NEW BLOG POST 🇧🇷 (02.09. – 05.09.2022) Rio de Janeiro – NP Serra dos Orgaos

Die Fahrt nach Rio de Janeiro verlief unkompliziert und so kamen wir noch bei Tageslicht gegen 17 Uhr an dem angesteuerten Stellplatz, direkt bei der Seilbahn zum Zuckerhut, an. Ich hatte mir irgendwie einen eingezäunten, 24 Stunden vom Militär bewachten Parkplatz vorgestellt. Eingezäunt war er dann nicht aber immerhin rund um die Uhr vom Militär bewacht, welches zu beiden Seiten des Platzes je ein Gebäude bzw. die Militärakademie hat. So übernachteten wir tatsächlich zweimal direkt unter dem Zuckerhut, zu unseren Füßen der Strand der „Praia Vermelha“. 😃 Für die zwei Nächte bezahlten wir insgesamt 150 Real was 30 € entspricht.

Vom Militär bewachter Stellplatz am Zuckerhut
Blick auf den Zuckerhut von der „Praia Vermelha“ aus

Am Freitag waren wir bereits früh auf und konnten die Jungs vom Militär während unseres Morgenkaffees beim Frühsport beobachten. Wir packten unser Frühstück in den Rucksack und liefen die wenigen Meter bis zum Eingang der Seilbahn. So standen wir bereits um 8 Uhr morgens in der Warteschlange und waren eine der Ersten in der Bahn auf den „Pao de Acucar“. Wir hatten wirklich einen fantastischen Tag mit strahlend blauem Himmel und Sonnenschein erwischt. Entsprechend gut war der Blick aus der fahrenden Gondel, welche in zwei Stationen auf den 400 Meter hohen Berg führt, und von den beiden Bergstationen hinunter auf die Stadt. 🤩 Jede Fahrt dauert ca. 3 Minuten und jede Gondel fasst max. 65 Personen. Die rundum Sicht auf Rio de Janeiro, den gegenüberliegenden „Corcovado“ mit dem „Cristo Redentor“, die „Copacabana“, den national airport, die ewig lange Brücke über den Atlantik – wirklich fantastisch. Und auch die Flugzeuge auf ihrem Landeanflug zu beobachten war super toll. Wir verputzten oben noch unser Sandwich und fuhren dann wieder hinunter zur Talstation. Gut, dass wir so früh dran waren! Die uns entgegenkommenden Seilbahnen waren im Vergleich zu unserer am Morgen bereits deutlich voller. Unten angekommen schnappten wir unsere Fahrräder und fuhren damit auf dem Radweg immer der Küste entlang bis zum „Centro“. Der kleine Teil, den wir von der historischen Altstadt gesehen haben, war wirklich sehr schön und es war amüsant, dem geschäftigen Treiben der Straßenhändler und Essensstände zuzuschauen. Wir konnten bei einer Frau ein richtig leckeres und sehr schmackhaftes hausgemachtes Mittagessen erstehen. Für sage und schreibe 3 € gab es eine große Schüssel voll Reis mit Bohnen, Spaghetti, Kartoffeln mit Möhren sowie geschmortes Rindfleisch. Frisch gestärkt radelten wir weiter zum modernisierten Hafenviertel, welches von dem futuristischen Amazonas-Haus überragt wird. Auch hier beobachteten wir bei einer kalten Cola noch einmal das Treiben um uns herum, bevor wir auf dem Küstenradweg zurück bis zur Copacabana fuhren. Der Strand hat uns allerdings nicht wirklich überzeugt. Vermutlich ist er einfach nur deshalb so bekannt bzw. berühmt, weil er ziemlich lang ist und mitten in der Stadt liegt. Analog zur angrenzenden „Praia Ipanema“ welche wir allerdings nicht mehr besuchten. An der Copacabana reiht sich eine Bude an die andere und Sonnenschirm an Sonnenschirm. Da sind uns die einsamen, endlosen Strände der Ilha Santa Catarina 1.000x lieber. 😋

Mit der Seilbahn 🚠 auf den „Pao de Acucar“
Blick auf die Stadt, ganz links die „Copacabana“
Hier sieht man die Start- & Landebahn 🛫
Im „Centro“ von Rio de Janeiro
Das Theater 🎭
Amazonas-Haus im Hafenviertel
Streetfood gibt’s immer & überall 😅
Hotel „Copacabana Palace“

Die Nacht von Freitag auf Samstag am Zuckerhut war leider nicht so ruhig wie die vorherige, weil in dem Gebäude hinter uns vermutlich eine Hochzeitsfeier stattfand und es um unser Auto herum ziemlich lange ziemlich laut war. Entsprechend müde und gerädert waren wir am Samstagmorgen. 😫 Nichts desto trotz machten wir uns erneut gegen 7 Uhr auf den Weg und wechselten den Stellplatz. Wir parkten unseren Van auf einem tagsüber bewachten Parkplatz ganz in der Nähe des Botanischen Gartens in Rio. Parkgebühr pro Stunde 10 Real (= 2 €). Von dort aus nahmen wir uns ein Taxi für 25 Real (= 5 €) und ließen uns zur Zahnradbahnstation auf den „Corcovado“, dem Berg mit der berühmten Christus Statue, bringen. Dort angekommen sahen wir schon eine ziemlich lange Warteschlange – wohl gemerkt um 8 Uhr morgens. 😮 So entschieden wir, die noch dazu teurere Zahnradbahn links liegen zu lassen und stattdessen mit einem sofort fahrbereiten Mini-Van für 50 Real p.P. (= 10 €) für die Hin- und Rückfahrt zu fahren. Oben angekommen hieß es dann direkt weiter zum nächsten Ticketstand: Es wurden noch einmal 75 Real p.P. (= 15 €) für die letzte Etappe mit einem weiteren Mini-Van bzw. den Eintritt zum „Cristo Redentor“ fällig. Es waren bereits Massen an Menschen um die Christus Statue herum versammelt und auch der Blick auf die Stadt war heute nicht ganz so gut wie gestern, da es deutlich diesiger war. Vielleicht hätte es auch einfach eine Postkarte getan?! Egal, jetzt waren wir auf jeden Fall bei einem weiteren DER Wahrzeichen von Rio und der Blick auf die 38 Meter hohe Statue, welche auf dem über 700 Meter hohen Berg thront, war schon beeindruckend. Zurück zum Auto ging es analog wieder mit den beiden Mini-Vans und dem Taxi. Am Van angekommen gab es erst einmal das mittlerweile heiß ersehnte Frühstück und endlich Kaffee. 😅☕🥪 Nach der Stärkung nahmen wir wieder unsere Fahrräder und steuerten den Botanischen Garten ganz in der Nähe an. Da der Eintrittspreis für „gringos“ jedoch nicht bei den erwarteten 15 Real (= 3 €) sondern 65 Real (= 13 €) lag und wir unsere Reisekasse die letzten beiden Tage schon arg strapaziert hatten zogen wir wieder von dannen. Die kostenfreie Alternative, der „Parque Lage“ lag unweit in der gleichen Straße und war ebenfalls sehr schön. Die großzügige, öffentliche Parkanlage beinhaltet ein altes englisches Herrenhaus, Springbrunnen, viele verzweigte Spazierwege, einen Ententeich sowie eine kleine Tropfsteinhöhle und vieles mehr. Bis auf die 600 verschiedenen Orchideenarten bestimmt genauso gut wie der botanische Garten. 😍 An einer Straßenecke schnappten wir noch einmal Hausmannskost für diesmal sogar knapp unter 3 €: Es gab wieder Reis mit Bohnen, Spaghetti und diesmal Hühnchen inkl. einem Becher „Guarana“ Nektar. Wir setzen uns damit an die große Lagune ganz in der Nähe und genossen dort in der Sonne unsere Mittagspause. Danach ging es auf dem Radweg entlang der Lagune zurück zum Parkplatz und unserem Auto. Wir verluden direkt die Räder und machten uns auf den Weg nach Petrópolis, ca. eine Fahrstunde außerhalb von Rio de Janeiro in den Bergen. Auch diese Stadt wurde maßgeblich von europäischen Einwanderern geprägt. Leider konnten wir dies nur während unserer Durchfahrt anhand der Fachwerkhäuser und der barocken Kirche erahnen. Wir hätten uns das Zentrum gerne am folgenden Tag in Ruhe angeschaut nur konnten wir leider keinen geeigneten Stellplatz für die Nacht finden. Wir fragten die örtliche Polizei um Rat und die war sogar so nett, uns persönlich zu zwei kostenpflichtigen Parkplätzen zu eskortieren. Wer könnte sich das bei uns daheim vorstellen?! Wohl niemand… Allerdings waren wir nicht gewillt nur zum Schlafen 25 € auszugeben und so zogen wir ohne Sightseeing von dannen. Wir fuhren die Landstraße noch ca. 20 km weiter bis zu dem vermuteten Start des Wanderweges, welchen wir sowieso bestreiten wollten. Dieser liegt im Nationalpark „Serra dos Orgaos“ – auch als Orgelpfeifen Gebirge bekannt und wohl vor allem bei Kletterern beliebt. Glücklicherweise fanden wir, dort angekommen, ein Restaurant mit weitläufiger Außenfläche inklusive Parkplätzen, Sitzplätzen im Freien, Enten- bzw. Fischteich, Hühnern, Katzen, Hunden – wirklich ein idyllisches Paradies im Nirgendwo. Die Besitzer stimmten freundlicherweise unserer Übernachtung auf ihrem Grundstück zu und so hatten wir eine ganz entspannte, sichere und ruhige Nacht. 🌙

Cristo Redentor auf dem Corcovado
Morgens um kurz nach 8 leider schon viel zu voll 😯
Blick von oben auf die Lagune in Rio
Parque Lage, im Hintergrund die Christus Statue
Mittagspause an der Lagune
Hausmannskost für unter 3 €! 😳
Petrópolis, leider nur während der Durchfahrt 🤷🏼‍♀️

Am Sonntagmorgen war es, wie vorhergesagt, leider Grau in Grau und mit nur noch 12 Grad auf 800 Meter Höhe auch spürbar kälter als die Tage zuvor. So entschieden wir, uns heute nicht wirklich zu bewegen sondern verbrachten die meiste Zeit in unserem kuschlig kleinen, fahrbaren Zuhause. 🥰 Wir nutzten das WLAN des Restaurants „Tourinho“ auf dessen Gelände wir standen und beobachten neugierig das Treiben um uns herum, als sich gegen Mittag schlagartig der große Parkplatz füllte. Wir haben relativ schnell verstanden, dass bei den Brasilianern das Mittagessen ganz hoch im Kurs steht. Sehr viele Restaurants öffnen auch nur über Mittag bis in den frühen Nachmittag hinein und schließen dann wieder. Oft gibt es Büffet oder man zahlt sein Essen pro Kilo, in dem die Teller gewogen werden. Unsere Neugier war also geweckt und so erkundigten auch wir uns nach dem Büffet hier vor Ort. Für 30 Real p.P. (= 6 €) konnte man essen so viel man wollte. Es gab diverse Beilagen (z.B. Reis, Bohnen, Spaghetti und Okra-Schoten), verschiedene Salate und unterschiedliche Fleischsorten (Schweinefleisch, Würstchen und Eintopf). Das Restaurant war ziemlich gut besucht und die vielen Tische gut belegt. Wir ließen uns das Essen ebenfalls schmecken, nicht zuletzt weil wir unseren Dank für den kostenlosen Stellplatz ausdrücken wollten. Wenn gleich wir wahrscheinlich auch so noch einmal die weitere Nacht hier hätten verbringen dürfen. So blieb unsere Küche heute kalt und wir konnten uns noch einmal die einheimische Küche zu Laibe führen. 😉 Auf den Steilhängen rundum wird übrigens überall Gemüse angebaut. In Gewächshäusern aber vor allem im Freien gibt es allerlei knackig frisches Gemüse: Salat, Lauch, Zwiebeln, rote Beete, Kohl und vieles mehr. Frischer kann es also gar nicht auf den Teller kommen!

Unser Stellplatz am Restaurant „Tourinho“
Das Gelände war wirklich sehr schön angelegt 🥰
Kitty wollte auch mitarbeiten! 🤣
Beilagen Büffet
Salat Büffet
Es wurde in Steintöpfen auf offenem Feuer 🔥 gekocht
Yummy 😋

Gut ausgeruht wachten wir am nächsten Morgen auf dem schönen, weitläufigen Restaurant-Gelände auf. Es war zwar immer noch bewölkt aber zwei bis drei Grad wärmer als am Vortag. Ausnahmsweise frühstückten wir direkt nach dem Aufstehen. Nach dem üppigen Mittagessen gestern ließen wir das Abendessen nämlich sausen und vor der anstehenden Wanderung musste also unbedingt eine Stärkung her. 😋 Unweit unseres Stellplatzes befand sich dann auch schon der, zu unserer Überraschung bewachte, Parkeingang in den Nationalpark „Serra dos Orgaos“. Aus Sicherheitsgründen mussten wir unsere Personalien hinterlassen und einer der Park-Ranger erklärte uns in perfektem Schweizer-Deutsch den Wegverlauf. Für den Aufstieg zum „Bride Waterfall“ benötigten wir ca. zwei Stunden. Es ging stetig bergauf und wir ließen es langsam angehen. Immer auf der Suche nach Faultieren in den Bäumen, leider ohne Erfolg. 😅 Wir sahen zwei Kamera-Fallen für Tiere und der Ranger erzählte uns zuvor, dass es hier tatsächlich nicht nur Faultiere gibt. Mit viel Glück kann man Pumas, Wildhunde, Wasserschweine, (Gift-) Schlangen und sogar Gürteltiere sehen. Der Wasserfall führte, wie angekündigt, kaum mehr Wasser da gerade Trockenzeit herrschte. Trotz allem war es ein schöner Weg und der Abstieg ging umso schneller. Unten angekommen bogen wir noch in den dichten Bambuswald ab und schauten uns die drei natürlichen Pools an. Zum Baden war sowohl das Wasser als auch die Außentemperatur allerdings deutlich zu frisch. 🙈 Wieder am Auto angekommen nutzten wir noch einmal das gute WLAN um das nächste YouTube Video für kommenden Sonntag hochzuladen und stärkten uns noch mit einem kleinen Müsli mit leckerer süßer Mango. Danach machten wir uns auf den Weg zurück in Richtung Autobahn und fuhren noch rund 100 km bis zu einer Mikro-Brauerei mit herrlicher Aussicht. Auf dem Parkplatz angekommen konnte ich in Ruhe duschen und endlich meine Haare waschen. Für alle, die sich jetzt fragen warum ich das nicht schon vorher hätte tun können: Unser Warmwasser-Boiler funktioniert nur mit Strom. Diesen können wir entweder während der Fahrt über die Lichtmaschine erzeugen oder über unser Solar-Panel auf dem Dach. Da wir aber die letzten zwei Tage nicht gefahren sind, der Himmel bewölkt war und wir noch dazu unter einem Baum standen hieß es Strom sparen – u.a. für das Laden der Laptops. 😐 Hier an der Autobahn übernachteten wir auch, da es am Folgetag noch einmal über 200 km bis „Ouro Preto“ zu fahren galt.

Zugang zum Nationalpark
Durch den Bambuswald…
… zu den natürlichen Pools 😀
Blühende Tilandsie
Aussicht ins Tal…
… auf die Gemüse Felder 🥬🧅🍠
Stellplatz mit Aussicht an der Autobahn 🛣

Videos zu den einzelnen Blog-Beiträgen findet ihr übrigens auch auf unserem YouTube Kanal https://www.youtube.com/sijucampervan. Manchmal allerdings etwas zeitverzögert, bitte nicht wundern!


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