die Sanitäranlagen wären natürlich im Preis inbegriffen. Aber an und für sich brauchen wir nichts davon, weil wir mit unserem Van komplett autark stehen können. Die Tankstelle gegenüber von unserem aktuellen Stellplatz bietet ebenfalls Toiletten und sogar Duschen. Beides noch dazu kostenlos. Der zweite Campingplatz nebenan war sogar noch schöner und hatte noch mehr Zugänge zum Fluss um dort zu baden. Dafür war der Preis auch noch einmal um 5 Real höher. So entschieden wir vorerst bei unserem kostenfreien Stellplatz zu bleiben. Eventuell würden wir einen der Campingplätze an einem schönen Tag zum Baden nutzen, weil der Eintritt in die Schwimmbäder fast genauso teuer ist wie dort zu übernachten. Oder wir gehen nur in eines der Bäder. Mal sehen… Wir schafften es gerade noch vor dem Gewitterschauer wieder zurück ans Auto. Abends gab es noch einmal selbst geangelten Fisch, einen „Piau“. Dieser war geschmacklich etwas fad aber mit der leckeren Pasta dazu dennoch ein Genuss. Der Regen hielt dann auch die ganze Nacht über an, mal mehr und mal weniger stark. Wobei wir bisher bis auf ein oder zwei kurze Schauer noch keinen nennenswerten Regen während unserer gesamten Reise hatten. Und im „Pantanal“ war es in den vergangenen Jahren in der Regenzeit auch stets eher zu trocken und die Bewohner hoffen daher dieses Jahr sehnlichst auf größere Wassermengen. Die Gewitter, die für die kommenden Tage gemeldet sind, künden langsam aber sicher das Ende der Trockenzeit an.




Am kommenden Morgen regnete es immer noch, was uns zu Gute kam denn in der zurückliegenden Woche hatten wir weder an den YouTube Videos noch am Blog gearbeitet. So nutzten wir die willkommene Pause um an den Laptops zu arbeiten. Gegen Mittag wurde es dann trocken und wir konnten noch einmal in den Ort spazieren. Zur Abwechslung mal ein unspektakulärer Tag. 😂


Donnerstagfrüh hatten wir uns den Wecker gestellt, damit wir rechtzeitig um 8 Uhr Ortszeit (entsprechend 14 Uhr deutscher Zeit) zur Trauerfeier und Urnen-Beisetzung von Opa Franz wach waren. Wir zündeten eine Kerze an und dachten immerhin in stiller Trauer an ihn. 😢 Da es vormittags noch feucht und nass vom Regen der Nacht war, nutzte ich die Zeit mal wieder zum Kuchen backen. Diesmal gab es einen Kokos-Rührkuchen. Simon arbeitete derweil am Rio de Janeiro Video weiter. Gegen später wurde es trocken und wir konnten mit den Fahrrädern bis zur „Ilha Bonita“ fahren. Es ging rund 12 km über einen breiten Erdweg, welcher gerade im Begriff ist asphaltiert zu werden. Für den Erdweg war der umliegende Wald zwar sowieso schon gerodet worden und auch die angrenzenden Fazendas tragen zur Vernichtung des Waldes bei, weil sie für ihre Rinder Farmland benötigen. Trotzdem stellten wir uns die Frage, ob der Tourismus nicht auch hier mal wieder Fluch und Segen zu gleich ist. 😕 Würde die Straße auch dann in gleichem Umfang gebaut werden, wenn diese nicht zu mehreren Bädern führen würde?! Wir hatten sowieso nicht vor, von der unglaublichen Vielzahl an angebotenen Touren hier in „Bonito“ viele in Anspruch zu nehmen. Aber nach dem Anblick entschieden wir erst recht, uns auf ein absolutes Minimum bzw. die naturgegebenen Attraktionen wie z.B. das Ara-Kraterloch zu beschränken. An unserem Ziel, der Ilha Bonita, angekommen fanden wir nämlich wie schon vermutet keine wirkliche Insel und schon gar keine Möglichkeit zum Freistehen vor. Vielmehr handelte es sich hierbei um ein Naturfreibad inklusive aller Annehmlichkeiten wie Pousada, Grillplätzen, Sanitäranlagen etc. Wir erkundigten uns vor Ort nach dem Preis, wenn wir hier ein oder zwei Nächte mit unserem Van übernachten würden. Dies bedurfte mehrerer Telefonate der drei (wie immer leider nur portugiesisch sprechenden) Damen mit dem Ergebnis, dass wir danach auch nicht schlauer waren. Man konnte uns letztlich nur den Eintrittspreis für das Bad in Höhe von 65 Real pro Person und Tag nennen. Diesen kannten wir jedoch bereits zuvor aus dem Internet. 😂 Nicht das erste Mal, dass wir diese Erfahrung machen mussten. Wir machten also wieder kehrt und radelten in die Stadt zurück. Die Radtour über die Piste war wirklich schön und mit unseren Mountainbikes auch sehr gut machbar. Im Ort angekommen hielten wir noch in dem Touri-Office, in dem wir für den Folgetag die Schnorchel-Tour gebucht hatten. Da der Wetterbericht für Freitag nicht gerade ideal war und für den Vormittag weitere Gewitter-Schauer gemeldet waren, würden wir nach Möglichkeit gerne umbuchen wollen. Allerdings teilte uns die Dame mit, dass der Veranstalter weder samstags noch sonntags Touren anbieten würde. Also beließen wir es erst einmal dabei und fuhren zurück zum Van. Dort angekommen checkten wir im Internet erneut den Wetterbericht. Die Vorhersage war ernüchternd und so entschieden wir, mit den Rädern noch einmal zurück in den Ort zu fahren und die Tour schlussendlich auf Montag zu verschieben. 🙄 Immerhin investierten wir insgesamt 90 € in den Ausflug und es wäre einfach schade, wenn wir dabei schlechte Sicht oder gar Regen hätten. Die Umbuchung ging zum Glück problemlos und wenn wir über etwas reichlich verfügen so ist es Zeit. 😅 Also werden wir das schlechte Wetter auf unserem Parkplatz aussitzen. Die Polizei-Patrouille, die am Abend unseren Van passierte, gab uns aus dem Fenster raus einen „Daumen hoch“ uns bisher hat sich auch weder an der Tankstelle gegenüber noch am Hotel hinter uns jemand über unsere Toiletten-Nutzung beschwert. 🙈



Am Samstagmorgen nach einem schnellen, aber dringend nötigen „Hausputz“ und einem stärkenden Frühstück (es gab Rührei mit leckerem Vollkorn-Toast) nahmen wir erneut die Fahrräder vom Auto. Laut Wetterbericht sollte es trocken bleiben, bei einem Sonne-Wolken Mix und max. 28 Grad. Wir hatten uns vorgenommen, den Erdweg in die andere Richtung stadtauswärts zu nehmen bis zur „Nascente do Sucuri“. Hier hatten wir für kommenden Montag die Schnorchel-Tour gebucht und da weder Samstag noch Sonntag dort Ausflüge stattfanden hatten wir die Hoffnung, dort eventuell schon von Sonntag auf Montag übernachten zu können. Bis dahin galt es rund 20 km „Buckelpiste“ zu bewältigen. Von der Mittagshitze einmal abgesehen fuhr es sich mit unseren günstigen „Rockrider“ Mountainbikes wieder erstaunlich gut. 👍 An unserem Ziel angekommen schauten wir uns um und fanden, wie vermutet, tatsächlich keine Menschenseele vor. Der große Parkplatz schien uns für eine Übernachtung gut geeignet und so machten wir uns wieder auf den Rückweg. Nach etwa 5 km hielten wir an der „Barra do Sucuri“. Von dort aus wurden ebenfalls, wenn auch etwas kürzere, Schnorchel-Trips auf dem „Rio Sucuri“ angeboten. Wir wollten dort nachfragen ob es eventuell möglich wäre, am Sonntag dort einfach nur im Fluss zu baden und auf den Grünflächen bzw. im Pool zu relaxen. Auf dem Parkplatz angekommen entdeckten wir dort zu unserer großen Freude den Jeep Wrangler von Ju & Lydia alias „a donde voy“ bei YouTube und Instagram. Mit den beiden hatten wir uns ja den Verschiffungscontainer geteilt. Wir erkundigten uns an der Rezeption nach der Tagesnutzungs-Möglichkeit, welche für 65 Real zu unserer Freude wohl gegeben wäre. Freundlicherweise ließ man uns auch auf das Gelände und wir konnten uns in Ruhe dort umschauen. Sowohl der Pool als auch das kristallklare Flusswasser, in welches man von mehreren Plattformen aus hätte einsteigen können, sah sehr verlockend aus. Unsere beiden Container-Buddys konnten wir allerdings nirgends entdecken. Wahrscheinlich waren sie gerade schnorcheln… Beim Gehen erkundigten wir uns nach den Öffnungszeiten für den Folgetag und mussten zu unserer großen Enttäuschung erfahren, dass am Sonntag auf Grund der Präsidentschaftswahlen leider geschlossen wäre. Satz mit X das war wohl nix. 😕 Wir schossen noch ein Beweis-Foto von Ju & Lydias Reisemobil und machten uns mit unseren Fahrrädern auf den Rückweg in die Stadt. Wenige Kilometer weiter befand sich noch ein öffentliches Bad. Also bogen wir erneut von der Straße zum „Praia do Figeira“ ab und fragten dort noch, ob dieses denn am Sonntag geöffnet wäre. Unsere Frage wurde bejaht und so entschieden wir wohl oder übel mangels Alternativen, im Touri-Office in der Stadt zwei Tickets für den Folgetag zu erwerben. Eigentlich hatten wir entschieden, in keines der angelegten Bäder zu gehen aber bei über 30 Grad stand uns der Sinn definitiv nach baden. Wieder in „Bonito“ angekommen, stoppten wir erst einmal am Supermarkt und gönnten uns eine eiskalte Sprite und je ein Stück erfrischende Wassermelone. Bis wir wieder am Van angelangt waren, hatten wir tatsächlich fast 45 km bewältigt. 🥵 Dort angekommen gönnten wir uns also erst einmal eine wohl verdiente Verschnaufpause auf dem schattigen Rasen, bevor wir ins nahegelegene Touri-Office trabten. Dort kauften wir sowohl die Tickets für das Badeparadies am Sonntag als auch gleich die Eintrittskarten für das „Buraco das Araras“ am Dienstagmorgen. Vom dortigen WLAN aus schickten wir noch das Beweisfoto und eine Sprachnachricht an unsere Container-Buddys. Wir schafften es an diesem Abend zeitlich leider nicht mehr auf ihren Camping-Platz und die beiden wollten am Sonntag zeitig aufbrechen. Aber ganz bestimmt werden wir uns an anderer Stelle wieder irgendwo begegnen. 😅 Simon probierte noch unsere Außencampingdusche aus und ich spülte mir Schweiß und Sonnencreme gegenüber an der Tankstellendusche ab. Nach dem Abendessen, wir hatten zum Glück noch Reste vom Vortag, spazierten wir dann noch in die Stadt hinein. Es war schön, den Einheimischen am Samstagabend im Park beim Bier trinken, Musik hören und Unterhalten zuzuschauen. Zur Belohnung für den sportlichen Tag gab es für jeden noch ein leckeres Eis bevor wir dann müde und zufrieden ins Bett fielen.




Am Sonntag verabschiedeten wir uns dann nach 6 ruhigen Nächten von unserem Stellplatz in Bonito und machten uns auf den Weg zum Supermarkt. Dieser war wirklich günstig und so nutzten wir noch einmal die Gelegenheit, um unsere Vorräte aufzufüllen. Ebenso stoppten wir auch noch an der Tankstelle, um für die Weiterfahrt noch einmal aufzutanken. Danach ging es dann erneut über den Erdweg direkt zum „Praia do Figeira“. Wir frühstückten noch auf dem Parkplatz bevor wir dann unsere Badesachen packten und uns zum Eingang begaben. Wir konnten einen tollen Liegeplatz im Schatten eines großen Feigen-Baumes ergattern, unter dem sich ein bequemer und sogar überdachter Platz mit breiter sowie einladender Matratze befand. Von dort aus konnten wir direkt auf den großen See blicken, dem allerdings eindeutig einiges an Wasser zu fehlen schien. 😯 Kein Wunder, schließlich näherten wir uns ja gerade dem Ende der Trockenzeit. Sowohl im als auch am Wasser befanden sich jeweils runde, feststehende Sonnenschirme inklusive der dazugehörigen Sitzgelegenheiten. Am Strand gab es außerdem noch eine Snack-Bar und weiter oben, hinter unserem Liegeplatz, ein Restaurant. Kurioser Weise durfte heute, auf Grund der Präsidentschaftswahlen, kein Alkohol ausgeschenkt werden. Warum wissen wir allerdings nicht so genau. Eventuell um Ausschreitungen zu vermeiden, oder damit die Leute während der Wahl einen klaren Kopf haben?! 😲 Das absolute Highlight war die Zip-Line. Mit Schwimmweste ausgestattet konnte man über einen Holzsteg ins Wasser zu einem Turm laufen. Dort oben angekommen schnappte man sich dann den Griff, welcher an dem Stahlseil befestigt war und konnte so über den See hinab ins Wasser rutschen. Was für ein Spaß! 😀 Außerdem gab es im angelegten Kinderbereich noch eine breite Wasserrutsche, welche auch wir Erwachsenen benutzen durften. Diese war ebenfalls nicht von schlechten Eltern. 👍 Im Eintrittspreis von 69 Real wäre auch der Verleih von Tretbooten, Stand-Up Paddles und Kajaks inbegriffen gewesen. Wir waren allerdings zu faul und relaxten stattdessen lieber auf unserem tollen day-bed. 🤣 Um 17 Uhr war der Spaß dann auch schon wieder zu Ende und wir machten uns auf zur „Nascente do Sucuri“, wo wir ja bereits am Tag zuvor mit den Rädern den Stellplatz für die Nacht ausgekundschaftet hatten. Dort nutzten wir noch den Wasseranschluss im Freien, um unseren inzwischen ganz leeren Wassertank wieder aufzufüllen. Wir parkten unseren Van im Außenbereich, damit sich am Folgetag möglichst niemand über unsere Anwesenheit beschweren konnte und kochten noch zu Abend. Tatsächlich wäre sowohl der Sanitär- als auch der Restaurant- und Pool-Bereich frei zugänglich gewesen. Selbstverständlich betraten wir die Anlage nur auf der Suche nach einer verantwortlichen Person, die wir aber nicht antreffen konnten, und wunderten uns über das offensichtliche Vertrauen in die Menschheit. Erstaunlicherweise war die Nacht dort aber weniger ruhig als erwartet, weil tatsächlich die ganze Zeit über ziemlich laute Tiergeräusche zu hören waren. 😮


und die großen Fische im Wasser 🐟


An dieser Stelle noch kurz ein paar interessante Infos zur Wahl in Brasilien: Im Gegensatz zu Deutschland herrscht in Brasilien Wahlpflicht und wer nicht wählen geht hat wohl mit ernsthaften Schwierigkeiten zu rechnen. Aus diesem Grund hatten am Wahltag selbst viele Geschäfte und Betriebe geschlossen (siehe oben), damit den Bürgern ausreichend Möglichkeit zur Wahlteilnahme gegeben ist. Außerdem wählt die brasilianische Bevölkerung, ebenfalls anders als bei uns, mit ihrer Stimme direkt den jeweils kandidierenden Präsidentschafts-kandidaten. Deshalb setzen sich auch sehr viele Leute im privaten Bereich für ihren bevorzugten Kandidaten ein in dem sie ganz aktiv Wahlwerbung betreiben. Egal ob sie ihre Motorhaube oder Heckschutzscheibe plakatieren, auf der Straße Wahlwerbung verteilen oder dort Fahnen schwingen und am Wahlwochenende selbst konnten wir einen ziemlich großen, lautstarken pro „Bolsonaro“ Auto-Korso durch die Stadt fahren sehen.
Am Morgen wurden wir von strahlendem Sonnenschein und einem leicht irritierten Guide empfangen. Dieser erkundigte sich leicht säuerlich, ob wir denn hier übernachtet hätten obwohl doch alles geschlossen war. Ich bejahte dies und erklärte ihm, dass wir am Vortag in dem Freibad ganz in der Nähe waren und für heute um 11 Uhr hier einen Schnorchel-Trip gebucht hatten und wir schlicht weg nicht den ganzen Weg bis in die Stadt zurückfahren wollten und hier leider niemanden angetroffen hätten. Die Erklärung war ihm dann auch schon genug und er lud uns freundlich ein, den gesamten Bereich sowohl vor als auch nach unserer Tour zu nutzen. Er bat mich lediglich darum, direkt an der Rezeption einzuchecken was ich dann auch umgehend tat. Wir hatten noch genug Zeit bis zum Start der Tour, um gemütlich im Van zu frühstücken und uns auf dem schön angelegten Gelände umzusehen. Um 11 Uhr wurden wir dann von unserem, leider nur portugiesisch sprechenden Guide, empfangen und mit Neoprenanzug, Schwimmweste sowie Wasserschuhen ausgerüstet. Schnorchel und Brille mussten wir uns nicht leiden, da wir unsere eigenen full-face Masken mit auf die große Reise genommen haben. 😉 Insgesamt zu acht plus Guide ging es dann auf die Pritsche eines kleinen Pick-Ups, welcher uns auf das nahegelegene Gelände der Fazenda brachte auf welchem sich ein Teil des Flusses sowie der Einstieg in selbiges Gewässer befand. Es ging über ein Stück Wanderweg durch den schattigen Wald, vorbei an der unglaublich klaren Quelle bis zum Steg und dessen Plattform. Dort konnten wir in den Fluss hüpfen und uns dank der Schwimmwesten immer mit der Strömung rund 1.800 Meter hinuntertreiben lassen. Das Wasser war wie versprochen kristallklar. Man konnte jedes Kieselsteinchen auf dem Bodengrund sowie jede Blattader der Wasserpflanzen gestochen scharf erkennen und den Fischen beim Fressen zusehen. Es fühlte sich an, als würde man in einem frisch angelegten Aquarium schnorcheln. 😍 Fische gab es zwar nicht so viele, dafür aber wieder schöne große wie auch schon am Tag zuvor im Freibad: Wir konnten Pacus, Doraden, Piaus, Piraputangas und kleine Welse sehen. Am Ende des Floatings angelangt konnten wir den Fluss über eine weitere Plattform verlassen und wurden mit dem Pick-Up wieder zurück zum Ausgangspunkt und somit auch unserem Stellplatz gebracht. Den Nachmittag verbrachten wir noch auf dem Gelände und ließen uns die Gelegenheit, dort kostenlos heiß zu duschen, natürlich nicht entgehen. Mit auf unserer Tour waren zwei sehr nette, englischsprechende Brasilianer die uns freundlicherweise auch ihre Unterwasseraufnahmen zur Verfügung stellten. Danke an Ronaldo an dieser Stelle! Ansonsten könnten wir euch hier gar keine Fotos zeigen. Am frühen Abend machten wir uns dann über einen weiteren Erdweg auf in Richtung „Jardim“, wo wir für den kommenden Morgen um 7 Uhr Tickets für das „Buraco das Araras“ erworben hatten. Auf der rund 65 km langen Fahrt konnten wir noch einmal ganz viele tolle Tiere entdecken: Einige Ameisenbären auf Nahrungssuche, ein wunderschönes rot-blaues Ara-Paar und sogar ein Gürteltier am Straßenrand. 🥰 Wir hatten eigentlich gehofft, direkt am Eingang zum Ara-Krater übernachten zu können. Dies war jedoch leider nicht möglich, weil das Einfahrtstor über Nacht geschlossen wurde. So übernachteten wir einfach direkt davor, mit Einverständnis einer der Mitarbeiterinnen. 😃




Dank der idealen Lage unseres Stellplatzes schafften wir es dann am folgenden Morgen auch locker um 7 Uhr die restlichen Meter bis zum Eingang zu fahren. 😉 Dort angekommen wurden wir von einer netten und glücklicherweise englischsprechenden jungen Dame empfangen, die uns kurz darauf mit auf die private Tour nahm. Allem Anschein nach konnte sich außer uns niemand für die frühen Tickets begeistern. 😅 Das Kraterloch, in welchem geschätzte 60 Ara-Paare leben (Aras sind tatsächlich monogam) ist mit einem Umfang von 500 Metern sowie einem Durchmesser von 160 Metern und einer Tiefe von 100 Metern das Größte in ganz Südamerika. Entstanden ist es wohl durch die Erosion von dem innen liegenden Kalkstein so dass über die Jahrhunderte nur noch der Rote Sandstein des Kraterrandes erhalten blieb. Ein Farmer erwarb das Gelände im Jahr 1986 und wusste damals nichts von dem darauf befindlichen großen Krater. Erst nach dem mehrere Kühe auf unerklärliche Weise verschwanden (weil sie in das Loch stürzten), entdeckte er diesen und entschied, die Fläche nicht als Farmland sondern als Öko-Park zu nutzen. Er bat das Militär um Hilfe, um den ganzen Müll und anscheinend auch einige sterbliche Überreste von Menschen (scheinbar wurden hier auch Menschen entsorgt 😮) aus dem Krater zu entfernen. Sein Projekt der Ara-Wiederansiedlung glückte und so hatten wir heute die einmalige Gelegenheit, diese herrlichen und majestätischen Tiere aus nächster Nähe zu beobachten. Am schönsten war es tatsächlich, die Tiere von der Aussichtsplattform aus im Flug zu beobachten. Dann konnte man auf ihre ausgebreiteten, weiten Schwingen blicken und das herrlich bunte Gefieder bewundern. Mit dem Fernglas konnten wir sogar zwei kleine, noch graue Ara-Junge in ihrem Nest in der Felswand erspähen. ❤ Die Rundtour dauerte ca. 1-1,5 Stunden und unsere Führerin gab sich sehr viel Mühe und teilte viele Hintergrundinfos, auch über die Tierwelt rundum. Ob der Eintrittspreis von 18 € pro Kopf dafür gerechtfertigt ist bleibt dahingestellt. Schön war es auf jeden Fall und nach der Tour stärkten wir uns erst einmal im Van mit einem leckeren Frühstück. Witzigerweise schneite auf dem Parkplatz dann noch die Kanadierin vorbei, welche wir in der „Jungle Lodge“ im Pantanal kennengelernt hatten. Die Welt ist wirklich ein Dorf! Von dort aus traten wir direkt die Fahrt in Richtung „Foz do Iguazú“ an. Bis zu den größten Wasserfällen der Welt liegen noch rund 750 km vor uns. Die ersten 300 meisterten wir noch am selben Tag. Es ging ununterbrochen entlang von endlos scheinendem Farmland und Soja-Plantagen. Am Abend fanden wir seit längerem mal wieder einen ruhigen sowie sicheren Schlafplatz an einem der zahlreichen Postos.




„Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert, bitte nicht wundern!
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